× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Sterben

Standpunkt Kunstbegriff Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Nachts. Im Bett. Sehr nah am Mikrofon.]
  • Ich [Sperren: muss] Angst vorm Tod Sterben haben.
  • [Klick.]
  • Ich muss Angst vorm Tod haben.
  • [Klick.]
  • Damit ich den Versuch unternehme …
  • [Klick.]
  • Den Versuch unternehme …
  • [Klick.]
  • … mit ganzer Kraft …
  • [Klick.]
  • … zu …
  • [Katze Ramses schreit laut auf.]
  • [hörbares Atmen.]
  • [Klick.]
  • … zu … [Sperren: Wirken].
  • [Katze jammert.]
  • [Klick.]
  • Alles andere wäre … [Sperren: billig].
  • [Klick.]
  • Wirken heißt nicht, so zu tun, als ob.
  • Wirken heißt nicht, …
  • [Klick.]
  • … etwas zu tun, …
  • [Klick.]
  • … was [Sperren: ankommt].
  • [Klick.]
  • Wirken [Sperren: kann] heißen, mit einfachsten Mitteln - wie Kleister, Farbpigmente, Finger -, etwas zu zeichnen.
  • [Klick.]
  • Wirken heißt es dann aber nur, solange der Akt Akt des Zeichnens und das Ergebnis nicht für die [Sperren: Schau] existieren.
  • [Klick.]
  • Sondern nur für … [Sperren: mich].
  • [Aufnahme Ende.]
Diplom Theorie Manuskript bei Verlagen einreichen Inhaltsangabe, Expose, Probekapitel, Lebenslauf A via Post 1 Verlag Antje Kunstmann Verlag Antje Kunstmann GmbH; zu Händen Lektorat; Zweigstraße 10, Rgb.; 80336 München 2 Dumont Buchverlag DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Lektorat Literatur, Sachbuch, Kunst; Amsterdamer Straße 192; 50735 Köln 3 Hirmer Verlag Hirmer Verlag GmbH; Nymphenburger Straße 84; 80636 München 4 C. H. Beck Verlag C.H.Beck oHG; Literatur - Sachbuch - Wissenschaft; Lektorat; Wilhelmstraße 9; 80801 München 5 Suhrkamp Suhrkamp Verlag; Manuskript; Pappelallee 78 - 79; 10437 Berlin 6 Piper Piper Verlag GmbH; Georgenstraße 4; 80799 München 7 NIMBUS NIMBUS. Kunst und Bücher; Villa zum Abendstern; Bürglistraße 37; 8820 Wädenswil 8 Verbrecher Verlag Verbrecher Verlag; Jörg Sundermeier; Gneisenaustraße 2a; 10961 Berlin 9 Alexander Verlag Alexander Verlag Berlin; Fredericiastraße 8; 14050 Berlin 10 Mitteldeutschen Verlag Mitteldeutscher Verlag; Lektorat; Am Steintor 23; 06112 Halle (Saale) 11 Verlag Klaus Wagenbach Verlag Klaus Wagenbach; Emser Straße 40/41; 10719 Berlin-Wilmersdorf 12 Weissbooks Weissbooks GmbH; atelierfrankfurt 6.14; Schwedlerstraße 1-5; 60314 Frankfurt am Main 13 Ventil Verlag Ventil Verlag UG & Co. KG; Boppstraße 25; 55118 Mainz 14 Bergischer Verlag Bergischer Verlag; Lektorat; Auf dem Knapp 35; 42855 Remscheid 15 Hoffmann und Campe Verlag Hoffmann und Campe Verlag GmbH; Lektorat; Postfach 130 444; 20139 Hamburg 16 S. Fischer Verlage S. Fischer Verlage; Lektorat Sachbuch; Hedderichstraße 114; 60596 Frankfurt am Main 17 Verlag C.H.Beck Verlag C.H.Beck oHG; Lektorat; Wilhelmstraße 9; 80801 München 18 Kein & Aber Verlag Kein & Aber Verlag; Lektorat; Bäckerstr. 52; CH-8021 Zürich 1 B via E-Mail 1 KUUUK Verlag und Medien Klaus Jans info@kuuuk.com 2 Steidl Verlag Programmvorschläge Literatur; Daniel Frisch; dfrisch@steidl.de 3 KERBER manuskript@kerberverlag.com 4 dtv Lektorat nonfiction (Sachbücher und Ratgeber); manuskripte-nonfiction@dtv.de 5 Justus von Liebig Verlag info@liebig-verlag.de 6 Athena Verlag Rolf Duscha; lektorat@athena-verlag.de 7 JOVIS Verlag info@jovis.de 8 Verlagshaus Römerweg info@verlagshaus-roemerweg.de C allgemeine Anfrage 1 Deutscher Kunstverlag Berlin info@deutscherkunstverlag.de 2 Hatje Cantz contact@hatjecantz.de 3 Wilhelm Fink Verlag info@fink.de 4 Lukas Verlag post@lukasverlag.de 5 Wienand Verlag info@wienand-verlag.de 6 Raduis Verlag info@radius-verlag.de
Diplom Arbeit (Notizen ausdrucken und Mark bei nächstem Einzelgespräch zeigen, ebenfalls Gespräch vom 3.11. und 1.11.) es gibt kein Überthema, aber bestimmte Themenfelder schwingen in Arbeiten mit Themenfelder durch Erlebtes / Alltag (unbewusst) eingeflossen A Beispiel christliche Prägung: Kirchenchor, Konfirmation, evangelisches Internat, Gottesdienste, Orgelmusik Arbeiten: Liegender Akt Akt (Jesus Jesus im Grab), Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt (Adam), Porträt im Flügeltürrahmen (Kreuzverhüllung, Scham Scham , Adam), Beine (Jesus) Tradition Künstler, Notiz vom 25.3.2016 , von Dürer Albrecht Dürer über Rembrandt Rembrandt van Rijn bis van Gogh Vincent van Gogh , Marc Quinn Marc Quinn mit "Self": Darstellung eigener Person als heroische Gestalt, als Jesus oder antike Antike christliche Märtyrer B Exkursionen / Studienreisen mit der Klasse (Hamburger Bahnhof, Adam und Eva Adam und Eva ) 1 Beine / Jesus Notizen vom 25.3.2016 "Das Leiden Friedrich Fröhlichs war groß von der Bitterkeit der Schmerzen und Schmach der Verspottung, aber überreich fruchtbar an Heil und Nutzen" (frei nach Jacobus de Voragine, "Von der Passion des Herrn", Legenda Aurea) Motiv in Anlehnung an Kreuzigung Jesu übereinandergeschlagene Füße, dünne, knochige Beine dicke Geraden als Stacheln, hart, weh tuend, durchschlagend Geraden mit Verweis auf Dornenkrone dritte Verspottung im Haus des Pilatus Soldaten setzen Jesus Dornenkranz auf und grüßen ihn: "Heil dir, König der Juden!" 2 von Geradenbilder zu verhüllten Arbeiten Notiz vom 12.1.2016 ganz unreligiöser Ansatz, bezieht sich auf Kunstgeschichte: "In den Geradenbildern […] sehe ich […] den verzweifelten Versuch etwas zu finden, was so rudimentär ist, dass es nicht mehr hinterfragt werden kann. Also etwas, was als Fundament bereitsteht, um darauf aufbauend Kunst zu machen, die nicht beliebig auswechselbar ist. Kunst, die unausweichlich gemacht werden muss. Leider erkenne ich immer mehr, dass das ein Gedanke der Moderne ist. Und die extremen Äußerungen ('Ich habe die Malerei getötet.' etc.) und Vorstellungen, was Kunst zu sein hat, haben sich nicht durchsetzen können. Die Kunst blühte auf. In alle Richtungen. Keiner schien recht gehabt zu haben! Und warum dies noch einmal wiederholen? Ich kann aus dem Scheitern Erfolg lernen. Und lernen heißt auch: darauf reagieren. Verhüllt verhüllt !" 3 Ganzkörperporträt / Adam A Notiz vom 10.8.2017 "Der Mythos Mythos von Adam und Eva", Albino Menozzi Albino Menozzi , Lindenau-Museum mit Art-brut Art brut -Arbeiten B Notiz vom 17.1.2017 Feigenblatt, Arbeit von Albrecht Dürer C Adam sucht Eva, RTL-Show Notiz vom 2.11.2016 D Adam und Eva, 1825/62, Kopien nach dem Genter Altar, um 1432, Hamburger Bahnhof E Geraden offenbaren zwar alles (Atom), verschleiern aber gleichzeitig (Scham) 3 Tonarbeit (wenn nicht Gips) selbst im Modellieren kann ich christliches Motiv erkennen Notiz vom 27.11.2015 Adam wurde aus Lehm / Ackerboden erschaffen danach Lebensatem Lebensatem eingehaucht Kandinsky Wassily Kandinsky im Buch "Punkt und Linie zu Fläche", 27.8.2015 "Der Punkt ist das erste Resultat des ersten Zusammenstoßes des Werkzeuges mit der materiellen Fläche, mit der Grundfläche." "Durch diesen ersten Zusammenstoß wird die Grundfläche befruchtet." 4 Liegender Akt A Notiz vom 2.11.2016 Der Leichnam Christi im Grabe, um 1521/22, Hans Holbein der Jüngere Hans Holbein der Jüngere B Triptychon Triptychon Notiz vom 9.12.2015 Triptychon seit Mittelalter in abendländischer Kunst als Altar- und Andachtsbild von zentraler Bedeutung 3-teiliges Bild mit betontem Mittelteil Mittelteil: "dem Dargestellten eine gewisse Form der Würde verleiht" verbunden mit Bedeutung, Spiritualität, Würde klassische Funktion (betonte Mitte, schmalere Seitenteile, ursprünglich religiös) tritt in Hintergrund 5 Selbstporträt Selstbildnis allgemein A Notiz vom 29.4.2014 Cindy Sherman Cindy Sherman : Spannungsverhältnis zwischen zugeschriebener Rolle, dem "Blick der Anderen" und dem Selbst Selbstporträts / Frauenrollen mit Perücken, Schminke und Kleidung oder Hanna Wilke: Selbstporträts in unterschiedlichen Klischeeposen wie Cowgirl, Model, mit Lockenwicklern benutzen aber eher das Selbstbildnis, steht selbst nicht im Fokus [?] B Selbstporträt in Verbindung mit dem Tod Sterben Notiz vom 19.8.2014 "Selbstbildnis mit fiedelndem Tod", 1872, Arnold Böcklin Arnold Böcklin , Nationalgalerie Berlin
Diplom Theorie weiter Schwerpunkte Gespräche ausgearbeitet aktuell bei Alexander: Frage nach Definition von Kunst Bedeutung Betrachter für Kunstsystem Teilnehmer Kunstbetrieb Kunstbetrieb Meinung vom Ausstellungsbesucher, unverständliche Kunst Hobbykünstler Hobbykünstler voreingenommen, Kunst schon definiert? Kunst und Gesellschaft Bildungsauftrag Museum Öffentliche und private Museum Fürs Ausstellen bezahlen Gerhard Richter Gerhard Richter Künstler gestaltet Ausstellung mit Galerien Künstler bezahlen Ausstellen für die Biografie Geldverdienen mit Kunst Kunst als Geschäftsmodell Kunstmarkt Künstler und Alltagssorgen Beruf Künstler Verkaufskünstler Kritik an meine Interviewführung Sicht aus der Rechtswissenschaft Kunst im Grundgesetz Gesetzgeber kann Kunst nicht definieren Kunstfreiheit Ansichten Gesprächspartner hinterfragen Geschäftsmodell Kunst Handwerk Handwerk und Kunst Begabung und angelerntes Können komische Definition von Künstler Berufsbild Künstler, Eigenschaften Rechtswissenschaftler Ausgangspunkt Begabung oder Handwerk Schreiner, Koch, Künstler Koch wirklich Künstler? Intention Intention eines Kochs Koch und Kreativität Hässlich = Kunst Kunst im weiterem und engeren Sinne Metapher Trichter Kunst als Marke Geldverdienen als Ausgangspunkt Anfang und Ende von Kunst Beuys Joseph Beuys Fettecke Erfolg Erfolg nach Tod Sterben des Künstlers Kunstbegriff abhängig vom gesellschaftlichen Wandel Wann ein Markt vorhanden ist Tisch mit Aggregat (siehe Umzugskarton Freiburg) Kunst im öffentlichen Raum Aufschrei Bevölkerung, Banalität Steuergelder Markt als Spiegel Spiegelbild für Akzeptanz Kunst Kunst ist, wenn jemand sagt, es ist Kunst Kunst im weitesten Sinne Sicht des Künstlers und Betrachters auf ein Objekt Künstler muss überzeugt sein, Kunst zu machen Formen auch von Kindern umsetzbar, ohne Begabung und Handwerk Unterschied zu Kindern: Idee Kritik am Interview Schmähgedicht und Kunstfreiheit Satire / Gratwanderung Schmähgedicht = Kunst, da Gedichtsform? Nicht jeder, der denkt, Kunst zu machen, ist Künstler Unterschied öffentliches und privates Äußern Kunst durch Wiederholung Greifbare Kunst Duchamp Marcel Duchamp Pissoir Überraschungsmomente bei moderner Kunst Porno oder Kunst? Reaktion Besucher Porno = Kunst, da im Museum Pissoir im Kunstraum und in Bahnhofstoilette Wo beginnt und endet Kunst? Kunst braucht Markt, wird ausgestellt, bekommt Wert Markt = Interesse geweckt Gibt es Kunst ohne Markt? Gute Kunst Alltag im Kunstraum Kunst kaufen, da begrenzt, begehrt, teuer Kunst kaufen bei Stiftungen Art Basel Unterschiedliche Interessen von Künstler und Käufer Hohe Verkaufspreise kommen nicht bei Künstler an Ausstellungsvergütung Tee trinken Kunst, da ausgestellt, da öffentliches Interesse Kunst muss berühren Kunst akzeptieren, da ahnungslos Kleiner Kreis bestimmt was ausgestellt wird Und keiner geht hin! Neue Musik Neue Musik Neues (nicht verständlich) = Entwicklung Kunst von Gesellschaft akzeptiert: Stillstand Stillstand Neue Kunst in 100 Jahren anerkannt Gesetzgeber subventioniert neue Kunst Kunst als Kulturgut Gesetzgeber = Vertreter Volk Steuermittel für Kunst und Fußball Anforderungen von Unternehmen an Kunst Schamgefühl Muss Kunst dich berühren? Voraussetzungen, sich auf Kunst einlassen können Verweilen verändert Wahrnehmung Erst Infokärtchen lesen, dann Kunst sehen Alexander als Aufsichtsperson Kriterium Größe und Maltechnik Erster Eindruck, das Wie und Was White Painting Robert Rauschenberg Weiße Leinwand als Dekoration White Painting kaufen = Luxusproblem und Mut Genialität Genie Kunst, da Erster Kopie Hätte ich auch gekonnt! Natur im Kunstraum Kunst, da im Kunstraum Objekt in seiner Normalität = Kunst reale Schäbigkeit gemalt = genial Extrem weiter Kunstbegriff Alexanders Tipps für mich Geldwert Meine Zukunft als Künstler Künstler und Hartz 4 Günther Uecker Günther Uecker Auf den Zug aufspringen Erwartungshaltung bei Kunst (wie Mona Lisa Mona Lisa Hype) Materielle Ebene wichtig Über das Handwerk Zugang finden Tate London Jeff Koons Jeff Koons Erste Frage: Material Alltägliche in Kunst transformiert M. C. Escher M. C. Escher Jeff Koons und der Kunstmarkt Emotionalität kein Grund Große Skulpturen und große Gemälde Kunst = subjektiv Assoziationen aufgrund Größe Jeff Koons = Geschäftsmodell? Der Künstler arbeitet selber nicht mehr Idee ist entscheidend Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten van Gogh Vincent van Gogh Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Großes Bild von Richter Gerdie! Gerdie! Gerdie! Norbert Bisky Norbert Bisky Meisterschüler von Baselitz Georg Baselitz Richter-Fenster am Kölner Dom Materialität Materialität im Vordergrund Rakeltechnik Schaffen für Geschäftsidee Alleinstellungsmerkmal Geradenbilder als Marke Meine Angst vor Bekanntheit Geld verdienen, um sich zu verwirklichen Ideal: Kunst soll Künstler überleben Vergänglichkeit Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten Angst / Zweifel Zweifel als Antrieb Hobbykünstler und deren Potential Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier Künstler kopieren Muße faul Geld verdienen, um überhaupt Kunst schaffen zu können Alexanders Erfolgsmodell Nische suchen Geschäftsmann, kein Künstler Geldkunst Wirklich erst Geschäftsidee und dann Kunst? Alexanders Rat an Kunststudenten Kommilitone Optimal, wenn das, was ich mache, erfolgreich ist Ausdrücken, nicht Geld verdienen wollen Hochschule kann Erfolg garantieren Alexanders Theorie Kunst mißbrauchen Ich rege mich auf Meine Arbeiten Arbeit Herme Herme Alexander über Notizseite Arbeit Geradenbilder Geradenbild Geradenbild Beine und Jesus Jesus Meine neue Sicht auf eigenes Bild Unterschied Schaffender und Künstler Nische Geradenbilder Größe Geradenbild Verhüllen als Reaktion auf Geschäftsgedanken Geld verändert Kunstwerk Selbstverherrlichung und Zweifel bei Herme Kinderzeichnungen Kinderzeichnung Mein Antrieb: Zweifel Alexanders Angst Gesamtwerk Fröhlich Lebendig, da Geschäftsmodell verweigert Ich werde arm sterben Gefühl statt Geschäftsidee Größe und Herme verhüllte Arbeiten Ich bestrafe euch! Kinderzeichnungen Kinderzeichnung = Kunst? Einfachheit, Unbekümmertheit, Leben Im hohen Alter wieder kindlich Zeichnen zerstückelte Collagen = Zweifel Klassenausstellung HGB Rundgang HGB Rundgang mit Geradenporträt Schmach von Leipzig Zug fährt bald nach Leipzig ab
Totentanz, 2008, Klaus Hack, Galerie DG
Totentanz, 2008, Klaus Hack, Galerie DG
Leinwände zum Zyklus Totentanz, 2008, Klaus Hack
Leinwände zum Zyklus Totentanz, 2008, Klaus Hack
Füssener Totentanz von Jakob Hiebeler, vollendet 1602, Fotograf Ralf Schulze
Füssener Totentanz von Jakob Hiebeler, vollendet 1602, Fotograf Ralf Schulze
Schreitender (Genesender), Am Karlsbad / Schöneberger Ufer, Berlin-Tiergarten, 1935, Richard Scheibe
Schreitender (Genesender), Am Karlsbad / Schöneberger Ufer, Berlin-Tiergarten, 1935, Richard Scheibe
Drei Bronzen aus Ausstellung Wege nach Asien, 2013/14, Gustav Seitz
Drei Bronzen aus Ausstellung "Wege nach Asien", 2013/14, Gustav Seitz
Geschlagener Catcher, 1966, Gustav Seitz
Geschlagener Catcher, 1966, Gustav Seitz
(mit Notizen von morgen) Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten umsetzen zwei Maschinenschrauben, mindestens 18 cm, und Unterlegscheiben im Baumarkt kaufen wird durch Klotz (an Schraubstock befestigen), Brett (bei Abrutschen mit Beitel diesen nicht beschädigen) und Kopf von unten geschraubt Kopfteile geleimt, etwas ungenau 1 x für Kunst geblutet, Klemme rutscht ab, Stirn Bildhauer Bildhauerei Klaus Hack Klaus Hack Totentanz Sterben , 2008, Klaus Hack, Galerie DG klaushack-k.jpg Zyklus Totentanz Baumstämme mit Drucktechnik = Druckskulptur Skulptur ist künstlerische Arbeit und Werkzeug Druckfarbe ist blauschwarze Kupferdruckfarbe Leinwände zum Zyklus Totentanz, 2008, Klaus Hack klaushack2-k.jpg Baumstämme auf Leinwände abgerollt, Motiv wird ständig wiederholt Füssener Totentanz von 1602, in St. Anna Kapelle im Benediktinerkloster St. Mang in Füssen Füssener Totentanz von Jakob Hiebeler, vollendet 1602, Fotograf Ralf Schulze totentanz2-k.jpg Richard Scheibe Richard Scheibe (1879 - 1964, deutscher Bildhauer und Medailleur) Schreitender (Genesender), Am Karlsbad / Schöneberger Ufer, Berlin-Tiergarten, 1935, Richard Scheibe richardscheibe-k.jpg Gustav Seitz Gustav Seitz (1906 - 1969, deutscher Bildhauer und Zeichner) Drei Bronzen aus Ausstellung "Wege nach Asien", 2013/14, Gustav Seitz asienkopf-k.jpg umsetzen Was macht meinen Kopf aus? Merkmale suchen und in Holz verstärkt umsetzen wie seitliche Nasenform, Stirn, Mund, Grübchen Geschlagener Catcher, 1966, Gustav Seitz catcher-k.jpg großer Körper, Brüste, abgeschlagene Beine, kleiner Kopf, noch kleinere Ohren umsetzen morgen bei Alberti Schulterteile leimen
Geradenbild Geradenbild (mit Notizen von Freitag) Blumen gekauft Versuche in Geraden umzuwandeln zwischendurch händisch versucht da oft Wert 0 und 255 nicht erreicht Graustufenbereich mit map begrenzt Winkel in x-Richtung durch map jeweils etwas erhöht Kontrast (Länge und Anzahl) erhöht einfache Konstruktion, einige Geraden stark verlängert längere Geraden zufällig Vorlage letzter Stand Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Ja.
  • Das sind ja auch Dornen. Das passt total.
  • Genau. Aber irgendwie ist das auch mit den Nägeln. Dann vielleicht auch die Füße.
  • Und die Muskel … äh … Muskelstränge dort.
  • Dieses Schlacksige.
  • Genau.
  • Genau. Dieses Gezerrte.
  • Ja.
  • Dieses … äh … Und dadurch, dass es hier abgeschnitten ist … Es sieht auch so ein bisschen … Es sieht gar nicht wie liegend aus. Es sieht wie hängend aus.
  • Es sollte ja hängend sein.
  • Ja. Und … äh … ähm … Ich denke ja, dass … äh … dass das hier, wenn du jetzt zu mir kommst …
  • Ich hab' mir das vorgestellt in der Kirche. Kirchentag oder so.
  • Nische Geradenbilder
  • Dafür gibt's eine Nische. Damit kann man Geschäft Kunstmarkt machen. Plus: Du [Sperren: kannst] das. Das ist … Da steckt auch mehr drinne. Und deswegen Erfolg Erfolg . Und deswegen …
  • [Sperren: Liebster Alexander.]
  • [Lacht.]
  • Du … Das ist super. Du zeigst mir gerade dieses zweite Bild hier. Was du gemacht hast. Geschäft … Dann diese Kunst oder Muse Muse . Und so weiter. Ist das nicht perfekt? Das ich dieses Bild gemacht habe …
  • Umgekehrt.
  • … nach … Umgekehrt. Ich hatte zuerst …
  • Zuuufall.
  • Ich wollte … Ich hatte …
  • Zuuufall.
  • Ich hatte den Drang es zu machen. Ohne mir auch bloß einen Gedanken über Geschäft, über …
  • Zuuufall.
  • [Sperren: Nein]. Warte doch mal! Und ist das nicht wunderschön, wenn man etwas schafft und danach mitbekommt: Ach, das kann ich jetzt ja auch noch verkaufen. Weil es anderen auch … Das ist … Dis … Dis … Dis wollte ich! Und … Und … Und …
  • Mhm.
  • Daran siehst du … Du siehst im [Sperren: Nachhinein] etwas, was man kaufen kann. Aber du kannst dir sicher sein, ich hatte mir im vorhinein keine Gedanken darum gemacht. Deshalb ist es für mich … äh … äh … Kann … Ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kunst ist, für mich … also gute Kunst … höher, als wenn ich anders herum rangegangen wäre. Da wäre vielleicht …
  • Ja.
  • … was langweiliges herausgekommen.
  • Ja.
  • Wo ich mir vorher gesagt habe: Menschen würden das kaufen. Aus dem und dem Grund. Weil ich einen Markencheck gemacht habe. Oder so.
  • Ja.
  • Aber das konnte nur rauskommen, weil ich mir eben [Sperren: keine] Gedanken über die Menschen gemacht habe.
  • Ja. Ja. Und ich würde das Bild auch gar nicht Beine nennen. Weil …
  • Nee. Das …
  • Weil … äh …
  • Das war jetzt halt … hab' ich das Beine genannt?
  • Beine. Und … äh … Tinte auf Papier. Okay.
  • Ach so.
  • Aber Beine. Dreißig.
  • Nee. Nee nee nee. Das war nicht der Titel.
  • Stell dir vor, der Titel wäre wirklich …
  • Ohne Titel. [Grinst.]
  • Der Titel wäre …
  • O Punkt T Punkt.
  • … wirklich … äh … "Gekreuzigt".
  • Nee, das muss noch nicht einmal sein. Man sieht's. Es muss nicht Jesus Jesus sein. Es muss nicht gekreuzigt sein. Weißt du? Das sind Sachen, die man sieht. Das musst du im Titel nicht noch einmal erklären.
  • Aber … Gekreuzigt wäre noch krasser.
  • Gekreuzigt?
  • [Leise:] Ja.
  • Gekreuzt. Nee.
  • Nein. Gekreuzigt. Damit man auf Jesus kommt.
  • Aber du … Du kommst automatisch auf Jesus. Du siehst ihn da.
  • Du ja anscheinend nicht.
  • [Sperren: Doch]! Ich hab' ihn doch gesehen! Aber ich brauche den Titel nicht dazu.
  • Wo hast du ihn gesehen.
  • Na in der Arbeit! Hallo? Deshalb hab' ich's doch gemacht! Ich setze mich mit Jesus gleich.
  • Dann … Wirklich?
  • Das ist zu Ostern entstanden. Da habe ich Musik gehört. Da habe ich … äh … äh … Da habe ich glaube ich ein Bild von ihm gesehen. Da war ich so fasziniert von …
  • [Sperren: Achso]. Ich dachte, du warst gerade überrascht, dass meine Asso…
  • [Sperren: Nein!]
  • …ziation gewesen ist …
  • Nein! Und ich war so … Ich … Ich … Warte mal … Ich hab' … Ich … Ich hab' so eine Statue von Jesus gesehen.
  • Ja.
  • Und der gekreuzigt war. Und ich fand das so … Dieses … Dieses Leidende … Dieses Aufopfernde … Und worauf dieses ganze Christentum Gott irgendwie fußt … Dass eine Person dieses Leid … Dieses … Diese Qual von allen übernommen hat. Sich dafür geopfert hat. Und ich hab' … ich hab' mich da [Sperren: so] drinne wiedergesehen! Irgendwie. Egal ob du das jetzt glaubst oder nicht. Und wollte das unbedingt umsetzen.
  • Das mit den Füßen war also Absicht, ja?
  • Und das war zu Ostern. Natürlich war das Absicht. Ich … Ich meine … Ich … äh … Ich musste mich sogar im Liegen fotografieren und musste dann die Füße dann halt noch einmal … äh … äh … äh … übereinander tun, damit das genau so ausschaut. Ich habe mir Bilder angeschaut. Wie …
  • Aha.
  • Wie … äh … Wie das gekreuzigt überhaupt aussieht und so.
  • Dann … Respekt.
  • [Pause.]
  • Respekt.
  • Deshalb finde ich eben den Titel "Gekreuzigt" … Muss gar nicht sein. Man sieht's. Ich hab's gesehen. Du hast es ja auch gesehen. Sofort. Wenn man diesen Hintergrund hat.
  • Größe Geradenbild
  • Gut. Und das hätte ich gerne in groß. Fünfzig mal Einhundert ist mir zu klein.
  • [Nuschelt. Nicht verständlich, 3:16:30.]
  • Ich hätte das gerne … äh … Zwei Meter hätte ich es schon gerne.
  • Und schon sind wir aus dem ersten schönen Modell bei deinem zweiten.
  • Ja.
  • Wo jetzt die Geschäftsidee kommt und dann wird das Bild gemacht.
  • Ja.
  • Und schon ist [Sperren: Schluss].
  • Also wenn du mal einen … einen … jemanden suchst, der das erfolgreich vermarkten kann, dann … dann mach' es nicht selbst.
  • Nächstes Bild bitte!
  • Gut.
  • Genau.
  • Verhüllen als Reaktion auf Geschäftsgedanken
  • So. Das Verhüllen war die Reaktion darauf. Jetzt weißt du ja, warum ich es gemacht habe.
  • Ja. Weiß ich.
  • Weil genau solche Leute wie du plötzlich kamen und ich … ich mich da in eine Richtung gedrängelt habe. Und …
  • Ja.
  • … und [Sperren: nicht] wollte, dass ich jetzt nur noch etwas schaffe, …
  • Ja.
  • … weil es … ähm … weil es gekauft werden würde.
  • Ja.
  • Das war [Sperren: echt] mein Problem.
  • Ja.
  • Und das hing dann halt …
  • Du willst …
  • … in der HGB.
  • Du willst … Du hast ein Problem damit erfolgreich zu sein.
  • [Sperren: Ja]. Aber weil ich denke, dadurch zerstöre ich das, was ich als gute Kunst bezeichnen würde. In mir drinne.
  • Unbegründet.
  • Für mich ist es [Sperren: total] begründet. Weil ich …
  • Ja.
  • Geld verändert Kunstwerk
  • Weil ich … Weil ich … Weil ich … ähm … Gefühlt … Ich … ähm … Ich glaube, wenn es so weit kommt, sobald ich damit Geld verdiene, werde ich anders malen, anders zeichnen, als ich es aktuell tue. Und damit lasse ich mich sozusagen beeinflussen vom Geld. Und das möchte ich irgendwie einfach nicht.
  • Das … Also ich glaube, Gerhard Richter Gerhard Richter hat das auch gesehen, was du gerade beschrieben hast.
  • Das wollte ich vorhin schon fragen.
  • Diese Angst … äh …
  • Genau.
  • Ich …
  • Ich denke, das hat jeder, der Erfolg hat. Du.
  • Ich kann mich an ein Interview erinnern, was er aktuell macht.
  • Ja.
  • Und seine aktuelle Kunst hat [Sperren: gar nichts] mit … ähm … Öl zu tun. Hat [Sperren: nichts] mit Leinwänden zu tun. Hat nichts mit Malerei zu tun.
  • War das mit Glas? Den großen schwarzen Glasflächen?
  • Nee. Ja. Ja! Es hat mit Glas zu tun. Aber nicht schwarz.
  • Oder diese schrägen, die dann so …
  • Ja.
  • Okay.
  • Und es hat auch nichts mit Rakeltechnik zu tun.
  • Ja. Ich weiß.
  • Ich glaube … äh … Da sagt er auch, … äh … äh … dass er sich vielleicht verbrannt oder benutzt fühlt.
  • Und [Sperren: ich] fühle mich schon benutzt, [Sperren: bevor] ich überhaupt bekannt geworden bin! [Lacht.]
  • Aber … Aber … Was er macht … Er zieht sich nicht zurück. Und verhüllt verhüllt seine. Ja? Und tut jetzt so, als ob er etwas schafft, was andere nicht sehen dürfen. Sondern er wendet sich einfach einem anderen …
  • [Lacht weiter.]
  • … experimentellen Feld zu. Er sucht was Neues. Und [Sperren: da] …
  • [Lacht weiter.]
  • … hast du ein Problem. Gut, du machst gerade das mit dieser … mit dieser … äh … äh … mit dieser …
  • Kinderzeichnung Kinderzeichnung .
  • Nein nein.
  • [Lacht.] Das kommt als nächstes!
  • Du machst gerade das mit diesen Skulpturen.
  • Ja.
  • Aber ich weiß …
  • Mit der Herme Herme .
  • … nicht, ob du dazu gezwungen wurdest, oder ob das jetzt ein neues experimentelles Feld für dich ist.
  • Selbstverherrlichung und Zweifel Zweifel bei Herme
  • Die [Sperren: Herme] ist doch genau das, was du gerade sagst. Ich, der vier Meter hoch an … an … an der Decke ist. Diese Selbstverherrlichung und gleichzeitig dieser Zweifel.
  • Hast du dir das …
  • Man wurde hochgehoben von diesem Publikum.
  • Ja.
  • Und zweifelt daran! Will man das überhaupt? Und man guckt zweifelnd …
  • Hast du dir das neue Thema selbst gesucht? Oder …
  • Ja.
  • … musstest du es dir suchen.
  • Nein.
  • Weil es von dir verlangt wurde.
  • Nein. Das … Das … Das ist die [Sperren: ganze] Zeit mein Thema. Das Zweifeln. Was mache ich da. Und warum mache ich das. Und möchte ich das für das Publikum machen.
  • Okay.
  • Deshalb waren die Geradenbilder, wo ich von Anfang an erst einmal gehen wollte.
  • Ja.
  • Dann kamen die verhüllten Sachen, weil ich …
  • Ja.
  • Kinderzeichnungen
  • … ich Zweifel hatte, … äh … ähm … jetzt geht's nur noch ums Geld. Und dann kamen wir zu den Kinderzeichnungen. Wo ich wieder zum Ursprung Ursprung der Kreativität irgendwie zurück wollte.
  • Ja.
  • Wo ich mir sagte: Das kann's jetzt auch nicht gewesen sein.
  • Ja.
  • Mein Antrieb: Zweifel
  • Das ist [Sperren: alles] Zweifel. Als Überthema. Deshalb wollte ich eigentlich meine Diplomarbeit über Zweifel schreiben. Da gab's auch schon jemanden, der das gemacht hat. Aber ich denke aber … Weißt du? Deshalb … Deshalb frage ich [Sperren: euch] ja. Jetzt.
  • Weißt du …
  • Euch. Weil … Weil … Weil ich natürlich hoffe, durch eure Ansichten die ihr habt, … äh … dass es mir auch was Neues bringt. Weißt du? Wo ich einen Anschlusspunkt oder so finde.
  • Weißt du, wovor ich Angst habe?
  • [Lacht.] Dass ich keine Rente bekomme? Das kann sein.
  • Nein nein.
  • Solltest du aber.
  • Alexanders Angst
  • Ich hab' … Ich hab' in Teilen … Angst … vor … vor deiner Größe. Vor deiner Genialität Genie . Und … Ich will dich gar nicht loben!
  • [Lacht.] Tust du aber!
  • Ähm … Weil das, was du mir gerade zeigst und das, was du gerade beschrieben hast, das sieht wie eine Gesamtshow … wie ein Lebenswerk aus.
  • Das fiel mir auch auf.
  • Und das macht man erst in der Retroperspektive. Wo man im Nachhinein erkennt, dass … äh … Wie so ein roter Faden sich durchzieht.
  • Ja.
  • Bei Gerhard Richter zum Beispiel finde ich die … die Brüche zu stark. Weil er zu stark mit unterschiedlichen Materialien arbeitet. Und weil … äh … Auch bei Baselitz Georg Baselitz . Das sich das nicht wie so ein roter Faden durch durch durch die Kunst zieht.
  • Weil die vielleicht das Geschäft … ähm … doch mehr im Vordergrund haben. Bei mir ist es eben die persönliche Ebene, die nun einmal rein menschlich ist.
  • Du bist noch viel zu jung! Du bist zu jung für diese Retroperspektive. Weißt du? Äh … Du … Also … Es … Es … Es klingt ja fast schon so, als würde man posthum, wenn du mal nicht mehr da bist, … äh … nicht nur ein Werk …
  • Ja.
  • … zum Werk erklärt wird, sondern … das große Ganze!
  • Ja.
  • Gesamtwerk Fröhlich
  • Diese Gesamtshow. Das Gesamtwerk.
  • Na ich sehe eigentlich nur das Aktuelle als Werk.
  • Und davor habe ich gerade so ein bisschen Angst. Vielleicht auch unheimlichen Respekt. Und … ähm … Ich habe dich mal erlebt, wie du Orgel spielen kannst. Wie du Klavier spielen kannst. Und war davon …
  • Das macht auch Spaß.
  • … extrem begeistert.
  • Das macht Spaß!
  • So habe ich dich kennengelernt. Danach habe ich gesehen, wie … wie du programmierst. Dass du dir das selbst beigebracht hast. Da habe ich halt auch gemerkt, dass du … dass in dir unheimlich viel Potential steckt. Und wenn ich jetzt auch noch [Sperren: das] mir angucke … Das ist gar nicht so … Ich wäre so der Mensch … äh … Ein Projekt und dann das nächste. Und dann ist abgeschaltet. Und so.
  • Das ist diese Variante sag ich dir.
  • Mag ja sein. Und das, was du mir gerade zeigst … Das macht mir Angst.
  • Lebendig, da Geschäftsmodell verweigert
  • Aber ist das nicht gerade das total lebendig Spannende? Weißt du … Hätte ich dir jetzt nur Sachen ge… gezeigt, wo eine Geschäftsidee war und und dann sagst du deine Meinung dazu … Aber ist nicht gerade der [Sperren: Weg] … Wie wir gerade darüber geredet haben … Ist das nicht einzigartig? Was bloß [Sperren: so] funktionieren kann?
  • Nein.
  • Indem man [Sperren: nicht] ein Geschäft …
  • Nein.
  • … machen will? Sondern eben sein … sein … sein … sein [Sperren: Inneres] nach [Sperren: Außen] …
  • Nein.
  • … kehren möchte. Doch. Ich finde …
  • Ich werde arm sterben Sterben
  • Wenn … Wenn du so weiter machst wie bisher … und soviel Angst hast vor … vor Bekanntheit …
  • Ja.
  • Vor Erfolg.
  • Ja.
  • Wirst du genau diesen Erfolg nicht zu Lebzeiten erleben.
  • Und [Sperren: trotzdem] entsteht ganz viel bei mir. Das ist das [Sperren: Schönste].
  • Das mag sein.
  • Ich dachte, ich wäre geblockt.
  • Aber du musst …
  • Weißt du?
  • Aber du wirst [Sperren: nie] dieses Feedback haben, was dir dann vielleicht erst nach deinem Tode …
  • Das ist mir egal.
  • … dann zukommt.
  • Gefühl statt Geschäftsidee
  • Dann muss ich ehrlich sagen: Das ist mir egal. Dann … Weißt du? Aber weißt du … Weißt du, warum es mir jetzt noch egal ist? Weil ich [Sperren: während] ich [Sperren: das] schaffe, die verhüllten Arbeiten, die Kinderzeichnungen und die Geradenbilder … Weil ich da jetzt halt richtig drinne stecke gerade. Und das ist ein [Sperren: Gefühl]. Das kannst du mit einer Geschäftsidee [Sperren: nicht] aufwiegeln. Da geht's dann ums Geld. Da geht's um einen monet Claude Monet ären Erfolg. Um Begeisterung schaffen beim Publikum. [Sperren: Hier] merke ich wirklich, da passiert was in mir [Sperren: drinne]. Weißt du? Und das kriege ich [Sperren: nicht] durch Geld. Und das gefällt mir so. Das … Das will ich nicht missen.
  • [Pause.]
  • [Zeigt auf ein Bild.] Das ist ein schönes Bild. Das hängt jetzt auch bei mir. Ich werde das jetzt auch wieder zum Plotter Plotter gehen … Ich habe nächste Woche jetzt einen Termin. Da kann ich dann …
  • Weißt du …
  • Da mache ich dann wieder Geradenbilder.
  • Weißt du, was ich sagen würde? Dass du mit deinen verhüllten Bildern kokettiert … kokettiert hast.
  • Was heißt denn das?
  • Das ist mir jetzt gerade aufgefallen.
  • Ich will nicht schon wieder im Duden nachgucken.
  • Schlag' noch mal nach.
  • Nee, bitte! Sag's mir ganz kurz.
  • Größe und Herme
  • Ähm. Pass auf. Und zwar … Ich mag ja Größe. Und ich habe gerade mal geg… Du hast mir erzählt von den … äh … äh … von den Skulpturen … Oder an der Skulptur, an der du gerade arbeitest.
  • Ja. Vier Meter hoch.
  • Vier Meter hoch.
  • [Sperren: Bis] zur Decke muss es sein.
  • Groß … Groß. Groß!
  • Ja. Bis zur Decke.
  • Auch deine Beine … Selbst wenn sie mir nicht groß genug sind …
  • Die sind aber Original.
  • Ja, aber hundert Zentimeter. Und jetzt pass auf.
  • Das ist Zufall Zufall , dass das die erste Arbeit [Fußnote: Die auf der Website zu sehen ist.] ist, aber da gibt's ja noch mehr. Die sind größer.
  • Okay. Das, was ich sehe, ist halt nur … Verhüllte Arbeit, dreiundzwanzig …
  • Dreiundzwanzig. Ja.
  • Mal dreiunddreißig Zentimeter. Warum denn …
  • verhüllte Arbeiten
  • [Sperren: Oh], das ist … Du bringst mich gerade auf eine Idee!
  • Warum denn nicht drei mal zwei Meter verhüllt?
  • Nein nein nein! Du bringst mich gerade auf eine Idee. Ich wollte tatsächlich mal das so groß machen. Aber wie [Sperren: du] das gerade sagst. Die Verhüllung klein. Einfach nur kleine zarte Verhüllungen. Nicht so bombastisch und riesig. Und aufwühlend. [Sperren: Nein!] Einfach nur zurücknehmend. Weißt du? Sich zurücknehmen. Nicht so … Nicht so auf … Die sind nämlich größer.
  • Sechzig mal achtzig ist immer noch kleiner als die Beine und … [Schaut auf die Website.] Größer wird's leider nicht.
  • Nein.
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70 x 100 cm für 3,90 EUR
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70 x 100 cm für 3,90 EUR
Künstlersignatur Künstlersignatur voll ausgeschrieben, abgekürzter Vor- und / oder Nachname, Anfangsbuchstabe (Monogramm), figürliches oder symbolisches Zeichen seit Antike Antike bekannt, Vasenmaler Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger kuenstler-signatur4-k.jpg Verbreitung Künstlersignatur seit Renaissance Renaissance mit veränderter Rolle Künstler Picasso Pablo Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906 kuenstler-signatur2-k.jpg Picasso, nur Nachname mit Unterstrich, wirkt sehr selbstsicher gegenüber Vor- und Nachnamen bei mir: Fröhlich Dürer Albrecht Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502 kuenstler-signatur3-k.jpg Signatur passt gut zu Grafiken bei mir: FR, doppelt leicht nebeneinander, steht für FR-iedrich FR-öhlich vielleicht anfangen mit Friedrich Fröhlich, zu F. Fröhlich, zu Fröhlich davor keine Signatur: unsichere Phase, eigene künstlerische Arbeit in Frage gestellt nach Fröhlich eventuell wieder keine Signatur: Vergänglichkeit Vergänglichkeit akzeptiert, stehe über persönlichem Ruhm, Markierung würde zu verhüllten Arbeiten passen Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70 x 100 cm für 3,90 EUR kuenstler-signatur1-k.jpg Archiv Sammlerstempel / Künstlersignaturen / Monogramme Standpunkt schon vor Jahren viel zu viel signiert, wahllos versuchen das rückgängig zu machen, übermalen, überzeichnen, ausschneiden auch wenn Verhüllung verhüllt selber nicht das Kunstwerk: eventuell auf Rückseite signieren, stellvertretend für nicht sichtbare Arbeit Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Mhm.
  • Und genauso gab's auch Momente, wo er Farbe drüber gezogen hat und ich dachte: Na ja … äh … Auf Rot hätte ich jetzt nicht Gelb drübergezogen. Sieht ein bisschen kacke aus. Äh … Und er selber hat dann auch alles hingeworfen und hat gesagt: Heute ist nicht mein Tag! Also das hat mich beeindruckt.
  • Mhm.
  • Ähm … Also … ähm … Er … äh … Er gibt schon mehr hinein. Aber um deine Frage zu beantworten: Ich glaube nicht, dass er in dem Moment Moment , als er das gemacht hat, … Ach so. Du hattest … Du wolltest ja wissen, ob er sich Gedanken über die Größe gemacht hat. Ich …
  • Nee. Größe nicht.
  • Also. Na, du sagtest …
  • Ob es ihm vordergründig [Sperren: um] die Größe, um die Materialität Materialität , oder ob da noch irgendeine andere Intention Intention bei ihm …
  • Also ich glaube …
  • … war. Will er was verarbeiten? Oder keine Ahnung was.
  • Ja. Also …
  • Ich kenne ihn jetzt nicht so.
  • Ähm … Ich glaube, dadurch, dass er so viel experimentiert, auch mit unterschiedlichen Sachen … Er hat ja noch eine Zeit lang fotografiert.
  • Ja.
  • Also ganz weit weg von der Malerei. Er sucht halt seinen Weg. Und den sucht er glaube ich heute noch.
  • Als Millionär.
  • Äh … ähm … Und … äh … Ich glaube, dass er eben in dieser Form genau das gefunden hat, was er in dem Moment finden wollte. Oder wo nach er gesucht hat.
  • Mhm.
  • Äh … Wo ich mir aber fast sicher bin, ist, dass … dass er auch diese Größe gewollt hat. Ähm … Weil er vielleicht gemerkt hat, dass … äh … äh … dass … äh … die selbe Technik in klein passt nicht zu ihm. Wirkt nicht zu ihm. Ist nicht das Ergebnis, was er haben möchte. Ähm … Und da bin ich mir fast sicher, dass er … [Sperren: Ja], er hat nach der Größe gesucht.
  • Schaffen für Geschäftsidee
  • Er hat aber da … Also … Hat er dabei schon an eine Geschäftsidee gedacht? Oder so ans Geld verdienen? Deshalb die Größe? Oder denkst du, er hat die Größe gemacht, um mehr Ausdruck reinzubekommen. Was er … Wo er denkt, mehr reinstecken zu können.
  • Also ich glaube, da muss man ganz doll differenzieren. In dem Moment, wo er das gemacht hat, wollte er sich wahrscheinlich selbst verwirklichen. Und wollte … wollte zeigen … äh … welche Befähigung, welche Begabung er hat. Ja? Was er besser vielleicht machen kann als andere.
  • Mhm.
  • Alleinstellungsmerkmal
  • Vielleicht hat er auch nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht.
  • Das ist schon wieder Marke. Das ist schon wieder Geschäft Kunstmarkt .
  • Ich … Ich … Ich weiß es nicht. Ob er sich genau diese Gedanken gemacht hat. Aber ich könnte es mir vorstellen. Wenn [Sperren: ich] es machen würde, würde ich so kopfmäßig rangehen. Deswegen bin ich vielleicht auch kein Künstler.
  • Krankenkassen-Mensch!
  • Auch kein Krankenkassen-Mensch! Äh … Was aber im Nachhinein sich herausgestellt hat - und das ist das Coole daran -, dass nämlich das, was er geschafft hat, ein Geschäftsmodell ist und auch marktfähig ist. Und das schaffen nur wenige Künstler, die sich Künstler [Sperren: nennen]. Nämlich genau das. Das schaffen [Sperren: so] wenige. Und er gehört dazu. Und er hat's geschafft. Äh … Und das [Sperren: beweißt] mir, dass, wenn jemand etwas macht, nur des Machens wegen, aber dieses Ding wird [Sperren: nie] einen materiellen Wert bekommen. Dieses Ding wird nie eine Marktfähigkeit bekommen. Dieses Ding wird sich nie zum Geschäftsmodell entwickeln. Dann wird das [Sperren: niemals] diese Aufmerksamkeit erregen. Da bin ich mir [Sperren: ganz ganz ganz] sicher.
  • Hat aber nichts damit zu tun … äh …Also was du unter Kunst verstehst, das ist lediglich geschäfts…
  • Das sind unterschiedliche Dinge. Also …
  • Okay.
  • Was ich unter Kunst fasse und … äh … was Kunst wird …
  • Aber Geld kommt [Sperren: viel] bei dir vor. So. Geschäftsidee hast du ja als Grundlage, als Ausgangspunkt gesehen. So. Das ist …
  • Geschäftsmodell.
  • Geschäftsmodell. Kunst als Geschäftsmodell. Genau.
  • Kunst ist …
  • Ist …
  • … Geschäft.
  • … Geschäftsmodell.
  • Wie hab' ich's gesagt?
  • Na [Sperren: Kunst ist gleich Geschäftsmodell.]
  • Genau. Kunst ist auch … ist Geschäftsmodell. Genau.
  • Mhm.
  • Mhm.
  • [Pause.]
  • Warte mal ganz kurz.
  • [Sperren: Denn wenn] …
  • [Sperren: Ich finde] …
  • … [Sperren: kein] Geschäftsmodell wäre …
  • Ja.
  • Wenn der Künstler nicht den Anspruch hätte, damit Geld …
  • Ja.
  • … verdienen zu wollen, verdienen zu müssen, … ähm … würde es irgendwann [Sperren: nicht] in den teuren Galerien, in den …
  • Ja.
  • … teuren Museen hängen.
  • Ja.
  • Es würde [Sperren: nicht] von Sammlern gesammelt werden und es würde nicht hinter Tresorräumen verschwinden. Es würde [Sperren: nicht] in … äh … Räumen hängen, die hochklimatisiert, hochgesichert sind. Ähm … ähm … Ja. Punkt.
  • Geradenbilder als Marke
  • Ich … äh … hatte halt … Also ich hab' mir darüber auch schon Gedanken … äh … gemacht. Was wäre, wenn ich jetzt … ähm … äh … plötzlich bekannt werde. Mit den Geradenbildern. Eben so. Und hab' mir dann die selbe Frage bei Leuten gestellt, die eben schon bekannt, berühmt, mit irgendeinen …
  • In [Sperren: diesen] sehe ich übrigens ein Geschäftsmodell.
  • Ich weiß! Ich weiß! Das hast du mir stän… ständig gesagt.
  • Ja.
  • Ähm … Das …
  • Ich sehe auch einen Marktwert darin.
  • [Sperren: Ja], ich weiß. Aber das … Ich fühle mich extrem unwohl, wenn ich das … wenn ich darüber nachdenke, dass das zu einer Marke wird. Und ich am Ende, glaube ich, … äh … nur noch etwas schaffe … ähm … weil es eine Geschäftsmodell … weil ich es als Geschäftsmodell betrachte. Und nicht, weil ich damit etwas ausdrücken oder etwas … etwas aus mir rausholen möchte. Was … Was raus wollte. Warum … Wo ich halte [Sperren: denke], dass Kunst etwas sein sollte, was … was irgendwie aus dem Künstler heraus [Sperren: will]. So. Und nicht etwas, was … was … was die da draußen [Sperren: wollen]. Weißt du? Nicht … Nicht extrinsisch. Sondern intrinsich. Sollte die Motivation, [Sperren: denke ich], sein. Das wäre mein Ideal. So. Und wovon du aber immer redest, ist schon extrinsich. Also es kommt von Außen. So. Die Bestätigung kommt. Also macht man noch mehr. Noch größer vielleicht. Äh … Noch mehr Bestätigung kommt. Man kann damit Geld verdienen. Das ist ein Geschäftsmodell. So. Ähm … Ich …
  • [Pause.]
  • Denkst du jetzt aber wirklich … Ich meine, ich stehe dem halt kritisch gegenüber. Denkst du denn jetzt wirklich, dass … dass die Künstler, oder die Kunst, die nicht … ähm … nicht groß, nicht bekannt und nicht viel Geld kostet, dass die deshalb weniger … äh … Kunst ist? In dem [Sperren: Trichter] weiter in …
  • Okay.
  • … In deiner [Sperren: Trichter-Idee] ja nicht so weit vor kommen. Wie …
  • Meine Angst vor Bekanntheit
  • Ja. Also um es mal ganz … ganz [Sperren: hart] … äh … zu formulieren: Äh … Es tut mir Leid, dass du Angst hast, bekannt zu werden.
  • Das ist mein Minderwertigkeitskomplex.
  • Das … äh … Mal so ganz hart formuliert. Die Frage, die du gerade gestellt hast: Ähm … Jeder kann sich selbst im Leben verwirklichen. Ja? Und … Und … Und wenn sich da jemand selbst verwirklichen will, in dem er Bildchen malt, … äh … Tonschälchen bastelt, …
  • [Sperren: Ach schön!] Das will ich auch!
  • … Klangmelodien … äh … schafft.
  • So hobbymäßig meine ich! Einfach.
  • Ähm … ähm … Oder kleine Häkeldeckchen …
  • [Sperren: Ja!
  • … macht. Oder … ähm … für den Dackel kleine Söckchen strickt. Äh … Also jeder kann sich selbst verwirklichen im Leben. [Sperren: Aber] … äh … Soll sich doch bitte nicht als [Sperren: Künstler] bezeichnen.
  • Also die Sachen würdest du nicht gleich in ein Museum reinstecken. Sondern das soll halt jeder für sich selber sozusagen abmachen.
  • Das ist … Das ist eigentlich ganz toll, dass … äh … äh … dass, wenn man etwas macht, was ihm … was ihn befriedigt …
  • Ja.
  • Geld verdienen, um sich zu verwirklichen
  • Was ihn glücklich macht. Äh … Das hat man … Das wird zunehmend seltener. Ja? Im Leben. Weil manche haben das Gefühl, sie müssten arbeiten gehen, … äh … um … äh … Geld zu verdienen. Und … äh … Sie verlieren so schnell aus dem Blick, dass das Geld eigentlich ja nur dazu dienen soll, um zu [Sperren: leben]. Nämlich um sich seine Träume zu verwirklichen. Ähm … ähm … Und wenn es jemanden gibt, der sagt, ich mache etwas, was mich glücklich macht, das macht mich aus, aber ich muss damit kein Geld verdienen. Ich bleibe mein Leben lang arm. Dann ist das schön. Aber …
  • Das kann trotzdem große Kunst sein. Oder nicht?
  • Äh.
  • [Sperren: Nachträglich]. Meinetwegen.
  • Es kann …
  • Nach dem Tod Sterben .
  • … in seinen Augen große Kunst …
  • Ja.
  • Ähm … Dadurch, dass es vielleicht den größeren Markt nicht zugänglich wird, … äh … wird man nicht aufmerksam darauf. Und … ähm … Es wird sich auch kein Sammlerwert [Sperren: bilden]. Ähm … Ob es nach dem Tod …
  • Na ja, das ist eigentlich uninteressant.
  • … dazu führt … Das weiß man nicht. Und vor allen Dingen: Der … Der … Derjenige, der das geschaffen hat, wird's nicht mehr erfahren.
  • [Pause.]
  • Was ich … ähm … Ich lese gerade ein Buch. Äh … ähm … Von … ähm … Sol… Zola. Das Werk.
  • Mhm.
  • Und auch in anderen Büchern … Ich habe jetzt ein paar Bücher gelesen über Künstler, wie sie über … über Kunst denken. Und das sind so manchmal … äh … Erzählungen. Wo erzählt wird von einem Künstler, von einem Maler und wie er lebt und … und …
  • Ja.
  • Ideal: Kunst soll Künstler überleben
  • … und woran er zweifelt. Und so weiter. Und bei dem jetze … ähm … kommt für mich zum Beispiel raus, was ich sehr sehr mag … Das ist halt so ein Ideal, dass … äh … dass der Künstler etwas schafft … ähm … was ihn überleben soll. Das … Das ist irgendwie so der Drang, etwas Bleibendes zu schaffen. Und das alles … ähm … eigentlich ziemlich schnell vergeht. Der Körper vergeht. Die Gedanken gehen weg. Aber wenn du halt eine Statue machst … Das war noch von einem anderen Buch, was ich gelesen habe. Ich suche das noch raus. Ähm … äh … Das überlebt in einem Kloster. Da ging's um eine Marienstatue. Glaube ich. Das überlebt sein eigenes kleines irdisches Leben. Er kann sich sozusagen … äh … froh darüber sein, er hat etwas geschaffen, was die Welt überdauert. So. Das ist halt so … so eine Idee von: Kunst wäre etwas Höheres. Etwas, was viel weiter reicht als ein menschliches Leben kann. Und wenn du halt von den Häkelsachen redest oder so, dann ist das halt etwas, was tatsächlich bloß in diesem einen Menschenleben etwas bedeutet. Wenn wir aber über große Skulpturen, also in Kirchen oder so, reden, dann ist das ja schon etwas, was geschaffen wird, was den Menschen überdauern soll. Die Generation. Und ich denke, genauso ist das auch bei solchen Werken, die dann groß gekauft werden. Irgendwie. Die werden ja nicht gekauft, spekulativ halt, dass sie … ähm … wenn der Künstler tot ist, plötzlich auch nichts mehr wert sind. Sondern die werden ja maximal in ihrem Wert netterweise steigen. So. Ähm … Also, dass das eine Motivation für einen Künstler ist … ähm … etwas zu schaffen. [Sperren: Nicht] wegen des Geldes jetze. Was es [Sperren: jetzt] gibt. Sondern … Sondern wegen dem, dass es sein Leben … sein kurzes kleines irdisches Leben, überdauern wird. Kannst du das nachvollziehen? Als Idee? Ich hatte es jetzt halt bloß in einer Erzählung gehört und …
  • Mhm.
  • … war [Sperren: begeistert] davon. So dieses … Dieser [Sperren: Drang] halt … äh … ähm … dieses kleine Leben zu … zu … [Sperren: Wobei], in diesem … [Sperren: Nee] … Das war von Hermann Hesse. Narziss und Goldmund. Da … ähm … Der hat dann aber eingesehen, … ähm … dass auch diese Statuen irgendwann einmal … ähm … verschwinden werden. Und so weiter. Also, dass auch das vorbeigehen wird.
  • Ich kann es … Ich kann es nachvollziehen.
  • Wäre das für dich ein Grund, eine Motivation für einen Künstler, was zu machen? Außerhalb des Geldes?
  • Das mag auch … Das mag auch ein Baustein, durchaus, sein. Als … Als Antrieb. Als Motivationshilfe. Aber das ist mir zu eindimensional. Das ist mir zu … Das ist mir zu flach gedacht. Weil …
  • Ich denke [Sperren: nur] flach.
  • Ähm … ähm … Auf der einen Seite zeigt es halt so ein bisschen Selbstzweifel auf … ähm …
  • Aber [Sperren: sowas] von. Natürlich!
  • Wer bin ich. Was bin ich. Was macht mich aus.
  • Ja. Und was mach' ich für ein Zeug da eigentlich?!
  • Was hinterlasse ich. Welchen Fußstapfen.
  • [Sperren: Ja]!
  • Und wenn man schaut, wie viele Milliarden … Wieviele Menschen leben eigentlich …
  • Ja.
  • … auf diesem Planeten?
  • Siebenirgendwasmilliarden.
  • Siebennochwasmilliarden. Äh … äh …
  • [Sperren: Aktuell]. Es haben aber schon viel mehr gelebt. Ne?
  • Und … Und … äh … Und wie schlimm wäre es, wenn jeder das Gefühl haben muss, er müsse was hinterlassen! Auf diesem …
  • Ja.
  • … Planeten. Ja?
  • Dann wäre die Umwelt kaputt.
  • Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten
  • Und … äh … Vor allen Dingen auch diese [Sperren: Angst] vor Vergänglichkeit.
  • Ja.
  • Die wir Menschen ja auch haben. Also auch die … die Angst … ähm … unsere Jugend zu verlieren. Ja?
  • Die steckt … Das … Das steckt übrigens in vielen Skulpturen und so weiter drinne. Wenn du dich als Junger fotografierst, …
  • Natürlich.
  • … oder ein Objekt machst … Du … Da konservierst du die Jugend. Auch wenn sie tot ist.
  • Natürlich.
  • Aber du willst ein Bild festhalten. So.
  • Ähm.
  • Von damals.
  • Angst/Zweifel Zweifel als Antrieb
  • Aber das als Antrieb zu nehmen. Diese [Sperren: Angst] als Antrieb zu nehmen, dass mag ein Baustein sein …
  • Zweifel.
  • Das mag auch … Ja, oder auch Zweifel … Mag auch in gewissen Situationen helfen. Aber … ähm … Ich würde es niemals … äh … als Alleinstellungsmerkmal nehmen. Weil es gibt so viele andere Dinge die … die auch mich überdauern. Also sei es darum, dass ich ein Kind zeuge. Das wird mich überdauern. Ähm … Sei es, dass ich ein Haus baue. Das wird mich überdauern. Sei es, dass ich einen Wald anpflanze. Auch dieser wird mich um hunderte von Jahren überdauern. Ähm … äh … Also dieses … ähm … Ja auch die Ägypter. Die hatten ja schon die Pharaonen. Die hatten ja wahrscheinlich auch schon dieses Verständnis, dass die Zeit, die danach kommt … Ja? … Dieses Überdauern und so … Ist mir zu einfach. Aber ich kann's nachvollziehen. Ja.
  • Ja. Das führt auch gerade in eine falsche Richtung. Weil ich gerade merke, das kriegst du als Ausstellungsbesucher nie mit. Wenn du so ein Bild siehst. Oder hier so … [Nicht verständlich, 2:38:30.]
  • Das ist ja auch eine subjektive Einstellung. Des Künstlers.
  • Na ja, aber der schafft das ja. Und du siehst das, was er geschaffen hat. Und wenn du nicht das siehst, warum er das geschaffen hat, …
  • Na gut. Der nächste sagt halt: Äh … Ich wurde in der Schule immer gehänselt und will jetzt beweisen, dass ich erfolgreicher bin als alle anderen. Aber das ist eben so eine … so ein subjektiver Ansporn. Den … Den … Den man nicht sehen kann. Ne?
  • Aber dir geht es jetze wieder um den Erfolg Erfolg . Den hast du jetzt wieder reingebracht.
  • [Räuspert sich.] Na ja. Wenn …
  • Mir ging … Mir ging es um [Sperren: Zweifel]. [Lacht.]
  • Ja aber ganz ehrlich. Wenn [Sperren: Kunst] wirklich den Künstler überdauert, …
  • Ja.
  • … dann hat das doch was mit Erfolg zu tun.
  • [Sperren: Aber] …
  • Denn wieviel Kunst wird [Sperren: geschaffen], was gerade den Künstler [Sperren: nicht] überdauert.
