× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Gehirn

Ohne Titel, 9.2.1992, Öl auf Leinwand, Matthias Maaß
Ohne Titel, 9.2.1992, Öl auf Leinwand, Matthias Maaß
Nervensystem
Nervensystem
Kopf Profil, Nervenfasern sichtbar
Kopf Profil, Nervenfasern sichtbar
Verbindung Gehirn mit Herz
Verbindung Gehirn mit Herz
Gefäßgestalten
Gefäßgestalten
für Ganzkörperplastik, sichtbarer Rippenbereich zwischen linker und rechter Brust
für Ganzkörperplastik, sichtbarer Rippenbereich zwischen linker und rechter Brust
Psychiatrie und Kunst Ausstellung Kunst von Psychiatrie-Erfahrenen Sammlung Prinzhorn, Heidelberg "Ohne Titel" (aus der Serie "Scheibenhardt Zeichnungen"), 2014, Kohle, Tusche, Graphit auf Bambuspapier, Paul Aseck "4 Selbstporträts Selstbildnis ", ca. 1989 - 1991, Öl auf Leinwand, B.M. (Lebensdaten unbekannt) Ohne Titel, 9.2.1992, Öl auf Leinwand, Matthias Maaß heidelberg-6-k.jpg "Frau am Tisch", zwischen 1900 und 1919, Bleistift und Ölkreide auf Zeichenpapier, Clemens von Oertzen (bei Prinzhorn: Viktor Orth) "Eingezäunter Kopf mit Raupenheim, zwischen 1907 und 1925, Holz, gebeizt, stellenweise mit Holzkitt oder Gips gefaßt, Kordel verhüllt verhüllt Ausstellung Körperwelten Heidelberg Nervensystem heidelberg-13-k.jpg Abbildung mit Großhirn, Kleinhirn, Armgeflecht, Rückenmark, Spinalnerven, Beingeflecht Netzwerk von Nervenfasern, überwachen und regulieren alle Körperfunktionen Gehirn Gehirn bildet mit Rückenmark zentrales Nervensystem steuert alle Körperfunktionen peripheren Nerven treten zwischen Wirbelkörper aus dem Rückenmark heraus, leiten Informationen vom zentralen Nervensystem in die Körperperipherie und umgekehrt Kommunikation über schwacher elektrischer Signale, Leitungsgeschwindigkeit bis 400 km/h Kopf Profil, Augenhöhle, sichtbarer Sehnerv[?], mit Spiegelung Kopf, andere Seite Ausschnitt Kopf, mit aufgefächerter Schädeldecke[?], Kaumuskulatur Kopf Profil, Nervenfasern sichtbar heidelberg-19-k.jpg übergeordnetes Kontrollzentrum Gehirn Gehirn verarbeitet Sinnesinformationen, koordiniert Denken und meisten Bewegungen geschützt in Schädelhöhle Großhirn weist Windungen und Furchen auf, im Laufe der Evolution durch Ausdehnung des Großhirns entstanden fast 2/3 der Gehirnoberfläche liegen in Furchen Hirnarterien hoher Blutbedarf vom Gehirn, 20 % der gesamten Blutversorgung Nervenzellen werden mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt Verbindung Gehirn mit Herz heidelberg-24-k.jpg Gefäßgestalten heidelberg-26-k.jpg Herz Doppelpumpe, hält mit einem Schlag zwei Kreisläufe in Gang jede Seite mit Vorhof, nimmt ankommendes Blut auf, Kammer wird Blut aus rechte Seite transportiert Blut zur Sauerstoffaufnahme in die Lungen linke Seite pumpt das mit Sauerstoff angereicherte Blut aus den Lungen in Arterien / Körperkreislauf Gefäßgestalt Arm Arterien verteilen Blut im Körper verzweigen und verjüngen sich auf Weg zu Organen und Geweben durch Kapillarwände erfolgt Austausch von Nährstoffen, Sauerstoff und anderen Stoffen zwischen Blut und Gewebe Arterien[?] freigelegt, mit Knochengerüst Hand mit 27 Knochen, werden von 37 Skelettmuskeln bewegt Unterschenkel mit oberflächlicher Muskelschicht / Wadenmuskel Verdauungstrakt Schlauchsystem ca. 7 m lang Nährstoffmoleküle bei Dünndarm durch Darmwand ins Blut unverdauliche Reste bis in Dickdarm, Wasser wird entzogen über Enddarm ausgeschieden Verdauungsprozess dauert ca. einen Tag für Ganzkörperplastik, sichtbarer Rippenbereich zwischen linker und rechter Brust heidelberg-45-k.jpg Hals, Schlüsselbein, Rückenmuskulatur
Studienreise 中国 Diplom Theorie Gespräch mit Wei
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Im Museum of Contemporary Art, Yinchuan. Wir sehen uns [Kursiv: Salt Flats] von Mao Tongqiang Mao Tongqiang an.]
  • Das ist jetzt bloß zum Testen, okay?
  • Guten Tag.
  • Nein Wei. Jetzt …
  • Lass uns singen.
  • So. [Lacht.]
  • [Lacht.]
  • Also wir stehen jetzt hier gerade … vor einem relativ großen Feld. Mit Sand. Traktorspuren. Und Salz drauf. Und irgendwelchen Steinen mit Geo-Daten. Wo man rumgehen kann. Mit Spiegelung. Damit das Feld höchstwahrscheinlich größer wirkt. Was hast du jetzt dazu noch einmal gesagt? Also du jetzt … Weil du hattest gerade gemeint … ähm … Für dich ist das jetzt ein Feld. Und kann das auch schon Kunst sein? So.
  • Warum willkommst du nicht deine Gäste.
  • [Pause.]
  • Herzlich Willkommen.
  • [Sperren: Mensch Wei.] Jetzt hör' doch mal auf. Ich will jetzt ernsthaft darüber reden.
  • [Pause.]
  • Was … Für mich ist das eigentlich ein normales Feld. Weil ich habe schon seit zwanzig Jahren hier gewachsen. Gewachsen? Aus… Aufgewachsen.
  • Ja.
  • Und … äh … Ich habe solche Felder als ein normal gehalten. Und … äh …
  • [Pause.]
  • Eigentlich … äh … in meiner Heimatstadt in … in Umgebung eigentlich … dass … Wegen diesem Salz … Felder … Das ist eigentlich sehr schwer für Pflanzen zu wachsen.
  • [Sperren: Ach deshalb] ist hier Salz drauf. Auch. Vielleicht … Vielleicht. Ich … Ich … Das war jetzt meine nächste Frage. Warum haben die dann hier aber Salz drauf gestreut. Aber … du … du … du meinst, da ist Salz drauf …
  • Wegen …
  • … gewesen.
  • Wegen dieser … äh … Wegen dieser … äh … Sand… äh … dieser Teil oder sowas.
