[X] Aufzeichnungen eines Kunststudenten
2012-2018
Subjektiv, unvollständig, nicht fehlerfrei. (1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 14-28-47, evtl. Auflage 5 + 1 KE
Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 14-28-47, evtl. Auflage 5 + 1 KE
Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 15-01-01, evtl. Auflage 5 + 1 KE
Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 15-01-01, evtl. Auflage 5 + 1 KE
Sommerbaum, Edmont Kies, 2006, Öl auf Leinwand
Sommerbaum, Edmont Kies, 2006, Öl auf Leinwand
Rahmung Kosten Rahmung 1 A4-Format, ohne Distanzleiste: 20 EUR 2 A4-Format, Distanzleiste: 31 EUR 3 Sonderformat (A4-Format + 1cm o.ä. dazu, damit Papierarbeit komplett sichtbar), Distanzleiste: 46 EUR 4 Sonderformat (A2-Format + 1cm o.ä. dazu), Distanzleiste: 96 EUR umsetzen Rahmenhersteller fragen, ob sie Papiermuster für Leisten und Rückkarton zuschicken können (Reinweiß, Naturweiß, Altweiß) HGB HGB Leipzig Rundgang 2017 beide rahmenlose Bilderhalter verwerten, danach A2-Arbeiten mit Klammern befestigen ebenfalls bei Ganzkörper-Collage, danach weitere Collage mit Klammern und Tonpapier dahinter befestigen Preis nach Rundgang für A2-Arbeiten nicht mehr 100 EUR sondern 400 EUR (Unikat bzw. Auflage 1 + 1 KE, mit Distanz-Rahmung 500 EUR) umsetzen doch nur 1 A2-Selbstporträt ausstellen, dafür Auflage 5 + 1 KE? dann würde der Gesamtpreis immerhin an 1 Unikat herankommen heute Vorlage erstellen und kommenden Freitag / Samstag umsetzen Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 14-28-47, evtl. Auflage 5 + 1 KE 2017-01-21-14-28-47_vorschau-k.jpg Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 15-01-01, evtl. Auflage 5 + 1 KE 2017-01-21-15-01-01_vorschau-k.jpg Preis nach Rundgang für A4-Bildvorlagen (mit Distanz-Rahmung, Auflage 5 + 1 KE): 250 EUR Diplom Theorie Gespräch mit Oma heute beendet umsetzen zum Gespräch noch alle besprochenen Arbeiten raussuchen von Gespräch mit Alexander bleibt noch 1:40h zu transkribieren bei 5min = 1min Gespräch: 500min transkribieren = 8 1/3h (4 Tage mit je 2h transkribieren) Gespräch mit Oma
  • Hier hätte ich jetzt …
  • Und auch nicht bei diesem Schezan oder …
  • Ja.
  • … wie der hieß da.
  • Ja.
  • Nicht?
  • Also das Ding ist. Was ich bei den Beispielen, die ich immer zeige …
  • Mhm.
  • Technik wird Künstler zugeschrieben
  • Die haben halt alle irgendwie einen Stil oder eine Technik, die denen irgendwie zugeschrieben wird.
  • Mhm.
  • Also bei Picasso Pablo Picasso das mit den Frauen, die jetzt zum Beispiel … Wo man alles …
  • Ja.
  • … noch sehen kann. Aus unterschiedlichen Perspektiven. Und man weiß sofort: Das ist doch glaube ich Picasso.
  • Ja.
  • Wenn man ihn sieht. So. Und das … Und … Und … Und … Und dir gefallen halt Bilder irgendwie, wo … die keinen besonderen Stil haben. Keine besondere Technik. Sondern …
  • Ja. Genau.
  • Dargestelltes wichtiger als Stil
  • … die halt etwas zeigen und … und die weniger einen Hinweis auf den Künstler geben. Als auf eine Szene. Auf … Als auf ein geschichtliches …
  • Ja.
  • … äh… Ereignis. Sozusagen.
  • Ja.
  • Das ist ja wie bei den ägyptischen Dinger.
  • Künstler uninteressant
  • Ja. Der Künstler interessiert mich …
  • Ja.
  • … da tatsächlich nicht.
  • Ja, okay.
  • Sondern das Bild. Eben.
  • Das ist ja wie bei den ägyptischen Bildern.
  • Ja.
  • Ich meine, da interessiert dich dann auch das Bild, der Inhalt. Nicht, wer das gemacht …
  • Mhm.