  • Im Keller mindestens schon.
  • Hobbykünstler Hobbykünstler und deren Potential
  • Also … Und vor allen Dingen … Ich habe jetzt … äh … äh … äh … ähm … Ach ja genau! Ähm … Bei uns auf Arbeit war so ein Fotowettbewerb ausgerufen. Und auch [Sperren: Fotos] können Kunst sein. Ähm … Und da hatte er … äh … äh … geschrieben, dass er von [Sperren: tausend] Bildern, die er gemacht hat, [Sperren: eins] hat er jetzt gefunden, was so passt, was er jetzt auch zeigen will. Und womit er sich auch für diesen Wettbewerb beworben hat.
  • Das war aber ein Mitarbeiter bei dir. Also der …
  • Äh …
  • … eigentlich kein Künstler ist.
  • Genau. Aber sehr sehr professionell. Und … äh … Das waren alles Mitarbeiter, die sich für diesen Fotowettbewerb … äh … beworben haben.
  • Okay.
  • Und ich war [Sperren: begeistert], wie … wieviele … äh … was für [Sperren: Potential] in den Mitarbeitern steckt. Also was die vielleicht als Hobby machen, wo ich sagen kann: Ey, ihr braucht das gar nicht als Hobby machen. Ihr könnt damit Geld verdienen. Ihr könnt professionell … ähm … Kalender gestalten. Ihr könnt damit Fotoleinwände machen. Ihr könnt … so [Sperren: tolle] Sachen mit dem machen, was ihr da … äh … in eurem Hobby … äh … Freizeit macht.
  • [Sperren: Du] siehst es wieder als Geschäftsmodell. Da haben wir's gerade wieder.
  • Ähm … Ihr könnt damit …
  • [Sperren: Das ist okay]. Ich wollte es nur noch einmal …
  • … Geld verdienen. Ja.
  • Ja.
  • Das hab' ich gedacht in dem …
  • Okay.
  • … Moment. Das hab' ich gedacht.
  • Aber Geld verdienen ist ja nicht gleich Kunst.
  • Aber sie verdienen ihr Geld mit anderen Dingen. Aber genau … Genau … Das wäre das nämlich auch. Wenn man so ein Bild sieht, was den ersten Platz im Fotowettbewerb gemacht hat. Äh … Und dann jetzt in eine Dauerausstellung geht. Äh … Bei den einzelnen Regionalstellen der … der Rentenversicherung. Äh … Oder vielleicht auch im öffentlichen Raum ausgestellt wird … Muss man schon sich die Frage gefallen lassen: Ist das nicht auch ein Künstler? Ja? Ist das nicht auch Kunst, was er dort geschaffen hat.
  • Hast du aber nicht vorhin gesagt, oder ich hab' das gesagt, wenn es bloß einmalig ist oder so, dann … Dan muss etwas wiederholt werden. Da muss …
  • Also jemand, der [Sperren: tausend] Fotos macht um ein Gutes zu finden, …
  • … und nur [Sperren: einmal] auszustellen.
  • … ist nicht … ist nicht der, der … äh … äh … der … der das nur einmal macht. Sondern er zeigt halt eine Wiederholungsabsicht. Und er wird weiter fotografieren. Er wird sich bei weiteren Wettbewerben beteiligen. Er wird weiterhin hoffen, dass seine Kunst … seine Art … sein Schaffen … gezeigt wird. Und damit … äh … gehört er schon einmal mit in diesen Trichter, … äh … Kunst zu machen.
  • Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier
  • Geschäftsmodell. [Lacht.] 'tschuldigung. Ähm … Dein kleines Bild. Warum hast du das gemacht?
Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, Piet Mondrian, 1921, Öl auf Leinwand
Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, Piet Mondrian, 1921, Öl auf Leinwand
Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
HGB Rundgang HGB Rundgang 2017 Büro der Galerie Daten zu den Arbeiten im Erdgeschoss per E-Mail zugeschickt mit Halbe Rahmen telefoniert, muss mit 10 kg rechnen Verpackung nicht sehr viel größer als Rahmen, also noch händisch transportabel Rahmen 70 x 210 cm bestellt kommenden Freitag und Samstag neues Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt machen E-Mail an Kati, da telefonisch nicht erreicht wegen Schlüsselübergabe, für heutige Arbeit im AV-Labor Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • [Nach dem Essen. Erste Sätze nicht aufgezeichnet.]
  • … Wo ich nichts mit anfangen kann eben. [Räuspert sich.]
  • Genau. Das hier?
  • Na gut.
  • Das ist so ein ähnliches Bild. Das ist auch von diesem Piet Mondrian Piet Mondrian .
  • [Betrachten das Bild "Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau", Piet Mondrian, 1921, Öl auf Leinwand.] Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, Piet Mondrian, 1921, Öl auf Leinwand mondrian-k.jpg
  • Kunstrichtung Mondrian
  • Und was ist das für ein … [Nicht verständlich, 0:11.]?
  • Das ist eine Kunstrichtung gewesen.
  • Mhm. Mooondriaaan…
  • Mondrian ist der Künstlername.
  • …stil.
  • Das ist die … Das ist die Kunstrichtung.
  • Mhm.
  • Und da taucht er unter anderem halt mit diesen Arbeiten auf. Und er hat halt ziemlich viel so diese …
  • Ja.
  • … geometrischen … geometrischen und Farb…
  • Kein Bild / Bild
  • Ja. Ja mit diesem Geometrischen … War ja eben gar nicht schlecht, nicht? Aber … [Räuspert sich.] Es ist eben kein Bild.
  • Mhm. Also nichts, wo du etwas erkennst halt.
  • Geht's dir darum?
  • [Pause.]
  • Doch ich erkenne schon was. Aber …
  • Aber … Aber was erkennst du.
  • Ach. Na ja. Ein Muster.
  • Okay.
  • Ein Muster. [Sperren: Kein] Bild.
  • Okay.
  • Ja?
  • Und der hatte aber anfänglich auch … äh … solche Sachen gemalt.
  • Ja.
  • Und davor hatte der glaube ich sogar realistisch gemalt. Ich weiß jetzt nicht genau.
  • Da erkenne ich … Da erkenne ich schon eher was drauf. Aber das ist nicht sehr realistisch.
  • Ne. Aber erinnert wieder so an van Gogh Vincent van Gogh . Ne?
  • Mhm.
  • Also auch mit Linien …
  • Ja.
  • … und Strichen.
  • Ja. Hast du das hier geknickt?
  • Ja gerade eben.
  • [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • Ja. Etwas anders dann eben auch, ne?
  • Ist aber auch ein Bild. Für dich. Oder nicht?
  • Doch. Das … Das ist ein Bild. Aber ich kann nicht viel mit anfangen.
  • Weil du es nicht harmonisch findest, oder …?
  • [Räuspert sich.]
  • Ich will bloß verstehen, warum du damit nichts anfangen kannst.
  • Mhm. Ja das will ich ja selber verstehen. [Lacht.]
  • Was erkennst du denn. Also was …
  • Also ich erkenne … Ich erkenne eigentlich nur ein paar Bäume.
  • Okay.
  • Äh … Fußboden. Und dahinter scheint aber wahrscheinlich noch mehr zu sein. Was ich …
  • Das erkenne ich jetzt auch nicht.
  • … Was ich jetzt visuell einfach mit meinen Augen oder Brille nicht erk…
  • Das könnte die Sonne oder Mond sein. Ne?
  • Was ich da nicht so erkenne.
  • Hier … äh … Der Titel ist [Sperren: Wald].
  • Ja gut. Einen Wald würde ich …
  • Ja.
  • Würde ich noch akzeptieren. Ja. Aber manches eben … Wie gesagt … Sehe … Sehe ich sowieso nicht mehr so richtig.
  • Mhm.
  • [Räuspert sich.]
  • Na ich wollte dir das jetzt nur mal zeigen. Das … äh …
  • Mhm. Mhm. Kann ich zuschlagen?
  • Ägyptische Kunst
  • Ja, genau. Was mich ja jetzt interessiert hatte, war, dass du zu den ägyptischen Sachen, was wir jetzt hier sehen, …
  • Ja.
  • … gesagt hast, dass du das … ähm … als … ich weiß nicht … als Kunst … als … als … ähm …
  • Na ja gut. Eben alte ägyptische …
  • Alte ägyptische …
  • … Kunst.
  • Aber trotzdem akzeptierte … Gut akzeptieren kannst. Du. Also du es sozusagen …
  • Ja.
  • … spannend findest. Oder dir anguckst. Oder …
  • Ja. Ja. Und das sind ja alles hier Götter. Die dargestellt sind. Und das ist das Lebenszeichen.
  • Mhm.
  • [Geräusche. Bild wird auf Tisch hin und her bewegt.]
  • Das ist eine Waage. Ja aber ich kann nicht mehr sagen, was das für … für Götter hier … hier sind.
  • Aber warte mal. Das ist doch interessant. Also hier deut… hier versuchst du gerade zu deuten. Oder mir zu sagen, was das ist. Dass das ein Gott Gott ist und so weiter.
  • Ja.
  • Obwohl du das als … als Betrachter, der sich überhaupt nicht mit ägyptischer Kunst auskennt, gar nicht nicht sehen würdest. Für den ist das halt nur irgendwie eine Figur, die irgendwas komisches auf … auf dem Kopf trägt. Was so aussieht wie ein Tierkopf.
  • Ja.
  • So.
  • Ja, aber das ist eine Gottheit.
  • [Sperren: Genau]. Aber das sagst du. Weil du das Wissen darüber hast.
  • Ja.
  • Wissen macht Kunst zu Kunst
  • So. Jetzt … Und jetzt ist ja die Frage … ähm … bei zeitgenössicher Kunst … Wie jetze bei diesem Pissoir Marcel Duchamp oder so …
  • Mhm.
  • Da hast du das Wissen nicht darüber. Was das jetze … Was … Warum dieses Pissoir jetzt ausgestellt wird. Und was das sozusagen aussagen soll. Und deshalb verstehst du es nicht. Und … Und siehst es nicht als Kunst an. Irgendwie.
  • Ja.
  • Und hier aber … Weißt … Weißt du, was ich meine? Also hier hast du sozusagen ne Hintergrundinformation, die du mir jetzt ja sozusagen …
  • Ja.
  • … sagst.
  • Mhm.
  • Und ich glaube, deshalb kannst du dieses Bild nachvollziehen.
  • Na ja, nachvollziehen ist wieder zu viel gesagt.
  • Ne. Aber …
  • Weil ich es ja nicht genau weiß, was das für ein … äh … Gott … äh … dazu weiß ich zu wenig. Und das …
  • Aber du guckst es dir zumindestens an und …
  • Ja. Ein Ägypter, … äh … der … Oder soll das eine Frau sein? Das weiß ich jetzt nicht.
  • Eine Frau denke ich mal.
  • Ja. Ja gut. Also ich … Dazu habe ich wieder zu wenig Hintergrund …
  • Aber mit der Waage, mit der Gerechtigkeit höchstwahrscheinlich …
  • Ja.
  • In die Waagschale legen.
  • Das gibt's ja bei uns auch.
  • Oder … Oder mit der Seele.
  • [Räuspert sich.]
  • Vielleicht. Das ist die Seele. Und das ist so ein Gegenstand zum … So ein Gegengewicht. Leben. Tod Sterben vielleicht. Keine Ahnung.
  • Also ich meine jetzt, das sind ja die Hieroglyphen.
  • Ja.
  • Wenn ich die übersetzen könnte, dann wüssten wir halt mehr. [Lacht.]
  • Symbolismus Symbolismus
  • Aber das strotzt ja auch vor … Symbolismus. Ne?
  • Ja.
  • So. Und … Und das ist ja bei … bei … bei vielen Kunstwerken, die du nicht verstehst, die jetzt …
  • Mhm.
  • … gemacht werden, vor hundert Jahren vielleicht. Oder vor fünfzig Jahren, auch der Fall! Aber … Aber man versteht es halt nicht, wenn man kein Hintergrundwissen hast … hat. So.
  • Ja. Das … Das ist aber auch viel eine Gefühlssache bei mir. Muss ich sagen.
  • [Pause.]
  • Also die haben alle diese Lebenszeichen da in der Hand. Es blendet hier gerade so. [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • Hier. Das ist … Ach. König oder Gottheit. Ne. [Räuspert sich.] Das könnte … König sein, Oberägypten. Oder Unterägypten. Äh … Mit dieser Patsche. Und mit diesem …
  • Mhm.
  • … Zeichen. Die sie manchmal auch über Kreuz halten. Und das sind wahrscheinlich seine Frauen. Und Kinder. Oder so. Also das ist sicherlich irgendein ägyptischer König.
  • Mhm.
  • Die haben diese … ja … Krone oder Doppelkrone.
  • Pharao.
  • Pha… äh … gut. Pharao. Auf ägyptisch. Pharao. [Räuspert sich.]
  • Und kannst du jetzt noch einmal dieses Gesamtbild dir einfach so angucken? Weil darum geht's ja jetzt. Dass du … Dass du … Also hier bei … bei … bei … bei …
  • Mhm.
  • … van Gogh und so hast du gesagt, das ist nicht schön. Das ist nicht har… Das ist nicht harmonisch. Oder so. Für dich. Außer dieses Feld. Ähm … Weißt du? Als Begründung dafür, …
  • Mhm.
  • … dass du es nicht … ähm … nicht … ähm … damit nicht soviel anfangen kannst.
  • [Zögernd:] Ja.
  • Und was ist jetzt hier zum Beispiel, was du bei den naturalistischen Bildern gesehen hast … Als harmonisch … Als schön …
  • Mhm.
  • Was … Warum guckst du dir das gerne an. Oder warum warst du … äh … in Ägypten und hast dich dafür interessiert. Für diese ganzen … äh …
  • Tja.
  • … Zeichen. Für die Malerei.
  • Weil diese Kunst eben noch viel viel älter ist als die europäische Kunst.
  • Okay. Also hatte das eher … so ein …
  • Wissensdurst
  • … wissenschaftlichen … äh …
  • Wissen… Wissensdurst. So.
  • Ja. Also …
  • Was die vor tausenden von Jahren mal gedacht haben. Und wie sie das dargestellt haben. Oder … wie deren Leben …
  • Genau.
  • … war.
  • Sagen wir mal … Ich habe das dann mehr wissenschaftlich gesehen.
  • Okay.
  • Gefühlsmäßig kann … Weiß ich jetzt auch nicht. Dazu weiß ich auch zu wenig, wer diese Gottheiten eben sind.
  • Mhm. Nee, aber das ist ja gut, dass du es nicht weißt.
  • Ja.
  • Dadurch betrachtest du ja eher das Bild. Als …
  • Mhm.
  • Als den Inhalt. So wie du ja auch diese … äh … diese zeitgenössischen …
  • Ja.
  • … Arbeiten … Eher das Bild betrachtest als den Inhalt zu … zu wissen.
  • Mhm. Und das sind die … Wie heißen die … Die Kartuschen oder was. Wo eben auch die Namen drauf stehen.
  • Mhm.
  • Also wo diese … Das sind vier … vier Kinder. Aber es sind ja nur drei Kartuschen. Das wird für den König sein. Also … Gut. Also ich … Ich kann's nicht sagen. [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • Picasso Pablo Picasso und ägyptische Kunst
  • Ich finde es halt wirklich interessant, dass Picasso … dieses … äh … Frauen…
  • Ja.
  • …bild, wo ja auch … Selbst wenn …
  • Ja.
  • … es ein bisschen mehr ver… verschoben war und so … War aber auch aus mehreren Perspektiven gemacht. Und für dich …
  • Ja.
  • … war das einfach nicht mehr … ähm …
  • Ne.
  • … Das ist …
  • Ne.
  • … einfach nichts.
  • Ich weiß nicht wieso.
  • Ja, aber das ist ja das … Weil hier sag' … Hier … Hier … Hier sagst du jetzt ja nicht: Hä, die Beine sind jetzt so komisch gestellt. Das geht gar nicht mit dem Oberkörper überein. Und warum hat der jetzt eine Maske Maske auf? Ich meine, wenn jetzt Picasso da jemanden mit einer Maske darstellt, dann …
  • Mhm.
  • … verstehst… Also dann kannst du es nicht nachvollziehen. Und hier nimmst du es einfach als gegeben hin. Weil es was Historisches ist.
  • Ja.
  • Was vor tausenden von Jahren mal gemacht wurde.
  • Ja.
  • Und hier betrachtest du das wissenschaftlich. Eher.
  • Ja.
  • Also die Bildinformation willst du sozusagen …
  • Ja. So könnte man es …
  • Also kann man das gar nicht mal vergleichen.
  • Nee, man kann's nicht mit europäischer Kunst …
  • Okay.
  • … vergleichen eben.
  • Aber die europäische Kunst, die … die … äh … Die verwischt ja vor hundert … vor zweihundert Jahren ungefähr eben mit afrikanischer, mit japanischer … Also die wird ja …
  • Mhm.
  • … [Sperren: globaler]. Da kommen ja ganz andere Einflüsse plötzlich.
  • Und so ganz alte Künstler. Hast du die da auch da? Was weiß ich. Wie Cranach. Oder … Oder … Oder Rembrandt Rembrandt van Rijn .
  • Können wir uns auch angucken. Ja.
  • Oder sowas. [Räuspert sich.]
  • El Greco El Greco
  • Ich hab' einen alten. Ähm … Warte mal. El Greco heißt der.
  • Kreko.
  • El Greco. Grieche.
  • Ach. El Greco. Aha.
  • Und ich finde, dass der … Warte mal. Ich tippe das mal hier ein …
  • [Tippgeräusche.]
  • Der hat … Fünfzehnhunderteinundvierzig ist der geboren.
  • Mhm.
  • Also sehr sehr alt schon.
  • Mhm.
  • Eigentlich in einer Zeit, wo die ja …
  • [Räuspert sich.]
  • Wo die … Das war ja diese christliche Kunst da glaube ich damals. Ne?
  • Fünfzehnhundert. Ja.
  • Also wo solche … Wo solche Bilder halt … ähm …
  • Mhm.
  • … so üblich …
  • Mhm.
  • … waren. Und …
  • Heilige Lukas.
  • El Greco und Moderne Kunst
  • Er zeichnet … Also er malt aber ganz ganz anders. Und zwar finde ich, malt der so, wie heute … ähm … Oder wie … wie damals … äh … zu van Goghs Zeiten oder so vielleicht irgendwelche Leute gemalt hätten. So. Das ist ja…
  • [Tippgeräusche.]
  • Also jetzt nur mal angucken. Vom Stil her.
  • [Tippgeräusche.]
  • Das ist ja nicht realistisch. Oder?
  • Bildanalyse Entkleidung Christi, El Greco
  • Mhm. Aber fast.
  • Aber …
  • Oder zum Teil. Ja.
  • Aber übertrieben. Die Farben. Sehr kantig.
  • Äh … Ja. Gut. Da ist der Rote Mittelpunkt. Und die anderen Farben fallen eben nicht so auf. Das sind wahrscheinlich nicht die Hauptfi… äh … Hauptfiguren. Soll das Jesus Jesus sein?
  • Ich denke mal. Ja.
  • [Räuspert sich.]
  • Ja ja. Klar.
Geradenbild Geradenbild Werkstatt AV-Labor Beginn ca. 18:00, Ende 19:40 100 / 4 = 25 min je Maschinenzeichnung Videoaufzeichnung Selbstporträt Selstbildnis 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-58-48-m.jpg nur noch zwei volle Tuschestifte Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 14-02-18-k.jpg mit 40 cm / s Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-52-09-k.jpg zu Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48: bei insgesamt dünnerem Auftrag ist sichtbar, dass unterer Bereich noch zarter gezeichnet wird Grund mir unbekannt Stiftewechsel Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-46-26-k.jpg unten rechts nachträglich ein paar kleine schwarze Striche entfernt am Automaten Kaffee mit Zucker geholt 2017-01-06 13-49-54 einige Striche unten entfernt Ergebnis nicht gut, rechte Augenbrauen zu stark ausgeprägt 2017-01-06 13-51-10 abgebrochen, da Tusche immer weniger wird
Marmorkopie der Laokoon-Gruppe, Vatikanische Museen
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Dresdner Knabe, römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr.
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Grabkammer der Nefertari, Gattin des Ramses II., Szene: Der Gott Re-Harakleti und Amentit, die Göttin des Okzidents, um 1298 - 1235 v. Chr.
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Büste der Nofretete, Berlin, Ägyptisches Museum
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Hausaltar, um 1345 v. Chr.
Hausaltar, um 1345 v. Chr.
Diplom Theorie Gespräch mit Oma transkribiert zwischen 11:40 und 13:00 (dazwischen Wäsche aufgehangen) 42:00 - 55:00 = 13 min 1 min in 5 min transkribiert
  • Das sehe ich überhaupt nicht.
  • Neunzehnhundertsiebzehn.
  • Mhm.
  • Unbekannter Künstler versus berühmter Künstler
  • Der hat halt … Also … Was ich noch weiß, ist, dass er … ähm … ähm … Es ging um eine Ausstellung. Und um eine Einreichung. Damals.
  • Mhm.
  • Und er hat diese Arbeit halt eingereicht.
  • Mhm.
  • Er war selbst irgendwie Teil von der Kom… äh … Kom… äh … Kommission Kommission oder so. Und wollte aber nicht, dass diese Arbeit mit ihm in Verbindung gebracht wird. Und hat deshalb einen ganz anderen Namen genommen.
  • Syn…
  • Synonym.
  • Mhm.
  • So ein Künstlername.
  • Mhm.
  • Niemand wusste, dass es von ihm ist. Und es wurde dort abgelehnt. So.
  • Mhm.
  • Und er hat irgendwie glaube ich auch damit gearbeitet … Was ist, wenn da jemand, … äh … den niemand kennt, sozusagen, so ein Pissoir Marcel Duchamp ein…
  • Ja.
  • … äh … einreicht. Ist das dann Kunst? Und wenn's ein Bekannter gemacht hätte: Vielleicht wäre es dann mehr akzeptiert worden. Oder so.
  • Kunst im weitesten Sinne
  • Also ich meine, Kunst … als Kunst kann man es im weitesten Sinne vielleicht … äh … begreifen.
  • Was heißt Kunst im weitesten Sinne?
  • Na ja. Da kann man ja alles nehmen. Nachttöpfe oder … Oder Pissoire! Oder …
  • Wurde auch schon gemacht.
  • Oder … Oder was … Was weiß ich. [Räuspert sich.] Wenn die dann so dargestellt werden. Aber … äh… Ich empfinde nichts Schönes dabei.
  • Das passiert ja aber häufig. Ne? Heute wird ja alles … kann alles prinzipiell Kunst sein.
  • [Räuspert sich.] Gut. Mhm.
  • Also ich … Also das ist ja mein Problem. Zum Beispiel … Dass, wenn ich etwas … ähm … auf den Tisch stelle …
  • Ja.
  • Und ich bin Kunststudent Kommilitone . Sagen wir mal, ich bin Künstler. Ich tue etwas auf den Tisch.
  • Ja.
  • Dann wird es prinzipiell schon einmal eher als Kunst wahrgenommen, dass ich was auf den Tisch stelle und was ich da …
  • Mhm.
  • … raufstelle, als wenn's … als wenn du das zum Beispiel machst.
  • Ja.
  • Äh … Und ich kann mich dann gar nicht dav… davon befreien. Dass es keine Kunst sei! Weil, wenn … Sobald du Künstler bist, …
  • Mhm.
  • … wird das, was du machst, irgendwie mit zu deinem künstlerischen Schaffen dazu gezählt.
  • Also, wenn du dir einen Blumenstrauß auf den Tisch stellst, dann ist schon die Vase mit Blumenstrauß Kunst.
  • Das könnte eine Kunstper…performance Performance sein. Dieser Moment Moment dieses …
  • Ja.
  • … Hinstellens könnte man bei mir als Performance sehen. Wenn du es machst, ist es vielleicht, weil du eine schöne Vase auf dem Tisch haben willst, mit … mit …
  • Ja. Also mit Vasen und Blumen ist das noch anders. Aber nicht hier mit … Klos.
  • Klos.
  • [Lacht.] [Räuspert sich.]
  • Also das ist jetzt ein Extrembeispiel. So. Aber es gibt ja viele, die heute …
  • [Lacht.]
  • … Sachen aus dem Alltag nehmen. Tische, Stühle und so weiter. Und die kommen halt in den Kunstraum.
  • Mhm.
  • Abfalleimer im Klassenraum
  • Ich hab' halt noch dieses eine Beispiel, dass ein Kommilitone von mir halt ein … äh … äh … ähm … einen Abfalleimer in die Ausstellung reingebracht hatte, wo …
  • Ja.
  • … wo … äh … wo er Papier reingeknüllt hatte.
  • Ja.
  • Und … ähm … Und das wurde dann des nachts von … von der Putzkolonne ge…
  • [Lacht laut.]
  • …leert. Und eine neue … ähm … eine neue Plastiktüte rüber…
  • Ja. Ja.
  • …gestülpt. So.
  • Ja. So wie er hier … [Zeigt auf einen Mülleimer.]
  • Genau.
  • … steht.
  • Genau so schaute der im Endeffekt aus.
  • Ja.
  • Also die Putzkolonne hat es nicht als Kunst wahrgenommen.
  • Ja.
  • Sondern als Mülleimer, der voll war.
  • Ja. Das kann ich verstehen!
  • Das kann ich auch … äh … auch …
  • [Lacht.]
  • … verstehen. Aber halt …
  • Oder nachvollziehen.
  • Genau. Aber im Kunst… also im Kunstsystem, wenn es das abgeschlossene System ist, könnte das eben prinzipiell Kunst sein. Man muss es dann bloß erklären …
  • Mhm.
  • … [Sperren: können]. Warum das Kunst ist.
  • Ja. Gut. Ist für mich dann keine mehr.
  • Ja.
  • Da bin ich sehr altmodisch. Wahrscheinlich.
  • Aber was heißt, es ist für dich keine mehr? Wie machst du das aus? Also warum … Warum ist das … kann das … keine mehr sein?
  • Na ja. Also ich muss was … was Angenehmes empfinden. Oder … Ne. Ne. Muss nicht immer …
  • Vorhin hast du ja gesagt, es muss nicht …
  • Ich muss etwas empfinden können
  • Es muss nicht immer angenehm sein. Nein. Also ich muss aber etwas bei empfinden. Und … Und bei Pissoires empfinde ich also wirklich nichts.
  • Na du bist kein Mann!
  • [Lacht.] Ja! Genau.
  • Okay.
  • Gut. Das könnte ich sicherlich manchmal gebrauchen. Oder wenn ich ein Mann wäre. Aber … [Räuspert sich.]
  • Es ist ja immerhin ein Gegenstand aus dem Alltag. Ne?
  • Ja.
  • Also nicht so abstrakt, wie bei Mondrian Piet Mondrian . Wo du nur noch irgendeine …
  • Ja.
  • … äh … Komposition hattest. Womit ich …
  • Ja.
  • … auch nichts mehr mir bildlich vorstellen …
  • Ja.
  • … kann.
  • Mhm.
  • Aber hier kann ich mir noch etwas aus dem …
  • Gut. Man kann sich was …
  • … Alltag vorstellen.
  • Ja. Gut.
  • Aber klar. Es ist halt jetze nicht irgendwie, dass …
  • Ja.
  • … es in einem etwas bewegt. Oder … Bei mir nicht.
  • Also ich würde mich im Museum nicht vor ein Pissoir stellen.
  • Okay.
  • [Lacht laut.]
  • Das stand da aber.
  • [Lacht immer noch.]
  • Es stand da aber.
  • [Räuspert sich.] Auch wenn ich ein Mann wäre, würde ich das nicht tun. [Lacht.]
  • Ich wollte noch einmal ganz kurz hier gucken. [Schaut in seine Notizen.]
  • Oma. Steht …
  • Genau.
  • … da.
  • Omas Kunsterfahrung
  • Nein. Ich wollte dich noch fragen, äh, wo du in deinem Leben mit Kunst in Berührung ge… äh … gekommen bist. Wir reden ja gerade über … Nee! Jetzt nicht durchlesen! Wir reden ja über Arbeiten, die wir jetze durchgehen. Gerade.
  • Ja.
  • Aber was ist denn deine … Hast du das auf Reisen in Ägypten oder so … Was … Was hast du da gesehen. Und …
  • Na ja. Also früher hab' ich schon mal … ja … Museen besucht. Das … Und ja. Und auf meinen Reisen, wenn ich jetzt an Griechenland Griechen denke, diese fantastischen Plastiken. Äh … ja. Das waren aber keine …
  • [Tippt etwas ein.]
  • … Gemälde. Sondern eben diese wunderschönen Körper. Die da geformt sind.
  • Loakoon-Gruppe
  • Laokoon Laokoongruppe . Hast du die …
  • Ja. die Laokoon-Gruppe.
  • Die haben wir hier zum Beispiel.
  • [Betrachten eine Marmorkopie der Laokoon-Gruppe.] Marmorkopie der Laokoon-Gruppe, Vatikanische Museen b_hgbleipzig-9-m.jpg
  • Ja.
  • Die hab' ich als Gipsabguss gesehen bloß.
  • Ja. Ich auch. Wahrscheinlich. Und …
  • Aber der … da … da … da … da steht ja der Abguss vom Original in Rom Römer . Ne? Und von dem haben die anderen die Abgüsse dann …
  • Ja.
  • … gemacht.
  • Ich hab' einen in Odessa gesehen. Da gibt es ja eine Nachbildung.
  • Wo ist Odessa? In Griechenland?
  • Nee, das ist in Russland. Am Schwarzen …
  • Okay.
  • … Meer.
  • Aber das wird dann… Aber das wird dann …
  • Also am westlichen Schwarzen …
  • Ja.
  • … Meer.
  • Okay.
  • Hab' ich das gesehen. Ich weiß nicht. Ich glaube noch in irgendeiner Ausstellung. Oder was weiß ich.
  • Mhm.
  • Oder so.
  • Na der wurde ja ziemlich häufig ab… abge…
  • Ja.
  • … abgegossen. Also …
  • Ja.
  • … kopiert.
  • Also das ist für mich, ja, einfach harmonisch! Und schön.
  • Und ist auch ne Geschichte, ne?
  • Dresdner Knabe
  • Es muss auch … Es muss auch nicht die … die Gruppe nur sein. Auch die … Was weiß ich … Wenn du ein Apollon Apollon oder irgendwas da hast. Diese schönen Körper, die die Griechen eben …
  • Ja.
  • … da dargestellt haben. Oder die Athena. Oder … Oder so. [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • [Tippgeräusche.]
  • Da können wir auch mal gucken. Ich glaube, der ist aus der Zeit.
  • Da ist er doch schon.
  • [Betrachten die Skulptur "Dresdner Knabe", römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr.] Dresdner Knabe, römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr. dresdnerknabe-k.jpg
  • Dresdner Knabe. Römische Kopie der frühen Kaiserzeit. Nach einem Bronzewerk des Polykled. Oder seiner Schule gegen 400 v. Chr.
  • Ja das ist … könnte aber der Apoll sein. Nicht? Oder?
  • Ich gucke noch einmal nach. Ja. Na hier wird's bloß als Knabe bezeichnet. So.
  • Ach so. Mhm.
  • [Tippgeräusche.]
  • Na ja gut. Sowas Ähnliches gibt's dann auch. Aber das … Das hat mir sehr gefallen. Das …
  • Also …
  • … war in Griechenland. In Ägypten … Das kann man gar nicht mit Europa dann … äh … wieder vergleichen. Die haben eine ganz andere … äh … Kunst…
  • [Tippgeräusche.]
  • …vorstellung. Oder Auffassung. Aber auch eigentlich zum Teil sehr schön.
  • Skulpturen: Wirklichkeit oder Harmonie
  • Jetzt ist es aber interessant.
  • Ja.
  • Weil jetze haben wir uns ja griechische Skulpturen angeguckt.
  • Ja.
  • Und die sind ja … natur… äh … naturalistisch. Würde ich jetzt mal sagen.
  • Ja.
  • So. So. Obwohl es ja noch nicht einmal stimmt. Ich weiß inzwischen, dass die Proportionsverhältnisse …
  • Ja.
  • … von Zeit zu Zeit immer wieder unterschiedlich waren.
  • Ja.
  • Da ging's also nicht darum, wirklich die Wirklichkeit …
  • Ja.
  • … so darzustellen. Sondern halt ein harmonisches …
  • Ja.
  • … Verhältnis zu finden. Egal …
  • Na ja. Aber die haben schon … anatomisch da nachgebildet. Also ich meine die Arme, die sie jetzt abgeschlagen haben, die müssen bis zum Untersch… bis zum Oberschenkel …
  • Ja.
  • … so drei viertel Oberschenkel reichen. Die existieren hier aber nicht mehr. Also das ist schon eigentlich … Auch der Brustkorb. Das ist …
  • Es sieht für uns…
  • … anatomisch sehr … Ja! … Reell.
  • Ja.
  • Würde ich sagen. Für mich eben.
  • Ja.
  • [Räuspert sich.]
  • [Tippgeräusche.]
  • Aber da können wir uns noch einmal die Laokoon-Gruppe anschauen.
  • Ja.
  • Denn da bin ich mir jetzt zum Beispiel nicht mehr so ganz sicher, ob sie so … ähm … ob man sich so pos… hinstellen kann.
  • Na ja. Das weiß ich auch nicht.
  • Ja.
  • Das kann ich auch nicht sagen.
  • Na ja aber das ist dann halt die Frage.
  • Ja.
  • Wollten die die Reali… also das realistisch darstellen, …
  • Mhm.
  • … oder … oder vielleicht doch eben so, dass es für uns so aussieht als ob … Aber eigentlich ist es gar nicht machbar.
  • Also das soll ja der Vater mit seinen Söhnen sein … äh … Ja, die kämpfen da um ihr Leben. Die Schlange bringt sie wohl alle um. Dann.
  • Mhm.
  • Nicht?
  • Weil er irgendwie … ähm … ähm … War das Troja?
  • Ist bestraft …
  • Weil er die warnen wollte. Na der wollte die warnen. Äh … äh … Dass sie mit dem …
  • Ach so.
  • … Trojanischen Pferd da gleich reinkommen und das wollte aber die eine Göttin nicht. Irgendwie. Und die hat dann halt die Schlange da geschickt und die sollte ihn dann … ähm … als …
  • Ach so.
  • … als … Was ist er? Kein Prophet. Sondern … ähm …
  • Wie …
  • Na er war ein … ähm …
  • Also die Trojaner wollte er warnen?
  • Genau.
  • Vor was?
  • Na vor dem Trojanischen Pferd.
  • [Pause.]
  • Ach so.
  • Was so …
  • Ach so. Ja. Da waren dann ja die Griechen … äh … drinne. In diesem Holzpferd.
  • Genau. Genau. Und … äh … das wollte die eine Göttin halt … äh … verhindern.
  • Die Athene.
  • Ich denke mal. Ja.
  • Mhm.
  • Und deshalb hat … äh … hat sie ihn halt und seine Söhne dann töten lassen. So. Das ist halt diese … diese …
  • Ja.
  • … Szene jetzt. Die winden sich halt noch so …
  • Ja.
  • Und versuchen dem Tod Sterben zu …
  • Ja.
  • … entkommen.
  • Ja. Also ich meine, die … die Söhne sind vielleicht auch zu erwachsen dargestellt. Wenn man das will. Aber insgesamt ist das also … Ja! … Eine schöne … Für [Sperren: mich] eine schöne Komposition.
  • Was mir gerade auffällt … Es ist harmonisch. Es ist schön.
  • Ja.
  • Aber …
  • Aber?
  • Größenverhältnisse bei Laokoon-Gruppe
  • Sind die Söhne nicht viel zu klein?
  • [Pause.]
  • Im Verhältnis zu dem … äh … zu dem Vater? Der ist ja fast doppelt so groß.
  • Äh … Ja. Also die die Proportionen von den Kindern … Die stimmen nicht.
  • Ja. Aber es sieht halt im gesamten …
  • Ja.
  • … eben gut aus. Oder?
  • Sieht gut aus.
  • Aber das meine ich eben.
  • [Unverständlich, 51:55.]
  • Es geht vielleicht gar nicht darum, drei Personen in … äh …
  • Ja.
  • … in der selben Größe darzustellen. Wie sie eigentlich wären. Sondern halt in eine Spannung aufzu…
  • Ja gut.
  • … aufzubauen.
  • Die Kinder könnten schon ein bisschen kleiner sein. Aber … Da hast du recht. Die Kinderköpfe sind [Sperren: fast] genauso groß wie von Erwachsenen. Die Körper sind eben anders …
  • Ja.
  • … proportioniert. Dann eben. Nicht?
  • [Pause.]
  • Also hier … Das war doch bei dieser christlichen Kunst … äh … immer so. Dass… dass … dass Personen, die wichtiger waren, größer dargestellt wur…
  • J…
  • …den.
  • …a.
  • Als andere.
  • Ja. Könnte sein.
  • So könnte ich mir das hier jetzt auch vorstellen.
  • Ja.
  • Weil er hat ja im Endeffekt die …
  • Ja.
  • Er war die Hauptperson in diesem Spiel.
  • Mhm.
  • Und die Söhne waren halt noch dabei. Und der Blick sollte aber auf ihn am Ende …
  • Mhm.
  • … gehen. So.
  • Ja.
  • Als … Als …
  • Aber wir waren gerade bei der ägyptischen Kunst.
  • Ja.
  • Wir haben jetze Beispiele, die halt nat… natürlich aussehen. Was ja deine …
  • Ja. Ja.
  • Was vorhin deine erste Antwort war.
  • [Unterbricht.] Das ist Griechisch. Von wem ist die eigentlich gemacht?
  • Muss ich mal gucken. Ich glaube, da gibt's keinen Künstler. Direkt. Sondern …
  • Laokoon-Gruppe.
  • Warte mal. Nee, nee, warte mal. Ich gucke.
  • Von Plinius Plinius der Ältere dem Älteren …
  • Ne.
  • … besonders gelobt.
  • Genau. Warte mal ganz kurz.
  • [Pause.]
  • Hier.
  • [Murmelt. Unverständlich, 53:00.]
  • Ne. Wiedergefunden. Also ich glaube, der … Die … Die haben da gar keinen …
  • Es existiert keiner..
  • … Künstler. Ne. Das Original gibt's eh nicht mehr.
  • Ach so.
  • In … In Rom steht nur noch der … äh … Abguss vom Original.
  • Ja.
  • So. Und von dem Abguss haben die … sind diese ganzen …
  • Überall … Ja.
  • … Abgüsse. Oder es ist kein Abguss. Es ist eine Marmor-Kopie. Glaube ich. Ist das da.
  • Ja. Gut.
  • Also da gibt's jetzt hier gar keinen … gar keinen … ähm …
  • Im Auftrag.
  • Ja.
  • Ja. Nee, gut. Dann muss ich's auch nicht wissen.
  • Na ich gucke trotzdem noch einmal nach. Das interessiert mich.
  • Also ich … Das vergesse ich dann ja eh. [Lacht.]
  • Ägyptische Kunst
  • [Am Bildschirm erscheint wieder das Pissoir.]
  • Jetze vom …
  • Das blöde … [Lacht laut.]
  • … Pissoir weg und von dem auch weggesehen. Aber von dem. So. Du hattest … Wir hatten jetzt die griechischen …
  • Ja.
  • [Am Bildschirm erscheint ein naturalistisches Bild.]
  • … Statuen. Wir haben jetzt diese Abbilder. Und das ist halt etwas, was wir wiedererkennen.
  • Ja.
  • Was aus der Natur kopiert sein könnte.
  • Ja.
  • Und was dann auf dem Bild oder als Statue halt wieder …
  • Ja. Ja.
  • … gegeben wird.
  • Und das ist in der ägyptischen Kunst ganz anders.
  • Ganz anders. Aber trotzdem hattest du mir vorhin so das Gefühl gegeben, als wäre die ägyptische Kunst eben doch für dich etwas …
  • Ja.
  • … [Sperren: Schönes]. Feines. Was du jetzt ja aber sozusagen dem … äh … dem van Gogh Vincent van Gogh , der ja auch abstrakter gewesen ist, …
  • Ja.
  • … ein bisschen abgesprochen hattest. Dass du das nicht schön …
  • Ja.
  • … findest. Aber … Wir gucken uns jetzt mal hier … und du kannst derweilen reden.
  • So ganz … krass … mit nicht schön …
  • [Tippgeräusche.]
  • Was … ähm … Wie heißt denn der eine große … äh … ähm … Pha…
  • Ramses Ramses .
  • Ramses.
  • Ramses der Zweite.
  • [Tippgeräusche.]
  • [Pause.]
  • Malerei gucken wir uns vielleicht mal an. Ne? Das ist ein Bild.
  • [Tippgeräusche.]
  • Na das ist jetze …
  • Ramses der Zweite. Ja. Der ist ja mumifiziert. Und auch Tuta… an…
  • Den meine ich.
  • …amon.
  • Wie schreibt man den?
  • Tut… Tutenschamon.
  • …schamon-Grab. Okay.
  • Das war aber … ja … ein Kindpharao. Der war nur achtzehn Jahre. Und …
  • Das ist diese Büste Büste von … Aber … äh… Ich mag …
  • Der ist eigentlich …
  • … die Abbildungen eigentlich eher.
  • … der ist eigentlich nur bekannt geworden durch sein Grab.
  • Ja.
  • Das eben noch nicht ausgeraubt war. Während alle anderen Gräber von diesen Mumien ja ausgeraubt waren.
  • Dann nehmen wir einfach mal das Erste hier. Als Beispiel.
  • [Betrachten ein Bild aus der Grabkammer der Nefertari.] Grabkammer der Nefertari, Gattin des Ramses II., Szene: Der Gott Gott Re-Harakleti und Amentit, die Göttin des Okzidents, um 1298 - 1235 v. Chr. ramseszwei-k.jpg
  • [Räuspert sich.]
  • Grabkammer der Nefertari
  • Maler der Grabkammer der Nefertari: Grabkammer der Nefer…
  • Nefertari.
  • …tari.
  • Ja.
  • Gattin des Ramses des Zweiten. Szene Der Gott Sowieso …
  • Die Göttin …
  • … und die Göttin und so weiter.
  • Ja.
  • Ich speichere es mir jetzt erst einmal. Und wir gucken uns das mal an.
  • [Tippgeräusche.]
  • So.
  • Ja.
  • Warum ist das für dich … Was du eben gesagt hattest. Ähm. Schön. Ägyptische Kunst allgemein.
  • Schön, auch wenn anders als europäische Kunst
  • Mhm. Ist die schön?
  • Findest du es schön? Oder …
  • [Pause.]
  • Na ja. Äh … Die ist mit der europäischen Kunst überhaupt nicht zu vergleichen. Die haben ja eine andere … eine ganz andere Darstellungs- und Malweise. Da sieht man die Gestalten eigentlich nur seitlich.
  • Frauen werden immer etwas kleiner dargestellt. Als die Männer.
  • Das war wie bei der …
  • Ja.
  • … christlichen. Wo ich gesagt hatte …
  • Ja.
  • Wobei. Hier ist die glaube ich gleich groß. Ne? Das war auch bei der einen Frau von … äh … von dem einen …
  • Ja.
  • … Pharao. Die auch immer gleich groß … äh … gezeigt wurde. Irgendwie. Ich weiß jetzt nicht genau.
  • Ach. Von dem Amun. Von dem …
  • Irgendwas mit Sonne war das. Glaube ich.
  • Ja. Ja, der … Der Sonnenanbeter.
  • Da gibt's in Berlin so eine … ähm …
  • Ach. Mensch. Wie heißt der. Amun …
  • Ich hab's im Buch gerade noch …
  • Ja.
  • … gelesen. Vorhin. Ich weiß gerade auch nicht. Ja.
  • Ja. Na ja. Bloß … ähm … Der ist ja auch nicht als Mensch dargestellt, sondern als ein … ein Gott. Dieser Viervogel…
  • Mhm.
  • …gott. Weiß ich jetzt nicht. Welcher das war. Und dann hat der noch … Ja … Ein Sonnen… Sonnenring mit einer Schlange oder was …
  • [Sperren: Ja hier]! Das ist ja eine Schlange. Ne?
  • Ja. Also ich weiß aber nicht, welchem Gott der nachgebildet ist.
  • Mhm.
  • Das müsste aber in der Beschreibung bestimmt stehen.
  • Gucken wir mal eben. Das war … hier oben. Der Gott Re-Harakleti und Amentit, die Göttin … ne. Also das …
  • [Leise:] Der Ochsi…
  • Das ist aber nicht der Sonnengott. Ne?
  • Mhm. Ne. Wie heißt denn der Pharao. Der ganz junge Pharao, der plötzlich eine … die monotheistische Weltreligion da kreiert hat. Ach. Ähm. Wie… Wie heißt die ägyptische … äh … Königin, die …
  • [Tippgeräusche.]
  • … die immer als schöne Nofretete Nofretete dargestellt wird. Das war die Frau von dem. Ah… Aman… Am… Der hat sich dann umbenannt.
  • Ich gucke das mal nach. Das ist … Das sind jetzt ja bloß so Wissens… … äh … …details.
  • Nofretete, nicht so schön wie dargestellt
  • Na ja, aber wenn du Nofretete nachguckst, diese …
  • Okay.
  • … schönste Frau. Wo man überall in jedem Museum diese Büste sieht. Die aber in Wirklichkeit gar nicht so schön gewesen sein soll. Wie … Wie sie immer hier beschrieben wird.
  • Ja, die ist in Berlin gewesen jetze.
  • [Betrachten ein Abbild der Büste der Nofretete.] Büste der Nofretete, Berlin, Ägyptisches Museum nofretete-k.jpg
  • Ja. Ja. Und der Mann. Wie heißt der? Amum… Ach. [Sperren: Mensch]. Bin ich blöd.
  • [Tippgeräusche.]
  • Mann.
  • [Lacht.]
  • Ehemann.
  • [Sperren: Echnaton Echnaton ].
  • [Sperren: Echnaton]. Ach. Ja.
  • Okay. Da gucken wir mal nach …
  • Ja.
  • Echnaton.
  • Und der war an sich … Der wurde immer sehr hässlich dargestellt. Mit diesem großen Mund und so. Ja also, man kann die nicht vergleichen. Die ägyptische …
  • Das meine ich …
  • Ja.
  • … hier. Ich mache das mal groß.
  • Vergl…
  • Das. Das meinte ich eigentlich. Da.
  • [Betrachten ein Abbild von einem Relief, auf dem Echnaton, Nofretete und drei ihrer Kinder dargestellt sind.] Hausaltar, um 1345 v. Chr. hausaltar-k.jpg
  • Vergleichen mit der Europäischen Kunst.
  • Und das …
  • Und da spricht die ägyptische Kunst einen doch irgendwie an.
  • So. Das hatte ich gesehen. In Berlin halt hier.
  • Und ich … Das hab' ich … hab' ich das nicht an der Wand hängen? Bei mir zu Hause? Die Beiden? Ne. Das ist etwas anders.
  • Ägyptische Kunst und van Gogh
  • Interessant ist jetzt bei dem … Das ist ja gar nicht dieses ägyptische, was wir gerade gesehen hatten. Was so seitlich und ganz streng ist und so, ne?
  • Mhm.
  • Sondern hier sind ja schon so … so rundere Formen drinne. Ne?
  • Ja.
  • Das ist zwar noch seitlich.
  • Ja. Und die Kinder werden eben immer so unproportioniert und klein dargestellt.
  • Mhm.
  • Ja.
  • Aber warum würdest du denn sagen, dass das jetze für dich … äh … noch Kunst ist und wenn's jetzt aber nen … äh … nen van Gogh ein bissle schräg malt so, dann ist es für dich halt nicht mehr nachvollziehbar.
  • Na gar nicht mehr nachvollziehbar … äh … kann ich nicht sagen. Aber … Ja. Ich weiß es nicht. Es gefällt mir einfach nicht. Es ist … Es fehlt die richtige Harmonie. Die ist ja hier auch nicht. Das ist ja hier ganz anders.
  • Aber was … Was ist denn nun das hier. Wo du sagst, … ähm … das ist für dich trotzdem schö… sympathisch … Wie nennt man das.
  • Hast du ein farbliches?
  • Von dem jetzt?
  • Na ja. So …
  • Vom ägyptischen?
  • Ja. Denn das gefällt mir grad auch nicht so. [Lacht.]
  • Das gefiel mir.
  • [Tippgeräusche.]
  • Aber ich hab' jetzt nicht von dem glaube ich jetzt etwas. Wenn ich danach jetzt suche, sehen wir halt diese Bilder, die wir alle …
  • Ja.
  • … kennen.
  • Und die Nofretete? Die hast du aber dann mal. Nicht?
  • [Tippgeräusche.]
  • Ich weiß nicht. Kam die in Bildern vor?
  • Ja. Jetzt kommt sie schon. Ja.
  • Na ja. Das ist aber immer diese Büste, die dargestellt wird.
  • Ja. Das ist das Bekannte eben.
  • Ja.
  • Ja. Und so schön … Und so schön soll sie in Wirklichkeit eben gar nicht gewesen sein! Wie sie da immer dargestellt wird. Und beschrieben wird. Als die schönste Frau.
  • Das sollen Landvermesser sein. Stand da gerade.
  • Aha.
  • Ich gucke da noch einmal nach, was das genau ist. Das wäre jetze so ein Bild, was du eigentlich meinst, ne? Also so ein ägyptisches?
  • Ja.
  • Oder was ja auch bloß ganz zeilenartig ist. Wo ganz viele solcher …
  • Ja. Vielleicht übernimmt man da auch einfach … ähm … ja … Urteile oder Empfindungen von anderen. Aber … ähm …
  • Na komischer Weise zählst du das ja sozusagen, ich denke mal, mit zur schönen Kunst. Oder so. Weil es so alt ist schon. Und sozusagen …
  • Ja wahrscheinlich.
  • … schon in die Geschichte eingegangen ist. Oder?
  • Ja wahrscheinlich. Weil man von Ägypten gar nichts anderes erwartet. Also wenn ich jetzt nur europäische Maler hätte …
  • Ja.
  • Die würde ich anders vergleichen, als wenn so ein ägyptisches Bild dazwischen ist. Wo auch die Diener und alles dann immer klein und die … die Kinder zu klein dargestellt …
  • Mhm.
  • Elke betritt das Zimmer
  • [Es klopft an der Tür.]
  • … werden. Das ist total unrealistisch, ne? [Laut:] Herein! Hallo?
  • Hallo? Essen ist…
  • Ach Hallo.
  • … fertig.
  • Ja. [Lacht.] Elke.
  • Ihr interviewt gerade?
  • Ja.
  • Ja. Ja. Also ich wünsche ein frohes Fest.
  • Ja ich dir auch. Frohe Weihnachten. Ne?
  • Ja. [Lacht.]
  • Ich wollte sagen, das Essen ist angerichtet.
  • Ach so.
  • Es ist angerichtet. Hallo Friedrich.
  • Ja ist gut.
  • Frohe Weihnachten, ja? [Lacht.]
  • Dann unterbrechen wir.
  • Wir nehmen gerade auf.
  • Oh Gott.
  • [Lacht.]
  • Das ist mir peinlich. Na ja gut. Also …
  • Wir kommen dann, nich'? Wir unterbrechen. Für Essen tuen wir [Sperren: alles]. [Lacht.]
  • Tür zumachen?
  • Wie?
  • Soll ich Tür zumachen?
  • Öh. Ich denke, dass wir ruhig dann auch rüber gehen. Dann. Nicht? Wir können ja nachher noch einmal.
  • Ja aber noch fünf Minuten.
  • Ja. Na okay. Ja.
Die Nachtwache, 1642 , Rembrandt van Rijn
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Entkleidung Christi, 165 x 99 cm, Öl auf Leinwand, 1590 - 1595, El Greco und Werkstatt
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Das Begräbnis von Casagemas, Öl auf Leinwand, 1901, Pablo Picasso
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Yo El Greco (Ich El Greco), Zeichnung, Ausschnitt, ca. 1900, Pablo Picasso
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Vergleich Porträt von Jorge Manuel Theotocopoulos, 1600 - 1605, El Greco und Porträt eines Malers, nach El Greco, 1950, Pablo Picasso
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Les Demoiselles d'Avignon, 1907, Pablo Picasso
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Pieta, 1850, Eugène Delacroix
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Der Schrei, Edvard Munch, 1893, Tempera auf Pappe
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Die Brücke von Mantes, zwischen 1868 und 1870, Jean-Baptiste Camille Corot
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(gestern) Diplom Theorie Gespräch mit Oma Vorbereitung Gespräch mit Oma Standpunkt Meine Frage als Kunststudent Kommilitone : Was ist eigentlich Kunst für die, die nicht aktiver Teil im Kunstbetrieb Kunstbetrieb sind? […] Und natürlich der Künstler, der vielleicht irgendeinen Gedanke oder ein Gefühl hat, den/das er in die Welt tragen möchte. Mich selbst stört, dass ich oftmals erst Zugang zu zeitgenössischen Arbeiten erhalte, wenn ich mir einen Text dazu durchgelesen habe. Und vielleicht die Biografie des Künstlers kenne. Die Arbeiten erschließen sich aber nicht von selbst. Deshalb sind mir selber Bilder angenehm, wo ich etwas aus meinem eigenen Leben wiedererkenne. Wo ich einen Anknüpfungspunkt sehe, über den ich tiefer in die Arbeit eintauchen kann. Frage: Müssen sich Arbeiten immer erschließen? Sind offene Fragen nicht spannend? Aber es sind nur Fragen gut, die nicht die Arbeit in Zweifel Zweifel ziehen ("Was'n daran Kunst?", "Was soll mir das jetzt sagen?"), sondern die das Gesehene versuchen zu ergründen. Wo der Entdeckerdrang aktiviert wird. an Oma: 1 Fragen, wo sie in ihrem Leben mit Kunst in Berührung kam. Auf Reisen? War sie in Museen? 2 Welche Arbeiten haben es ihr vor allem angetan? Wo sind ihre Grenzen? Ab wann findet sie keinen Zugang mehr? 3 Was muss ein Kunstwerk haben, um für sie ein Kunstwerk zu sein? Farbe, Leinwand, Bilderrahmen, Fett, Pissoir Marcel Duchamp , …? 4 Künstler: Was ist für sie ein Künstler? Wie stellt sie sich seinen Beruf vor? 5 Meine eigenen Arbeiten: Geradenbilder, vor allem kindliche Zeichnungen zeigen (da, wo sie auch drauf ist). Ist das für sie Kunst, nur kreativ? Oder …? zu "Die Nachtwache" Die Nachtwache, 1642 , Rembrandt van Rijn Rembrandt van Rijn nachtwache-k.jpg Gruppenbildnis von Schützengilde im Familienalbum von Hauptmann Frans Banning Cocq trägt Bild Titel: "Der Hauptmann gibt seinem Leutnant den Auftrag, die Bürgerwehr marschieren zu lassen" im Vordergrund Hauptmann und Leutnant zwei erleuchtete Figuren beherrschen Bildaufbau: Mädchen und Leutnant El Greco El Greco Entkleidung Christi, 165 x 99 cm, Öl auf Leinwand, 1590 - 1595, El Greco und Werkstatt entkleidungchristi-k.jpg El Greco Maler griechischer Herkunft, Maler des spanischen Manierismus Manierismus und Renaissance Renaissance Themen hauptsächlich religiös und Porträts Malerei entwickelte sich vom Naturalismus weg hin zu Individualstil Individualstil entgegengesetzt Entwicklung Malerei in Spanien, davon unabhängig um 1900 von Schriftstellern, Kunstkritik und Avantgarde Avantgarde neu entdeckt von Künstlern der Moderne (besonders Expressionismus Expressionismus ) als Bezugspunkt gesehen und rezipiert Künstler selbst im Zentrum seines Schaffens, damals revolutionär bei Zeitgenossen entweder bewundert oder abgelehnt suchte nach neuen Ausdrucksformen u. a. bewundert von Picasso Pablo Picasso Das Begräbnis von Casagemas, Öl auf Leinwand, 1901, Pablo Picasso casagemas-k.jpg Das Begräbnis von Casagemas (aus der Blauen Periode) verwies auf "Das Begräbnis des Grafen Orgaz" (was genau?) Yo El Greco ("Ich El Greco"), Zeichnung, Ausschnitt, ca. 1900, Pablo Picasso yoelgreco-k.jpg Vergleich Porträt von Jorge Manuel Theotocopoulos, 1600 - 1605, El Greco und Porträt eines Malers, nach El Greco, 1950, Pablo Picasso yoelgreco2-k.jpg Les Demoiselles d'Avignon, 1907, Pablo Picasso avignon-k.jpg in Rosa Periode griff er in "Les Demoiselles d'Avignon" Motive aus "Die Öffnung des fünften Siegels" auf Pieta, 1850, Eugène Delacroix pieta-k.jpg Pieta von Delacroix an Komposition angelehnt diese wiederum von van Gogh Vincent van Gogh aufgegriffen Duchamp setzte sich mit "Porträt (Dulcinee)" und "Le Printemps (Jeune homme et jeune fille dans le printemps)" , 1911, mit El Greco auseinander Der Schrei Der Schrei, Edvard Munch Edvard Munch , 1893, Tempera auf Pappe schrei2-k.jpg vier Variationen als Gemälde und mehrere Lithographien bekannt Pastellversion 1895 von (wahrscheinlich) Arthur von Franquet in Auftrag gegeben gehören zu Serie Lebensfries Thema Liebe, Angst und Tod Sterben erster Titel von Munch: "Schrei der Natur" auf graphischer Fassung schrieb er: "Ich fühlte das große Geschrei durch die Natur" neben Hauptfigur wild bewegte Formen und Farben von Wasser und Himmel wird häufig als erstes expressionistisches Bild bezeichnet zu Jean-Baptiste Camille Corot Jean-Baptiste Camille Corot (1796 - 1875, französischer Landschaftsmaler) in Arbeiten freie aber straffe[?] Komposition und gedämpfte Farbigkeit Die Brücke Die Brücke von Mantes, zwischen 1868 und 1870, Jean-Baptiste Camille Corot mantes-k.jpg
Beethoven, Markus Lüpertz, enthüllt 2015 vor dem MdbK
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Rückseite Thron, Beethoven, 1902, farbiges Gestein und Bronze mit Glas-, Metall-, Elfenbein- und Edelsteineinlagen, Max Klinger
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Werkstatt Plastisches Gestalten Ausstellung MdbK, Leipzig Thema Kopf, mit Leiter Gemäldesammlung MdbK Beethoven Ludwig van Beethoven , Markus Lüpertz Markus Lüpertz , enthüllt 2015 vor dem MdbK luepertz1-k.jpg Aufschrei unter Bilderhauern verursacht Lüpertz: "Aber die Skulptur ist nicht provokant gemeint, obwohl sie provoziert hat. Ich will immer nur das Beste. Ich will, dass man mich liebt, dass man von mir begeistert ist, und deswegen bin ich immer überrascht, dass Leute das ablehnen" Rückseite Thron, Beethoven, 1902, farbiges Gestein und Bronze mit Glas-, Metall-, Elfenbein- und Edelsteineinlagen, Max Klinger Max Klinger beethoven1-k.jpg siehe auch Notiz vom 9.8.2014 nackt, unbekleidetes Genie Genie entrückt, wie Zeus, blind, taub Materialmix für Klinger typisch verletzlich, einsamer, aber kraftvoller Gott Gott Klinger wurde, wie Lüpertz heute, in seiner Zeit scharf für Beethoven-Statue kritisiert als Kunstgewerbler, als effekthascherisch empfunden Lüpertz bezieht sich auch auf die damalige Kritik erzählerische Plastik Thron mit Erzählungen gefüllt Gegensatz Antike Antike und Christentum dargestellt Gegensatz christliche Moral und Sinnlichkeit der Antike Die neue Salome, 1893 salome1-k.jpg bekommt Kopf von Johannes dem Täufer christliche Moral wird durch Salome bestraft sie als verkörperte Sinnlichkeit Kopf am Pariser Modell heraus entstanden, stark verfremdet verfremdet durch kolorierte Bernstein-Augen wie bei antiken Skulpturen Haare und Gesicht farbig gefasst Polyphonie Alleinstellungsmerkmal Klinger experimentierte mit Farbe bei Skulpturen Zweck Farbigkeit: 1 dramatisches, lebhaftes, expressives, Verlebendigung 2 Verfremdung gegenüber der Wirklichkeit Farbigkeit nur partiell eingesetzt, fokussiert Ende 19. Jahrhundert ging es nicht mehr darum, Natur zu kopieren bis Ende 19. Jahrhundert gingen Menschen davon aus, dass antike Skulpturen weiß gewesen wären Herme Herme umsetzen eigene Herme vielleicht doch nicht naturalistisch umsetzen Materialien unbedingt noch austesten eventuell mit alten Studium-Notizen, kleistern, einige Zettel schauen raus mit Stiften, Farbe, Pinsel, Computermaus, … neben Holzbüste also gleichzeitig mit Silikon Silikon noch weitere Varianten ausprobieren Diplom Theorie Museumsführer über mögliche LVZ-Artikel, wo Lüpertz-Arbeiten aus Sicht der Anderen betrachtet werden: "Es werden sich wieder Leute empören, wenn …" Kassandra, 1895 kassandra4-k.jpg farbig und farblos Haar-Thematik: Wie gehe ich mit Haar um? eigene Form sitzt auf Kopf auf Übergangsfrage Haarpracht als Linsensuppe (Bachmann) Herme Weibliche Idealbüste, Arthur Volkmann Arthur Volkmann idealbueste1-k.jpg farbig, naturalistisch, nicht mehr partiell genutzt menschliche Höhe fast Herme, da Sockel dazugehört groteske Brust, abgeschnitten (Bachmann) Die Verdammnis, um 1725, Balthasar Permoser verdammnis1-k.jpg siehe auch Notiz vom 16.8.2014 vom Ausdruck sehr expressiv Rauch, Flammen direkt übergehend zum Porträt Thema Seele im Höllenfeuer, katholische Sicht nicht ganz ausgearbeitete Formen, wie Augen Übergang Augapfel und Partie darunter skizzenhaft, wie "versteinerte Zeichnung" (Bachmann) dynamisch durch besondere Standfläche Übertreibung, übergroßer Mund, flatternde Zunge übertriebener dicker Muskel (wie heißt der am Hals noch einmal?) Frisur nur angedeutet Zähne zu weit vorne arbeitet mit unfertigen und glatten Bereichen wirkt dadurch spannender glänzende Malerei war damals besser verkäuflich, übertrug sich auch auf Plastik Kleiner Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose, 2011, Stephan Balkenhol Stephan Balkenhol balkenhol1-k.jpg wieder farbig gearbeitet vieles übertrieben, auch Gesamtgröße durch starke Verkleinerung abgezielt auf über-individuelles Herme Figur und Sockel aus 1 Stück Holz wird dadurch zu einer Art Herme (für mich) Spuren des Arbeitsprozesses gut sichtbar Körper aus Flächen aufgebaut wie bei Lüpertz, da beugt sich die Fläche zusätzlich aus Tropenholz Abachi, kurzfaserig, geschnitzt Madonna mit Kind, 14. Jahrhundert madonna1-k.jpg für privaten Gebrauch hergestellt Alabaster-Figur (Gipsart, weicher als Marmor) sehr zurückhaltend Kind greift nach Apfel Kind ernst dargestellt, als Zeichen dafür, dass es bald für Menschheit sterben Sterben wird in sich gekehrt aus Pisaner-Schule[?] Lippen bleiben waagerecht Gewand Bewegungslinien leiten zum Hauptmotiv hin Kniender König aus einer Anbetungsgruppe, Michel Erhart erhart1-k.jpg entkernt, damit Holz nicht reißt damals Bilderflut in Kirchen vergleichbar mit heutiger medialer Bilderflut Kopf = Formulierung von Blick damals als hyperrealistisch wahrgenommen Augen bei Klinger aus Glas: für sich sein, nicht nur nach außen gelebt, Zurücknahme des Blicks "Bad Mummy", 2005, Birgit Dieker antike Drehung Bildnisbüste Johann Wolfgang von Goethe Johann Wolfgang von Goethe , 1821, Christian Daniel Rauch goethe1-k.jpg zwischen klassisch und Realismus Altersbüste von Goethe farblos Nase und Ohren wachsen bis zum Tod Stirn hervorgehoben Stirn als über Verstand gewölbt betrachtet Ganymed Ganymed , den Adler tränkend, Bertel Thorvaldsen Bertel Thorvaldsen ganymed1-k.jpg (Magen knurrt, Bonbon gegessen) E-Mail an Bachmann Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Ich bin mir nur unsicher. Weil … Ich hab' jetzt ja nichts dazu gesagt. Du weißt ja auch glaube ich nichts …
  • Nein. Nein.
