× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Ganzkörperporträt   und
Ganzkörperporträt und
DVD screensaver performance, 2010, Constant Dullaart
DVD screensaver performance, 2010, Constant Dullaart
o. T. (mit Notizen von gestern) Geradenbild Geradenbild Lichtkasten A2 bestellt computergenerierte Geradenbilder auf A4 ausdrucken, auf Lichtkasten legen und "Hauptgeraden" abpausen "unwichtigere" Geraden intuitiv vervollständigen Ganzkörperporträt und geradenkoerper-k.jpg Ganzkörperaufnahme in Geraden umgewandelt notiert später auf 150 x 200 cm vergrößern (in 3 x 4, 50 x 50 cm-Papier, aufgesplittet) da händisches Plotten: auch mit Kreide und Kohle ausprobieren ebenfalls Geraden in Papier (zuvor auf schwarz gestrichene Holzplatte geklebt) ritzen Hausarbeit Constant Dullaart Constant Dullaart 1 YouTube YouTube als Subjekt arbeitet mit YouTube als Material und Veröffentlichungsplattform erste Metaarbeiten mit Abspielbutton und animiertes Ladesymbol Metaebene: Diskurse, Strukturen oder Sprachen werden als Objekte behandelt Selbstreferentialität: Metaebene findet in der Struktur statt, über die sie spricht Abspielbutton und Ladesymbol als Subjekt (Millionen von Nutzern sehen sie täglich, nehmen sie aber nicht wirklich war) bis dato noch kein Thema für künstlerische Arbeiten mit Videoprogramm einfache Effekte eingefügt: verschwinden, verschwimmen, wackeln (Erdbeben-Effekt), fallen zwei unterschiedliche Versionen für in YouTube-Design eingebettet und für Vollbildmodus (kleinere Icons) "youtube disco" "so viele Videos sind besser, wenn man Musik [unterlegt]" (das Salz in der Suppe) Videos eigentlich für Einbettung in Website gedacht (deshalb am Anfang Channel mit Gif-Animation unbrauchbar gemacht) Reaktionen zu Videos u. a. "acetylsalicylic acid (bufferin™)", ben coonley und "moonwalk", pash roter YouTube-Positionsbalken wird in Bild weitergeführt / lässt Porträt verschwinden: clip-2010-05-19 21;23;39 1.mov 2 Google Google als Subjekt "the revolving internet" (das sich drehende Internet) mit Hintergrundmusik "The Windmills of Your Mind" (frei übersetzt "Die Windmühlen deines Verstandes", Popsong 1968) Relation zu Readymades zeitgenössische zeitgenössisch Künstler reflektieren ihr Medium / benutzen Medium auch als Material / Material wird zum Thema Beispiel Künstlerduo Jodi mit Internet als Material Nam June Paik Nam June Paik mit "Internet Dream", 1994 notiert Doppelwand im Klassenraum nutzen: kleines Loch in 2 - 3 m Höhe sägen, Hand durchstecken und um die Hand herum mit Stift zeichnen oder mit Stift in Luft zum Betrachter hin zeichnen Thema? Geradenbild notiert "Random Access", Nam June Paik Ist Element Material oder Icon? Verknüpfung zu Warhol Andy Warhol : Untersuchung der uns umgebenden Icons (wie Dollar, Cola) Handwerk Handwerk von Flashdesignern mit Icon als Material sichtbar gemacht Icons = Teil eines temporären / sich ständig wandelnden Designs demokratische Idee von Kunst: Handwerk entscheidet nicht darüber, wer Künstler ist Thema "Wann wird etwas zur Kunst?" 3 Übersetzung digitale Arbeit in realen Ausstellungsraum "Youtube as a sculpture" (mit 8 großen im Kreis angeordneten Styropor-Kugeln, die nacheinander von 8 Lampen angeleuchtet werden) von weitem schaut es wie ein startendes YouTube-Video aus, erst beim Näherkommen wird handgemachte Skulptur sichtbar Besucher ladeten Videos von Installation bei YouTube hoch "Watching youtube as a sculpture", Martin Kohout DVD screensaver performance Performance , 2010, Constant Dullaart screensaver.jpg 4 Antwortprinzip Prinzip des Antwortens = "zutiefst" künstlerisches Prinzip künstlerische Tätigkeit ist immer eine Antwort auf eine vorgehende Position Antwortprinzip bei YouTube als Software realisiert Dullaart reagiert auf Naivität seiner Umgebung in Bezug auf "romantische Kunst" romantische Kunst: Anfang mit weißer Fläche, "fängst an und du machst jeden Unterschied sehbar" u. a. Kritik an seiner Arbeit (aus romantischer Sicht): fängt selber nichts an, sondern antwortet nur (das Authentische fehle) altes aristokratisches Prinzip: "immer der Erste und Beste sein" ihm wichtig: neues Licht auf etwas werfen, was schon da ist Beispiel: von Usern in Massen fotografierte Sonnenuntergänge Sicht auf Sonne mit eigenem Foto erweitern, nicht ganz bei Null anfangen Dullaart (frei zitiert) "Mit dem was da ist, ist es interessanter zu arbeiten, als es wieder neu erfinden zu müssen" Interviewer: "Ich glaube nicht, dass es etwas von Null gibt. Wir stehen immer im Kontext." zumindestens ist das für andere Menschen sichtbare Bild immer Reaktion auf das Bild im eigenen Kopf Suche nach Authentizität ("als Original befunden") "Business Card" vom Unternehmen vorbelegte Felder belassen und Visitenkarten Visitenkarte drucken lassen