× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Anfänge der Kunst aus "Höhlenmalerei Höhlenmalerei ", Emmanuel Anati vergleicht Höhlenmalerei mit Kathedralen Kathedrale , "Kathedralen der Wüste" früheste Orte geistiger Sammlung Erinnerung und Identität wurden zelebriert heilige Orte entstanden an abgelegenen Stellen Verbindung von Mensch und Raum persönlich, ohne Öffentlichkeit, vollzogen häufig verborgen in Wüsten, auf Bergketten, in schwer zugänglichen Gebieten Mensch versucht mittels Formen, Zeichen und Farben mit Natur in Dialog einzutreten um Botschaften der ihn umgebenen Welt (Formen, Zeichen und Farben) zu verstehen Felsbilder (steht auch für Höhlenmalereien) sichtbarer Ausdruck Explosion künstlerischer Kreativität Felsbilder sind unbeweglich, bleibt dort, wo sie geschaffen wurden, finden damit meist keinen Eingang in Museen werden durch äußere Einflüsse unaufhaltsam abblättern und zerstört Zweifel Zweifel Eugene (anscheinend Künstler, verbrachte mit Author Zeit): "Es gibt überhaupt nichts mehr zu entdecken. Alles, was ich malen wollte, ist schon vor Tausenden von Jahren entstanden. Was also bleibt uns Künstlern heute noch zu schaffen übrig?" Jean (ebenfalls Künstler), Tage später zum Author: "Jetzt habe ich verstanden, was ich tun werde. Noch nie im Leben hatte ich so viele Ideen. Ich habe vieles gesehen, wiedergefunden, entdeckt. Ich kann mich an die Arbeit machen. Ich habe etwas zu sagen. Und mein Publikum ist mir sicher, denn es trägt das, was ich sagen werde, bereits in sich." bevor Mensch Schrift erfand, war bildende Kunst Methode etwas im Gedächtnis zu behalten, Kenntnisse und Botschaften zu übermitteln Höhlenmalerei und Felskunst ist umfassendste Archiv der Menschheitsgeschichte vor der Schrift Abschnitt "Abstraktion, Synthese und Realisation" Fähigkeit menschlicher Spezies: Fähigkeit zur Abstraktion, zur Synthese und Idealisierung oder Mythologisierung kann in Form künstlerischen Schaffens Ausdruck finden zwingendes Bedürfnis Kunst zu schaffen seit direktem Vorfahren Homo sapiens sapiens Kunst: graphische Botschaften weiterzugeben bzw. zu empfangen zwei Etappen: 1 Übergang von Kenntnis eines Zeichens hin zur Absicht selbst Botschaft auszusenden 2 Übergang von Zeichen, deren Formen Natur nachahmen, zu von Menschen geschaffenen Zeichen können Natur nachahmen oder erfunden sein vermutlich hat Abstrakte für prähistorischen Menschen nicht existiert Kunst immer abstrakt, auch naturalistischste Abbildung Verwandlung eines Teils der Realität in bildliche Darstellung Abschnitt "Dynamik der Evolution und Bildkunst" Jäger und Sammler heute nur 1% Weltbevölkerung Ende 15. Jahrhundert 25 % Weltbevölkerung vor 12.000 Jahren: 100 % Jagdvölker Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich hoehlenmalerei1-k.jpg Wahl der Orte und Technik der Bebilderung durch natürliche Formen vorgegeben visuelle Kunstwerke wie Felsbilder, Gravierungen und Plastiken wichtigste Zeugnis über Entwicklung menschlicher Denkweise in letzten 40.000 Jahren insgesamt wenige Individuen schufen viele Zeichnungen Produktion ist Anstrengung vieler Generationen Felskunst von nicht zivilisierten Völkern geschaffen endet normalerweise bei Aufkommen von Kommunikationsmittel Schrift vier Kategorien von Felskunst: 1 Primitive Jäger Gebrauch von Pfeil und Bogen nicht bekannt 2 Höhere Jäger Kenntnis von Pfeil und Bogen 3 Hirten und Viehzüchter Völker, deren wichtigste Ökonomie Viehzucht ist 4 Komplexe Ökonomie Völker mit verschiedenen Wirtschaftssystemen (auch Ackerbau) Kriterien (basieren auf Thematik und Typologie): 1 Szenen figurativer Stil (schematisch oder abstrakt) 2 Bedeutung die wilden und domestizierten Tieren beigemessen wird 3 Symbole vorhanden oder nicht vorhanden Hypothese: Lebensweise hat universelle Auswirkungen auf Verhaltens- und Denkweisen, künstlerische Ausdrucksformen Felskunst ist globales Phänomen Typen wichtiger Darstellungen: 1 anthropomorph (menschengestaltig) 2 zoomorph (Gestalt von Tieren) 3 topographisch 4 Gebrauchsgegenstände und Waffen 5 Symbole und Ideogramme Landschaften und Darstellungen von Pflanzen sehr selten Thematik sehr begrenzt und repetitiv (sich wiederholend) Oberflächen: Höhlen, Felsüberhänge, freie Felswände Darstellung kann horizontal, vertikal, schräg, auf Boden oder auf Decke gezogen sein Dimensionen: große Tierdarstellungen (1,5 - 2 m) fast ausschließlich bei Jägern zu finden bei großen Tierdarstellungen Menschendarstellung sehr selten Tierfiguren klein: Prozentsatz anthropomorpher Figuren höher alleinstehende Tierfiguren selten fast immer begleitet von Symbolen oder Ideogrammen (extrem abstrahiert) isolierte Figur hätte ohne Symbole keinen Sinn[?] in europäischen Palöolithikums stehen sich oft zwei Tierarten gegenüber Bison und Pferd André Leroi-Gourhan (1911 - 1986, französischer Archäologe, Paläontologe, Paläoanthropologe und Anthropologe) mit Hypothese: Pferd ist männliches Symbol, Bison weiblich Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien hoehlenmalerei2-k.jpg Gegenüberstellung Pferd - Bison könnte Metapher sein in Tansania spielen Elefant und Giraffe ähnliche Rolle erscheinen oft zusammen, häufig dargestellte Tierformen Komposition und Szene enthüllen Denkweise geben keine naturalistische Wirklichkeit wider Komposition: in Gesasmtheit bekommt sie Sinn (weiter ab S. 31)