  • … und so.
  • Nein. Nein nein.
  • Sagen wir jetzt aber mal, es ist jetzt wie bei Gerhard … Gerdi … ähm … Das ist ein Objekt von einem Typen halt, was heute hoch gehandelt wird. Wo es eine Edition von gibt. Wo man sich …
  • Mhm.
  • … drum streitet, dass … äh … dass man da was abbekommt.
  • [Zögernd:] Ja.
  • Kunst kaufen, da begrenzt, begehrt, teuer
  • Ich glaube, da würdest du doch in so 'ne … So wie jeder Mensch … Es ist begrenzt, es ist begehrt. Es wird immer teurer. Und dann … Und dann würdest du … "Ach na ja, aber vielleicht nehme ich das jetzt doch. Mir gefällt es zwar nicht so. Aber es scheint ja einen Wert zu haben. [Sperren: Wie] bei … Jetzt kommen wir zu Gerhard Richter Gerhard Richter … Wie bei diesem großen Leinwandbild. Da, wo ja viele Nachahmer auch bei YouTube YouTube und so weiter gibt. Die genau das …
  • Ja.
  • … machen. Nur halt hat er es halt geschafft, sich einen …
  • Folgendes …
  • … Markt da aufzubauen.
  • Folgendes. Ähm … Mit dem Einkommen, was [Sperren: ich] habe, würde ich es mir nicht kaufen.
  • Okay.
  • Ähm … Wenn ich in der finanziellen Situation sein sollte, dass ich mir schon Gedanken machen muss, … äh … wie … wie kann ich … wie werthaltig kann ich mein Geld anlegen.
  • Aaah. Okay. Da wollen wir aber nicht weiter …
  • Nee, ich will nur ganz kurz sagen …
  • Okay.
  • Viele Stiftungen haben dieses Problem.
  • Ja.
  • Kunst kaufen bei Stiftungen
  • Sie müssen halt … äh … die Inflation auszugleichen.
  • Ja.
  • Und wenn die Inflation vielleicht hoch ist, fünf oder zehn Prozent, müssen sie das Familienvermögen, damit es nicht kleiner wird, in irgendeiner Form anlegen. Und irgendwann ist es auch einmal begrenzt mit Immobilien oder …
  • Ja.
  • … Autos. Also gerade Oldtimer. Sondern Kunst ist ja was ganz interessantes. So. Und wenn jetzt natürlich der Galerist auf mich zukommt und mich darauf …
  • Ja.
  • … aufmerksam macht, dass genau dieses Pissoir Marcel Duchamp in den letzten Jahren eine Steigerung von vierzig Pro…
  • Ja.
  • …zent … äh … gehabt hat, würde ich im Familienvorstand schon überlegen, ob sich nicht doch diese Investition lohnen …
  • Obwohl …
  • Obwohl es mich gar nicht interessiert.
  • Okay.
  • Sondern einfach nur, weil es … äh … äh … 'ne Geldanlage ist.
  • Da gehen jetzt aber bitte wieder von deinem aktuellen Zustand aus. Denn das ist jetzt wieder so eine Fantasie.
  • Ja genau. Deswegen, weil …
  • [Unterbricht, nicht verständlich, 1:09.]
  • … weil ich nicht in dieser Situation bin.
  • Ja.
  • Mein Geld anlegen zu müssen.
  • Anlegen ist eh nen scheiß Thema für mich.
  • Ähm.
  • [Lacht.] Aber da sind wir ja zum Glück … Aber da müsste ich …
  • Das ist für viele Menschen ein ganz ganz wichtiges Thema.
  • Das ist aber krass, oder?
  • Wie man Werte [Sperren: schützt]. Und zwar davor schützt, dass sie an Wert verlieren.
  • Ja.
  • Und … äh … nicht … nicht … äh …
  • Das ist …
  • Es sagen ja gerade die Milliardäre, oder Millionäre, …
  • Ja.
  • … dass es nicht einfacher wird, je mehr Geld man hat.
  • Ja.
  • Sondern je schwieriger wird es.
  • Art Basel
  • Ja. Ich glaub' das ist ein riesen großes Mißverhältnis. Oder … Oder Mißverständnis. Äh … äh … Bei dem Kunstmarkt Kunstmarkt . Ich war jetzt bei der Art Basel. Wo ja …
  • Ja.
  • … viel Kunst gekauft wird. Zu sehr sehr … äh … hohen Preisen.
  • Ja.
  • Ähm … Dass man denken tut: Ähm … es wird nicht gekauft, weil es richtig gut ist. Sondern es wird gekauft, um eben eine Anlage …
  • Ja.
  • … äh … äh … Um eine Sicherheit zu haben. Und … Und da geht man von einem steigenden Preis aus. Das sind also zwei ganz unterschiedliche Sachen. Ne? Auf der einen Seite ist der Künstler für mich. Und der Künstler denkt, auch wenn du jetzt anders denkst, erst einmal nicht ans Geld. Per se.
  • Mhm.
  • Unterschiedliche Interessen von Künstler und Käufer
  • Sondern er will halt etwas schaffen, was irgendeine … für ihn eine Bedeutung, etwas Wichtiges ist. Und so weiter.
  • Mhm.
  • Und der Käufer denkt aber häufig, höchstwahrscheinlich in so einem hohen Segment, an eine Wertsteigerung. An Geld also.
  • Ja.
  • [Sperren: Und … Und] da sind halt zwei Systeme, zwischen denen halt sozusagen die Galerie … äh … äh … so … äh … das verknüpfen muss. Oder [Sperren: will]. Weil sie ja auch Geld verdienen will. So. Das sind … Das ist ein ganz ganz interessantes Ding. Aber da geht's jetzt wieder bei dir nicht drum. Weil du das nicht bist.
  • Ja aber … Das Spannende, was du gerade erzählst … Genau. Das hat ja … Genau … äh … äh … Im letzten oder vorletzten Jahr wurde … äh … äh … das teuerste Werk von … äh … äh … Gerhard Richter glaube ich für vierzig Millionen bei Sotheby's versteigert.
  • Anonym.
  • Äh … äh … Wie auch immer.
  • Ja.
  • Auf jeden Fall …
  • Ich weiß das nicht.
  • Hohe Verkaufspreise kommen nicht bei Künstler an
  • … wurde hinterher Gerhard Richter gefragt, … äh … äh … äh … Für ein Bild … Ich weiß nicht, ob für vierzig Millionen, aber …
  • Ja, er versteht's glaube ich auch nicht.
  • Und … ähm … ähm … Was er dazu … Was er davon hält und vor allem wie viel er davon am Ende denn nun abbekommen hat.
  • Ja. Nichts.
  • Und da musste er erst einmal … äh … Genau! Äh … Er musste erst einmal klarstellen, dass er dieses Bild schon vor [Sperren: Jahren] oder Jahrzehnten oder so …
  • Ja.
  • … fertig gestellt hat und verkauft hat.
  • Ja.
  • Ähm … Und … ähm … Weiß ich nicht. Zwölftausend Euro dafür bekommen hat. Und … äh … Das ist für ihn natürlich auch sicherlich nicht ganz so einfach zu beachten. Das er halt für sein [Sperren: Können] … äh … ein … eine [Sperren: marginale] Summe bekommen hat.
  • [Lautstark:] [Sperren: Ja aber er hat's doch damals verkauft.] Er hätte ja auch warten können. Aber dann wäre es niemals soviel Wert gewesen.
  • Wahrscheinlich.
  • Weil er es nicht auf den Markt geschmissen hat.
  • Wahrscheinlich. Wahrscheinlich.
  • Ausstellungsvergütung
  • Und [Sperren: zweitens] wollte ich jetzt nur mal andeuten: Ähm … Es wird ja ständig von irgendwelchen Künstler, … ähm … Vertretern oder so, BBK oder so, …
  • Ja.
  • … halt immer wieder gefordert, dass halt der Künstler auch bei Ausstellungen und bei zukünftigen Verkäufen wieder beteiligt werden soll.
  • [Von weiter weg.] Ja.
  • So. [Sperren: Es wurde noch nicht umgesetzt]. Aber da du es gerade sagtest … Ne? Man verkauft vor zwanzig Jahren ein Bild und sieht jetzt, dass es eine Million Wert hat und kriegt nichts davon. Das wollten die schon einmal genau aus dem Grund ändern. Weil der Künstler sozusagen auch zukünftig mit … mit seinem Werk sozusagen weiterhin dann … äh … ähm … wenn's steigt, auch was davon haben sollte. Aber da kann man ja Verträge abschließen. Ne? Ich glaub', das ist nicht das Problem. Der Künstler kann einen Vertrag abschließen, wenn das Ding auch wieder verkauft wird, für eine höhere Summe oder so. Dann krieg' ich halt so und so viel Prozent. Das geht glaube ich.
  • Keine Ahnung.
  • Ich weiß es nicht. Aber Verträge kann man ja immer machen.
  • Das weiß ich nicht.
  • Ob das jetzt so umgesetzt wird, weiß ich nicht. Aber okay, wir schweifen wieder ab.
  • Ja.
  • Wir sind bei Gerhard Richter jetzt angekommen.
  • Tee trinken
  • Du wolltest deinen Tee trinken.
  • Ja.
  • [Tassenklirren.]
  • Also.
  • Gerhard. Oh je. Gerhard Richter. Gerdie.
  • [Tassenklirren. Tee wird eingegossen.]
  • Aber … Okay. Warte mal. Ich will nur mal. Was ich jetzt daraus gehört habe, bei diesem [Sperren: Pissoir] … ähm … Wenn's im Museum steht, dann siehst du das automatisch als Kunst an. Weil es halt schon im Museum steht. Ob du es als gute Kunst ansiehst, ist was anderes. Du würdest es dir sogar kaufen, wenn du genug Geld hast. Auch wenn du nicht findest, dass es gute Kunst ist. Oder dich überhaupt nicht anspricht.
  • Ich finde … Du strengst … Du strengst …
  • [Sperren: Nein. Ich versuche das …]
  • … was ich sage oft immer zu stark ein.
  • [Sperren: Nein! Aber das hast du doch gesagt!]
  • Kunst, da ausgestellt, da öffentliches Interesse
  • Ich habe nicht gesagt, [Sperren: weil] es im Museum steht … äh … äh … wird es automatisch zur Kunst. Sondern … ähm … äh … Dazu gehört ja noch mehr. Also das ist sozusagen … ähm … mhm … ähm … Dazu gehören ja eben auch die Leute, die bereit sind Eintritt zu bezahlen. Da gehören ja auch die Leute, die davor stehen und sich das anschauen. Dazu gehören ja auch … äh … [Sperren: die], die … äh … äh … ähm … äh … Kunst beschreiben. Also auch die Kunstkritiker. Ähm … Die das dann natürlich auch noch einmal bewerten, ob …
  • Mhm.
  • … das denn überhaupt … äh … äh … ähm … hätte da ausgestellt werden dürfen. Ähm … Also das ist ja dieses große Zusammenspiel. Ja?
  • Worauf der Besucher aber gar keinen Einfluss hat. Er …
  • Na ja.
  • Der sieht am Ende nur das Ergebnis, wofür er Geld gesehen hat. Punkt.
  • Ge… Genau. Ja. Aber nur weil es jetzt dort hängt, … äh … ist es auch noch nicht Kunst. Nein nein. Also das wäre mir zu …
  • Das sagst du jetzt.
  • In [Sperren: meinen] Augen wäre das noch zu …
  • Okay.
  • … wenig. Weil es würde ja bedeuten, ich könnte mir einen Museumsraum anmieten, … äh … und könnte da … äh … äh …
  • [Sperren: Du hast das Beispiel] schon vorhin genannt!
  • … und könnte dort … [Sperren: Ja genau]. Und schütte da ein Kilo Kartoffeln rein.
  • Ja.
  • Und sprüh' den dann rosafarben an. Und in dem Moment Moment … äh … äh … ist es zu Kunst geworden.
  • [Sperren: Deshalb] wollte ich das nämlich unterscheiden. Zwischen … Zwischen einem Ort, wo man sich einmieten kann, wo man Geld bezahlt, [Sperren: damit] man ausstellen darf. Und einem Museum, oder einem Ort, wo du [Sperren: angefragt] wirst. Von dem Museum. Wollen Sie nicht bei uns ausstellen? Wir finden, das ist ausstellungswürdig. Das ist ein ganz anderer Ansatz. Einmal wird es als Kunst gesehen. Deshalb darf es da ausgestellt werden. Und einmal bezahlst du Geld, damit es ausgestellt wird.
  • [Möchte unterbrechen.]
  • [Sperren: Nee, aber das] ist das, was du jetzt meintest. Oder? Oder was du vorhin …
  • Lassen wir das mal so stehen.
  • [Pause.]
  • Na ja, aber so hab' ich dich jetzt verstanden.
  • Mhm. Ja. Das ist mir … manche Sachen sind mir zu … zu eng definiert. Zu eng beschrieben.
  • Na ich versuche ja irgendwie, auch … ähm … das zu verstehen, was du sagst.
  • Kunst muss berühren
  • Ich glaube Kunst ist … Am [Sperren: Ende] …
  • [Pause.]
  • … ist es ja oft etwas extrem Emotionales. Also etwas, was mich berühren muss. Ähm … Und … Man fragt sich natürlich, warum kann mich ein beschmutztes Urinal berühren? Das ist ja eher eklig.
  • Na dann berührt's dich ja.
  • Sollte man … äh … Aber … mhm … Dieser Kontext. Diese Umgebung. Mit Technik angestrahlt. Klimatisierter Raum. Flyer. Plakate. Öffnungszeiten. Eintritt. Ähm … In der Zeitung wird darüber geschrieben.
  • Mhm.
  • Ähm … Menschen nehmen ihre Zeit und … äh … Um sich das anzusehen.
  • Mhm.
  • [Sperren: Das] alles zeigt doch, dass es dann vielleicht in der Gesellschaft, in der großen Gruppe, als Kunst akzeptiert wird.
  • Da widerspreche ich dir.
  • Und … [Sperren: Ja], das ist ja nur meine Ansicht.
  • Ja. Aber ich will's auch gleich erläutern.
  • Und … ähm … Und dann fällt es mir natürlich [Sperren: einfacher], als …
  • Warum?
  • … jemand, der vielleicht gar keine Ahnung von … Oder der keine Ahnung von …
  • Ja.
  • … Kunst hat. Weil ich mich professionell nicht damit …
  • Ja.
  • … beschäftige. Weil ich auch nicht einschätzen muss, was für ein Wert steckt dahinter.
  • Ja.
  • Finanzieller Wert. Ja?
  • Ja.
  • Kunst akzeptieren, da ahnungslos
  • Ähm … Fällt mir dann natürlich auch einfacher, das als Kunst zu [Sperren: akzeptieren].
  • Ja. Okay.
  • Ähm … Also es hilft mir. Würde ich sagen.
  • Kleiner Kreis bestimmt was ausgestellt wird
  • Gut.
  • [Pause.]
  • Ich stimme dir [Sperren: fast] zu. Nur mal ein ganz kleiner Hinweis. Äh … Wenn eine Ausstellung gemacht wird, eben. Dann steckt da nicht die Gesellschaft dahinter. Die die Mei… Also die da vertreten ist in ihrer Meinung. Sondern ein [Sperren: ganz ganz ganz] kleiner Kreis. Der eine ganz ganz bestimmte Kunstmeinung hat.
  • Ja.
  • Kuratoren. Und … äh … Die sich untereinander, Netzwerk, …
  • Ja.
  • … und was weiß ich, kennen.
  • Ja.
  • Weil du hattest gerade irgendwie das … die Gesellschaft mit reingebracht. Denn die [Sperren: Gesellschaft], der Ausstellungsbesucher. Der ist doch am Ende nur noch der, der [Sperren: das] sieht, was andere …
  • [Will unterbrechen.]
  • … gemacht haben.
  • Nein. Ich bleibe sogar dabei.
  • Bei was denn jetzt?
  • Und keiner geht hin!
  • Ist ein schönes Beispiel. Und zwar … Mhm … Stell dir vor, ein großes Museum. Moderne Kunst. Ähm … Ausstellung. Unbekannter Künstler. Ebend dieses Urinal, was man hier eben sieht. 1917. Irgendwie beschrieben. Äh … Und jetzt passiert Folgendes: …
  • [Pause.]
  • Kein Mensch geht hin. Kein Mensch …
  • Warum?
  • … interessiert sich dafür.
  • Okay.
  • Nur die Kuratoren. Oder der Kurator kuratieren . Der Künstler. Also ein ganz enger Kreis. Glauben eben, dass … dass es das wert gewesen ist zu zeigen. Weil sie glauben eben, dass das hochwertige Kunst ist. Ähm …
  • [Grinst.] Das ist interessant, weil …
  • Und ich bin der Meinung, wenn … wenn … äh … niemand darüber berichtet, wenn es niemand zeigt, wenn niemand … wenn noch nicht einmal jemand [Sperren: hingeht], obwohl er hingehen [Sperren: könnte], ist das vielleicht ein Indiz dafür, dass es eben in dem Moment von der Gesellschaft nicht als Kunst angesehen und akzeptiert wird. Und damit auch keinen [Sperren: Markt] hat.
  • Neue Musik Neue Musik
  • [Grinst weiter.] [Sperren: Das ist geil!] Ich hatte genau deine Ansicht nämlich bei einem Komponisten, den ich in Berlin getroffen hatte. Der macht Neue Musik.
  • Ja.
  • So schräge Töne. Und so.
  • Ja.
  • [Sperren: Mir] gefällt das. Ich kann das stundenlang hören.
  • Ja.
  • So. Aber … ähm … Was mein Eindruck da bei Neuer Musik eben ist, ist, dass die Konzertsäle im Normalfall, wenn es auch kleine Aufführungen sind, relativ leer sind.
  • Ja. Ja.
  • Ganz wenige Leute gehen hin, weil sie sich nicht emotional da gebunden fühlen. Oder was weiß ich. Das ist halt nicht so gesellschafts…
  • Mhm.
  • …dingsbums. Und … ähm … Und er meinte dann aber, … ähm … als Begründung, warum der Staat das trotzdem halt unterstützt … Und zwar richtig krass. Ne? Also die Eintrittskarten und so weiter … Wieviel der … der Steuerzahler, also die Gesellschaft, am Ende dafür bezahlt. Äh … Die Begründung dafür war dann halt, … ähm … ähm … ansonsten würde ja nur noch Beethoven oder Mozart oder so gespielt werden. Weil das ja eben die Leute schön finden. Da würden sie jederzeit reingehen. So.
Topflappen, Anu Tuominen
Topflappen, Anu Tuominen
Hausfrau, Lena Zehringer, 2015
Hausfrau, Lena Zehringer, 2015
Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys
Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh
Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys
Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys
55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam
55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam
Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski
Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski
Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW
Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander weiter transkribiert Gespräch in Sprechblasenform Abbildungen hinzugefügt
  • Jemand, der sich … äh … äh … äh … ausdauernd und wiederholend … äh … mit Rechtswissenschaft beschäftigt.
  • Was ist denn Rechtswissenschaft? Jetzt hast du schon wieder Rechtswissenschaftler mit Rechtswissenschaft …
  • Das ist … Mhm. [Pause.]
  • Ja. Die … Die … Die Definition und die Anwendung von Recht.
  • Okay. Das … Deshalb kommst du sozusagen … äh … Deshalb hast du das erwähnt, Kunst steht bereits im Grundgesetz und so drinne. Aber wird da noch nicht definiert, sondern das ist dann halt das … Das macht ihr dann. Sozusagen. Wenn's nen Fall gibt, ne? So hab' ich's jetzt verstanden.
  • So ganz … Aber nur bezogen auf unser Rechtsgebiet.
  • Ja ja, ich hab' …
  • Man muss Kunst nicht …
  • Okay.
  • … äh … unbedingt aus der rechtlichen … äh … ähm … Also nicht nur … Also nicht nur rechtlich … Also warum sollte ich denn Kunst rechtlich betrachten?
  • Nee, aber … Du bist eher einer, der das könnte. Vom Recht her.
  • Ja.
  • Weil du das gelernt hast.
  • So möchte ich denken.
  • Du redest ja auch darüber. Du hast das ja mit dem Gesetz gesagt. Da steht zwar Kunst drinne, aber es wird nicht gleich definiert. Das liegt ja daran, dass du dich damit beschäftigst.
  • Das ist sozusagen mein Geschäftsmodell Kunstmarkt .
  • Okay. Genau. Okay.
  • [Lacht.]
  • Na ja, das ist ja gut zu wissen.
  • Ja.
  • Ausgangspunkt Begabung oder Handwerk Handwerk
  • Ausgangspunkt … Ich will's gerne mal gerade selbst durchgehen. Ausgangspunkt für den Künstler ist entweder Begabung oder Handwerk.
  • [Stille.]
  • Gut. Ähm … Kann man vielleicht … ähm … Aber allgemein auf alle Sachen irgendwie … ähm …
  • [Stille.]
  • Na ja. Nee. Ich weiß jetzt auch nicht. Be… Begabung. Na was heißt Begabung? Ein Schreiner. Muss der nicht auch eine Begabung dafür haben? Irgendwie?
  • Schreiner, Koch, Künstler
  • Ja. Deshalb …
  • Oder ein Koch.
  • Ist der Koch nicht auch deshalb Künstler?
  • Oder so.
  • [Wiederholt:] Oder ist der Koch deswegen nicht auch Künstler?
  • Na die wollen sich glaube ich als Künstler gerne aufspielen. Ne? Wenn die da ihre kleinen Werke …
  • Nicht aufspielen. Das klingt schon wieder so negativ.
  • [Sperren: Natürlich!] Ich bin da so!
  • Derjenige, der … äh … der ganz zarte Kreationen, neue Dinge schafft …
  • Ja.
  • … und so … Da würde man auch von der Kunstform des Kochens sprechen. Warum denn nicht?
  • Okay. Ähm … Bei dem … Bei dem Koch als Beispiel jetzt. Du würdest aber sagen, dis ist doch nur ein guter Koch, … ähm … äh … wenn es schmeckt und gut aussieht.
  • [Stille.]
  • So. Oder?
  • N… n… nein. Also ich würde den Koch vom Künstler dann abgrenzen, wenn … äh … äh … was Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist. Also wenn er sich selber eher als Koch sieht, dann ist er Koch. Wenn er natürlich … äh … sich stärker als Künstler betrachtet, dann ist er Künstler. Also ich … ich …
  • Koch wirklich Künstler?
  • [Sperren: Ja, aber.] Aber würdest du jetzt einen Koch Künstler nennen, wenn er dir einen Teller präsentiert mit einem schauderhaft ausschauenden … äh … äh … Nudel-Bolognese-Dingsdabumsda? Was auch schrecklich schmeckt! Würdest du ihm dann sagen: Du … Sie sind aber kein Kochkünstler? So? Sondern Sie sind halt jemand, der das nicht hinbekommt …
  • Nein. Das ist eine Frage, wie … wie … wie du … Also die Frage, die du eigentlich stellst, ist, wie definiere ich Kunst. Nämlich gibt es gute und gibt es schlechte Kunst.
  • Intention Intention eines Kochs
  • [Entrüstet:] [Sperren: Nein! Nein nein nein nein!] [Schnell gesprochen:] Nein nein nein nein. [Sperren: Du] hast gerade den Koch mit reingebracht. Oder ich hab' davor was anderes reingebracht. Die Frage ist doch aber beim Koch: Ein Koch gibt es, … äh … weil es Menschen gibt, die halt Hunger haben. Die gerne etwas essen wollen, was vielleicht noch schön aussieht. Je nach Restaurant.
  • Ja, aber es … äh … Kunst beinhaltet doch, was ich gesagt habe. Eine Begabung, oder etwas … etwas besonders gut zu können. So.
  • Ein Koch kann etwas besonders gut. Okay.
  • Wenn ich jetzt einen Teller serviert bekomme, wo einfach alles nur hingepackt ist. Lieblos.
  • Ja?
  • Äh … ähm … Geschmacklich auf keinem Niveau …
  • Ja?
  • Äh … Dann … Dann … Dann fällt das ja schon gar nicht mehr unter den Begriff der Kunst. Wenn allerdings etwas … etwas Neuartiges kommt. Dass er da mit bestimmten Gasen experimentiert hat. Tiefgefrorene Früchte … äh … äh … ähm … Farbig, mit Wildkräutern und … äh … Dann entsprechendes Ambiente und das … äh … ähm … wiederholt macht. Dann würde man ihn wahrscheinlich schon als Künstler bezeichnen.
  • Koch und Kreativität
  • Ich würde ihn dann … Ich würde das Wort Kreativität dann benutzen. Koch und kreativ sein.
  • [Pause.]
  • Es ist die Frage, was …
  • Hässlich = Kunst
  • [Unterbricht:] [Sperren: Kunst]. Ist Kunst nicht kreativ?
  • Du … Na du gehst jetzt ja von deinem Begriff aus … Also was für dich Begabung oder Handwerk … Da hast du recht. Wenn … Wenn du jetzt so argumentierst. Dann ist natürlich der Koch … äh … Der … Der hat ein Handwerk gelernt und gleichzeitig irgendeine Begabung. Etwas schön aufzutellern. Geschmacklich. Und so weiter. Äh … Weißt ja was. Ich hätte jetzt aber eingeworfen … äh … Für mich wäre es einfacher zu sagen: Wenn etwas hässlich schmeckt und etwas hässlich aussieht, dass das Kunst ist. Als wenn etwas schön aussieht. Weil wenn etwas schön aussieht und du kaufst es dann, dann wirkt es … Dann wird es ganz schnell zu einem Produkt. Und ist für mich nicht mehr Kunst. In dem Moment Moment . Sondern es ist ein Kunstprodukt. Was man kaufen kann. Und ich würde eben unterscheiden zwischen Kunst und zwischen … äh … Kunst, die man macht, um um gekauft zu werden. Damit man Geld verdient. Wovon du ja ausgehst. Der Ausgangspunkt … äh … Nicht Ausgangspunkt. Sondern, dass Kunst ein Geschäftsmodell ist.
  • Das ist deine Definition von Kunst. Ja.
  • [Sperren: Ja]. Aber das ist jetzt mein Problem. Eben. Ich … äh … ähm … Ich versuche dich zu verstehen. Und ich verstehe dich auch. Weil du es davor gesagt hast mit Können und mit Handwerk oder Begabung. Und das du jetzt eben sagst, ein Koch ist für dich dann sozusagen … äh … Künstler. So. Wo ich halt anderer Meinung bin. Weil das ist für mich halt … ähm … äh … das Geschäftsding. Dieses Modell. Geld zu verdienen. Mit Kunst. Gehört bei mir in Kunst gar nicht rein. Eigentlich. Aber wie lösen wir das? Ich will's ja gar nicht lösen! Ich will es ja eigentlich verstehen.
  • Kunst im weiterem und engeren Sinne
  • Ja. Ja. Die Wissenschaft in der ich arbeite, … die … ähm … arbeitet dann zum Beispiel auch mit Begriffen wie Kunst im weiteren Sinne. Kunst im engeren Sinne. Äh … Kunst auf bestimmte … ähm … bestimmte … Bereiche beschränkt.
  • Kannst du das mal erläutern. Was du damit …
  • Na ja. Zum Beispiel … ähm … Kunst im weiteren Sinne ist … äh … vielleicht alles das, … äh … was ein Mensch … ähm … schafft. Ähm … Mit … ähm … entweder einer gewissen [Sperren: Begabung] oder mit einem gewissen [Sperren: Können]. Und … äh … Aber das macht ihn vielleicht … ähm … im weiteren Sinne zu einen Künstler.
  • Was heißt [Sperren: weiter]? Also wo die Definition noch ganz offen ist?
  • [Sperren: Genau.] Wie so einen Trichter muss man sich das …
  • Metapher Trichter
  • Okay.
  • … vorstellen. Ja? Oben fällt erst einmal alles rein. Also auch die Hausfrau, die zu Hause hundert Topflappen … äh … äh … knüpft … Topflappen, Anu Tuominen topflappen-k.jpg
  • Okay.
  • … und auf dem Markt verkauft. Würde sich vielleicht als Künstlerin bezeichnen. Weil sie macht Kleinkunst. Ja? Oder die Töpferin macht … äh … und … und ganz mies aussehende Tassen herstellt. Ähm … Und auch schlecht glasiert. Ähm … Würde sich vielleicht als Künstlerin bezeichnen. Weil sie etwas mit ihren eigenen Händen schafft.
  • Mhm.
  • Mit ihrer eigenen Kreativität.
  • Mhm.
  • Aber beides hat halt bei ihr … mhm … mhm … ihre Grenzen. Ja?
  • Mhm.
  • Merkt sie vielleicht auch daran, dass sie … ähm … dass keiner Interesse an ihrer Kunst …
  • Ja.
  • … Kunst findet. Ähm …
  • Also dass es niemand kaufen will.
  • Äh … Dass es … Ja. Und keiner geschenkt haben will. Wie auch immer. Also man interessiert sich einfach nicht für das, was sie tut. Und wenn sie … Und wenn ich jetzt den Trichter immer enger fasse. Immer enger fasse. Und sage … äh … Was ist denn, was bleibt am Ende als Kunst im [Sperren: engeren] Sinne übrig … äh … Da komm… Da nähere ich mich vielleicht eher deinem Begriff. Ähm … äh … Da ist dann wirklich derjenige, … äh … äh … wo der Künstler im Vordergrund steht. Wo sein … Wo … ähm … sein Schaffen im Vordergrund steht. Wo … ähm … seine Wiedererkennbarkeit im Vordergrund steht. Äh …
  • Kunst als Marke
  • Das ist [Sperren: Marke] für mich. Das hat für mich dann wieder nichts mit Kunst direkt zu tun.
  • Das weiß ich nicht. Also ich glaube, … äh … äh … selbst wenn …
  • [Unterbricht:] Wenn du jetzt so …
  • Ja aber ich glaube, dass jeder … äh … ähm … jeder Museumsbesucher, also der irgendwie zweimal im Jahr ein Museum besucht, der erkennt bestimmte Pinselstriche oder Führung wieder. Und ich würde auch immer wieder einen Richter erkennen. Einfach in seiner Arbeit. Ähm … Also warum soll ich das denn so als negatives abgrenzen …
  • [Unterbricht:] [Sperren: Ich habs doch gar nicht neg… Aber … Aber …] Aber da fiel mir der Begriff Marke ein!
  • Ja!
  • Weil es da genau darum geht, etwas zu schaffen, was man wiedererkennt. Wie beim HGB Rundgang HGB Rundgang , wo die Leute, die unten im Flur waren, ein Geradenbild Geradenbild gesehen haben. Im Klassenraum: "Das hab' ich doch schon gesehen!". Das ist eine Marke. Am Ende. Hat aber nichts direkt mit Kunst zu tun. Sondern das ist halt eine Möglichkeit sozusagen sich selbst zu definieren in einem riesengroßen Gebiet, wo tausend Leute unterwegs sind. Aber ganz kurz noch einmal. Bevor du auf den inneren Kreis eingehst. Hausfrau, Lena Zehringer, 2015 hausfrau-k.jpg
  • Geldverdienen als Ausgangspunkt
  • [Pause.]
  • So. Du hast angefangen mit dem Trichter. Ganz oben. Äh. Wo auch jede Hausfrau und so weiter reingehört. Und du hast aber gleich irgendwie das mit dem Verkaufen im Hintergrund gehabt. Ähm … Also es gehört sozusagen ganz ganz als Basis irgendwie … Dieses Verkaufen. hab' ich dich richtig verstanden? Also ich will es jetzt nicht vorwerfen. Ich will jetzt erst einmal wissen, ob du das meintest. [Sperren: Warte mal.] Weil, [Sperren: wenn] du das meinst, dass dieses Geldverdienen, also die Geschäftsidee … Ne?… Äh … Wenn das mit Ausgangspunkt ist … Was siehst du denn dann bei all den Künstlern, die Kunst machen, die … die vielleicht ausgestellt werden in irgendwelchen Offspaces, aber die nie gekauft werden. Oder das sind Arbeiten, die gar nicht gekauft werden können. Weil sie so abstrakt sind, so … so … ähm … so leicht. So luftig. Sozusagen nur in dem Moment existieren. Und wo die trotzdem noch sagen würden: Ich bin Künstler!
  • Anfang und Ende von Kunst
  • Das Problem ist halt … Es ist schwierig halt zu … zu … Der Begriff ist so schwer zu fassen. Wo beginnt Kunst und wo endet Kunst.
  • [Sperren: Aber] du hast einen Trichter gemacht!
  • Äh … Genau. Dieser Trichter ist halt … ähm … Weil er sehr bildhaft ist. Das ist halt eine sehr schön … schön … schöne Metapher. Ja? Äh … äh …
  • Du hast aber bereits angefangen mit …
  • Beuys Joseph Beuys Fettecke
  • Zum Beispiel Beuys. Diese Fettecke. Ja? Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys fettecke-k.jpg
  • Ja.
  • Also. Ähm … Da würde man vielleicht auch sagen: Das ist etwas, … äh … Das hast du zwar selbst geschaffen und … ähm … äh … vielleicht erkennt man dich auch wieder, weil du hast auch andere Dinge geschaffen, die irgendwie mit Fett zu tun haben.
  • Na hat er ja auch gemacht.
  • Ja. Ähm … Äh … Äh … Aber … äh … äh … Es gibt vielleicht kein Interesse. Oder es gibt vielleicht keinen Markt. So. Und das ist halt ganz interessant …
  • Den gab's aber.
  • Erfolg Erfolg nach Tod Sterben des Künstlers
  • Äh … Später ist der erst dazugekommen. Also es gibt ja auch viele Künstler, … äh … die zeitlebens … äh … eben nicht … ähm … äh … äh … Wo ihre Fähigkeiten nicht gesehen worden sind. Sondern erst nach ihrem Tod. Posthum. Haben sie halt … äh … äh … ähm … Haben sie halt Erfolg erlangt.
  • Weil sie gesehen wurden, aber abgelehnt wurden?
  • Zum Beispiel.
  • Also wie van Gogh Vincent van Gogh als Klassiker-Beispiel. Selbstporträt Selstbildnis mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh gogh-k.jpg
  • Kunstbegriff abhängig vom gesellschaftlichen Wandel
  • Das zeigt zum Beispiel ganz klassisch, dass der Kunstbegriff dem … dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist. Also …
  • Genau.
  • Es gibt Zeiten, in denen …. äh …, wo man das nicht als Kunst verstehen würde.
  • Ja.
  • Und es mag andere Jahrhunderte geben, wo man das wiederum ganz anders sieht.
  • Genau. Und jetzt … Jetzt sind wir aber im Hier und Jetzt. Und jetzt redest [Sperren: du].
  • Wann ein Markt vorhanden ist
  • Genau. Und … äh … Ich sage, dass zum Beispiel die … äh … Wiederverkaufbarkeit oder das Materielle … der materielle Wert eines Kunstwerkes … eines Kunststücks … äh … sich eben auch messen lassen kann in Geld. Also wenn … Wenn ein Markt da ist. Für diese Kunst. Dann wird auch … Dann … äh … sieht man in dem Stück schneller Kunst … ähm … Und ist vielleicht auch … Und der Wert steigt auch schneller, …
  • Mhm.
  • … als wenn dieser Markt nicht da wäre. Und deswegen ist eben … äh … äh … Keiner würde sich … ähm … eine Fettecke in seine Wohnung [Sperren: wünschen].
  • Ja.
  • Gleichwohl … ähm … hat man es in Museen … äh … zeigen [Sperren: wollen]. Diese Art von Kunst. Äh … Und … äh … Der Bundestag war ja bereit, für öffentliche Kunst ja sehr viel Geld auszugeben. Ich erinnere mich an diesen Tisch. Mit diesen zwei Stahlkugeln. Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys aggregat-k.jpg
  • Mhm.
  • Tisch mit Aggregat (siehe Umzugskarton Freiburg)
  • Also wo jeder denkt: Ähm … Hat man das dort stehen gelassen? Beim Umzug? Welche Bedeutung hat das ganze? Ja? Äh …
  • Wo war das? Im Bundes…
  • Im Bundestag.
  • Steht das immer noch da?
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Äh … Also ich kann mich erinnern, dass, als Frau Merkel damals glaube ich Bundeskanzlerin geworden ist, hatte man überlegt … Oder Woltar Ries … Rita Süß … Rita Süssmuth war das glaube ich. Die damalige Bundestagspräsidentin. Dass man Geld ausgegeben hat für öffentliche Kunst. Oder für Kunst im öffentlichen Raum. Soviel mehr …
  • Mhm.
  • Ähm … Und damals hatte man dann eben diesen Tisch mit den zwei Stahlkugeln gekauft. Äh … ob's den heute dort noch gibt, das weiß ich nicht.
  • Wir können noch einmal recherchieren.
  • Aufschrei Bevölkerung, Banalität
  • Ja. Aber für mich … Damals habe ich schon in der Zeitung gelesen … Dieser Aufschrei, warum gibt man soviel Geld für etwas aus, für sowas Banales aus. Ja? Und so. Äh … Natürlich wird jetzt die eine Seite sagen: Ja, der Künstler hat sich dabei was gedacht! Und da kann man ganz viel hineininterpretieren und so! Und die andere Seite sagt: Ja [Sperren: toll]. Das ist halt Holz und Stahl. Ähm …
  • Genau um diese Seite geht's mir. Jetzt übrigens. Jetzt verstehst du das.
  • Und … ähm …
  • Steuergelder
  • Und zwar das ist die Seite, die … die das Volk repräsentiert. In den Pressemitteilungen. Wo dann halt hinterfragt wird, warum wird dafür so viel Geld … Steuergeld … ausgegeben. Weißt du?
  • Markt als Spiegel Spiegelbild für Akzeptanz Kunst
  • Ich … Als … Um das noch einmal zu sagen: Ich glaube halt, dass der Markt ein sehr guter Spiegel dessen sein kann … äh … was gesellschaftlich als Kunst akzeptiert wird.
  • [Unterbricht:] Er ist aber noch nicht im Trichter automatisch oben. Sondern er könnte sozusagen ein … ein … nicht Indiz … sondern ein … ein … doch, ein Indiz dafür sein, dass es sich um Kunst handelt.
  • Kunst ist, wenn jemand sagt, es ist Kunst
  • Erst einmal ist es oben drinne. Weil jeder der sagt: Das ist Kunst, … Das kann ich ihm ja erst einmal nicht absprechen. Also wenn er das mit einer gewissen … ähm … Ja doch! Vielleicht will ich … will ich oben den Trichter gar nicht so eng machen. Ähm. Und gar nicht davon sprechen, er braucht eine bestimmte Begabung und ein bestimmtes Können. Vielleicht [Sperren: glaubt] er ja diese Begabung oder das Können zu haben. Äh … äh …
  • Ja.
  • Es entspricht aber nicht meinem … äh … Kunstverständnis. Oder meiner Ästhetik. So. Und … Aber nur weil er der Meinung ist, … äh … das wäre schon Kunst, gehört er erst einmal oben in den Trichter mit rein.
  • Also machst du es dann ganz offen. Sozusagen.
  • Genau. Kunst im weiteren …
  • Das finde ich gut.
  • … äh … Kunst im weiteren Sinne.
  • Kunst im weitesten Sinne
  • Im [Sperren: weitesten] Sinne. Sozusagen.
  • Sogar im [Sperren: weitesten].
  • Sobald eine Person sagt, … äh … das ist Kunst, dann ist es eigentlich Kunst. Egal ob man es jetzt begründen kann oder nicht. Aber er hat halt das Wort mit dem Objekt verbunden.
  • Na ja. Moment. Nein nein. Ich nehme da schon eine Einschränkung vor. Und zwar nicht nur deswegen, weil er sagt, er behauptet, es sei Kunst. Das reicht mir nicht aus. Sondern ich … Er glaubt, dass er eine gewisse Begabung und Können hat. Das ist für mich schon [Sperren: rudimentär]. Diese Begabung oder das Können. Denn … äh … Es kann nicht sein … Ich halte jetzt hier eine Cola-Flasche hoch. Ich mache das jetzt gerade mal! [Hebt eine Cola-Flasche hoch.] Und sage: Genau diese Cola-Dose und genau dass die Cola jetzt zu einem drittel nur noch gefüllt ist, dass macht's jetzt zu einem … zu Kunst. Ja?
  • Ja.
  • Leider vergängliche Kunst. Aber vielleicht ist das … ähm … Genau. Es ist ein Moment. Eine Momentaufnahme.
  • [Sperren: Warte mal.] Das sagst du jetzt als jemand, der Künstler ist oder als jemand, der …
  • Nein. Ich will nur gerade sagen: Äh … Das reicht für mich nicht aus. Ja? Nur weil ich das jetzt als Kunst bezeichne. Diesen Moment. Ähm … Macht's das nicht zur Kunst. Und gehört auch nicht in diesen Trichter rein.
  • Sicht des Künstlers und Betrachters auf ein Objekt
  • Darf ich dich da ganz ganz kurz unterbrechen? Bitte.
  • Okay. Mach's.
  • Redest du jetzt als Alexander, oder redest du als jemand, der Künstler ist. Und diese Flasche hoch hält. Und … Also normalerweise Kunst macht und jetze … … Weil das ist ein [Sperren: ganz] großer Unterschied.
  • Nein nein nein nein. Also im … Ich rede jetzt als Privatperson.
  • Als Alexander.
  • Genau. Weil ich will abgrenzen. Nicht, weil jemand - egal was er ist - sagt, das ist Kunst, wird es zu Kunst.
  • [Sperren: Auch …] Auch wenn ein Künstler das sagt?
  • Auch wenn ein Künstler das sagt.
  • Auch wenn du das zwanzigmal wiederholst. Ist es dann nicht eine Kunst-Performance Performance ?
  • Künstler muss überzeugt sein, Kunst zu machen
  • Nein. Da muss man sich wieder überlegen, … äh … äh … ob in dem, was er macht, nicht doch ein Stück … [Sperren: Nein nein.] Halt. Die Abgrenzung, die ich vornehmen wollte, war eine andere. Und zwar habe ich gesagt: Der Künstler, oder derjenige der das hoch hält, muss auch selber davon überzeugt sein, dass er das mit einer gewissen Begabung oder einem gewissen Können macht. So. Und wenn du mir sagst, ein Künstler macht zwanzigmal einen … schwarzen Strich … 55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam strich-k.jpg
  • Ja.
  • … aufs Blatt Papier. Und stellt das dann in einer Sammlung aus.
  • Ja.
  • Reicht es mir nicht, dass er sagt: "Das ist Kunst". Dann landet er noch nicht in dem Trichter. Sondern er landet nur dann drinne, wenn er auch [Sperren: glaubt], dass er das mit einer gewissen Begabung oder einem gewissen Können gemacht hat.
  • Formen auch von Kindern umsetzbar, ohne Begabung und Handwerk
  • Aber ein Strich kann schon ein Baby machen. Da brauche ich keine Begabung und kein Können.
  • [Pause.]
  • Ein [Sperren: Können]. Er braucht eine Hand. Er braucht … Er muss einen Stift halten können. Ist das für dich schon ein Handwerk?
  • Also ich gebe zu … Ich gebe zu, diesen Aspekt, den ich da mit reinnehme … in diesen weiten Trichter, ja? Äh … Ist etwas, was man objektiv nicht wahrnehmen kann. Sondern was nur derjenige, in seiner subjektiven Wahrnehmung selbst entscheiden kann. Nämlich … Mache ich das, weil ich mir darüber Gedanken gemacht habe?
  • Mhm.
  • Mache ich das, weil ich mich vielleicht sogar abgrenze von anderen? Weil die … ähm … nicht auf die Idee gekommen sind. Das ist einfach [Sperren: genial]. Zum Beispiel sich auf den Moskauer … Moskauer Platz stellen und nackt auszuziehen. Oder wie es andere machen halt: Ich stelle mich auf einen großen Platz und lass hundert andere Menschen nackt ausziehen. Und mache ein Foto davon, ja? Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski fixierung-k.jpg
  • [Pause.]
  • Unterschied zu Kindern: Idee
  • Äh … Also die Idee, die dahinter steckt, macht's dann wieder zu dem Begriff. Er sagt, es [Sperren: ist] Kunst. Er hat sich auch … Er glaubt auch, dass es selbst Kunst ist. Weil er das mit einer gewissen Nachhaltigkeit macht. Weil er sich Gedanken …
  • Mhm.
  • … darüber gemacht hat. Weil er glaubt, andere wären nicht auf diese Idee gekommen. Damit landet er erst einmal per se in diesen weiten Trichter. Ob er dann am [Sperren: Ende] immer noch als Kunst definiert wird … das ist dann … ist dann ein Prozess. Das ist ja ganz schwierig, was am Ende übrig bleibt.
  • Okay. Ganz ganz kurz noch.
  • Ganz ganz kurz. Schmähgedicht.
  • Kritik am Interview
  • Du redest die ganze Zeit!
  • Ja deswegen werde ja auch [Sperren: ich] interviewt!
  • [Ganz laut:] [Sperren: Ja aber ich will ja Zwischenfragen stellen!] Ansonsten vergesse ich das nämlich.
  • Schmähgedicht und Kunstfreiheit
  • Deswegen … Zum Beispiel auch dieses Schmähgedicht. Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW schmaehgedicht-k.jpg
  • Äh … äh … Derjenige, der das geschrieben hat, hat … war der Meinung, … äh … er … äh … dieses Schmähgedicht, das was er gemacht hat, untersteht dem Kunstbegriff. Und der Kunstfreiheit. Ja?
  • Ja.
  • Ähm … Und … äh … Rechtsanwälte mussten sich … Und Richter mussten sich dann damit beschäftigen, ob er unten am Ende, wo der Trichter am Ende rauskommt, oder wo das Gesetz ansetzt vielmehr, ob es denn auch wirklich dem … äh … äh … Kunstbegriff im Sinne des Gesetzes unterstellt.
  • Mhm.
  • Äh. Und nur weil jemand ein Gedicht schreibt und da irgendwie … äh … frech jemand … ähm … vorwirft, mit Ziegen zu ficken … äh … äh … Das reicht für mich nicht aus! Also das ist ja …
  • Was ist dabei rausgekommen?
  • Ähm. Also …
  • Ich hab's nicht mitbekommen.
  • Ich … Ich hab's auch nicht bis zum Ende verfolgt. Aber zumindestens wurde er glaube ich freigesprochen. Ähm …
  • Aus einem anderen Grund. Weil …
  • Nein. Die Gerichte haben es unter der Kunstfreiheit …
  • Okay.
  • … der noch zulässigen Form … Also … Es war eine Gratwanderung. Aber sie haben es noch darunter …
  • Satire / Gratwanderung
  • Gut. Aber eine Gratwanderung ist ja schon einmal was, was die … Na, wie heißen die, die das machen? … Ähm … Na wie … Was ist der denn? Nen … ähm … Der die Leute auf die Schippe nimmt. Und so. Das ist doch eine Gratwanderung. Zwischen … Ach Mensch, wie heißen die denn? Weißt … Weißt du …
  • Satire?
  • [Sperren: Satire!]
  • Ja.
  • Das ist doch eine Gratwanderung. Also das ist doch klar. Da wird dann die große Frage gestellt: Ist es noch Kunst oder eben nicht. Aber das ist doch dann gut! Also … Ich meine, er wandert dann ja genau dort, wo solche Fragen eben aufkommen. Die jetzt bei dem Leinwand-Bild …
  • Ja.
  • … nicht aufkommen.
  • Genau. Und jetzt muss er sich abgrenzen. Der nächste stellt sich hin und schreibt auch ein freches Gedicht. An die Bundeskanzlerin.
  • Mhm.
  • Ja? Und ist jetzt …
  • Passiert bestimmt oft.
  • … der Meinung, … ähm … auch [Sperren: ich] falle jetzt unter diesen Kunstbegriff. Das [Sperren: muss] aber nicht so sein. Weil …
  • Schmähgedicht = Kunst, da Gedichtsform?
  • [Unterbricht:] Obwohl es in Gedichtform ist? Also sozusagen Handwerk ist?
  • Ja, aber ich glaube, in dem Moment hat auch mehr eine Rolle gespielt … Und zwar, dass er eine Person im … äh … im … in der öffentlichen Wahrnehmung ist. Er ist Moderator. Er ist im Fernsehen Fernsehen aktiv. Äh … Das ist was ganz anderes, als wenn's eben … äh … der … der Bauarbeiter zu Hause verfasst und an die Bundesregierung ein Gedicht schickt … äh … Wo er halt die Bundeskanzlerin beschimpft. Ja? Also das kann sehr wohl …
  • [Unterbricht:] Aber ein Gedicht ist es.
  • Nicht jeder, der denkt, Kunst zu machen, ist Künstler
  • Aber ein Gedicht. Aber da kann man sehr wohl dazu kommen, dass das eben einfach nur noch den Tatbestand der Beleidigung erfüllt. Äh … Aber nicht mehr unter dem Begriff der Kunstfreiheit fällt. Also diese … Diese … Diese Differenzierungen … Die sind so … so … so klein. Also so … Ja wie soll ich sagen? Ähm … Man muss halt gucken. Nicht … Nicht jeder, der von sich behauptet, Kunst zu machen, oder Künstler zu sein, fällt für mich in diesen Trichter rein.
  • Okay. Darf ich ganz ganz kurz da jetzt erst einmal fragen. Bevor ich zu meiner eigentlichen Frage komme.
Tourists II, 1988, Duane Hanson
Tourists II, 1988, Duane Hanson
Museum Barberini, Potsdam
Museum Barberini, Potsdam
Diplom Theorie Interview mit Alexander, nach Potsdam gefahren (Notizen von morgen) transkribiert von 9:36 bis 10:54 12 Minuten Gespräch <-> 78 Minuten Bearbeitung = 1 Minute <-> 7 Minuten Gespräch mit Alexander
  • Einleitung
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Ich mach' mal das Radio aus, ja?
  • [Keine Radiogeräusche mehr.]
  • Bitte hinzusetzen!
  • [Lacht.]
  • Na ja, es geht jetzt bloß darum, dass man es hört. Weil wenn du jetzt da stehst, dann hört man das nicht so gut. Ich kann auch immer das Diktiergerät mitnehmen und vor deinen Mund halten.
  • [Pause.]
  • Bitte antworten. Sofort antworten!
  • Bin gespannt.
  • Erst mal, wir machen das ganz locker. Ich werde jetzt nicht irgendwie detaillierte Fragen sofort aufwerfen, sondern wir werden uns langsam rantasten und einfach so reden, wie wir das immer machen. Ganz normal. Und du hörst mal bitte auf in der Zeitung rum … [Sperren: Hallo] … Wir machen ein Interview!
  • Du hast gerade gesagt ganz norm…
  • [Sperren: Nein] … Gib das her!
  • Wenn wir uns unterhalten, dann haben wir das auch gemacht.
  • Nein, das hast du nie gemacht. Du hast immer in meine Augen hineingeblickt. In meine rehbraunen Augen. So.
  • [Geräusche. Lachen.]
  • Okay also. Wir haben doch darüber telefoniert. Und ich wollte dir noch ganz kurz sagen, worum es mir eigentlich geht. Okay?
  • [Zustimmend.] Mhm.
  • Frage nach Definition von Kunst
  • Mir geht's darum … ähm … aufzuzeichnen, wie halt Leute, die nichts mit Kunst eigentlich zu tun haben, also die nicht im Kunstbetrieb Kunstbetrieb sind, die keine Künstler sind, die keine Galeristen oder Kuratoren oder so … Wie die halt … Oder was sie über Kunst denken. Und was sie für Kunst halten oder für gute Kunst halten. Okay?
  • Ähm. Nenn' die Grenze noch einmal ab. Du sagtest "Die mit Kunst nichts zu tun haben". Aber wir umgeben uns ja mit Kunst.
  • [Beide reden durcheinander.]
  • Bedeutung Betrachter für Kunstsystem
  • Die nicht in die Kunstkreisen drinne sind. Sagen wir es so. Die nicht im System eine Rolle spielen.
  • Aber der … Aber die Konsumenten spielen ja die größte Rolle in …
  • Du bist … Das ist eine gute Frage … Aber du bist maximal ein Ausstellungsbesucher, der Kunst betrachtet. Tourists II, 1988, Duane Hanson Duane Hanson tourist-k.jpg
  • Also bin ich ja Teil der Kunstszene.
  • Dem würde ich jetzt mal widersprechen. Du bist lediglich ein Konsument Konsum . Der konsumiert. Der vielleicht privat seine Meinung äußert. Der im Kunstbetrieb aber nicht irgendwas ändern würde oder dort eine Diskussion anstacheln würde.
  • Aber das … Bist du dir sicher, dass du diese Abgrenzung an der Stelle schon vornehmen willst? [Sperren: Weil] … ähm … Weil du dann ja sozusagen schon Kunst vordefinierst.
  • Mach' ich doch gar nicht.
  • Warum bin ich nicht auch Künstler?
  • Das können wir gleich erörtern.
  • Ja.
  • Nee, warum [Sperren: du denkst], dass du es bist. Wenn … Wenn … Wenn dem so wäre …
  • Ja genau. Dann würdest du ja das Interview nicht mit mir führen, wenn ich nicht selbst zum Kreis dazuzählen würde.
  • Ja okay. Dann sag' ich dir, wohin … was meine Intention Intention ist. Ich bin jetzt Kunststudent Kommilitone . Das heißt, ich bin an einer Hochschule, wo andere Kunststudenten sind, wo Professoren sind, wo sich irgendwelche Kuratoren treffen. Wir gehen auch in Ausstellungen von der Klasse aus. Wir haben auch Exkursionen und so weiter gemacht. Das heißt, wenn dort eine Frage auftaucht, was ist eigentlich Kunst in irgendeinem großen … [Nicht verständlich, 3:20.] oder so, dann wird das halt gleich … äh … äh … ähm … Na wie heißt das? … äh … Kunst … so ein bisschen wissenschaftlich betrachtet. Oder wo dann halt gesagt wird, der Künstler hat in dem Jahr diese Frage gestellt … Kunsthistoriker haben darüber diskutiert und so weiter … Und dann wird es aber so theoretisch und hat eigentlich gar nichts mehr damit zu tun, worum es mir eigentlich geht! Und zwar um den Besucher, der sich die Kunst ja angucken soll am Ende. Nicht der Kurator kuratieren soll es sich angucken, nicht der Professor. Also nicht generell. Sondern ein ganz Normaler in der Gesellschaft … der irgendeine andere Tätigkeit nachgeht.
  • Okay, dann können wir uns vielleicht darauf verständigen, dass du die Interviews mit denjenigen führen willst, die nicht Kunst studieren.
  • Nein! Die nicht im Kunstbetrieb … äh … aktiv drinne sind. Dann lass uns es so machen. Die im Kunstbetrieb nicht aktiv drinne sind. Du bist es zum Beispiel nicht.
  • Teilnehmer Kunstbetrieb
  • Aber was heißt im Kunstbetrieb nicht aktiv?
  • Aktiv heißt, dass du den Kunstbetrieb mitgestaltest. Dass du sozusagen … ähm … nicht bloß eine private Meinung hast, sondern … Dass du deine Meinung dort auch äußerst … In diesem Kunstraum.
  • Also die die Kunst … Ich gehöre … Also … Du grenzt die ab, die nicht … äh … Kunst schaffen.
  • Genau.
  • Die nicht aktiv Kunst schaffen.
  • Du kannst Besucher sein von einer Ausstellung. Aber solange … [Sperren: Nee], es geht noch nicht einmal um Kunst schaffen, sondern … Ein Kurator schafft jetzt auch keine Kunst, sondern der organisiert das ganze drumherum. Der sagt, was er von der und der Arbeit hält. Wie die mit dem im Verhältnis und so weiter stehst. Und gestaltet dann die Ausstellung. Es geht mir wirklich um die, die nicht im Kunstbetrieb etwas aktiv mitgestalten. Und das bist du zum Beispiel. Das ist Oma zum Beispiel. Das ist Christian zum Beispiel. Das sind meine Eltern, die auch in Ausstellungen vielleicht gehen, aber eben mehr nicht tun. Weil … Warte mal ganz kurz. Das will ich eben noch sagen. Weil … ähm … Mein Gedanke ist eigentlich, dass Kunst ja eigentlich für die Menschen gemacht wird.
  • [Pause.]
  • So.
  • [Pause.]
  • Meinung vom Ausstellungsbesucher, unverständliche Kunst
  • Und jeder Mensch redet ja darüber. Also jeder hat dann seine Meinung. "Hä? Das finde ich oll!" "Das finde ich interessant!" Weißt du? Sowas. Das kommt ja immer im Museum. Gleichzeitig hab' ich aber das Gefühl, dass viele Ausstellungen … äh … die Arbeiten vieler zeitgenössischer Ausstellungen so komplex, so kompliziert … so … minimalistisch … Wie jetzt dieses Beispiel von diesem Bild, wo ich gesagt hab, da gibt's den Künstler Rauschenberg Robert Rauschenberg , der hat nur weiße Leinwände irgendwann mal gemacht und die hängen jetzt im Museum. Da war ich jetzt halt in München in einer. Da hängen so große Leinwände. Zwei. So. Und das ist ganz große Kunst. Die wird teuer gehandelt … Glaube ich. Und die … Und die bedeutet was. Aber wenn du jetzt als Ausstellungsbesucher, der nicht Kunst studiert hat, der kein Kurator und so ist, der davor steht, behaupte ich, kannst du damit erstmal gar nichts anfangen.
  • Hobbykünstler Hobbykünstler
  • Ja aber woher weißt du denn, dass ich nicht … äh … Musik mache? Oder woher weißt du, dass ich keine Gedichte schreibe?
  • [Unterbricht.] [Sperren: Das möchte ich] jetzt eben mit dir … äh … äh … Das möchte ich jetzt aus dir herausbekommen.
  • Na dann würde ich doch auch zum Kunstkreis zählen.
  • Das kommt darauf an, für wen du die Gedichte machst. Es gibt ja Hobbymaler oder Hobbydichter, die das dann machen und halt als Postkarte zu Weihnachten irgendwie der Familie schicken. Oder so.
  • Zum Beispiel.
  • Die … Aber das ist dann wieder ne Privatsache. Es gibt ganz ganz viele Hobbykünstler, die das sozusagen …
  • [Nicht verständlich, 6:12.]
  • … privat machen. Die Spaß daran haben. Aber die nicht reflektieren tun.
  • Wenn … Wenn ich jetzt … äh … ähm … ähm … Topflappen häkeln würde, die ich jetzt als Kunst empfinden würde …
  • Ja.
  • … und auf dem Wochenmarkt zu Weihnachten verkaufen würde …
  • [Zustimmend.] Mhm.
  • Dann würdest du mich allerdings der Kunstszene dazuzählen. Zum Kunstbetrieb.
  • Ja. Jetzt haben wir das Problem, Kunst zu definieren. Was für dich Kunst ist …
  • Ja genau. [Nicht verständlich, 6:34.]
  • Ich [Sperren: hab's] doch gar nicht abgegrenzt! [Sperren: Ich hab' lediglich gesagt]: Mir geht es darum, die nicht aktiv im Kunstbetrieb sind. Oder willst du mir jetzt sagen du bist aktiv am Kunstbetrieb beteiligt?
