× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

radikal

Frank Sievers
Frank Sievers
entweder Schnipselparty, Krokodilstränen, Ein Mann mit Hut, Acryl auf Leinwand, 2016, Caroline Bickenbach
entweder Schnipselparty, Krokodilstränen, Ein Mann mit Hut, Acryl auf Leinwand, 2016, Caroline Bickenbach
o. T., Sanghoon Lee
o. T., Sanghoon Lee
A Gray Matter, Walker Brengel
A Gray Matter, Walker Brengel
weitere Zeichnungen
weitere Zeichnungen
Ausstellung UdK Rundgang Fakultät Bildende Kunst Kinderzeichnung Kinderzeichnung ("kindlicher Stil") Frank Sievers udk1-k.jpg "Kleine Zeichnung im goldenen Rahmen", 2016, Valerie Funk entweder Schnipselparty, Krokodilstränen, Ein Mann mit Hut, Acryl auf Leinwand, 2016, Caroline Bickenbach udk3-k.jpg umsetzen Sarah Loibl mit stark vergrößerten Arbeiten auf Plane mit Ösen eventuell für Kinderzeichnung so ähnlich umsetzen Maria Martini verhüllt verhüllt Alice Senorina Hauck Strom, Welle, Europ(guernic)a, Jonas Jubitz o. T., Sanghoon Lee Sanghoon Lee udk9-k.jpg Clara Thorbecke Sophie Fensch Geradenbild Geradenbild A Gray Matter, Walker Brengel udk14-k.jpg "kein Titel", 2016, Yei-Hyung Kim Franziska Beilfuss Phillip Langer Standpunkt radikal radikal verhüllt Kinderzeichnung Die neuen Zeichnungen zähle ich zu den einzigen Arbeiten, die ohne aller Theorie funktionieren. Die frei sind von künstlerischem Gehabe. Von Gedankenkonstrukten, von Handwerk Handwerk . Sie entstehen aus dem Leben heraus. Sie erzählen nicht mehr, als was die Welt von sich aus vor meinen Augen ausbreitet. Die verhüllten Arbeiten bzw. das Verhüllen als Akt Akt des Zurücknehmens stellen/stellt die Gegenseite / der Gegenpol da. Mir scheint, als wären die Zeichnungen nun die Antwort auf das radikale Zurückziehen. Ein Gedanke beim Verhüllen war, dass im Inneren der Kästen etwas blühen kann, was für dem Betrachter verweigert bleibt. Vor lauter Blühen sollten die Kästen irgendwann einmal brechen, das Innere nach Außen treten und die Welt mit Neuem, noch nie Gesehenem überfluten. weitere Zeichnungen kzsa2-k.jpg Die Verhüllung ist der Todesstoß für jeglicher Kunst, die kindlichen Zeichnungen der Versuch das einfache Leben in die Kunst zu bringen.
Kosagen, 1910 - 1911, Wassily Kandinsky
Kosagen, 1910 - 1911, Wassily Kandinsky
La Desserte (Der Esstisch) / Harmonie in Rot, 1908
La Desserte ("Der Esstisch") / "Harmonie in Rot", 1908
Stillleben mit Geige und Trauben, 1912, Pablo Picasso
Stillleben mit Geige und Trauben, 1912, Pablo Picasso
Selbstporträt (mz), Vorschau für morgige Maschinenzeichnung, 60 x 80 cm
Selbstporträt (mz), Vorschau für morgige Maschinenzeichnung, 60 x 80 cm
wichtiges Thema der Moderne: Probleme lösen Standpunkt radikal radikal Ich glaube, ich möchte von Zeitgenossen zuerst abgelehnt werden. Ich möchte kämpfen können dürfen! Standpunkt Kein Problem darstellen, sondern haben! Tagesplan 1 7:00 - 8:00 Kunstgeschichte-Buch und Notizen 2 9:00 - 10:00 Collage Collage 3 11:00 - 14:00 Holzwerkstatt (Glaszuschnitt, Flügeltüren schleifen, Abstandsleisten) 4 15:00 - 16:00 Video-Selbstbild-Buch 5 17:00 - 18:00 Collage Kunstgeschichte Die Geschichte der Kunst "Experimente" wenn Doktrin richtig, dass in Kunst nicht Nachahmung der Natur sondern Ausdruck des Empfindens durch Wahl der Farben und Linien zählt: Frage legitim, ob auf alle "Motive" verzichten, ausschließlich auf Wirkung von Farbtönen und Umrissen beschränken Kosagen, 1910 - 1911, Wassily Kandinsky Wassily Kandinsky kandinsky1-k.jpg erster Künstler, der damit an Öffentlichkeit trat: Wassily Kandinsky (1866 - 1944) wie deutsche Malerfreunde hatte er Zweifel Zweifel an Werten wie Fortschritt und Wissenschaft sehnte sich nach Erneuerung der Welt durch neue Innerlichkeit[?] psychologische Wirkung der reinen Farben leuchtendes Rot wirke auf Betrachter wie Ton einer Trompete Kubismus Kubismus hatte in Paris Ursprung Ursprung radikale Abwendung von abendländischer Maltradition Kubismus wollte Darstellung der Gegenstände nicht ganz abschaffen Hintergründe: 1 zeitgenössisches Unbehagen an brillanten "Schnappschüssen" der Impressionisten mit ihrem momentanen Eindruck 2 Verlangen nach mehr Ordnung, Struktur und dauerhaftem Bildaufbau Konflikt von Muster und Solidität Eindruck von Solidität: durch Modellierung erreicht, die Lichteinfall anzeigt Jugenstil / Künstler wie Seurat und Cézanne Paul Cézanne räumten Dekorativem Vorrang ein opferten dafür jahrhundertealte Praxis, jede Form durch Licht und Schatten zu modellieren Opfer konnte als Befreiung wahrgenommen werden van Gogh Vincent van Gogh und Gauguins ermutigten Künstler dazu, ausgetretenen Pfad einer überfeinerten Kunst zu verlassen einfachen Formen und Farben zuwenden Künstler begnügten sich nicht mit gesuchter Subtilität hielten Ausschau nach intensiven Farben und gewagten "barbarischen" Harmonien 1905: Gruppe junger Künstler "Wilde Tiere" / "Les Fauves" stellt in Paris aus Henri Matisse Henri Matisse (1869 - 1954) dekorative Vereinfachung studierte leuchtende Farben orientalischer Teppiche und