  • Okay.
  • Bestand… Bestandteil. Oder so was. In dieser Sand. In dieser Felder. Das ganz schwer für die Pflanzen …
  • Okay.
  • … zu wachsen.
  • Also hier ist … Also hier ist beim Sand der Bestandteil Salz … äh … höher als woanders.
  • Deswegen kann man in … kann man in meiner Heimatstadt … äh … sehr häufig sehen, dass … äh … Felder … Sie haben viele …
  • [Pause.]
  • … Hälfte fertig … äh … Produkt Pflanze. Oder sowas. Direkt in unsere Felder …
  • Okay.
  • Gepflanzen.
  • Okay.
  • Nicht eine … Nicht so eine Sit [Fußnote: Samen?]. In … In … In …
  • Okay.
  • In Felder. Das reinzutun. Weil das sehr schwer zu wachsen.
  • Okay.
  • Deshalb ist hier Salz drauf. Ich hatte mich nämlich schon gefragt …
  • Ich … Ich … Nicht SO viele Salz.
  • Ne. Aber das … Bestandteil … zu … zu … zu viel Salz sozusagen. Und deshalb kann da eigentlich gar nichts wachsen.
  • Genau.
  • Okay. Und …
  • Nicht gar nicht.
  • Okay. Ne. Aber das zeigt ja das jetzt. Im Endeffekt. Hier. Ne?
  • Mhm.
  • Und deshalb hattest du jetzt gefragt, … ähm … Also warum das halt schon Kunst sein kann. Bei dir ist das ganz normal auf dem Feld. So. Dass das so aussieht. Also … Dass da nichts wachsen kann.
  • Wir gehen jetzt durch ein Feld, was draußen auch ist. Eigentlich.
  • [Zustimmend.] Aha.
  • Was halt hier noch dazu ist, sind diese Steine. Ne? Mit diesen Koordinaten drauf. Da wissen wir jetzt aber überhaupt nicht … Oder was denkst du. Warum das …
  • Ich … Ich glaube … Oder jede … Jede … Jede Felder bedeutet eine verschiedenes Länder. Vielleicht. Das hier ist … äh … in dieser … in dieser … Region.
  • Na in diesen Quadrat …
  • Oder sowas.
  • Bei diesen Koordinaten. Das sind Koordinaten.
  • Koordinaten. Das steht, dass … Vielleicht diese Felder mit dieser Koordinate steht für eine Lande. Da … Sie haben diese solche … solche Bestandteil das Felder. Und … äh … Anderes Felder besteht anderes Lander. Weil solche … Solche Lander gibt es nicht nur in meiner Heimatstadt.
  • Okay.
  • Sondern auch in verschiedenes Heimatstadt … äh … In verschiedenes Länder.
  • Ja. Aber ganz ehrlich. Wenn man das SO einfach aufschlüsseln kann … Also ich hatte mich halt erst wirklich gefragt, warum das Salz hier drauf ist. Aber DU wusstest jetzt, dass das hier ganz ganz normal …
  • Aus meinem Wissen. Ich weiß nicht, ob …
  • Na ja. Aber das … Das ist ja logisch. Wir sind ja jetzt gerade in dieser Region. Oder? Und …
  • Aha.
  • Aber das … Das klingt für mich jetzt … zu logisch. Also zu … zu einfach. Weißt du? Wenn man … Wir gehen ja hier lang. Und die Koordinaten … Das kann ja alles sein. Aber was ist daran jetzt so, dass man sagen würde, das muss jetzt in einen speziellen Raum. Damit es noch einmal dem Besucher etwas verdeutlicht. Also warum muss das hier rein. Ist das jetzt eine Schule? Wo … Wo man lernt, wie die … ähm … äh … Dass in der Umgebung eigentlich nichts wachsen kann, wegen dem Salz? Oder was.
  • Nein. Ich glaube, dass …
  • Das wäre zu einfach.
  • … das ist auch eine sehr traditionelle … Das Pflanzenweise. Oder sowas. Das ist so mit dieser … dieser … dieser Autos. Das … Dieser Spur. Das kann man auf dieser Land … Feld … diese Autospur sehen.
  • Mhm.
  • Das … Diese Traditionelle. Diese Pflanzenweise. Das in meinem Heimatland für diese so schwer. Ach … Ich weiß …
  • [Sperren: Nein.] Du hast recht. In [Sperren: diesem] Feld sind diese … äh … Spuren von diesem Traktor. Komm mal mit.
  • [Pause.]
  • In [Sperren: dem] Feld … sind diese … äh … diese traditionellen höchstwahrscheinlich. Weißt du? Wo man … Wo man die kleinen … Gräben gemacht hat. Um da die Samen reinzumachen.
  • Ach so. Oder das steht eine verschiedenes Prozess. Also die erste Prozess. Die zweite Prozess …
  • Na ja. Ne. Ich würde jetzt eher sagen, … Das mit diesen Koordinaten. Dass das woanders ist als hier. Und hier … ähm … hat … hat man das halt noch so gemacht. Mit diesen … äh … mit dem Sähen. Ne?
  • Aha.
  • [Pause.]
  • Okay. Aber die Frage ist jetzt halt trotzdem: Warum … Wenn man das so aufschlüsseln kann … Warum ist das jetzt hier in einem Museum. Warum ist das jetzt zeitgenössische zeitgenössisch Kunst!
  • Ja.
  • Wir können das genauso gut draußen sehen.
  • [Pause.]
  • Das … äh … Eigentlich für viele Leute, sie kennen nicht das … Sie finden … Sie hatten das ganz … als eine ganz normale Dinger. Und sie haben gar keine … Sie wollen gar keine Salz zu beobachten. Oder zu gucken. Wie das funktioniert. Jeder hat das … äh … als eine normale Dinger. Aber das eine … Für eine Künstlersperpektive, das … sie finden das … Das … Wenn niemand das … Wenn niemand … Dieses Feld werde be… beobachtet. Das … Das auch … Kann man …
  • Also. Also … Also du meinst, … äh … die Kunst besteht eigentlich darin, dass die darauf aufmerksam machen. Dass es so ein …
  • Ja. Ja!
  • … Problem gibt.
  • Ja!
  • Und das man das normaler Weise gar nicht mehr wahrnehmen würde.
  • Mhm.
  • Und deshalb muss es in einem speziellen Raum sein. Damit die Leute wieder darüber nachdenken.
  • Ja. Das auch … Aus meinem Wissen.
  • Okay. Ne. Ne. Das verstehe ich jetzt auch. Nur … Das ist für mich dann so eine Art … [Sperren: Schule]. Also dass dir etwas beigebracht werden soll. Weißt du? Und … Ich weiß …
  • Wie manches Tier. Sie sind …
  • Ausgestorben, oder …?
  • Ja. Ja.
