× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Bildnis der Mutter, Albrecht Dürer, 1514
"Bildnis der Mutter", Albrecht Dürer, 1514
Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490
Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490
Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael
Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael
Kunstgeschichte Die Geschichte der Kunst Ernst H. Gombrich Ernst H. Gombrich es gibt "die Kunst" nicht, es gibt nur Künstler Bedeutung je Zeit und Ort andere Nachdenken und Reden über "Wesen der Kunst" hat Künstler mehr geschadet als genutzt Ablehnung Kunst aus persönlicher Erinnerung (falscher Grund) Vorliebe für Hübsches und Gefälliges; Ablehnen von weniger Anziehendem vermeiden "Bildnis der Mutter", Albrecht Dürer Albrecht Dürer , 1514 bildnis-mutter.jpg großes Kunstwerk durch unbedingte Ehrlichkeit Begriff "Schönheit" was schön ist, ändert sich so oft wie Geschmack und jeweils geltende Maßstäbe Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490 hans-memling.jpg Begriff "Ausdruck" Ausdruck leicht verständlich: schnell tief berührt und erschüttert (Beispiel: Leiden und Triumph der Passion) "Es ist nicht nur bei den Menschen so, dass uns die Zurückhaltenden und Verschlossenen häufig am liebsten sind" Geheimnis nicht auf den ersten Blick preisgeben Verzerrung der Natur: bestimmte Wirkung erzielen "Wie immer wir über moderne Künstler denken, eines können wir ihnen ruhig zutrauen: die Fähigkeit 'richtig' zu zeichnen" Neigung der Menschen, konventionelle Formen und Farben als einzig richtig zu halten (Trägheit und Widerwille) Sterne in Kinderzeichnungen Kinderzeichnung = gelbe sternförmige Formen Künstler: Welt mit neuen Augen sehen und mit hergebrachten Vorstellungen und Vorurteilen aufräumen Kunstwerk <> Ergebnis mysteriöser Tätigkeit Kunstwerk = Gegenstand vom Menschen für Menschen Bilder und Statuen in Museen häufig nicht als Kunst entstanden (sondern für bestimmte Gelegenheit und Zweck gefertigt) Künstler meist zurückhaltende Leute Aussprache über Kunst oft schwierig, da weniger leicht in Worte fassbar / eher ein Gefühl 'richtige' Gleichgewicht Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael raffael.jpg (zuvor einige Studien für die "Madonna im Grünen" mit unterschiedlichen Beziehungen und Ausdrücken der Dargestellten) Frage des Geschmacks - Geschmack kann man bilden an Kunstwerke mit unvoreingenommenen Geist und offenen Sinn herantreten Gehirn Gehirn sollte nicht mit großen Worten und imposanten Fachausdrücken "voll gestopft" sein besser: über Kunst gar nichts zu wissen Menschen mit Wissen tun Dinge, die schön, ausdrucksvoll oder richtig gezeichnet sind, häufig als Kitsch Kitsch ab leerer Streit um Worte (Was ist Kunst? Was ist Kitsch?) Gefahr bei Wissen: Kunstwerk wird nicht mehr angesehen, sondern sofort mit Etikett versehen Kunstkritik Pullmann & Muse Muse Kunst sollte etwas alltägliches sein, nichts besonderes (Erfurcht entbehrlich) Übereinkunft über Sonderstellung Kunstraum Kunstraum = Kirche Banales wird zum Wunder erklärt Zelebrierung der sakralen Abgehobenheit Kunstakademien werden zu Universitäten (mehr Theorie als Praxis) Erklärungsbedarf Kunst = unerschöpflich "Theoriekünstler" selbsterhaltendes System ("Künstler-Professoren") "Die Malerei ist nur noch ein Zitat der Malerei" These: "Werke müssen sich in Theorie auflösen lassen, sonst sind sie nichts weiter als ästhetischer Firlefanz." berühmt werden wollen = albern Umstände wichtig, Verweise auf eigene Person, Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) der Name, nicht die Kunst zählt Kunst ist nicht messbar, deshalb Klammern an Kuratoren Musensohn = Dichter "An den Haaren herbeigezogene Kunst ist noch schlimmer als Kitsch"