nordafrikanischer Landschaften weniger darauf aus, Natureindruck wiederzugeben Natureindruck in ein Ornament umsetzen La Desserte ("Der Esstisch") / "Harmonie in Rot", 1908 matisse1-k.jpg Spiel der Beziehung zwischen Tapetenmuster, Tuschtuch und Gegenstände auf Tisch bildet eigentliches Thema des Bildes erinnert an Kinderzeichnung Kinderzeichnung Pablo Picasso Pablo Picasso (1881 - 1973) mit 19 Jahren nach Paris malte dort Bettler, Obdachlose, fahrendes Volk und Zirkusakrobaten begann sich mit primitiver Kunst zu beschäftigen Aufbau Gesicht oder Gegenstand auf ein paar elemantaren Formen erlernbar Cézanne riet ihm Natur durch Zylinder, Kegel und Kugeln zu sehen nahm es mit anderen Malern wortwörtlich konsequent sein, Ziel nicht Naturnachahmung, sondern die Konstruktion verschiedene Ansichten eines Objektes sind uns oft zugleich "gegenwärtig" (auch wenn wir nur eine Ansicht sehen) greift auf Methode der alten Ägypter zurück von jedem Gegenstand charakteristischste Ansicht dargestellt Stillleben Stillleben mit Geige und Trauben, 1912, Pablo Picasso picasso1-k.jpg Schnecke und Wirbel von Seite dargestellt F-Löcher dagegen von vorne Krümmung der Zargen stark übertrieben scheinbares Durcheinander beziehungsloser Fragmente, Gesamtbild wirkt jedoch nicht chaotisch Abbild eines Gegenstandes aus verschiedenen Ansichten aufbauen hat einen Nachteil: lässt sich nicht mit jedem Gegenstand gut machen Betrachter muss Objekt kennen deshalb vor allem Gitarren, Flaschen, Fruchtschalen und menschliche Gestalt verwendet Picasso ändert immer wieder seine Methoden, kein Darstellungsmittel und keine Technik befriedigte ihn lange verhüllt verhüllt Werkstatt Holzwerkstatt Glaszuschnitt (Alberti) Glas millimetergenau eingelegt Glas unten durch Hebel befestigt Schneideschieber an Glas gedrückt ohne Druck zügig geschnitten ruckartig Druck ausgeübt, damit Glas ordentlich abbricht Abstandsleisten auf richtige Höhe und Breite gehobelt[?] 45-Grad-Schnitte, danach eingelegt jeweils mittig noch mit Klebeband am Rahmen fixiert unter oberer Holzrahmenleiste dickes Brett gelegt, an dem später Nägel hängen können (dadurch Last auf gesamten Rahmen verteilt) umsetzen morgen: Rückplatte einlegen (heute noch mit Kreuz verleimt) Brett und Rückplatte an Rahmen tackern Flügeltüren noch schleifen, damit sie genau mit Holzrahmen abschließen abends: Porträt plotten, am Montag Rahmen wieder öffnen, Arbeit rein tun, im Klassenraum aufhängen Geradenbild Geradenbild Werkstatt AV-Labor Selbstporträt Selstbildnis (mz), Vorschau für morgige Maschinenzeichnung, 60 x 80 cm vorschau1-k.jpg morgigen Plott vorbereitet
Ergebnis Fotoaufnahme Ganzkörper für Collage 65 x 300 cm
Ergebnis Fotoaufnahme Ganzkörper für Collage 65 x 300 cm
verhüllt verhüllt Werkstatt Holzwerkstatt Flügeltür-Rahmung weiter bearbeitet Versuch Ausstechen vom Scharnierbereich mit Schnitzbeitel, erste Tests nicht gut nachher noch einmal probieren 1 Ränder vorritzen 2 mit Säge kleine Rillen gesägt 3 mit Schnitzmesser über diese kleine Bereiche Holz abgetragen bei sichtbaren Unregelmäßigkeiten eventuell mit Paste nachbessern Messing-Schrauben später silber übermalen Geradenbild Geradenbild umsetzen ca. 3 Meter großen stehenden Akt Akt als Collage Collage umsetzen heute Fotoaufnahmen Ergebnis Fotoaufnahme Ganzkörper für Collage 65 x 300 cm fotoaufnahme.jpg Aufnahme verfremdet: Oberkörper nach hinten gebeugt, frontale Sicht Fuß eingefügt, Geschlechtsteil angehoben, Kopf ausgetauscht (Betrachter wird von oben herab angesehen) Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit Kunstlehre "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit", Walter Benjamin Walter Benjamin Kunstwerk grundsätzlich immer reproduzierbar gewesen zwei Verfahren technischer Reproduktion der Griechen Griechen : Guß und Prägung Fotografie: Hand im Prozeß bildlicher Reproduktion zum ersten Mal entlastet Auge erfasst schneller als das Hand zeichnet ungeheure Beschleunigung: konnte mit Sprechen Schritt halten mit Reproduktion fällt einmaliges Dasein (Hier und Jetzt) weg technische Reproduktion im Gegensatz zur manuellen: kann in Fotografie Ansichten des Originals hervorheben, die durch menschliches Auge nicht zugänglich sind neue Erfahrungen durch Vergrößerung oder durch Zeitlupe bisher ungeahnte Bilder festhalten Reproduktion: entwertet sein Hier und Jetzt Aura: verkümmert an Stelle einmaliges wird massenweises Vorkommen eingesetzt umsetzen (Notizen auf Ausdruck von Reproduktions-Artikel) radikal radikal radikal sein: nach Fertigstellung Zeichnung die digitale Vorlage zerstören (alle Testblätter können bleiben) Auflage = 1 nur an einem Ort sichtbar, nicht in Massen erfahrbar = konzentriert verstärkt durch Flügeltüren nur "Zustandsdrucke" (so auch kennzeichnen) und einem "Endergebnis" ANTI-MASSE