  • Aber das ist für mich jetzt noch nicht … ähm … mit … mit Kunst irgend… Was auch immer Kunst ist. Aber weißt du? Das ist dann im Endeffekt … Dir … Dir soll etwas beigebracht werden.
  • Mhm.
  • Aber das … Da fehlt ja noch irgendwie … Was geheimnisvolles. Oder … Oder … Oder etwas Ungeklärtes. Oder so.
  • Mhm.
  • Das verstehe ich jetzt noch nicht.
  • [Pause.]
  • Okay. Wir können ja mal weitergehen.
  • Tschüß.
  • Muss man auf [Kursiv: Done] drücken, oder hier?
  • [Aufnahme Ende.]
  • [Vor der Installation wird in einem Video gezeigt, wie der Künstler die Felder bearbeitet hat.]
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Mhm?
  • Was ist?
  • [Sperren: Nein!] Du hast jetzt genau das gesagt, was drinne ist. Und wir haben es im Video gesehen. So. Mehr … zeigt uns das Video erst einmal nicht. Wie es abgetragen wurde. Und ins Museum geschafft wurde. [Sperren: Hier] steht jetzt, in dem Text: [Kursiv: The spirit and sot however sprit and dispirs. Freedom is the only coordinate the heart can choose.]
  • Sie wollen das übertrieben zu sagen. Dass … Wegen freedom. Hier. Das ist vielleicht deine drinneste Entscheidung. Ist auch so wie diese latidude und longtidude.
  • [Sperren: Ja aber siehst] du denn dieses mit dem [Kursiv: Freedom is the only coordinate the … the … heart …]
  • Das ist zu … zu … zu … zu in Gehirn Gehirn Dinger. Das kann man eigentlich durch diese Dinger nicht … das …
  • Ja das meine ich ja. Also in dem Text jetzt steht etwas drinne, was wir gar nicht … ähm … sehen können. Oder was wir gar nicht … äh … wahrnehmen. Wenn wir in dem Raum drinne sind. Da … da nehmen wir halt einfach bloß auf: Das ist ein Feld. Bla bla bla. Aber dieses mit dem freedom und so weiter und so fort, dass … dass … Also ich habe das nicht gesehen. Hast du das gesehen?
  • Ja. Ich meine, dass ist eine Künstlerswerk. Aber wir können das … Normale Menschen … können das nicht … äh … verstehen.
  • Ja aber [Sperren: wir] sind doch die Besucher. Und für die Besucher wurde das ja gemacht. Diese ganze Aktion.
  • Mhm.
  • Und das wundert mich eben.
  • Mhm.
  • Aber gut, dass du das auch nicht wahrnimmst. Weil ich sehe das nämlich nicht.
  • [Pause.]
  • Das ist dann wieder diese Interpretation, die der Künstler hat. Oder der Kurator kuratieren hat. Oder so. Aber die bei dem Betrachter vielleicht überhaupt nicht ankommen. Außer das steht im Text drinne. Wie hier. Ich sehe es immer noch nicht.
  • [Kursiv: Freedom is the coordinate.] Und hier: auch freedom.
  • Koordinate?
  • Ja.
  • Das … Das Herz kann auswählen.
  • Ja.
  • Oh mein Gott Gott .
  • [Aufnahme Ende.]
  • [Vor einem Beschreibungstext zu einer anderen Arbeit.]
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Sag einfach, was du eben gesagt hast.
  • Sie haben hier zu hochwertig geschrieben. Und so wie Menschen eine Literatur lesen. Und … äh … lest. Lest? Egal.
  • Lesen.
  • Lesen.
  • Ich verstehe nämlich das Englische auch nicht. Weil da mir zu viele Begriffe oder zu … Das ist zu verschachtelt.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Euh.]
  • [Aufnahme Ende.]
  • [Vor einer anderen Arbeit, die sehr einfach gemalt ist.]
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Das … äh … kann ich auch malen. Das ist so wie letztes Mal. Dass … ich habe bei dir eine … eine Gemälde gemalen. Das mit ganz einfach Linie. Mit ganz einfach diese Farbe aus … Dinger Stoff. Und … äh … Ja. Das … Ich glaube, dass kann jeder das machen. Aber vielleicht die Bedeutung hinter dieser Bilder kann man das nicht … äh … Jeder hat eine verschiedenes Gedanke.
  • [Aufnahme Ende.]
  • [Wegen unsichtbaren Grenzen, meine Gedanken dazu.]
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Das ging so weit, dass ich … äh … eine Aufsicht fragte: Äh … Can I sit down?
  • Als ich einen Stuhl sah und ich nicht wusste, ob man sich da jetzt hinsetzen darf oder nicht.
  • So, wie, dass es keine Abstandslinien oder so gibt. Dass man weiß, man darf nicht an die Arbeit ran.
  • Zuerst sieht es nämlich frei aus. Als dürfe man sich hier ranbewegen. Und danach wird man dann noch von der Aufsicht gestoppt!
  • [Aufnahme Ende.]