  • … hat. Jetzt. Unbedingt.
  • Ne. Ich glaube, das weiß man auch gar nicht.
  • Ja, ne. Ja genau. Na weil das in dem Moment Moment wahrscheinlich unwichtig ist.
  • Ja.
  • Also dir geht's nicht darum, da jemanden ausfindig zu machen.
  • Ja.
  • Das besondere da herauszukehren.
  • Ne ich glaube, die Künstler kennt man nicht mehr.
  • Ne. Das waren halt Handwerker, ne? Damals.
  • Ja. Das könnte so sein. [Räuspert sich.]
  • Kunststudenten Kommilitone sollen eigenen Stil entwickeln
  • Also heutige Künstler oder Kunststudenten, die … hab' ich das Gefühl … den … den … den wird halt beigebracht, einen [Sperren: eigenen] Stil … eine [Sperren: eigene] Technik zu …
  • Mhm.
  • … entwickeln. Ein [Sperren: eigenes] Inhaltsding. Also das …
  • Ja.
  • … nach außen hin … Das ist wie eine Marke. Das die nach außen hin wissen …
  • Mhm.
  • Du hast das gemacht.
  • Ja.
  • Und das kann jetzt gut oder negativ sein. Ähm … Aber das heißt natürlich, dass immer wieder irgendwelche Sachen reinkommen, die du jetzt zum Beispiel dann nicht verstehst. Weil die …
  • Mhm.
  • … zu besonders sind. Sozusagen. Wieder nicht …
  • Mhm.
  • … nicht allgemeingültig. Ne?
  • Und so … Die eben nur so Farbklecks … [Sperren: ohne] Bild. Also jetzt meine ich auch noch nicht einmal dieses Symmetrische oder …
  • Mhm.
  • … Geometrische. Äh … Was man ja auch oft sieht. Also das sagt mir dann eben auch nichts.
  • Mhm.
  • [Pause.]
  • [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • Mein Geradenporträt Geradenbild
  • Dann kommen wir zu dem Bild. Den Rahmen jetzt mal nicht beachten.
  • [Lacht.]
  • Nur das Bild.
  • Ja. Na das war ja hier die besondere Technik. Ähm …
  • Das Geradenbild.
  • Mit den Geraden.
  • Das Selbstporträt.
  • Gestaunt
  • Strichen. Und … äh … da habe ich ja eben gestaunt, dass man daraus solche tollen Bilder eben machen kann.
  • Aber du sollst jetzt nicht bewerten, weil [Sperren: ich] das gemacht hab'. Sondern wirklich …
  • Ne.
  • … weil… Weil [Sperren: das] ist im Endeffekt aus Linien. Entstanden.
  • Ja nur aus Linien.
  • Mit denen du prinzipiell erst einmal gar nichts anfangen könntest.
  • Ne. Genau.
  • Weil da die Technik wieder im Vordergrund …
  • Ja.
  • … steht. Oder der Stil.
  • Und manche Sachen …
  • Ja.
  • … davon … die sagen mir wahrscheinlich auch nichts. Aber … ähm … Viele Linien ergeben eben tatsächlich ein [Sperren: Bild].
  • Mhm.
  • Und das ist das interessante dabei. Sogar richtige Augen. Richtiger Blick. Und …
  • Mhm.
  • Van Gogh Vincent van Gogh vs. Ich
  • Richtiger Ausdruck!
  • Bei van Gogh war das aber auch so.
  • Was dabei herauskommt.
  • Van Gogh hat viele … viele Striche genommen und hat daraus Selbstbildnisse geformt. Oder halt Landschaften. Ne?
  • Mhm.
  • So. Das ist das Selbe nur halt jetzt nicht Malerei.
  • Ne. Das würde ich auch nicht als Malerei bezeichnen.
  • Das ist Grafik eben. Ja.
  • Oder ich weiß nicht, als was …
  • Zeichnung.
  • … ich das bezeichnen …
  • Zeichnung.
  • … äh … äh… Eine Zeichnung würde … würde … Das hat nichts mit Rembrandt oder … Irgendwie kann man das ja nicht vergleichen.
  • Mhm.
  • Ähm … Das ist eine völlig andere Technik eben. Kein Gemälde.
  • Mhm.
  • Sondern … ähm … ja … Was mathematisches. Oder … Oder …
  • Ne muss ja noch nicht einmal sein.
  • Oder … Oder … Oder so dann eben. Nicht? [Räuspert sich.]