(mit Notizen kommender Tage) umsetzen radikal radikal für zukünftigem HGB-Rundgang: 1 entweder weiter radikal verhüllen / verweigern oder 2 Flügelaltar umsetzen (vor eigentlicher Arbeit zwei Holztüren, die vom Zentrum aus geöffnet werden können) bei 2 ohne weiterer Beschriftung nur wenn Betrachter von sich aus aktiv wird, kann er eigentliche Arbeit sehen danach müssen Flügeltüren wieder geschlossen werden (eventuell von Aufsicht) bei Flügelaltar: Holz-Rahmung selber bei Alberti herstellen guter Nebeneffekt: UV-Licht wird abgeblockt umsetzen Ich muss mich von der Vorstellung befreien, dass Gegenwartskunst Gegenwartskunst immer eine große Aussage haben muss. Der menschliche Körper ist Grund genug! Die Blume beim blühen und vergehen zuschauen! Geradenbild Geradenbild Ausschnitt von Körperstudie in Originalgröße gedruckt (ein Blatt) Strichstärke Stift (fine) entspricht 1,5pt Fadenkreuz in Processing eingefügt Zeichenfläche wird dadurch um 13 mm je Seite erhöht (insgesamt 26 mm), bei Blattgröße immer mit beachten! Fadenkreuz in Illustrator an Zeichenflächenenden legen (bei vergrößerter Ansicht von 3200%) Geraden in drei Durchläufen aufgeteilt (damit bei nachlassender Tinte keine Fläche komplett verschwindet) Vorgehen: 1 Durchläufe in Illustrator zuerst exakt übereinander legen 2 rotes Rechteck: Objekt > Zeichenflächen > In Zeichenflächen konvertieren 3 Rechteck, welches alle Vektoren umschließt vom Zentrum aus erstellen 4 Zeichenfläche auf 1200 x 1200 mm skalieren 5 alles markieren und so lange skalieren, bis Fadenkreuze an Zeichenflächenrand 6 rote Rechtecke entfernen (soll nicht geplottet werden) 7 danach alle Ebenen einzeln[!] plotten Werkstatt AV-Labor für kommende Woche Hahnemühle-Zeichenpapier im Klassenraum gelagert (14,8 x 20 m) Farbstifte bestellt (da derzeit nicht vorrätig eventuell am Montag zusätzliche Stifte kaufen)
(mit Notizen von morgen) HGB Rundgang HGB Rundgang 2016 Siebdruckplatte 55 x 75 cm für Fräse Fräse vorbereitet mit Ohme Programm-Code besprochen / Fehler behoben zwei Ganzkörperporträts (für Plotterdruck und Druck auf Folie) geplottet morgen zwei weitere plotten und Körperstudie (1 m lang bzw. längste Variante bei 42 cm breitem Papier) und Siebdruckplatte bei Ohme abliefern kurzes Gespräch mit Bachmann geführt er schlägt zweischichtige Kunststoffplatten vor (vordere Schicht = weiß, hintere = schwarz, dadurch gute Ergebnisse möglich) informiert mich, sobald Testplatten bestellt und angekommen sind Kunstkritik Vorlesung Relevanz der Kunst / Kunst der Relevanz (Mitschnitt durchgearbeitet, mit persönlichen Ansichten Beteiligter) "postsouveräne Moderne" wirkt nicht auf etwas, sondern befindet sich innerhalb von Dingen, Verhältnissen, Relationen und Interaktion diese prägen, strukturieren und machen die Postmoderne Postmoderne aus Freiheit ist Teil der Postmoderne / wird von ihr vorausgesetzt radikal radikal Radikal zu sein bedeutet Terror Kritik an etwas ermöglicht ein bisschen anders zu sein, aber immer noch mitten im "Spiel der Kräfte", also nicht außerhalb Wie kann eine zeitgenössisch zeitgenössisch künstlerische Praxis aussehen, die sich gesellschaftlicher Verantwortung entzieht? Teilnehmer will keinen "Leitfaden" für relevante Kunst vorstellen (wäre sehr angreifbar gewesen) möchte Frage in Bestandteile auflösen, keine Antwort liefern Kunst aus materialistischer Perspektive[?] im gesellschaftlichem Kontext: Tendenzen politischer Haltung als Spuren in Kunst wiederzufinden (auch ohne Intention Intention des Künstlers) Aufteilung künstlerischer Praxis in gut und schlecht zu einfach gedacht Für wen oder was macht man Kunst? Wer darf über Relevanz meiner Kunst urteilen? Gegen wen richtet man sich mit seiner Position? Teilnehmer findet es schwer, über relevante Strömungen / Praxen zu sprechen Adorno Theodor W. Adorno : Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern / Kunstwerken und "entkunsteten Dingen" verhüllt verhüllt notiert statt "Dilemma" Wort "Kampf" verwenden: "innerer Kampf zwischen (allzu menschlichem) Verlangen nach gehört zu werden und gleichzeitiger Infragestellung der eigenen (aber auch aller) künstlerischer Relevanz" Relevanz eigener künstlerischer Arbeiten bei Studenten: laut Meinung nicht geändert Themen haben sich nicht geändert (Fragen nach Selbstorganisation, nach Arbeitsbegriff, Politizität des kulturellen Schaffens, nach Kreativität) lediglich Konditionen, unter denen das stattfinden kann, haben sich geändert Kunstausbildung und Kunst sollen seit Bologna Effizienzkriterien gehorchen Selbstverantwortung steigt (Selbstorganisation und Administration, Verantwortung für gesellschaftliche Rolle etc.) wie kann dieses System für Unvorhersehbarkeit / neue Rollen / neue Aufgaben geöffnet werden? Hochschule = Unmöglichkeitsraum, wo angenommene Regeln außer Kraft gesetzt und neu geordnet werden können notiert insgesamt: überladen mit Fachbegriffen und Wörtern, die etwas eigentlich einfaches kompliziert machen meistens gar nichts verstanden, da mit für mich Neuwortbildungen überschüttet Standpunkt Diplom Arbeit verhüllt Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Gerade musste ich grinsen, bei der Vorstellung, dass ich … äh … auch beim Diplom dann … äh … lediglich verhüllte Arbeiten zeige.