Muskelmänner, Holzschnitte, Andreas Vesalius (S. 178)
Muskelmänner, Holzschnitte, Andreas Vesalius (S. 178)
Knapps Ophthalmotrop, nach 1861, Inventar-Nr. 2002/57 , © Charité
Knapps Ophthalmotrop, nach 1861, Inventar-Nr. 2002/57 , © Charité
Haut mit Tätowierung, 1901 , © Charité
Haut mit Tätowierung, 1901 , © Charité
Sirenoide Fehlbildung, 1986
Sirenoide Fehlbildung, 1986
Odysseus und die Sirenen, Vasenbild, ca. 475 - 450 v. Chr., British Museum, London
Odysseus und die Sirenen, Vasenbild, ca. 475 - 450 v. Chr., British Museum, London
Zyklopie, Monophthalmu((?)), © (unerlaubterweise) Hao
Zyklopie, Monophthalmu((?)), © (unerlaubterweise) Hao
Kopf Zyklop Polyphem, Marmor, Griechenland, 2. Jahrhundert v. Chr (oder römische Kopie)
Kopf Zyklop Polyphem, Marmor, Griechenland, 2. Jahrhundert v. Chr (oder römische Kopie)
Der Zyklop, 1914, Odilon Redon, Kröller-Müller Museum, Niederlande
Der Zyklop, 1914, Odilon Redon, Kröller-Müller Museum, Niederlande
Sechsfache Nabelschnur-Umschlingung, 1987, Inventar-Nr. 231, © Hao
Sechsfache Nabelschnur-Umschlingung, 1987, Inventar-Nr. 231, © Hao
Ausstellung Dauerausstellung Berliner Medizinhistorisches Museum, Charité Muskelmänner Muskelmann , Holzschnitte, Andreas Vesalius Andreas Vesalius (S. 178) charite1-k.jpg aus "De humani corporis fabrica", Basel, 1543 Menschliche Ohrmuschel, um 1910, Feuchtpräparat, Inventar Inventar -Nr. XVII35, ca. 1910 Rechter Unterarm mit injizierten Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inventar-Nr. ANA 2006/511 umsetzen Gehirn Gehirn vom Schwein in China essen Normales Gehirn eines Erwachsenen, Inventar-Nr. 2006N/88 Knapps Ophthalmotrop, nach 1861, Inventar-Nr. 2002/57 , © Charité charite2-k.jpg Modell zum Erlernen der zwölf Augenmuskeln für Stellung Augapfel Blasenspiegel, nach Nitze, vor 1896 Skelett mit Hydrocephalus, 1954, Inventar-Nr. 1279/1954 umgangssprachlich Wasserkopf Tätowierungen auf Haut Haut , 1958, Inventar-Nr. 967/1958-1 vom sechzig Jahre alten Mann mit "well fare", "Rache", "Hamburg" und chinesischem Drachen Haut mit Tätowierung Tätowierung , 1901 , © Charité charite3-k.jpg Haut rechter menschlicher Unterarm in Konservierungsflüssigkeit "leicht bekleidetes, Pfeife rauchendes Mädchen", mit tätowierter Blüte, Schmetterling Schmetterling und Vogel Sirenoide Sirene Fehlbildung, 1986 charite6-k.jpg fehlen der Beinanlage, Harntrakt, Geschlechtsorgane Odysseus Odysseus und die Sirenen, Vasenbild, ca. 475 - 450 v. Chr., British Museum, London sirene2-k.jpg über Aussehen berichtet Homer nicht ältesten bekannten Darstellungen ab ca. 650 v. Chr. u. a. als Vögel mit Menschenköpfen in mittelalterlichen Bearbeitungen auch als Mischwesen von Menschen und Fischen dargestellt laut Liber Monstrorum : anlockende Frauen, untere Hälfte aus geschuppten Fischleib laut Giovanni Boccaccio : bis zum Nabel menschenförmig, darunter fischförmig, besaßen Flügel zum Weihnachtsschwimmen in Paris Zyklopen (eigentlich Kyklop, Gestalt griechische Mythologie) Zyklopie Zyklop , Monophthalmu((?)), © (unerlaubterweise) Hao charite4-k.jpg Zyklopie Kopf Zyklop Polyphem, Marmor, Griechenland, 2. Jahrhundert v. Chr (oder römische Römer Kopie) zyklop-k.jpg Kyklopen (altgriech. Κύκλωπες, Kyklopes, Kreisäugige) entweder kreisrunde Augen oder Einzelauge auf Stirn von antiken Künstlern als Riesen mit einzelnem Auge dargestellt (mit angedeuteten normalen Augenlöchern) Der Zyklop, 1914, Odilon Redon, Kröller-Müller Museum, Niederlande zyklop2-k.jpg Odilon Redon (1840 - 1916, französischer Grafiker und Maler des Symbolismus Symbolismus ) Sechsfache Nabelschnur-Umschlingung, 1987, Inventar-Nr. 231, © Hao charite5-k.jpg starb an Strangulierung durch eigene Nabelschnur-Umschlingung
Screenshot Website Klasse Bildende Kunst, Unterseite Lehre
Screenshot Website Klasse Bildende Kunst, Unterseite Lehre
Screenshot Website Klasse Bildende Kunst, Unterseite Lehre klassebildendekunst-m.jpg Modul 4 Prüfung (Vorbereitung) letzter Stand Portfolio vor Tagen für Mark und Kilian ausgedruckt, einmal durch Tonerwechsel mit teilweise komischen Farbverläufen einige Abbildungen wieder entfernt gestern nach Hinweis von Kommilitone Kommilitone noch einmal Notizen zu "Die Geschichte der Kunst" und "Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert" (letztes Kapitel) angesehen 20. Jahrhundert vor allem in 1 Seminaren (bei Daniels Dieter Daniels u. a. Ready-made Ready-made , Videokunst / bei Meyer-Krahmer u. a. Roth Dieter Roth ) 2 in Ausstellungen (Basel mit Malewitsch Kasimir Malewitsch , Picasso Pablo Picasso , Beuys Joseph Beuys und Gauguin Paul Gauguin ) 3 in Texten zu einzelnen Künstlern / Kunstrichtungen (wie Fluxus Fluxus , Bauhaus Bauhaus ) bearbeitet auch wenn vieles gelesen und gesehen: wenig im Detail behalten erst nach mehreren Durchläufen merke ich mir ein Detail / Verlauf Geschichte und dafür sind mir meine Notizen behilflich Notizen = Auslagerung Gehirn Gehirn Kunst nach 1945 für mich schon immer etwas undurchsichtig, Videokunst ganz außen vor gelassen Modul 4 Prüfung Werkstatt Holzwerkstatt (MORGEN NOTIZEN EINFÜGEN) Werkstatt Plastisches Gestalten (MORGEN NOTIZEN EINFÜGEN)
Collagenstück auf Leinwand befestigt
Collagenstück auf Leinwand befestigt
Geradenbild Geradenbild Collagen vom 10.4. und 30.4. zerstört nahmen, da unfertig, nur Platz weg Collagenstück auf Leinwand befestigt geradencollagegerahmt-k.jpg Kopf ausgeschnitten, auf Keilrahmen geklebt später eventuell in Leerrahmen hängen und lackieren andere große Plotterzeichnungen ebenfalls vernichten Was mache ich eigentlich mit den fertigen Arbeiten? Die werden unterm Tisch gestapelt und höchstwahrscheinlich nie wieder hervorgeholt. Friedrich Fröhlich, faul faul oder träge Standpunkt Seit einigen Tagen entsteht nichts mehr. Der Raum ist aufgeräumt, alles Material verstaut. Nach Tagen des Nichtstuns gestern zwei Tuschestifte gekauft, lustlos herumgezeichnet. Den Stil eines anderen Künstlers kopiert, daran gescheitert. Ich sehne mich nach den Tagen zurück, wo ich fast täglich kindlich zeichnete, Geradenbilder schuf und über die Zukunft der Kunst nachdachte. Ich denke an die Sprachnotizen, die teilweise nachts entstanden, weil ich nicht mehr einschlafen konnte. Es waren Dinge unausgesprochen, mussten noch bearbeitet werden. Heute liege ich faul im Bett. Schaffe es mit viel Mühe zwei[!] Stifte zu kaufen und hege dabei die Hoffnung, dass mich die Lust wieder packen wird. Alkoholkonsum alleine wird leider nichts bringen. Es muss ein Funke da sein. Ohne ihn entsteht nichts. Wo ist er? Wenn ich darüber nachdenke, fehlt es mir zur Zeit wieder einmal an einem Ziel. Da, wo ich noch nicht bin, da wo ich hin will. Das, wo ich zumindestens in diesem Augenblick fest daran glaube, unsagbar wichtig ist. Ich erinnere mich noch gut an die Konstellationsbilder. Vier Geraden, auf einer Fläche verteilt, alle Kombinationen berechnet. Ich fühlte mich so, wie ich denke, dass es Malewitsch Kasimir Malewitsch mit dem Schwarzen Quadrat ergangen sein muss. Ich fühlte mich so nah am Anfang der Kunst! An dem Punkt, wo aus Radikalem etwas Neues entstehen kann. Muss! Davon spüre ich leider nichts mehr. Denn es gibt in Realität diese Momente des Neuen nicht. Sie existieren lediglich im eigenen Gehirn Gehirn . Endorphine werden ausgeschüttet. Sie bewegen mich zum Fortführen. Erinnert mich gerade an meine Zeit in Berlin. Wo in meiner kleinen Wohnung Dinge entstanden, nie ausgestellt wurden und ich deshalb annehmen durfte, dass sie Großes sind. Sobald sie ausgestellt werden, sind sie wieder sterblich-menschlich. Und sobald ich tausende andere Arbeiten anderer Künstler sehe, werde auch ich wieder in die Realität zurückgeholt. Jeder schafft sich sein Thema selber. Es gibt kein Ding, was unbedingt bearbeitet werden muss. Leider scheint aber genau das der Motor für mich zu sein. Auch wenn es viele nicht sehen, für mich sind die Geradenbilder, die kindlichen Zeichnungen sowie die verhüllten Arbeiten ein und das selbe. Sie sind der Versuch zum Anfang zurückzukehren, damit etwas Neues, bisher nicht gesehenes, entstehe. Nur wenn ich nicht mehr daran glaube, entsteht auch nichts mehr.
Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens
Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens
Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E.
Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E.
Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M.
Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M.
Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose
Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose
Franz Kauer, Zeichnung in der akuten Psychose
Franz Kauer, Zeichnung in der akuten Psychose
Psychiatrie und Kunst Modifikation und Erweiterung der Methode von Karen Machover Navratil verwendete weißen Karton (Postkartenformat) statt Schreibpapier Begründung: 1 Karton hat größeren Aufforderungscharakter als Schreibpapier 2 Schreiber bemühe sich mehr 3 kleines Format überfordert nicht reine Bleistiftzeichnung, auch Verwendung von Tusche und Feder bei Patienten, wo ihn künstlerische Möglichkeiten interessierten: von A6 -> A5 -> A4 -> 30 x 40 cm -> ganze und halbe Bögen weißes Packpapier weitere Aufgabenstellungen, wie Tier und Sonne zeichnen am Schluss nur noch: "Zeichnen Sie bitte irgend etwas!" Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens patient21-k.jpg Beschreibung vom Patienten: in Luft hingen Ringe, Männer seien gekommen, hätten lange Stangen getragen, die Aufgabe gehabt, mit den Stangen in die Ringe hineinzufahren Delirium tremens: ernste und potenziell lebensbedrohende Komplikation bei länger Alkoholkrankheit dar Halluzinationen haben starken Realitätscharakter, keine kritische Distanz erlebten Sinnestäuschungen sind von höchster Evidenz (Wahrheitsanspruch) nach Delirium bleiben Erlebtes für einige Tage in Erinnerung, werden noch danach für objektive Wirklichkeit gehalten ("Residualwahn") bei akuten Psychosen Stellung der Aufgabe täglich dadurch Bild des Behandlungs- und Heilungsverlaufes sichtbar Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E. patient22-k.png endogen: innen entstanden; infolge veränderter Stoffwechselvorgänge im Gehirn Gehirn 1 im unbehandelten Zustand: menschliche Figur nur wenige Millimeter großer Kopffüßler 2 nach Einleitung antidepressiver Behandlung: Figur wuchs langsam 3 Depression geschwunden: große Figur Kleinheit allerdings kein obligates Merkmal Depression Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M. patient23-k.png Abklingen der Manie durch Motivwahl erkennbar Tiere wurden immer kleiner und harmloser Stier -> Schwein -> Ziege -> Katze Ramses -> Taube Patient wurde nach Entlassung jedoch depressiv und brachte sich um rückblickend betrachtet: Depression kündigte sich in Zeichnungen an laut Navratil kündigen sich seelische Veränderungen in Zeichnungen an, bevor sie klinisch erfassbar sind Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose patient24-k.jpg Franz Kauer, Zeichnung in der akuten Psychose patient25-k.jpg Patient taubstummer Analphabet vor Ausbruch einer lang andauernden akuten halluzinatorischen Psychose, während Behandlungs- und Heilungsverlauf und nach Abklingen Psychose beobachtet zunächst zeichnete Patient nach Vorlagen und Natur nach Ausbruch Psychose wandte er sich von Realität ab, zeichnete ausschließlich aus Fantasie heraus hoher Symbolgehalt, originelle Formen, große Expressivität nach Heilung wieder Motive seiner Umwelt eingeflossen im Abschlussbericht: "Der 'Künstler' in ihm war die Psychose"
Standpunkt Kinderzeichnung Kinderzeichnung Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Seit dem Klassentreffen bei mir, beziehungsweise schon kurz davor, …
  • [Klick.]
  • Bin ich irgendwie in eine neue Phase gerutscht.
  • Ich bin jetzt irgendwie total befreit von diesem … ähm …
  • [Pause.]
  • … Gefühl, … ähm … etwas schaffen zu müssen, was halt … ähm …
  • Was wichtig ist!
  • Was Bedeutung hat!
  • Was … ähm … Was nur in der Kunst machbar ist! Und so weiter.
  • Also dieses gesamte Konstrukt … äh … pfff … der Geraden. Was … Was mir noch so sehr wichtig war. Ähm …
  • Exis… …entiell. Würden vielleicht andere sagen.
  • Nee. Das spricht man glaube ich sogar ganz anders aus!
  • Das ist halt … einfach abgefallen jetze.
  • [Schlucke.]
  • Das hatte so mit den … ähm … ähm … mit den Fotocollagen angefangen. Wo ich also … mich von mehreren Seiten oder … äh … Oma jetze … ähm … mich ja fotografiert hatte. Und das ausgedruckt hab. Und … äh … dann zerrissen hab. In kleine Kleine. Und neu so zusammen … montiert habe. So.
  • Das waren halt so die … die Arbeiten jetze wieder, die keine …
  • … die jetzt [Sperren: Nichts] folgtem. Also keiner Idee! Ich müsste jetze die [Sperren: Wirklichkeit] darstellen. Oder … Ich müsste jetze … irgendwas relevantes machen.
  • Oder zum Grund der Kunst kommen!