  • Aber was ist jetzt … Also kannst du damit jetzt mehr anfangen als mit einem Bild von … von … ähm … von van Gogh?
  • Ja.
  • Wo wir das auch mit den Linien gesehen haben? Wo du gesagt hast …
  • Ja.
  • Getreide = Linien
  • … bloß dieses … dieser … dieses Getreidefeld unten … Damit kannst du was anfangen.
  • Ja.
  • Weil so Getreide für dich aussieht. Weil der arbeitet mit Strichen.
  • Mhm.
  • Farbigen.
  • Ja.
  • Malerei. Das ist jetzt aber egal. Ob Malerei für mich. Oder so was.
  • Ja.
  • Sondern …
  • Ja im Moment kann ich mit dem Bild ja noch mehr anfangen. Als mit den Strichen von …
  • [Sperren: Warum]! Das sind Striche.
  • Jaja. Von van Gogh.
  • Weil es ein Bildnis ist? Eine … Eine Person? Die dargestellt ist? Ne. Eigentlich nicht. Weil Picasso hat ja auch eine Frau dargestellt.
  • Ja. Mit der kann ich nun wieder nichts anfangen. [Lacht.] Ja.
  • Picasso / Van Gogh vs. Ich
  • Okay. Bei Picasso haben wir … Er hat die Form … äh … äh … ähm … sehr verzerrt. Oder?
  • Ja.
  • So. Bei van Gogh… Der hat die Form vereinfacht. Indem er halt … äh … äh … statt ganz kleine Minipunkte, die man ja nicht sieht …
  • Mhm.
  • … halt … äh … ähm … lange … dicke Linien genommen …
  • Mhm.
  • … hat. Und trotzdem waren halt die Bilder natürlich … ähm … gemalt. Also … ähm … äh … nicht … nicht kopiert. Von der Natur. Sondern …
  • Ja. Ja.
  • … neu gemacht. So.
  • Ja.
  • Hier, bei diesem Geradenbild, steckt ja ein Foto dahinter. Also wirklich ein Abbild …
  • Mhm.
  • … von mir.
  • Mhm.
  • Und das wurde bloß in Geraden umgewandelt. Das sieht also sehr fotorealistisch aus, wenn du es von Weitem …
  • Ja.
  • … betrachtest. Ne?
  • Jaja. Also wie gesagt. Ich würde das nicht mit anderen Bildern vergleichen wollen. Weil es …
  • Na [Sperren: musst] du aber.
  • … total andere Technik ist. Und … Und … Das ist eben … Das bewundere ich eben. Das dabei ein [Sperren: Bild] herauskommt.
  • Ja.
  • Nur Geraden!
  • Ja. Aber weiter spricht dich das jetzt nicht an? Irgendwie. Außer, dass die Technik sich sehr hervorhebt.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Muss] es nicht.
  • Na ja. Das Bild hier schon. Aber … Aber da waren so einige dabei, die hätten mich nicht angesprochen. Eben.
  • Mhm.
  • Lebendiges Bild durch Blick, Mund, Wangen
  • Und das Bild … Ja das ist … ist lebendig. Das ist … ja … ja … anatomisch richtig. Oder was weiß ich.
  • Warum lebendig.
  • Ja weiß ich nicht. Der Blick. Äh … äh … Die Mundhaltung. Und dann sieht man hier von den Wangen wie so ein bisschen von der Muskulatur. Oder so.
  • Mhm.
  • Also …
  • Bewegung
  • Warum siehst du [Sperren: hier] … Also ich [Sperren: möchte] das! Ich [Sperren: möchte] Bewegung mit den Linien darstellen!
  • Ja.
  • Darum ging es mir.
  • Ach so.
  • Warum … Warum erkennst du hier die Bewegung …
  • Ja.
  • Aber warum siehst du die bei van Gogh nicht. Bei seiner … bei … bei … seinem Landschaftsbild. Wo ja auch sozusagen die Linien die …
  • Ja. Da sehe ich in dem Getreidefeld …
  • Ja.
  • … eine Bewegung. Wo der Wind da so so drüber geht. Und das andere … Tja.
  • [Pause.]
  • Na ja. Es ist nicht natürlich. Aber wie gesagt. Ich möchte diese Bilder [Sperren: nicht] mit den anderen vergleichen. Weil das so eine total andere Technik ist.
  • Na ja. Aber wenn's dir bloß um die Technik geht …
  • Das ist ja kein Gemälde! Kein Gemälde.