  • Und über etwas spreche, was niemand sehen kann!
  • Also dass ich mich selbst dort dann dem Zeigen verwehre.
  • [Kratze mich am Hinterkopf.]
  • [Klick.]
  • Jetzt überlege ich halt gerade: Geht das denn?
  • Ähm … Diese Prüfung zu machen. Wo es ja um die eigene künstlerische Arbeit geht. Ähm … Ohne, dass halt … die Professoren, die … äh … Prüfer, dann etwas sehen können?
  • Worüber sie reden könnten?
  • Weil sie können ja noch nicht einmal … äh … dann über meine Arbeit reden. Oder ich kann nichts wirklich darüber erzählen!
  • Oder mit denen das diskutieren! Weil's einfach …
  • [Schlucke.]
  • … nicht sichtbar ist.
  • [Pause.]
  • Dann könnte also lediglich die Verhüllung sozusagen … ähm … Thema dieser … Diplomarbeit sein.
  • Was ich gar nicht einmal so schön fände! Vielleicht. Sondern, dass eigentlich zur Diplomarbeit schon … äh … das, was ich halt eigentlich behandeln, gehört.
  • Sagen wir jetzt zum Beispiel die Geradenbilder.
  • Und dass ich das aber eben nicht zeige. Sondern eben dann: [Sperren: verhülle].
  • Aber dass die Verhüllung eigentlich gar nicht … ähm … die Arbeit ist, die ich da vorstellen will.
  • [Schlucke.]
  • Vielleicht dass dann im Endeffekt während dieser Runde … äh …, dann natürlich von deren Seite aus, gesagt wird, dass … äh … über meine eigentliche Arbeit nicht geredet werden kann. Da können sie gar nichts machen.
  • Sie können auch nichts benoten. Oder wie das dann abgeht. Sondern dass wir halt überschwenken müssen zu dem, was sie sehen.
  • Und zwar: [Sperren: nichts].
  • Beziehungsweise … Die Holzkästen.
  • Zum Beispiel.
  • [Pause.]
  • Wenn ich mich dann dem verweigere, darüber etwas zu sagen, …
  • Besteht man dann das Diplom oder nicht?
  • [Klick.]
  • Die Vorstellung ist zumindestens … witzig!
  • [Aufnahme Ende.]
1 x Daumennagellänge Alkohol Whisky
Standpunkt (von gestern) verhüllt verhüllt Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Heute sollte ich mir mal überlegen, was ich in den Verhülltarbeiten … ähm … als Kritik zur zeitgenössischen Kunst sehen kann.
  • [Sperren: Könnte].
  • Das heißt, dass ich das von der persönlichen Ebene runterhole.
  • Mit der Selbstinszenierung Inszenierung !
  • Die ich aufgeben wollte. Mit der extremen.
  • Und dass ich es halt schaffe, … Weil ich [Sperren: sehe] es ja auch irgendwie drinne, dass die Inszenierung … ähm … Die ist ja ein Teil des … ähm … des Künstlerdaseins.
  • Und …
  • [Räuspere mich.]
  • Die Inszenierung ist Teil … ähm … des [Sperren: Marktes].
  • Also man [Sperren: muss] sich inszenieren.
  • Und damit ist es sozusagen auch gleichzeitig Thema. Ähm … Ja.
  • Der zeitgenössischen Kunst.
  • Für mich!
  • Und … Da mich das ja immer fasziniert. Ich es richtig gut finde, wenn ich vor hundert Jahren halt Künstler … ähm … mir durchsehe, die halt …
  • Jetzt ist es Franz Marc Franz Marc zum Beispiel. Der halt eine [Sperren: Idee] hatte, … äh … von dem, was Kunst … ähm … können [Sperren: soll].
  • [Pause.]
  • Die haben das ziemlich … äh … politisiert!
  • Glaube ich.
  • Wenn man das so sagen kann.
  • Ähm … Aber mich fasziniert daran, dass die da … ähm … dass die die Kunst zum Gegenstand auch ihrer Arbeit gemacht haben.
  • Also dass es was ausdrücken sollte. Entweder in der … ähm … in der realen Welt wieder. Oder dass die … Oder dass die Arbeit die Kunst selber bearbeitet hat.
  • Und hier in dem Fall, mit dem Verhüllten, … ähm … wäre das ja, wenn ich das als Kritik sehe, …
  • Und ich habe ja so den Drang dazu, … ähm … äh … in dieser … äh … Postmoderne Postmoderne , mit der ich jetzt nicht mehr so viel anfangen kann, …
  • Oder die Ideen, die die hatten!
  • Oder immer noch haben. Ich weiß es jetzt nicht. Ob wir noch in der Postmoderne sind?
  • Ob zeitgenössische zeitgenössisch Kunst schon wieder was anderes ist?
  • Das habe ich irgendwie nicht raus bekommen!