  • Das ist halt einfach so entstanden. Das hat mir … Das war halt … Das war halt dann stundenlang so … ähm … hin und her … ähm … kleistern.
  • Und das war halt einfach … Na ja … Schön halt. So. Mehr muss es da halt auch nicht sein. So.
  • Und … ähm … Danach, als ich jetze eben die … ähm … weitere Collagen jetzt gemacht hab … ähm … Ganz andere. Ganz andere Art. Also mit Papierschnipseln und so. Einfach neu zusammen geordnet. Ähm … Aus … ähm … Abfall. Aus Papierresten. Ähm … Von Clemens war das eine eben. Da was gemacht habe. Ähm …
  • Oder bei den Kinderzeichnungen. Auch wenn ich da halt noch so'n Gedanken … so'n Gedanken hatte. Wenn ich über die Gerade … Wenn ich über so'n … über so'n techni… über so'n … Nicht Stil. Über so'n materielles … ähm … Element … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … dann halt über … über … ähm … über den Gedanken halt, wo fängt denn eigentlich alles an? Diese ganze Kunst? Diese ganze Kreativität?
  • Und zwar: Beim Kind. So.
  • Obwohl ich halt so'n Gedankenkonstrukt hatte, dahinter, und mir auch da so Sachen aufgeschrieben habe, … ähm … waren halt, während ich diese Kinderzeichnungen gemacht habe, selber, also erst … ähm … nachgemacht. Von anderen. Die ich im Internet gefunden habe. Und dann jetzt eben ganz neu selber welcher gemacht.
  • [Sperren: Versucht] habe mich zumindestens da rein zudenken. Da rein zu fühlen.
  • Da tauchte … Da tauchte natürlich überhaupt nicht mehr so dieser … dieser … ähm … Also da war mein Gehirn Gehirn sozusagen ausgeschaltet.
  • Da tauchte kein … kein Gedanke mehr auf … [Sperren: Warum] ich das jetzt mache. So.
  • [Pause.]
  • Und … ähm … Das ist ja im Endeffekt das Schöne. Wenn Kinder zeichnen eben. So stelle ich mir das zumindestens vor. Die … Die sind einfach da [Sperren: drinne].
  • Sie gehen darin auf. Ohne jetze … die ganze Zeit zu überlegen … ähm … Was will ich jetzt eigentlich damit darstellen?
  • Und … ähm … Stimmt das jetzt von den Proportionen?
  • Und … Und … Und … Und sieht das wirklich so aus?
  • Ähm … Wie könnten das andere sehen?
  • Ähm … äh … Missverstehen vielleicht. Oder keine Ahnung!
  • Also all diese Gedanken, die sich erst ein Erwachsener macht. Und die sich ein Künstler vielleicht macht. Wenn er halt 'ne Ausstellung hat. Oder wenn er irgendwo jemandem etwas präsentieren will.
  • Die sind da halt weg!
  • So ist jetzt meine Vorstellung.
  • Und … äh … Irgendwie …
  • [Pause.]
  • … war das halt auch bei mir weg. Als ich eben so … eigene Kinderzeichnungen gemacht habe. Also … von …
  • [Pause.]
  • … Kü… Sagen wir Künstlerzeichnungen dann. Keine Kinder… sondern Künstler… Kunststudentenzeichnungen.
  • Wie man das jetzt auch immer nennt.
  • [Schluckt.]
  • Ähm … Wo ich … Wo ich ja jetzt nicht irgendwie gesagt hab, ich will jetze einen Drachen darstellen. Und … ähm … Pippi Langstrumpf. Oder irgendwie sowas. Damit … Das ist jetzt nicht mein Ding.
  • So. Damit beschäftigen sich [Sperren: Kinder]. Und das … Da ist deren Fantasie. Und … ähm … Das stellen die dann auch vielleicht dar.
  • Sondern ich hab auf … ähm … Was sie erleben, in ihrem Alltag, oder in irgendwelchen Geschichten, die denen vorgelesen werden … So … Die sie sehen … Ähm … So hab ich halt auch in [Sperren: meinen] Kinderzeichnungen, sogenannten Kinderzeichnungen, in dem [Sperren: Stil] von Kindern, … ähm … habe ich halt [Sperren: meinen] Alltag … äh … dargestellt.
  • So. So was ich sozusagen … Was in den letzten … Was in der letzten Woche passiert ist.
  • Dass ich beim Dönermann war.
  • Dass die Polizei geklingelt hat.
  • Dass der Müll immer draußen … ähm … im Hof … ähm … äh … rumliegt.
  • Ähm … Dass ich mein Fahrrad abgeschlossen habe.
  • Dass ich in der vierten Etage wohne.
  • Ähm … Dass ich drei Fenster hab.
  • Dass ich 'ne Katze Ramses hab.
  • Und so weiter und so fort!
  • Also alles das, was mich sozusagen gerade beschäftigt. Was mein Leben irgendwie ausmacht. So mein Alltag. Das hab ich halt … ähm … in ein paar Zeichnungen … ähm … jetze halt …
  • Oder eben mit der Klasse … Ein Klassentreffen. Wie das da ausschaute. Wo wir ein Film geschaut haben.
  • Das hab ich da halt dann … nicht verarbeitet, aber halt eben … Na … [Sperren: dargestellt]. So.
  • Aber … Das war halt eben ganz wichtig, hab ich jetze auch mitbekommen. Ich darf halt nicht irgendwie ein Objekt vor mir haben. Wie halt jetzt … sagen wir die Katze … Sie angucken und dabei dann zeichnen. Also sie nachzeichnen.
  • Sondern ich darf dann bloß in meinem [Sperren: Kopf] diese Katze … äh … die Gestalt der Katze haben.
  • Das geht also nicht darum jetze, die [Sperren: Natur] versuchen darzustellen. Also ein [Sperren: Abbild] von ihr zu machen. Was … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … mir misslingt. So oder so.
  • Äh … Sondern … Sondern das, was in meinem Kopf, was … ähm … Wie dort die Katze ausschaut.
  • Na ja. Wobei. Sie schaut ja nicht so aus, wie ich sie dann zeichne. Aber sie ist ja im Kopf schon abstrakt. So. Da fehlen ja … Da fehlen ja dann die ganzen … Weiß ich nicht … Anatomischen Gegebenheiten. Äh … Die … Die einem dann sofort ins Auge fallen, wenn jetze die Katze hier läuft. So.
  • Aha. So bewegt sie sich! So sind ihre Muskeln!
  • Und so weiter und so fort.
  • So ist ihr Fell! So glänzt es!
  • So ist das ja im Kopf gar nicht mehr so. Das ist ja … Bei mir zumindestens … Ein bisschen abgeflachter. Also nicht mehr … Es ist … Es muss nicht mehr logisch sein. Ich kann meinen Kopf … ähm … meinen eigenen Kopf … in meinem Kopf … äh … 360 Grad drehen. Das funktioniert! Das geht ja in Realität nicht so.
