× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Relevanz der Kunst

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit Kunstlehre Leistung, die Film vorführt, viel exakter und unter vielen Gesichtspunkten analysierbar, als Leistung auf Gemälde oder dargestellter Szene genauere Angabe der Situation im Film macht größere Analysierbarkeit im Film aus im Film u. a. durch Großaufnahmen oder durch Betonung von Details auf Einsicht in Zwangsläufigkeiten vermehrt (so musste es sein) und Betrachter erfährt riesigen Spielraum kann innerhalb Sekunden zwischen Fabriken, Büros, Bahnhöfen wandern, "abenteuerliche Reisen unternehmen" unter Großaufnahme dehnt sich Raum neue Strukturbildungen der Materie sichtbar unter Zeitlupe dehnt sich Bewegung wirkt gleitenden, schwebend, überirdisch eine andere Natur spricht zur Kamera, als zu uns (Auge) das Optisch-Unbewusste erfahren wir durch Kamera, wie vom Triebhaft-Unbewussten durch Psychoanalyse Sigmund Freud Relevanz der Kunst "Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist." jede Kunstform hat kritische Zeiten Form drängt auf Effekte hin, die erst bei verändertem technischen Standard (neue Kunstform) sich zwanglos ergeben können zum Dadaismus Dadaismus : "Der Dadaismus Dadaismus versuchte, die Effekte, die das Publikum heute im Film sucht, mit den Mitteln der Malerei (bzw. der Literatur) zu erzeugen." jede neue Erzeugung von Nachfrage wird über ihr Ziel hinausschießen Dadaisten legten auf Unverwertbarkeit als Gegenstand wert durch grundsätzliche Entwürdigung ihres Materials erreichbar Gedichte = Wortsalat mit obszönen Wendungen und anderem Abfall der Sprache Gemälde mit aufmontierten Knöpfen oder Fahrscheinen erreichen Vernichtung der Aura ihrer Hervorbringung Dadaisten machen Kunstwerk zum Mittelpunkt eines Skandals Nachfrage nach Film durch Dadaismus begünstigt, da taktisches Element (stieß dem Betrachter entgegen) eingeführt ablenkendes / taktisches Element im Film: Wechsel der Schauplätze und Einstellungen dringen stoßweise auf Betrachter ein keine Fixierung durch Betrachter mehr möglich Georges Duhamel (1884 - 1966, französischer Schriftsteller, sehr kritisch gegenüber Film eingestellt): "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt." Chockwirkung: mit Chock (deutsch "Keil") werden tradierten Wahrnehmungsmuster und Assoziationsmechanismen außer Kraft gesetzt als Training gesehen, um Betrachter auf Großstadtleben der modernen Welt vorzubereiten neuen Bilder im Film wechselten ungewöhnlich schnell, keine Zeit, selbst zu denken Chock befördert Zertrümmerung der Aura Masse / Quantität ist in Qualität umgeschlagen Duhamel hält Film für "einen Zeitvertreib für Heloten, eine Zerstreuung für ungebildete, elende, abgearbeitete Kreaturen, die von ihren Sorgen verzehrt werden … ein Schauspiel, das keinerlei Konzentration verlangt, kein Denkvermögen voraussetzt …, kein Licht in den Herzen entzündet und keinerlei andere Hoffnung erweckt als die lächerliche, eines Tages in Los Angeles 'Star' zu werden." seine Idee: Masse sucht Zerstreuung, Kunst verlangt aber vom Betrachter Sammlung Zerstreuung als sich im Kunstwerk Versinken zu verstehen, nicht negativ Benjamin versteht Bauten als großes Kunstwerk, in dem Masse Mensch versinkt Bauten seit Urgeschichte Teil des Menschen alle anderen Kunstformen vergehen (wie Tragödie, Epos, Tafelmalerei) Bauten doppelt rezipiert: durch Gebrauch (taktisch) und durch Wahrnehmung (optisch) Rezeption am Bau hat unter gewissen Umständen kanonischen Wert: Aufgabe die dem Menschen in Wendezeiten gegeben wird, sind nur auf dem optischen Weg nicht zu lösen erst durch taktische Rezeption (durch Gewöhnung) bewältigt an Zerstreuung kann sich auch gewöhnt werden (Rest nicht verstanden) Film als Übungsinstrument Publikum = zerstreuter Examinator (Prüfender)
aktueller Zustand Fotocollage
aktueller Zustand Fotocollage
Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving
Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving
Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm
Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst Relevanz hier nicht in Bezug auf Gesellschaft sondern auf eigene Person gesehen Kunst als Gabe = relevant oder Kunst wird als Ausdrucksmöglichkeit benutzt (Kunst = Mittel) immer Kunst höher gestellt als Alltag dennoch immer unvollkommen Narziß: "Der Denker Auguste Rodin versucht das Wesen der Welt durch die Logik zu erkennen und darzustellen. Er weiß, daß unser Verstand und sein Werkzeug, die Logik, unvollkommene Instrumente sind - ebenso wie ein kluger Künstler recht wohl weiß, daß sein Pinsel oder Meißel niemals vollkommen das strahlende Wesen eines Engels oder Heiligen wird ausdrücken können. Dennoch versuchen es beide […] auf ihre Weise. Sie können und dürfen nicht anders. Denn indem ein Mensch mit den ihm von Natur gegebenen Gaben sich zu verwirklichen sucht, tut er das Höchste und einzig Sinnvolle, was er kann." Standpunkt Verwirklichung und Gabe sehr hoch angesetzt, erkenne ich bei mir nicht es gibt lediglich einen inneren Drang etwas zu schaffen bei mir immerhin nicht extrinsisch (würde im Nachhinein bei mir mehr Zweifel Zweifel erzeugen) aber ohne höherem Ziel (wäre ja auch extrinsisch) Friedrich Fröhlich, auf der Suche immer Künstler bestaunt, die einen Stil, eine Technik, ein Thema haben die nach Außen hin auch visuell eine Einheit mit ihrer Arbeit bilden bisher selber nicht geschafft zu viele Techniken, unterschiedlichste Ideen, Themen, Stile aber vielleicht bin ich einfach das: nie eine Einheit oder ist Einheit bei Künstlern nur aufgesetzte Selbstdarstellung (Künstler = Marke = Corporate Identity)? dann will ich das gar nicht Standpunkt Interessanterweise nehme ich im Gegensatz zur Bildenden Kunst das Klavierspiel ohne Hinterfragung als reines Vergnügen war. So reiht sich fast täglich ohne Zwang Zwang Ton an Ton und am Ende steht ein Stück, welches ich für mich selbst erklingen lasse. Allerdings zeige ich das Ergebnis keiner Kunstklasse, noch stelle ich die Stücke öffentlich aus. Am liebsten wäre mir, ich könnte das Feld der Bildenden Kunst genauso begehen. Nur muss ich mir dann bewusst sein: es wäre dann auch nur schöne Selbstbespaßung und Geld ließe sich nie damit verdienen. Es gibt noch einen Unterschied zwischen Musik und Bildender Kunst: In der Musik hinterfrage ich die Töne im Moment Moment des Erklingens nicht. In der Bildenden Kunst beginne ich eine Arbeit, nachdem ich mir überlegt habe, was ich ausdrücken möchte. Musik entsteht also im Jetzt, Bildende Kunst - über den Gedanken, der bereits in der Vergangenheit liegt - in der Zukunft. Fotocollage aktueller Zustand Fotocollage fotocollage_neu1-k.jpg weiter bearbeitet Hände angeschnitten Gesicht noch glätten (mit weiteren Ausdrucken) fehlende Stellen ergänzen Herme Herme "Der Mythos Mythos Friedrich Nietzsche Friedrich Nietzsche und seine Totenmasken Totenmaske ", Michael Hertl, 2007, Königshausen & Neumann, Würzburg Totenmasken und Hermen von Nietzsche † 25.8.1900, drei Tage später in Röcken bei Lützen (Sachsen) am Geburtsort beerdigt wollte selber auf einer Halbinsel im Engadin (Schweiz) ruhen Schwester wollte ihn in Weimar begraben sehen, Grab nahe Archiv könne Weimar als Nietzsche-Kultort Aufwertung bringen für Totenmaske Bildhauer Bildhauerei Max Klinger Max Klinger und Ernst Moritz Geyger gedacht schließlich nahm Curt Stöving (1863 - 1939, u. a. deutscher Maler, Zeichner, Architekt, Bildhauer) Maske Maske ab Kessler im Tagebuch über Maskenabnahme: "Der Kopf wurde etwas aufgerichtet, so dass er gerade lag; ein junger Lehrling […] half beim Eingipsen; in einer halben Stunde war die Maske fertig." Totenmaske Friedrich Nietzsche, abgenommen von Curt Stöving totenmaske-nietzsche-k.jpg durch mangelnde Praxis Stövings aber nicht ganz