  • Das ist eine Zeichnung.
  • Oder Zeichnung.
  • Ne. Das ist eine Zeichnung.
  • Ach das nennt sich auch Zeichnung.
  • Das ist eine Zeichnung. Natürlich.
  • Mhm.
  • Da ist er ja mit einem Stift sozusagen die Linien nachgegangen.
  • Mhm. Aha.
  • Kinderzeichnungen
  • Dann nehmen wir … äh … eine Zeichnung.
  • Mhm.
  • Da wo ich bei dir war.
  • Ja. Mit … Was Emma gemalt hatte. Oder?
  • Ne. Was [Sperren: ich] gemalt habe.
  • Ach als … Ja.
  • Jetzt habe ich's ja geschafft, dass du denkst, das ist von einem Kind!
  • [Lacht.] Ja.
  • Zeichnung "Bei Oma zu Besuch"
  • Heißt "Bei Oma zu Besuch".
  • Mhm.
  • Das hast du ja auch. Ich habe dir da ja nen …
  • Ja stimmt. Das hast du gemalt. Mit dem Besen hier. Ja.
  • Was ist da bei dir … Was schwirrt da durch den Kopf.
  • Mhm.
  • Schön ist es nicht?
  • [Räuspert sich.]
  • Proportional … ähm … so harmonisch auch nicht. Höchstwahrscheinlich.
  • Ne. Also ich würde sagen … Das eben als Kinderzeichnung ansehen. Und das Kind sieht eben schon allerlei. Das sieht da einen Kopf. Einen Besen. Ne dicke fette Oma. Oder was das da sein soll. [Lacht.] Ja. Oder so. [Räuspert sich.] Aber es ist eine Kinderzeichnung. Und dann sind da … Was weiß ich. Fliegen. Oder …
  • Mhm.
  • Oder Bienen. Oder irgend sowas.
  • Mhm.
  • Da noch!
  • Fliegen. Ja.
  • Ja.
  • Wenn du das jetzt aber mal so vergleichst. Eben mit mit den realistischen … also den realistischen Malereien. So.
  • Ja.
  • Zugang zu kindlichen Zeichnungen
  • Du kannst mit denen natürlich mehr anfangen.
  • Ja.
  • Das weiß ich jetzt. So.
  • Ja.
  • Aber hast du hier einen Zugang, [Sperren: weil] es kindlich aussieht? Weil es ja sozusagen aus einem … dem normalen Menschen sozusagen herauskommt. Wenn's noch klein ist. Darum … Darum ging's mir ja im Endeffekt.
  • Ja.
  • Etwas zu machen, was jeden Menschen etwas angeht.
  • Ja.
  • Weil jeder Mensch das als Kind gemacht hat. Wenn er Stifte und ein Papier bekommen hat. So. Also das du auch einen Zugang dazu findest. Ne? Und das nicht fremd bleibt.
  • Also. Ne. Da finde ich schon einen Zugang. Und du müsstest jetzt eben Emmas Zeichnungen sehen. Die jetzt richtige Köpfe malt. Mit Augen. Und Mund. Und so.
  • Mhm.
  • Also. [Räuspert sich.]
  • [Geht die kindlichen Arbeiten durch.] Nur mal durchblättern … Ne ich gucke jetzt erst einmal.
  • [Lacht leise.] Dann aber alles deine Gemälde. [Lacht.]
  • Ja.
  • Ja.
  • Das sieht nicht kindlich aus. Das auch nicht. Das vielleicht noch hier.
  • Fahrrad.
  • Mhm.
  • Mhm.
  • Aber einen wirklichen Zugang hast du …
  • Sonne in kindlicher Zeichnung und bei Mondrian Piet Mondrian
  • Im Hintergrund eine Sonne.
  • Ja.
  • Na ja …
  • [Sperren: Wieso] siehst du [Sperren: hier] die Sonne, aber bei Mondrian nicht!
  • Bei wo?
  • Beim … Bei Mondrian! Wo wir uns das Waldbild angesehen haben. Wo der große gelbe Fleck oben rechts war. Wo ich dann noch sagte, das könnte die Sonne oder Mond sein. Und du hast es erst …
  • Ach so diese Waldlandschaft. Ja.
  • Ja.
  • Ne. Weiß ich nicht. Warum ich den nicht gesehen hab'.
  • Na da war ja ein riesen großer gelber Fleck.
  • Aha. Na gut. Dann hab' ich's nicht kapiert.
