× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Illustration für: A toute Epreuve, von Paul Eluard, 1985, Joan Miró
Illustration für: A toute Epreuve, von Paul Eluard, 1985, Joan Miró
Mag kommen!, 1932, Paul Klee
Mag kommen!, 1932, Paul Klee
Standpunkt Kinderzeichnung Kinderzeichnung Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Nachher werde ich mal die …
  • … Videokamera …
  • … raussuchen. Und … ähm … sie halt vor mich positionieren. Und dann werde ich einfach mal ein Kind versuchen nachzumachen, während es etwas zeichnet.
  • Also auch Stimme, … ähm … Körperhaltung, …
  • [Schlucke.]
  • Die Hand. Das ständige Wechseln von den Stiften vielleicht.
  • Das Begründen während dessen, was ich gerade mache.
  • Das Selbst-Ablenken.
  • Ähm … Irgendwo hin gucken und wieder zurück halt aufs Papier.
  • Und vielleicht das Blatt drehen!
  • Weiterzeichnen. Weiter Fantasie … äh … schwelgen lassen.
  • [Pause.]
  • Das ist zwar alles ein [Sperren: Schauspiel]. Erst einmal. Vielleicht kommt es auch für mich erst einmal komisch rüber.
  • Aber es ist vielleicht auch wieder eine Möglichkeit, wie ein Kind zu denken.
  • Und das Ergebnis, das schaut dann nachher bestimmt auch … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … authentischer aus, als die Zeichnungen, die ich gestern gemacht habe.
  • Wo ich wirklich etwas kopiert habe. Und … ähm … nicht den Prozess … ähm … zeigen konnte. Oder gezeigt habe.
  • Sondern nur die [Sperren: Form].
  • Und wenn ich bloß die Form zeige, dann heißt das, dass ich … ähm … mit einem Mal versuche, … ähm … eine … eine Form umzusetzen.
  • Da fehlen dann eben … ähm … die … die Aussetzter. Da fehlt der Wechsel!
  • [Katze Ramses schreit.]
  • Da fehlt vielleicht die … unterschiedliche Strichstärke.
  • Oder … [Sperren: Verunsicherung!]
  • Oder so.
  • Und das kommt halt alles erst zustande, wenn ich … ähm … wenn ich wirklich etwas … ähm … Wenn ich etwas zeichne, ohne eine Vorlage gehabt zu haben.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Dann] entstehen diese ganzen [Sperren: Unregelmäßigkeiten].
  • Die am Ende dann auch ein Bild eben spannend machen können.
  • [Aufnahme Ende.]
Testvideo für eigene Kinderzeichnung Kinderzeichnung "Kinderzeichnung und die Kunst des 20. Jahrhunderts", "Zu Anfang das Kind", Rudolf Arnheim Kunst des Westens wieder zu Grundelement zurückgekehrt Grund: hohes Niveau der Verfeinerung nicht mehr in gleicher Richtung weiterentwickelbar zu Grundelementen zurückkehren, um neue Bildwelt zu erfinden Illustration für: A toute Epreuve, von Paul Eluard, 1985, Joan Miró mirokind-k.jpg 1 im biologischem Sinn: musste Künstler Elementarformen der Dinge zurückerobern Rückeroberung des physischen Weltbestandes 2 geometrischen Grundformen und Einfachheit der Primärfarben zurückrufen bilden Alphabet der visuellen Sprache mit Vorbild immer nur mit unvollständigem Verständnis gearbeitet in afrikanischer Bildnerei wie auch in Kinderzeichnungen und -malereien zumeist nur anschaulich Erfassbare empfangen Kinderzeichnung nie nach gleichem Muster / Stil geschnitten in ersten Jahren gibt es jedoch gewisse Grundformen Unterschiede u. a. durch 1 Entwicklungsstufe 2 individueller Begabtheit 3 Temperament 4 Einflüssen der Umwelt abhängig Künstler sind also von bestimmten Zügen ihrer kindlichen Modelle beeinflusst Kind erfährt Welt hauptsächlich durch Sehen und Tastsinn liegt in seiner Natur Erfahrung mit Schaffen von Abbildungen zu reagieren Beantwortung von Sinnesreizen mit Reaktionstätigkeit = Urphänomen allen organischen Verhaltens besondere Fähigkeit mit Abbildungen zu reagieren = Sondervorzug des Menschen Kampf mit verwirrender Unordnung der Erfahrungswelt Abbildung (bei Kindern) ungleich Kopie soll Struktur des Gesehenen für das Kind klären 1 Kind mustert einzelne Bestandteile der Sinneswelt 2 lernt sie in größerem Zusammenhang zu sehen Analyse und Organisation der Dinge beginnen mit einfachsten Formen, gelangen schrittweise zu immer komplizierteren anfangs: 1 Motorik der Arme und Hände noch nicht kontrolliert 2 visuelle Beurteilung der Formen noch nicht genügend entwickelt Unvollkommenheit trägt zur Belebung der Darstellung bei Kind weiß nicht um Bedeutung, die von Künstlern gemachten Zeichnungen gegeben werden Erwachsene: mechanisches Kopieren Kind: Abbildung wird als Übersetzung verstanden Mag kommen!, 1932, Paul Klee Paul Klee kleekind-k.jpg auf Suche nach Klarheit: Kind lehnt Konfusion (Durcheinander) und Zufälligkeit der Erscheinungswelt ab Nacktheit: Erwachsene sieht es "als Rückkehr zur ungehemmten Unschuld des Paradieses"