geglückt (Nase nach links verbogen, rechte Augenbraue gespalten) Maske von Max Klinger nach Umgussverfahren korrigiert Elisabeth unzufrieden mit unheroischen Gesicht führte 1910 zur lebendigeren Saudek-Maske (Rudolf Saudek, 1880 - 1965, Bildhauer und Graphiker) nachträglich erfahren: weitere Nietzsche-Maske am Tag nach Tod Sterben abgenommen auf Veranlassung von Adalbert Oehler (u. a. Bürgermeister, verwandt mit Nietzsche, gesetzlicher Vormund geisteskranken Philosophen) bessere Maske, da oberer Teil des Kopfes mit vollem Abschluss des hohen gewölbten Schädels Friedrich Nietzsche, Hermenbüste für Villa Silberblick, Max Klinger, 1903, Höhe 63 cm hermenbueste-nietzsche-k.jpg erste Nietzsche-Herme von Klinger 1903 nach Moskau verkauft worden sollte solange im Archiv stehen bleiben, bis ein als Stele Stele gestaltetes ähnliches Werk Klingers fertig wäre Marmor aus Paros (griechische Halbinsel) angedacht da nicht zu beschaffen für Stein aus Italien entschieden 1905 Herme fertig und auf Säule in Villa aufgestellt Paul Kühn (Klinger-Biograph): "Die Marmorbüste baut sich in breiten Flächen auf […] Die Konzeption geht aus von der gewaltigen Stirn, die, an den Schläfen scharf einschneidend, […] mit energischem Schwung in die Augenbrauen übergeht, die wie ein schweres Dach über den Augenhöhlen liegen, aus deren Tiefe die dunklen Kreise der tief gehöhlten Augen mit düsterer Energie blicken." Herme = nietzscheanisch (Hansdieter Erbsmehl, u. a. Nietzsche-Rezeption, Max Beckmann Max Beckmann und Künstlergruppe Brücke Die Brücke ) maskiert und offenbart zugleich[?]
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst was Kunst Goldmund gebracht und bedeutet hat: "Es war die Überwindung der Vergänglichkeit Vergänglichkeit . Ich sah, daß aus dem Narrenspiel und Totentanz Sterben des Menschenlebens etwas übrigblieb und überdauerte: die Kunstwerke. Auch sie vergehen ja wohl irgendeinmal […]. Aber immerhin überdauern sie manches Menschenleben und bilden jenseits des Augenblicks ein stilles Reich der Bilder und Heiligtümer. Daran mitzuarbeiten scheint mir gut und tröstlich, denn es ist beinahe ein Verewigen des Vergänglichen." Narziß: "Ich glaube, die Kunst besteht nicht bloß darin, daß durch Stein, Holz und Farben etwas Vorhandenes, aber Sterbliches dem Tod entrissen […] wird." Goldmund: "Das Urbild eines guten Kunstwerks ist nicht eine wirkliche, lebende Gestalt, obwohl sie der Anlaß dazu sein kann. Das Urbild ist nicht Fleisch und Blut, es ist geistig. Es ist ein Bild, das in der Seele des Künstlers seine Heimat hat." Urbilder (nicht wie Goethes Urpflanze): nirgends vorhanden als im schöpferischen Geist Kunstgestalt lange vor Verwirklichung als Bild in Seele des Künstlers vorhanden Urbild = Idee Fotocollage notiert 230 EUR für Toner (CMYK) 3.800 Seiten je Toner = 15.200 Seiten bei normalem Text = etwa 1.000 Seiten[?] Foto A4 ca. 30 x 20 cm => 100 x 70 cm 2 * 5 = 10 A4-Blätter * 10 (Collage) = 100 Blätter 10 x Fotodruck AV-Labor Format 100 x 70 cm Preis im AV-Labor für "normales" Papier anfragen danach entscheiden, wo drucken aber: ich kann schon so Toner (nur CMY) kaufen aktuelle fast leer, plane ja weiterhin auch einzelne Fotos zu drucken kleinere bzw. "sensible" (Akt) Collagen weiterhin mit eigenem Drucker machen FdK-Konto noch gut gefüllt Aufnahmen Kopf bis Rumpf, mit Hemd, zugeknöpft 5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen fotocollage1-k.jpg Hände aufgehalten, später Geraden frei ritzen sechs unterschiedliche Stellungen auf jeweils drei A4-Blätter gedruckt Endformat: A3, auf Spiegel befestigt Schritt 1: Hintergrundfläche / Leuchten erzeugen, oberer Bereich dunkler Hintergrund, Übergang zu hell Schritt 2: Figur Schritt 3: Geraden morgen weiter bearbeiten Geradenbild Geradenbild Keilschrift Keilschrift Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey keilschrift-k.jpg von Sumerern aus Buchhaltungssystemen entwickelt Vorläufer Zählsteine mit Darstellung von Nutztieren und Waren Keilschrift: Bilder in abstrakte Zeichen aufgelöst aus keilförmigen Einzelelementen zusammengesetzt Zeichen aus Kombination von Grundelement gebildet im 1. Jahrtausend v. Ch. durch Buchstabenschrift abgelöst Schreibmaterial: handgroße Tontafeln, nach Beendigung gebrannt
