× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Merzbau, Kurt Schwitters (1943 zerstört)
Merzbau, Kurt Schwitters (1943 zerstört)
Selbstbildnis El Lissitzky
Selbstbildnis El Lissitzky
Kabinett der Abstrakten, El Lissitzky, 1928/29
Kabinett der Abstrakten, El Lissitzky, 1928/29
Mechanische Ente, Jacques de Vaucanson, 1738
Mechanische Ente, Jacques de Vaucanson, 1738
Kurs Geschichte der Ausstellung standardisierte Hängungsformen Abweichungen durch Künstler durchgesetzt Kurt Schwitters Kurt Schwitters (1887 - 1948, deutscher Künstler, Maler, Dichter und Werbegrafiker) unter Kennwort MERZ dadaistisches "Gesamtweltbild" entwickelt bekannt geworden durch architektonisch veränderte Räume Merzbau, Kurt Schwitters (1943 zerstört) merzbau.jpg Merzbau / "Kathedrale Kathedrale des erotischen Elends" überwand Gattungsbegriffe Skulptur / Installation in seinem Wohnhaus, Hannover Rekonstruktion im Sprengel-Museum Hannover Wegbereiter für Pop-Art (Motive häufig der Alltagskultur, des Konsums, den Massenmedien und Werbung entnommen) private Präsentation der Kunst / nicht öffentlich gefördert Selbstvermarkter Collagen "Merz-Zeichnungen" Merzbau in Scheune ("The Elterwater Merz Barn", England) blieb unvollendet unvollendet Kunstwerk nie zu Ende gedacht, immer in Entwicklung begriffen "Ursonate" "Man kann auch mit Müllabfällen schreien, und das tat ich, indem ich sie zusammenleimte und -nagelte. Ich nannte es MERZ, es war aber mein Gebet über den siegreichen Ausgang des Krieges, denn noch einmal hatte der Frieden wieder gesiegt. Kaputt war sowieso alles, und es galt, aus den Scherben Neues zu bauen. […] Es war wie ein Abbild der Revolution in mir, nicht wie sie war, sondern wie sie hätte sein sollen" Alexander Dorner (1893 - 1957, deutscher Kunsthistoriker, Hochschullehrer und Museumsdirektor) innovative Konzepte für Ausstellungen beauftragte Künstler mit ihm zusammenzuarbeiten wollte Schallplatten als Audioguide / audielle Begleitung im Museum anbieten Farbgestaltung Ausstellungswände Schaffung von "atmosphärischen Räumen" El Lissitzky El Lissitzky (1890 - 1941, russischer Avantgardist, Malerei, Architektur, Grafikdesign, Typographie und Photographie) zur Realisierung und Verbreitung konstruktivistischer Ideen beigetragen Ausstellungsgestaltung Selbstbildnis El Lissitzky lissitzky.jpg Kunst, die Nutzen hat / mit gesellschaftlichen Anspruch Kabinett der Abstrakten, El Lissitzky, 1928/29 kabinett.jpg bewegliche Konstruktion, Bilder neu anordnen / sichtbar machen durch Ausstellungsbesucher Rekonstruktion im Sprengel Museum Hannover Kurs Warum Denken? Dialog als Denkstil Erkenntnistheorie 4 Arten von Erkenntnis: Vermuten, Glauben, Nachdenken, Einsehen Mechanische Ente, Jacques de Vaucanson, 1738 ente.jpg René Descartes René Descartes (1596 - 1650, französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler) methodischer Zweifel Zweifel versuchte Philosophie mit wissenschaftlicher Methoden zu eindeutigeren Schlüssen zu führen, die nicht mehr anzweifelbar wären komplett zum Anfang, mit einem eindeutig belegbaren Punkt Ausgangspunkt: alles, was er für wahr hält = falsch Außenwelt durch Sinne wahrnehmen = Täuschungen / muss nicht wahr sein Zweifel an Erinnerungen Zweifel am eigenen Körper (wenn Leben Traum, dann Körper nicht unbedingt existent) Zweifel an Grundsätze in Wissenschaft / Mathematik wissenschaftliche Erkenntnisse könnten durch "höhere Macht" (boshafter Geist / genius malignus) eingetrichtert worden sein Gott Gott nicht existent (sonst wäre genius malignus nicht da) oder Gott ist der boshafte Geist unumstößliche Wahrheit: "Cogito, ergo sum" (Ich denke, also bin ich) nicht Gott ist mehr unumstößlich, sondern der Mensch Ich ist ein "denkendes Ding" deskriptive (beschreibende) und normative Gedankengänge deskriptive Aussagen = Sätze über Realität, können überprüft und ggf. widerlegt werden normative Sätze = geben vor, wie etwas sein sollte