  • [Pause.]
  • Ja.
  • Na kann das vielleicht sein, dass du hier die Symbole der Kinder sozusagen in diesem Bild … ähm … ähm … Was du gelernt hast sozusagen… Das Kinder so zeichnen. Und was es dann sein könnte. Sozusagen … Hier direkt damit verknüpfen kannst. Und nicht erst …
  • Wahrscheinlich.
  • … in eine fremde … äh … So ganz neu denken musst?
  • Äh … Ja. Sicherlich ist das, was ein Kind sich vorstellt. Die Sonne ist ja groß.
  • Es war heiß vielleicht. Deshalb ist die Sonne groß. Ne?
  • Mhm. Gut. Da im Wald hab' ich sie nicht erkannt. Und so eine [Sperren: richtig] schöne Landschaft … äh … Hast du da irgendwie ein Beispiel? [Räuspert sich.]
  • Na ich nehme mal ein Beispiel von einem …
  • [Tippgeräusche.]
  • klassischen Maler.
  • [Tippgeräusche.]
  • Bild vom Hobbykünstler Hobbykünstler interessant
  • Ach dieser einzelne Baum. Der ist auch schön. Ja.
  • Wo? Hier?
  • Der hier.
  • Hier. Äh … Das ist von einem Hobbykünstler. Glaube ich.
  • [Betrachten das Bild "Sommerbaum", Edmont Kies, 2006, Öl auf Leinwand.] Sommerbaum, Edmont Kies, 2006, Öl auf Leinwand sommerbaum-k.jpg
  • Mhm.
  • Ah … Da gucken wir uns das an.
  • Na muss nicht sein.
  • Doch. Doch. Deshalb gucken wir uns das jetzt an.
  • [Lacht.] [Räuspert sich.]
  • Es geht ja nicht darum …
  • Ich meine, ich hätte das …
  • … die riesen große Kunst … Sondern …
  • … schon einmal gesehen. Ja.
  • Hier steht … äh … Landschaft von Edmund Kies. Kenn… Kenne ich jetzt nicht. Wird irgendein Künstler sein, der jetzt halt aktuell lebt. Oder Künst… Oder Hobbykünstler. Oder so.
  • Ich weiß gar nicht, ob das eine Akazie ist. Ich glaube nicht.
  • Was … Was kommt dir da. Was … Was unterscheidet das?
  • [Lacht.] Also der Baum hat eine schöne Form. Hat verschiedene … ja … Stämme. Äh … Man erkennt aber keine Einzelheiten. Keine Blätter. Während die Wiese von der Entfernung … Die empfindet man … ja … als ganz real. Mit Strichen, von Gräsern oder …
  • Mhm.
  • Oder … oder so.
  • Also wieder die Striche sind die Gräser sozusagen.
  • Ja.
  • Übersetzen.
  • Ja. Und der Kontrast von diesen Zweigen und dem Schatten von dem Baum. Und dazwischen …
  • Mhm.
  • … etwas helleres. Das … Das ist schon einmal sehr schön. [Räuspert sich.]
  • Und es ist harmonisch. Das Bild. Ne?
  • Der Himmel … Ja. Der Himmel und Baum … Das würde ich als harmonisch ansehen.
  • Nö. Ich auch. Ja. Ich würde es als langweilig ansehen.
  • Na gut. Dann ist alles, was langweilig ist, für mich harmonisch.
  • Ne. Das würde ich …
  • [Lacht.]
  • Ne ne. Die anderen Bilder fand ich ja auch gut. Die wir am Anfang … Aber das ist für mich …
  • Ja.
  • … halt ein … Weiß nicht. Was man … Was du dir vielleicht über das Sofa …
  • Mhm.
  • Oder in den Flur … Irgendwo hinhängst. Also … Es soll halt schön aussehen. Ohne, dass man drüber nachdenken muss. Oder?
  • Ja. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mir jetzt überhaupt noch ein Bild hinhängen würde. [Lacht.]
  • Na du hast ja ganz viele Bilder. Ja.
  • Harmonische und schöne Kunst
  • Ja. Also für mich ist es harmonisch.
  • Mhm.
  • Ja.
  • Aber du würdest halt sagen, das ist schöne … schöne Kunst.
  • Joa.
  • Okay.
  • Joa.
  • [Pause.]
  • Und wie nennt sich das hier?
  • Na Baum in Landschaft oder so. Ich werde dann noch einmal nachgucken. Ich hab's ja jetzt abgespeichert.
