Werkstatt Plastisches Gestalten // Standpunkt // Herme // Gespräch mit mir

Mittwoch, 19. April 2017

Werkstatt Plastisches Gestalten Standpunkt Herme Herme Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Seit gestern habe ich den … das Gefühl, dass ich zu viel von dem Holz schon entfernt habe.
  • Von der Büste Büste !
  • Das … äh … sieht teilweise zu … flach aus. Oder es geht zu steil nach hinten.
  • Es fehlt einfach Fleisch!
  • Eigentlich sind das eher so Knochen und irgendwie … So. Ja.
  • [Pause.]
  • Bei der Nase, an den Seiten, habe ich auch zu viel weggenommen. Habe versucht, dass dann auch zu … retuschieren. Oder wie man das bezeichnet. Indem ich halt ein bisschen weiter nach hinten gehe.
  • [Straßenbahn Eisenbahnstraße fährt vorbei.]
  • Und da eine Wölbung wieder reinbringen kann. Mit den Augen bin ich sehr unzufrieden. Ich denke mal, da habe ich auch schon zu viel weggenommen.
  • [Pause.]
  • Gestern hat mir jemand noch gesagt, dass ich, äh … mal einen WEIN trinken soll. Und dann arbeiten.
  • Und heute versuche ich das mal.
  • Mit Whisky Alkohol !
  • Vielleicht gelingt mir dann ja etwas, was … wo ich jetzt noch dran zweifel Zweifel . Dass es … äh … klappen kann.
  • Was ich jetzt noch überlegen tue, ist, insgesamt ein bisschen nach hinten zu gehen.
  • Das heißt, mir nach vorne hin noch einmal etwas Platz zu verschaffen. Denn der Kopf ist auf jeden Fall noch zu groß. Das Basecap passt noch nicht drauf.
  • [Pause.]
  • Nehme dann heute auch einen … Zirkel …
  • [Straßenbahn fährt vorbei.]
  • … mit. Also wo ich die Spitze abgemacht habe.
  • Um Abstände messen zu können. Gestern war das ja nicht möglich. Da musste ich das intuitiv machen.
  • Und ich nehme das … also die Kamera mit. Um auch noch einmal Seitenansichten so von mir machen zu können.
  • Vielleicht übertreibe ich die Geste. Oder die … äh … die … die Form auch ein wenig.
  • Mal schauen!
  • [Aufnahme Ende.]
Diese Netzpublikation gibt Einblick in mein Kunststudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von 2012 bis 2018. Ich möchte niemandem schaden, sondern meine Studienzeit in all ihrer Komplexität festhalten – in Bezug auf das Studium, die Kunst im Allgemeinen und meine eigene Arbeit. Fehlerhafte Informationen sind ungewollt Teil der Notizen, bedingt durch meinen Wissensstand und teils unleserliche handschriftliche Notizen. Zitate sind nur dann angegeben, wenn ich sicher bin, dass sie korrekt wiedergegeben wurden, auch wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen sind. Meine künstlerische Arbeit thematisiert vor allem Suche und Zweifel. Gespräche mit Professoren und Dozenten fließen in meine Notizen und meine künstlerische Entwicklung ein.

Leipzig, 13. Dezember 2016