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst "[…] während sein vom Künstler geschaffenes Bild immer unverwandelbar das gleiche bleibe. / Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst […] die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit Vergänglichkeit , mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken […] und spüren im eigenen Herzen die Gewissheit, daß auch wir vergänglich sind und bald verwelken. Wenn wir nun als Künstler Bilder schaffen […] so tun wir es, um doch irgend etwas aus dem großen Totentanz Sterben zu retten […]." ("Narziß und Goldmund", Hermann Hesse) Kinderzeichnung Körpergrößen Kinder im Verhältnis zum A4-Blatt 0 - 12 Monate: 40 - 80 cm 1 - 2 Jahre: 81 - 92 cm 3 - 4 Jahre: 93 - 104 cm 5 - 6 Jahre: 105 - 116 cm 7 - 8 Jahre: 117 - 128 cm 9 - 11 Jahre: 129 - 146 cm A4-Blatt: 21 x 29,7 cm meine Größe: 180 cm im Verhältnis zu 40-cm-Kind (0 Monate): 40 -> 21; 1 -> 0,53; 180 -> 94,5 cm = 94,5 x 1336,5 cm (4,5 x größer), rund A0 (84,1 x 118,9 cm) im Verhältnis zu 100-cm-Kind (4 Jahre): 100 -> 21; 1 -> 0,21; 180 -> 37,8 cm = 37,8 x 53,5 cm, rund A2 (42 x 59,4 cm) im Verhältnis zu 150-cm-Kind (11 Jahre): 150 -> 21; 1 -> 0,13; 180 -> 23,8 cm = 23,8 x 33,7 cm, rund A4 (meine Größe) bei Kritzelzeichnungen: A0 verwenden (Doppel-A0 wenn Kind A3-Blatt bekäme) bei erkennbaren Motiven: A0 - A2 bei Geschichten: A3 - A4
Siebdruckplatte für Ohme im Klassenraum hinterlegt, einen Bilderrahmen "liegender Akt" abgeholt Geradenbild Geradenbild Glasscheibe zwischen Plotterzeichnung und Foliendruck kein Problem, Bildtiefe +- 0,5 mm in Ordnung Werkstatt AV-Labor 1 einmal Selbstporträt Selstbildnis mit rot, grün und blauer Farbe leichte Drehung grüner und blauer Farbe (um -0,5° und -1°) Standpunkt Mit der Verdreifachung der Geraden und der leichten Drehung möchte ich die Bewegung, die der Geraden theoretisch inne liegt, auch materiellen Ausdruck verleihen. Ob mir das gelingt, wird das Ergebnis zeigen. Ergebnis mit RGB: unzufrieden, da überfüllt und zu verwaschen bei zweitem Plott Zentrum im Auge, nur rot (0°) und blau (-1°) 2 Selbstporträt einmal in rot und blau, leichte Drehung, Auge im Zentrum Kunstkritik Relevanz der Kunst "Die Frage nach der Relevanz" Soll Kunst den Wissenschaften assistieren oder sind künstlerische Denk- und Wahrnehmungsanregungen eigene Wissensformen? Plato: das Schöne, das Wahre und das Gute umreißen unzertrennliche Trias schön <=> gut <=> wahr schön = angenehm? gut = wertvoll? wahr = das Richtige? heute neuer Überbegriff: Relevanz Tendenz gegenwärtiger Künste: "Artistic Research" prüft Erkenntnisleistung und Wissenschaftsfähigkeit der Künste Können sich durch künstlerische Denk- und Wahrnehmungsanregungen eigene Wissensformen entwickeln? Kunst dabei nicht als Zuarbeiter der Wissenschaft gesehen nicht Kunstwerk sondern die Recherche beansprucht dabei Relevanz [?] Deutscher Kulturrat Kunst spiegelt gesellschaftliche Debatten wieder bietet Reibungsflächen zur Auseinandersetzung mit Wirklichkeit Kunst = Ausdruck menschlichen Daseins Diskurse der Gesellschaft in Kunst sichtbar Den meisten Künstlern wird das doch total egal sein, oder? Förderung sei keine Subvention sondern Investition "Systemrelevante Kunst" Kunst an sich ("bei aller subjektiven Wertschätzung") unbedeutend Kunst kann aber aufmerksam machen, Missstände aufdecken, zum Denken anregen Schafft es die Kunst des 21. Jahrhundert auch, über die Unverbindlichkeit des rein Formalen, Strukturierten und Informellen hinauszuwachsen und wieder Stellung zu beziehen?