  • Ja wenn ich Topflappen häkel …
  • Machst du Topflappen?
  • [Lacht.] Ja, in der Tat, ich mach' es nicht.
  • [Sperren: Okay]. Dann haben wir doch die Frage schon geklärt. Und wenn du jetzt aber sagen würdest … Wenn du jetzt sagen würdest, du machst Topflappen und betrachtest die als Kunst und verkaufst die als …
  • Ja.
  • … Kunst, …
  • Ja.
  • … dann würden wir jetzt darüber reden, warum denkst du denn, sind Topflappen Kunst. Auch wenn normalerweise Topflappen eher als Handwerk Handwerk angesehen werden. Weil sie halt einen Nutzen haben. Weißt du. Dass man sie benutzt. Du machst sie im Endeffekt auch nur für den Verkauf.
  • [Zustimmend.] Mhm.
  • Du stellst sie ja nicht …
  • Okay. Okay. Ich lasse mich darauf ein und dann schauen wir mal … äh … wohin … äh … das führt.
  • [Pause.]
  • Was ist das? Hast du das [Fußnote: Das Gespräch.] aufgenommen?
  • Nein. Das ist mein Handy! [Nicht verständlich.] Ich hab' eine WhatsApp-Nachricht … bekommen.
  • Ja und? [Sperren: Hallo!] Ach so, du kannst aber mal dein Notebook … ähm … herholen. Damit wir immer gleich zugreifen können …
  • Mhm.
  • Das stellen wir einfach mal hier hin, dann haben wir …
  • [Computergeräusche. Geraschel. Pause.]
  • Also du weißt jetzt, was … ähm … was mich interessiert. Und warum es mich interessiert, was deine Meinung ist. Ne? Warum ich jetzt dieses Gespräch mit dir führen würde.
  • Äh … Ja.
  • Du bist [Sperren: nicht] aktiv im Kunstraum drinne und …
  • Deswegen nur so hab' ich nachgefragt, weil … ähm … ähm … äh … weil man natürlich auch in Interviews suggestiv vorgehen kann. Das heißt also …
  • voreingenommen, Kunst schon definiert?
  • Was heißt denn das?
  • Suggestiv ist … ähm … Also wenn du sozusagen vorher schon ne eigene Definition von Kunst hast …
  • [Unterbricht.] Ja hab' ich.
  • Du hast ja gesagt, du führst … mit den Anderen führe ich ein Interview. Damit grenzt du dich von den anderen ja schon einmal ab. Und damit hast du für dich auch schon eine Definition geschaffen …
  • [Unterbricht.] [Sperren: Vom Kunstbetrieb. Vom aktiven!]
  • [Nicht verständlich.]
  • Aber nicht von Kunst!
  • Das wollte ich jetzt nur sa…
  • Ich hab' doch jetzt nicht Kunst definiert. Ich hab' nur gesagt: Wenn du nicht etwas tust, was in diesem Betrieb …
  • [Pause.]
  • Ja.
  • Dann gehörst du für mich zu der Gesellschaft, zu der großen Masse, die erstmal nichts … [Sperren: direkt] damit zu tun hat. Außer das sie vielleicht mal in eine Ausstellung reingeht.
  • [Zustimmend.] Ja. Ja.
  • [Pause.]
  • Kunst und Gesellschaft
  • Und warum ich das eben mache, ist, weil ich … ähm … weil ich es selber interessant finde, dass nur ein paar Prozent der Gesellschaft Kunst ausübt. Kunst macht …
  • [Pause.]
  • [Ist abgelenkt.]
  • [Sperren: Hallo!]
  • Ich höre dir zu! Ich bin bei dir!
  • Und das irgendwie aber so rüberkommt, als wäre die Kunst etwas, was die Gesellschaft etwas angehen sollte und was die Gesellschaft … was in die Gesellschaft integriert werden sollte.
  • Ja.
  • Bildungsauftrag Museum
  • Deshalb gibt's ja Museen und so weiter. Damit die Masse an Mensch da halt reingeht. Die Werke betrachtet und eigentlich darüber diskutiert. und halt erregt ist oder so. Und wieder in den Alltag reingeht und … äh … etwas [Sperren: Kultur] mitnimmt.
  • Glaub' ich zwar nicht, aber …
  • [Unterbricht. Nicht verständlich, 9:28.] Na bei Museen denke ich das schon. Das ist ein Bildungsauftrag da. Oder? Bei Museen. Bei Galerien jetzt nicht. Die haben den Verkauf. Aber die sind ja trotzdem offen. Du kannst da reingehen. Aber ein Museum ist dafür da, die Bevölkerung … der Bevölkerung Kunst zu zeigen. Zu bilden, was dieses Bildende Kunst Ding anbelangt … Oder nicht?
  • Sicherlich wird … ist das ein Raum, wo Kunst zugänglich gemacht wird. Das mag sein.
  • Wo viel [Sperren: Geld] reingesteckt wird, damit Kunst zugänglich wird. Und das Geld wird ja am Ende von der Gesellschaft bezahlt.
  • [Pause.]
  • Nicht zwingend, aber …
  • Ich gehe jetzt von Museen aus, die staatlich oder von der Stadt oder so …
  • Na ja. Wir haben ja in Potsdam ganz neu … Hasso … also Hasso Plattner hat das neue Barberini mitfinanziert und zeigt dort seine private Sammlung. Also er hat die Sammlung angelegt zu Zeiten, wo er gar nicht im Kopf hatte, dass er diese Sammlung mal anderen zugänglich machen möchte. Außer sich selbst oder seinem Freundes- oder Familienkreis. Und … mhm … Ist jetzt im Alter angelangt, wo er das Gefühlt hat, er muss das … [Sperren: Was] mache ich mit den Werken, die ich in meinem Leben angesammelt habe?
  • [Lautes Geräusch.] Museum Barberini, Potsdam barberini-k.jpg
  • Und er hat sich entschieden, er möchte das, was er angesammelt hat, ner breiten Öffentlichkeit … Er hat auch keine Kinder, an die er es vielleicht vererben könnte. Und er will jetzt das, … äh … was er gesammelt hat, anderen zugänglich machen. Deshalb hat er sich zum Beispiel privat engagiert und hat jetzt … äh … mitgeholfen dieses Museum zu bauen … Das Barberini aufzubauen. Ähm … Und zeigt dort seine private Kunst. Also überhaupt nicht durch öffentliche Mittel kofinanziert sondern komplett privat. Äh … Und zwar nicht aus dem Gedanken heraus, nen Bildungsauftrag wahrnehmen zu wollen und auch nicht aus dem Gedanken heraus, … äh … ähm … mhm … Vielleicht nicht [Sperren: zwingend] aus dem Gedanken heraus, … äh … anderen diese Kunst zugänglich zu machen, sondern viel eher … äh … äh … äh … selbst getrieben … Was passiert mit der Sammlung nach meinem Tod Sterben . Keiner ist mehr da. Will ich, dass sie versteigert wird? Will ich, dass diese Sammlung, die ich angelegt habe, wieder aufgelöst wird und sich auf der Welt verteilt? Also vielleicht hat er ganz andere Gründe, warum er …
  • Na weißt du, was er …
  • [Reden durcheinander.]
  • In der [Sperren: Pressemitteilung] stellen die jetzt bestimmt sowas … äh … äh … ähm … Die Menschheit soll es erfahren, soll Teil daran haben. Es geht hier um Kunst und weiß ich nicht … ähm … So. Aber es ist immer was egoistisches am … ähm … Ende. Ne?
Diplom Theorie in Einleitung Daniels Dieter Daniels mit reinbringen (E-Mail vom 15.11.) Kunstbegriff "Ich würde nur vor der Frage der Definition von Kunst warnen - das ist ein komplexes und widersprüchliches Gebiet, für ein HGB Diplom nicht geeignet!" "Am Anfang der Recherche ploppt im E-Mail-Postfach eine Warnung auf. Der Professor schreibt. … Seine E-Mail endet immerhin mit 'bin gespannt!'." "Vor dem Kunststudium an der Hochschule war klar: Natürlich, ich bin Künstler! Ein verkanntes Genie Genie ! Ein Unentdeckter! Die Sorte von Künstler, die im Kämmerlein tüftelt, nie gesehen wird, sterben Sterben muss, bevor sie entdeckt wird. Im Studium fiel ich tief. Verdammt tief. Ich war nicht nur kein verkanntes Genie, ich war einer von vielen. Eine riesige Masse an Studenten mit unendlich vielen Ansichten. Erst mit Ende des Grundstudiums begann ich mich zu fangen. Jetzt war ich halt nur noch eins: ein Kunststudent Kommilitone mit vielen Fragen." "Doch schauen wir nun, was …" "Oma ist aufgeregt. Immerhin geht es hier um ihr Kunstverständnis. Kenner oder Kunstbanause! Ich beruhige und schiebe den Kecksteller in ihre Richtung." "Ich mache mich auf den Weg zu Alexander. Vor Jahren als Steuerberater unterwegs, heute irgendwas mit Krankenkasse. Sein Motto: Mach doch mal sowas wie der [Gerhard] Richter! Mir schien es bei bisherigen Gesprächen so, als wäre für ihn Kunst nur das, was Geld bringt. Schließlich muss die Wohnungsmiete bezahlt werden. Kunst ist sowas wie Handwerk Handwerk . Mit einem kreativen i-Pünktchen. Mehr nicht. Ich drücke auf die Klingel. Es summt, ich drücke. An der Wohnungstür erwartet mich Alexander." weitere Zitate "Der Künstler lebt vom Einfall, die Ratte vom Abfall und der Schlüsseldienst vom Zufall Zufall ." Erhard Horst Bellermann (* 1937, deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker) [Z2] [Bellermann, Dümmer for One, BoD 2003] "Kunst ist oftmals nur kodierte und zur Schau gestellte Frustration" Gerald Dunkl (* 1959, österreichischer Psychologe und Aphoristiker) [Z2] "Staphi über Newcomer: 'Sein künstlerisches Schaffen sprudelt nur so aus den finanziellen Quellen seines Vaters …'" Elmar Kupke (* 1942, deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph) [Z2] [Kupke, Der Stadtphilosoph 1, 1985] "L'art pour l'art ist längst abgelöst durch la science pour la science." Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer (* 1940, Professor für Interkulturelle Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) [Z2] [Kohlmayer, Die Schnake, Ausgaben 15+16] "Modern Art ist, so zu handeln, daß man hoch gehandelt wird." "In jedem Menschen steckt ein Künstler - aber wehe, wenn er rauskommt." Klaus Klages (* 1938, deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger) [Z2] "Irgendwann im Leben hat jeder Mensch die Vorstellung Künstler zu sein. Ein Glück, daß die meisten ihre 'Werke' gut versteckt halten." K. Michael Mühlfeld, Bonn [Z2] "An meinen Bildern müßt ihr nicht schnüffeln, die Farben sind giftig." Rembrandt Rembrandt van Rijn [Z2] "Sobald Kunst bloß gefällt wird es Zeit, daß sie fällt." Peter Rudl (* 1966, deutscher Aphoristiker) [Z2] "Die meisten Gemälde verdienen es nicht, aufgehängt zu werden, wohl aber ihre Maler." Unbekannt [Z2] "Gemalte Blumen duften nicht." Deutsches Sprichwort [Z2] "Was wäre denn der Künstler, wenn ihn gleich jeder Narr verstünde?" Adalbert Stifter (1805 - 1868, österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler) [Z2] "Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht und einer, der sie braucht." Ernst Barlach (1870 - 1938, deutscher expressionistischer Maler, Graphiker, Dichter und Dramatiker) [Z2] "Es gibt keine 'Gegenstände' und keine 'Farbe' in der Kunst, sondern nur 'Ausdruck'." Franz Marc Franz Marc "Politische Kunst vergewaltigt den Betrachter." Alfred Selacher (* 1945, schweizerischer Lebenskünstler) [Z2] "Dem Kunstbanausen bleibt doch immer noch der Teufel an der Wand." Peter E. Schumacher (1941 - 2013, Aphorismensammler und Publizist) [Z2] "Schöne Rahmen haben manch unbedeutendes Bild gerettet." Pavel Kosorin (* 1964, tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker) [Z2] "Der wahre Künstler stellt sich die Frage gar nicht, ob sein Werk verstanden werden wird oder nicht." Adalbert Stifter (1805 - 1868, österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler) [Z2] [Stifter, Der Nachsommer. Eine Erzählung, 1857] "Kunst ist Plagiat oder revolutionär." Paul Gauguin Paul Gauguin [Z2] "Ich wollte die Natur kopieren, aber ich konnte es nicht. Ich war jedoch mit mir zufrieden, als ich entdeckte, daß man die Sonne nicht wiedergeben kann, sondern daß man sie mit etwas anderem darstellen muß … mit der Farbe." Claude Monet Claude Monet [Z2] "Hätte Gott Gott keine Frauenbrüste gemacht, wäre ich vielleicht nie Maler geworden." Auguste Renoir [Z2] "Schlechte Maler beklagen den Mangel an guten Modellen." Pavel Kosorin (* 1964, tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker) [Z2] "Abstrakte Kunst wird immer beliebter, weil sie der inneren Wirklichkeit des Betrachters nahe kommt." Erhard Blanck (* 1942, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler) [Z2] "Gehn wir in die Galerie, Bilderrätsel lösen!" Manfred Hinrich (1926 - 2015, deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller) [Z2] "Es muß an der Unsterblichkeit der Künstler liegen, weshalb man sie zu Lebzeiten so schlecht bezahlt." Martin Gerhard Reisenberg (* 1949, Diplom-Bibliothekar und Autor) [Z2] "Die wahre Erkenntnis mancher moderner Kunst ist diese, daß man nicht erkennen kann, welche Erkenntnisse der Künstler kannte." Willy Meurer (* 1934, deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist) [Z2] "Ich bin immer noch der Meinung, daß Kunst von Können herkommt; käme es von Wollen, hieße sie Wulst." Max Liebermann Max Liebermann [Z2] "Kunst ist ziemlich nutzlos. Ein exaktes Spiegelbild Spiegelbild des Lebens." Wolfgang Mocker (1954 - 2009, deutscher Journalist und Autor) [Z2] "Nicht die Dadaisten Dadaismus , Nonkonformisten etc. gefährden die Kunst, die größte Auszehrung bereiten ihr die Realisten." Martin Gerhard Reisenberg (* 1949, Diplom-Bibliothekar und Autor) [Z2] "Kunst ist der jämmerliche Versuch, die Schönheit der Natur nachzuahmen." Benjamin Stramke (* 1984) [Z2] "Der Sinn der Kunst ist nicht, Übereinstimmung hervorzurufen, sondern zu erschüttern." Walter Hasenclever (1890 - 1940, deutscher expressionistischer Lyriker und Dramatiker) [Z2] "Kunst fängt nie bei Null an." Uli Löchner deutscher Aphoristiker [Z2] "Künstler ist einer, der aus einer Lösung ein Rätsel machen kann." Karl Kraus (1874 - 1936, österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker) [Z2] [Kraus, Nachts, 1924] "Schlechte Kunst ist immer autobiographisch." Peter Rudl (* 1966, deutscher Aphoristiker) [Z2] "Kunst ist ein Kräutlein, nicht für alle Leutlein." Deutsches Sprichwort [Z2]
Kunstkritik Kunstbegriff Der Künstler und seine Zeit Kunst kann verlogener Luxus sein deshalb möchten einige Künstler zur Wahrheit zurückfinden L’art pour l’art L’art pour l’art übersteigt in Themen und Stil das Verständnis der Massen kann nichts von ihrer (der Massen) Wahrheit ausdrücken Menschen wollten, dass Künstler von der Masse für die Masse spricht Ideal einer unmittelbaren, allumfassenden Verständigung schwebt vielen Künstlern vor Kunst kann kein Monolog sein selbst unbekannte, einsame Künstler appellieren an Nachwelt um von und zu allen sprechen zu können, muss das Gemeinsame genommen werden was alle verbindet: Meer, Regen, Bedürfnis, Verlangen, Kampf gegen den Tod Sterben Künstler sollte Realist sein der einzig realistische Künstler wäre (würde er existieren) Gott Gott alle anderen Künstler sind dem Wirklichen untreu "Infolgedessen befinden sich die Künstler, die die bürgerliche Gesellschaft und ihre formale Kunst ablehnen, die von der Wirklichkeit und einzig und alleine von ihr sprechen wollen, in einer schmerzlichen Ausweglosigkeit. Sie müssen Realisten sein und können es nicht. Sie wollen ihre Kunst der Wirklichkeit unterordnen, aber man kann die Wirklichkeit nicht beschreiben, ohne eine Wahl zu treffen, die sie ihrerseits der Originalität einer Kunst unterordnet." Wirklichkeit kann nicht ohne Auswahl wiedergegeben werden über sozialistische Kunst: Ästhetik, die realistisch sein wollte, wird zu einem neuen Idealismus ebenso unfruchtbar für wahre Künstler wie bürgerlicher Idealismus Kunst hat da keine Bedeutung mehr, sie dient Lüge des L’art pour l’art: kennt das Böse nicht, übernimmt dafür Verantwortung realistische Lüge: erkennt zwar gegenwärtiges Unglück der Menschen an verherrlicht aber ein kommendes Glück, das niemand kennt beide Lügen: völlige Ablehnung der Aktualität sind fern von der Wirklichkeit, Kunst wird abgeschafft "Was ist denn Kunst? Jedenfalls nichts Einfaches." einerseits verlangt der Mensch, dass Genie Genie in einsamem Glanz erstrahlt andererseits soll sich Genie nicht von Allgemeinheit unterscheiden Balzac: "Das Genie gleicht allen, und keiner gleicht ihm." Wie kann Kunst auf das Wirkliche verzichten und gleichzeitig ihm unterwerfen? Kunst als Auflehnung gegen Flüchtige und Unvollendete der Welt gesehen Künstler will Wirklichkeit veränderte Gestalt geben muss dabei Wirklichkeit beibehalten, da sie Quelle darstellt Kunst <> Ablehnung noch Zustimmung Kunst ist ein stets neues Hin- und Hergerissen werden Zwickmühle: unfähig, Wirklichkeit zu leugnen, aber dazu getrieben, in unvollendeten Aspekt anzugreifen "Und wenn die Formen nichts sind ohne das Licht der Welt so tragen sie doch ihrerseits zu diesem Licht bei." Frage nach genauer Dosis an Wirklichem in der Kunst Problem löst jeder Künstler für sich selber Künstler darf sich von seiner Zeit nicht abwenden, gleichzeitig aber nicht in ihr verlieren Prophet darf absolut urteilen Kunst hingegen verfolgt nicht Ziel Gesetze zu erlassen oder zu herrschen Kunst will verstehen Kunst ist nicht Richter, sondern Rechtfertiger "Geheimnis des Lebens ist eins mit dem Geheimnis der Kunst." Kunst: ständige Spannung zwischen Schönheit und Schmerz freie Künstler: schafft sich seine Ordnung selbst Kunst kann nicht gelenkt werden an fremdem Zwang Zwang stirbt die Kunst "Solange sie sich der Bequemlichkeit der Kurzweil oder des Konformismus Konformismus hingeben, den Spielereien des L’art pour l’art oder den Predigten der realistischen Kunst, so lange bleiben ihre Künstler Nihilisten und unfruchtbar." Zeit (Ende 1950er geschrieben) der verantwortungslosen Künstler sei vorbei Freiheit der Kunst nicht viel wert, wenn sie keinen anderen Sinn hat, als Behaglichkeit des Künstlers zu sichern (kurzer Abschnitt über Nietzsche Friedrich Nietzsche und Lou Salomé)
Klinger-Haus, Naumburg
Klinger-Haus, Naumburg
Erster Kachelofen, Max Klinger
Erster Kachelofen, Max Klinger
Exlibris für Georg Hirzel, Lichtdruck, 1916, Max Klinger
Exlibris für Georg Hirzel, Lichtdruck, 1916, Max Klinger
Büste Friedrich Nietzsche, 1902, Gips, Max Klinger
Büste Friedrich Nietzsche, 1902, Gips, Max Klinger
Marmor-Hermen, Porträt von Max und Gertrud Klinger, Johannes Hartmann
Marmor-Hermen, Porträt von Max und Gertrud Klinger, Johannes Hartmann
Exlibris für Anna Berger, 1919, Max Klinger, Radierung und Aquatinta
Exlibris für Anna Berger, 1919, Max Klinger, Radierung und Aquatinta
für kommendes Klassentreffen Standpunkte ab Juli ausgedruckt A4-Kinderzeichnungen Kinderzeichnung sortiert, Notizen zur Herme Herme gesammelt alles Montag in Hochschule bringen Ausstellung Max Klinger Max Klinger Klinger-Haus, Naumburg klinger-haus-1-k.jpg Landsitz Max Klingers Radierwerkstatt im Radierhäuschen Erster Kachelofen, Max Klinger klinger-haus-2-k.jpg mit selbst geformten figürlichen Kacheln von ihm hergestellt in Töpferei Karl Matthes in Saalfeld begann Ende Oktober 1910 mit Herstellung Kacheln vor Setzung stellte er sie in Leipziger Kunsthandlung aus (als Kunst) neben Frauenakten auch 3 kleinere grüne Kacheln mit Porträtköpfen von Klinger und Elsa Asenijeff sowie Darstellung eines Hundes Hund vielleicht als Sinnbild für Treue gesehen Lebendmaske Beethoven Ludwig van Beethoven , Bronzeguss aus verlorener Form Exlibris Exlibris für Hilde Heyne, Radierung und Aquatinta, 1918, Max Klinger Exlibris für Georg Hirzel, Lichtdruck, 1916, Max Klinger klinger-haus-4-k.jpg Exlibris (lateinisch "ex libris": "aus den Büchern von", im Sinne von "aus der Bibliothek von") Bucheignerzeichen, welches in Buch geklebt oder gestempelt wird enthält Worte Ex Libris, Namen des Bucheigentümers und oftmals kleine Grafik Büste Büste Friedrich Nietzsche Friedrich Nietzsche , 1902, Gips, Max Klinger klinger-haus-7-k.jpg postumer Bronzeguss steht im MdbK Leipzig leicht vergrößert und Gesichtszüge verstärkt (glaube ich zumindest) Augen ausgehöhlt, schaut von vorne betrachtet sehr einnehmend aus Grabstätte nach Tod Sterben 1920 übernahm Johannes Hartmann Gestaltung Grabanlage über Grab Bronzestatue "Athlet" aufgestellt Herme Marmor-Hermen, Porträt von Max und Gertrud Klinger, Johannes Hartmann klinger-haus-8-k.jpg Zugang säumen Marmor-Hermen mit Porträts Max und Gertrud Klinger Treppenaufgang zwischen Hermen vor Grabstätte überhöht (Betrachter muss aufblicken), beim Hinaufgehen mit Betrachter gleichgestellt auf Grabstätte persönlich, Augenhöhe, zurück in seine Zeit gereist beim Verlassen der Grabstätte wird persönlicher Zugang aufgelöst, stehen am Ende mit Rücken zu einem Exlibris für Anna Berger, 1919, Max Klinger, Radierung und Aquatinta klinger-haus-6-k.jpg
Klasse Bildende Kunst Frühstück nur kleine Exkursion nach Berlin geplant 1.11. und 2.11. (Bildmusik fällt nicht aus) Hans wegen Übernachtung geschrieben nächstes Klassentreffen (zwei Tage): aktuelle Arbeiten mitbringen E-Mail an Mark wegen Anfrage Einzelgespräch / Diplom geschrieben E-Mail an Daniels Dieter Daniels wegen Theorieprüfung geschrieben Holzwerkstatt geschlossen, so bald wie möglich bei Alberti wegen neuen Türrahmen anfragen Ausstellungsraum in Lindenau angeschaut überfordert, sofort danach weggefahren Einzelgespräch Bachmann kurz über Totenmasken Totenmaske geredet Gesicht "fällt" nach Tod Sterben in sich zusammen selbst beim Schlaf immer Muskeln angespannt, deshalb auch warm schwere Aufgabe für Totenmaskenhersteller teilweise Totenmasken mit Barthaaren, da mit ausgerissen modellierte Gesichter Fremder immer teilweise mit eigenen Gesichtszügen versehen, unbewusst Medienkünstler wollen häufig naturalistische Abbilder haben, nicht abstrahiert morgen wieder aufsuchen wegen Besprechung Herme Herme
aktueller Zustand Fotocollage
aktueller Zustand Fotocollage
Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving
Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving
Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm
Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst Relevanz hier nicht in Bezug auf Gesellschaft sondern auf eigene Person gesehen Kunst als Gabe = relevant oder Kunst wird als Ausdrucksmöglichkeit benutzt (Kunst = Mittel) immer Kunst höher gestellt als Alltag dennoch immer unvollkommen Narziß: "Der Denker Auguste Rodin versucht das Wesen der Welt durch die Logik zu erkennen und darzustellen. Er weiß, daß unser Verstand und sein Werkzeug, die Logik, unvollkommene Instrumente sind - ebenso wie ein kluger Künstler recht wohl weiß, daß sein Pinsel oder Meißel niemals vollkommen das strahlende Wesen eines Engels oder Heiligen wird ausdrücken können. Dennoch versuchen es beide […] auf ihre Weise. Sie können und dürfen nicht anders. Denn indem ein Mensch mit den ihm von Natur gegebenen Gaben sich zu verwirklichen sucht, tut er das Höchste und einzig Sinnvolle, was er kann." Standpunkt Verwirklichung und Gabe sehr hoch angesetzt, erkenne ich bei mir nicht es gibt lediglich einen inneren Drang etwas zu schaffen bei mir immerhin nicht extrinsisch (würde im Nachhinein bei mir mehr Zweifel Zweifel erzeugen) aber ohne höherem Ziel (wäre ja auch extrinsisch) Friedrich Fröhlich, auf der Suche immer Künstler bestaunt, die einen Stil, eine Technik, ein Thema haben die nach Außen hin auch visuell eine Einheit mit ihrer Arbeit bilden bisher selber nicht geschafft zu viele Techniken, unterschiedlichste Ideen, Themen, Stile aber vielleicht bin ich einfach das: nie eine Einheit oder ist Einheit bei Künstlern nur aufgesetzte Selbstdarstellung (Künstler = Marke = Corporate Identity)? dann will ich das gar nicht Standpunkt Interessanterweise nehme ich im Gegensatz zur Bildenden Kunst das Klavierspiel ohne Hinterfragung als reines Vergnügen war. So reiht sich fast täglich ohne Zwang Zwang Ton an Ton und am Ende steht ein Stück, welches ich für mich selbst erklingen lasse. Allerdings zeige ich das Ergebnis keiner Kunstklasse, noch stelle ich die Stücke öffentlich aus. Am liebsten wäre mir, ich könnte das Feld der Bildenden Kunst genauso begehen. Nur muss ich mir dann bewusst sein: es wäre dann auch nur schöne Selbstbespaßung und Geld ließe sich nie damit verdienen. Es gibt noch einen Unterschied zwischen Musik und Bildender Kunst: In der Musik hinterfrage ich die Töne im Moment Moment des Erklingens nicht. In der Bildenden Kunst beginne ich eine Arbeit, nachdem ich mir überlegt habe, was ich ausdrücken möchte. Musik entsteht also im Jetzt, Bildende Kunst - über den Gedanken, der bereits in der Vergangenheit liegt - in der Zukunft. Fotocollage aktueller Zustand Fotocollage fotocollage_neu1-k.jpg weiter bearbeitet Hände angeschnitten Gesicht noch glätten (mit weiteren Ausdrucken) fehlende Stellen ergänzen Herme Herme "Der Mythos Mythos Friedrich Nietzsche Friedrich Nietzsche und seine Totenmasken Totenmaske ", Michael Hertl, 2007, Königshausen & Neumann, Würzburg Totenmasken und Hermen von Nietzsche † 25.8.1900, drei Tage später in Röcken bei Lützen (Sachsen) am Geburtsort beerdigt wollte selber auf einer Halbinsel im Engadin (Schweiz) ruhen Schwester wollte ihn in Weimar begraben sehen, Grab nahe Archiv könne Weimar als Nietzsche-Kultort Aufwertung bringen für Totenmaske Bildhauer Bildhauerei Max Klinger Max Klinger und Ernst Moritz Geyger gedacht schließlich nahm Curt Stöving (1863 - 1939, u. a. deutscher Maler, Zeichner, Architekt, Bildhauer) Maske Maske ab Kessler im Tagebuch über Maskenabnahme: "Der Kopf wurde etwas aufgerichtet, so dass er gerade lag; ein junger Lehrling […] half beim Eingipsen; in einer halben Stunde war die Maske fertig." Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving totenmaske-nietzsche-k.jpg durch mangelnde Praxis Stövings aber nicht ganz geglückt (Nase nach links verbogen, rechte Augenbraue gespalten) Maske von Max Klinger nach Umgussverfahren korrigiert Elisabeth unzufrieden mit unheroischen Gesicht führte 1910 zur lebendigeren Saudek-Maske (Rudolf Saudek, 1880 - 1965, Bildhauer und Graphiker) nachträglich erfahren: weitere Nietzsche-Maske am Tag nach Tod Sterben abgenommen auf Veranlassung von Adalbert Oehler (u. a. Bürgermeister, verwandt mit Nietzsche, gesetzlicher Vormund geisteskranken Philosophen) bessere Maske, da oberer Teil des Kopfes mit vollem Abschluss des hohen gewölbten Schädels Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm hermenbueste-nietzsche-k.jpg erste Nietzsche-Herme von Klinger 1903 nach Moskau verkauft worden sollte solange im Archiv stehen bleiben, bis ein als Stele Stele gestaltetes ähnliches Werk Klingers fertig wäre Marmor aus Paros (griechische Griechen Halbinsel) angedacht da nicht zu beschaffen für Stein aus Italien entschieden 1905 Herme fertig und auf Säule in Villa aufgestellt Paul Kühn (Klinger-Biograph): "Die Marmorbüste baut sich in breiten Flächen auf […] Die Konzeption geht aus von der gewaltigen Stirn, die, an den Schläfen scharf einschneidend, […] mit energischem Schwung in die Augenbrauen übergeht, die wie ein schweres Dach über den Augenhöhlen liegen, aus deren Tiefe die dunklen Kreise der tief gehöhlten Augen mit düsterer Energie blicken." Herme = nietzscheanisch (Hansdieter Erbsmehl, u. a. Nietzsche-Rezeption, Max Beckmann Max Beckmann und Künstlergruppe Brücke Die Brücke ) maskiert und offenbart zugleich[?]
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst was Kunst Goldmund gebracht und bedeutet hat: "Es war die Überwindung der Vergänglichkeit Vergänglichkeit . Ich sah, daß aus dem Narrenspiel und Totentanz Sterben des Menschenlebens etwas übrigblieb und überdauerte: die Kunstwerke. Auch sie vergehen ja wohl irgendeinmal […]. Aber immerhin überdauern sie manches Menschenleben und bilden jenseits des Augenblicks ein stilles Reich der Bilder und Heiligtümer. Daran mitzuarbeiten scheint mir gut und tröstlich, denn es ist beinahe ein Verewigen des Vergänglichen." Narziß: "Ich glaube, die Kunst besteht nicht bloß darin, daß durch Stein, Holz und Farben etwas Vorhandenes, aber Sterbliches dem Tod entrissen […] wird." Goldmund: "Das Urbild eines guten Kunstwerks ist nicht eine wirkliche, lebende Gestalt, obwohl sie der Anlaß dazu sein kann. Das Urbild ist nicht Fleisch und Blut, es ist geistig. Es ist ein Bild, das in der Seele des Künstlers seine Heimat hat." Urbilder (nicht wie Goethes Urpflanze): nirgends vorhanden als im schöpferischen Geist Kunstgestalt lange vor Verwirklichung als Bild in Seele des Künstlers vorhanden Urbild = Idee Fotocollage notiert 230 EUR für Toner (CMYK) 3.800 Seiten je Toner = 15.200 Seiten bei normalem Text = etwa 1.000 Seiten[?] Foto A4 ca. 30 x 20 cm => 100 x 70 cm 2 * 5 = 10 A4-Blätter * 10 (Collage Collage ) = 100 Blätter 10 x Fotodruck AV-Labor Format 100 x 70 cm Preis im AV-Labor für "normales" Papier anfragen danach entscheiden, wo drucken aber: ich kann schon so Toner (nur CMY) kaufen aktuelle fast leer, plane ja weiterhin auch einzelne Fotos zu drucken kleinere bzw. "sensible" (Akt Akt ) Collagen weiterhin mit eigenem Drucker machen FdK-Konto noch gut gefüllt Aufnahmen Kopf bis Rumpf, mit Hemd, zugeknöpft 5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen fotocollage1-k.jpg Hände aufgehalten, später Geraden frei ritzen sechs unterschiedliche Stellungen auf jeweils drei A4-Blätter gedruckt Endformat: A3, auf Spiegel Spiegelbild befestigt Schritt 1: Hintergrundfläche / Leuchten erzeugen, oberer Bereich dunkler Hintergrund, Übergang zu hell Schritt 2: Figur Schritt 3: Geraden morgen weiter bearbeiten Geradenbild Geradenbild Keilschrift Keilschrift Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey keilschrift-k.jpg von Sumerern aus Buchhaltungssystemen entwickelt Vorläufer Zählsteine mit Darstellung von Nutztieren und Waren Keilschrift: Bilder in abstrakte Zeichen aufgelöst aus keilförmigen Einzelelementen zusammengesetzt Zeichen aus Kombination von Grundelement gebildet im 1. Jahrtausend v. Ch. durch Buchstabenschrift abgelöst Schreibmaterial: handgroße Tontafeln, nach Beendigung gebrannt
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst "[…] während sein vom Künstler geschaffenes Bild immer unverwandelbar das gleiche bleibe. / Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst […] die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit Vergänglichkeit , mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken […] und spüren im eigenen Herzen die Gewissheit, daß auch wir vergänglich sind und bald verwelken. Wenn wir nun als Künstler Bilder schaffen […] so tun wir es, um doch irgend etwas aus dem großen Totentanz Sterben zu retten […]." ("Narziß und Goldmund", Hermann Hesse) Kinderzeichnung Kinderzeichnung Körpergrößen Kinder im Verhältnis zum A4-Blatt 0 - 12 Monate: 40 - 80 cm 1 - 2 Jahre: 81 - 92 cm 3 - 4 Jahre: 93 - 104 cm 5 - 6 Jahre: 105 - 116 cm 7 - 8 Jahre: 117 - 128 cm 9 - 11 Jahre: 129 - 146 cm A4-Blatt: 21 x 29,7 cm meine Größe: 180 cm im Verhältnis zu 40-cm-Kind (0 Monate): 40 -> 21; 1 -> 0,53; 180 -> 94,5 cm = 94,5 x 1336,5 cm (4,5 x größer), rund A0 (84,1 x 118,9 cm) im Verhältnis zu 100-cm-Kind (4 Jahre): 100 -> 21; 1 -> 0,21; 180 -> 37,8 cm = 37,8 x 53,5 cm, rund A2 (42 x 59,4 cm) im Verhältnis zu 150-cm-Kind (11 Jahre): 150 -> 21; 1 -> 0,13; 180 -> 23,8 cm = 23,8 x 33,7 cm, rund A4 (meine Größe) bei Kritzelzeichnungen: A0 verwenden (Doppel-A0 wenn Kind A3-Blatt bekäme) bei erkennbaren Motiven: A0 - A2 bei Geschichten: A3 - A4
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42 x 59,4 cm, 31
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42 x 59,4 cm, 31
Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli
Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli
Campbell’s Tomato Soup, Collage, 1929, Adolf Wölfli
Campbell’s Tomato Soup, Collage, 1929, Adolf Wölfli
Kinderzeichnung Kinderzeichnung Zeichnung von Emma Emma versucht zu kopieren auf A2-Format (vier A4-Blätter, insgesamt 42 x 59,4 cm) Blätter hinten mit kurzen Klebestreifen vorbefestigt danach mit langem Klebeband komplett aneinander befestigt Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42 x 59,4 cm, 31 kinderzeichnung1-m.jpg dicke Buntstifte Buntstift verwendet fehlt: Filzstift und Stempel umsetzen dicke Filzstifte, große Stempel (Fußabdruck, Frosch) kaufen Marmelade-Flecken fehlen noch mit Handcreme statt Lippenpflegestift großflächig eingerieben Psychiatrie und Kunst "Das Haus Kannen Buch. Bilder aus der Psychiatrie", Alexianer-Krankenhaus 1 "Über Kunsttherapie", Wulf Becker-Glauch Nicolas Poussin zu Porbus, als Frenhofer nach 10 Jahren Arbeit am Bild jenes zeigt: "Ich sehe nichts als ein wirres Durcheinander von Farben, die von einer Fülle bizarrer Linien zusammengehalten werden - wie eine Mauer aus Malerei." (aus "Das unbekannte Meisterwerk", Honoré de Balzac) siehe auch Notiz vom 6.4.2013 nur undurchdringliches Chaos Chaos von Farben und Linien zu sehen, anstatt genaue Nachahmung der Realität Patienten im Alexianer-Krankenhaus: chronisch schizophren und geistig behindert, häufig mehrfach durch Lähmung und Anfällen behindert seit 1976 im Rahmen der Beschäftigungstherapie gemalt seit 1983 in Kunsttherapie einige Patienten seit Jahren oder Jahrzehnten sprachlich nicht mehr geäußert Ausdruck und Stil entfalten sich in Kommunikation mit Therapeuten Ausdruck der "Primärpersönlichkeit" (Persönlichkeit vor psychischer Störung) Kunsttherapie leistet "archäologische" Arbeit im Bereich der Primärpersönlichkeit primäre Möglichkeiten treten in gegenwärtige Wirklichkeit des Bildes Kunsttherapie stellt nicht Defizit in Mittelpunkt Nietzsche Friedrich Nietzsche : paradoxe Verschränkung von Krankheit als "Stimulanz" der Kunst / Kunst als Therapie Nietzsche: Gesundheit ist nicht Fehlen von Krankheit, sondern Befähigung mit Krankheit fertig zu werden Balzac über Frenhofer: "ebensosehr Wahnsinniger … wie Maler" Träume sprechen in Bilder, wenig in Sprache [?] Sprache hat bildhaften Grund Hauptthemen (wie bei Kinderzeichnungen): anfänglich Baum und Haus, später Sonne, Menschen und Tiere "Es gibt keine Grenze, wo die Kunst anfängt und die Kunsttherapie aufhört." 2 "Kunst im Urzustand", Gerda Wendermann Adolf Wölfli Adolf Wölfli (1864 - 1930, schweizerischer Künstler, Komponist und Schriftsteller, Vertreter Art Brut Art brut ) Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli woelfli-k.jpg im Bereich "Bildnerei der Geisteskranken" Eingang mit Adolf-Wölfli-Raum in documenta 5, 1972 1895 in Nervenheilanstalt Waldau bei Bern eingeliefert, 35-jähriger Aufenthalt bis zum Tod Sterben 1899 begann Wölfli zu zeichnen und zu schreiben insgesamt rund 1460 Zeichnungen, 1560 Collagen und 25.000 zu Heften gebundenen Seiten mit Erzählungen, Gedichten und Musikkompositionen 28.020 Ergebnisse / (35 Jahre * 12 Monate * 30 Tage) = schuf rund 2,223809523809524 Blätter pro Tag überwiegend in Sieben-Quadratmeter-Kammer mit Bunt- und Bleistiften auf dünnem, holzhaltigem Makulaturpapier entstanden Ich sehe: es bedarf keines großen Raumes oder vielen unterschiedlichen Techniken um etwas zu schaffen, was bedeutungsvoll erscheint. zeigen seine Eindrücke aus Schangnau, Bern, Waldau und Emmental Campbell’s Tomato Soup, Collage Collage , 1929, Adolf Wölfli woelfli2-k.jpg lange vor Andy Warhols Arbeit von 1962 zeigt er Dose von Campbell’s Tomato Soup (morgen weiterbearbeiten)
Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus "Bildnerei der Geisteskranken"
Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus "Bildnerei der Geisteskranken"
Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus "Bildnerei der Geisteskranken"
Fall 85, kindliche Zeichnung (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 85, kindliche Zeichnung (Bleistift), aus "Bildnerei der Geisteskranken"
Hausarbeit Narzissmus Narzissmus und Kunst E-Mail von Thomas Neumann (Arbeit "Narziss #1" siehe 20.5.2016 ): "Bei der Version in der Ausstellung war es so: Die Kameras und Blitze werden [zufällig] von einer Steuerung gesteuert. […] Es gibt also keine Bewegungssensoren etc. Der Betrachter hat keinen Einfluss auf den Ablauf. Für mich ist es so, dass das Kamera-System (die Fotografie) unabhängig von dem arbeitet, was da gerade vor der Linse passiert. So kann man es auch aus der Ferne betrachten und beim Arbeiten zusehen. Wenn der Betrachter im Kreis steht, sieht er die Kameras auf ihn gerichtet und die Blitze, die auf ihn losgehen. Mal mehr, mal weniger. Ist eine Bühnen-Situation, der man sich ausliefern möchte oder nicht. Was die Kameras im Display zeigen, hängt ein wenig vom Modell ab. Meist haben Sie ein Liveview, das heißt, dass sie das momentane Geschehen vor der Kamera zeigen. Nach einer Aufnahme zeigen die meist für ein paar Sekunden das soeben gemachte Bild. […] Derjenige, der sich im Kreis befindet, wird sein eigenes Bild in den meisten Fällen nicht sehen können. Es ist mehr das Bewusstsein, dass die Bildproduktion stattfindet, vielleicht auch die Imagination des eigenen Bildes." Psychiatrie und Kunst Ausstellung und Verkauf Arbeiten psychiatrischer Patienten Navratil bisher nur im Rahmen medizinischer Kongresse ausgestellt als psychopathologische Dokumente gegolten, nicht als Kunstwerke mit Reißnägel an Stellwände geheftet in Galerie (1970, Kunstgalerie "nächst St. Stephan") nicht mehr als Kinder- oder Schülerzeichnungen behandelt "[…] sie wurden wie die Vernissage Vernissage -Gäste bewirtet, Verwandte und Freunde waren gekommen, um sie zu begrüßen und zu beglückwünschen." bei späterer Ausstellung u. a. Ankauf 8 Arbeiten von Johann Hauser Johann Hauser für 15.000 DM Ankauf von Arbeiten durch Collection de l'Art brut Art brut Jean Dubuffet Jean Dubuffet Meinung, dass Art brut von professioneller Kunst und Kunsthandel ferngehalten werden sollte Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus "Bildnerei der Geisteskranken" fall326-k.jpg Tisch von oben gesehen, Fuß im Profil auf unterem Bildrand rechtssitzende Person zurückgeklappt Papier wird von Patient nach Belieben gedreht, jeder freie Raum ausgefüllt Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus "Bildnerei der Geisteskranken" fall309-k.jpg System bei Handwerkern als Patienten sichtbar Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus "Bildnerei der Geisteskranken" fall13-k.jpg Mischung kindlicher und greisenhafter Züge Unterschrift: "Oft Original-Kopf gesehen in E., dagegen der Charakter Mixtum" "Dezemberfreude ich bin dein Tod Sterben . Kind aus E. sagt zu mir dabei kopfschüttelnd" Fall 85, kindliche Zeichnung Kinderzeichnung (Bleistift), aus "Bildnerei der Geisteskranken" fall85-k.jpg "Ein typisches Beispiel für die Zeichenweise eines Idioten gibt […]: pedantische Aufreihung von kindlich aufgefaßten Gegenständen nach Art eines Bilderbuches" "Es wurden ihnen kein materieller Wert zugemessen; und sie hatten ja tatsächlich keinen Wert, solange ich ihnen selbst keinen Wert beimaß." da Kranke oft entmündigt waren und einen Kurator kuratieren oder vom Gericht bestellten Sachwalter hatten, musste deren Zustimmung zu Ausstellung und Verkauf eingeholt werden manchmal um Zustimmung des Pflegeschaftsgerichtes (Vormundschaftsgericht) mit öffentlicher Ausstellung, Signierung der Arbeiten durch deren Schöpfer und Verkauf angesucht Genehmigung erfolgte dann durch Gerichtsbeschluss oft mit Pseudonym veröffentlicht, erst nachträglich teilweise durch richtige Namen ersetzt
(mit Notizen der vergangenen Tage) Hausarbeit weiter bearbeitet aktueller Zwischenstand (3.8.2016) Standpunkt E-Mail von Hans: "Ich möchte Dich nicht mit meiner Meinung über 'Kunst und Politik' zu irgend etwas überreden. Es geht mir nur darum, darauf hinzuweisen, dass zu anderen Zeiten bedeutende Künstler ganz anders - m.E. realistischer - darüber gedacht haben als 'man' das heutzutage tut. In meinen Augen wertet die Tatsache, dass einer Kunst produziert, seine Meinungsäußerung in außer-künstlichen Belangen um keinen Deut auf, selbst wenn er hohes öffentliches Ansehen genie Genie ßt. Einstein ist ein Beispiel aus der Wissenschaft. Er genoss Ansehen und war in politischen Dingen von geradezu gefährlicher Naivität!" Standpunkt Zweifel Zweifel Gedanken vom 6.8. , unkorrigiert (aber ohne Whisky Alkohol , lese gerade "Und Nietzsche Friedrich Nietzsche weinte") Wo ist die Qual, die mich zu guter Kunst leitet? Wo die brennenden Fragen? Zweifel, der sich durch Schlaflosigkeit, Albtraum, Schwitzen, - allgemein - innere Unruhe äußert? Warum bin ich nur so zufrieden? Warum verzweifel ich nicht an der Erkenntnis, dass selbst die Frage nach dem Sinn der Existenz vor und nach der Menschheit nie gestellt werden wird, ja selbst in dieser kurzen Zeitspanne menschlichen Daseins nur pseudo-da ist, Unmengen an Lebenszeit raubt? Wie soll ich da ein Verlangen nach Ausdruck spüren? Wie das Verlangen nach Mitteilung? Ich möchte ungern Kunst machen, die große Themen wie Krieg, Hunger, Liebe oder Tod Sterben einnimmt, aber eigentlich zum Verkümmern verurteilt ist, weil in mir die Themen keine drängende Reaktion auslösen, die guter Kunst zu Grunde liegen sollte. Was interessiert die Menschheit mein Alltag, wo doch jeder seinen führen muss? Was interessiert mich der Alltag der Menschheit, wenn ich mit mir selbst beschäftigt genug bin? Solange ich nur Kunst für mich mache - wie bisher geschehen - werde ich nicht den Drang haben ausstellen zu wollen, weil es nichts zu sagen gibt, was den Anderen gesagt werden müsste. Es ist nicht tragisch, dass die Kunst bei mir bleibt. Es macht mir Spaß mal hier und da mich zu äußern, die Arbeit dann in einer Schublade verschwinden zu lassen, später wieder herauszukramen und mich an jener zu erfreuen. Und dennoch spüre ich ein Verlangen nach einer anderen Kunst. Die, die meiner Meinung nach aber von vielen nur gespielt, nicht gelebt wird. Ich will nicht Schauspieler sein! Wo ist die Qual?
Mönch am Meer, 1808 - 1810, Caspar David Friedrich
Mönch am Meer, 1808 - 1810, Caspar David Friedrich
Atelierwand, 1852, Adolph Menzel
Atelierwand, 1852, Adolph Menzel
Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen 1757, 318 x 424 cm, Adolph Menzel
Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen 1757, 318 x 424 cm, Adolph Menzel
Ausstellung Sammlung Alte Nationalgalerie Berlin (siehe auch 23.8.2014 , 22.11.2012 , "Mönch am Meer Caspar David Friedrich " vor Restaurierung) Restaurierung "Mönch am Meer" und "Abtei im Eichwald" Mönch am Meer, 1808 - 1810, Caspar David Friedrich moench-k.jpg Friedrich thematisiert "Verhältnis von Wissen und Glauben, Diesseits und Jenseits, Leben und Tod Sterben " nach Tod 1840 weitgehend vergessen erst 1906 durch Ausstellung in Nationalgalerie "Jahrhundertausstellung deutscher Kunst von 1775 bis 1875" "wiederentdeckt" Gemälde allgemein: komplex aufgebaute Schichtengebilde aus organischen und anorganischen Materialien mit unterschiedlichen chemisch-physikalischen Eigenschaften Aufbau Leinwandgemälde 19. Jahrhundert: 1 Keilrahmen 2 textiler Bildträger 3 sättigende Vorleimung 4 1-3-schichtigen Grundierung aus Kreide und ölhaltigen Bindemitteln 5 Unterzeichnung der Komposition 6 Untermalung zur Vorbereitung der mehrlagigen Farbschichten 7 Firnis Restaurierung in drei Phasen: 1 Untersuchung der Materialien und ihrer Erhaltungszustände 2 Konzepterstellung 3 Durchführung konservatorischer und restauratorischer Maßnahmen Technologischer Befund Bildträger: feines Gewebe aus Flachsfaser in Leinenbindung original Keilrahmen nicht erhalten dreifach grundiert (erste Grundierung leuchtend rot pigmentiert, zweite und dritte Grundierung hellbraune Schichten) Komposition mit Stift auf Malgrund gezeichnet (bei Infrarotstrahlung sichtbar) bei Vorbereitung der "Jahrhundertausstellung" 1906 wurde Gemälde mit zweiter Leinwand verstärkt Leinwandränder dazu beschnitten, neue grobe Leinwand mit Wachs-Harz-Mischung aufgebügelt Hitze verursachte Schäden an Grundierung und Farbschicht mehrere Abdrücke von Bügeleisen zu erkennen weitere Restaurierung 1920er, erweckten fälschlichen Eindruck vom Nebelschwaden über Meer Friedrich übermalte drei geplante Segelschiffe Atelierwand, 1852, Adolph Menzel berlin1-k.jpg Adolph Menzel (1815 - 1905, deutscher Realist) Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen 1757, 318 x 424 cm, Adolph Menzel berlin2-k.jpg nicht vollendet, ausgekratzte Augen "Frau am Fenster", 1822, Caspar David Friedrich
Kinderzeichnung, 1992((?)), Kater Felix lebte noch
Kinderzeichnung, 1992((?)), Kater Felix lebte noch
The End, Augenliedtätowierung, 1970/16.05.1981, Schwarzweißfotografie, Fine art print, Timm Ulrichs
The End, Augenliedtätowierung, 1970/16.05.1981, Schwarzweißfotografie, Fine art print, Timm Ulrichs
Sometimes, 2002, 5-Kanal-Videoinstallation, Bjørn Melhus
Sometimes, 2002, 5-Kanal-Videoinstallation, Bjørn Melhus
en face, Kurfürstenstraße Berlin, 2013/14, Haare auf Museumskarton, Ursula Neugebauer
en face, Kurfürstenstraße Berlin, 2013/14, Haare auf Museumskarton, Ursula Neugebauer
Kinderzeichnung Kinderzeichnung Kinderzeichnung, 1992((?)), Kater Felix lebte noch familiezeichnungkind.jpg Diplom Arbeit Standpunkt Als Diplom-Arbeit vielleicht eine meiner (richtigen) Kinderzeichnung gerahmt ausstellen. Rahmung = wird von mir zur Kunst erklärt (mit Notizen von gestern) Tagesplan 1 09:00 - 11:00 Aufträge 2 11:30 - 13:00 Narzissmus Narzissmus -Recherche 3 13:30 - 16:00 Ausstellung (wenn's nicht regnet) Cutter, Filzstifte Buntstift kaufen Standpunkt "[…]s Arbeiten nehmen ihren Ausgangspunkt in der Beobachtung von öffentlichen und städtischen Räumen." "In […] untersucht […] die menschlichen Bewusstseinsebenen zwischen Realität und Fiktion." "In der Serie […] nähert sich […] auf behutsame Weise jenem besonders fragilen Moment Moment des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein." Narzissmus und Kunst weiter bearbeitet Ausstellung SEHT, da ist DER MENSCH! Halle 12, Leipziger Baumwollspinnerei Spinnerei Blick auf menschliche Existenz zentrales Thema für Künstler The End, Augenliedtätowierung, 1970/16.05.1981, Schwarzweißfotografie, Fine art print, Timm Ulrichs ulrichs-k.jpg "Leigabe des Künstlers"? (Foto auf Leinwand, ohne Schutz?) Ulrichs bezeichnet seinen Körper als "Rohstoff" seiner Kunst Themen Ulrichs: Fragilität und Gefährdung, Tod Sterben und Auslöschung der menschlichen Existenz weitere Beispiele: "Zielscheibe auf Körper", 1974 und "Straßenpflaster aus Schädeldecken", 1978 Sometimes, 2002, 5-Kanal-Videoinstallation, Bjørn Melhus Bjørn Melhus melhus-k.jpg "Leigabe des Künstlers"? (Bildschirme und Beamer?) vier ähnliche Charaktere versammeln sich um auf Boden aufgestellten Monitoren Fragen an imaginäres Gegenüber angesichts einer abstrakten Bedrohung[?] "Wo ist die Welt, it's all right? … Es ist unmöglich - das Einzige, was ich kenne, ist Jesus Jesus Christus … und die Hölle, die nicht? … es ist unmöglich … niemals … Jesus Christus, we are in trouble - sometimes …" en face, Kurfürstenstraße Berlin, 2013/14, Haare auf Museumskarton, Ursula Neugebauer neugebauer-k.jpg Gesichter von Frauen, die auf Straßenstrich als Prostituierte arbeiten Ausgangspunkt Bleistiftskizzen Material ihrer Haare = besondere Präsenz, "Aura, ähnlich einer Reliquie" Gedenkkultur: "Haarbilder" umsetzen Ecke Klassenraum (eingezogene Wand und fünf Meter von Wand daneben) als Ausstellungsort nutzen inklusive Bodenbereich davor abgegrenzt durch saubere Wand, Boden und Klebeband als Boden und Wandbegrenzung Idee: alle 14 Tage neue Ausstellung konzentriert auf einen Studenten oder Thema, wo mehrere dran arbeiten wollen erst einmal nur mit interner Präsentation
Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London)
Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London)
Narziss (Selbstporträt), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud
Narziss (Selbstporträt), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud
1 x Wort "(utopisches) Moment Moment " Hausarbeit (wird noch geschickt) Narzissmus Narzissmus und Kunst 1 Salvador Dalí und Sigmund Freud Sigmund Freud Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London) metamorphosenarziss-k.jpg 1938 zeigte Dalí es dem damals 82-jährigen Sigmund Freud Dalí folgte schon seit Studientagen dessen Lehren hoffte auf psychische Analyse Freud über das Bild: "In klassischer Malerei suche ich nach dem Unbewußten - in einem surrealistischen Gemälde nach dem Bewußten." seine Meinung über Surrealisten Surrealismus bis dato: Narren geänderte Meinung: "daß es in der Tat sehr interessant wäre, die Entstehung eines solchen Bildes analytisch zu erforschen." Begriff Narzissmus in unsere heutige Sprache nicht durch Ovid gelangt, sondern durch Freud popularisierte Begriff im Aufsatz "Zur Einführung des Narzissmus", 1914 Narzissmusbegriff im Zusammenhang mit der Libido (Triebenergie-Theorie) entwickelt Definition: "Die der Außenwelt entzogene Libido ist dem Ich zugeführt worden, so daß ein Verhalten entstand, welches wir Narzissmus heißen können" in früher Kindheit befindet sich Mensch in "narzistischem Stadium" Mensch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Lage Beziehung zur Außenwelt aufzubauen = alle vorhandene Libido wird dem eigenen Ich zugewandt Später lernt Kind, libidonöse Beziehungen zur Außenwelt aufzunehmen (beispielsweise Eltern) überwindet damit "primären" Narzissmus Sekundärer Narzissmus = unter ungünstigen Bedingungen kann es geschehen, dass Mensch Libido wieder von Objekten abzieht und erneut dem eigenen ich zuwendet = wird als krankhafte Entwicklung aufgefaßt Freud Meinung, dass jeder (auch gesunde Mensch) zeitlebens in bestimmtem Maß narzisstisch bleibt definiert weiter: Narzissmus sei "libidinöse Ergänzung zum Egoismus des Selbsterhaltungstriebes" starker Egoismus schützt vor Erkrankung "[…] aber endlich muß man beginnen zu lieben, um nicht krank zu werden, und muß erkranken, wenn man infolge von Versagung nicht lieben kann." Dalí: mußte lernen gesamten Ängste (vor allem auch sexuelle Ängste) in Bezug auf Beziehung zu überwinden "Deshalb 'heilte' ihn Gala, da er lernte zu lieben" Zustand der Verliebtheit ist laut Freud gleichzusetzen mit Aufgabe eigener Persönlichkeit Aufgabe der Ichlibido oder schlicht dem Egoismus bzw. dem Narzissmus notiert Bei Dalí scheint mir das Bild autobiografisch zu sein. Er versucht sich jedoch nicht als der sich selbst liebende Schönling darzustellen, sondern versucht zu verstehen, wie es um ihn im Sinne Freuds bestellt ist. Stellt dabei auch Verbindung zu Gala her, die ihm helfen könnte, aus dem Narzisstischem Stadium zu entkommen. 2 Dalí und Lacan Jacques Lacan (1901 - 1981, französischer Psychiater und Psychoanalytiker) bekannt durch Neuinterpretation der Schriften Sigmund Freuds "Theorie der Ichidentitätsbildung per 'Spiegelstadium'" laß von Dalí Schrift über paranoisch[geistesgestört]-kritische Methode Lacan besuchte daraufhin Dalí "seine Sicht der Paranoia wurde durch diese Treffen beeinflußt, 'selbst wenn er es nie zugestand'" beschreibt Spiegelstadium: "Das ist das ursprüngliche Abenteuer, in dem der Mensch zum erstenmal die Erfahrung macht, daß er sich sieht, sich reflektiert und sich als anders begreift, als er ist - die wesentliche Dimension des menschlichen, die sein ganzes Phantasieleben strukturiert." Der Mensch sieht sich selbst und reflektiert sich indem er über sich selbst nachdenkt, findet keine Einheit statt, sondern Spaltung (Ich im Sinne eines "Ich ist ein anderer") Lacan behauptete: "Das Ich (je=das wahre Subjekt des Menschen) ist nicht das ich (moi=Ort des imaginären Erkennens)" durch Spiegelstadium wird sich das Ich seiner selbst bewußt, daß es existiert schon Kleinkind winkt sich im Spiegel Spiegelbild zu und erkennt sich Jedoch Mensch macht von sich selber ein imaginäres Bild, der Illusion Illusionsmalerei des Eins-Sein-wollens und wird im Spiegel mit einem anderen gespaltenem Bild konfrontiert Wechselspiel von Sich-Erkennen und Verkennen, von spiegelverhafteter Faszination und Aggression = zentrale Thema des Mythos Mythos des Narziss Narziss versucht mit Spiegelbild eins zu werden, als "Liebender und Geliebter oder als Ersehnter und Sehnender" "[…] er sieht sich da, wo er selbst nicht ist, im Spiegel des Teiches." "[…] obwohl er weiß, daß diese auch den Tod Sterben des anderen fordert: doch jetzt sterben wir beide, vereinigt in einem einzigen Hauche." 3 Lucian Freud (1922 - 2011, britischer Maler) Enkel von Sigmund Freud Narziss (Selbstporträt Selstbildnis ), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud lucian-k.jpg in Frontalansicht, eigenen Kopf auf Hände aufstützt, spiegelnd Spiegelbild in Augenhöhe abgeschnitten man erkennt nicht, in was er sich spiegelt Blick starrt auf Spiegelbild, sieht Betrachter nicht an Interpretation: stellt sich in diesem Selbstporträt nicht im klassischen Sinne des Sujets dar Er zeigt sich reflektierend über sich selbst Lucian Freud setzt sich durch Betitelung mit Narziss gleich und offenbart so seine Gespaltenheit
Klasse Bildende Kunst Tagesplan 1 10:00 "Pünktliches Treffen im Klassenraum" Klasse Heidi Specker wegen Athen-Exkursion 2 12:00 Mittagspause 3 13:30 "Atelierbesuch Atelierbesuch bei Friedrich, Eisenbahnstraße Eisenbahnstraße 53, 4. Etage" 4 15:00 "Atelierbesuch bei Simon, Wachsmuthstr. 3" 5 16:30 "Atelierbesuch bei Evgenij Evgenij Gottfried und Clemens, Flemming Str. 15" Standpunkt zum Treffen bei mir: sollte nicht die Relevanz der Kunst allgemein in Frage stellen je nach Region / Museum / Galerie / Besucher / Zeit Kunst = relevant oder nicht relevant Relevanz eigener Arbeit vielleicht erst nach eigenem Tod Sterben festgestellt aber weiterhin Notizen dazu machen, nur nicht davon blockieren lassen Geradenbilder weiterhin machen (plotten), aber nicht mit Versuch etwas Rudimentäres finden zu wollen weg von Ideen der Moderne, alle Vorstellungen haben sich eh aufgelöst Beliebigkeit aber weiterhin als Fragestellung für mich stehen lassen und schriftlich bearbeiten weniger auf Thema konzentrieren (was mich blockieren würde), eher auf einzelne Arbeit schauen Arbeit sollte alleine wirken können, nicht nur mit Hintergedanken oder in Serie verstanden vielleicht ergibt sich mit der Zeit ein Muster Standpunkt Klasse Bildende Kunst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Ich versuche jetzt mal zusammenzufassen, wie der heutige Tag, also die Besprechung hier bei mir im Arbeitsraum, im Wohnraum, mit der Klasse … ähm … abgelaufen ist.
  • [Pause.]
  • Ein Gespräch am Anfang fand ich ganz interessant.
  • Da ging's um die politische und gesellschaftskritische Kunst. Und wie wenig auch der andere damit eigentlich anfangen kann. Und was es für andere Möglichkeiten gibt.
  • [Pause.]
  • Also keine politischen oder gesellschaftskritischen Dinge … ähm … zu bearbeiten.
  • Was da jetzt bei … ähm … herausgekommen ist, ist eher offen gewesen.