  • Mhm.
  • [Sperren: Sommerbaum] heißt das.
  • [Räuspert sich.] Na gut, der Maler ist mir gar kein …
  • Ne … Das ist gar nischt. Also das ist jetzt nichts, der irgendwie …
  • Ja.
  • … groß sein wird.
  • Na ja, ich …
  • Aber darum geht's ja nicht.
  • … hab' da so auf deiner Liste …
  • Es geht um das Bild jetzt. Ne?
  • Mhm. [Räuspert sich.]
  • Ähm … Wollen wir noch mehr danach gucken, oder ich zeigt dir einfach noch mal …
  • Na eins vielleicht noch.
  • Okay.
  • Dann müssen wir glaube ich uns da mal wieder raus begeben.
  • [Pause.]
  • Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich
  • Wir können noch einmal von … ähm … Na wie heißt der … Der Mönch am … Der Mönch am Meer. Von Caspar David Friedrich. Der sagt dir doch was, oder?
  • Der sagt mir was. Aber … ähm … [Hustet.]
  • Das war dieser Romantiker. Glaube ich.
  • Ja.
  • Hier hast du eine Landschaft.
  • Barock. Ne ne. Rokoko oder … Barock oder irgend sowas.
  • So. Das ist ein gutes Bild.
  • [Ganz laut und erfreut:] [Sperren: Ja]. Das ist das bekannte!
  • Ja.
  • [Immer noch erfreut:] [Sperren: Ja]. Das ist Caspar David Friedrich?
  • Genau. Weil da jetzt auch die Frage nach der Schönheit …
  • [Sperren: Ja].
  • … mir stellte.
  • Ausgesprochen schön
  • Das empfinde ich als ausgesprochen schön.
  • Auch wenn es ein bisschen …
  • Harmonisch. Gestellt vielleicht. Aber das ist … ist sehr harmonisch.
  • Aber findest du das schön vom Bildinhalt, oder…
  • Ja.
  • Aber es sieht ein bisschen düster … trüst… dü… äh …
  • Die vertrockneten Äste da.
  • Ja.
  • Das sieht sehr schön aus. Realistisch. Unten ist der Baum noch grün. Ja. Oben ist er am vertrocknen. Dann das Gebirge im Hintergrund. Dann da so eine … ein bisschen Wasser. Also das … Das würde ich als sehr harmonisch ansehen. [Räuspert sich.]
  • Mhm.
  • Was steht da noch so da? Von dem Caspar David Friedrich? Wo gehört der hin? Ist das ein …
  • Na der …
  • … Romantiker, oder …
  • Romantiker. Ja. Denke ich mal.
  • Oder …
  • Oder … Wie heißen die, die…
  • … Roko… Roko… Rokoko.
  • Ne ne.
  • Und Barock gibt's dann nach Caspar David Friedrich. Was steht denn da …
  • Frühromantik.
  • Frühromantik.
  • Also Romantik.
  • Ja.
  • Gefühlige Ausdruckskunst
  • Ne. Das sollst du dir gar nicht durchlesen.
  • [Pause.]
  • Gefühlte Ausdruckskunst. Ne?
  • [Sperren: Gefühlige] …
  • Gefühlige Ausdruckskunst.
  • Ja. Ja. Joa.
  • Das war halt wieder so realistisch. Du konntest was sehen. Das war der Natur nachgeahmt.
  • Ja.
  • Ob's die jetzt wirklich gab, darum geht's nicht. Sondern es ist … Nur in dem …
  • Ja.
  • … Bild kommt es so rüber, als wäre es …
  • Ja.
  • … natürlich. Sozusagen.
  • Ja.
  • Okay.
  • Konservativ
  • Also ich bin da ganz … konservativ. [Lacht leise.] Wahrscheinlich. [Räuspert sich.]
  • verhüllte Arbeiten
  • Dann müssen wir die Verhüllte gar nicht durchgehen.
  • Mhm?
  • Dann müssen wir die verhüllte Arbeit gar nicht durchgehen.
  • [Lacht laut.] Ne!
  • Okay. Weil du da ja gar nichts mehr siehst.
  • Ne. Da kann ich auch nichts mit anfangen.
  • Na vielleicht ist dahinter ne Landschaft drinne.
  • Ja du hast ja gesagt … Du warst ehrlich. Du hast da ein Bild auch … äh … reingetan.
  • Ja, was ich sehr gut fand.