  • Und das, was eben in meinem Kopf … äh … ist … Was möglich ist. Und wie sich da die Gestalt darstellt … Oder … Eine Vase! Oder der Dönermann! Oder … Oder … Oder …
  • Was mir von ihm in [Sperren: Erinnerung] geblieben ist. Wie er aussieht und so.
  • [Schluckt.]
  • [Pause.]
  • Das … äh … hab ich und wollt ich halt darstellen.
  • So. Und … ähm … Ich denke, so gehen auch Kinder vor.
  • So. Und … ähm … Ja. Also wie ich jetze gerade …
  • Nee. Wie ich angefangen hatte, eben, mit, dass das … ich jetzt irgendwie so … befreit bin von irgend so einer großen …
  • … [Sperren: ernsten Idee] …
  • Die umgesetzt werden will … ähm … Find ich jetzt … Find ich jetzt halt … ähm … eher …
  • Wieder frei im Schaffen!
  • [Pause.]
  • Ich denke, das hat auch zum Teil mit dem Klassentreffen zu tun.
  • Also als ich dort meine … ähm …
  • [Pause.]
  • … nicht negativen, aber halt eben meine Zweifel Zweifel … ähm … gezeigt habe. Also mit Audio. Ähm … Aufnahmen. Wo wir auch darüber geredet haben. Über die Relevanz. Und so weiter. Ähm … Wo's ja dann so hieß: Na ja, es gibt halt für alles irgend… Wo eine Galerie oder ein Museum oder so … Und … ähm … Also heißt: Für irgendjemanden ist es dann wichtig. Oder da hat's 'ne Bedeutung. Oder da … äh … da sagt es etwas aus.
  • So.
  • Ähm … Wie auch immer. Zumindestens ist es sozusagen höchstwahrscheinlich Teil davon gewesen. Dass ich mich da von erstmal losgelöst habe. Und … ähm … Das habe ich heute auch wieder gemerkt, als ich jetze 'ne kleine Box gemacht hab. Angefangen habe. Wo es halt darum geht, wie ich … mit fünfundzwanzig das schon gemacht habe. … jetzt eben mit dreißig noch einmal 'ne Box mache. Was ich in diesem einen Jahr so alles gemacht habe. An Gedanken. An Arbeiten.
  • So.
  • Und … Danach mit dem … ähm … Abfall. Hab ich dann ja auch einiges … ähm … jetze angestellt. Also einfach mal neu sortiert. Ähm … Irgendwelche … ähm … kleinen … äh … Fotoausdrucke, die Reste davon, damit kombiniert. Mit unterschiedlichem Papier. Als Untergrund festgeklebt.
  • Und so weiter.
  • Ähm …
  • Ich find's erst einmal gut, dass ich jetze so 'ne Art, wieder in so einer Phase bin, wo ich einfach was [Sperren: mache].
  • So. Das hat eben auch was. Das ist halt was ganz anderes jetzt wieder.
  • Bei den Konstellations… äh … Arbeiten. Also mit dem Malen. Mit dem Vorskizzieren. Und so weiter. Das war super. Das … äh … Das war genau richtig!
  • Und … ähm … Die Gedanken, die ich dabei hatte, die finde ich … äh … immer noch … äh … einfach nur [Sperren: gut]!
  • Dass ich sie hatte. Und finde ich auch richtig. In dieser Zeit.
  • Und jetzt sind halt eben gerade andere … da. Beziehungsweise weniger Gedanken und mehr halt so dieser … [Sperren: Drang] … einfach etwas zu machen. Ohne jetzt darüber nachzudenken. Also noch nicht einmal mit zu sagen: Darüber nachzudenken. Sondern ich [Sperren: denke einfach nicht darüber nach].
  • So.
  • Ich denk, das wird sich wieder ändern.
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • Ich kann mir aber vorstellen, dass ich jetze zu Athen eben auch … ähm … äh … ähm … halt … äh … weiter Kinderzeichnungen mache. Also in diesem Stil arbeite.
  • Oder in dieser Methode. Mit dieser Methode.
  • Das heißt, dass ich da so 'ne Art Tagebuch führe. Und halt einmal am Tag … ähm … aufzeichne, … ähm … was ich halt erlebt habe. So.
  • Wieder halt aus meinem [Sperren: Kopf] heraus. Und in diesem kindlichen Stil. Und auch in diesem … äh … gedanklichen Vorgehen. Oder … Oder die sprechen dann ja zum Teil auch. Aber das werde ich dann höchstwahrscheinlich nicht machen. Weil andere anwesend sind. Aber dass ich halt im Kopf meine [Sperren: innere Stimme] laufen lasse.
  • So.
  • Ähm … So ganz ganz einfach halt. Ähm … Was halt heute so passiert ist. Und … Und … äh … Und …
  • Als der kam. Und wie das geschmeckt hat. Und … Und wie die Sonne … äh … war. Und wie heiß!
  • Und dass ich mich verlaufen hab!
  • Oder irgendwie sowas. So einfach so 'ne … so 'ne … so'n Wirrwar an Gedanken. An Erlebnissen. Ähm … Und dass ich das halt versuche dann zu skizzieren.
  • Ganz ganz einfach. So. Ohne großem technischem … ähm … handwerklichem … ähm … Na ja … Ohne handwerklicher [Sperren: Begabung]. Oder dieser … diesem Gedanken, eine haben zu müssen.
  • [Pause.]
  • Selbe … ähm … Richtung geht ja im Endeffekt, dass, wenn ich jetze den … ähm … nächste Woche den …. ähm … die … das Gestell für den … äh … Tonkopf mache. Bei Bachmann. Dann … ähm … Er hat ja auch schon gesagt, dass ich … äh … Ich glaube … Unzufrieden sein werde. Oder, dass es nicht klappen wird. Beim ersten Mal. Und so weiter. Man muss da eigentlich sozusagen … einen Kurs und so mitmachen.
  • [Schlucke.]
  • Also ich weiß jetzt schon, dass es natürlich kein realistischer Kopf wird. Das weiß … Das war mir schon davor bewusst.
  • Ähm … Dass das auch nicht … Dass das überhaupt vielleicht [Sperren: gar nicht] mal mich dann am Ende repräsentiert. Aber ich will halt einfach mal versuchen! Äh … Jetzt halt auch noch mal im Vorfeld gucken, … äh … ähm … dass ich mir halt richtig Skizzen mache.
  • Wie denn die Nase ge… gekrümmt ist! Äh …
  • Seitenansicht.
  • Frontal.
  • Ähm … Wie der … Wie der Mund … Ungefähr die Abmessungen. Gucken.
  • Und was für 'ne andere Besonderheit so in meinem Kopf ist.