  • Glaube ich.
  • Also es gibt keine Lösung in dem Sinne.
  • Auch … ähm … Wie Kunst aussehen müsste, sollte, wenn man sie nicht mehr bloß mit einem Beipackzettel versteht. Oder mit einem … einer Führung.
  • Mit einem Audioguide!
  • [Pause.]
  • Und trotzdem fand ich … ähm … dieses … äh … dieses Anreißen dieses Themas … äh … ganz gut. Weil mir das dann eben auch wieder gezeigt hat, dass … äh … das kein Problem ist, was ich habe. Sondern anscheinend auch andere haben. Mit der aktuellen …
  • Also mit der Gegenwartskunst Gegenwartskunst .
  • Mit dieser Strömung, was da als …
  • [Schlucke.]
  • … gut … ähm … nicht gut angesehen wird.
  • Oder wie Kunst halt heute sein [Sperren: muss], damit sie [Sperren: ankommt].
  • Bei der kunstoberen Klasse.
  • [Pause.]
  • Gut fand ich den Künstler-Dünnschiss Künstlerdünnschiss . Dass ich den mit auf dem Tisch … ähm … ausgestellt habe.
  • Mit dem Titel konnte Kilian jetze nicht so viel anfangen.
  • Aber anscheinend prinzipiell mit der Arbeit!
  • Ähm …
  • [Aufnahme bricht unerwartet ab.]
Brücke-Museum
Brücke-Museum
Malerbildnis (Selbstbildnis), 1905, Holzschnitt, Erich Heckel
Malerbildnis (Selbstbildnis), 1905, Holzschnitt, Erich Heckel
Mann in jungen Jahren (Selbstbildnis), 1906, Öl auf Leinwand, Erich Heckel
Mann in jungen Jahren (Selbstbildnis), 1906, Öl auf Leinwand, Erich Heckel
Mann mit Pfeife (Selbstbildnis), 1907, Lithographie, Karl Schmidt-Rottluff
Mann mit Pfeife (Selbstbildnis), 1907, Lithographie, Karl Schmidt-Rottluff
Selbstbildnis, 1906, Öl auf Pappe, Karl Schmidt-Rottluff
Selbstbildnis, 1906, Öl auf Pappe, Karl Schmidt-Rottluff
Maler Schmidt-Rottluff, 1906, Öl auf Leinwand, Emil Nolde
Maler Schmidt-Rottluff, 1906, Öl auf Leinwand, Emil Nolde
Selbstbildnis mit Zigarre, 1909, Tusche, 8 x 6,8 cm, Max Pechstein
Selbstbildnis mit Zigarre, 1909, Tusche, 8 x 6,8 cm, Max Pechstein
Selbstbildnis, 1944, Tusche und Farbstifte, Karl Schmidt-Rottluff
Selbstbildnis, 1944, Tusche und Farbstifte, Karl Schmidt-Rottluff
Ethnologisches Museum
Ethnologisches Museum
Babygesichtige, zwergenhafte Gottheit, ca. 600 v. Chr. (Präklassisch)
Babygesichtige, zwergenhafte Gottheit, ca. 600 v. Chr. (Präklassisch)
Gefäß mit Fuß (keine Daten gefunden)
Gefäß mit Fuß (keine Daten gefunden)
Räuchergefäß aus Ton (Sonnengott)
Räuchergefäß aus Ton (Sonnengott)
Figürchen mit beweglichen Gliedern  und
Figürchen mit beweglichen Gliedern und
Tuschereibstein mit Deckel in Form einer Schildkröte, unglasiertes Steinzeug, Östliche Han-Dynastie (25 - 220)
Tuschereibstein mit Deckel in Form einer Schildkröte, unglasiertes Steinzeug, Östliche Han-Dynastie (25 - 220)
Adler auf einer Kiefer, Hängerolle, TUsche auf Papier, Qi Baishi (1864 - 1957)
Adler auf einer Kiefer, Hängerolle, TUsche auf Papier, Qi Baishi (1864 - 1957)
Schränkchen mit Spielwerk, Qing-Dynastie, Ära Kangxi (1662 - 1722), vor 1693
Schränkchen mit Spielwerk, Qing-Dynastie, Ära Kangxi (1662 - 1722), vor 1693
Zwei Szenen aus der Geschichte vom Prinzen Genji, Tokugawa-Zeit, 17. Jahrhundert
Zwei Szenen aus der "Geschichte vom Prinzen Genji", Tokugawa-Zeit, 17. Jahrhundert
Gedenkfigur eines Königs mit Zwillingen, Kamerun, Bangwa, 19. Jahrhundert, Holz
Gedenkfigur eines Königs mit Zwillingen, Kamerun, Bangwa, 19. Jahrhundert, Holz
Gedenkfigur eines Königs, Kamerun, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Holz, Glasperlen, Kaurischnecken, Stoff
Gedenkfigur eines Königs, Kamerun, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Holz, Glasperlen, Kaurischnecken, Stoff
Kraftfigur nkisi nkondi, Republik Kongo, Loango, 19. Jahrhundert, Holz, Eisen, Gewebe, Porzellan, Farbpigmente, Harz u. a.
Kraftfigur nkisi nkondi, Republik Kongo, Loango, 19. Jahrhundert, Holz, Eisen, Gewebe, Porzellan, Farbpigmente, Harz u. a.
Maske nganga ngombo, Künstler des Pende-Gebiets
Maske nganga ngombo, Künstler des Pende-Gebiets
Standpunkt FdK-Mitgliedern H. + G. Selbstporträt Selstbildnis (WV 1-8, 10 / 10) überreicht verhüllt verhüllt Notiz von gestern, Anregung von Alexander: "Demut" als Titel für verhüllte Arbeit? Ausstellung Karl Schmidt-Rottluff Karl Schmidt-Rottluff Brücke-Museum brueckemuseum-k.jpg expressionistische Künstlergruppe (auch KG Brücke genannt) 1905 in Dresden von Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner Ernst Ludwig Kirchner , Fritz Bleyl, Erich Heckel Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet weitere Mitglieder: Max Pechstein, Otto Mueller und Cuno Amiet, kurzzeitig Emil Nolde Emil Nolde und Kees van Dongen Malerbildnis (Selbstbildnis), 1905, Holzschnitt, Erich Heckel malerbildnis-k.jpg Erich Heckel (1883 - 1970, deutscher Maler und Grafiker Expressionismus Expressionismus ) während Schulzeit lernt er Karl Schmidt-Rottluff kennen Mitbegründer "Die Brücke Die Brücke " (1905), übernimmt Geschäftsführung verbringt u. a. Sommermonate mit Schmidt-Rottluff in Dangast, mit Kirchner und Max Pechstein an Moritzburger Teichen (bei Dresden) 1911 Umzug aller "Brücke"-Mitglieder nach Berlin 1913 Auflösung "Brücke" 1913 erste Einzelausstellung bei Fritz Gurlitt in Berlin Mann in jungen Jahren (Selbstbildnis), 1906, Öl auf Leinwand, Erich Heckel erichheckel-k.jpg Karl Schmidt-Rottluff (1884 - 1976, Maler, Grafiker und Plastiker, Vertretern deutscher Expressionismus) beginnt 1905 Architekturstudium lernt dort Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl kennen gründet mit ihnen Künstlergemeinschaft "Die Brücke" Mann mit Pfeife (Selbstbildnis), 1907, Lithographie Flachdruck , Karl Schmidt-Rottluff rottluff-k.jpg Bilder mit intensiver Leuchtkraft: Verwendung mit unvermischten Primärfarben Selbstbildnis, 1906, Öl auf Pappe, Karl Schmidt-Rottluff rottluff2-k.jpg entwickelt in Berlin zunehmend reduzierte, geometrische Formensprache wird 1937 auf Münchner Ausstellung "Entartete Kunst Anti-Moderne " diffamiert, 1941 folgen Malverbot und Ausschluss aus Berufsverband Maler Schmidt-Rottluff, 1906, Öl auf Leinwand, Emil Nolde rottluff3-k.jpg Emil Nolde (1867 - 1956, Maler des Expressionismus) nimmt Namen seines Heimatortes Nolde als Künstlernamen an Lehre als Möbelzeichner und Holzschnitzer in Flensburg erster (auch finanzieller) Erfolg Erfolg mit Zeichnungen von Bergtrollen und Fabelwesen (als Postkarten verlegt) will Maler werden, Münchner Akademie unter Franz von Stuck lehnt ihn ab Studium an privater Malschule von Adolf Hölzel in Dachau und an Académie Julian in Paris geht vom anfänglich romantischen Naturalismus zu eigenständigem Stil über (Farbe = wesentliche Rolle; u. a. farbintensive, leuchtende Blumenbilder) Selbstbildnis mit Zigarre, 1909, Tusche, 8 x 6,8 cm, Max Pechstein pechstein-k.jpg "Mutter", 1916, Holzschnitt, 37 x 36,6 cm, Karl Schmidt-Rottluff (Holzstock, amerikanische Pappel, 37,7 x 30,6 x 0,7 cm) "Erich Heckel und Otto Mueller beim Schach", 1913, Öl auf Leinwand, Ernst Ludwig Kirchner Selbstbildnis, 1944, Tusche und Farbstifte, Karl Schmidt-Rottluff rottluff4-k.jpg "Im Atelier", 1950, Öl auf Leinwand, Karl Schmidt-Rottluff Ausstellung Sammlung Ethnologisches Museum museendahlem-k.jpg 1 Abteilung Maja Maja-Gebiet erstreckt sich über drei geografische Zonen: südliche Hochland mit pazifischen Küstenstreifen, zentrale Tiefland mit tropischem Regenwald und trockene, dicht bewachsene Tieflandzone klassische Zeit: 250 - 900 n. Chr. Babygesichtige, zwergenhafte Gottheit, ca. 600 v. Chr. (Präklassisch) maja1-k.jpg zeigt starken Einfluss der La Venta-Kultur Errichtung öffentlicher Bauwerke und Palastanlagen = Folge komplexer werdenden sozialen Schichtung im Zentrum der Städte: Plätze für rituelle Ballspiele Gefäß mit Fuß (keine Daten gefunden) maya3-k.jpg große Errungenschaften: komplexes Kalendersystem, Kenntnis astronomischer Zusammenhänge, Hieroglyphen-Schrift klassische Maya lebten mit Kriegen, Opfer und Tod Sterben höfische Kultur in klassischer Zeit (250 - 900 n. Chr.) konkurrierende dynastische Königtümer (zu Ende hin etwa 50 Stadtstaaten) Zentrum der Städte: prunkvolle Palastgebäude des Königshofes und öffentliche Plätze Palastkultur: geprägt von Wohlstand und Überfluss Inschriften und Bildreliefs zeigten göttliche Abstammung der Könige und deren persönliche Leistungen Tod eins Königs: Seele tritt in Unterwelt Xib'alb'a ein, danach folgt Apotheose oder Wiedergeburt Räuchergefäß aus Ton (Sonnengott) maya5-k.jpg Sonnengott: Augen und Mund durchbrochen gearbeitet, Glut scheint durch und Kopalrauch kann abziehen kleine Arme und Beine an Seiten vom Gesicht "Noppen" sicherlich Andeutung Sonnenstrahlen[?] La Venta-Kultur: präklsasische Periode (ca. 1600 - 200 v. Chr.) 3 Kulturphasen im zentralmexikanischem Hochland: A Zacatenco (1200 - 800 v. Chr.) B Tiatilco (1000 - 300 v. Chr.) C Cuicuilco-Ticoman (400 - 300 v. Chr.) feste dörfliche Siedlungen, Feldbau mit Anbau von Bohnen, Kürbis, Mais, Avocados, Chilipfeffer, Baumwolle Anfänge von Spinnerei Spinnerei und Weberei erste Musikinstrumente aus Ton (Rasseln, Flöten, Okarinas) Vase[?] umsetzen Skulptur, zusammengesetzt (hier ungewollt) Figürchen mit beweglichen Gliedern und maya8-k.jpg Figur mit Öffnung im Bauchbereich 2 Abteilung China Tuschereibstein mit Deckel in Form einer Schildkröte, unglasiertes Steinzeug, Östliche Han-Dynastie (25 - 220) china1-k.jpg frühchinesische Bronze: bedeutsame Rolle im rituellen Zeremoniell und als Embleme politischer Macht und Autorität Aufkommen der Bronze in erster Hälfte 2. Jahrtausend v. Chr. von kleiner sozialen Elite in Auftrag gegeben Verwendung Ritualgefäße bei Opferhandlungen dienten zur Zubereitung, Aufbewahrung und zum Opfer von Speisen bzw. zur Aufnahme und zur rituellen Trankspende von gewürztem Hirsewein und Wasser Adler auf einer Kiefer, Hängerolle, TUsche auf Papier, Qi Baishi (1864 - 1957) china2-k.jpg umsetzen Notizen als Hängerolle veröffentlichen Adler: Symbol der Stärke und Heldenhaftigkeit Kiefer: Sinnbild für langes Leben und Beständigkeit (trotzt Kälte, immergrünes Nadelkleid) Schränkchen mit Spielwerk, Qing-Dynastie, Ära Kangxi (1662 - 1722), vor 1693 china3-k.jpg Koromandellack-Schränkchen erworben durch Friedrich III, 1693 im Inventarbuch der Kunstkammer Kunstkammer von 1694: "Ein chinesisches Kästgen, so auswendig laccirt und mit figuren gezieret ist, inwendig hat es allerhand blumenwerck und figuren, welche, wann das Uhrwerck, so darinnen ist, auffgezogen wird, alle herumblauffen." Zwei Szenen aus der "Geschichte vom Prinzen Genji", Tokugawa-Zeit, 17. Jahrhundert china6-k.jpg Paar sechsteiliger Stellschirme, Tusche und Farben auf Goldgrund Geschichte vom Prinzen Genji wurde auf Fächern, Albumblättern, Stellschirmen, Lackobjekten, Keramiken und Textilien umgesetzt 3 Abteilung Afrika: "Kunst aus Afrika" verbreitete europäische Vorstellung: "Afrikanische Kunst ist primitive Kunst Primitive Kunst . Afrikanische Kunst ist religiöse Kunst." 3 Fehleinschätzungen: A "Es gibt keine afrikanische Kunst" "Der Fremde hat große Augen, aber er sieht nichts." B "Kunst aus Afrika ist nicht primitiv" entstammt evolutionistischer Theorie der Kolonialzeit Kolonialzeit Vorstellung auch Künstler wie Picasso Pablo Picasso oder deutsche Expressionisten verhaftet Afrika sollte Gegenbild europäischer Zivilisation sein und Gegenbild zur als erstarrt empfundene akademische Kunst sein C "Kunst aus Afrika kann nicht auf religiöse Kunst reduziert werden" Gedenkfigur eines Königs mit Zwillingen, Kamerun, Bangwa, 19. Jahrhundert, Holz afrika1-k.jpg "Gedenkfigur eines Königs und einer Königinmutter" (sollen von König Yu, 1865 - 1912, geschnitzt worden sein) Plastiken hatten erinnernde, repräsentative, politische, religiöse, persönliche Inhalte Masken sollten Geistwesen verkörpern aber auch rechtliche, erzieherische oder unterhaltende Funktionen haben "Ich schnitze, damit die Leute sagen: 'Wer hat das gemacht?', und so mein Name über Land geht." (Tro, Dan-Künstler) keine anonyme Volkskunst, Künstler damals bekannt Masken oder Plastiken nicht für anonymen Kunstmarkt Kunstmarkt produziert, sondern für Auftraggeber oder Anlass künstlerische TÄtigkeit meist neben Arbeit als Bauer oder Schmied ausgeübt in Benin Bronzegießer oder Elfenbeinschnitzer in Berufsgruppen oder Gilden organisiert "Manchmal denke ich morgens: Heute gehe ich nicht in meine Pflanzung; ich werde schnitzen. Aber das tue ich dann nur, um mir was zu verdienen. Lieber ginge ich zur Feldarbeit. Dort kann ich doch mal zwischendurch spazieren gehen, während ich beim Schnitzen immerzu denken muss, ob das nun so oder so richtig oder falsch wird." (Blabiboti, Baule-Künstler) Gedenkfigur eines Königs, Kamerun, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Holz, Glasperlen, Kaurischnecken, Stoff afrika3-k.jpg Überziehen von Objekten (Statuen, Hockern und anderen Gegenständen des königlichen Palastes) mit Glasperlen und Kaurischnecken oft grafisch gestaltete Oberfläche schimmernde Farbigkeit = Ausdruck des Reichtums und Macht des Königs Kraftfigur nkisi nkondi, Republik Kongo, Loango, 19. Jahrhundert, Holz, Eisen, Gewebe, Porzellan, Farbpigmente, Harz u. a. afrika5-k.jpg "Kraftfigur nkondi tatu", 19. Jahrhundert, Holz, Eisen, Glas, Schnur, Pflanzenfasern, rote und weiße Farbspuren Maske Maske nganga ngombo, Künstler des Pende-Gebiets afrika7-k.jpg realistisch-expressive Gestaltung stellt männlichen Wahrsager dar verweist durch "weibliche", harmonische Gestaltung auf Fähigkeit des Wahrsagers Aggressivität zu zügeln
Gedicht vom Nichtkünstler, 19.2.2016
Gedicht vom Nichtkünstler, 19.2.2016
Standpunkt Kunstbegriff Relevanz der Kunst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Vielleicht blockiert mich ja auch einfach nur der Begriff.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Künstler].
  • Zu sein.
  • Oder … [Sperren: Kunststudent Kommilitone ].
  • Also … [Sperren: Kunst] zu machen.
  • [Pause.]
  • Vielleicht sollte ich mich einfach … Friedrich Fröhlich …
  • … Nicht-Künstler, oder …
  • Einfach nur Friedrich Fröhlich, ohne Anhang.
  • Dass ich selber nicht sage, ich mache Kunst. Denn ich weiß nicht, was Kunst ist. Und …
  • Diese Definitionsschwierigkeit und dann dieser … dieser ständige Sinnes… also Sinn…
  • [Pause.]
  • Ähm …
  • Dieses … Diese [Sperren: Sinnkrise] halt. Ähm … Ist es denn halt … ähm … wichtig? Hat es 'ne Relevanz?
  • Was ich mache.
  • Und … Ich behaupte eben bei dem, was ich bei anderen auch sehe, hat sie eigentlich überhaupt nicht. So. Es [Sperren: gibt] nicht wirklich eine Begründung, warum man Kunst machen …
  • … macht. Oder machen [Sperren: sollte]. Warum andere etwas [Sperren: sehen] sollten. Was eine Person gemacht hat.
  • Ich seh's einfach nicht!
  • Ähm … Es gibt andere … äh … Gebiete. Ähm … Die … Die auf … äh … irgendwelche Unstimmigkeiten hinweisen können und [Sperren: mehr] ändern können. Wie zum Beispiel Journalismus. Oder …
  • … ähm …
  • Nehmen wir zum Beispiel Fotografie. Ähm … Reportage.
  • Ähm … Die können halt … äh … [Sperren: direkter] auf … auf … auf ein Problem zum Beispiel hinweisen. Was in der Welt existiert. So.
  • Dafür bedarf es keine … keine Kunst! Und es bedarf vor allem nicht diesen einzelnen [Sperren: Künstler].
  • Der sozusagen … äh … ein Thema, was er sich persönlich zu Herzen nimmt halt, [Sperren: hinaus trägt]. In die Welt. So.
  • Und warum wird das halt eben … äh … [Sperren: größer] gemacht? Ähm … ähm … Als … Als … Als die … die persönlichen Ansichten. Das ist ja auch nichts anderes! Von Anderen.
  • Von den [Sperren: anderen] Millionen von Menschen.
  • So.
  • Also ich … Da komme ich halt immer in so 'ne … so 'ne … äh … Sinnkrise.
  • [Schlucke.]
  • Was soll das!
  • Ähm … Und das Interessante ist ja erstens, dass ich … ähm … mich … mich halt nicht … Also [Sperren: mein] Tun nicht … äh … nicht … ähm … bloß hinterfrage, sondern eben von [Sperren: Allem].
  • Also das ist jetzt nicht, was nur persönlich ist. So. Das ist wichtig zu wissen. Für mich selber.
  • Und …
  • [Pause.]
  • Und zweitens … ähm … merke ich aber immer wieder, dass dieses Feld … Egal, wie man das nennt.
  • Künst!
  • Kunst!
  • Kreativ!
  • Äh … Is nen schreckliches Wort. Aber okay.
  • Also dieses Feld, in dem sich halt Künstler bewegen, … ähm … mit denen … mit dem Material, mit dem sie arbeiten. Mit den Techniken und so weiter und so fort. Das, was sie schaffen. Ähm …
  • Da fühle ich mich … ähm … in dem Moment Moment , wo ich selber etwas schaffe, extrem … [Sperren: wohl].
  • Das ist, … äh … Da merke ich dann halt immer, dass es das ist, was ich machen [Sperren: will].
  • So. Das ist … Zum Beispiel, wenn ich mir jetzt hier diese Konstellation angucke. Äh … Die ich auf Holz gemalt habe. Oder dieses eine … ähm … Foto auf Leinwand. Was ich halt bloß weiß übermalt habe. Dass man halt nur noch die Ränder sehen kann.
  • Vom Foto.
  • Die Ergebnisse selber, … Also ich weiß, als ich's gemacht habe, mit den Konstellationen, extremst … äh … ähm … davon [Sperren: überzeugt] war. Dass das [Sperren: wichtig] ist. Das war für mich so was wie Grundlagenforschung. Und halt … Materialforschung.
  • Ähm … Und halt … äh … Es ging mir ja auch darum, … Um diese Idee umzusetzen.
  • Jetzt im Nachhinein … Weiß ich aber, dass … Weiß ich eben, dass dieses … dieser [Sperren: Moment], wo ich das geschaffen habe, wo ich nen Pinsel in der Hand hatte. Wo ich das gemalt habe. Wo ich … äh …
  • … da Sachen ausgerechnet habe. Wo ich mir Notizen, Skizzen, gemacht habe. Und so weiter.
  • Dass der halt genau das ist, was ich [Sperren: will].
  • So.
  • Also der Moment.
  • Ähm … Des Schaffens.
  • [Pause.]
  • Und … Dass ich dann im Nachhinein … ähm … etwas wieder hinterfrage, oder was ja dann hauptsächlich das Problem ist, … Im [Sperren: vorhinein] das bereits mache. Und ich dann überhaupt nicht mehr dazu komme, etwas auszuüben. Etwas auszuführen. Ähm … Das ist halt … 'ne andere Geschichte.
  • Nur mir geht's halt darum, mir auch selber bewusst zu machen, dass es nicht daran liegt, dass ich jetze … ähm … mit … äh … [Sperren: Künst…]
  • … [Sperren: Kunst] …
  • Keine Ahnung was. Nichts anfangen könnte.
  • Also mit dem Ausdrucksmittel. Oder … Mit dem … Mit der Hand schaffen. Oder mit … äh … Technik arbeiten. Ein Plotter Plotter ist nun einmal so etwas.
  • Etwas zu erkunden. Entdeckungsdrang.
  • Und so weiter.
  • Das ist … Das ist überhaupt nicht das Problem bei mir. Sondern das ist dann wirklich die große Frage, … ähm … [Sperren: Was bringt das jetzt anderen eben zu zeigen?]
  • Also was ist daran wirklich so relevant, … äh … dass es andere sehen [Sperren: müssen].
  • So.
  • Und wie gesagt … Das ist nichts, was mit meinen eigenen Arbeiten eigentlich zu tun hat. Es [Sperren: blockiert] mich natürlich dann.
  • Am Ende.
  • [Sperren: Persönlich]. So. Niemand anderen.
  • Aber ich hinterfrage eben nicht nur [Sperren: meine] Arbeiten. Sondern ganz allgemein. Wenn ich halt Gegenwartskunst Gegenwartskunst … äh … sehe, die ich häufig, wenn sie Gegenwartskunst ist, überhaupt nicht verstehen kann. So.
  • Außer eben mit Beipackzettel. Mit Titel.
  • Mit langen Erklärungen.
  • Und selbst dann ist es häufig für mich noch so okay. Aber man hätt's aber genauso gut anders machen können.
  • Also … Gut.
  • [Pause.]
  • Also es ist halt diese Hinterfragung. Dieses ständig … ähm … Also ständig in Frage stellen. Zweifel Zweifel haben. Daran.
  • Äh … Was die Bedeutung halt dessen ist.
  • So.
  • [Pause.]
  • [Schlucke.]
  • Und ich stelle doch aber nur so 'ne großen … ähm … Also erst einmal dieser … äh … äh … dieses … äh … dieses … dieses … äh … [Sperren: Schaffen]. Diese [Sperren: Tätigkeit].
  • Pinsel in der Hand haben.
  • Leinwand.
  • Äh … Zu besorgen und … äh … etwas zu fertigen.
  • Ähm … Der hat ja erst einmal nichts mit Kunst zu tun. Also zum… Was auch immer Kunst ist!
  • Eben.
  • Der hat halt nichts mit etwas zu tun, wo er am Ende dann das riesengroße Ding rauskommen müsste. So 'nen Meisterwerk.
  • Sagen wir's so.
  • Was auch immer wieder nen Meisterwerk ist.
  • In der heutigen Zeit!
  • Ähm …
  • [Pause.]
  • Es sind ja erst einmal bloß … ähm … Mittel, etwas … sich auszudrücken. [Sperren: Egal], was es für nen Thema is.
  • [Sperren: Egal], ob man überhaupt nen Thema hat!
  • [Sperren: Egal], ob man etwas überhaupt ausdrücken kann.
  • So.
  • Ähm … Also das sind ja zwei unterschiedliche Sachen. Und … So. Und jetzt kann ich mir halt sagen, … ähm … Oder würde ich mich jetzt halt fragen: Kann ich nicht … ähm … einfach dieses Wort Kunst, … äh … diese Bezeichnung [Sperren: Künstler], wie auch …
  • … [Sperren: Kunststudent] …
  • … ähm … einfach bei mir [Sperren: streichen]?
  • Äh … Denn das sind ja die Begriffe, die ich ständig mich wieder zu dem Hinterfragen führen. Denn … äh … Wenn ich halt irgendwas mit Kunst … äh … sehe. Oder so. Dann … Dann … ähm … Dann … Dann steck ich diese Arbeit, die ich sehe, bereits in eine … ähm … Hab ich eine [Sperren: Erwartung].
  • Daran, dass in dieser Arbeit … etwas für mich Gehaltvolles … äh …
  • Was es auch immer ist!
  • Ähm … Drinne ist. So.
  • Ähm … Dass es etwas [Sperren: bewirkt].
  • [Schlucke.]
  • Und … Ich find eben … Weiß jetzt nicht gerade. Kann mich irgendwie an gar nichts erinnern, eben, von aktuellen Arbeiten, so … Auch bei anderen … ähm … Wo ich wirklich sagen würde: Das hat … Das hat … Das hat … Das hat etwas [Sperren: bewirkt].
  • In mir.
  • So. Das … Das … Das wäre sozusagen 'ne Arbeit, die halt … Wo ich sage, das is für [Sperren: mich] Kunst.
  • So.
  • Das [Sperren: kann] etwas, was … was … äh … bloße Gestaltung, was bloße … ähm … bloße … ähm …
  • Weiß ich nicht.
  • Bloßer [Sperren: Drang] … ähm … Spaß zu haben, … ähm … äh …
  • [Sperren: Herumzuschreien].
  • [Sperren: Herumzupoltern]!
  • Äh … Seine persönliche Sicht in die Welt zu … äh … [Sperren: drängen] …
  • Ähm … Also dass es [Sperren: mehr] hat als das.
  • [Pause.]
  • So.
  • Und solange es eben bloß Gestaltung ist, oder irgend so ein [Sperren: Wirrwar]. Und so'n persönliches Ding. Irgendwie. Was … äh … äh … Was jeder Mensch ja hat. So. Dafür bedarf's eben keine Kunst!
  • Finde ich.
  • Ähm … Solange hinterfrage ich das.
  • [Pause.]
  • Bei mir und bei anderen.
  • [Klick.]
  • Äh … Zum Wort [Sperren: Gestaltung] fällt mir jetzt noch eben … äh … [Sperren: Design] … Ne? So.
  • Ähm … Also etwas, was halt … ähm … ästhetisch … ähm … anspricht. Was halt … ähm … anders sein kann. So. Ähm … Aber was halt trotzdem dem Auge sozusagen … äh … ähm … [Sperren: gefällt].
  • Oder selbst wenn's einem [Sperren: nicht] gefällt. Aber es ist halt etwas, was halt irgendwie stimmig ist. So.
  • Und ich weiß … Ich denke, ich kenn mich da ja jetzt nicht genau aus, aber ich denke, dass halt [Sperren: Design] jetzt nicht den Anspruch hat, etwas …
  • … zu hinterfragen.
  • Oder so. Die wollen halt etwas … ähm … ähm … etwas mit dem Design … Also ein … ein … ein Thema, … ähm … was … Ob das jetzt Text ist. Oder ob das Produkt ist. Oder so …
  • Ähm … Wollen sie halt durch diesen … durch … durch das Design noch einmal … ähm … ähm …
  • [Pause.]
  • [Sperren: Bestärken].
  • Also … unter… unterstützen.
  • Diese Idee des Produktes. Oder des Textes.
  • So.
  • Und … ähm … [Sperren: Kunst] … Ein [Sperren: Kunstwerk], eine Arbeit, eine künstlerische Arbeit, … äh … So hab ich's jetzt zwar genommen … Soll ja eher für [Sperren: sich] … äh … [Sperren: selbst] stehen können.
  • Also nicht … äh … einen Text be… begleiten.
  • Einen Text aufwerten. Oder ein Produkt aufwerten.
  • So.
  • Oder nicht … Noch nicht einmal aufwerten, sondern einfach bloß [Sperren: begleiten] eben.
  • Genau.
  • Das ist ein gutes Wort.
  • [Pause.]
  • So. Sondern die Kunst soll halt eigentlich … äh … für sich selbst stehen können!
  • Also sie … Die Arbeit, die soll eigentlich …
  • [Pause.]
  • … [Sperren: Gestaltung] und [Sperren: Inhalt] … Also der Text sein. Und das Produkt sein.
  • [Pause.]
  • Ich denke, … äh … also jetzt, wenn ich darüber halt nachdenke, dass das so der Unterschied zwischen diesen beiden Sachen ist. So.
  • Und …
  • [Pause.]
  • Mir verlangt es natürlich dann, wenn ich auch diese Gedanken eben habe, dass ich, wenn ich etwas schaffe, dass es eben [Sperren: wirklich] einen [Sperren: Inhalt], egal ob das jetzt andere ver… nachvollziehen können, verstehen können, ohne Text. So. Dann nur mit. Oder wie auch immer. Aber dass es für [Sperren: mich] halt selber … ähm … äh …
  • Ein [Sperren: Drang] existiert, …
  • [Pause.]
  • … etwas … [Sperren: festhalten zu wollen].
  • Auf Papier.
  • Video.
  • Ähm … Eine Schrift. Auf Leinwand. Selbst Notizen oder Skizzen … Was auch immer!
  • Ähm … Dieser Drang, oder … Ne? Dieses [Sperren: Gefühl], … ähm … hätte ich halt gerne. Dass das … äh … wichtig ist. Das zu tun. So.
  • [Pause.]
  • Ähm … Manchmal … äh … hab ich den eben. Merk ich jetze wieder, wenn ich darüber nachdenke, … ähm … Auch was halt anfänglich bei diesen Geraden … äh … Diese ganze Idee. Dieses Konstrukt, was ich da hatte. Und immer noch immer habe. Ähm … Was die Gerade für mich bedeutet.
  • Ähm … Es ist ja da. So. Ich hab dem … äh … Also ich … Ich hab den ja nicht nachträglich jetze gesagt, … äh … Jetzt muss ich das irgendwie begründen! Also … äh … denke ich mir was aus, was 'ne Gerade sein [Sperren: könnte]. So.
  • Sondern diese Idee der Geraden war ja relativ … äh … Also wenn ich jetzt meine Notizen mir noch einmal angucken würde, eigentlich ja am Anfang immer mit dabei.
  • So. Ich war fasziniert davon, … ähm … äh … was … ähm … be… Oder … meine Gedanken halt … äh … zum … zu [Sperren: Allem]. Und vom [Sperren: Nichts]. Äh … So.
  • Was Materie is. Ähm … ähm … Dass eigentlich ja alles … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … aus den selben Teilchen …
  • Ob's jetzt Teilchen sind, oder nicht … Also aus einer kleinsten Einheit irgendwie besteht. Alles Materielle.
  • Ähm … Alle Materie. Äh …
  • Ob [Sperren: Stein]. Oder [Sperren: Mensch].
  • Ob … äh … [Sperren: lebendig]. Oder als [Sperren: tot] gesehen.
  • Obwohl das Tote dann auch lebendig [Sperren: innerlich] ist.
  • Da bewegt sich ja die ganze Zeit sozusagen etwas.
  • Ähm … Egal.
  • Aber das … Das war halt so nen … Diese Idee … Diese Idee … Diese Vorstellung, dass … dass … dass … dass die Welt … äh … so ist, im Inneren.
  • Ähm … Die hat mich halt … Oder die fasziniert mich!
  • So.
  • Und … ähm … Da war halt die Gerade … Oder ist die gerade halt nen … finde ich … im Künstlerischen, im Bildnerischen Bereich halt, 'ne sehr gute Möglichkeit, das halt … äh … zu transportieren.
  • Diese Gedanken.
  • Ich bin eben kein Wissenschaftler. Der das jetzt irgendwie lange Aufsätze da verfassen würde. Ähm …
  • Ich [Sperren: merke] halt eben, dass, wenn ich ein Bild schaffe, … ähm … dass … dass ich in dem Moment halt … äh … [Sperren: komplett] davon eingenommen bin.
  • So.
  • Und das ist ja nen guter Zustand.
  • Das bedeutet ja was.
  • Also dass ich nicht … äh … gelangweilt bin. Oder so. Sondern dass ich darin aufgehe. In dem Moment.
  • Ob ich's danach noch so sehe, ist was anderes. Eben.
  • So. Das ist dann aber eher diese Sinnfrage.
  • [Pause.]
  • Also ich hätte jetzt die Möglichkeit, noch einmal zusammengefasst, … ähm … mich aus diesen vom [Sperren: Menschen] geschaffenen Kunstkontext, von diesen … von diesem [Sperren: etwas]. Von diesem [Sperren: Wesen].
  • Von dieser … ähm … [Sperren: Struktur] … Von dieser [Sperren: Blase] … Was auch immer es ist!
  • Halt … ähm … äh … zu entfernen.
  • Innerlich.
  • Zu sagen, ich bin kein Künstler. Ich bin kein Kunststu… Also ich bin jetzt offiziell Kunststudent. Äh … Ich bin halt Student. An der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Okay.
  • Also sagen wir: Ich bin kein Künstler. So.
  • Oder ich will kein Künstler sein.
  • Ich weiß nämlich nicht, was Kunst ist.
  • Ich lege Kunst zu … zu viel … zu viel … zu viel Kraft … äh … rein. Was ich selber nicht schaffen kann. Und wo ich halt auch … nicht das in anderen Arbeiten sehen kann.
  • [Sperren: Obwohl] ich mir halt sage: Einfach müsste das drinne sein.
  • So.
  • [Sperren: Wenn] schon, [Sperren: denn] schon.
  • [Pause.]
  • So.
  • Also … Ich bin … ähm … Das war jetzt ja die … Schon vor zwei drei Jahren irgendwie so dieses … dieser Gedanke, ich bin [Sperren: Künst… Kün…]
  • Ne?
  • [Sperren: Kunst].
  • [Sperren: …ler].
  • Ich mache [Sperren: Künst].
  • Und bin …
  • … [Sperren: Kunstler].
  • Also dass ich … ähm … äh …
  • … [Sperren: Kunstler] bin.
  • Also mir fehlen sozusagen noch die … noch die I-Pünktchen.
  • Zwei davon!
  • Über'm U.
  • [Pause.]
  • [Schlucke.]
  • Um halt einer zu sein. Aber das ist gleichzeitig jetzt natürlich 'ne … 'ne Herunter… äh … Setzung. So.
  • Meiner Person.
  • Oder meines Schaffens.
  • Will ich ja eigentlich auch nich.
  • Ich [Sperren: muss] mich jetzt ja nich klein machen!
  • So.
  • Ähm … Also gar nicht erst den Begriff Künstler in den Mund nehmen. Sondern … Ich …
  • [Pause.]
  • … [Sperren: schaffe] halt etwas.
  • Ich [Sperren: arbeite].
  • Ne?
  • Ich … äh … Ich [Sperren: denke].
  • Ich [Sperren: handle].
  • Ich [Sperren: schaffe] halt etwas.
  • So.
  • Okay.
  • Egal, was für nen Begriff jetze. Was ich jetze aber als Problem dann halt wieder sehen könnte, ist, dass …
  • [Sperren: Immer bloß Probleme!]
  • [Sperren: Probleme!]
  • [Sperren: Probleme!]
  • Dass ich … ähm … dann vielleicht den [Sperren: Anspruch] verliere.
  • [Pause.]
  • Etwas zu schaffen, was … [Sperren: relevant] ist.
  • [Pause.]
  • Ob ich's jemals hinbekomme, oder nicht. Das ist was anderes. Aber halt diesen … diesen [Sperren: Drang] dahin. Dass der natürlich dann wegfallen könnte. Also wenn ich mich jetzt als …
  • … wieder das Wort Künstler …
  • Als [Sperren: Hobbykünstler Hobbykünstler ] sehen würde. So hab ich auch schon mal 'ne Zeit lang probiert.
  • Auch 'ne Website dazu gestaltet. Und so. Hobbykünstler Friedrich Fröhlich.
  • Dann … äh … fällt natürlich dieses ganze … äh … [Sperren: Strenge] … ab.
  • [Pause.]
  • Also zum einen das ganze [Sperren: Gehabe].
  • Künstler mit vielleicht nem kleinen [Sperren: Bart].
  • Und nen [Sperren: Hut].
  • Und was weiß ich nicht alles.
  • Vernissage Vernissage . Und keine Ahnung was.
  • Wie ein Künstler in der … In der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
  • Als [Sperren: was] er wahrgenommen wird.
  • So. Also dieses ganze Gehabe fällt ab.
  • Man ist sozusagen … Oder ich wäre davon be… befreit.
  • Von diesem ganzen [Sperren: Tun].
  • So tun als ob.
  • Und könnte endlich [Sperren: sein].
  • [Pause.]
  • Und … [Sperren: arbeiten].
  • Einfach machen.
  • [Pause.]
  • So.
  • Gleichzeitig kann dann natürlich … kann's natürlich dann passieren, hab ich jetzt natürlich auch beim Präsentieren, also vom Hobbykünstler Friedrich Fröhlich, gemerkt, …
  • Man … Man geht … [Sperren: Ich] gehe dann halt viel viel labscher mit … äh … mit … ähm … mit einem Thema um. Also ich … Ich gl…
  • Dann …
  • Dann is es halt oberflächlicher. So.
  • Die eigene Auseinandersetzung auch damit. Ne?
  • Dann hab ich selbst eben nicht mehr den … äh … Anspruch, … ähm … etwas wirklich für mich selbst zu begründen. Oder zu … zu er… erkunden. So.
  • Sondern bleib halt ziemlich schnell an … Also bleib an der Oberfläche halt hängen. Und … äh … denke nicht zu tief weiter drüber nach.
  • [Sperren: Weil] ich ja nicht vor hab jetzt irgendwie was Tief… Sinniges … Gründiges zu machen.
  • Sondern ich bin halt Hobbykünstler. So.
  • [Schlucke.]
  • Und das birkt dann wiederum halt die Gefahr, dass ich in noch 'ne größere Krise … äh … komme. Weil ich dann noch nicht einmal [Sperren: irgendetwas] hab, wo ich sozusagen sagen würde, … äh … Damit beschäftige ich mich jetzt wirklich.
  • Ich glaub, das kann's auch gar nicht geben!
  • Also ich mein, ich beschäftige mich jetzt ja nicht mit irgend nem Thema hier. Äh … Oder mit irgend ner Idee. Äh … Die … Die sich mein Kopf reingefressen hat. Weil ich mir gesagt hab, ich … ich will Künstler [Sperren: sein].
  • Also muss ich das jetzt tun. So.
  • Sondern …
  • Das passiert ja einfach so. Das ist … Das ist … angelernt. Oder keine Ahnung was.
  • Das [Sperren: steckt] halt in mir drinne.
  • Ähm … Sich dann mit etwas näher zu befassen.
  • [Sperren: Egal], auf welchem Niveau. Ich würd halt schon sagen: Ziemlich intensiv.
  • Eigentlich.
  • So.
  • [Pause.]
  • Ähm … Das kann ich ja durch nen Begriff wie Hobbykünstler gar nicht eigentlich ablegen. So.
  • Das is dann einfach weiterhin da.
  • Man kann sich halt … äh … lediglich … äh … damit … äh … Oder [Sperren: ich] kann, nicht man, … äh … diese … diese Erwartungshaltung … äh … von [Sperren: anderen] und von [Sperren: mir selber] … Dass das, was ich halt tue, … äh … anbelangt, … ähm … Davon kann ich mich halt … ähm … freistellen.
  • [Pause.]
  • Is jetzt die Frage. Is das gut?
  • Is das nur … ähm … Pfff … Is das … Is das … ähm … Na. Wie heißt das?
  • Ähm …
  • [Klick.]
  • [Sperren: Feige]?
  • [Pause.]
  • Kann's ja auch sein.
  • Dass ich mich … äh … einem … einem Begriff nicht stellen … äh … äh … [Sperren: möchte].
  • [Pause.]
  • Fehlt mir vielleicht der Mut dazu?
  • [Pause.]
  • Das kann auch sein. Und … Dieses sozusagen nach unten stellen, also sich … äh … kleiner machen, als man ist. Ähm … Kann ja auch in diese Richtung ab… äh … abgehen. Ne? So.
  • Ich will kein … Na ja … Ich will keine [Sperren: Haltung]. Vielleicht.
  • Na ja.
  • Ich [Sperren: will] ja!
  • So.
  • Das ist nicht das Problem!
  • Aber ich seh sie halt nicht!
  • [Pause.]
  • Nicht nur bei mir! So. Ich sehe sie halt nicht!
  • [Sperren: Wirklich!]
  • So.
  • Man kann alles irgendwie begründen. Und … äh … sich die schönsten Webseiten machen. Die am professionellsten aussehen. Und … Was weiß ich nicht alles. Nach Außen kannste der Große sein. Aber … Wenn du das nicht wirklich [Sperren: fühlst], glaube ich, …
  • Da kracht dir irgendwann 'ne Welt zusammen. Würde ich sagen. Oder ich fühle mich dann zumindestens nicht … äh … nicht wohl.
  • [Pause.]
  • Ich … Wenn's jetzt andere können, dann is das okay.
  • Geht ja hier jetzt nur um [Sperren: mich].
  • [Sperren: Mich!]
  • [Sperren: Mich!]
  • [Pause.]
  • Ähm … Sich jetzt Hobbykünstler zu nennen ist natürlich dann wieder sowas wie … äh … Pfff.
  • Vielleicht kommt das wieder wie 'ne Arbeit halt rüber. Wie diese … äh … verhüllten Arbeiten.
  • Dass plötzlich diese Sperrholzboxen halt natürlich als Arbeit wahrgenommen würden. Und nicht das, was eigentlich drinne ist.
  • Und genauso … Na. Hobbykünstler.
  • Friedrich Fröhlich.
  • Hobbykünstler.
  • Wird das sofort … Du bist Künstler!
  • So. Ähm … Weil wer bezeichnet auf ner Visitenkarte Visitenkarte in der Öffentlichkeit, auf Vernissagen, …
  • Keine Ahnung.
  • Als Hobbykünstler?
  • So.
  • [Pause.]
  • Das kann bloß 'ne Arbeit sein!
  • Das kann bloß 'ne Auseinandersetzung mit halt … äh … der eigenen … äh … Nicht Person. Also Person auch.
  • Aber mit dem eigenen … [Sperren: Beruf] … Mit der eigenen Berufung.
  • [Sperren: Nee].
  • Mit dem … Mit dem eigenen [Sperren: Tun].
  • Mit dem eigenen Schaffen.
  • Also mit dem [Sperren: Künstlerischen].
  • Sein.
  • [Pause.]
  • So.
  • Ähm … Und ich will jetzt … Also. Okay.
  • Das ist natürlich auch nen Thema. So. Ein [Sperren: großes] Thema sicherlich.
  • Was ist ein Künstler?
  • Was ist Kunst?
  • So.
  • Ich meine, das ist ja … Ne? Wenn ich … äh … jetzt auf diesem Gebiet unterwegs bin … äh … Kann das natürlich 'ne riesen große Frage sein.
  • Also dass ich nicht bloß die ganze Zeit … ähm … meine Sachen hinterfrage, sondern dass ich einfach [Sperren: diese] Frage, …
  • [Sperren: Was ist denn Kunst?]
  • [Sperren: Was ist ein Künstler!]
  • Ähm …
  • Ähm …
  • Und dieses … äh … Dieses [Sperren: Scheitern Erfolg ] an der Beantwortung und auch … äh …
  • Dieses ständige Hinterfragen!
  • Bei Kunstwerken.
  • Dass [Sperren: das] … Dass ich ja [Sperren: das] eigentlich auf… Vielleicht zu meiner Arbeit machen kann. So.
  • Ich meine … Wer kennt sich denn da nicht besser aus, als der, der das macht!
  • Ne?
  • [Pause.]
  • Mich würde jetzt halt … äh … Na ja. Irgendwie stören, wenn ich jetzt sone … sone Kenn… sone konzeptuelle Sache … mache.
  • Dazu.
  • Ich kann mir eben nicht vorstellen, oder …
  • Performance Performance !
  • Oder keine Ahnung was. Was alles mit Scheitern … Was … Wie man das halt … äh … zeigen kann. So.
  • Ich mag's ja, wenn ich jetze so'n … mir so'n … mir so'n Überthema zu geben. Und das dann abzuarbeiten. Oder so. Und das ist …
  • Weiß nicht. Ob das eben so 'ne … Ob das 'ne Aufgabe für jemanden … für nen Künstler sein kann?
  • [Sperren: Sollte]. Auch wenn sich's sicherlich viele tun. Auch mit dem projektbezogenen Arbeiten. Und so.
  • [Pause.]
  • Ähm …
  • [Sperren: Scheitern].
  • Mit Geradenbildern umgesetzt.
  • [Sperren: Scheitern].
  • Erfolg.
  • Geraden.
  • Geraden!
  • Ich weiß es nicht!
  • Ich glaub, das kann ich gar nicht mir so … mir so aufzwängen. So'n Thema.
  • Auch wenn das natürlich nen spannendes Thema ist. Oder Thema mich ja eigentlich eben … äh … extrem … ähm … beeinflusst.
  • [Pause.]
  • Und … Ich merke … Sehr sehr viele Gedanken dazu immer wieder mache.
  • Immer wieder zu so'ner Sinnhinterfragung halt komme.
  • So.
  • Is es ein Thema, was ich umsetzen könnte? Ich beschäftige mich damit ziemlich viel.
  • Das hindert mich daran andere Sachen immerhin zu machen. So.
  • Und … Wenn ich dieses [Sperren: Hindern] sozusagen als [Sperren: Arbeit] … äh … Also in einer Arbeit umwandle. [Sperren: Ins] Arbeiten eben … Mich hinzusetzen. Nen Pinsel in die Hand zu nehmen. Und das dann auszudrücken.
  • [Pause.]
  • Tja.
  • Is halt was ganz anderes. Jetze. Als was ich mir … Ich würd halt gerne schon irgendwie was … Was Bildnerisches. Oder was auch immer machen.
  • Also etwas …
  • Mit Motiv!
  • Oder selbst wenn's was Abstraktes ist.
  • Was man halt sich ansehen kann. Was man auch teilweise … ähm …
  • [Pause.]
  • [Sperren: Genie Genie ßen] kann.
  • Also was halt 'ne Ästhetik hat. Was ja alles irgendwie hat. Aber halt etwas, was man sich auch gerne anschaut. So.
  • Und gleichzeitig aber … ähm … auch sehr viel noch dahinter steckt. Ob das jetzt jeder … äh … mitbekommt. Oder nicht.
  • Das ist was anderes!
  • Aber dass … dass da halt noch sehr viel …
  • Fragen!
  • Drinne immer sind. Die offen bleiben. Vielleicht.
  • Ich muss ja nicht alles beantworten.
  • Das macht's ja dann erst …
  • Das macht's ja langweilig. Wenn alles beantwortbar ist.
  • Also dass dann noch [Sperren: mehr] dahinter steckt. Als [Sperren: nur] die Oberflächen.
  • Nur … Nur das ästhetisch Schöne.
  • [Pause.]
  • Na ja. Dass halt … Also …
  • [Pause.]
  • Also schwierig halt. Diese beiden Sachen … Dieses ständige Hinterfragen … Wenn ich das nicht als Arbeit mir nehmen [Sperren: will].
  • Gibt's ja bestimmt schon einige Künstler, die das gemacht haben.
  • Ähm … Das Hinterfragen auch der eigenen Person. Oder so. Ähm …
  • [Pause.]
  • Okay.
  • Das mache ich ja nun [Sperren: ständig]. Höchstwahrscheinlich.
  • Mit den Selbstporträts Selstbildnis .
  • Oder: Was bin ich?
  • So ungefähr. Was ich jetze ja auch viele Fragen … Was ja auch irgendwie in ist. In den Magazinen und so. Das … Das zu hinterleuchten.
  • Ähm … Das Individuum … ähm … in den Vordergrund … äh … zu rücken.
  • [Pause.]
  • Mhm.
  • [Pause.]
  • Ja. Das bleibt am Ende irgendwie wieder so. Dieses [Sperren: Selbstporträt].
  • [Pause.]
  • Ich bin [Sperren: ich].
  • Und das ist mein Selbstporträt.
  • Punkt.
  • [Lange Pause.]
  • Ich glaub nicht, dass ich jeden Tag … äh … den [Sperren: Drang] hab, mich selbst darzustellen.
  • Hab ich eigentlich gar nicht. Is halt … ähm … Ich mag's halt … ähm … Mich darzustellen.
  • Mein Gesicht zu nehmen.
  • Zu foto… fotografieren. Zu bearbeiten.
  • Mhm.
  • Die Änderungen über die Jahre hinweg zu sehen.
  • Wie ich damals ausschaute. Was ich damals erlebt hab.
  • Was ich heut …
  • Was ja jeder Mensch irgendwie dann … äh … mit Erinnerung … So …
  • Mache ich dann ja auch nichts anderes.
  • Das [Sperren: Wesen] irgendwie darzustellen.
  • Konflikte.
  • [Sperren: Innere].
  • [Pause.]
  • Ich würd's halt … Der … Na ja. Ich will's halt eigentlich nicht als … ähm … Ich möchte daraus kein [Sperren: Thema] machen. So.
  • Das … hat wieder sowas [Sperren: Zwanghaftes].
  • Das …
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt Gedicht vom Nichtkünstler, 19.2.2016 gedicht.jpg Standpunkt "Malerei ist nicht dazu da Wohnungswände zu schmücken. Sie ist eine Waffe des offensiven und defensiven Kampfes gegen den Feind." (Picasso Pablo Picasso ) dem ersten Satz möchte ich gerne zustimmen ob Malerei oder andere Form des Ausdrucks: es sollte nicht nur Dekoration, "schön", "interessant" sein (aktuell mein Hauptproblem bei HGB Rundgang HGB Rundgang neben Hinterfragung Gegenwartskunst) Was aber ist ein heutiger Feind? Man selber? Das Abgesichertsein und damit einhergehende Schläfrigkeit (siehe Schlaraffenland)? Der Tod Sterben als Feind, der aber nie besiegt werden kann (=aussichtslos) / will (=unerträgliche Vorstellung ewigen Lebens)? Nicht: Was KÖNNTE mein Feind sein (also ausgedacht, nachträglich dazu auserkoren = Sinnhaftigkeit hinterfragbar), sondern: Was IST mein Feind? Motiv der Trägheit, Schläfrigkeit, versorgt sein umsetzen Trägheit in Geradenbild Geradenbild (Selbstporträt, eventuell mit Totenschädel Totenmaske , Kopf zur Seite geneigt, abstützend) umsetzen
Infokärtchen für verhüllte Arbeit
Infokärtchen für verhüllte Arbeit
Friedrich Fröhlich, zufrieden Standpunkt Geradenbild Geradenbild Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Ich bin, glaube ich, doch nicht an der Idee der Geraden gescheitert.
  • Ich bin lediglich am [Sperren: Motiv] nicht weitergekommen.
  • Das heißt, das Dargestellte hat zu sehr … von meiner … Grundidee … der Geraden [Sperren: abgelenkt].
  • Das Problem war ja von Anfang an, dass ich mit der Geraden im Endeffekt [Sperren: alles] darstellen konnte.
  • Und auch wollte!
  • Also den Gedanken je nachdem, wie die Geraden angeordnet sind, in welchem … äh … Winkel, in welcher Länge, Position …
  • Je nachdem ergeben sich halt die unterschiedlichsten … äh … Motive. Und das übertragen auf unsere Welt.
  • Nur die … Nur die Zusammensetzung von kleinen Teilchen macht im Endeffekt den Unterschied aus!
  • Ähm … Zwischen [Sperren: Leben].
  • Zwischen [Sperren: Tod Sterben ].
  • Zwischen [Sperren: Stein].
  • Zwischen [Sperren: Menschen].
  • Und Steine gleichzeitig aber eben, da die Gerade für mich … äh … [Sperren: die Bewegung] ist, … ähm … Der Stein eben auch [Sperren: innerlich] Bewegung hat.
  • Auch wenn … Auch wenn's für uns … äh … tot … ähm … rüberkommt.
  • Diese Materie.
  • [Klick.]
  • Das heißt, anstatt mich von der Geraden zu verabschieden, …
  • Ich möchte weiterhin verhüllen!
  • Das ist … Das steht glaube ich … [Sperren: über allem].
  • Diese Verhüllung verhüllt .
  • Aber anstatt jetzt mit der Geraden aufzuhören, sollte ich lieber probieren, nicht an den Konstellationen weiter zu arbeiten, mit den … ähm … vier Geraden, … ähm … die in Beziehung zu einander stehen, … Oder ich sollte noch nicht einmal so weit gehen, sondern ich sollte die Gerade [Sperren: an sich] untersuchen.
  • Das heißt, eine [Sperren: einzige] Gerade … ähm … auf einem Blatt Papier. Mehr nicht.
  • Das ist schon Motiv genug! Das … äh … rückt das Element, um das es mir eigentlich geht, … äh … Das Element … Das [Sperren: Grundelement] mit dem alles möglich ist …
  • Oder nichts.
  • Das … äh … Leben und Tod ist!
  • Das … ähm … in der Vergangenheit war! In der Zukunft sein wird!
  • [Pause.]
  • Das rückt das in den Fokus.
  • Und sobald ich mich um die Gerade als … als Grundelement auseinandergesetzt habe, …
  • Nicht bloß eben theoretisch!
  • Was die Gerade für mich bedeutet. Was … Was es für Eigenschaften gibt …
  • Ähm … Wenn ich mich damit durchgearbeitet habe, …
  • [Schlucke.]
  • … dann [Sperren: finde] ich vielleicht wieder zu einem … Motiv, wie zum Beispiel … ähm … das Selbstporträt Selstbildnis .
  • Nur ich denke, es wird am Ende nicht … äh … ein Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt bleiben.
  • Oder mit der Geraden versuchen die Hände darzustellen.
  • Oder andere Körperteile.
  • Sondern ich muss es schaffen, dass das Motiv nicht [Sperren: ablenkt].
  • Nicht zu sehr … äh … eben alles einnimmt!
  • [Schlucke.]
  • Da fällt mir eben, was ja in der Kunst eben häufig benutzt wird, das Porträt des Kopfes, bis zur Schulter, … äh … wieder ein. Ähm … Mit dem so viel machbar ist.
  • Ein einfaches Motiv erst einmal ist.
  • Aber, wie ich ja auch schon gesehen hab, … ähm … vor 'nem halben Jahr, also in den Semesterferien, … Was man alles mit … äh … mit dem Kopf des Künstlers eben anstellen kann!
  • Mit Geraden!
  • Die [Sperren: Auflösung] zum Beispiel.
  • Dass ich es schaffe, in einem Bild mit den [Sperren: selben] Geraden, mich erkennbar zu machen, …
  • Das heißt detailliert zu werden eben.
  • In einem [Sperren: anderen] Bild, nur weil sich der Winkel verändert hat, die Position vielleicht ein wenig verändert hat, … Sich dieses scharfe Porträt, also das Ich, sozusagen langsam schwammig wird.
  • Und das kann bis ins Extreme gehen. Dass die Geraden schon so weit abgewichen sind, … Die Position der Winkel und so weiter … Dass es eben so ausschaut, als … wäre das nur noch ein Haufen von … ein [Sperren: Wirrwar] an Geraden. Ohne einem Bezug zu irgendeinem Motiv.
  • Zu dem Ich. Zu dem Porträt.
  • [Pause.]
  • Und gleichzeitig sind diese Geraden aber die selben wie bei den anderen. [Sperren: Nur] dass sie eben nicht in der selben Position und eben mit den selben Eigenschaften sind.
  • Gerade an dem … an dem … an dem Motiv Porträt, kann ich mich eigentlich sehr gut [Sperren: abarbeiten].
  • Und wo ich es dann eben schaffe, indem ich [Sperren: nur] dieses eine Motiv nehme, …
  • Nicht jetzt eben … äh … noch die Füße, Hände und so weiter …
  • Eine Katze Ramses nehme …
  • Ein Haus versuchen in Geraden umzuwandeln …
  • Und so weiter.
  • Es ist ja [Sperren: alles] möglich.
  • Aber indem ich es schaffe, eben nur [Sperren: ein] Motiv zu verwenden, …
  • Ein Beispiel-Motiv …
  • Für mich.
  • Dann schaffe ich es, wenn ein Betrachter jetzt mehrere Arbeiten sieht oder kennt, dass das Motiv an sich eben nicht mehr wichtig ist.
  • In den Hintergrund rückt.
  • Obwohl es da ist.
  • Und die Gerade wieder mehr in den Vordergrund rückt.
  • Rückt.
  • Das heißt, dass ich … Jetzt verhülle ich. Aber dass ich mir danach wieder Gedanken machen kann, über …
  • Konstellationen war eben schon zu viel.
  • Sondern über …
  • … [Sperren: Die Gerade an sich].
  • Dass ich darüber … Dass ich mir Blätter nehme und immer nur eine Gerade ziehe.
  • Unterschiedlichste.
  • Unterschiedlichste Techniken. Unterschiedliche … ähm … na ja …
  • Dicke!
  • Ähm … Position zum … zum Bildrand!
  • Papier unterschiedlich!
  • Äh … Reinritzen!
  • [Pause.]
  • Was es da alles gibt!
  • Druck!
  • Fotografie!
  • Objekt?
  • Fäden!
  • [Pause.]
  • Dass ich das einfach mal durchgehe.
  • Und schaue, was das vielleicht … äh … Neues bewirken kann.
  • Der Gedanke kam mir nämlich vorhin.
  • Dass ich mit diesen Porträts, als mit diesen Ganzkörperporträts, …
  • Auch dieser liegende Akt Akt !
  • Den ich jetzt gerade fertig gemacht habe.
  • Dass es ästhetisch, finde ich zumindestens, sehr ansprechend ist. Und dass das aber eben [Sperren: zu sehr] ablenkt.
  • [Pause.]
  • [Klick.]
  • Und ich möchte ja nicht bloß etwas Schönes machen.
  • Etwas, was ich mir irgendwo hinhängen … äh … möchte.
  • Sondern es soll neben dem, dass es stimmig wirkt, eine Spannung drinne hat, …
  • Trotzdem, dass eben die Idee der Geraden im Vordergrund stehen bleibt.
  • Ja!
  • Und ich denke, das schaffe ich am Ende mit [Sperren: einem] Motiv, was ich immer wieder verwende.
  • Und dafür eignet sich nun einmal der [Sperren: Körper des Künstlers].
  • Also: [Sperren: mein] Gesicht.
  • Am besten.
  • Damit ist am meisten ausdrückbar.
  • Was … Wo unsere Augen sind. Wo man in die Welt blickt. Wo man … etwas von der Welt … äh … eben rein nimmt.
  • Durch die Augen. Durch die Ohren.
  • Etwas hinausgeben kann … Durch den Mund.
  • [Schlucke.]
  • Also das Gesicht ist halt am … Kann am meisten [Sperren: ausdrücken].
  • [Pause.]
  • Und das passt eben auch zu den Geraden.
  • [Aufnahme Ende.]