  • Na ja. Aber wenn's keiner sieht? Da hat ja keiner was davon.
  • Na ja, aber wieso. Dann kannst du dir was realistisches vorstellen. Jemand anderes kann sich einen Picasso vorstellen. Weil er eher darauf steht.
  • Aber da würde ich dann sagen, würde ich das Bild ja ganz gerne sehen wollen. Was da hinter ist.
  • Aber so gut ist das Bild gar nicht. Das heißt, es ist doch besser, es ist in deiner Fantasie drinne. Da hat's mehr …
  • Öh. Ja. Also ich meine, da brauche ich mir ja nie was angucken. Also da würde ich schon sagen, wenn da ein Bild drinne ist, dann würde ich das gerne sehen wollen.
  • Ich wollte halt [Sperren: allen] Leuten gefallen.
  • [Lacht.] Ja. Gut.
  • [Pause.]
  • Ja. Aber du hast ja jetzt was reingemalt. Nicht?
  • Na ja, das sag' ich nicht.
  • Doch. Du hast dann auch gesagt, ein dreiteiliges hast du. Und wo du …
  • Ach so, ein Triptychon Triptychon .
  • Auf jeder Seite dann auch … Oder …
  • Ja. Oder was ich jetzt machen will.
  • Ein Triptychon. Mhm.
  • Wenn man es öffnet. Das … Genau.
  • Ja. [Räuspert sich.]
  • [Pause.]
  • Na okay. Wir haben dann ja schon abgearbeitet, was für dich Kunst ist. Oder?
  • [Lacht.] Ja. Ich denke schon. Nicht? Ja.
  • Ich hab's aber halt noch nicht …
  • Was ist für [Sperren: dich] Kunst?
  • Was ist für [Sperren: dich] Kunst? Was … äh … Für dich ist das also … Was … Was … Was bezeichnest du als Kunst?
  • Na ich bin halt so im Zwiespalt. Weil ich es eben nicht weiß und weil ich … ähm … weil halt jeder eine andere Ansicht hat.
  • Na ja. Gut.
  • Und ich verstehe halt deine Begründung, warum du das als schön empfindest.
  • Als harmonisch.
  • Als harmonisch. Natürlich und so.
  • Ja.
  • Und ich meine … Picasso wollte nicht harmonisch sein. Bestimmt. Der wollte ja sozusagen verzerren. Und das es schräg aussieht.
  • Und auffallen.
  • Und die Leute da hinschauen.
  • Ja. Ja wie gesagt. Man kann ihn als … als lustig oder kreativ bezeichnen. Aber nicht als schön.
  • Okay.
  • Also für [Sperren: mich] eben. Ja?
  • Alles kann Kunst sein
  • Mhm. Na für mich kann blöderweise jetzt alles Kunst sein. Es muss bloß jemand sagen und es muss jemand glauben.
  • [Lacht.]
  • Na ja, ist ja so!
  • Na ja gut. Ja.
  • Ich glaube, ich hab' dir das mit dem Pissoir gezeigt. Würde ich das jetzt nicht …
  • Mhm.
  • … aus dem Kunstunterricht kennen … So … Dann wäre das für mich irgendwie eine Verarsche. Das da jemand ein Pissoir …
  • Mhm.
  • … reinstellt und sagt …
  • Ja.
  • Das ist Kunst! Weil er eine Unterschrift noch rein gibt. So.
  • Gut. Das ist für mich also auch keine Kunst.
  • Ja?
  • Nein.
  • Und ich hab' halt mein …
  • Das ist für mich [Sperren: schrecklich]. Fast. Muss ich sagen.
  • Ja?
  • Ein Pissoir. Ja.
  • Ich hab' halt auch mein Problem mit … mit halt den Arbeiten … Oder einigen Arbeiten von den Kommilitonen. Ne? Wenn ich Abfalleimer sage. Wo Papier reingeschmissen wird.
  • Ja.
  • Sowas.
  • Ja.
  • Das ist …
  • Also da finde ich die Putzfrauen sehr realistisch. Dann.
  • Ja das fand ich auch gut. Ja.
  • [Lacht.] Ja. [Räuspert sich.]
  • Aber das interessante ist halt …
  • Ist da jemand? Oder nicht.
  • Ja.
  • Ich glaube, wir müssen dann mal …
  • Ja gleich.
  • … wieder.
  • Ich finde…
  • Ja.
  • Das … Das interessante ist halt: Selbst an der Hochschule gibt es halt irgendwie so zwei Richtungen. Einmal …
  • Mhm.