  • [Ziehe Luft ein.]
  • Aber dass … Dass ich halt mehr mit der [Sperren: Moderne] anfangen kann, mit den Ideen, mit der Vorstellung, was Kunst …
  • [Sperren: Soll].
  • Wohin Kunst …
  • [Sperren: Gehen] sollte.
  • Die waren halt ein bissel … Na. Radikal radikal .
  • Oder die waren halt sehr … Die hatten halt eine [Sperren: Sicht]. Die dachten, es gäbe was Objektives. Und … ähm … wollten das halt rausholen.
  • Und [Sperren: heute] sind wir halt in diesem … ähm …
  • [Sperren: Jeder macht das, was er will].
  • Das ist heute sehr subjektiv. Und … Also [Sperren: extrem].
  • Subjektiv.
  • Eigentlich.
  • Ähm … Ich verstehe so gut wie gar nichts mehr. Was ich … Wenn … Wenn ich mir jetzt keine Texte dazu durchlese.
  • Das ist halt sehr … Also.
  • Ich stelle es halt komplett in Frage.
  • Eigentlich.
  • Und dass ich diese … ähm … Also meine … ähm … Meine Kritikpunkte noch einmal jetze aufliste.
  • Was ich jetze auch aktuell halt nicht verstehe.
  • Bei der zeitgenössischen Kunst.
  • Ähm … Was ich an Postmoderne nicht mag. Und so.
  • Ähm … Und [Sperren: gleichzeitig] … ähm … Dass ich auch [Sperren: verstehe], dass die Moderne abgelöst werden [Sperren: musste].
  • Also die Ideen. Ähm … Ich sehe es ja genauso!
  • Eigentlich.
  • Es gibt nichts Objektives. Es ist … ähm … Es ist alles [Sperren: konstruiert].
  • Und je nachdem, von wo man das halt aus betrachtet, ergibt das einen Sinn.
  • Oder eben keinen Sinn.
  • So.
  • Deshalb ist es eigentlich genau …
  • Ja.
  • Wiederum meine Zeit! Jetze. In der ich lebe.
  • Das ist … äh … Das ist gut so. Eigentlich müsste ich … äh … sozusagen genau auf der [Sperren: Welle] sein.
  • Auch mit diesen … äh … mit dieser Idee, dass … dass einem nichts aufgezwungen wird.
  • Dass einem nicht jemand sagt, was Kunst ist!
  • [Sperren: Ich] will es ja für [Sperren: mich] selbst entscheiden können.
  • Und so.
  • Und gleichzeitig kritisiere das halt. Diese komplette [Sperren: Offenheit].
  • Und so.
  • Na ja. Okay. Dass ich das jetzt halt noch einmal alles sammle und dann halt im Hinblick auf die verhüllten Arbeiten durchgehe.
  • Ich denke halt, eben, dass … ähm … dass … dass … dass das dann nicht bloß später reingedacht ist.
  • In die verhüllten Arbeiten.
  • Sondern, dass das eben schon …
  • Wie gesagt: Mit der Inszenierung und so weiter war immer schon Teil dieser Arbeit.
  • Nur, dass ich das halt bisher im Privaten gedacht habe.
  • Also was [Sperren: mich] angeht. Aber dass ich das halt genauso gut … ähm …
  • … [Sperren: ausweiten] …
  • … kann.
  • Also von mir weggehen kann. Und halt von oben gucken kann.
  • Was … Was bedeutet das für das gesamte System?
  • Wenn das heute so ist?
  • [Pause.]
  • Und … ähm … Und …
  • [Sperren: Warum verhülle ich] …
  • … dann halt?
  • Ich glaube, das ist sehr gut. Mache ich heute.
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt radikal Die heutige Besprechung habe ich genutzt, um meine Idee der verhüllten Arbeit darzulegen. Und es war eine gute Entscheidung. Es hat mich darin bestärkt, konsequent an der Umsetzung zu arbeiten. Das heißt: radikal (schlimmes Wort) vorzugehen, die Verhüllung wirklich nicht zu signieren, meinen Standpunkt / meine Verweigerung etwas zu zeigen kurz zu erläutern (Dilemma zwischen Drang sich zu äußern und gleichzeitiger Infragestellung der über-menschlichen Bedeutung des Gezeigten, aber auch in Bezug auf die zeitgenössische Kunst). Nun stehe ich vor der Frage, ob ich bereits in der Hochschule konsequent verhüllen sollte. Denn so habe ich es während des Gesprächs dargelegt. Wühler hatte insofern recht, dass ich immer noch andere Arbeiten / Arbeiten ohne Verhüllung während meiner bisherigen Studienzeit zeigte. Die Frage ist nun: Ist die Hochschule für mich ein Ort, den ich als Lernort verstehe (wo ich also etwas zeigen sollte, um an Kritik lernen zu können)? Oder sehe ich - speziell den Rundgang - schon als in die Öffentlichkeit treten an? Konsequent wäre ich, würde ich die Arbeiten (Ganzkörperporträts) nicht zeigen, also würde ich sie vor Ausstellungsbeginn verhüllen. Sie wären zwar da, aber nicht ansehbar. Was hindert mich daran, es wirklich jetzt schon umzusetzen? Es ist - so vermute ich - das Gefühl der Anerkennung, die ich beim letzten Rundgang aufgrund der Geradenbilder erhielt (viele Besucher sprachen mich an, einer kaufte eine der gezeigten Arbeit) und nach der ich mich nun (ob ich will oder nicht) wieder sehne. Ist es aber nicht genau der Grund, warum ich eigentlich verhüllen will? Den Mittelweg finden zwischen primitiver (menschlicher!) Triebbefriedigung und dem Wissen der Nichtwichtigkeit allen