HGB Rundgang HGB Rundgang 2016 erste Entwürfe für verhüllte Arbeit im Flur Entwurf 1 Wandfarbe um Verhüllung schwarz (zuvor testweise mit dunklem Papier bekleben) Infokärtchen für verhüllte Arbeit kaertchen2.jpg Infokärtchen: "verhüllte Arbeit (groß) // Friedrich Fröhlich (groß) // Sperrholzplatten, Holzleisten, Nägel, Zeichnung (klein)" Entwurf 2 zusätzliche Kosten: Spedition 25 + 6 + 15 = 46 EUR Transportkosten + 100 EUR Materialkosten Vorgehen: Holzleisten an Rückplatte befestigen (Schrauben) Holzleisten nicht nur am Rand, sondern auch zwischen den drei Bildteilen (heißt: zwei Holzleisten zusätzlich) an Innenseite der Holzleisten Ösenschrauben befestigen (je Bildteil insgesamt zwei oder vier Stück), Bildteile mittels dadurch gezogene Stricke befestigen Vorderplatte drauflegen und festschrauben hinter Rückplatte im oberen und mittleren Holzleistenbereich vier stabile Haken schrauben o. T. verhüllt kleine Testverhüllung mit weißen Bilderrahmen umgesetzt E-Mail an Mark Standpunkt Der Holzkasten geht DURCH das Glas hindurch. Das heißt auch: Das Glas wird zum Teil von der Verhüllung "verschluckt". Über dem Glas ist der eine Teil vom Kasten, unter dem Glas der andere. Holzleisten an Glas geklebt (bei ordentlicher Arbeit dann mit gutem Kleber). Sollte ich diese Variante nehmen, würde ich die Holzplatten zuschneiden lassen. Das heißt: der Betrachter sieht keine störenden Abstufungen. Auch die Holzleisten würden dann natürlich gleich sein. Finde diese Variante (mache noch mehr) sehr interessant, weil sie die Betrachterseite IN die Verhüllung integriert. Zwischen Kunst und Betrachter liegt normalerweise das Glas, die Verhüllung hebt diese Barriere irgendwie auf (finde ich). Eine Überlegung wäre jetzt noch das Glas an sich. So könnte ich mir auch Grauglas vorstellen … So spiegelt sich der Betrachter noch am Rand, in der Mitte (Holzkasten) wird die Spiegelung 'verschluckt'. Auch würde dann mehr das DRAUSSEN und INNEN zum Thema werden. Mal schauen. Vielleicht nicht gleich zu viel Neues reinbringen. Geradenbild im Klassenraum liegenden Akt gerahmt, morgen ersten Teil in Atelier bringen (Straßenbahn Eisenbahnstraße )
Standpunkt (von gestern) verhüllt verhüllt Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Heute sollte ich mir mal überlegen, was ich in den Verhülltarbeiten … ähm … als Kritik zur zeitgenössischen Kunst sehen kann.
  • [Sperren: Könnte].
  • Das heißt, dass ich das von der persönlichen Ebene runterhole.
  • Mit der Selbstinszenierung Inszenierung !
  • Die ich aufgeben wollte. Mit der extremen.
  • Und dass ich es halt schaffe, … Weil ich [Sperren: sehe] es ja auch irgendwie drinne, dass die Inszenierung … ähm … Die ist ja ein Teil des … ähm … des Künstlerdaseins.
  • Und …
  • [Räuspere mich.]
  • Die Inszenierung ist Teil … ähm … des [Sperren: Marktes].
  • Also man [Sperren: muss] sich inszenieren.
  • Und damit ist es sozusagen auch gleichzeitig Thema. Ähm … Ja.
  • Der zeitgenössischen Kunst.
  • Für mich!
  • Und … Da mich das ja immer fasziniert. Ich es richtig gut finde, wenn ich vor hundert Jahren halt Künstler … ähm … mir durchsehe, die halt …
  • Jetzt ist es Franz Marc Franz Marc zum Beispiel. Der halt eine [Sperren: Idee] hatte, … äh … von dem, was Kunst … ähm … können [Sperren: soll].
  • [Pause.]
  • Die haben das ziemlich … äh … politisiert!
  • Glaube ich.
  • Wenn man das so sagen kann.
  • Ähm … Aber mich fasziniert daran, dass die da … ähm … dass die die Kunst zum Gegenstand auch ihrer Arbeit gemacht haben.
  • Also dass es was ausdrücken sollte. Entweder in der … ähm … in der realen Welt wieder. Oder dass die … Oder dass die Arbeit die Kunst selber bearbeitet hat.
  • Und hier in dem Fall, mit dem Verhüllten, … ähm … wäre das ja, wenn ich das als Kritik sehe, …
  • Und ich habe ja so den Drang dazu, … ähm … äh … in dieser … äh … Postmoderne Postmoderne , mit der ich jetzt nicht mehr so viel anfangen kann, …
  • Oder die Ideen, die die hatten!
  • Oder immer noch haben. Ich weiß es jetzt nicht. Ob wir noch in der Postmoderne sind?
  • Ob zeitgenössische zeitgenössisch Kunst schon wieder was anderes ist?
  • Das habe ich irgendwie nicht raus bekommen!
  • [Ziehe Luft ein.]
  • Aber dass … Dass ich halt mehr mit der [Sperren: Moderne] anfangen kann, mit den Ideen, mit der Vorstellung, was Kunst …
  • [Sperren: Soll].
  • Wohin Kunst …
  • [Sperren: Gehen] sollte.
  • Die waren halt ein bissel … Na. Radikal radikal .
  • Oder die waren halt sehr … Die hatten halt eine [Sperren: Sicht]. Die dachten, es gäbe was Objektives. Und … ähm … wollten das halt rausholen.
  • Und [Sperren: heute] sind wir halt in diesem … ähm …
  • [Sperren: Jeder macht das, was er will].
  • Das ist heute sehr subjektiv. Und … Also [Sperren: extrem].
  • Subjektiv.
  • Eigentlich.
  • Ähm … Ich verstehe so gut wie gar nichts mehr. Was ich … Wenn … Wenn ich mir jetzt keine Texte dazu durchlese.
  • Das ist halt sehr … Also.
  • Ich stelle es halt komplett in Frage.
  • Eigentlich.
  • Und dass ich diese … ähm … Also meine … ähm … Meine Kritikpunkte noch einmal jetze aufliste.
  • Was ich jetze auch aktuell halt nicht verstehe.
  • Bei der zeitgenössischen Kunst.
  • Ähm … Was ich an Postmoderne nicht mag. Und so.
  • Ähm … Und [Sperren: gleichzeitig] … ähm … Dass ich auch [Sperren: verstehe], dass die Moderne abgelöst werden [Sperren: musste].
  • Also die Ideen. Ähm … Ich sehe es ja genauso!
  • Eigentlich.
  • Es gibt nichts Objektives. Es ist … ähm … Es ist alles [Sperren: konstruiert].
  • Und je nachdem, von wo man das halt aus betrachtet, ergibt das einen Sinn.
  • Oder eben keinen Sinn.
  • So.
  • Deshalb ist es eigentlich genau …
  • Ja.
  • Wiederum meine Zeit! Jetze. In der ich lebe.
  • Das ist … äh … Das ist gut so. Eigentlich müsste ich … äh … sozusagen genau auf der [Sperren: Welle] sein.
  • Auch mit diesen … äh … mit dieser Idee, dass … dass einem nichts aufgezwungen wird.
  • Dass einem nicht jemand sagt, was Kunst ist!
  • [Sperren: Ich] will es ja für [Sperren: mich] selbst entscheiden können.
  • Und so.
  • Und gleichzeitig kritisiere das halt. Diese komplette [Sperren: Offenheit].
  • Und so.
  • Na ja. Okay. Dass ich das jetzt halt noch einmal alles sammle und dann halt im Hinblick auf die verhüllten Arbeiten durchgehe.
  • Ich denke halt, eben, dass … ähm … dass … dass … dass das dann nicht bloß später reingedacht ist.
  • In die verhüllten Arbeiten.
  • Sondern, dass das eben schon …
  • Wie gesagt: Mit der Inszenierung und so weiter war immer schon Teil dieser Arbeit.
  • Nur, dass ich das halt bisher im Privaten gedacht habe.
  • Also was [Sperren: mich] angeht. Aber dass ich das halt genauso gut … ähm …
  • … [Sperren: ausweiten] …
  • … kann.
  • Also von mir weggehen kann. Und halt von oben gucken kann.
  • Was … Was bedeutet das für das gesamte System?
  • Wenn das heute so ist?
  • [Pause.]
  • Und … ähm … Und …
  • [Sperren: Warum verhülle ich] …
  • … dann halt?
  • Ich glaube, das ist sehr gut. Mache ich heute.
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt radikal Die heutige Besprechung habe ich genutzt, um meine Idee der verhüllten Arbeit darzulegen. Und es war eine gute Entscheidung. Es hat mich darin bestärkt, konsequent an der Umsetzung zu arbeiten. Das heißt: radikal (schlimmes Wort) vorzugehen, die Verhüllung wirklich nicht zu signieren, meinen Standpunkt / meine Verweigerung etwas zu zeigen kurz zu erläutern (Dilemma zwischen Drang sich zu äußern und gleichzeitiger Infragestellung der über-menschlichen Bedeutung des Gezeigten, aber auch in Bezug auf die zeitgenössische Kunst). Nun stehe ich vor der Frage, ob ich bereits in der Hochschule konsequent verhüllen sollte. Denn so habe ich es während des Gesprächs dargelegt. Wühler hatte insofern recht, dass ich immer noch andere Arbeiten / Arbeiten ohne Verhüllung während meiner bisherigen Studienzeit zeigte. Die Frage ist nun: Ist die Hochschule für mich ein Ort, den ich als Lernort verstehe (wo ich also etwas zeigen sollte, um an Kritik lernen zu können)? Oder sehe ich - speziell den Rundgang - schon als in die Öffentlichkeit treten an? Konsequent wäre ich, würde ich die Arbeiten (Ganzkörperporträts) nicht zeigen, also würde ich sie vor Ausstellungsbeginn verhüllen. Sie wären zwar da, aber nicht ansehbar. Was hindert mich daran, es wirklich jetzt schon umzusetzen? Es ist - so vermute ich - das Gefühl der Anerkennung, die ich beim letzten Rundgang aufgrund der Geradenbilder erhielt (viele Besucher sprachen mich an, einer kaufte eine der gezeigten Arbeit) und nach der ich mich nun (ob ich will oder nicht) wieder sehne. Ist es aber nicht genau der Grund, warum ich eigentlich verhüllen will? Den Mittelweg finden zwischen primitiver (menschlicher!) Triebbefriedigung und dem Wissen der Nichtwichtigkeit allen Menschlichen? Ich verstehe jetzt den Kommilitonen, der, bevor er seine Malereien unkenntlich macht, Fotos von ihn anfertigt. Er kann nicht loslassen, kann etwas selber als gut Befundenes nicht wirklich zerstören, ist nicht konsequent. Ich ebenfalls nicht. Menschlich. Aber im Künstlerischen überwindbar? Ich setze ja nicht mein Leben aufs Spiel. Es geht um Kunst! Und viel Kunst landet eh auf dem Dachboden oder im Abfalleimer! Demut! Ich zerreise mich gerade selber. Das Dilemma wird fühlbar, tut direkt weh, ist nicht nur noch ein Gedankenkonstrukt. Es wird real. 1 x Daumennagellänge Alkohol Whisky Friedrich Fröhlich, eventuell inkonsequent Kurs Farbe Weiss (NOCH BEARBEITEN) 1 BILD "Weiß auf Weiß", 1918, Malewitsch Kasimir Malewitsch visueller Nullpunkt Krisenherd in der Malerei bessere Welt prognostiziert (positive Sichtweise) mit geometrischem Vokabular bearbeitet (Quadrat in Schräglage) 2 BILD Alexander Rodtschenko Alexander Michailowitsch Rodtschenko , Schwarz auf Schwarz, 1919 Ende der Kunst prognostiziert (negative Sichtweise) 3 Yves Klein Yves Klein : erste monochrome Arbeiten Sartre "Sein und das Nichts" (GOOGLEN) "Jetzt habe ich …" "Ich sehe mich, weil man sich sieht" … reflektiertes Sehen (besonders bei leeren Bildflächen, betrachten von anderen, wie sie Arbeit wahrnehmen) Tom Friedman, "1000 Hours of staying", 1992 - 1997 (GOOGLEN) Form und Inhalt ändern sich nicht, selbst wenn er nicht 1000 Stunden drauf geschaut hätte Karin Sander "Zeigen", 2009 / 2010 GOOGLEN weiße Wandfläche für eigene Projektion John Baldessari John Baldessari "Everything in pu…[?]", 1966 - 1969 füllt leere Bildfläche mit Schrift, widerspricht sich im Geschriebenen Baldessari "Pure Beauty", 1966 - 1988 Art & Language: "Secret Painting", 1967 - 1968 (ZITAT) James McNeill Whistler "Sym[?] in White", 1862 jungfreuliche Symbolik mit Farbe Weiß 10 Jahre später: Mutter "Grey and Black", 1872 "Die L[?] ist zurückgewichen … [?]" Bildideen mit biblischen Hintergrund Identitätskrise der Künstler im 19. Jahrhundert Jean-Baptiste Oudry 1753 "Le can [?] bl[?]" 1759 in [?] erklärt (GOOGLEN) Kandinsky Wassily Kandinsky "Über das … [?] Deswegen nicht das Weiß" (GOOGLEN) Robert Ryman "Resame", 1984 mit vier [?] … (NICHT LESBAR) Alexander Rodtschenko (1891 - 1956) 1939 "Ich habe die Malerei zu ihrem logischen Ende … [?]" (GOOGLEN) Workshop Farbe Weiss Fotos von Diele über Diele gelegt, Kosuth Joseph Kosuth [?] Kelin: "Weißer Raum" Krefeld? Gregor Schneider Gregor Schneider : Weiße Räume / Tod Sterben ? Konzept verhüllte Arbeit vorgestellt Geradenbild Geradenbild AV-Labor vier Folien bedrucken lassen, für spätere Geraden-Collage Collage
Standpunkt verhüllt verhüllt Geradenbild Geradenbild Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Das ist jetzt der Versuch, die Geradenbilder und die Verhülltarbeiten in so wenig Sätzen wie möglich auf den Punkt zu bringen.
  • Ich fange mal mit den Geradenbildern an!
  • [Pause.]
  • Vor anderthalb Jahren fing ich an darüber nachzudenken, woraus oder was eigentlich …
  • Nein!
  • Anders angefangen: Vor anderthalb Jahren fing ich an mir darüber Gedanken zu machen, woraus eigentlich Bilder bestehen.
  • [Schlucke.]
  • Falsch!
  • Noch einmal von vorne, ohne "vor anderthalb Jahren".
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen hatte, war ich ziemlich unzufrieden was ich schuf. Ich hab das immer gleich wieder in Frage gestellt. Ähm … Und dann kam mir halt der Gedanke: Ich muss es schaffen, … ähm … auf den Grund zu gehen.
  • Also [Sperren: das] mir anzugucken, … ähm … was halt … ähm … aus dem alles besteht in der Kunst.
  • Um von dort aus dann, also vom Nullpunkt würde ich inzwischen sagen, nachdem ich das von Malewitsch Kasimir Malewitsch gehört hatte, … Vom Nullpunkt ausgehend dann halt etwas … äh … Neues zu schaffen beziehungsweise das zu finden, womit ich mich auseinandersetzen möchte.
  • Der Gedanke war dabei, wenn ich immer nur auf dem aufbaue, was bereits andere … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … entwickelt haben, …
  • Und das sind auch schon so Sachen, wie wenn ich … ähm …
  • Ich überlege gerade.
  • Wenn ich jetzt die Leinwand nehme, … äh … das Motiv … äh … nehme wie die Vase. Also das Stillleben Stillleben oder Porträts oder so. Ähm … Dann schleppe ich, wenn ich das verwende, nen riesen großen Batzen an … an Wissen und an bereits Getanen mit mir herum.
  • Das heißt, … ähm … in Gedanken bin ich nie wirklich an dem Punkt gewesen, wo ich sagen würde: Ähm … Ich habe das von Anfang an aufgebaut.
  • Für mich strukturiert. Also dass ich das verstehe!
  • Und das ich das sozusagen nachvollziehen kann, wie ich dazu kam.
  • Und [Sperren: denke], dass ich dadurch eben … ähm … viel mehr die Freiheit habe, in eine Richtung zu gehen, oder eine Richtung einzuschlagen, die selbst … die mich persönlich so anspricht, …
  • Na ja. Das stimmt jetzt auch nicht so ganz!
  • Ich mach trotzdem mal weiter.
  • Deshalb fing ich also an darüber nachzudenken: Was ist das kleinste Element in der Kunst?
  • Also in dem Fall jetzt in der Bildenden Kunst.
  • Da hab ich in Gedanken halt mir die Malerei vorgestellt. Zeichnungen, … ähm … Fotografie, … ähm … Also alles Bildnerische. Also weniger Skulpturen.
  • Das ist was ganz anderes!
  • Oder Installation!
  • Ähm … Und … Ja. Da bin ich natürlich zu dem Schluss gekommen: Das ist der [Sperren: Punkt].
  • Das ist das kleinste Element, was man … ähm … Den idealen Punkt, den kann man … Der hat ja keine Ausdehnung. Aber eben das kleinste Element wäre jetzt nen Punkt zu zeichnen. Also mit dem Stift jetzt einmal draufzugehen. Oder mit dem Pinsel … ähm …
  • Das wäre dann nen größerer Punkt.
  • Aber immer noch halt ist es eigentlich nen Punkt!
  • Und … ähm … Bin von dem Punkt dann aber ziemlich schnell wieder abgekommen, weil bei der Überlegung, ich würde jetzt mit dem Punkt nur arbeiten, … ähm … wären die Bilder ziemlich … äh …
  • Nicht statisch!
  • Aber sehr … Mhm. Mir kam's sehr langweilig vor.
  • Ich hab mir dann noch einmal diese Pointilismus-Werke angeschaut. Vor hundert Jahren war das, glaube ich. Oder vor über hundert Jahren. Und … Auch da, selbst wenn da schon mit Farbe gearbeitet wurde und so, … Das dann aber immer nur in Punktform. Das wirkte für mich irgendwie sehr … sehr trocken.
  • So.
  • Und das war der Grund für mich zu sagen: Der Punkt, der kann's nicht gewesen sein!
  • Und hab dann halt zwei Punkte miteinander verbunden.
  • Und … Das war halt der Moment Moment , wo die Gerade zum Vorschein kam.
  • Und die Gerade hatte da schon etwas bei mir bewirkt! Und zwar, dass ich sehen konnte, dass da Bewegung drinne ist.
  • Und zwar indem ich zwei Punkte verbinde, die für sich tot sind, entsteht eine Gerade. Und die Gerade hat halt 'ne Richtung.
  • Selbst wenn … äh … das eine Gerade ist, die … die auf der Grundlinie stattfindet! Also die nicht steigend ist, die nicht … äh … vertikal ist, sondern horizontal!
  • Selbst [Sperren: die] hat eine Bewegung!
  • Das ist halt eine sehr, hab ich dann so für mich … äh … genannt, passive Bewegung. Es ist ein passiver Stillstand Stillstand . Also eine Gerade, die sich nicht nach [Sperren: vorne] bewegt.
  • Eine Gerade, die sich nicht [Sperren: wehrt]!
  • Aber es ist eine Gerade, die ja trotzdem … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … Bewegung hat.
  • Auch wenn sie passiv ist!
  • Auch wenn sie stillsteht!
  • So.
  • Und so hab ich dann halt die vier Grundformen für mich … ähm … erarbeitet.
  • [Pause.]
  • Ich überlege gerade, ob das jetzt noch …
  • Ja, ist eigentlich noch nachvollziehbar.
  • Also ich hab jetzt halt noch nicht so ganz … ähm … den ersten Satz, wie ich zu der … wie ich zu dem Punkt, also zu dem kleinsten … zu der kleinsten Einheit gekommen bin, … Das hab ich jetzt noch nicht ganz überlegt.
  • Nochmal!
  • Ich fange noch einmal an.
  • [Pause.]
  • Egal mit was ich anfange, ob es nun Zeichnung war, ob es nun Installation war, oder Konzeptkunst Konzeptkunst , oder was auch immer, … ähm … hab ich halt ziemlich schnell mitbekommen, dass nicht bloß die Themen, die sind ja nun einmal [Sperren: menschlich] und damit … ähm … schon seit Jahrtausenden gegeben eigentlich, …
  • Also die Hauptthemen.
  • Ähm … Dass aber so die Arbeiten vom Stil her, von der Technik her, … äh … immer schon … oder es sie irgendwann immer schon gegeben hat.
  • Vor allem fiel mir halt auf, dass es in den sechziger Jahren … ähm …
  • Wo es ja drunter und drüber ging!
  • Ähm … Dass da schon vieles gemacht wurde, mit dem ich mich gerade auch beschäftigt hatte.
  • Und das hat mich halt sehr [Sperren: angenervt]!
  • Ähm … Weil ich da immer irgendwie das Gefühl hatte, … ähm … ich schaffe es halt nicht … äh … meinen eigenen Weg zu gehen, sondern baue halt immer auf [Sperren: Altem] auf.
  • Und indem ich darauf aber aufbaue, schaffe ich nie diesen großen Sprung, wo ich dann mir sagen kann und wo ich dann das Gefühl habe und wo ich diesen Antrieb eben dann erst spüre, dass es [Sperren: das] ist, was [Sperren: ich] machen will.
  • Also nicht bloß nachmachen!
  • Auch wenn's unbeabsichtigt ist! Vieles kannte ich ja noch nicht. Erst im Nachhinein wurden mir dann so ein paar Verweise gegeben … Guck dir mal den und den an!
  • Und so weiter.
  • Ähm … Aber eben … ähm … wo ich halt in dem Moment das Gefühl habe, … ähm … das hab ich für mich aufgebaut.
  • Und da ist halt dieser Gedanke da, solange ich Dinge, Materialien, verwende, Techniken verwende, vielleicht auch Themen verwende, …
  • Wobei ich meine … Thema ist … wird menschlich bleiben!
  • War so und wird so sein!
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • Solange ich das halt nicht aufgebe, das was bereits … äh … gemacht wurde.
  • Die Technik!
  • Äh … Solange werde ich halt immer hinterherhinken.
  • [Pause.]
  • Kam mir so vor.
  • Ich hab ja bis dahin schon genug ausprobiert. Und war halt unzufrieden.
  • So.
  • [Pause.]
  • Und deshalb wollte ich halt … äh … vom [Sperren: Anfang] wieder anfangen.
  • Zumindestens vom Anfang, den ich für mich als … äh … Anfang ansehe. Um von dort dann halt etwas Eigenes, Neues, kreieren zu können.
  • Jetzt [Sperren: nicht] um aufzufallen, oder um … äh … Pfff …
  • Um in die Kunstgeschichte einzugehen.
  • Sondern [Sperren: wirklich] nur um selbst das Gefühl zu haben: Das, was ich mache, …
  • Na ja! Diesen Drang halt, etwas zu schaffen!
  • So.
  • Den hab ich halt nicht, wenn ich die ganze Zeit mitbekomme: Gab's schon!
  • Äh … So ungefähr war das auch schon da! Die haben halt 'ne andere Technik verwendet, aber eigentlich ist's das Selbe.
  • Und so weiter und so fort.
  • Ähm … Genau.
  • Und …
  • Jetzt hab ich's wieder nicht in einem Satz …!
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Am Anfang war die Unzufriedenheit. Nämlich das ich, … äh … egal, was ich machte, immer mitbekam, dass das schon mal zum Beispiel in den sechziger Jahren gemacht wurde.
  • [Pause.]
  • Na ja. Ich will die Sechziger jetzt nicht hervorheben.
  • Und will ich das auf Leid jetzt aufbauen, meine Begründung?
  • [Pause.]
  • Das Leid. Es war Leid!
  • Es war zumindestens eine Unzufriedenheit.
  • Na doch. Das muss ich dann ja schon sagen.
  • Nochmal!
  • [Pause.]
  • Egal was ich machte, auf dem künstlerischen Gebiet, …
  • [Pause.]
  • Nochmal!
  • [Pause.]
  • Egal was ich … Egal mit welchem Thema ich mich beschäftigt hatte, …
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Egal mit welchem Thema ich arbeitete, … Und welche Arbeit …
  • [Sperren: Nein]. Noch einmal!
  • [Pause.]
  • Egal welche Arbeit ich schuf, kam ich sehr schnell in eine Sinnfrage.
  • Nein.
  • Aber Sinn ist trotzdem das richtige Wort. Darum ging's mir dann ja. Dass ich das immer sofort hinterfrage, wenn ich etwas gemacht habe.
  • [Sperren: Warum].
  • [Sperren: Was] ist daran jetzt für mich wichtig? Oder ja … Was ist das Bedeutende?
  • Und sowas.
  • Also schon irgendwie mit dem Sinn arbeiten.
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Erst einmal möchte ich sagen, wie ich überhaupt zu der Geraden kam. Es fing an damit, egal was ich machte, ich es immer relativ schnell wieder in Frage stellte.
  • [Sperren: Das] klingt gut!
  • [Pause.]
  • Also noch einmal jetzt.
  • [Pause.]
  • Zum Anfang möchte ich sagen, wie ich überhaupt zu den Geraden kam. Das fing an, indem ich alles, was ich eigentlich kreierte, schuf, relativ schnell in Frage stellte.
  • Das heißt, ich hab's dann vor mir gesehen und … ähm … der Drang war dann weg, es zu machen. Ich hab's dann ja schon fertig gehabt. Und …
  • [Sperren: Nein]. Jetzt nicht schon wieder ausschweifen!
  • [Pause.]
  • Also nu noch einmal von Anfang an.
  • [Pause.]
  • Bevor ich jetzt über die Gerade spreche, möchte ich halt über die Bedingungen …
  • [Sperren: Nein]!
  • [Pause.]
  • Einfach … Ganz einfach anfangen.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mich mit der Geraden beschäftigte, schuf ich immer Arbeiten, mit denen ich aber relativ schnell unzufrieden war. Beziehungsweise die ich sehr schnell wieder in Frage stellte.
  • Also den [Sperren: Sinn]. Warum hab ich sie gemacht.
  • Und diese Hinterfragung, nach der Bedeutung, der Wichtigkeit dieser einen Arbeit, …
  • [Sperren: Nee. Nochmal!]
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen habe, …
  • [Sperren: Nein]. Nochmal.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden anfing, hatte ich halt ziemlich viele Sachen ausprobiert. Und immer war dann, nachdem ich das Ergebnis gesehen hatte, so eine Unzufriedenheit in mir drinne. Das war so 'ne … ähm … Die Sinnfrage kam auf.
  • [Sperren: Warum] bearbeite ich jetzt dieses Thema?
  • [Sperren: W… Was] bringt das mir?
  • Ähm … Das wird … Pfff … Das ist eben nicht weiter wichtig.
  • [Pause.]
  • Klingt wieder scheiße!
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden anfing zu arbeiten, hab ich halt auf unterschiedlichen Gebieten Dinge geschaffen, ob das jetzt Zeichnungen sind, Fotografien, … äh … kleine Skulpturen oder so, … ähm … hab ich die halt ziemlich schnell immer in Frage gestellt. Also ich hab den Sinn dahinter bezweifelt.
  • [Sperren: Warum] zeichne ich jetzt einen Baum?
  • [Sperren: Warum] … äh … tue ich ein Licht in Beton … Also gieß ich da rein?
  • Pfff.
  • [Sperren: Nee]. Noch einmal von Anfang.
  • [Pause.]
  • Bevor …
  • Bevor ist ein gutes Wort.
  • So.
  • Damit fange ich ja an.
  • Bevor ich …
  • Nee. Noch einmal.
  • Bevor ich …
  • Nee.
  • Oder ich fang einfach gleich damit an, … ähm … zu sagen, dass ich … dass ich die … ähm … Gerade benutze, am Anfang benutzen wollte, um …
  • [Sperren: Nein].
  • Ich sollte so anfangen, dass ich … ähm … den Gedanken hatte, dass ich nur etwas schaffen kann, was mir selber wichtig ist, … äh … Etwas, wo ich nicht sofort wieder bezweifel, … Dass mir wichtig ist, für mich, indem ich alles, was ich bis dato gelernt hatte, …
  • Nicht gelernt, aber das, was ich bisher gemacht hatte, …
  • … dass ich so nicht weitermachen darf.
  • Also dass ich nicht …
  • Nee. Noch einmal.
  • [Pause.]
  • Mit den Geraden fing ich an.
  • [Sperren: Nein]. Noch einmal.
  • [Pause.]
  • Die Geraden waren für mich ein …
  • Nee.
  • Der erste Gedanke, den ich hatte, war …
  • Nein.
  • Ich ging mit der Idee, dass ich nur etwas schaffen kann, was ich nicht mehr in Zweifel Zweifel
  • Nein.
  • Nochmal.
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen hab zu arbeiten, hatte ich halt sehr viele Themen bearbeitet. Sehr viele Techniken benutzt. Und durch diese Vielfalt höchstwahrscheinlich hab ich … äh … ziemlich schnell alles immer wieder in Frage gestellt.
  • Also [Sperren: warum] ist es jetzt wichtig, dass ich ausgerechnet das mache?
  • Warum ist es wichtig, dass ich … äh … dass ich die Katze Ramses zeichne?
  • Oder dass ich nen Selbstbildnis von mir mache?
  • Ähm … Warum verwende ich überhaupt … äh … Stifte?
  • Oder Motive?
  • Ähm … Nee.
  • Scheiße.
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Eigentlich] möchte ich ja nur sagen, wie es dazu kam, dass ich die Gerade reinbrachte. In meine Arbeit. Warum diese das Hauptmotiv wurde meiner Arbeit.
  • Dass ich das Gefühl hatte, solange ich Motive verwende, solange ich Techniken verwende, solange ich …
  • Na ja. Technik, bei der Gerade … Is jetzt auch nicht die Technik … Das ist jetzt das [Sperren: Motiv] zum einen.
  • Doch. Das ist [Sperren: Gegenstand] der Arbeit.
  • Also das ist das Motiv. Und gleichzeitig ist es …
  • Ist das die Technik?
  • Nee. Das ist das Motiv.
  • Und das Material?
  • Das Motiv und Thema?
  • Das Thema ist das Motiv!
  • [Pause.]
  • Das Motiv ist das Thema.
  • Also das Motiv der Geraden ist das Thema. Und das Motiv, das man dann von weiter weg sieht, wenn's nen Porträt ist, …
  • Was ist das dann?
  • Mhm.
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Also am Anfang war 'ne Krise.
  • So kann ich anfangen!
  • Am Anfang war eine Krise. Und die kam daher, dass, egal was ich machte, ich es immer relativ schnell in Frage stellte.
  • [Sperren: Warum] ist es wichtig, dass ich ausgerechnet das mache?
  • Genau.
  • Ohne "ähm" und ohne "genau".
  • Nochmal, deshalb.
  • [Pause.]
  • Am Anfang war eine Krise. Nämlich die Sinnkrise.
  • Immer wenn ich 'ne Arbeit vollendet hatte, hab ich sie dann gleich wieder in Frage gestellt.
  • [Sperren: Warum] nehme ich diese Technik?
  • [Sperren: Warum] hab ich dieses Thema?
  • Ähm … Was hat das für eine Bedeutung?
  • Warum sollte das wichtig sein?
  • Und so weiter und so fort.
  • Also ganz große Fragen sozusagen, auf die ich dann auch keine richtige Antwort hatte.
  • Und um endlich damit Schluss zu machen, mit dem ganzen Hinterfragen, hatte ich mir halt gesagt: Es muss doch möglich sein, … Oder ich [Sperren: muss] von ganz von vorne anfangen, damit ich nicht mehr etwas hinterfragen kann.
  • Weil wenn ich von ganz von vorne anfange und davor gibt es nichts, …
  • Also … Ne? Was es auch immer davor geben könnte. Oder eigentlich gibt.
  • So. Davor gibt es aber nichts, was ich noch wirklich hinterfragen kann, weil ich's vom Kleinsten auf sozusagen aufgebaut habe. Ähm …
  • [Sperren: Kann] es zu so einer Sinnkrise nicht mehr kommen.
  • Damit hab ich angefangen, darüber nachzudenken, was ist denn jetzt das kleinste Element.
  • So.
  • Damit ich jetzt nicht gleich wieder irgendwas in Frage stellen kann.
  • Wenn ich jetzt mit nem … mit ner Kugel gearbeitet hätte, dann hätte ich mich halt … 'Ne Kugel [Sperren: ist] nicht das kleinste Element. Das ist schon nen richtiges Objekt. Oder gezeichnet hat's bereits eine Oberfläche. Es hat bereits Glanz und so weiter und so fort.
  • Also es musste etwas sein, das so klein ist, dass es nicht mehr kleiner geht.
  • So.
  • Und das ist der [Sperren: Punkt].
  • [Pause.]
  • Es gibt nicht den perfekten Punkt. Also den ich jetzt … Also den [Sperren: gedanklich] perfekten Punkt. Das wäre der, der keine Ausdehnung hat. Und keine Ausdehnung heißt aber, wir könnten den bei uns gar nicht sehen, wenn er keine … keine zweidimensionale …
  • Ja.
  • Nicht zweidimensional wäre. Sondern eindimensional.
  • Das heißt, es geht nicht um den gedanklich ideelen Punkt, sondern es geht um den in der [Sperren: Kunst]. Und in der Kunst heißt es halt: Mit einer Oberfläche arbeiten, auf die man etwas drauf tut.
  • Also … Es gibt ja nun auch sicherlich andere Arbeiten, die man nicht mehr sieht. Die nur noch im Gedanken existieren. Oder oder oder …
  • Aber im [Sperren: Normalfall].
  • So.
  • Ich hab mir halt die Malerei, die Fotografie, die Zeichnung und so weiter angeguckt. Jetzt nicht Skulpturen und so. Installationen auch nicht. Sondern das ist halt eher auf dem Papierbereich.
  • Also Bildende Kunst.
  • So.
  • Was das … Ich weiß jetzt nicht, ob man das so genau ab…
  • So.
  • Und da war's eben der Punkt.
  • Und ob ich jetzt in der Malerei mit dem Pinsel einen Punkt mache, der halt ein bisschen größer ist, aber eigentlich ist es ein Punkt, oder halt mit dem Stift einen kleinen Punkt, der auch nicht … äh … ohne Ausdehnung ist, aber der halt schonmal kleiner ist, …
  • Das ist alles die kleinste Einheit in dem jeweiligen … äh … in der jeweiligen Technik.
  • Mit dem jeweiligen Material.
  • Hilfsmittel.
  • Also wie Pinsel, Bleistiftmine, oder oder oder.
  • [Schlucke.]
  • Und wenn ich mir aber überlegt habe, dass ich jetzt nur noch mit dem Punkt arbeiten soll, wäre ich halt schon ziemlich schnell an meine Grenze gekommen.
  • Beziehungsweise ich hatte das Gefühl, … Ich hatte mir dann auch mal diese … äh … Pointilismus-Arbeiten, pointilistischen Arbeiten, angeschaut. Ähm … Von vor über hundert Jahren.
  • Und die, fand ich, waren immer sehr sehr statisch.
  • Ähm … Das heißt, der Punkt, den hab ich dann eigentlich sehr schnell als tot … Für tot empfunden.
  • [Sperren: Zufälligerweise] hab ich dann auch später …
  • Das war Kandinsky Wassily Kandinsky .
  • Äh … Teile aus einem Buch bei ihm gelesen, … ähm … wo er auch darüber redete, …
  • Glaube ich jetzt zumindestens.
  • … dass der Punkt tot ist.
  • So.
  • Er war bestimmt dann auch nicht der Einzige, aber ich fand's dann halt lustig, dass genau dieser Gedanke …
  • Der Punkt, eigentlich das kleinste Element, der ist von sich aus erst einmal tot.
  • So.
  • Und … ähm … Deshalb … äh … musste ich sozusagen … Damit's nicht tot bleibt, muss Bewegung rein.
  • Und Bewegung heißt, … ähm … wenn ich nur Punkte zur Verfügung habe, ich muss zum Beispiel zwei Punkte, das ist die kleinste Möglichkeit davon, nehmen und sie verbinden.
  • So.
  • Ob sie jetzt nur gedanklich verbunden wurde, oder durch einen Strich, sie müssen verbunden werden.
  • Und sie werden sogar schon [Sperren: gedanklich] verbunden, wenn ich bloß zwei Punkte auf einer Fläche habe.
  • Im Kopf, in unserem Gehirn Gehirn , werden sie verbunden.
  • So.
  • Und diese Verbindung: Das ist die Bewegung.
  • Und um die ging's mir dann eigentlich. Hab ich dann gemerkt. Denn …
  • Es ist dann … Es ist … Es ist sozusagen die kleinste Einheit, … äh … die nicht tot ist.
  • Tot ist der Punkt!
  • Aber die Gerade, die Linie, die Verbindung zwischen zwei Punkten: Das ist die [Sperren: Bewegung].
  • So.
  • Und damit hab ich eben die Gerade, als kleinstmögliche Einheit, … äh … angesehen. Für mich. Die halt in der Kunst … ähm … benutzt werden kann. Um halt alles zu schaffen, was darauf basieren tut.
  • So.
  • [Pause.]
  • Für mich.
  • Ich hätte ja auch beim Punkt stehen bleiben können. Aber ich … ähm … Mir fehlte halt noch diese Bewegung! Dieser … Dieser … ähm … Diese Stimmung von … Da passiert etwas!
  • So.
  • Und das hab ich halt beim Punkt nicht gespürt. Deshalb bin ich zur Linie weitergegangen.
  • Zur [Sperren: Geraden].
  • Zur speziellen Form der Linie, also der Geraden.
  • Und die Gerade hab ich halt auch wieder verwendet … Ich hab jetzt keine krummen Linien oder so gezeichnet, weil ich mir halt zuerst gesagt hab: Es geht mir um den kleinstmöglichen Nenner.
  • Oder wie das heißt.
  • Und das ist halt in dem Moment die Gerade!
  • Wenn ich gerade von einem Punkt zum anderen Punkt zeichne.
  • So.
  • [Sperren: Ohne] gleich wieder was in Frage stellen zu müssen.
  • Das ist [Sperren: ganz ganz] einfach.
  • [Pause.]
  • Jetzt hab ich das hier schon wieder so in tausend Sätzen gesagt.
  • Nochmal …
  • Ach …
  • Überlege, wie ich das ganz kurz fassen kann!
  • [Pause.]
  • Ich kann's nicht kurz fassen. Mir fällt das gar nicht auf … ein, wie ich damit anfangen kann.
  • Ich könnt's nicht in drei, vier, fünf Sätzen sagen. Das ist fiel zu … Das könnte ich selber … Das wäre so ein Hingehopser von einem zum anderen.
  • Ganz schnell. Ohne …
  • Das geht gar nicht!
  • Nee!
  • Also okay. Ich glaub ich bin jetzt dahinter gekommen: Ich kann nicht sagen, wie ich zur Geraden gekommen bin in eins, zwei Sätzen. Das ist ein krasser Prozess. Also das sind viele Gedanken! Und die kann ich nicht so einfach zusammenbinden.
  • Und sie werden dadurch nicht logischer eben.
  • Oder nachvollziehbarer.
  • Ich weiß noch nicht einmal, ob das jetzt nachvollziehbar ist, was ich im Langen sage. Aber es ist für [Sperren: mich] nachvollziehbar.
  • So.
  • Aber [Sperren: kurz] krieg ich's nicht hin. Da ist es für mich nicht mehr … ähm … Da baut das eine auf dem anderen nicht mehr wirklich auf. Da kann ich wieder zuviel selber in Frage stellen.
  • Oder tauchen zu viele Fragen wieder auf.
  • [Sperren: Warum] bleibe ich nicht beim Punkt?
  • Und so weiter und so fort. Das muss ich dann ja alles erklären.
  • So.
  • Das gehört halt dazu.
  • Okay. Dann sag ich jetzt halt nicht mehr, wie ich zu der Geraden kam. Da komme ich nicht weiter.
  • [Pause.]
  • So. Jetzt geht's nur darum: Warum verwendest du die Gerade als [Sperren: Motiv].
  • Zum Beispiel. Das kann ich ja … Auch wenn da schon wieder Hintergrundwissen sein müsste, … Aber ich versuch's mal.
  • So.
  • [Pause.]
  • Ich hab für mich die Gerade als kleinstmögliche Einheit ausgemacht, die halt … ne? … mit der man halt [Sperren: alles], was in der Kunst dargestellt wird, prinzipiell darstellen könnte.
  • Und ich hab die Gerade genommen und nicht den Punkt, …
  • Eigentlich ist ja der Punkt die kleinste Einheit, nicht die Gerade.
  • Weil die Gerade eine Bewegung in sich hat. Und der Punkt eben nicht.
  • Und die Bewegung ist aber, finde ich, sehr sehr wichtig! Nicht bloß in der Kunst, sondern auch eben in unserer realen Welt. Ohne Bewegung gäbe es [Sperren: nichts].
  • Selbst in einem … äh … Tisch ist Bewegung!
  • Selbst in einem Stein ist Bewegung!
  • Auch wenn es nach Außen sehr sehr … ähm … fest wirkt.
  • [Pause.]
  • Jetzt hab ich ja wieder was zum Hintergrund gesagt.
  • [Pause.]
  • Also die Gerade ist das kleinste Element, was ich selber nicht mehr in Frage … in Frage stellen würde.
  • Was ich sehr gerne tue!
  • Ähm … Davor war der Punkt. Aber der Punkt hat für mich keine Bewegung. Und Bewegung ist aber wichtig. In der Kunst und in unserer realen Welt natürlich auch.
  • [Sperren: Alles] um uns herum ist eigentlich in Bewegung.
  • Selbst der Stein! In ihm drinne ist [Sperren: alles] in Bewegung.
  • Auch wenn wir es nicht sehen.
  • [Pause.]
  • Also [Sperren: Bewegung] ist … [Sperren: Bewegung] ist zentrales Thema.
  • Eigentlich.
  • Also wie ich dazu kam, dass ich die Gerade verwendet habe.
  • Verwenden wollte.
  • [Sperren: Und] die Idee, dass ich … ähm … es nur mit der Gerade schaffe, durch Verbindung … Also mehrere Geraden verbinden … Dass ich es dadurch schaffe, [Sperren: alles], was es gibt, darzustellen.
  • [Pause.]
  • Und so kam es halt …
  • Na ja. Jetzt labere ich wieder rum über die … ähm …
  • Na doch! Aber das ist wichtig! Das würde ich gerne noch sagen eben!
  • Die [Sperren: Eigenschaften] einer Geraden. Was sie sein kann, auf einer Ebene. Nämlich dass sie … äh … meiner Meinung nach drei, vier unterschiedliche … ähm … ähm … vier unterschiedliche … ähm … Richtungen eingehen kann. Sie kann horizontal, vertikal, steigend, fallend sein.
  • Höchstwahrscheinlich je nachdem, in welchem Kulturkreis man sich befindet.
  • Was es für mich bedeutet …
  • Die horizontale ist für mich der … ähm … passive Stillstand.
  • Die vertikale Gerade ist der aktive Stillstand.
  • Und steigend ist eben steigend. Und fallend eben fallend.
  • [Pause.]
  • Und dass das die vier … äh … vier Grundpfeiler sind, aus … die eine Gerade einnehmen kann.
  • [Schlucke.]
  • Nee. Grund… Grundpositionen, die die Gerade einnehmen kann.
  • Und dann geht es natürlich noch um die Länge!
  • Und ganz wichtig dann: Dass sie nicht bloß alleine dasteht, sondern dass sie eben immer in Verbindung erst mit anderen Geraden …
  • [Sperren: Nicht] bloß Bewegung! Das kann schon eine einzelne!
  • Sondern dass sie in Verbindung mit anderen Geraden [Sperren: alles] was es gibt, … äh … eigentlich darstellen kann. Produzieren kann. Auf ganz ganz viele unterschiedliche Arten und Weisen.
  • Und dass es möglich ist, nur indem man die Geraden vielleicht ein bissel verschiebt, oder den Winkel ein bisschen ändert, aus einer fallenden eine steigende macht, oder so … Sich das Motiv gleich ändert.
  • [Pause.]
  • Jetze … Jetze geht's zu tief rein.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Warum] hab ich die Gerade genommen. Und das …
  • Pfff.
  • Ich weiß gar nicht einmal, ob das dann so wichtig ist, wenn ich mich selber frage, … ähm … das aufzuschlüsseln in …
  • Was es für unterschiedliche Geradenformen gibt. Was die Eigenschaften einer Geraden auf einer Fläche sein können. Und so. Das ist … Es ist zwar [Sperren: wichtig], weil es ist der Hintergrund. Da hab ich's ja sozusagen auf den kleinstmöglichen Nenner gebracht.
  • Also ich hab sozusagen aufgeschlüsselt, was es … äh … alles sein [Sperren: kann].
  • Äh … Was das Grundelement ist. Das ist ganz wichtig. Dann kann ich es selber nicht mehr in Frage stellen.
  • Aber jetzt ist halt die Frage: Ist es das, was ich als Betrachter … äh … so einer Arbeit, wissen muss?
  • So.
  • [Schlucke.]
  • Also fange ich eigentlich eher mit der Frage an, … ähm …
  • Warum verwende ich Geraden für so ein Selbstbildnis?
  • Für ein Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt ?
  • Für ein … äh … Für eine Körperstudie?
  • [Pause.]
  • Da müsste ich jetzt aber wieder die Parallele zum Realen … äh … ziehen. Dass alles in Bewegung ist und … ähm … und … ähm … und wir halt aus ganz vielen kleinen Teilchen bestehen. Und das … ähm … [Sperren: verdeutlicht] das halt. Und … ähm … Ach.
  • Wäre ich eine Sekunde später auf die Erde gekommen, oder was auch immer, …
  • Wäre jetzt dies und jenes passiert.
  • Also ziemlich viel mit … Zufall Zufall spielt ja wieder 'ne Rolle.
  • Dann sehe ich wieder anders aus.
  • Oder ich würde anders denken!
  • Oder ich würde anders handeln.
  • Ich hätte nen anderes Leben geführt. [Sperren: Nur] weil ich einmal die Tür 'ne Minute später aufgemacht hätte. Oder so.
  • [Sperren: Alles] was darauf folgt, ist sozusagen ganz neu und … ähm … ist … Es können [Sperren: unendlich] viele [Sperren: unterschiedliche] Möglichkeiten im Zukünftigen passieren. [Sperren: Nur] weil ich eine einzige Sache … äh … jetzt gemacht habe.
  • Oder eben nicht gemacht habe.
  • Die ich sonst gemacht hätte.
  • Oder eben nicht gemacht hätte!
  • So.
  • Und das ist … Das ist … Das es total schwammig ist, oder sehr sehr unsicher, … äh … überhaupt nicht … kein stabiles Verhältnis sozusagen da ist. [Sperren: Nichts] sozusagen … äh … automatisch folgt.
  • Sondern dass [Sperren: alles] auf unendlich vielen [Sperren: kleinsten] Entscheidungen … ähm … basiert.
  • Und ich finde, das zeigen eben auch die Ganzkörperporträts.
  • Also die Körperstudien.
  • Ähm …
  • Ich kann eine Gerade ein bisschen anders setzen. Das [Sperren: Gesamtbild] wird sich nicht ändern.
  • Mach ich es aber mit ein paar Geraden, is irgendwann das Bild gar nicht mehr erkennbar. Also es … Ist der Körper nicht mehr erkennbar. Oder ganz anders … äh … erfahrbar.
  • Plötzlich wird er plastischer!
  • Äh … Einmal hat er eher eine … eine … eine sehr schlanke Form. Eine sehr dicke Form. Er wirkt kleiner, schmaler. Keine Ahnung was. Ähm …
  • Oder man erkennt eben nichts mehr, weil die Geraden … ähm … die Winkel sich so dermaßen geändert haben, dass … dass das Ich, als das, was ich als Ich bezeichne, nicht mehr …
  • [Schlucke.]
  • … nicht mehr erkennbar ist.
  • So.
  • Und …
  • Ich kann das aber eben nicht die ganze Zeit immer so aus… äh … so ausführlich machen! Das geht doch nicht.
  • [Pause.]
  • Vielleicht kann ich das gar nicht so. Es geht nicht auf einen Punkt zu bringen. Es ist zwar das kleinste, für mich das kleinste Element, zum nutzen. Aber … Das dann, die ganzen Gedanken, die dahinter sind, auf einen Punkt zu bringen … Das geht gar nicht.
  • [Pause.]
  • Da spielt so krass viel mit rein. Und ich interpretiere da ja auch selbst dann so viel zusätzlich hinein. Was ich … Wenn ich sowas sehe. Wie den liegenden Akt Akt jetzt oder so. Ähm …
  • Zwischen [Sperren: Tod Sterben ] und [Sperren: Leben] diese kleinsten Unterschiede.
  • [Schlucke.]
  • Was es dann aber eben doch aus macht! Dass es [Sperren: große] Unterschiede sind. Aber die bloß ganz ganz kleine Änderungen bloß … äh … inne haben.
  • Nee. Ich kann das nicht auf den Punkt bringen. Tut mir leid!
  • [Pause.]
  • Ich krieg das jetzt auch nicht hin mit den Verhülltarbeiten. Auf einen Punkt zu kriegen. Ich müsste jetzt halt wieder anfangen, wie das anfingt.
  • Mit ner Krise!
  • Okay. Die steht anscheinend immer ganz am Anfang.
  • [Pause.]
  • Aber was die verhüllte Arbeit, wenn ich jetzt davor stehe, für mich aussagt. Was … ähm … Was mein Thema damit ist. Was ich damit zeigen …
  • [Sperren: Mensch]. Das könnte jetzt wieder [Sperren: alles] sein. Das ist für mich auch irgendwie 'ne Kritik an der … äh … äh … Gegenwartskunst Gegenwartskunst . Also an der Postmoderne Postmoderne , in der wir glaube ich noch stecken.
  • Wo die ja eigentlich immer die Moderne kritisiert hat! Aber anscheinend, so wie ich's gelesen hab, auch wenn ich's nicht mitbekomme, … Kein Student Kommilitone kritisiert jetzt irgendwie aus der Vergangenheit jetzt wirklich. Sondern jeder macht jetzt das, was er halt machen will.
  • Das kritisiere ich ja!
  • Irgendwie.
  • Aber gleichzeitig ist es ja gut, diese Freiheit zu haben.
  • Aber …
  • [Schlucke.]
  • Ich kann doch jetzt nicht wieder dieses ganze …
  • Also es gibt [Sperren: unendlich] viele Möglichkeiten wieder, wie ich das selber sehe. Und das ist alles … äh … Das ist alles wahr! Also …
  • Das sind jetzt keine Begründungen, die mir jetzt mal eben so auffall… einfallen. Und dann verwende ich das halt. Weil ich sonst nicht wüsste, wie ich das sagen soll. Sondern das sind halt alles Begründungen, die ich mir … äh … schon lange … äh … die mir schon lange im Kopf herumschwirren. Und die ich auch sehr sehr … Die ich in der Arbeit auch wiederfinde. Die ich damit ja auch transportieren will. Aber es gibt halt so [Sperren: viele] Möglichkeiten. Und diese vielen Möglichkeiten, die sehe ich auch immer wieder.
  • Ich hab's nicht auf einen Punkt gekriegt.
  • Obwohl es 'ne sehr sehr minimalistische, nach außen hin zumindestens, Arbeit ist. Drinnen ist sie ja nicht minimalistisch.
  • Da gibt's ja noch 'ne eigene Arbeit.
  • [Pause.]
  • Also ich weiß nicht, ob ich außerhalb der Klasse, oder … ähm … außer bei den Einzelgesprächen mit dem Professor oder so, jemals auf den Punkt kriegen kann. Das … Das kann ich mir gerade gar nicht vorstellen.
  • Das macht's jetzt nicht schlimm! Das ist … Das ist in Ordnung. Nur gleichzeitig frag ich mich halt, … ähm …
  • [Sperren: Ich], der ja immer die anderen Arbeiten … ähm … in Frage stellt, wenn ich es … ähm … wenn es mir so beliebig vorkommt, irgendwie.
  • Warum gerade [Sperren: dieses] Material verwendet wurde?
  • Und so weiter und so fort.
  • Wie beim letzten … äh … Rundgang. Bei der Klassenausstellung.
  • [Sperren: Genau so] kann ich … müsste ich jetzt damit leben, dass andere bei meiner Arbeit eben tun. Weil ich es eben auch nicht … Ich könnte alles irgendwie …
  • Ich [Sperren: kann] alles irgendwie begründen. Ich hab das ja für mich aufgebaut. Aber das heißt nicht, dass das erstens auch immer logisch ist. Ich meine, ich bin jetzt ein Mensch. Ich bin auf dem Kunstgebiet unterwegs. Warum muss da alles logisch sein.
  • Das wäre dann ja auch langweilig!
  • Warum muss es 'ne Wissenschaft sein?
  • Das ist ja der [Sperren: Unterschied] dazu eigentlich. Hier hat man [Sperren: Freiheit]. Hier kann man … ähm … etwas intuitiver machen. Trotzdem natürlich wäre es ganz gut, … ähm … gerade bei sowas sehr sehr abstrakten, den Betrachter nicht so einfach im Nirgendwo zu lassen.
  • Wenn er halt selber nichts mehr erkennt.
  • Das ist ja das [Sperren: Gute] bei den Geraden!
  • Eigentlich.
  • Bei den Ganzkörperporträts sehe ich ja jetzt … Man [Sperren: erkennt] etwas. Man kann etwas studieren. Als Betrachter.
  • Man kann nah rangehen.
  • Man kann weit weggehen!
  • Man sieht das … äh … Man sieht das Motiv.
  • Man kann nah rangehen: Man sieht das einzelne Element.
  • Nämlich die Gerade.
  • So.
  • Und damit kann man dann selber arbeiten. Man kann die Technik … ähm … ergründen. Also man kann … ähm … die Ritze im Papier ergründen. Da gibt's so viel zu sehen!
  • Und bei den Verhülltarbeiten gibt's ja nun fast gar nischt mehr zu sehen. Außer den Holzkasten. Den ich so oder so bearbeitet habe.
  • [Schlucke.]
  • Aber er … Aber klar. Er soll sich ja dem Außen entziehen.
  • Das war ja die Idee dahinter. Dass die eigentliche Arbeit verhüllt ist. Sie nicht mehr sichtbar ist. Deshalb ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht, dass … dass der Betrachter da ein bissel zweifelnd davor steht.
  • Oder so.
  • Also wie ich es ja auch tun würde, höchstwahrscheinlich.
  • [Pause.]
  • Eigentlich ist die Verhülltarbeit eine Kritik an der Gegenwartskunst. Für mich.
  • Diese Beliebigkeit!
  • Alles kann gemacht werden!
  • Alles wird gemacht!
  • Alles wird begründet!
  • Irgendwie geht es ja immer!
  • Jeder macht so sein Senf. Aber es ist …
  • Alle … Alle Techniken, die möglich sind, werden …
  • [Sperren: Alles] wird verwendet.
  • So.
  • Und da ist dann aber die Frage: Wo kann man überhaupt noch Kunst … ähm … Kunst … ähm … Also wo gibt es einen Stand, wo es heißt: Ähm … ähm … Das kann man jetzt der Kunst zuordnen. Und ist jetzt nicht schon irgendwie Alltag.
  • Oder 'ne Wissenschaft.
  • Oder so.
  • Also [Sperren: was ist kunstspezifisch]?
  • [Pause.]
  • Das … Das sehe ich halt nicht mehr wirklich.
  • [Schlucke.]
  • Bei vielen.
  • Ich weiß nicht. Bei [Sperren: allen].
  • Auch bei mir eben.
  • So.
  • [Pause.]
  • Na ja. Jetzt wollte ich mit eins, zwei Sätzen alles erklären und jetzt bin ich hier schon wieder so ausgeartet.
  • Und hab kein Ergebnis gefunden!
  • Okay. Dann muss ich mal den Professor fragen, im nächsten Einzelgespräch, wie ich es schaffe, alle meine Gedanken auf den Punkt zu bringen.
  • Dass sie verständlich … Selbst wenn da noch Fragen offen sind … Aber verständlich erst einmal rüberkommen könnten.
  • [Pause.]
  • Ne?
  • Vielleicht ist das meine nächste Aufgabe dafür.
  • [Pause.]
  • Denn würde ich jetzt gefragt werden, oder beim Rundgang, ich würde wieder ausschweifen.
  • Soviel will der Betrachter bestimmt gar nicht hören. Oder [Sperren: kann] gar nicht soviel hören.
  • [Sperren: Will] er gar nicht.
  • [Schlucke.]
  • Die Zeit hat er vielleicht gar nicht.
  • Nur weil [Sperren: ich] so begeistert davon bin, heißt es nicht, dass es andere auch sein müssen.
  • [Pause.]
  • Oder [Sperren: muss] man das überhaupt begründen?
  • Kann man nicht sagen: Dazu äußere ich mich nicht so allgemein. Dann lass uns mal treffen! Im Atelier. Und das besprechen.
  • Darüber [Sperren: reden]. Nicht besprechen.
  • Darüber [Sperren: diskutieren].
  • So!
  • So eher.
  • [Aufnahme Ende.]