  • … ähm … ähm … äh … die, die halt eher das … also die Natur sozusagen nachahmen. Oder … oder … oder sie … ähm … Also wenn es jetzt um Porträt geht … Das man das Porträt …
  • Mhm.
  • … so malt oder so … äh … den Kopf formt … also in Ton, …
  • Ja.
  • … dass der halt … äh … realistisch wirkt.
  • Ja.
  • Und … äh … etwas darstellt. So was du jetzt auch bei diesen … ähm …
  • Emmas zerknautschter Zettel
  • Gib mal diesen zerknautschten Zettel. Da hat … dann war sie wütend… ne, also das geht nicht mehr. Da hatte sie nämlich was gemalt. Und zum ersten Mal eben ein Gesicht.
  • [Papierrascheln.]
  • Mit … Mit … äh … ja richtig Augen und mit lachendem Mund. Also … äh … Vielleicht hat sie noch draußen irgendwelche Bilder.
  • Wieso hast du das aufgehoben?
  • Ich wollte es aufheben.
  • Na jetzt hast du es ja.
  • Ne. Und sie … Sie hat's dann auf einmal zerknautscht. Als sie bei mir drinne war.
  • Na kann ich's mitnehmen? Dann mache ich's wieder glatt. Und schicks dir dann wieder zu.
  • Ne. Dann kannst du es behalten. Als Kinderzeichnung.
  • Okay.
  • Oder … Oder so.
  • Ja.
  • Ich wollte es nämlich [Sperren: dir] zeigen. Und darum hab' ich mich sehr geärgert, als da … da Emma … Die kriegt dann immer so Anfälle. [Lacht.] Aber hier dein … deine Karte… Wo hab' ich denn die. Die muss ich draußen auf dem Tisch noch gelassen haben. Da wo … äh … jetzt Johanna zuletzt saß.
  • Mhm.
  • Irgendwo. Denn hier ist es nicht drinne. Die müsste ja größer sein.
  • Na ist egal.
  • Na gucken wir da noch einmal auf dem Tisch. Und dann würde ich sagen, wir … Jetzt gucken wir mal raus.
  • Ja.
  • Ja. Ich weiß nicht, ob ich dir jetzt geholfen habe. Und …
  • Omas Grenzen
  • Na ich kenne jetzt deine Grenzen. Ich kann sie noch nicht so ganz … ähm … Ich verstehe jetzt noch nicht …
  • Mhm.
  • … so ganz, wie du halt ägyptische Kunst, die ja auch sehr abstrahiert und sehr …
  • Ja.
  • … verzerrt ist, weil die Körper so gar nicht existieren, …
  • Alltagsgespräche
  • [Johanna betritt das Zimmer.]
  • Wollt ihr hierbleiben? Oder mit essen? Ihr könnt auch nachher essen.
  • Nein, wir essen mit. Ja.
  • Ja?
  • Ja.
  • Wenn's okay ist.
  • Jetzt muss ich noch einmal fragen … Diese After Eight …
  • Hab' ich dir gerade mitgebracht.
  • Ach so. Ja.
  • [Elke betritt ebenfalls den Raum.]
  • Hat Friedrich irgendwie Interesse an …
  • Ja.
  • Friedrich …
  • Und hast du die Rechnung?
  • Können wir später machen, Oma.
  • Ja.
  • Müssen wir jetzt nicht machen.
  • Und ich wollte an sich drei große haben. Aber …
  • Drei große gab's nicht.
  • Gab's nicht. Also im Lidl gibt's nur … Nicht Aftereight. Sondern After … Mind. Ne Ne.
  • Ich hab' dir …
  • Schoko!
  • … deine Tabletten mitgebracht. Die Schwestern haben sie mir geklaut.
  • Dankeschön. Da bin ich aber froh.
  • Ähm… Hat Friedrich … Hast du Interesse an Hemden? An Pullovern und so?
  • Ich glaube nicht.
  • Du glaubst nicht. Weil Olaf … Der hat aussortiert. Ja.
  • Oh. [Versucht aufzustehen.]
  • Na gut. Macht wie ihr wollt.
  • [Stöhnt.] Ja, ich meine, wenn du das da mitnehmen willst … also … Aber vielleicht hat ja irgendwie noch eine andere Zeichnung da.
  • [Aufnahme Ende.]
30:00-41:00 = 54min transkribiert 5min = 1min Gespräch