Menschlichen? Ich verstehe jetzt den Kommilitonen, der, bevor er seine Malereien unkenntlich macht, Fotos von ihn anfertigt. Er kann nicht loslassen, kann etwas selber als gut Befundenes nicht wirklich zerstören, ist nicht konsequent. Ich ebenfalls nicht. Menschlich. Aber im Künstlerischen überwindbar? Ich setze ja nicht mein Leben aufs Spiel. Es geht um Kunst! Und viel Kunst landet eh auf dem Dachboden oder im Abfalleimer! Demut! Ich zerreise mich gerade selber. Das Dilemma wird fühlbar, tut direkt weh, ist nicht nur noch ein Gedankenkonstrukt. Es wird real. 1 x Daumennagellänge Alkohol Whisky Friedrich Fröhlich, eventuell inkonsequent Kurs Farbe Weiss (NOCH BEARBEITEN) 1 BILD "Weiß auf Weiß", 1918, Malewitsch Kasimir Malewitsch visueller Nullpunkt Krisenherd in der Malerei bessere Welt prognostiziert (positive Sichtweise) mit geometrischem Vokabular bearbeitet (Quadrat in Schräglage) 2 BILD Alexander Rodtschenko Alexander Michailowitsch Rodtschenko , Schwarz auf Schwarz, 1919 Ende der Kunst prognostiziert (negative Sichtweise) 3 Yves Klein Yves Klein : erste monochrome Arbeiten Sartre "Sein und das Nichts" (GOOGLEN) "Jetzt habe ich …" "Ich sehe mich, weil man sich sieht" … reflektiertes Sehen (besonders bei leeren Bildflächen, betrachten von anderen, wie sie Arbeit wahrnehmen) Tom Friedman, "1000 Hours of staying", 1992 - 1997 (GOOGLEN) Form und Inhalt ändern sich nicht, selbst wenn er nicht 1000 Stunden drauf geschaut hätte Karin Sander "Zeigen", 2009 / 2010 GOOGLEN weiße Wandfläche für eigene Projektion John Baldessari John Baldessari "Everything in pu…[?]", 1966 - 1969 füllt leere Bildfläche mit Schrift, widerspricht sich im Geschriebenen Baldessari "Pure Beauty", 1966 - 1988 Art & Language: "Secret Painting", 1967 - 1968 (ZITAT) James McNeill Whistler "Sym[?] in White", 1862 jungfreuliche Symbolik mit Farbe Weiß 10 Jahre später: Mutter "Grey and Black", 1872 "Die L[?] ist zurückgewichen … [?]" Bildideen mit biblischen Hintergrund Identitätskrise der Künstler im 19. Jahrhundert Jean-Baptiste Oudry 1753 "Le can [?] bl[?]" 1759 in [?] erklärt (GOOGLEN) Kandinsky Wassily Kandinsky "Über das … [?] Deswegen nicht das Weiß" (GOOGLEN) Robert Ryman "Resame", 1984 mit vier [?] … (NICHT LESBAR) Alexander Rodtschenko (1891 - 1956) 1939 "Ich habe die Malerei zu ihrem logischen Ende … [?]" (GOOGLEN) Workshop Farbe Weiss Fotos von Diele über Diele gelegt, Kosuth Joseph Kosuth [?] Kelin: "Weißer Raum" Krefeld? Gregor Schneider Gregor Schneider : Weiße Räume / Tod Sterben ? Konzept verhüllte Arbeit vorgestellt Geradenbild Geradenbild AV-Labor vier Folien bedrucken lassen, für spätere Geraden-Collage Collage
Geradenbild Geradenbild o. T. Akt Akt wie "Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt , Rückansicht, sich streckend" (siehe 28.7.) umgesetzt in unterschiedlichen Körperhaltungen fotografiert (mit weißem Stoff Boden und Wand abgedeckt), in Geraden umgewandelt (ohne Hintergrund, Rahmen und anderer ablenkender Dinge) "Dann auf zu den einzeln ansteuerbaren LEDs!" (O.) Fahrt nach Berlin mit Hamburger Bahnhof ("A Few Free Years", u. a. Richard Jackson Richard Jackson , Paul McCarthy Paul McCarthy , Dieter Roth Dieter Roth , Bruce Nauman Bruce Nauman ) und Deutsche Bank Kunsthalle ("Energy Made Visible", u. a. Jackson Pollock Jackson Pollock ) geplant radikal radikal "Der radikale Gärtner", ARTE radikale Kunst = Dinge neu betrachten, Sichtweise ändern (Koons Jeff Koons ) radikale Kunst = muss "ultra-radikal" sein (Meese) Anfang 20. Jahrhundert: radikale Kunst = Kunstform, die gegen Status quo protestierte bestrebt, nicht nur Kultur, sondern Leben selbst zu verändern Veränderungen in der Kunst der 1960er Jahre waren radikal aktuelle Kunst: nicht mehr von Motivation getrieben, Kultur radikal zu verändern (McLaren) aktuelle Kunst verschmilzt eher mit der Kultur ("Speziell in den letzten zehn Jahren ist der Künstler sozusagen Konkurrent geworden von Paris Hilton.") Jeff Koons = globale Marke, zwischen Kunst, Mode, Medien und Geld
Ergebnis Fräsmaschine aus unterschiedlichen Perspektiven / Lichtverhältnissen
Ergebnis Fräsmaschine aus unterschiedlichen Perspektiven / Lichtverhältnissen