Der gelbe Pullover, 1939, Picasso (Einfluss kubistischer Idee noch gut erkennbar)
Der gelbe Pullover, 1939, Picasso (Einfluss kubistischer Idee noch gut erkennbar)
Rum und Gitarre, 1918, Georges Braque, Colección Abelló, Madrid
Rum und Gitarre, 1918, Georges Braque, Colección Abelló, Madrid
Kubismus Kubismus (zum Thema heutiger Beliebigkeit und zwingender Reaktion damals, siehe Standpunkt 15.10.) Kubismus als Antwort und Gegenreaktion auf Malerei des Realismus verstanden Realismus: Beschränkung auf eine Perspektive und eine Sicht (Standpunkt, Thema, Emotion) als Anfang abstrakter und nichtsachlicher Kunst angesehen Zerlegung Objekte in geometrischen Figuren, dreidimensional abgebildet (Eindruck entsteht, Objekt würde von mehreren Seiten gesehen werden) Der gelbe Pullover, 1939, Picasso Pablo Picasso (Einfluss kubistischer Idee noch gut erkennbar) gelber-pullover-k.jpg "Als wir begannen, kubistisch zu malen, hatten wir nicht im Geringsten die Absicht, die Malweise des Kubismus zu kreieren. Wir wollten vielmehr nur das ausdrücken, was uns bewegte." (Pablo Picasso) notiert sollte Zitat nicht nur "Schein" (zum Künstlermythos beitragend) sein: Form entstand nicht, um Neues zu schaffen, sondern um etwas ausdrücken zu können, was ohne ihr nicht ging Paul Cézanne Paul Cézanne : "Alles in der Natur nimmt seine Form von der Kugel dem Kegel und dem Zylinder." "Durch dieses Verfahren, die Gegenstände zu abstrahieren, eröffnen sich neue Perspektiven das Bild zu betrachten." Wirklichkeit auf Kubus, Kegel, Kugel reduzierbar (Sichtweise beeinflusste u. a. Picasso) Zeit der Industrialisierung Industrialisierung Technik als "selbstständig" und "unnatürlich" wahrgenommen kubistische Geometrie findet sich in Maschinen wieder notiert so hat das damals aktuelle Weltgeschehen zur neuen Art des Ausdruckes beigetragen auf heute übertragen: Globalisierung? Wortherkunft: Kunstkritiker Louis Vauxcelles (1870 - 1943, französischer Kunstkritiker, prägte u. a. Begriffe Fauvismus Fauvismus , Kubismus und Tubismus) bezeichnete Werke von Georges Braque als "bizarreries cubiques", 1908 Rum und Gitarre, 1918, Georges Braque, Colección Abelló, Madrid georges-braque-k.jpg 1 "analytischer" (frühe) Kubismus, ca. 1907 - 1911 Thema: reine Zerlegung des Objekts blasse Farben (da ansonsten Formen und Figuren nicht mehr im Vordergrund stehen würden) notiert deshalb arbeite ich selber bisher meist in schwarzweiß, da Farbigkeit nur ablenken würde wobei ich gerade schon Graustufen zulasse (je nach Geradentyp als Übergang zwischen horizontaler und vertikaler Gerade) 2 "synthetischer" Kubismus, 1912 - 1924 verschiedene Perspektiven auf ein Objekt werden zusammengefügt unterschiedliche Objekte fließen ineinander notiert im Computerzeitalter als Morphing bezeichnet Mark hatte mir davon noch abgeraten (Übergang Leben-Tod Sterben / Porträt-Totenschädel Totenmaske in Geradenstil) 3 Farbkubismus kein Bezug mehr zu realem Objekt "reine Malerei" als Kontrast zur reinen Musik Kurs Mensch-Maschinen-Verhältnisse "Der Mensch als Maschine", 1748, La Mettrie (siehe Verweis zu Lem) bestimmt Seele als Resultat komplexer Körperfunktionen "Über das Marionettentheater", Kleist Thema (in Bezug auf die Marionette): Maschinen sind (da sie nur einen mechanischen Bezug hätten) dem Menschen etwas voraus (Perfektion) Instinkt (wie beim Tier) / Automatismus / kein Zögern / keine Zwietracht wie beim Menschen unempfindlich gegenüber Täuschungen Mensch scheitert an Wiederholung (vorzeitig gegangen)
Fünf Pittoreske für Klavier, mittlerer Satz, Erwin Schulhoff
Fünf Pittoreske für Klavier, mittlerer Satz, Erwin Schulhoff
Fisches Nachtgesang, Christian Morgenstern, 1905
Fisches Nachtgesang, Christian Morgenstern, 1905
Kurs Farbe Weiss (nach kurzer Besprechung leider nur passiv einen Film geschaut) "Stille", Marianne Betz (Professorin für Musikgeschichte Hochschule für Musik und Theater Leipzig) "hörbares und sichtbares Moment Moment in der Musik" Dada Dadaismus -Bewegung: allgemeine Verunsicherung der Nachkriegszeit in Spott und Provokation umgesetzt Anti-Kunst statt Kunst: Lust am Verfremden, Verulken, Zerstören Erwin Schulhoff Erwin Schulhoff (1894 - 1942, Komponist) besuchte 1919 Dada-Soiree (Abendveranstaltung) in Berlin nannte sich selbst "Überdada", "Musikdada" gründete Reihe "Fortschritts-Konzerte" Jazz: Symbol für Amerika, akustischer Gegenpol zu mitteleuropäischen Spießertum Fünf Pittoreske für Klavier, mittlerer Satz, Erwin Schulhoff schulhoff.jpg "Fünf Pittoreske für Klavier" mit Widmung "Dem Maler und Dadaisten George Gross in Herzlichkeit zu eigen!" vier von fünf Pittoresken sind Modetänze, dadaistische Provokation (Foxtrott, Ragtime, One-Step, Maxixe) mittlerer Satz mit Titel "In futurum" (Zeitmaß-zeitlos), bleibt ohne Klang [?] u. a. Zeitmaß: "zeitlos", Pausenzeichen und Fermate (italienisch "fermare": "anhalten", "Ruhezeichen") stehen an Stelle von Noten, obere Stimme mit Bassschlüssel, untere mit Violinschlüssel Fisches Nachtgesang, Christian Morgenstern Christian Morgenstern , 1905 fisches-nachtgesang-k.jpg weitere "Bilderwitze": Gedicht von Christian Morgenstern "Fisches Nachtgesang" (1905) Zeichen nicht sprechbar, bleibt stumm, kann nur mit Augen wahrgenommen werden Kopplung von Zeichen, Klang und Sinn im phonetischem Gedicht "Das große Lalula" infragegestellt Sprache wird alleine auf Phonetik reduziert, ist artikulierbar, aber ergibt keinen Sinn italienische Futuristen Futurismus experimentierten ebenfalls mit Lautgedichten vom Sinn befreiter Sprachklang als Basis für "abstrakte Dichtung" faszinierte auch die Dadaisten u. a. Man Rays "Poeme phonetique", erschienen in Dada-Zeitschrift "391", 1924 besteht ebenfalls aus metrischen ("gemessenen") [?] Zeichen Code Sprache ist nicht mehr wirklich entschlüsselbar Generalpause: Unterbrechung in Musikstück bei allen Stimmen Nicht-Klang = Negativklang im 15. Jahrhundert werden Generalpausen Ausdruck der Emphase (Verdeutlichung/Betonung), indem sie Schmerz, Ergriffenheit oder Trauer versinnbildlichen stehen im Textzusammenhang für Nichts, Ewigkeit, Tod Sterben klangliches Nichts = drückte das Unfaßbare aus (u. a. Johann Sebastian Bach Johann Sebastian Bach , Bedeutung geht bis ins 20. Jahrhundert hinein) Robert Rauschenberg Robert Rauschenberg , White Painting E-Mail an Christiane Baumgartner wegen Einzelgespräch geschrieben (Holzschnitt)
Auf den Schienen, Blatt 8, 1889, Max Klinger
Auf den Schienen, Blatt 8, 1889, Max Klinger
Ausstellung Max Klinger Max Klinger Mdbk Leipzig Opus XI: Vom Tode. Erster Teil, 1889 Blatt 1: "Nacht" Selbstbildnis, aufgehellt durch Mondlicht Lilie in christlicher Ikonografie: Reinheit und Keuschheit Schmetterling Schmetterling : Seele, welche menschlicher Körper nach Tod Sterben verlässt durch Schopenhauer Arthur Schopenhauer eventuell neue Interpretation: Schmetterling sorgt mit Bestäubung für neues Leben Blatt 2: "Seeleute" Erbarmungslosigkeit der mächtigen Natur Seeleute: versinnbildlichen menschliches Dasein Blatt 3: "Meer" aus Gischt formt sich Arm des Todes, der nach Schiff greift Blatt 4: "Die Chaussee" (ursprünglich mit "vom Blitz erschlagen" betitelt) Blatt 5: "Kind" Tod stiehlt Kind aus Kinderwagen, Kindermädchen verschläft Entführung Mohnblumen, untergehende Sonne: spielt auf Thema des Schlafens an Blatt 6: "Herodes" erinnert an "Tod als Gleichmacher" (kennt keine Ausnahmen, siehe sozialer Rang, Autorität des Königs) Blatt 7: "Landmann" verbindet Sphären des Irdischen und des Totenreichs durch Unfall gestorbener Bauer wird von einem Toten ins Jenseits gezogen Bauer: mit Rhythmus der Natur vertraut wird selbst Teil des Kreislaufs von Werden und Vergehen Auf den Schienen, Blatt 8, 1889, Max Klinger aufdenschienen-k.jpg Blatt 8: "Auf den Schienen" Todesmoment Tod inszeniert sich als Selbstmörder [?] Blatt 9: "Arme Familie" Frau mit Kind, im Hintergrund gerade verstorbener Greis Tod zeigt sich nicht als etwas Grausames Blatt 10: "Der Tod als Heiland" Menschen fliehen vor Tod, nur eine Person kniet nieder auf Schopenhauer bezogen: "WIR FLIEH'N DIE FORM DES TODES, NICHT DEN TOD; DENN UNSER HOECHSTEN WUENSCHE ZIEL IST: TOD." Idee von Unabwendbarkeit des Todes / Furcht vor Todesumstände
Brief an Suzanne Duchamp, 1916, Jean Crotti Papers, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington DC
Brief an Suzanne Duchamp, 1916, Jean Crotti Papers, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington DC
Ema (Akt auf einer Treppe), 1966, Gerhard Richter
Ema (Akt auf einer Treppe), 1966, Gerhard Richter
Ausstellungsansicht Forest, © ProLitteris / André Morin
Ausstellungsansicht "Forest", © ProLitteris / André Morin
READYWEB: HÉRISSON, Pierre Granoux
READYWEB: HÉRISSON, Pierre Granoux
o. T. (Notizen der letzten 2 Tage) weiß grundierte Holzplatte (53 x 43 cm) in Leerrahmen befestigt mit Blaupapier Richtungen der Geraden auf Holzplatte skizziert Garn mit Klebeband an Rändern fixiert später Garn mit Kleber auf Oberseite der Rahmung fixieren und Enden abschneiden Kurs Praktiken des schon Fertigen in der zeitgenössischen Kunst Vorbereitung Referat Kurs Jahrhundert des Readymade Ready-made 1913 Duhamp Frage aus Notizen: "Kann man Werke machen, die nicht Kunst sind?" Videoausschnitt Interview Duchamp Marcel Duchamp "[…] the word did not exist - the thought did not exist […]" Brief an Suzanne Duchamp, 1916, Jean Crotti Papers, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington DC readymade-marcel-duchamp-brief-k.jpg erste Erwähnung Begriff "readymade" durch Marcel Duchamp für seine "schon fertigen" (tout fait) Kunstwerke "Nun, wenn Du hinaufgegangen bist, hast Du in meinem Atelier das Rad eines Fahrrads und einen Flaschentrockner gesehen. - Ich habe das als eine bereits fertige Skulptur gekauft." "Hier in New York habe ich Objekte [Flaschentrockner] desselben Stils gekauft und sie 'readymade' genannt […] - Ich signiere sie und gebe ihnen eine Inschrift in Englisch." "Ich habe zum Beispiel eine grosse Schneeschaufel, auf welche ich unten geschrieben habe: In advance of the broken arm, französiche Übersetzung: Dem gebrochenen Arm voraus - Bemühe Dich nicht zu sehr, dies im romantischen oder impressionistischen oder kubistischen Sinn zu verstehen - das hat damit nichts zu tun; Ein anderes 'readymade' heisst: Emergency in favor of twice mögliche französische Übersetzung: Gefahr (Krise) auf Grund von 2 mal." "Nimm für Dich diesen Flaschentrockner. Ich mache aus ihm ein Readymade aus Entfernung. Du wirst ihn unten und im Inneren des unteren Ringes beschriften, in kleinen Buchstaben, gemalt mit einem Pinsel für Öl in der Farbe silbernes Weiss mit der Inschrift, die ich Dir hier anschliessend gebe und Du wirst ihn in derselben Schrift signieren wie folgend: [nach] Marcel Duchamp." ([nach] in eckigen Klammern von Duchamp gesetzt) André Breton (1896 - 1966, französischer Dichter, Schriftsteller und wichtigster Theoretiker des Surrealismus Surrealismus ) André Breton Definition Ready-mades in "Le Phare de la Mariée": "Vorfabrizierte Objekte, die die Würde eines Kunstwerks erlangt haben durch die Wahl des Künstlers." 1931 erste surrealistische Ausstellung in den USA erste Ausstellung des Flaschentrockners (in Vitrine): "Exposition Surréaliste d’Objets", 1936, Galerie Charles Ratton, Paris (legte besondere Bedeutung auf Objektkunst, berief sich auf Primitivismus, Fetische und mathematische Modelle) sollte als Vorläufer für Objektkunst präsentiert werden Katalog erschienen, mit u. a. folgenden Kategorien: Objets Naturels, Objets Naturels Interprétes, Objets Naturels Incorporés, Objets Pertubes, Objets Trouvés (von einer ganzen Reihe von Surrealisten, nur die Namen der Finder sind aufgelistet, keine Stücke oder Titel, dadurch klar Unterscheidung zum Ready-made) Objets Trouvés Interprétés (werden einzeln mit Titel aufgeführt, aber nicht als Werk sondern je als "gehörend zu", Beispiel "La varlope, appartient à Man Ray Man Ray "), Objets Americains (von Eskimos, aus Peru etc.), Objets Océaniens, Objets Mathématiques, Ready-made et Ready-made aidé (hier als einzige Werke: Marcel Duchamp, Flaschentrockner, 1914; Marcel Duchamp, Why not sneeze), Objets Surréalistes (größte Gruppe, hier u. a. : Marcel Duchamp, La bagarre d`Austerlitz, 1921) 2. Präsentation: Fotografie von Man Ray publiziert in "Boîte-en-valise", 1935 - 1941 (siehe auch 17.4.) Ausstellung "Übrigens sterben Sterben immer die anderen. Marcel Duchamp und die Avantgarde Avantgarde seit 1930", 1988 (Daniels Dieter Daniels stellt eigenen Flaschentrockner aus) Ema (Akt auf einer Treppe), 1966, Gerhard Richter Gerhard Richter akt-auf-einer-treppe.jpg Ulf Linde stellte Kopie vom "Großen Glas" her, baute Flaschentrockner nach (von Duchamp signiert) Duchamp signierte einige Flaschentrockner, die ihm gegeben wurden Flaschentrocker als Multiple Multiples 1964 herausgebracht "do-it-yourself": Brief an Werner Hofman, 1962 (erhält von Duchamp die Antwort, er könne sich den Flaschentrockner für das Museum im Bazar de l'Hotel de Ville in Paris besorgen) Erwähnung Flaschentrockner in Comic-Welt "Forest", 2008 - 2009, Bethan Huws (88 Flaschentrockner und Neon) Ausstellungsansicht "Forest", © ProLitteris / André Morin bethan-huws.jpg "Rack", 2009, Kendell Geers (metal, beer bootles) READYWEB: HÉRISSON, Pierre Granoux pierre-granoux-k.jpg ready-made-Buch mit Internetabbildungen von Flaschentrocknern notiert Bilderwolke mit "Flaschentrockner"/"bootle dryer" (Google Google -Bildersuche), ohne Bezug zu "Duchamp", "Marcel", "readymade", "art" Flaschentrockner wird zu abstraktem Einrichtungsgegenstand / zur Dekoware (anders beim Urinal)
Standpunkt HGB Rundgang HGB Rundgang 2015 Auseinandersetzung mit Dozent Dozent eine Wand im Klassenraum schaut meiner Meinung nach wie "Kindergarten" aus (zu viele unterschiedliche Techniken und Formate) meine Arbeit mittendrin (trotz meiner Kritik an dieser Hängung) Geradenbilder brauchen mehr "kunstfreien" Platz wegen weißer Rahmung wird Umgebung verstärkt mit einbezogen weiterhin sollte - trotz meinem fehlenden Einverständnis - nur 1 der 2 Arbeiten gezeigt werden (Selbstbildnis ohne Tod Sterben ) deshalb Arbeit aus Klassenraum entfernt Kilian verärgert im unteren Flur 2 Wände testweise bespielt flur1-k.jpg Einzelgespräch Mark versteht nicht, warum ich unbedingt beide Arbeiten zusammen zeigen möchte soll auf seine Erfahrung vertrauen fragte, wie alt ich sei seine Lösung: Bild hängt jetzt über Waschbecken-Bereich 4 Collagen entfernt unzufrieden neues Bild geplottet Mitarbeiterin AV-Labor / Kommilitonin Kommilitone angenervt von Plottergeräuschen Geradenbild Geradenbild Ohme-Mail (Torus) beantwortet Geradenbild, wo jede Gerade durch kurze Formel bestimmbar ist, aber für Betrachter wie zufällig hineingeworfen ausschaut überlegen, welche Form geeignet ist (Torus, Kugel, …) Universum = Torus? 1 3/4 x Daumennagellänge Alkohol Whisky (morgen HGB-Urlaub)
HGB Rundgang HGB Rundgang 2015 keine 2er-Hängung ("Leben-Tod Sterben " / "Vergänglichkeit Vergänglichkeit ") gewollt laut Mark sagt Doppelhängung nicht mehr aus, als es eine Arbeit täte (stimme nicht zu) jetzt für mich nur Thema "Selbstbildnis" erkennbar geht in (aktuell geplanter) Petersburger Hängung Petersburger Hängung komplett unter selbst 4 kleine Collagen-Arbeiten sollten laut ihm nicht ausgestellt werden (zumindestens nicht nebeneinander) Totenschädel Totenmaske zwar sehr plakativ, aber immer präsent in Kunstgeschichte / nicht wegzudenken Aussage vom Hausmeister Hausmeister (Flächen im Flur wären ab Mittag frei) traf nicht zu / erst morgen frei vorzeitig gegangen Geradenbild Geradenbild Marios Marios -Porträt geplottet
HGB Rundgang HGB Rundgang 2015 Besprechung Raumaufteilung nicht die verschmelzenden Bilder verwenden (Betrachter wird nur noch etwas vorgespielt, keine Fantasie mehr nötig) weiße Rahmen verwenden Thema Vergänglichkeit Vergänglichkeit / Leben / Tod Sterben für 29-jährigen eventuell unglaubwürdig? Abstandsleiste eingefügt, Papier wellt sich dadurch leicht 2 bis 3 Collagen am Samstag rahmen und im Klassenraum aufhängen eventuell "Lachender Tod" oder "Gegenüberstellung" plotten, mit mehr Abstand zum Rand (da Holzrahmen) nach Gespräch nur noch Selbstbildnis einzeln im Klassenraum präsentieren (eventuell zuzüglich kleinerer Arbeiten) Totenschädel Totenmaske Montag im Flur aufhängen, ebenfalls Tierbilder Geradenbild Geradenbild E-Mail von Elke: "F: Weißt du noch, wo er ausgegraben wurde? E: In Eisenach, auf dem Friedhof bei Großmutter in der Nähe. Dort hat sie einen Totengräber nach einem Schädel für mich gefragt. Der war, glaube ich, ein Patient von ihr. Ich meine den Totengräber. F: Hast du den Schädel selber gesäubert? E: Mit meiner Mutter zusammen. Der lag in einem Wassereimer in der Veranda unter dem Wasserhahn dort. Und da haben wir ihn mit Wofacutan geschrubbt. Auskochen war - soweit wie ich mich erinnere - gar nicht nötig. Er war relativ sauber und gut abgenagt von den Friedhoftierchen." horizontale-linien-k.jpg Geradenbild bestehend aus horizontalen Linien händisch gezeichnet (mit Lineal) 1 x Daumennagellänge Alkohol Whisky
Skull, 1976, Andy Warhol
Skull, 1976, Andy Warhol
Ausstellung Andy Warhol Andy Warhol Werkgruppe "Death and Disaster", Kunstsammlungen Chemnitz Skull, 1976, Andy Warhol skull.jpg begann sich 1962/63 mit Katastrophen, Tod Sterben und Unglück auseinanderzusetzen Bilder wurden vor allem in USA zunächst abgelehnt erst 1964 konnte er Ileana Sonnabend (1914 - 2007, Galeristin) überzeugen, Bilder in Galerie zu zeigen in Europa positiver aufgenommen (Hintergrund jahrhundertealte Tradition der bildhaften und literarischen Darstellung des Todes)
Wittgenstein-Generator, Text-Collage auf Holzscheiben, 2012, Jochen Höller
Wittgenstein-Generator, Text-Collage auf Holzscheiben, 2012, Jochen Höller
Kurs Warum Denken? Wittgenstein Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951, österreichisch-britischer Philosoph) eventuell Protokoll Sitzung anfertigen (5 Seiten á 1.800 Zeichen, kein Verlaufs- sondern Ergebnisprotokoll mit eigenen Überlegungen zu den diskutierten Fragen, weiterführenden Gedanken und Literaturangaben) ästhetische Dimension im Denken (Sprache, Skizzen, Zeichen) Denken funktioniert nicht in linearer Form (wie Buch) Wittgenstein: kleine Textblöcke, visuell gedacht, viele Manuskripte zu Lebzeiten nur Traktatus und 2 Aufsätze publiziert von eigener Schrift selber nicht überzeugt Schaffensprozess <> Buchpublikation 3 von 7 Geschwister: Selbstmord, Wittgenstein selber teilweise auch depressiv charakterlich: rechthaberisch, autoritär erzogen, wirkte unsicher beschäftigte sich viel mit fliegen (Versuch Flugmotor zu bauen) Wittgenstein-Generator, Text-Collage Collage auf Holzscheiben, 2012, Jochen Höller Jochen Höller wittgenstein-kunst.jpg Buch Bertrand Russell > Start in Philosophie Frühwerk: 1902 - 1918 arbeit an "Logisch philosophische Abhandlung" "Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen." nach Krieg / Publikation Buch, Abbruch Philosophiestudium 1920er Jahre: wieder Richtung Philosophie 1929 Werk als Doktorarbeit anerkannt ab 1930er: Versuch Gedanken in Buchform zu publizieren 1936 - 1948: neues Buch "Philosophische Untersuchungen" (2 Jahre nach Tod Sterben erschienen) Manuskripte: vieles verworfen, durchgestrichen, neu zusammengesetzt ohne linearem Aufbau, viele kleine Textblöcke Wörter: kontextbezogen, immer wieder neu aufgeladen von unterschiedlichen Perspektiven betrachtbar Wittgenstein möchte Dingen auf den Grund gehen nicht Erscheinung behandeln, sondern das Medium Denken stark mit Sprache verknüpft erst einmal Denken ordnen / Sprache richtig stellen, bevor Blick dahinter tauscht: "Ich weiß " > "Ich glaube ich weiß" > "Ich schwöre, ich weiß" manchmal aus, um Bedeutung der Worte herauszubekommen Menschen lernen Beziehung zwischen Worten, nicht, was Sprache ist Entscheidungen / Denken von Menschen abhängig von Situation Was bedeuten die Worte, die ich spreche / denke? Sprache = Kommunikation zwischen Menschen Zerlegung der Sprache, um die Bedeutung der Worte auf den Grund zu gehen P. U. setzen mit Augustinus ein Augustinus beschreibt Spracherwerb auf mechanische Art Wortbedeutung für einen Satz "als" "da" "weil" "dann" sehr schwierig zu erklären Augustinus Komplexität deutlich reduziert stimmt dem teilweise zu: "Bedeutung eines Wortes ist der Gebrauch …" allerdings mit Anspruch auf alle Wörter, nicht nur auf Substantive etc. physischer Vorgang während des Denkens Augustinus: Verwechslungen klären durch genaue Wortdefinition "Denn wie weiß ich, dass einer zweifelt? Denn wie weiß ich, dass er die Worte "Ich zweifel Zweifel daran" so gebraucht wie ich?" (S. 127, "Über Gewissheit") Sprache = Konzept der Kommunikation "verlässliche Kommunikation" möglich? Wittgenstein will mit Mißständen aufräumen > Sender und Empfänger sollen das selbe bei den Worten denken/fühlen wie der jeweils andere "Gibt es solche Art von Kommunikation / ideale Kommunikation?" (Wittgenstein: "jein") ihm geht es darum, immer wieder alles neu in Frage zu stellen / Neues lernen, nie abgeschlossen Ausmerzung von Missverständnissen: nicht wirklich erreichbar Gibt es absolute Wahrheit? Kann man die Erscheinung durchschauen? Wittgenstein hatte Problem mit abgeschlossenen Statements (deshalb publizierte er zu Lebzeiten wenig) spricht über seine Mängel als Schreiber / Philosoph denkt, er stöße ständig an seine Grenzen Traktatus: durchnummerierte Sätze, wirkt abgeschlossen (Wittgenstein zerlegt Traktatus sein Leben lang) "Sprachskepsis" "frühe Wittgenstein" <> "späte Wittgenstein" Phase Frühwerk: Grenzen unserer Sprache = Grenzen unserer Welt durch Mathematiker beeinflusst, logisch philosophische Abhandlung, manifestartiger Charakter Spätwerk: skeptischere Ansätze der Sprache gegenüber Zitat "Philosophie ist ein Kampf …" Funktion Philosophie: fixierten Bedeutung von Wörtern etwas entgegensetzen durch Hinterfragung, durch experimentelles Vorgehen im Text Wörter ausgetauscht: wie verändert sich Bedeutung des Satzes Verschiebung von Bedeutung auf den Grund gehen absolute Wahrheit immer mit Fragezeichen versehen Untersuchung von Sprachstudien es geht im Spätwerk um den Prozess Form Hypertext Denken nicht linear Wittgenstein überträgt das durch seine Textform Frage nach der Schuld / religiöse Fragen ihm sehr wichtig Frage nach der absoluten Wahrheit Überlegung: nur durch Offenheit der Worte kann Neues entstehen? ansonsten "roboterhafte" Abhandlung, wenn alle Worte klar definiert Wittgenstein: nicht sagen: "ich weiß", sondern: "ich glaube, ich wüsste es" Beispiel Mond ("ich weiß, dass ich noch nie auf dem Mond war" ist falsch, sondern "Ich glaube, ich wüsste es") Frage nach Unterschied Kant Immanuel Kant zu Wittgenstein Kant: philosophisches Reflektieren abstrakt, fässt viele Gedanken in einen Zusammenhang, nimmt Gedanken heraus, die nicht hineinpassen Wittgenstein: tatsächliches Denken, lässt vieles offen Wittgenstein blockiert, wenn linear denken / aufschreiben reflektieren, verhalten, denken: wie verhalten sie sich zueinander? Frage: "Was verstehen wir unter denken? Was unter reflektieren?" Wittgenstein schreibt mehr als Kant darüber WIE es zustande kommt, was er schreibt Denken <> Selbstreflektion? Wittgenstein: Denken und Sprache eins? Wo sitzt das Denken? Der Geist? Bedeutung "nach-denken" Bedeutung, kurze Diskussion zu "Reflexion" Unterschied Reflektieren <> Interpretieren doppelte Reflexion: "ich denke darüber nach, dass ich darüber nachdenke, …" "Braucht man absolutes Verständnis?" "Denken ist nicht absolut" "Aber was Menschen vernünftig oder unvernünftig erscheint, ändert sich …" "Sehr gescheite und gebildete Leute glauben an die Schöpfungsgeschichte Schöpfungsmythos …" Gegenüberstellung "Glaube" und "Vernunft" Glaube, obwohl es unvernünftig erscheint Verhältnis Wissen / Sagen "Grundlage des Sprachspiels" "Durch Sprachspiele schaffe ich Realität" Die Art wie wir sprechen, basiert auf Sprachspielen
Werbe-Bleistift mit Aufdruck Friedrich Fröhlich
Werbe-Bleistift mit Aufdruck "Friedrich Fröhlich"
Einzelgespräch Mark Film "Mr. Turner - Meister des Lichts" mehr mit Materialien als mit Computer arbeiten Untergrund "arbeitet" mit jedem Auftragen von Strichen / wellt sich, zerreißt / es entsteht zuvor Ungeahntes malerische / zeichnerische Qualität mit einfließen lassen "Male mal ein Selbstporträt Selstbildnis !" durch materielle Experimente eigenes Thema finden Computer nur für Startbedingung verwenden Thema durch Probieren herausfinden, nicht durch theoretische Arbeit (die zerstört alles nur) Ziel: Ergebnisse schaffen, nicht nur den Weg dorthin notiert Diptychon Diptychon 1 Selbstporträt mit Geraden (Fotovorlage) 2 mit der selben Anzahl von Geraden und selber Länge (nur mit anderer Anordnung) Totenschädel Totenmaske Werbe-Bleistift mit Aufdruck "Friedrich Fröhlich" stift-friedrich-froehlich.jpg Verteilen beim HGB-Rundgang Standpunkt (Notizen der letzten Tage) lähmende Informationstäfelchen neben Werken bereits verstorbener Künstler "Arnold Böcklin Arnold Böcklin (1827 - 1901) - […]", "Pablo Picasso Pablo Picasso (1881 - 1973) - […]", "Auguste Rodin Auguste Rodin (1840 - 1917) - […]" Tod Sterben begleitet Werk nicht Frage "Was soll ich tun?" sondern "Wozu sollte ich?" Vereitelung Arbeiten durch Gewahrwerden des unwiderruflich eintretenden eigenen Todes kein vernünftiger Grund eine Arbeit anzufangen / zu vollenden nur noch an Oberflächen kratzen im Stadium des Nichtvollendeten resigniert niederlegen Tod vereitelt ernste Handlung, er macht sie sinnlos offene Fragen: Geht es mir zu gut, um Kunst zu machen? Was treibt den Künstler an? Kunst um der Kunst willen L’art pour l’art schaffen? von pausenlos eindreschenden Weltnachrichten abgestumpft "So lebe ich mit materiellem Gut gesättigt in einer nett eingerichteten kleinen Wohnung, mit Blick auf gegenüberliegende Dächer und dem Leipziger Himmel, mit einem Schluck guten Whiskys, einlullender Musik, einem wärmenden Bett und blicke auf den gerade erst angeschafften großen Arbeitstisch, der eigentlich darauf wartet, genutzt zu werden. Blicke auf die Arbeitsleuchte, die den Arbeitsbereich bei emsiger Arbeit hell erleuchten könnte. Willkommen im Showroom. Willkommen im Wartebereich." als belanglos Gehaltenes für genauso wichtig erklären, gleichstellen eigene Person heraushalten Grundelement des Seins bearbeiten
(mit Notizen der vergangenen Tage) Geradenbild Geradenbild 30 Bilder aus Reihe Versuchsanordnung auf A0 geplottet mittels Klammern an Wand befestigt (auch für Präsentation in Klasse so durchführen) Geradenbilder im Klassenraum installiert Einzelgespräch Ohme Bereich Himmel / Meer zusammengefügt TV Fernsehen Interventionen zu "Self Burial", Keith Arnatt "Selbstbestattung", davor "The Disappearance of the Artist" Bezug auf Idee vom Verschwinden des Kunstgegenstandes "Tod Sterben der Kunst" extremer Reduktionismus der Moderne Gedanke von endgültiger Geste Wenn Kunstgegenstand verschwindet, muss auch der Künstler verschwinden Standbilder als "technische Panne" (damals nicht unüblich) geschaltet Tonspur des Programms lief während Intervention normal weiter zu "Feuer" (Ursprungsarbeit), Jan Dibbets Projektionsfläche verbrannt nicht für Fernsehgalerie hergestellt Film auf Leinwand projiziert, die ebenfalls angezündet wurde Ende Film und Verschwinden realer Leinwand als Bildträger fielen gleichzeitig zusammen zu "TV as a Fireplace": zwischen Weihnachten und Silvester 1969 ausgestrahlt (jeweils rund 2:45 Minuten) Schum: "Das Dreieck Atelier-Galerie-Sammler, in dem sich Kunst bisher abgespielt hat, wird gesprengt. Anstelle des rein privaten Kunstbesitzes tritt mehr und mehr die Kommunikation mit einem größeren Publikum durch Publikationen oder das Fernsehen." Ziele Fernsehgalerie: durch marktwirtschaftliche Kräfte eingeführte Trennung zwischen Kunstwerk und allgemeiner Öffentlichkeit abschaffen
Ausstellungsansicht, One Million Years von On Kawara und Fuge von Josef Albers
Ausstellungsansicht, "One Million Years" von On Kawara und "Fuge" von Josef Albers
I do not go to work today / I don't think I go tomorrow, 2010, Henrik Olesen
"I do not go to work today / I don't think I go tomorrow", 2010, Henrik Olesen
Ausstellung One Million Years - System und Symptom Museum für Gegenwartskunst Gegenwartskunst , Basel Ausstellungsansicht, "One Million Years" von On Kawara On Kawara und "Fuge" von Josef Albers Josef Albers onemillionyears.jpg Systeme sind unsichtbar, allgegenwärtig Systeme ordnen Dinge und steuern Alltag bestimmen Abläufe und Beziehungen sind Muster, durch stete Wiederholung erkennbar Selbsterhaltungslogik von Systemen bestimmtes Handeln macht Grenzen von Systemen sichtbar Normen unsichtbar, erst bei Ausnahme oder Verstoß enthüllt Arbeiten mit ästhetischer Eigenlogik (Josef Albers, Hanne Darboven, On Kawara, Sol LeWitt Sol LeWitt , Jan Schoonhoyen, Simon Starling) Arbeiten, die unsichtbare gesellschaftliche Systeme, Normen, Ausschlussmechanismen sichtbar machen (Henrik Olesen, Martha Rosler, Ovtavian Trauttmansdorff, Andreas Slominski, Heimo Zobernig) On Kawara "One Million Years (Past)", "One Million Years (Future)" Past: 998031 v. Chr. - 1969 n. Chr. Future: 1988 n. Chr. - 1001987 n. Chr. Vito Acconci "Zone", 1971 "I do not go to work today / I don't think I go tomorrow", 2010, Henrik Olesen henrik-olesen.jpg Henrik Olesen "I do not go to work today / I don't think I go tomorrow" zerlegt technische Systeme in Einzelteile und gruppiert jene auf Plexiglas Ausstellung Kunstmusem Basel "The True Artist Helps the World by Revealing Mystic Truths", 1967, Bruce Naumann (siehe 7.6.) "Sieben Tugenden und sieben Laster" "Inverted House of Cards", Richard Serra Richard Serra (siehe 5.8.) "Fontana Lucio Fontana Concetto Spaziale, Atte…[?]" 1967 (Schlitze) "Frau mit Hut im Sessel sitzend", Picasso Pablo Picasso notiert 360°-Bilder weiter entwickeln Kopf dreht sich, je Zeile eine Ansicht "Relief blanc sur blank", 1956, Jean Tinguely Jean Tinguely meta-mechanisches Relief mit 16 beweglichen Elementen und unsichtbarer Transmission, angetrieben von Elektromotor (Gramophonmotor) notiert ähnelt Uhrwerk-Idee, wo in 1/60 Minuten bzw. 1 Minute/12 Stunden 1 Motiv entsteht / wieder vergeht Piet Mondrian Piet Mondrian , Beschränkung auf Primärfarben Rot, Geld, Blau und Nichtfarben (siehe "Kunst als Konzept", 7.6.2013) "Der Seehund", Alexander Calder Alexander Calder "Perspektive" (durch langsame perspektivische Verzerrung Auflösung Gesicht in mehrere Personen), Salvador Dalí "Das fertige Bouquet", 1956, René Magritte René Magritte "Triumph des Todes" (Kopie nach Pieter Brueghel) Diptychon Diptychon "Bildnis des Hieronymus Tschekkenbürlin mit dem Tod Sterben ", 1487 notiert aufklappbares Diptychon mit Vorderseite Gesicht, Rückseite Hinterkopf "Bildnis einer Dame als Vanität", 18. Jahrhundert Juul Kraijer Giuseppe Arcimboldo "Die Bürger von Calais", Auguste Rodin Auguste Rodin (siehe 9.9.)
Albertinum
Albertinum
Ludwig Renn (1889 - 1979, deutscher Schriftsteller), Carl Lohse, 1919
"Ludwig Renn" (1889 - 1979, deutscher Schriftsteller), Carl Lohse, 1919
Schlafende, Klinger, um 1900
"Schlafende", Klinger, um 1900
Stack (Stapel), Tony Gragg, 1980
"Stack" (Stapel), Tony Gragg, 1980
Kunstgeschichte Ausstellung Sammlung Galerie Neue Meister Dresden Albertinum albertinum.jpg "Brandung bei Rügen", Carl Gustav Carus, 1819 Gischt bei hohem Wellengang Fährmann gedanklich abwesend; Frau schaut verträumt verträumte andere Frau an, die von Verliebtem angeschaut wird; Wanderer schaut verträumt gen Himmel, anderer Mann mit spielendem Kind verträumt ins Wasser, ein Musiker verträumt auf sein Instrument ("Überfahrt am Schreckenstein", 1837, Ludwig Richter) "Eva", Rodin Auguste Rodin , 1881 später wie auch Skulptur "Adam" umtituliert damals im Zuge Auftrag Thematisierung "Göttliche Komödie" von Dante rechter Arm Adam als Referenz an Michelangelos "Erschaffung Adams", linker Arm an Pieta-Skulptur schamvoll verdrehte Körperhaltung, gesenkter Kopf Eva: Gesamtausdruck zurückhaltender, femininer, Kopf stark zu Boden geneigt allgemein: aus dem Stein geschlagen, Meißelspuren des Künstlers am fast rohen Stein sichtbar Künstlergruppe Brücke Die Brücke 1905 in Dresden von Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner Ernst Ludwig Kirchner , Fritz Bleyl, Erich Heckel Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff Karl Schmidt-Rottluff gegründet Ziel: neue Wege im künstlerischen Ausdruck zu finden (heute Expressionismus Expressionismus ) Farbe und Form streben nach "reinem Ausdruck" / Ausdrucksträger für innere Erleben der Welt und subjektive Empfindung der Künstler Reduzierung der Formen auf das Wesentliche reinen Ausdruck der Emotion durch leuchtende Farben Linien durch Herausritzen von Farbe (siehe Picasso Pablo Picasso "Fruchtschale, Mandoline, Flasche", 1924) "Ludwig Renn" (1889 - 1979, deutscher Schriftsteller), Carl Lohse Carl Lohse , 1919 ludwig-renn.jpg erinnert an Wirklichkeitsbilder, Versuch 3D-Vase zu formen "Das Tausendjähriges Reich" (Triptychon Triptychon ), Hans Grundig (NACHSCHLAGEN) "Nächtliche Straße (Beleuchtete Häuserzeile I)", Feininger Lyonel Feininger , 1929 "Der Tod Sterben von Dresden", Wilhelm Nachnit, 1945 "Halbe Kugel um zwei Achsen", Max Bill Max Bill , 1965/66, Schweizer Granit (siehe 11.9. mit "Halbe Kugeln um 3 Achsen") "Flucht des Sisyphos", 1972 / "Sisyphos behaut den Stein", 1974, Wolfgang Mattheuer Wolfgang Mattheuer (NACHSCHLAGEN) "9 stehende Scheiben", Richter (NACHSCHLAGEN) "Grau (401), Richter, 1976 (wirkt nicht, da anders als in Basel einzeln präsentiert) insgesamt nur Aneinanderreihung von Einzelarbeiten (1 graues Bild neben 1 Pixelbild neben …), die eher in Serie Wirkung zeigen (Basel) Rakelbild: "Ey, nich anfassen!" - "Okay" "Schlafende", Klinger Max Klinger , um 1900 schlafende.jpg von kaltem toten Stein umschlossene herausgeschlagene entblößte Frauengestalt für Geradenbilder merken: "Buchenwald", Klimt, 1902 Ausstellung Skulpturensammlung "Das Drama", Klinger, 1904 Licht schimmert durch eine dünnere Steinschicht (NACHSCHLAGEN) "Stack" (Stapel), Tony Gragg Tony Gragg , 1980 stack-gragg.jpg in exakt mathematischer Form eines Würfels gefundene Materialien wie Holzklötze, Kartonagen oder Stoffreste gestapelt erinnert an Studio-Skulpturen von Elisabeth Grübl Elisabeth Grübl (siehe 9.7.) Ausstellung Sammlung Mathematisch-Physikalischer Salon erschöpft (an anderem Tag Uhrwerke / astronomische Instrumente noch einmal anschauen)
König-Albert-Museum, © Reinhard Höll
König-Albert-Museum, © Reinhard Höll
verkrampfte rechte Hand (u. a. auch Die Züchtigung), um 1896, Guss 1913, Auguste Rodin
verkrampfte rechte Hand (u. a. auch Die Züchtigung), um 1896, Guss 1913, Auguste Rodin
Kopf (Hasenblut, Bleistift, chamoisfarbenes Papier), 1962, Joseph Beuys, © VG Bild-Kunst, Bonn
Kopf (Hasenblut, Bleistift, chamoisfarbenes Papier), 1962, Joseph Beuys, © VG Bild-Kunst, Bonn
Geradenbild Geradenbild Processing, Winkel und Wellen Testdrucke neue Funktion: geradenKreis() vertikale und horizontale Geraden, einzeln und übereinandergelegt Kunstgeschichte Ausstellung Kunstsammlungen Chemnitz König-Albert-Museum, © Reinhard Höll kunstsammlung-chemnitz-k.jpg verkrampfte rechte Hand (u. a. auch Die Züchtigung), um 1896, Guss 1913, Auguste Rodin Auguste Rodin verkrampfte-hand.jpg "Vierflügeliger Turmbau", Hermann Glöckner Hermann Glöckner (1889 - 1987, deutscher konstruktivistischer Maler und Bildhauer Bildhauerei ) Konstruktivismus Konstruktivismus = streng gegenstandslose Stilrichtung der Malerei (baut auf Suprematismus Suprematismus auf; siehe Malewitsch Kasimir Malewitsch mit Vorrangstellung reiner Empfindung vor gegenständlicher Natur) viele Arbeiten für DDR DDR -Regime zu avantgardistisch / abstrakt, Veröffentlichung in Ost-Deutschland verboten (SED-geführter Formalismusstreit 1951) 1984: Nationalpreis der DDR III. Klasse (25.000 Mark) für Kunst und Literatur Titel wie "Schmetterlinge Schmetterling ", "Hochhaus", "komische Tanne" u. a. (Kinder über die Skulptur, Projekt KunstBus ) Günther Uecker Günther Uecker (* 1930) Künstlergruppe ZERO Künstlergruppe ZERO , Nachkriegskunst belastet, Suche nach "Stunde Null" Uecker zu Nagelbilder: "Wenn einer sein Charakteristikum entwickelt, ist es unvermeidbar, diese Handschrift fortzusetzen. Es ist die Chiffre seines Lebens." "Warum soll ich mich ärgern? Das ist so, als wenn Sie mich zu einem Markennamen erklären." "Das ist aus dem Zeichnen entstanden. Den Nagel habe ich verwendet wie einen Bleistift, um eine Linie zu ziehen." Haar-Hygrometer auf Sockel im Bereich der modernen - auf Sockel stehenden - Plastiken "Halbe Kugeln um 3 Achsen", Max Bill Max Bill (1908 - 1994, schweizerischer Architekt, Künstler und Designer, Vertreter Zürcher Schule der Konkreten) "Pinguin", August Gaul (siehe auch MdbK Leipzig) Wasserstrahl in Plastik gefroren (Säule): "Knabe mit Wasserschlauch", Georges M…[?] Eugen Felix Prosper Bracht (1842 - 1921), deutscher Maler "Meeresstille", 1906, Eugen Bracht Joseph Beuys Joseph Beuys , Zeichnungen Kopf (Hasenblut, Bleistift, chamoisfarbenes Papier), 1962, Joseph Beuys, © VG Bild-Kunst, Bonn beuys-kopf.jpg "mit philosophischen, literarischen, natur- und geisteswissenschaftlichen Bezügen" (in keiner Collage Collage /Zeichnung einen "tieferen" Bezug entdecken können) Katze Ramses füttern / waschen / rasieren (Notiz von Marios Marios ) Georg Baselitz Georg Baselitz , Bilder auf dem Kopf Betrachter Eigenständigkeit der Malerei gegenüber herkömmlicher Wirklichkeit vor Augen führen nimmt Bild seinen konventionell gedachten Inhalt, macht Bildgegenstand gegenstandslos und damit abstrakt bereits Komposition des Bildes auf Kopf stehend anlegt "Blaue Brücke", 1913, Ernst Ludwig Kirchner Ernst Ludwig Kirchner (siehe "Potsdamer Platz", 1914 ) Künstlergemeinschaft "Die Brücke Die Brücke " beeinflusst durch Edvard Munch Edvard Munch neben Schönem auch Hässliches, neben Liebe Hass, neben Leben Tod Sterben "Blick auf Dresden bei Sonnenuntergang", um 1822, Carl Gustav Carus erinnert an Bilder mit "Rückenansicht" von Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich Betrachter wird in Bild gesogen / blickt über Augen der Dargestellten siehe auch "Frau am Fenster", C. D. Friedrich (Alte Nationalgalerie Berlin) Friedrich Gottlob Schreiber (1809 - 1888) sehr plastische Bilder Hintergründe schwach beleuchtet im Kontrast zur Personengruppe Ränder Köpfe leicht verschwommen / doppelt (3D-Illusion Illusionsmalerei ?) scharfe / zarte helle Linie an Handrücken: Abgrenzung von dahinterstehender Person / hervortretender Effekt
Museum für Druckkunst, © Kai Hofmann
Museum für Druckkunst, © Kai Hofmann
Standbild aus Dokumentation Der Notenstecher von Würzburg
Standbild aus Dokumentation "Der Notenstecher von Würzburg"
unvollendete Kunstwerke "Sie sind oft sehr viel interessanter als vollendete Kunstwerke, denn sie offenbaren gleichsam das Innenleben des schöpferischen Prozesses - sie gestatten es dem Betrachter, dem Künstler bei der Arbeit über die Schulter zu sehen und einen ansonsten flüchtigen Moment Moment in der Entstehung des Kunstwerks festzuhalten" notiert Internetseite wie http://unvollendet unvollendet .net mit Sammlung an Kunstwerken, die aufgrund Tod Sterben der Künstler nicht vollendet wurden, mit Detailansichten und Vermerk Ausstellungsort Kunstlehre Ausstellung Museum für Druckkunst Museum für Druckkunst, © Kai Hofmann druckkunst-leipzig.jpg Großer Drucksaal Schriftgießerei / Holzstichwerkstatt notiert einfache Geraden-Strukturen wie horizontale, vertikale, sternförmige, übereinanderlappende Geraden drucken und Wirkung studieren auf transparentem Papier drucken und verschiedene Strukturen übereinanderlegen Perforiergerät Lithographiesteine mit grafischen Zeichnungen notiert Lithographien ansehen und Linienstrukturen analysieren / Schattenwürfe / Verdichtungen Tief-, Hoch-, Flachdruckverfahren Radierpresse (auch Sternradpresse) von Künstlern für Herstellung von Grafiken genutzt (5-10 Drucke/h) Spatienschneidemaschine (mit Stärke 1 p [0,376 mm] - 1 1/2 p) Musiknotendruck komplizierter, da Aufsplittung in einzelne Zeichen schwieriger u. a. über mehrere Vorgänge möglich (Notenlinien, Notenzeichen, Text) lange Praxis: Kombination von gedruckten Notenzeilen und Einzeichnung per Hand 1525: Verbindung Notenlinien und Lettern (Stempelschneider Pierre Haultin ) Grundlage für einfachen Notendruck qualitativer Rückschritt, da Notenlinien nicht durchgehend 1755: Verfeinerung Notensatzsystem (Leipziger Musikalienhändler Johann Gottlob Immanuel Breitkopf) rund 450 Kombinationen (Notensegmente wie Fähnchen, Köpfe, Teile der Hälse auf Lettern vereint) zeitintensiv und kostenintensiv (oft auf Liedtexte beschränkt) u. a. Partituren im Notenstich (Tiefdruck Tiefdruck ) realisiert Flachdruck Flachdruck (Lithographie): Wasser und Fett stoßen sich gegenseitig ab, Voraussetzung für Flachdruck Tiefdruck: maximal 300 Abzüge, enorme Kraft der Druckpresse ließ Eingravierungen mit Zeit abflachen Handwerkervideos: "Der Letzte seines Standes?" Standbild aus Dokumentation "Der Notenstecher von Würzburg" notenstecher.jpg "Der Notenstecher von Würzburg", Rüdiger Lorenz Hans Kühner sticht Fuge von Bach in Blei notiert Notenzeile für Notenzeile, Zeichen für Zeichen: Konzentration (übertragen auf) Gerade für Gerade: Konzentration und zeitlicher Aspekt statt schnellem "wischenden" Ausdruck Vermerk Carl Philipp Emanuel Bach bei Bachs letzter (unvollendeter) Fuge: "Ueber dieser Fuge, wo der Nahme BACH im Contrasubject [Gegenthema, Kontrapunkt] angebracht worden, ist der Verfasser gestorben." Standpunkt Ich verstehe nicht, warum einige Interpreten versuchen, dem Stück ein "würdiges" Ende zu verleihen. Es muss abrupt enden, wie der Tod. Jegliche Verlangsamung oder leises Ausklingen hat Bach beim Komponieren bestimmt nicht im Sinn gehabt. im Tiefdruckverfahren selber gedruckt: "Kleine Liebe zu einer großen Stadt", Text Hildegard Maria Rauchfuß (1964), Melodie Gerd Holger Tonschneidemaschine: erlaubt Xylograph parallel und konisch angeordnete Linien zu schneiden (Schattierungen und Verläufe)
Die Toteninsel, 1890, 68 x 90 cm, Radierung und Aquatinta, Klinger (nach Arnold Böcklin), Graphische Sammlung ETH Zürich
Die Toteninsel, 1890, 68 x 90 cm, Radierung und Aquatinta, Klinger (nach Arnold Böcklin), Graphische Sammlung ETH Zürich
Insel, Matias Bechtold, 2009, MdbK Leipzig Foto, © Jürgen Baumann
Insel, Matias Bechtold, 2009, MdbK Leipzig Foto, © Jürgen Baumann
Standpunkt notiert Auseinandersetzung mit Vorwurf des künstlerischen Umhanges, dem keine Kunst innewohnt (Sebastian, Marios Marios ) am Beispiel Zufallsbilder (Raben- und Meerbilder): "Ich würde halt gerne programmieren" "Ich benütze das Thema, um Neues zu schaffen" Themenwahl beliebig, ohne tieferem Hintergedanke belustigende Spielerei (im Unterschied zu ernster Spielerei) offene Frage: Wer entscheidet, ob ich den Zufall Zufall als Thematik wirklich ernst nehme / behandeln möchte? Ist offensive Unsicherheit im Umgang mit eigenen Handlungen dem Ziel hinderlich? Ist die Lust am Programmieren verwerflich oder doch rudimentär wichtig, damit überhaupt etwas entstehen kann? Entstehen nicht erst dann gute Fotografien / Gemälde / Plastiken, wenn der Künstler die Technik beherrscht / gleichzeitig daran Freude empfindet? Ausstellung Toteninsel Toteninsel MdbK Leipzig "Die Toteninsel", 1886, 5. Version, Arnold Böcklin Arnold Böcklin , MdbK Leipzig Unterschiede zu Baseler Version (siehe 6. August) 1 definierter Eingang 2 weiße Gestalt beugt sich über Sarg 3 Fährmann unauffälliger (dunkelhäutig), aber aktiver (nicht still sitzend) 4 Mauer, abgeschottet vom Meer 5 höhere Felsen, niedrigere Bäume (Betrachter befindet sich mehr im Bild) 6 geringerer Abstand Insel zum Bildrand (näher am Betrachter) 7 kleinere Felsen im Meer (mehr Bewegung) 8 kein dominierendes helles Gebäude im linken Bereich 9 Außenseite Insel links und rechts mehr sichtbar (wirkt umschließender / plastischer) 10 hellerer Himmel (mehr Tiefenwirkung) 11 durch Öffnungen an Seiten wird Rand des Bildes mit einbezogen (nicht mehr isoliert) 12 Felsen mehr "durchlöchert", nicht "tot" notiert Erkenntnis: Künstler sterben Sterben auch jeder einzelne "Pinselstrich" sollte wichtig sein / das Ziel unterstützen Ergebnis sollte Betrachter nicht nur oberflächlich verführen "Leinwand" ausreizen, nicht nur füllen Symbolisten: verweisen auf Themen menschlicher Existenz (Liebe, Sehnsucht, Tod) Naturmetaphern massives Gestein - Bleibendes Meer - Unruhe Erhabenheit Natur über Mensch: Größenunterscheidung Person/Felsen Zypressen: Metapher für Rätsel von Dasein nach Tod gedeutet Symbol Steinlöwen[?] Wächterlöwe in chines. Kunst insgesamt: Konstrukt voller Vergänglichkeitssymbole Vergänglichkeit Signierung Böcklin mit AB auf Sturzbalken einer Graböffnung (eigenen Tod in Sicht behalten) Nietzsche Friedrich Nietzsche : Idee von Unsterblickeit des Künstlergenies "Mit der Signatur Künstlersignatur auf dem Sturzbalken einer Graböffnung rechts im Bild schaffte sich Böcklin zu Lebzeiten ein imaginäres Grab und knüpfte so an die Idee Nietzsches von der Unsterblichkeit des Künstlergenies an." notiert mehr über Idee Nietzsches in Erfahrung bringen notiert ausgestellte Bilder, die wegen Tod des Künstlers nie beendet wurden, sammeln mit Bleistift festgehaltene Varianten von Bewegungsabläufen sichtbar unvollendete Gliedmaßen, "primitive" Pinselstriche wie "Der rasende Roland", Arnold Böcklin notiert Toteninsel von hinten griechischer Mythos Mythos "Fährmann Charon" Tote gegen Obolus über Totenfluss Acheron gesetzt, ins Reich des Totengottes Hades bearbeitet u. a. von Klinger Max Klinger (Radierung), Dalí ("Das wahre Bild der Toteninsel Arnold Böcklins zur Stunde des Angelus", 1932 ) Die Toteninsel, 1890, 68 x 90 cm, Radierung und Aquatinta, Klinger (nach Arnold Böcklin), Graphische Sammlung ETH Zürich klinger-toteninsel.jpg "Selbstbildnis mit fiedelndem Tod", Arnold Böcklin "Villa am See", Arnold Böcklin (1. und 2. Version in Schackgalerie München) Vergänglichkeit bei "Villa am See": durch Naturgewalt Wasser wird mit der Zeit Stein unterhölt, auf dem Gebäude steht Insel, Matias Bechtold, 2009, MdbK Leipzig Foto, © Jürgen Baumann bechtold-insel.jpg notiert zu Linienbildern anschauen: "Vorplatz", 2011, Sebastian Speckmann "Meerwunder", 1880, Hans Thoma (1839 - 1924) (Version MdbK Leipzig) Hieronymus Jobs notiert Berliner Version und Radierung Klinger (Zürich?) der Toteninsel aufsuchen / analysieren
Christus im Olymp (Hauptbild), 1897, Max Klinger
Christus im Olymp (Hauptbild), 1897, Max Klinger
Beethoven, 1902, Max Klinger
Beethoven, 1902, Max Klinger
Geradenbild Geradenbild Meer Funktionen in Processing kein Wert wird zurückgegeben: void name() Wert wird Überfunktion übergeben: float name() Grundlinienraster für Meer programmiert Array-Werte in anderes Array übertragen: arrayCopy(quelle, ziel); Array-Werte aus altem Array löschen: quelle = new int0; Abfrage, welcher Wellenabschnitt Array-Wert über aktuellem Wert hat Wellenabschnitte: 1 Wellenkopf 2 Wellenrücken 3 Auslauf zu 1 wenige Linien zu 2 viele Linien zu 3 durchschnittliche Linienanzahl auf 3 folgt 3 oder 1 (für eine neue Welle) Wahrscheinlichkeitsfaktor einfügen für: neue Welle / Auslauf Wellenlänge (ansonsten 3): Wahrscheinlichkeitsfaktor 50 : 50 Ausstellung Sammlung MdbK Leipzig Max Klinger Max Klinger (1857 - 1920, deutscher Bildhauer Bildhauerei , Maler, Grafiker) Christus Jesus im Olymp (Hauptbild), 1897, Max Klinger max-klinger-olymp.jpg Streben nach Gesamtkunstwerk Gesamtkunstwerk (Gattungen Malerei, Plastik und Architektur zu einer Einheit zusammenführen) Beethoven Ludwig van Beethoven als vergöttlichter Mensch / Künstler-Genie Genie Beethoven, 1902, Max Klinger beethoven.jpg Kunstströmung: Symbolismus Symbolismus Welt und deren Aspekte = Symbol einer tieferen Wirklichkeit, Kunst ist Mittlerin Themen aus antiker Mythologie, biblischer Allegorien Traum und Ekstase, aufgewühlte Gefühle, Unerklärliches, Krankheit, Tod Sterben , Sünde und Leidenschaft, Fantasie, Vision, Halluzination, Meditation und Empfindung Verherrlichung des "Reinen, Edlen und Erhabenen"
Versuch eines Porträts von mir, nach ägypthischem Vorbild
Versuch eines Porträts von mir, nach ägypthischem Vorbild
Totempfahl, Alaska
Totempfahl, Alaska
Ersatzkopf, Altes Reich, 4. Dynastie, ca. 2609 - 2584 v. Chr., Bild Kunsthistorisches Museum Wien
Ersatzkopf, Altes Reich, 4. Dynastie, ca. 2609 - 2584 v. Chr., Bild Kunsthistorisches Museum Wien
Der Garten von Nebamun, Wandgemälde aus einem Grab in Theben, um 1400 v. Chr., © British Museum, London
Der Garten von Nebamun, Wandgemälde aus einem Grab in Theben, um 1400 v. Chr., © British Museum, London
Kunstgeschichte Die Geschichte der Kunst Ernst H. Gombrich Ernst H. Gombrich Versuch eines Porträts von mir, nach ägypthischem Vorbild friedrich-k.jpg Die Kunst der Urzeit, der Primitiven und Altamerikas Anfänge der Kunst: ungewiss Kunst seit 200 Jahren = Luxus, Museen und Ausstellungen vorbehalten, Kostbares, Nutzloses Schnitzen und Malen hatten einst praktischen Zweck Häuser und Hütten sollten vor Witterung schützen, Bilder vor anderen Einflüssen / zum Zaubern Unterscheidung Wirklichkeit und Bild: bei manchen "Primitiven" nicht vorhanden in Höhlen in Südfrankreich und Spanien Malereien entdeckt (15.000 - 10.000 v. Chr.) Darstellung von Mammuts, Rentiere, Wisente , wilde Pferde Verhältnis zu Totem (Tierverwandtschaft) Darstellung Wesen Mensch und Tier nicht Schönheit wichtig, sondern Brauchbarkeit (wie zauberkräftig die Darstellung ist) Zweck und Form festgelegt, Künstler sollte nur noch vollenden (mit genug Spielraum) Geschichte der Kunst <> Geschichte technischer Fortschritt Geschichte der Kunst = Geschichte sich wandelnder Vorstellungen und Bedürfnisse Masken: Beziehungen einzelner abgebildeter Teile zueinander wichtig / Einheitlichkeit und ornamentale Harmonie Totempfahl, Alaska totempfahl.jpg Gestalten und Totemtiere der Mythologie als Ornamente darstellen nordamerikanische Indianer: scharfe Naturbeobachtung mit vollständiger Nichtbeachtung des wirklichen Aussehens der Dinge Maske Maske mit Adlerschnabel = Adler Totempfahl heute vieles nicht mehr verständlich (damals schon Konzeptkunst Konzeptkunst ?) Kunst für die Ewigkeit (Ägypten, Mesopotamien, Kreta) es führt kein Weg von der Höhlenmalerei Höhlenmalerei zur Kunst von heute ungebrochene Tradition vom Meister zum Lehrling, vom Lehrling zum bewundernden Nachahmer wir sind Schüler der Griechen Griechen König = göttliches Wesen nach Tod Sterben wieder in den Himmel hinaufsteigen himmelwärts aufragende Pyramide sollten vermutlich Weg erleichtern Seele im Jenseits nur existent, wenn Leib erhalten bleibt Grabkammern gefüllt mit Zaubersprüchen und Gebeten, um Reise ins Jenseits zu erleichtern Pyramide = ältestes Denkmal menschlicher Baukunst Ersatzkopf, Altes Reich, 4. Dynastie, ca. 2609 - 2584 v. Chr., Bild Kunsthistorisches Museum Wien aegyptischer-koenig.jpg Aussehen vom König durch Bildnisse in Granit erhalten Seele dauert im Bild fort (ägyptisches Wort für Bildhauer Bildhauerei : "Er, der am Leben erhält") Bildhauer sollte Modell nicht schmeicheln oder flüchtigen Moment Moment festhalten auf Vollständigkeit, nicht auf Schönheit bedacht (erinnert an heutige Landkarten) aufs Wesentliche reduziert, strenge Konzentration auf Grundformen des menschlichen Antlitzes charakteristisch für ägyptische Kunst: Vereinigung von abgezirkelter Regelmäßigkeit und aufmerksamer Naturbeobachtung Bilder sollten "am Leben erhalten" Der Garten von Nebamun Garten von Nebamun , Wandgemälde aus einem Grab in Theben, um 1400 v. Chr., © British Museum, London garten-nebamun.jpg Darstellung von charakteristischster Seite Seitenansicht: Kopf, Arme (Bewegung), Beine (Bewegung), Bauch Frontalansicht: Auge, Schulter, Oberkörper, Hände mit zwei linken Füßen Wichtigkeit durch Größe der Darstellung gegenüber anderen Personen ausgedrückt Kunstkritik Pullmann & Muse Muse Künstler versus Kulturschaffender, Kunst machen versus Kultur machen Kunst = eigener, persönlicher Zugang; widersetzt sich Normen Kultur = kollektiver Prozess; sicheres Fortbestehen (Rituale) mit Elend von Menschen Kunst machen ethisch korrekt? "Das Anliegen wird missbraucht, um Kunst zu machen. Die Kunst wird missbraucht um den Missbrauch zu beschönigen." Provokation von Avantgardisten = Werbetricks, um aus der Masse herauszustechen Avantgardist kritisiert gesellschaftliche Wirkungslosigkeit der Kunst Publikum amüsiert, beschimpft zu werden Wirkung von Kunst / Sinn von Kunst Kunst = Ver-rückt-sein der Perspektive zum alltäglichen Leben
Untitled (Facial Hair Transplants), 1972, Ana Mendieta
Untitled (Facial Hair Transplants), 1972, Ana Mendieta
OPALKA 1965 / 1 - ∞, 2008, Roman Opalka
OPALKA 1965 / 1 - ∞, 2008, Roman Opalka
The Andy Warhol Diaries
The Andy Warhol Diaries
Selbst Kurs Selbst und Selbstbeobachtung (Selbstrecherche) Das Selbst in den Künsten (siehe Eintrag 29.4.) Untitled (Facial Hair Transplants), 1972, Ana Mendieta Ana Mendieta ana-mendieta.jpg Chantal Michel schlüpft in Körper / Arbeiten anderer Künstler (u. a. "Die Nacht", Ferdinand Hodler (1853 - 1918) ) vergleiche Cindy Sherman Cindy Sherman OPALKA 1965 / 1 - ∞, 2008, Roman Opalka Roman Opalka roman-opalka.jpg "The Personal Analytics of My Life", Stephen Wolfram E-Mail-Archiv seit 1989 notiert EMA Friedrich Fröhlich (electronic mail archiv) weiter programmieren Visualisierung Tageszeit, Anzahl/Tag, Relation eingehende/ausgehende Nachrichten The Andy Warhol Diaries andy-warhol-diaries.jpg "the ultimate self-portrait", 807 Seiten 24. November 1976 - 17. Februar 1987 (bis kurz vor Tod Sterben ) Telefon Warhol / Hackett Montag - Freitag (Wochenend-Erlebnisse am Montag beschrieben) Selfie Kultur Analyse Selfies: Städte, Geschlechter, Zustand Augen/Brille/Mund/Emotionalität Fragen aus E-Mail von Meyer-Krahmer 1 Auf welche Aspekte, Dimensionen, Ebenen des Selbst beziehen sich die Arbeiten? 2 Welche Rolle spielen die KünstlerInnen in den Arbeiten? Welche Formen von Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit lassen sich finden und was bedeuten sie im Hinblick auf die Thematisierung eines "Selbst"? 3 Wie verhält es sich mit der These von Groys, dass uns das Selbst nur als mediale Oberfläche begegnet? Wie würden Sie diese These angesichts der unterschiedlichen verwendeten Medien beurteilen? "Was steckt dahinter?" (Phänomenologie der Medien) "submedialer, kosmischer Raum, der üblicherweise hinter der medialen Oberfläche des Himmels verborgen bleibt" 4 Bei welchen der künstlerischen Praxen würden Sie von einer "Technologie des Selbst" im Sinne Foucaults sprechen? Spielen die Paradigmen "Sorge um sich" und/oder "Erkenne dich selbst" eine Rolle? Michel Foucault Michel Foucault , Problematik der Konstitution (Zusammensetzung) von Subjektivität "Und zu diesem Zweck habe ich die Objektivierungsformen untersucht, die den Menschen zum Subjekt machen." Subjektivität: Beziehung von (menschlichen?) Individuen zu sich selbst "Selbst" nicht gegeben, sondern wird gestaltet (durch Art und Weise Lebensführung) aktuelle Entwicklung Selbstkult: "wahres Ich" entdecken wollen klassisch-antike Antike Tradition: das Selbst wie ein Kunstwerk aufbauen und erschaffen "Lebenskunst heißt, Psychologie zu töten und aus sich heraus wie auch zusammen mit anderen Individuen, Wesen, Beziehungen, Qualitäten hervorzubringen, die keinen Namen haben." (vorbeugend gegen Selbstinszenierung Inszenierung ) 5 Wie verhalten sich langfristige Selbst-Projekte (Opalka, Warhol) zu kurzfristigen? 6 Inwiefern spielt die Selbst-Inszenierung als KünstlerIn eine Rolle? 7 Wie verhalten sich die Arbeiten zu den Traditionen des Selbstporträts Selstbildnis und der Autobiographie? 8 Wie verhalten sich Warhols Beschreibungen des Alltags zu denen, die Foucault in den "Technologien des Selbst" als Verfahren der "Sorge um sich" bezeichnet? "Sorge um sich" bei antiken Griechen Griechen und Foucault: kein egoistischer Selbstkult "indem sie sich um sich selbst sorgt [die Sorge], auch um den anderen und die anderen sorgt." [?]
