× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Kamm, 1916, Marcel Duchamp
Kamm, 1916, Marcel Duchamp
Der König und die Königin, umgeben von schnellen Akten (Ausschnitt), 1912, Marcel Duchamp
Der König und die Königin, umgeben von schnellen Akten (Ausschnitt), 1912, Marcel Duchamp
La Trahison des images (Der Verrat der Bilder), 1928 - 1929, Magritte
La Trahison des images (Der Verrat der Bilder), 1928 - 1929, Magritte
Kurs Jahrhundert des Readymade Ready-made Readymades und Sprache 3 Relationen des Readymades zur Sprache A Inschrift oder Betitelung des Readymades B Duchamps Notizen zur Entstehung und dem Kontext C Kommentare Duchamps in Interviews Beispiel Kamm Kamm, 1916, Marcel Duchamp kamm-marcel-duchamp.jpg zu A Betitelung über schmale Seite hinweg "3 oder 4 Tropfen Höhe haben nichts zu tun mit der Wildheit. / M.D./ Feb. 17 1916 11 Uhr vormittags" zu B Arbeitsnotiz dazu aus Grüner Schachtel zu C "Ein wichtiges Charakteristiukum war der kurze Satz, den ich gelegentlich auf ein Ready-made aufschrieb. Dieser Satz sollte das Objekt nicht wie ein Titel beschreiben, sondern die Gedanken des Betrachters in die Region des Verbalen führen." Fernsehinterview 1966 Titel soll "verbale Einfärbung" sein (ermöglicht neuen Blick) als "unsichtbare Farbe" bezeichnet, Sherin Hamed (Magisterarbeit "Der Gebrauch und die Funktion der Titel in dem frühen Werk von Marcel Duchamp") Titel von Duchamp u. a. auf Vorderseite vermerkt (nicht Rückseite, wie in dieser Zeit üblich) siehe "Der König und die Königin, umgeben von schnellen Akten" Der König und die Königin, umgeben von schnellen Akten (Ausschnitt), 1912, Marcel Duchamp koenig-koenigin-umgeben-von-schnellen-akten.jpg Titel und Inschrift formulieren keinen Sinnzusammenhang, sie destruieren vielmehr jede Bedeutungsebene visuelles Bild und sprachliche Referenz völlig getrennt, bleibt hermetisch vergleiche Magritte René Magritte mit "La Trahison des images" La Trahison des images (Der Verrat der Bilder), 1928 - 1929, Magritte der-verrat-der-bilder.jpg betitelt in Schulschrift mit "Ceci n'est pas une pipe" (deutsch "Dies ist keine Pfeife") Titel und Inschrift ergeben eine Einheit (Kritik der Repräsentation) A Bruit secret, 1916, Duchamp (siehe 18.5) mit Beschriftung bzw. Anweisung Duchamp zu kryptischer Beschriftung: "drei kurze Sätze, in dem gelegentlich Buchstaben fehlen, so wie bei einer Neonschrift das Wort unleserlich wird, wenn ein Buchstabe nicht aufleuchtet." 4 Postkarten mit komplett beschrifteter Seite, an Arensberg geschickt ("Rendez-vous du Dimanche 6 Février 1916") grammatikalisch korrekt, aber ohne Zusammenhang notiert Schachtel 29 wie mit 26 produzieren (Sammlung an Arbeiten, Notizen, Reste in Holzschachtel) Zahl an Readymades wollte Duchamp begrenzen (Notiz mit Idee je Jahr 1-2 herzustellen) Interviews vor allem in den 1960er entstanden "Ein Readymade ist ein Kunstwerk, ohne dass es ein Künstler gemacht hat."