Geradenbild Geradenbild Einzelgespräch Baumgartner da sie selber Linienbündel-Stil bearbeitet, diese Arbeiten eher außen vor gelassen maschinell erzeugte Linienbündel findet sie langweilig (zu starr) arbeitet auch gerne in Serien (Mark hatte mir zu einer Einzelarbeit geraten / auf den Punkt bringen) Frage: Warum Holz? Warum kein Metall? Hintergedanken dazu sammeln (natürlich, mit kleinen "Fehlern", arbeitend) mittels Plotter Plotter Motiv in transparente Platte ritzen und Radierung drucken (Werkstätte anfragen, mit Verweis auf Baumgartner) findet verdreifachte Geraden (parallel laufende Geraden) interessant (mehr Bewegung) umsetzen Radierung für Druck vorbereiten (AV-Labor wegen Plotterzeit anfragen) und Werkstatt kontaktieren umsetzen mehrere Holzplatten (weich) kaufen und Ausschnitte aus Motiv umsetzen verschiedene Farbvarianten 1 nur Holz 2 Linien schwarz (Spray), Farbe auf Grundplatte danach abschleifen 3 Linien schwarz (Spray), Grundplatte rot/blau/ … (mit Rolle auftragen) nach Umsetzung wieder Einzelgespräch anvisieren, um weiteres Vorgehen zu besprechen Einzelgespräch Ohme Besprechung erstes Ergebnis mit Fräsmaschine Ergebnis Fräsmaschine aus unterschiedlichen Perspektiven / Lichtverhältnissen fraesetest1-k.jpg seitliche Ansicht mit Gegenlicht: fotorealistisch "Bildnegativ" entsteht bei seitlicher Frontallicht eigentliche Fräsedauer: 15 Minuten (große Arbeiten also zeitlich möglich) umsetzen zwei Motive erzeugen durch zwei unterschiedliche Ausweitungen der Linienbündel an einem Strang (links und rechts von Hauptgerade) notiert mittels Lichtinstallation (zeitgesteuert) lassen sich unterschiedliche Sichten / Motive auf Fräsarbeit hervorheben mit neuem Test ausprobieren (zweimotivig) spannende Diskussion über das kleinste Teilchen, den Urknall, Paralleluniversen und überhaupt über das Ganze E-Mail an Bachmann wegen Wunsch auf Erhalt des Ergebnisses geschrieben (kann er Ohme übergeben) radikal radikal Wurzel (lateinisch "radix", "radikal") 1 Wurzel (Pflanze) althochdeutsch "wurzala", "das Gewundene" Grundorgan der Kormophyten (weitere: Sprossachse und Blatt) Sprossachse: trägt Blätterdach, bewegt jenes in günstige Position Wurzel: primär für Aufnahme von Wasser (und meist auch Mineralstoffen) zuständig Transport findet innerhalb Zellen oder im Zellzwischenraum statt zur Befestigung unter Umständen auch als Speicherorgan für Reservestoffe genutzt Wurzelsystem: Gesamtheit der Wurzeln A heterogene Wurzelsysteme (Allorhizie) senkrecht nach unten wachsende Hauptwurzel B homogene Wurzelsysteme (Homorhizie) besteht aus zahlreichen gleichrangigen Wurzeln Übergangsbereich von Wuzel zu Baumstamm: Wurzelstock Ausgestaltung Wurzelbild abhängig von Gründigkeit Boden (Festigkeit) Unterscheidung in Ausdehnung der Wurzeln: A Tiefwurzler Pfahlwurzel (Allorhizie) wird in Richtung Grundwasser getrieben B Flachwurzler angepasst an im Boden versickendes Oberflächenwasser C Herzwurzler Wurzeln dringen in alle Richtungen vor (entsteht Herzform) Befestigung der Wurzeln u. a. A Stelzwurzeln (bei Wasserpflanzen) B Atemwurzeln (in Sumpfgebieten nach oben wachsende Wurzeln, die Pflanze mit Sauerstoff versorgen) C Luftwurzeln (Regenwasser wird aufgesogen) 2 Wurzel (Linguistik) A Wortstamm, aus dem durch Ableitungssilben neue Wörter gebildet werden Beispiel: Wort - wörtlich - antworten - Verantwortung - Verantwortlichkeit B durch historischen Vergleich erschlossener Wortstamm Beispiel: "neu" (deutsch) und "new" (englisch), "nuovo" (italienisch), "neuf" (französisch), "neos" (griechisch Griechen ) überall möglich, wo Sprachen auf indoeuropäische Wurzel neu(i)os zurück gehen 4 Wurzel (Graphentheorie) Unterscheidung zwischen Wurzel und Knoten Wurzel: alle weitere Knoten sind von Knoten aus erreichbar Knoten hat keinen Vorgänger 5 Rhizom (Philosophie) Begriff von Wurzelgeflechte abgeleitet zentraler Begriff der Philosophie von Gilles Deleuze und Félix Guattari (entwickelt 1970er) Metapher für postmodernes/poststrukturalistisches Modell der Wissensorganisation und Weltbeschreibung ersetzt ältere (durch Baum-Metapher dargestellte) hierarchische Strukturen Baummodell gibt es keine Kreuzungen und Überschneidungen Rhizom: "vielwurzelig" verflochtenes System
o. T. Kurs Mensch-Maschinen-Verhältnisse Seminarplan 1 Descartes, La Mettrie und Butlers "Buch der Maschinen" 2 Kleist Marionettentheater, Hoffmann "Der Sandmann" Filmklassiker: Metropolis, Modern Times Neuere Filme wie Ex Machina 3 Von Turing über die Kybernetik bis Bladerunner, Datenbanken und Archive als "Erinnerungsmaschinen" 4 Pinocchio, Anders, Stanislaw Lem, Deleuze/Guattari, Agamben, Wissenschaftskritik (Technik-Grenzen) 5 Haraway, Maschinen-Identitäten klassische KI und Schwarmintelligenz sozialer Wohnungsbau, geplante Städte, Mumford und UbiCom, Bionik - Exoskelette 6 Transhumanismus Transhumanismus , Kurzweil Ancarani, japanischer Pop, aktuelle Netzpolitiken Standpunkt radikal radikal A Was heißt "Radikal! Grundsätzlich!"