Selbstbetrachtungen, Marc Aurel, deutsche Übersetzung, Archiv Gymnasium Langenberg, 1727
Selbstbetrachtungen, Marc Aurel, deutsche Übersetzung, Archiv Gymnasium Langenberg, 1727
Michel de Montaigne, Gemälde von Thomas de Leu (1560 - 1612)
Michel de Montaigne, Gemälde von Thomas de Leu (1560 - 1612)
Porträt mit Text Ist das ein Künstler?
Porträt mit Text "Ist das ein Künstler?"
Selbst Kurs Selbst und Selbstbeobachtung (Selbstrecherche) Fortsetzung Recherche zur 4. Sitzung Selbstbetrachtungen, Marc Aurel, deutsche Übersetzung, Archiv Gymnasium Langenberg, 1727 selbstbetrachtungen-k.jpg Marc Aurel (121 - 180), römischer Kaiser, Philosoph, Vertreter der Stoa Selbstbetrachtungen Sammlung von Aphorismen im Stil eines Tagebuchs "beeindruckende Ehrlichkeit des Autors sich selbst gegenüber" zwölf Bücher, Schilderung Jugendentwicklung, Einfluss von Lehrern und Verwandten 1. Band: über Verwandte, Lehrer und Freunde sowie ihren Einfluss auf Entwicklung seiner geistigen Haltung andere Bände: Furchtlosigkeit vor Schicksal und Tod Sterben , Selbstachtung, Bescheidenheit und Toleranz gegenüber Fehlern anderer letzte Satz seiner Selbstbetrachtungen: "Geh also heiter aus dem Leben; denn der, der dich entlässt, tut es heiter." (stoische Haltung, "Los akzeptieren") Augustinus, Bekenntnisse (lateinisch Confessiones) autobiographische Betrachtungen des christlichen Kirchenlehrers Augustinus Michel de Montaigne, Gemälde von Thomas de Leu (1560 - 1612) montaigne-k.jpg Michel de Montaigne, Essais Denker und Schriftsteller des 16. Jahrhunderts, Dinge der Welt aus eigener Perspektive darstellen (subjektive Weltwahrnehmung festhalten) neue Gattung in Literatur: Essay (aus französisch "Versuch", "sich einer Sache nähern") Michel de Montaigne: "Ich beschreibe mich von Oben und Unten, von Vorne und Hinten, von Rechts und Links." von Betrachtung des Einzelnen auf allgemeinen Zusammenhang schließen Mensch rückt in Mittelpunkt des Geschehens, nicht die Theorie "Die anderen bilden den Menschen. Ich bilde ihn ab." Einleitung Moderator in "Klassiker der Weltliteratur, Michel de Montaigne" über nicht leicht verständliche Texte: "bla bla bla" (Kunst des unblasierten Ausdrückens) erklärt Zusammenhänge zwischen Natur, Denken, Gefühle, Zusammenleben neue Erfahrungen durch Reisen, Blick aus der Kutsche den Zusammenhalt der Welt durch noch so triviale Neugier erkennen "Mir reicht als Gegenstand eine Fliege" "Philosophieren heißt sterben lernen" "Der Tod ist zwar das Ende des Lebens, aber nicht dessen Ziel" / "sein Zweck" (aus den Essais "Leben") Seneca: "Wer die Menschen sterben lehrte, der würde sie zugleich auch leben lehren" Todesbewußtsein befreit aus Routinen und Mechanismen des Alltags / Leben gewinnt an Intensität und Gehalt Endlichkeitsbewußtsein vermittelt Gefühl des Lebendigseins "Wer bin ich?", Erforschung des Selbst, Lehren von Bhagavan Sri Ramana Maharshi indischer Sat-Guru ("vollkommen erleuchteter Meister"), lebte schweigend (Text nicht nachvollziehbar) notiert Ist das ein Künstler? Sammlung an Porträts von mir mit jeweils aktueller Kleidung/Frisur (nicht extra für Aufnahme hergerichtet) Porträt mit Text "Ist das ein Künstler?" ist-das-ein-kuenstler-k.jpg In guter / "neutraler" Qualität aufnehmen, immer selber Ausschnitt nach zehn Aufnahmen: in HGB an unterschiedliche Wände kleben, A4, farbig eventuell Internetseite mit Button "Ja", "Nein" und "Weiß nicht" Wie schauen Künstler aus? Wie haben sie auszuschauen? Klasse Bildende Kunst Mark E-Mail schreiben wegen möglicher Besichtigung
Hirtenknabe, 1860, Franz von Lenbach (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Schack)
Hirtenknabe, 1860, Franz von Lenbach (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Schack)
Die Trägheit (einer der sieben Todsünden), 1558, Hieronymus Cock (nach Pieter Brueghel)
Die Trägheit (einer der sieben Todsünden), 1558, Hieronymus Cock (nach Pieter Brueghel)
Parabel aus dem Matthäusevangelium, Abraham Bloemaert, 1624
Parabel aus dem Matthäusevangelium, Abraham Bloemaert, 1624
Dolce far niente (das süße Nichtstun), 1880, John William Waterhouse (1849 - 1917)
Dolce far niente (das süße Nichtstun), 1880, John William Waterhouse (1849 - 1917)
Friedrich Fröhlich, faul faul Vordiplom Vordiplom E-Mail von Kempe, Korrektur-Vorschlag Text zum Ablauf der Modul-1-Prüfung "Die Kommissionsmitglieder werden am ersten Tag der Modul-1-Prüfungen per E-Mail darüber informiert, dass sie im Internet nach meinem Namen suchen sollen. Das Suchen und Finden ersetzt die eigentliche 15-minütige Präsentation der Arbeit." "Am 2. Tag der Modul-1-Prüfungen gibt es ein Treffen mit der Kommission Kommission im Klassenraum, der nicht extra dafür präpariert wird. Hier wird die Arbeit besprochen." Faulheit Faulheit in der Kunst (siehe auch TALK ABOUT, "Faulheit", 24. Oktober 2012) Hirtenknabe, 1860, Franz von Lenbach (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Schack) hirtenknabe.jpg "mangelnder Wille eines Menschen, zu arbeiten oder sich anzustrengen" Pieter Bruegel der Ältere Pieter Bruegel der Ältere (1525 / 1530 - 1569), Maler der Niederländischen Renaissance Renaissance bekannt für Darstellungen bäuerlichen Lebens "Die niederländischen Sprichwörter", 1559 (Berliner Gemäldegalerie) jedes kleine Detail ist beabsichtigt Themen u. a. Tod Sterben , Verderben, Sünde, Tugenden Die Trägheit (einer der sieben Todsünden), 1558, Hieronymus Cock (nach Pieter Brueghel) traegheit.jpg Sieben Todsünden (Holzstiche): Geiz, Trägheit, Unmäßigkeit, Neid, Zorn, Stolz, Unkeuschheit (mit Schlussblatt: Das Jüngste Gericht) Sieben Tugenden (1561 - 1562, Ausführung Philippe Galle[?] zugeschrieben): Liebe (Barmherzigkeit), Glaube, Stärke/Tapferkeit, Gerechtigkeit, Klugheit, Hoffnung, Mäßigkeit (mit Schlussblatt: Christus Jesus in der Vorhölle) Vorbild: Hieronymus Bosch Hieronymus Bosch , niederländischer Maler der Renaissance Faulheit durch Nichtmotivationsfähigkeit: zu wenige Erfolgserlebnisse erwartet, zu wenige Erfolge in der Vergangenheit mit Tätigkeit durch Untätigkeit System boykottieren / passiver Widerstand Muße in Antike Antike = erstrebenswertes Ideal Marcus Tullius Cicero: "otium cum dignitate" (Muße / Beschäftigung mit Wissenschaft und Philosophie in Zurückgezogenheit) Parabel aus dem Matthäusevangelium, Abraham Bloemaert, 1624 traegheit2.jpg Teufel bringt Unkraut auf Feld schlafender Bauern Adam und Eva Adam und Eva = vererbten Menschheit Trägheit (Todsünde im christlichen Glauben) Symbol Taubenschlag = faule Menschen Symbol Ziegenbock und Pfau = Genusssucht und Stolz "Müßiggang ist aller Laster Anfang" (Volksmund) "Ora et labora" (bete und arbeite), Grundsatz Benediktiner schuften, ohne zu genie Genie ßen, mit Aussicht auf Platz im Himmel Immanuel Kant Immanuel Kant , Schutzfunktion der Natur "[…] weil dieses etwa keinen langen oder oft wiederholenden Kräfteaufwand ohne Erschöpfung vertrug, sondern gewisser Pausen der Erholung bedurfte." Krankheiten als Ursache für von Außen interpretierter Faulheit (wie Wahrnehmungsbehinderungen, psychische Störungen, niedriger Blutdruck, Hypothyreose , …) Kolonialzeit Kolonialzeit : Kampf gegen "Faulheit der Eingeborenen" (u. a. hervorgerufen durch klimatische Bedingungen) Faulheit <-> Müßiggang Dolce far niente (das süße Nichtstun), 1880, John William Waterhouse (1849 - 1917) muessiggang.jpg
Copley-Book, 1966 ausgeliefert, Dieter Roth
Copley-Book, 1966 ausgeliefert, Dieter Roth
Snow-Buch, 1964/69, Dieter Roth, © Estate of Dieter Roth
Snow-Buch, 1964/69, Dieter Roth, © Estate of Dieter Roth
Cindy Sherman, © Metro Pictures, Sprüth Magers
Cindy Sherman, © Metro Pictures, Sprüth Magers
S.O.S. Starifikation, 1974, Hanna Wilke
S.O.S. Starifikation, 1974, Hanna Wilke
Baum des Lebens, 1976, Farbfotografie, Ana Mendieta, © The Estate of Ana Mendieta Collection
Baum des Lebens, 1976, Farbfotografie, Ana Mendieta, © The Estate of Ana Mendieta Collection
Friedrich Fröhlich, faul faul Selbst Kurs Selbst und Selbstbeobachtung (Selbstrecherche) vorgezogenes Thema vom 10.6.: An- und Abwesenheit des Selbst in den Medien und Künsten (vervollständigen im Juni mit themenspezifischen Arbeiten) Dieter Roth Dieter Roth (1930 - 1998) geometrische Arbeiten, orientiert an "Zürcher Konkreten" (schweizerische Kunstströmung der Malerei) Copley-Book, 1966 ausgeliefert, Dieter Roth copley-book.jpg mit 112 Blättern unterschiedlichen Formats (Texte, Zeichnungen, Fotos, Collagen, …) Snow-Buch, 1964/69, Dieter Roth, © Estate of Dieter Roth snow.jpg Arbeiten aus organischen Materialien und aus Lebensmitteln beidhändige Schnellzeichnungen Assemblagen mit gefundenem Material und Abfällen Multimediale, installative und biografische Arbeiten, publizierte Tagebücher Dorothy Iannone (* 1933 in Boston, Malerin, Grafikerin, Objekt- und Videokünstlerin) Thema: sexuelle Befreiung mit autobiografischen Bezügen Medien: Bild-Schrift-Klang-Objekte, Künstlerbücher, Videoinstallationen Cindy Sherman Cindy Sherman , © Metro Pictures, Sprüth Magers sherman.jpg Cindy Sherman, Fotokünstlerin (* 1954 in Glen Ridge, New Jersey) Selbstporträts Selstbildnis / Frauenrollen mit Perücken, Schminke und Kleidung S.O.S. Starifikation, 1974, Hanna Wilke hanna-wilke.jpg 10 Selbstporträts in unterschiedlichen Klischeeposen wie Cowgirl, Model, mit Lockenwicklern Körper mit kleinen Objekten beklebt (Kaugummi), vaginale Form Baum des Lebens, 1976, Farbfotografie, Ana Mendieta Ana Mendieta , © The Estate of Ana Mendieta Collection baum-des-lebens.jpg Ana Mendieta (1948 - 1985, US-amerikanische Performancekünstlerin) Suche nach Herkunft und Identität Interesse an Wechselbeziehung zwischen Ritualen und Skulptur, zwischen Körper und Natur Material: eigener Körper, Blut, Feuer, Erde und Wasser ("Körperbilder", vergängliche "Erdkörper"-Skulpturen) Themen: Leben und Tod Sterben , Wiedergeburt und spirituelle Transformation weitere behandelte Künstler: On Kawara On Kawara , Adrian Piper, Jürgen Klauke, Vito Acconci, Bruce Nauman Bruce Nauman , Andy Warhol Andy Warhol , Marina Abramovic Marina Abramovic , Orlan, Mark Dion
Untitled (Death by Gun), 1990, © The Felix Gonzalez-Torres Foundation
Untitled (Death by Gun), 1990, © The Felix Gonzalez-Torres Foundation
TIME, DEATH BY GUN, 17.7.1989
TIME, DEATH BY GUN, 17.7.1989
Felix Gonzalez-Torres
Felix Gonzalez-Torres
Bibliothek Buch "Felix Gonzales-Torres", NGBK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, 2006 "stack": Stoß vieler identischer Papierbögen Untitled (Death by Gun), 1990, © The Felix Gonzalez-Torres Felix Gonzalez-Torres Foundation stack.jpg Porträt von 60 mit einer Waffe getötete Menschen zwischen 1.5.1989 und 7.5.1989 Name, Alter, Geburtsort, Staat TIME, DEATH BY GUN, 17.7.1989 death-by-gun.jpg Menge wirkt beruhigend, Abnahme wirkt zerstörend u. a. symbolisch für realen menschlichen Körper und zeitliche Präsenz komplexe Sachverhalte (gesellschaftliche, politische, kulturelle) in unspektakuläre einfache Form übersetzt Umstände werden kritisch benannt Politik und Privates sind vermischt Themen: Auslöschen von Geschichte, Bedrohung der Freiheit, Geschlecht, Tod Sterben , Verlust, … ästhetische Strategie der Minimal Art Minimal Art Arbeiten politisch aktuell, sozial provokativ immer poetisch Betrachter wird in Arbeit einbezogen, eigene Erfahrungen wichtiger Teil der Arbeit passiver Besucher wird aktiv Papierstapel immer wieder aufgefüllt Felix Gonzalez-Torres felix-gonzalez-torres.jpg "Kunstwerk" neu definiert Echtheitszertifikate vergeben nicht nur durch Künstlername und Unikat Komponenten von Kunstwerken auf dem Kunstmarkt Kunstmarkt umgeworfen: Materialwert, Exklusivität, Originalität, Autorschaft, Zeitlichkeit "date pieces": eigene Geschichten entstehen (Anhaltspunkte für jedermann verständlich) Puzzlearbeiten notiert mehrere Porträts von mir auf jeweils ein Puzzle drucken lassen und immer nur wenige Puzzleteile je Porträt nehmen und in ein neues Puzzle integrieren (zeitlicher Aspekt des Ichbewusstseins) notiert Blätterstapel, wobei auf jedem Papier nur eine Frame eines Filmes aufgedruckt ist; mit Abnahme bewegt sich das Motiv minimal (weiter ab S. 32)
Untitled (Lover Boys), Felix Gonzalez-Torres, 1991, © Peter Muscato
Untitled (Lover Boys), Felix Gonzalez-Torres, 1991, © Peter Muscato
Trueman Show
Trueman Show
Ingwerrhizome
Ingwerrhizome
Vordiplom Vordiplom zu spät zu spät (wollte nicht warten, musste warten) portfolio.pdf vorbereiten (neue Version mit einfacher Übersicht Arbeiten seit Studiumbeginn) Rundmail an Kurs schicken wegen Vervollständigung Ausstellungs-Website Prüfungssimulation, Teil 1 (20 Minuten zur freien Verfügung, danach 10 Minuten Fragen) 1. Studentin Kommilitone : Module / Ausstellungsräume / System / Ordnungen / Arbeitsstätte wenn nur ein Modul gezeigt wird: verstehen Besucher die Arbeit? Zeichenraum: bis wann Zeichnung, ab wann Raumobjekt? Holz- oder Stahlkonstruktion kann auch Zeichencharakter haben 2. Studentin: Tagebücher einer verstorbenen Person (ab 1926) da beteiligte Personen noch leben, Tagebücher in Tresor verschlossen damit arbeiten: fiktiv, Fantasie anregen welchen Zugang haben Besucher zur Arbeit (politische … Relevanz)? Möglichkeitsräume Hört Privatheit nach dem Tod Sterben auf? Wer bestimmt das? Würde man selber wollen, dass nach dem eigenen Tod private Gedanken veröffentlicht werden? 3. Studentin: Performance Performance / Gegenüber Gratwanderung zwischen toter Struktur (alle Bewegungen sind festgelegt) und Freiheit gewählte Freiheitsgrade erzeugen Spannung, auch für Tänzer bis 14:15 Pause (kurz ein Buch zu / Arbeiten von Félix González-Torres besprochen) Untitled (Lover Boys), Felix Gonzalez-Torres Felix Gonzalez-Torres , 1991, © Peter Muscato lover-boys.jpg 4. Studentin: "nicht identifizierbare Objekte" Mythen selbst kreieren Was bedarf es, damit der Mensch eine erfundene Geschichte für real hält? Trueman Show trueman-show.jpg Christian Jankowski Christian Jankowski als Fernseh-Pfarrer [nichts dazu gefunden] 5. Student: Raumakustik - Klangraum / Vermischung realer und virtueller Realität Anthony Moore, britischer Experimentalmusiker, Komponist und Produzent als Pionier kann man Kunst machen, die bei Nachahmung von anderen Künstlern nur Langeweile erzeugt (wie Nam June Paik Nam June Paik 's TV Fernsehen -Buddha, 1974) 6. Studentin: Rhizom Ingwerrhizome ingwer.jpg kein Anfang, kein Ende (Hund in Handy bellt) Julia Neuenhausen 7. Student: Schnittstelle Beton "Ich glaube, ich interessiere mich für […]" UN-Urbanismus 8. Student: Dokumentarfilm: Einsamkeit im Alter Abhängigkeitsverhältnis bei Geschenken 9. Studentin 10. Studentin: Videoinstallation Selbst 11. Student: Ich Mythos Mythos Künstlerleben der Künstler und sein Atelier Künstler-Inszenierung Inszenierung in Presseberichten, in Dokumentationen Bjørn Melhus Bjørn Melhus , Videokünstler 12. Studentin: Installation / Schmerz Verfall in Gießharz konservieren: entzieht Potential auf neues Leben (Handy-Hund bellt erneut) Selbst "Das Ich definiert man über das Andere" kurzes Gespräch mit Lahr über Inszenierungen im Leben, aushöhlen, entblößen, Künstler, seine Krisen, Zweifel Zweifel , Faktoren für das Herausfinden von "guter" Kunst und mehr
Studie Pferde in Landschaft für Die großen blauen Pferde, Franz Marc, 1911
Studie "Pferde in Landschaft" für "Die großen blauen Pferde", Franz Marc, 1911
Kunstmarkt Kunstmarkt Vorlesung Kunst und Recht Dr. Ralph Mayer, Rechtsanwalt Schwabinger Kunstfund, 2013 1280 Kunstwerken im Besitz von Cornelius Gurlitt (Sohn Kunsthändler Hildebrand Gurlitt) Studie "Pferde in Landschaft" für "Die großen blauen Pferde", Franz Marc Franz Marc , 1911 franzmarc.jpg 590 Werke möglicherweise NS-Raubkunst Verjährung Rückgabeansprüche rechtmäßiger Erben nach 30 Jahren Raubkunst in öffentlichen Einrichtungen Kunstfälschungen internationaler Kunstfälscherring, 2013 Anzahl Fälschungen überschreiten Anzahl Originale wenn nicht Original oder nicht aus berühmter Sammlung: Sachmangel Urkundenfälschung / falsche Signatur Künstlersignatur Grundgesetz: Kunst ist frei Bild = Holzrahmen + Leinwand + Farbe + Idee Idee = immaterielles Gut Urheberrecht: automatisch, keine Anmeldung nötig Idee selber nicht schutzfähig (nur auch bei Umsetzung) Objet trouvé, französisch "gefundener Gegenstand" Ready-mades Ready-made : rechtlich keine Kunstwerke 70 Jahre nach dem Tod Sterben : Urheberrecht erlischt, Rechte gehen auf Eigentümer über Performance Performance : nur mit Skizzen rechtlich abgesichert "Juristerei ist keine präzise Wissenschaft" Vervielfältigungsrecht Verträge auch mündlich möglich Robert Fleck: Das Kunstwerk im 21. Jahrhundert Gerichtsstandsvereinbarung Haimo Schack: "Kunst und Recht" Problematik "found footage" Zitatrecht Skulpturen im öffentlichen Raum: da öffentlich zugänglich auch ohne Erlaubnis abfotografierbar in Ausstellungskatalogen dürfen gezeigte urheberrechtlich geschützte Kunstwerke vergütungsfrei abgebildet werden: Katalogbildfreiheit "Prominente haben auch ein Recht auf Privatsphäre" Dirk Boll: "Kunst ist käuflich" 14 x selbstkasteit selbstkasteit (Vortrag hätte auf wenige Sätze verkürzt werden können)
Entwurf Kunst-Brille
Entwurf "Kunst-Brille"
Vorder- und Rückseite Flyer für Ausstellung Standby
Vorder- und Rückseite Flyer für Ausstellung "Standby"
Entwurf Kunst-Verweigerer
Entwurf "Kunst-Verweigerer"
Kurs Standby Vorstellung weiterer Arbeiten für Ausstellung u. a. Pastoren interviewt zum Privatleben und zu Glaubensfragen (Vorstellung von Gott Gott , Tod Sterben ), mit Tonaufnahmen und Fotos Bei Ausstellungsplanung wichtig: mögliche Besucherbewegung durch Raum / Raumkonzept Arbeiten sollten sich nicht "reiben" (zwei Soundarbeiten weiter auseinander) notiert Urkunden Urkunde (selbst auszufüllen): mit oder ohne Vorsitzenden-Unterschrift? wenn kein Verkaufsraum: außerhalb der Ausstellung aufreihen? Preis für mindestens zehn Papiertüten erfragen "Man kann ja vieles machen" "Warum nicht?" Thema der Beliebigkeit Objekt machen, das keinen Sinn ergibt interessanter Begriff: "Intention Intention " Entwurf "Kunst-Brille" kunst-brille.jpg notiert vor Besuch einer Kunst-Ausstellung aufsetzen Slogan: "Kunst-Brille … und Sie verstehen es!" oder "Kunst-Brille … und es wird Kunst!" großer Brillen-Tischständer aus Metall (25,82 EUR), mit maximal 39 Kunst-Brillen (1,83 EUR je Stück) Verkauf: 5 EUR Vorder- und Rückseite Flyer für Ausstellung "Standby" standby-flyer.jpg Diebstahl-Versicherung inklusive (bei Diebstahl richtet sich Ersatz nicht nach Materialkosten, sondern nach geschätztem Kunstwerk-Wert) notiert … meine Urkunden zum mitnehmen werden: unbezahlbar Einwand zum Flyer (teilnehmende Kunststudenten Kommilitone werden als "Künstler" und "Künstlerin" beschrieben) da ich mich nicht als Künstler bezeichnen möchte: "Vielleicht-Künstler Friedrich Fröhlich" oder "Kunstler Friedrich Fröhlich" (ü-Punkte weggelassen) Einwand abgelehnt, da Flyer dadurch zu meiner Arbeit werden würde Entwurf "Kunst-Verweigerer" kunst-verweigerer.jpg notiert vor Besuch einer Ausstellung anlegen, mit rotem Aufdruck "Kunst-Verweigerer" 5 EUR je Stück weiteres Accessoire: Ohrstöpsel
Video AG53:CJ13, Clive Jackson, 2013
Video "AG53:CJ13", Clive Jackson, 2013
Video One Last Goodbye, Cecilia Stenbom, 2012
Video "One Last Goodbye", Cecilia Stenbom, 2012
langsames Ende auch bei einzelnen Sendern
langsames Ende auch bei einzelnen Sendern
TV Fernsehen Interventionen Kurs TV Interventionen (gestern Einzelgespräch wegen Vortrag "Das Ende des Fernsehens") Erwähnung Projekt zum Ende des analogen Fernsehens in Großbritannien: "Analogue Is Not Digital" Ausstellung "DEATH OF ANALOGUE SCREENING", Northern Gallery for Contemporary Art Neu-Interpretation vom Tod Sterben des analogen Fernsehens Video "AG53:CJ13", Clive Jackson, 2013 death-of-analogue-screening.jpg Arbeit "AG53:CJ13" mit BBC-Logo "Fledermausflügel" (1953 - 1960): Visualisierung des Übergangs vom analogen zum digitalen Fernsehen Video "One Last Goodbye", Cecilia Stenbom, 2012 one-last-goodby.jpg Cecilia Stenbom verabschiedet analoges Fernsehen mit analogen Übergangseffekten und mit Abbildern von Fernsehgeräten aus Produktkatalogen "First/Last", James Hutchinson, 2013" Collage Collage mit gescheitertem Start der BBC2 wegen Stromausfall in London, mit Testsignalen einer Sendestation und mit mit Aufnahmen von der letzten analogen Übertragung von BBC2 "malerische 30-minütige Meditation über die zyklische Natur der Entwicklung der Medien." Sneha Solanki notiert (Website interessant, da für jedes Projekt eine eigene HTML-Seite mit individueller Gestaltung existiert) Beispiel für angekündigtes Ende, uninszeniert, über längeren Zeitraum: analoges Fernsehen in Großbritannien zwischen 2007 und 2012 digitales Fernsehen eingeführt nur in einer Stadt noch analoges Fernsehen langsames Ende auch bei einzelnen Sendern ende-tv2.jpg Kurs Standby Test mit offenen und geschlossenen Augen: durchsichtige Farbfolien für Arbeit "wach' ich oder träum' ich" über Monitor gelegt Augen bei Porträt ausschneiden und Fläche glätten mit "Patch-Tool" oberste von 2 Augen-Ebenen auf "Darken" stellen Ränder der Ebenen unscharf: "Erase-Tool", Hardness 0% Augen mittels "Hue/Saturation"/"Colorize" färben (je nach Farbfolie) Testfoto bestellen (danach dann Porträt mit offenen und geschlossenen Augen auf Aluminium-Kreis aufziehen)
Kurs Standby 17 Minuten zu spät zu spät (E-Mail "Und ich komme 20 Minuten später, Brötchen kaufen. […] Liebste Grüße, F.") Kaufhaus Held Kaufhaus Held als Ausstellungsort präferiert (großer Raum; Trennwände müssten eingebaut werden; Strom vorhanden; 3 Etagen) ehemaliges Aldi-Gebäude, ehemalige SportsBar in der Nonnenstraße Halle 14 Spinnerei : dritte Etage mit 3200 qm Kälte im Winter (wegen Aufsicht) nachteilig "Wollt ihr lieber frieren, oder blasen lassen?" Finanzplan für Materialeinkauf stehen 1.000 EUR zur Verfügung (Druck, Baumarkt, …) Ergebnis Abstimmung: Entscheidung fällt nächste Woche verhüllt verhüllt Bibliothek Buch "Verhüllen und Offenbaren" Interpretation Journalist Aktion Christo: "Reichstag zuerst zu Grabe getragen und in ein Leichentuch eingehüllt, dann aber mit den Mitteln der Kunst […] zu neuem Leben erweckt" weckt Erinnerung an Tod Sterben und Auferstehung / Sündenvergebung / Verbergung von Gefühlen wie Scham Scham Verhüllung als Übergangsritual kommunikative Handlungsräume durch Ritual aufbauen Ablösung vom Alten "Und siehe: Da war er. Der Reichstag" Verhüllungsaktion: in Erinnerung als eine "kreative Zäsur zwischen dem Umzug des Bundestages von Bonn nach Berlin" Liturgie der Kirche ist "heiliges Spiel" und damit mit Spielregeln belegt Parallelen zu Spielregeln der Liturgie christlicher Tradition und dem verhüllten Reichstag Aktion: liturgische Gedächtnisfeier Verbergen: Aufmerksamkeit auf das dahinterliegende Geheimnis lenken Verlangen nach Berühren des Reichstages (Dokumentarfilm) in Beziehung mit Berühren Gewand Christi gesetzt notiert Kunstwerk aufnehmen: trinken oder einatmen (bis zum Tod ist Person damit Teil einer Arbeit) "participatio actuosa" = tätige Teilnahme am Vollzug der Liturgie Rolle Christo: Jesu Christi, Meister, Erlöser, Messias, Hohepriester als Exorzist (böse Geister austreiben) Christo = Rolle als Prediger, Zelebranten, Priester seine Aufgabe: Heiligungs-, Verkündigungs- und Hirtendienst für Gegner des Projekts Christo = "Antichristo" Dokumentarfilm "Der Himmel über Berlin" von Wim Wenders (Regisseur, Fotograf und Professor für Film) verhüllten Reichstag aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeigt: von innen durch transparenten Stoff hindurch und mit Helikopter aus "göttl. Sicht" Kurs Standby zu spät Vorstellung Flyer- und Plakatideen offene Fragen bei Idee : 1 Schriftart 2 Künstlerliste sollte vor Zeit und Ort 3 "Arbeiten" sagt nicht aus, dass es Kunst ist (wogegen aber nichts spricht, wie ich finde) 4 "Eröffnung und Öffnungszeiten" verständlicher schreiben 5 eigenen Namen ausgelassen (durch Striche) erzeugt nicht gewollte Sonderstellung, würde aber zur verhüllten Arbeit passen Dozent Dozent wünscht kommende Woche ein pünktliches Anfangen
Botschaften von Christo zum verhüllten Reichstag
Botschaften von Christo zum verhüllten Reichstag
Ausstellungsraum Kaufhaus Held
Ausstellungsraum "Kaufhaus Held"
MailArt in der DDR
MailArt in der DDR
verhüllt verhüllt Bibliothek Buch "Verhüllen und Offenbaren" Botschaften von Christo zum verhüllten Reichstag verhuellen-offenbaren.jpg 1 politische Botschaft: "Aktive Demokratie und Toleranz der Kreativität" Reichstag = architektonisches Symbol für geografische, politische und geistige Spaltung Deutschlands, Europas und der Welt Reichstag selber kein Kunstbezug, politisches Gebäude Dialog zwischen Künstler und Politiker Konfrontation von 2 Welten: Ost - West, Kunst - Politik, Demokratie - Diktatur Christentum Gott : Thematisierung von Grenzen wie Gut - Böse, Freiheit - Sünde, Himmel - Erde, Diesseits - Jenseits "demokratisches Kunstwerk": aktive Demokratie und Toleranz der Kreativität kein politisches Projekt (Ablehnung Wanderausstellung, durch Bundeszentrale für politische Bildung angeregt) Verleihung Bundesverdienstkreuz 1996: Wahl zwischen Orden oder zwei verkauften Bildern: ihnen wären "die verkauften Bilder lieber" 2 künstlerische Botschaft: "Kunstwerke anstelle von Symbolen oder Botschaften" keine einfache Verpackung, "eher eine Transformation oder Metamorphose einer Struktur voller Details" durch Verhüllen tritt allgemeine Form besser hervor (sichtbarer, da Details verschwinden, größer, da Proportionen hervortreten, organischer, da Stoff in Wind bewegt) zum Anfang der Arbeit: Begriffe wie Transformation, Metamorphose, Bewegung, Formgestalt, Asymmetrie Asymmetrie , Schichtung stehen im Raum bei Realisierung nur noch Hervorhebung der "visuellen Schönheit" Proklamierung einer Nicht-Botschaft: "[…] dass wir keine Botschaft haben […] Wir sind keine Erschaffer von Botschaften. Wir sind Künstler, Wir machen Kunstwerke" "Nur die Schönheit zählt" Kurs Standby zu spät zu spät Ausstellungsraum "Kaufhaus Held Kaufhaus Held " kaufhaus-held.jpg Ausstellung 11.2. - 16.2.2014 (mit 2 Wochen Aufbauzeit und 1 Woche Abbau) verhüllt Bibliothek "Wir verhüllen den Reichstag nur für uns […] Unsere Kunstwerke geschehen zu unserem Vergnügen" (Ausspruch NACH Genehmigung) Befreiung vor Interpretationsfestlegung durch Proklamation der subjektiven Schönheit jeder Betrachter kann somit selber interpretieren: "Alle Interpretationen sind richtig" verhüllter Reichstag = offenes Kunstwerk begrenzte Interpretationsfreiheit durch festgelegten Interpretationsrahmen "Wir borgen uns […] Raum aus […] Botschaften schon vorhanden. Wir erfinden sie nicht" (Tagesspiegel 1996) Parallele zur christlichen Tradition: Botschaft der Verkündigung nicht von Paulus selber, nur der Empfänger (1 Kor 15,3; Gal 1,11 f.) Michelangelo Michelangelo Buonarroti : "Was nicht der Marmor schon in sich enthielt" Heilige Schrift arbeitet mit biblischen Bildern, Metaphern und Geschichten zur Annäherung an die Frohe Botschaft 3 die performative Botschaft: "Entsündigung, Tod Sterben und Auferstehung des Reichstags" Pressezitat: "Christo ist erschienen, uns zu versühnen. Freue Dich. oh Christenheit" (Wochenpost, 1995) Gelegenheit durch Verhüllen eigenes Verhältnis zur Geschichte zu klären Verhüllen als "positive Provokation" verstanden durch Verhüllen notwendige Reinigung und Läuterung Reichstag mit negativer Erinnerungen: "Schwatzbude" (Kaiserreich), Ort des Scheiterns der Weimarer Republik, Sinnbild des NS-Staates und leerer Torso ohne Bedeutung nach der Zeit des Zweiten Weltkrieges Zusammenhang Entsündigung und Verhüllung (Reinigung von Sünde durch hinter-den-Vorhang-Treten im mosaischen Bundeszelt; Besprengung mit Opferblut: wusch Sünder frei; Ver- und Enthüllen des Kruzifixes in der Fastenzeit: offenbart Erlösungstod Christi am Kreuz zur Vergebung) MailArt MailArt in der DDR DDR mail-art.jpg Kurs Standby zu spät Kunstlehre Vorstellung von Katalogen, die gefallen Schuber: Zugang zur Ausstellung, dadurch, dass einem mehrere Dinge entgegen fallen ein Thema, aber mit unterschiedlichste Arbeiten möglich "Angst vor Buch" billig aussehen - hochwertig sein Sammelkarten: je Raum eine Karte zum mitnehmen Katalog als Spielwiese für Betrachter / Interaktivität zuviel Spielerei: Konkurrenz zur eigentlichen Ausstellung Erfahrungen mit Schutzumschlägen, "ultra-ätzend" 2 Flyer nebeneinander = ergeben Inhalt but does it float Aufgabe bis nächsten Mittwoch: selber Karte gestalten für Standy-Ausstellung Vorstellung Arbeiten für Ausstellung
Tabernakel auf einer Stele in St. Maria (Sehnde)
Tabernakel auf einer Stele in St. Maria (Sehnde)
Kollektiv Artes Mobiles
Kollektiv Artes Mobiles
Kurs Standby zu spät zu spät Planung Dritt-Semester-Ausstellung Flyer, Plakate und Kataloge von anderen Ausstellungen mitbringen und diskutieren Ort in Leipzig ausdenken, wo Ausstellung stattfinden könnte Nora stellt sich mit Arbeit vor, Zeichnungen / Zeichenbücher Kunstlehre Konstruktion für eigenen Ausstellungsraum unabhängig vom "Umraum" ausstellen Raum-in-Raum, Refugium erinnert an Messestände / Einkaufspassagen Konstruktion in Galerie = Skulptur, Konstruktion in alter Halle = neutralen Raum schaffen, Konstruktion auf Kunstmesse = fällt nicht weiter auf notiert Kann eine Arbeit keinen Titel haben? Also auch ohne "Kein Titel"? Auch aus verwaltungstechnischer Sicht? 5 x selbstkasteit selbstkasteit verhüllt verhüllt Bibliothek Buch "Verhüllen und Offenbaren" weitergelesen 3 große monotheistische Weltreligionen Judentum, Christentum Gott , Islam = Offenbarungsreligionen (Gott zeigt sich dem Menschen und offenbart sich) Offenbarung: lateinisch "revelatio" = "Enthüllung" des verborgenen und unbegreiflichen Gottes Mittelpunkt für Anbetung des Bundesgottes Jahwe im Judentum: Tempel zu Jerusalem Tora (Gottes Gesetzbuch) war hinter Vorhang verborgen heute Schriftrollen in Tüchern eingeschlagen und hinter Vorhang im Tora-Schrein aufbewahrt Christentum = Gegenwart Gottes in Gestalt Eucharistischen Leibes ("Danksagung", Abendmahl) Tabernakel auf einer Stele Stele in St. Maria (Sehnde) tabernakel.jpg von Katholiken in einem Tabernakel (lateinisch tabernaculum "Hütte, Zelt") aufbewahrt Islam: Kaaba in Mekka durch schwarzen Brokatteppich verhangen "Verhüllen als symbolisches Tun zur Annäherung an Gott" Heilige Schrift in Überlieferung des Alten und Neuen Testaments voll von Geschichten des Ver- und Enthüllens im Umgang mit Gott 2 Grundtypen: 1 biblisches Vorhangsmotiv 2 biblisches Verhüllungsmotiv zu 1 Moses Auftrag, Bundesrolle eine Wohnstätte aus Zelttüchern zu schaffen (Stiftshütte) Vorhang in Tempel von Jerusalem verbirgt nichts (Vorhang ist selbst die Botschaft) Zerreißung des Vorhanges: Gleichzeitig mit Tod Sterben Jesus Jesus am Kreuz auf Berg Golgatha (Mk 15,38) zu 2 Erscheinung von Gott immer von Verhüllungsmotiven gekennzeichnet Verhüllung des Herrn: heftiger Sturm, Erdbeben, Feuer, Säuseln, Rauch, Wokle, Wind) Ex 33, 20-23, Ex 3,6, Ex 13,21, Ex 34,34-35, Ez 1,4 Jesus = Offenbarung (Ebenbild des unsichtbaren Gottes), Kol 1,15 Auferstehung Jesus: Grab = nur Hüllen und Schweißtuch übrig selbst Maria erkennt Jesus nicht mehr (Joh 20,14) Verhüllungsvelum lateinisch "velum": "Segel", "Hülle", "Tuch", "Plane", "Vorhang" heilige Gefäße: nur mit verhüllter Hand berühren Verwendung von Velen und Tüchern rund um den Altar: als Ort der Eucharistie betrachtet Kurs Standby Kunstlehre Vorstellung Raumideen für Ausstellung 1 Li.Abt.A 393B, zuständige Behörde in Lindenau Raum selber im Standby Beispiel Flughafengebäude: noch aufdrängender, Arbeiten wären dem ausgeliefert neutraler Raum: gibt es nicht 2 Halle 14 Spinnerei , Zentrum für zeitgenössische zeitgenössisch Kunst keine Heizung (Februar-Ausstellung) notiert verhüllte Arbeiten umdrehen: die Welt und alles was in ihr drinne ist, wird verhüllt vor der künstlerischen Arbeit (wie würde das technisch gehen?) 3 Bus vom Kollektiv Artes Mobiles Kollektiv Artes Mobiles kollektivartesmobiles.jpg 4 im Kohlrabizirkus Institut für Zukunft 5 Galerie KUB Frage: Wie präsentiert man Netzkunst net.art , die eigentlich für den privaten Raum konzipiert wurde, in einem Ausstellungsraum? Oder: Wie kann man eine Arbeit, wo zum Beispiel das Versenden von Post an zufällig ausgewählte Empfänger eine Rolle spielt, integrieren? Lediglich dokumentarisch zeigen? Künstlergruppe Famed
Stifterfiguren Ekkhard II. und Uta
Stifterfiguren Ekkhard II. und Uta
Festzug Zweitausend Jahre Deutsche Kultur, 1937
Festzug "Zweitausend Jahre Deutsche Kultur", 1937
Kunstgeschichte Kurs Kunst und Geschichte Naumburger Meister Naumburger Dom europäisches Mittelalter als Person unbekannt vermutlich in Frankreich ausgebildet benannt nach Hauptwirkungsstätte Naumburg vielleicht auch eine Gruppe, nicht nur Einzelperson Nachwelt konstruiert aus Werk einen Künstler heutiges Künstlerbild wird auf damalige Person projiziert notiert www.ein-künstler.de noch frei? Grundriss des Westchores des Naumburger Doms notiert Auf Website nur ein Abbild einer Box, in der ich ausgewählte Arbeiten vorstelle (für 10 EUR, Fotokopien, nummeriert), statt Website? Stifterfiguren Ekkhard II. und Uta uta.jpg 12 Stifterfiguren erst nach Tod Sterben der Stifterfiguren erschaffen (kein Abbild der realen Person) ausgeprägte Gestik und Mimik erkennbar früher farblich alle Frauenfiguren ohne Erwähnung des Namens organische Verbindung zwischen Figuren und Gebäude Vorstellung der Figuren Uta-Kult notiert an "Der beste Künstler der Welt" erinnert sich Dozent Dozent bei Erwähnung meines Namens (Signatur Künstlersignatur -Link); Erkenntnis: Signatur für Arbeiten nutzen, keine Website? Popularisierung der Uta Uta-Treff: deutschlandweit treffen sich Frauen mit dem Vornamen Uta im Dom Bedeutung im Dritten Reich Drittes Reich Festzug "Zweitausend Jahre Deutsche Kultur", 1937 1937.jpg 1937 Uta gegenüber der "Entarteten Kunst" als "Deutsche Kunst" gezeigt, am "Tag der Deutschen Kunst" DDR DDR : Sinnbild für neue Frauenrolle im sozialistischem System (Gleichberechtigung der Frau) Walt Disney Walt Disney nach 1935 Deutschlandaufenthalt: böse Königin bei "Schneewittchen" als Vorbild Uta genommen Namensboom in den 1930ern und 1940ern Umberto Eco Umberto Eco (italienischer Schriftsteller): "Wenn Sie mich fragen, mit welcher Frau in der Geschichte der Kunst ich essen gehen und einen Abend verbringen würde, wäre da zuerst Uta von Naumburg" Wolfgang Ulrich: "Uta von Naumburg: Eine deutsche Ikone Ikonenmalerei " Warum Uta? Verbindung mit Mona Lisa Mona Lisa ? Nüchtern gesehen: übersteigerter Kunstbegriff, überzogene Erwartungshaltung
Kurs Standby 3 bzw. 7 Minuten zu spät zu spät (3 Minuten bei Berechnung für Treff im normalen Raum, 7 Minuten wegen geändertem Treffort) weitere Konzeptvorstellungen zwölf Loops mit alltäglichen Wiederholungen, bei denen nicht mehr nachgedacht wird Immersion: eintauchen in eine Situation (Beispiel Cyberspace) "komplette Immersion": alle Sinne gleichzeitig realistisch eingesetzt (ansonsten Gefahr des Erbrechens) "Closed Circuit-Installationen": Betrachter Teil der Betrachtung (er sieht sich zum Beispiel auf den Bildschirm selber) Überlappen von Alltagssituationen: gleiche Rituale teilweise sekundengenau übereinander legbar (Quelle noch nicht gefunden) Christian Jankowski Christian Jankowski , "Herzlichen Glückwunsch" "Jubel" als Thema für den Kurs Jubiläumsreden; Wahl des Präsidenten: mehrere Reden vorbereitet, je nach Eintritt eine herausgesucht; Todestag-Jubiläen notiert meine eigenen Jubiläen (100, 200, 1000 jähriges Jubiläum) für nach meinen Tod Sterben planen vorgestellte Arbeit: Zahlenfolge auf Computer aufgeschrieben, Muster entstehen je nach verwendeter Schriftart Treff im kuhturm
Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall Erfolg Erfolg und Scheitern: Vorstellung Grimms Märchen Grimms Märchen (je Karte einen letzten Satz aus einem Märchen, der suggeriert, als würde ein positiver Zustand bis zum Lebensende der Akteure / Zeitenende anhalten) Beispiel: "[…] und sie heirateten sich und lebten glücklich.", "[…] lebten vergnügt, still und fromm bis an ihr seliges Ende.", "lebten glücklich zusammen bis an ihr Ende." notiert "Happy End" von Filmen: damit arbeiten (in Dauerschleife letzte Szene zeigen oder letzte Szene extrem verlangsamen oder komplett Stillstand Stillstand ) Romeo und Julia Romeo und Julia : Happy End? (durch Tod Sterben ewige Liebe) Idee eines Studenten: Porträt von Menschen, die "glücklich und zufrieden" in die Kamera grinsen, im Schnelldurchlauf bis zum Lebensende (Computer-Animation) notiert Grimms Märchen in Buchform, wo alle Texte ausgelassen wurden, außer der jeweils letzte Satz Kunstkritik Geld und Künstler: Selbstausbeutung? Warum gibt's den Künstler kostenlos, alle anderen (Druckereien, Strom, Baumarkt, Galerie) werden bezahlt? Künstlersozialkasse Künstlersozialkasse , Durchschnittseinkommen Versicherte Besprechung mit Simon wegen Container Containerspiele -Ausstellung Überthema: das Böse ist im Menschen; wird durch Gesellschaft in Schach gehalten; Ausbruch möglich, durch Gesellschaft verurteilt neues Thema: Spiel mit Wirklichkeiten Kurs Positionen Klasse für Typodesign ehemaliger Student Kommilitone und Student stellen vor "stage": Wort verändert sich, Animation Schriftgestaltung Doppelprofessur "Meine erste Auseinandersetzung: Meran" (Schriftart) Grundschüler sollten über Papierstreifen Buchstaben formen Schriftvertrieb im Internet: Schriftpakete kaufen "Schrift für eine bestimmte Anwendung: Mira" Diplomprojekt: Brüder Butter Schrifthersteller aus Dresden, um 1900 HGB Rundgang HGB Rundgang 2013 Projektvorstellung letzter HGB-Rundgang: am Lichthofdach Display (1 Fließe = 1 ansteuerbarer Pixel) wegen hoher Kosten nur die Hälfte der Fläche genutzt; Fehldarstellung bei Bespielung 8 x selbstkasteit selbstkasteit
Andrei Arsenevich Tarkovsky
Andrei Arsenevich Tarkovsky
Diagonale, Anja Kempe, Rauminstallation, 2008
"Diagonale", Anja Kempe, Rauminstallation, 2008
Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall 1 Minute zu spät zu spät Ebbo Demant: "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Andrej Tarkowskijs Exil und Tod Sterben ." Dokumentarfilm, 1988 u. a. auch von Andrei Tarkowski: "Stalker" Kunstbegriff Andrei Arsenevich Tarkovsky tarkowskij.jpg "Jeder Künstler ist bestrebt das Innenleben des Menschen so überzeugt wie möglich darzustellen" Themen Andrei Tarkowski: inneren Zwiespalt des Menschen darstellen; widersprüchliche Situation zwischen Geist und Materie; zwischen geistigen Idealen und der Notwendigkeit in der materiellen Welt zu überleben "Was ist überhaupt Kunst? Das Gute oder das Böse? Kommt sie von Gott Gott oder vom Teufel? Ist sie Kraft des Menschen oder aus seiner Schwachheit?" "Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden. Und vielleicht besteht tatsächlich der Sinn der menschlichen Existenz in der Erschaffung von Werken der Kunst." Künstlerische Akt Akt : zweckfrei und uneigennützig[?] "Nostalghia", 1983: "Wir müssen zurückkehren zu den wichtigsten Prinzipien des Lebens, ohne das Wasser zu verschmutzen." während Filmvorführung: Schnarchgeräusche hinter mir notiert Erfolg Erfolg und Scheitern: Waage für Mittelweg; Aufnahme vom Üben von Klavierstücken; Alle meine bisherigen Ideen sind noch zu platt/oberflächlich; wie anderen Zugang zum Thema finden? Was macht Kunst zu "guter" Kunst? Was heißt "künstlerische Qualität"? Kurs Positionen Vorstellung Anja Kempe und Max Schneider Anja Kempe "Diagonale", Anja Kempe, Rauminstallation, 2008 diagonale.jpg "Diagonale" aus Absperrbändern, Installation durch zwei Stockwerke Schwerpunkt: Bewegung / Installation "Säulenwald", 2009 und "Treppe", 2008 "Loser Raum", 2002/2004, interaktive Installation, ünterstützt durch einen Physiker für Berechnungen 11 x selbstkasteit selbstkasteit Max Schneider: RESONANZEN Julia Krause, "Ein Sprechstück mit Zuschauern" 7 x selbstkasteit
Glückswürfel, 1965/2002, Timm Ulrichs
Glückswürfel, 1965/2002, Timm Ulrichs
Globus
Globus
Magdalena mit der Öllampe, 1640, Georges de la Tour
"Magdalena mit der Öllampe", 1640, Georges de la Tour
Kunstgeschichte Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall 1 Minute zu spät zu spät Glückswürfel, 1965/2002, Timm Ulrichs b_hgbleipzig-40-k.jpg 6 Holzwürfel mit jeweils nur 1, 2, 3, 4, 5 und 6 Punkten bemalt (für das Spiel Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zum Wörtlichnehmen) Renaissance Renaissance - Wiedergeburt der Antike Antike Gotik Gotik - Früh-Renaissance (1420 - 1500) - Hoch-Renaissance (1500 - 1520) - Spät-Renaissance (1520 - 1590) - Barock "Dichter der göttlichen Komödie": Dante Alighieri (1265 - 1321), Erneuerer der italienischen Sprache Geschichtsschreiber und -forscher: Francesco Petrarca (1304 - 1374) Leonardo Bruni studierte alte antike Literatur, übersetzte u. a. Platon Platon Politik und Philosophie: Cola di Rienzo wollte Rom Römer wieder wie in der Antike aufleben lassen Julius II. (Giuliano della Rovere) Mäzen von Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci "Der Fürst", 1513, Niccolò Machiavelli (politischer Berater) Martin Luther: Übersetzer der Bibel Gott ("Stiftete eine neue deutsche Hochsprache"), prangerte Korruption an (u. a. den Ablasshandel) Erasmus von Rotterdam: antike Philosophie im Hintergrund Weltuntergangsstimmung durch die Pest Schnabelmasken mit Kräutern gefüllt zur Vorbeugung einer Übertragung Ratten als Überträger Judenverfolgung u. a. in Spanien: Juden hätten die Brunnen vergiftet, in ganz Europa Ausbruch von Pogromen Motiv "Narrenschiff": Unruhestifter wurden in Schiffe gesetzt damit sie nicht noch mehr Übel anrichten konnten Hieronymus Bosch Hieronymus Bosch : "Das Narrenschiff", um 1500 "Totentanz Sterben "-Motiv "Melencolia I", 1514, Albrecht Dürer Albrecht Dürer : komplexe Ikonographie und Symbolik Wissenschaft in der Renaissance: Nikolaus Kopernikus (Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems) Johannes Gensfleisch (Gutenberg): bewegliche Letter, Buchdruck Globus b_hgbleipzig-41-k.jpg erster Globus in Nürnberg hergestellt, Martin Behaim, 1492 Kartograph Gerhard Mercator: "Mercator-Globus" Christoph Kolumbus: "Entdecker der neuen Welt" Peter Henlein: transportable Uhr, 1510 Projektionen mit Linsen (zum Beispiel Lochkamera) Studium der Perspektive mit Gitter und Schnüren Ökonomie u. a. in Amsterdam: doppelte Buchführung Papiergeld (zum Eintausch von Gold) weltweite Handelsgesellschaften gegründet eine der ersten Banken mit Zins und Zinseszins gegründet in Amsterdam Kunst in der Früh-Renaissance: religiöse Motive stehen noch im Vordergrund, Perspektiven deuten sich an Hoch-Renaissance: Einführung von Momentaufnahmen bei Porträts (nicht mehr nur repräsentative Porträts) "Magdalena mit der Öllampe", 1640, Georges de la Tour b_hgbleipzig-42-k.jpg Spät-Renaissance: Georges de la Tour, Spiel mit Licht und Schatten Architektur in der Renaissance: u. a. Kuppelbauten
Kunstgeschichte Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall nächster Montag: 10-Minuten-Vortrag mit Konzeption zur Ausstellung "Erfolg Erfolg und Scheitern" Tod Sterben und Kunst im Dritten Reich Drittes Reich erster Fernsehfunk Fernsehen weltweit ausgestrahlt 2 Quellen: A Lehre Darwins zur Überlegenheit (arische Herrenrasse) und B Hygienegedanke (Entdeckung von bakteriellen Ursachen), "Volkskörper" ist befallen, jüdische Verschwörung, Ausrottung des jüdischen Volkes Film "Fernsehen im Dritten Reich / Deutscher Fernseh-Rundfunk", ab 1935 "Ewige Schönheit - Film und Todessehnsucht im Dritten Reich", Deutschland, 2003 A "Angst" (Dr. Mabuse) B "Die neue Größe" C "Das Dritte Reich" (Soldatenhalle "Das Wort auf Stein" ) D "Der Körper" E "Schönheit der Arbeit" F "Blut und Boden" G "die Volksgemeinschaft" H "Der Tod" I "Der Jude" Film "Der ewige Jude" J "Der Krieg" K "Das Ende"
Vanitas Stilleben, 1640/50, Harmen Steenwijck
Vanitas Stilleben, 1640/50, Harmen Steenwijck
Kunstgeschichte Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall Ausstellungs-Thema im 2. Semester: Scheitern Erfolg und Erfolg Ideen sammeln, Skizzen machen, Definition von Erfolg und Scheitern aufschreiben Thema: Kunst und Tod Sterben Pietà: Darstellung Maria mit dem Leichnam Jesus Jesus Christus Ödipus-Motiv: nach Freud Sigmund Freud Urneurose des Mannes, Mord an Vater Verhältnis zwischen Sexualität und Tod älteste Darstellung des Todes: Chauvet Höhlenmalerei -Höhle, ca. 32.000 v. Fr. (Stier tötet Menschen) Abraham und Isaack Abraham und Isaack : Opferung Isaaks Agnus Dei: Lamm Gottes, Opferlamm Selbstdarstellung Künstler in Gemälden Selbstverherrlichung oder Verarbeitung von Trauma Vanitas Stilleben Stillleben , 1640/50, Harmen Steenwijck Harmen Steenwijck b_hgbleipzig-30-k.jpg Stillleben: Lebenslust und Tod (Blumenstrauß, Musikinstrumente, Bücher und Totenschädel Totenmaske ) notiert Abguss von eigenem Schädel mittels Magnetresonanztomographen machen lassen und mich mit Totenschädel in Hand fotografieren lassen (Verarbeitung eigener Tod) Thema Totentanz wird in Kunst, Musik, Schauspiel und Romanen verarbeitet Albrecht Dürer Albrecht Dürer : Ritter, Tod und Teufel notiert Unterschrift "Fröhlich" von anderen Personen, die ebenfalls mit "Fröhlich" unterzeichnen, nachahmen / selber verwenden Wiener Aktionismus Wiener Aktionismus Tod im Spielfilm mittels Waffe: Tod für Vergnügen beim Zuschauer Künstler Gregor Schneider Gregor Schneider : Tod in Museum geplant, "Sterberaum" Dokumentation ARTE "Sterben im Museum?", 2008 Barbara Schimmel: gestaltet Abschiedsräume; schuf vor 20 Jahren ihr eigenes Totenkleid und ändert es Thema Wandfarbe: welche Farben sind für einen Abschiedsraum geeignet Gerd Gerhard Loeffler: Sterbekandidat für Gregor Schneider notiert Wie stelle ich mir meinen Sterberaum vor? Wie möchte ich sterben? Beate Lakotta und Walter Schels: Künstlerpaar fotografiert Mensche vor und nach dem Tod Thema Vergänglichkeit Vergänglichkeit : Christian Boltanski Christian Boltanski , eigener Herzschlag auf Glühbirne übertragen Herzschlag-Archiv: Menschen können ihr Herzschlag archivieren Sue Fox: veröffentlicht ihre Gedankengänge zum Thema Tod Torsten Hattenkerl, Fotografie Internetprojekt "Bild_Bank": Arbeiten von HGB-Studenten sammeln (veraltet) notiert ICH (durchgestrichen): ersetzt Todesregister? Statt Kreuze das Wort ICH (durchgestrichen) verwenden notiert Buch in Ordner-Form: Betrachter kann Reihenfolge der Seiten verändern / dadurch neuen Kontext erstellen
Besprechung unseres Konzeptes im Rahmen des Workshops PREGNANT PAUSE bei Friederike Anders 8-mm-Film eingescannt, um zu Hause die unbelichteten Abschnitte für einen 1- bis 3-sekündigen Film zu extrahieren Kunstlehre Kurs TALK ABOUT Vortrag von Friederike Anders: Intervalltheorie und die Konstruktion von Parallelwelten über eigene interaktive Arbeiten und Film-Montage-Praxis Ausleuchtung und Erforschung des Zwischenraumes russischer Filmemacher: Dziga Vertov Dziga Vertov viele Manifeste Manifest zur Montagetheorie Manifest "Wir", 1922: Montage als Arbeit mit Grammatik der Bildkomposition betrachten Was geschieht, wenn die Montage nicht der Erzeugung von narrativer Kontinuität dient? Und was wird sichtbar, wenn Kontinuität lediglich als Produkt geschickter Montage erkennbar wird? notiert Multiple Multiples -Choice-Website: Anfang (Geburt) und Ende (Tod Sterben ) stehen jedoch fest Jede Entscheidung (zur Seite blicken, nach vorne gehen, einen Kaffee trinken, Atmen) hat weitreichende Konsequenzen auf das zukünftige Leben plant Online-Datenbanken, wo kleine Clips mit Tags versehen werden und durch Aneinanderfügung zu Filmen werden können Vorstellung Film "Der Weltmarktführer / Die Geschichte des Tan Siekmann", Biodata
Behind the Gare, Henri Cartier-Bresson, 1932
Behind the Gare, Henri Cartier-Bresson, 1932
Nine Year Drawing Berlin 2003 - 2011, Sophia New und Daniel Belasco Rogers
Nine Year Drawing Berlin 2003 - 2011, Sophia New und Daniel Belasco Rogers
Kunstgeschichte Kurs Kunst und Geschichte Besichtigung Laokoon Laokoongruppe -Gruppe in der Gipsabguss-Sammlung der Universität Leipzig Universität Leipzig Auszug aus Erzählung von Vergil "Welche Unterschiede zwischen Erzählung und Plastik sind erkennbar und was werden die Gründe sein?" Kris Martin: Schlange fehlt Breakdance! isoliert, unabhängig, Bedrohung unsichtbar Behind the Gare, Henri Cartier-Bresson, 1932 b_hgbleipzig-2-m.jpg Funktion des Bildes herausarbeiten in Bezug auf die Laokoon-Gruppe Schatten fehlt = Gleichgewicht fehlt Möglichkeit des Betrachters etwas hinzuzudichten / Fantasie spielen zu lassen: "Fruchtbarer Augenblick" "Loyalistischer Soldat im Moment Moment des Todes": er läuft und fällt gleichzeitig zwischen Leben und Tod Sterben Comics: Bilder in Abfolge, Ausblendung des "fruchtbaren Augenblicks": Vor Sprung in Pfütze und nach jenem Comic = zeitliches Medium wie Erzählung von Vergil visuelle Strategien Bewegung darzustellen: Linien Wilhelm Busch Wilhelm Busch : Ansätze von Bewegungslinien sichtbar Vogelstudien von Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci : angedeutete Flügelbewegung Futurismus Futurismus : Formen entwickelt, wie man Bewegung in Malerei überträgt alle Momente des Fallens: "Marter der zehntausend Christen" von Albrecht Dürer Albrecht Dürer (Simultandarstellung) Kurs TALK ABOUT Nine Year Drawing Berlin 2003 - 2011, Sophia New und Daniel Belasco Rogers Daniel Belasco Rogers b_hgbleipzig-4-m.jpg Vorstellung Sophia New und Daniel Belasco Rogers "Navigating the Everyday" Vortragsperformance Alle Wege seit 2003 bis 2011 mit einem GPS-Gerät festgehalten und visualisiert notiert mit GPS-Gerät Leipziger Straßen ablaufen und so Wörter, Symbole oder sogar ganze Zeichnungen kreieren In Granitblöcke aufgelistet, wie lange der Aufenthalt in einem Ort war (Leipzig: 21:42:00) Granit: Ewigkeit, feststehend, starr notiert Meine Gespräche mit anderen aufnehmen und aus einzelnen Wörtern (in der richtigen zeitlichen Reihenfolge) neue Sätze zusammenschneiden (Vorbild Infinite-Monkey-Theorem) notiert Aufnahmegerät in öffentlichen Räumen mitnehmen und Gespräche anderer aufzeichnen, verarbeiten und so neue Geschichten erschaffen "Mood Reporting" Beeinflusst das ständig aktivierte GPS-Gerät das tägliche Leben?
Kurs Zufall Zufall - Beifall - Abfall Kunstbegriff Was ist Kunst? Sobald eine Person etwas als Kunst bezeichnet? Kunst hat der Mensch erfunden zeitabhängig Ausdrucksmittel Heute: Inflation der Künstler Verstehen / Code / Grammatik "Hab's kapiert" bringt nicht voran Kunst ist subjektiv für Betrachter zum Teil verstehbar menschliche Befindlichkeiten werden verarbeitet Massentauglichkeit? Kunstbetrieb Kunstbetrieb = elitär elitär (geheimnisumwittert) Vermeidungsstrategien: Kitsch Kitsch , Verständlichkeit, … Gibt es Grenzen? Morden Sterben Sterben im Museum: Tabu? Darf man Kunst verbieten? Entartete Kunst Anti-Moderne ? man kann heute alles tun Ist Popmusik Kunst? Fragerunde: Was beschäftigt uns gerade? Meine Antwort: Handspindelpresse Handspindelpresse in Leipzig für Münzprojekt finden und Gummihand-Illussion (soll ich kommenden Montag mitbringen und mit einer Person austesten) Kurs Positionen Vorstellung Prof. Annette Kisling Fotografie Bilderreihen / Fotoserien Architekturfotografie arbeitet u. a. in Dunkelkammer / Schwarzweißfotografie "Wie ich mit Bildern in Ausstellungen arbeite" Ausstellungsarchitektur: Funktion ist auch Ornament ohne Kunstlicht Langzeitbelichtung