? grundsätzlich: nicht an der Oberfläche kratzen, zum Punkt kommen das zeigen, was bedeutend ist, nichts was ablenkt das "Statement" ohne Umschweife mitteilen, die Wurzel (lateinisch "radix") greifen nicht auf figurativer Art (Totenschädel Totenmaske , Körper, Raben, Auge, …) übermitteln / Symbolismus Symbolismus wo Technik, Material und Stil den Inhalt unterstützen/wiedergeben B Was kann radikal in der Kunst sein? 1 die Technik siehe auch Punkt 4 ansonsten sicherlich alle neuen Techniken (wie damals Plotter Plotter / Maschinen übernahmen Arbeit, Neonröhren, Arbeiten auf atomarer Ebene, damals Fotografie) 2 das Material herkömmlich: Holz, danach Leinwand als malerischer Untergrund Material/Begrenztheit/neue Sichten als Thema: geschlitzte Leinwandbilder von Lucio Fontana Lucio Fontana , siehe 12.10.2014 Frank Stella Frank Stella : schuf neue Formen der Leinwand, siehe 25.7. ansonsten wird heute sicherlich alles als Untergrund / Auftrag verwendet 3 das Vorgehen wie umgedreht malen bei Georg Baselitz Georg Baselitz (und später auch zeigen) 4 der Stil u. a. für mich gut erkennbar bei: Impressionismus Impressionismus , Pointillismus Pointillismus , Expressionismus Expressionismus , Kubismus Kubismus , Suprematismus Suprematismus , Bauhaus Bauhaus , Minimalismus Minimalismus , Pop-Art und vieles mehr extreme Unterschiede zu vorheriger Malweise bzw. zu anderen parallel sich entwickelnden Stilen = radikal Kunstströmung liegt manchmal auch eine inhaltlicher Idee zugrunde Beispiel Impressionismus: Darstellung des Lichts und atmosphärischen Bedingungen = malerische Hauptaufgabe teilweise Verzicht auf Schwarz und erdige Farbtöne: Farbpalette wurde aufgehellt Wortherkunft durch Kritiker, später von Künstlern übernommen: "Impression, Sonnenaufgang", Claude Monet Claude Monet , 1872 einheitlicher Stil nicht wirklich sichtbar bei zeitgenössische zeitgenössisch Kunst 5 der Inhalt A vorhandene Arbeit/Aussage radikal umdeuten LOVE, 1964, Robert Indiana (Vertreter der Pop Art Pop Art und Signalkunst) verfremdet in: AIDS, 1987, Felix Partz, Jorge Zontal und AA Bronson Krankheit nicht nur in Arbeit verarbeitet, sondern persönlich betroffen Partz und Zontal starben 1994 an AIDS B Mallewitsch "Das Schwarze Quadrat Schwarze Quadrat auf weißem Grund", 1915 (siehe 19.12.2012) er leugnete im Manifest Manifest zur Ausstellung "(0,10)" jede Beziehung der Kunst und ihrer Darstellungen zur Natur (Kubismus forderte damals nicht absolute Gegenstandslosigkeit des Bildinhalts) seine Haltung auf inhaltlicher Ebene: radikal kleine Pinselstriche, nicht mit Lineal und einheitlicher Farbfläche
Radikal! Grundsätzlich!
Radikal! Grundsätzlich!
Einzelgespräch Mark radikal radikal Radikal! Grundsätzlich! radikalk.jpg gute Voraussetzungen für künstlerisches Schaffen 1 introvertiert 2 "da sicherlich nicht so an Frauengeschichten interessiert: eine gute Voraussetzung!" (keine Ablenkung, frei zitiert) zur künstlerischen Arbeit: mehr auf Inhalt konzentrieren, Maschine / Medium nur nutzen Beispiel Lidschlag, Totenschädel Totenmaske oder Handabdruck Handabdruck Bedeutung in der Geschichte der Kunst / des Menschens / der Welt bisher gute Ansätze, aber noch zu didaktisch (erzieherisch, methodisch) Format/Größe des Drucks auf Papier überdenken (eventuell bis an Papierrand gehen, Rand dann durch Plotter Plotter vorgegeben) nicht so kleinteilig bleiben, größere Formate, flächiger Ziel Donald Judd Donald Judd (1928 - 1994, US-amerikanischer Maler, Bildhauer Bildhauerei und Architekt, mit Hauptvertreter Minimalismus Minimalismus ): Komplexes einfach ausdrücken ein bisschen radikaler heutige Entsprechung von Handabdrücke finden (Beispiel Pech Merle , 25.000 v. Chr.) mit Hand einfach vieles ausprobieren / Abdrücke, Scans, nachzeichnen, Kontur, Schattenwurf) nicht nur Hand oder Kopf umsetzen, sondern ganzen Körper abbilden Hinweis, mehr mit Kommilitonen über Kunst diskutieren nicht für andere verständlicher/einfacher umsetzen, es muss für mich selber stimmig sein Frage der Qualität in der Kunst Einzelgespräch Bachmann und Ohme riesige Fräsmaschine im Keller benötigen dxf-Format maximal mit Stichel fräsen, spitzkonisch maximal 16 Stunden Arbeitszeit je Arbeit erlaubt maximal 3 mm je Linie mit Stichel möglich (sehr feine Linien) Holz, gleichmäßige Faserrichtung, sehr zäh Beispiel Ahorn (feinporig) oder Linde frei von Jahresringen anfänglich Test in Postkartengröße mit groben Muster eventuell mit Ahornfurnier verleimen (Oberfläche besser sichtbar) nachfragen nach Furnier: Kisten und Leistenfabrik, Leipzig Größe 1 x 1 m kein Problem (kommt aber auf Arbeitsaufwand an) G-Code erzeugen mit Processing bei Einzelgespräch mit Ohme kommende Zeit umsetzen ihm Beispiel-Processing-Code erzeugen für Motiv inklusive PDF