  • Wie jetze die Stirn. Ähm …
  • [Pause.]
  • [Atme laut aus.]
  • Der Kinn und so weiter.
  • Dass ich mir das mal skizziere. Und mal gucke: Kann ich das umsetzen. Tonkopf. Oder nicht.
  • Und … ähm … Wie das dann halt auch immer wieder … Wenn ich das dann abgieße. Ähm … Kann ich dann halt weiter überlegen. Gehe ich da jetzt auch noch mal mit so einer Fotocollage rüber? Also wie bei dem einen Styropor-Kopf. Bloß, dass der Kopf jetzt halt schon sehr eigenen ist. Und nicht so langweilig.
  • Industriell!
  • [Pause.]
  • Eigentlich is jetzt eben wieder alles [Sperren: offen].
  • [Pause.]
  • Komplett offen.
  • [Pause.]
  • Das stört mich gerade gar nicht mal. Vielleicht finde ich ja wieder zu etwas. Oder vielleicht komme ich einfach wieder zu etwas.
  • Ich hatte ja den Gedanken, eben, dass ich bei Kinderzeichnungen … [Sperren: Durch] die Kinderzeichnungen … So hatte ich das jetzt im Nachhinein gelesen. In diesem einen Buch, wo ich jetzt erst ein paar Seiten … äh … gelesen habe. Ähm … Dass eben auch vor hundert Jahren die … äh … Künstler Kinderzeichnungen gesammelt haben. Von sich selbst.
  • Aber auch von anderen!
  • Und dass da halt viel …
  • Der [Sperren: Kinderblick]. Die [Sperren: Kinderzeichnung].
  • Vorbild war. Oder … ähm … Für … Künstler-Arbeiten.
  • So. Dass die versucht haben, wieder zum … Nicht Primitiven. Zum [Sperren: ursprünglich] irgendwie so zu kommen.
  • [Sperren: Über] die Kinder!
  • Und daraus … Dass daraus dann etwas [Sperren: Neues] entstehen kann. Die hatten … Die waren ja nun in der Zwickmühle, mit … ähm … Es war bereits so viel … Oder eigentlich so gut wie alles [Sperren: getan]. Um … Um … Um … Um etwas … Reales auf der Leinwand. Auf einem zweidimensionalen Medium halt … äh … darzustellen.
  • Wie man das macht. Und so weiter. Mit Schatten und so. Mit Licht. Und Proportionen. Und so weiter.
  • Und … ähm … Dass es da halt irgendwie nicht weiter ging. Und die halt etwas Neues [Sperren: wollte]. So.
  • Und hier haben … Einige haben's halt dann über die Kinderzeichnung versucht.
  • [Schlucke.]
  • Und … äh … Eventuell schaffe ich das sozusagen auch über Kinderzeichnungen. Auch wenn ich jetze meine eigenen noch einmal sehe. Die ich wirklich als Kind gemacht habe. Die werden mir jetzt ja zugeschickt.
  • Ähm … Vielleicht entsteht da auch etwas [Sperren: Neues].
  • Etwas, womit ich wirklich … ähm … wieder mich intensiv auseinandersetzen kann. Und was halt nicht bloß [Sperren: gestellt] ist.
  • So.
  • Das ist ja mein Hauptding. Anliegen. Immer. Dass ich nicht bloß … ähm … etwas mach, weil das jetzt halt in ist. Oder weil es jetzt halt eben Thema ist. Irgendwie. In der Gesellschaft.
  • Sondern, dass es wirklich aus mir … Also etwas ist, was aus mir [Sperren: heraus will]. So.
  • Und was jetzt noch nicht so groß beeinflusst ist. Durch irgendwie die Umwelt.
  • [Schlucke.]
  • Bissel is das ja immer. Aber dass es eigentlich aus mir herauskommt. Sozusagen. Ein Stück Friedrich. Darstellt. Am Ende.
  • Eine große Portion Friedrich.
  • So.
  • [Atme laut aus.]
  • Mal schau'n.
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt verhüllt verhüllt Geradenbild Geradenbild Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Das ist jetzt der Versuch, die Geradenbilder und die Verhülltarbeiten in so wenig Sätzen wie möglich auf den Punkt zu bringen.
  • Ich fange mal mit den Geradenbildern an!
  • [Pause.]
  • Vor anderthalb Jahren fing ich an darüber nachzudenken, woraus oder was eigentlich …
  • Nein!
  • Anders angefangen: Vor anderthalb Jahren fing ich an mir darüber Gedanken zu machen, woraus eigentlich Bilder bestehen.
  • [Schlucke.]
  • Falsch!
  • Noch einmal von vorne, ohne "vor anderthalb Jahren".
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen hatte, war ich ziemlich unzufrieden was ich schuf. Ich hab das immer gleich wieder in Frage gestellt. Ähm … Und dann kam mir halt der Gedanke: Ich muss es schaffen, … ähm … auf den Grund zu gehen.
  • Also [Sperren: das] mir anzugucken, … ähm … was halt … ähm … aus dem alles besteht in der Kunst.
  • Um von dort aus dann, also vom Nullpunkt würde ich inzwischen sagen, nachdem ich das von Malewitsch Kasimir Malewitsch gehört hatte, … Vom Nullpunkt ausgehend dann halt etwas … äh … Neues zu schaffen beziehungsweise das zu finden, womit ich mich auseinandersetzen möchte.
  • Der Gedanke war dabei, wenn ich immer nur auf dem aufbaue, was bereits andere … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … entwickelt haben, …
  • Und das sind auch schon so Sachen, wie wenn ich … ähm …
  • Ich überlege gerade.
  • Wenn ich jetzt die Leinwand nehme, … äh … das Motiv … äh … nehme wie die Vase. Also das Stillleben Stillleben oder Porträts oder so. Ähm … Dann schleppe ich, wenn ich das verwende, nen riesen großen Batzen an … an Wissen und an bereits Getanen mit mir herum.
  • Das heißt, … ähm … in Gedanken bin ich nie wirklich an dem Punkt gewesen, wo ich sagen würde: Ähm … Ich habe das von Anfang an aufgebaut.
  • Für mich strukturiert. Also dass ich das verstehe!
  • Und das ich das sozusagen nachvollziehen kann, wie ich dazu kam.
  • Und [Sperren: denke], dass ich dadurch eben … ähm … viel mehr die Freiheit habe, in eine Richtung zu gehen, oder eine Richtung einzuschlagen, die selbst … die mich persönlich so anspricht, …
  • Na ja. Das stimmt jetzt auch nicht so ganz!
  • Ich mach trotzdem mal weiter.
  • Deshalb fing ich also an darüber nachzudenken: Was ist das kleinste Element in der Kunst?
  • Also in dem Fall jetzt in der Bildenden Kunst.
  • Da hab ich in Gedanken halt mir die Malerei vorgestellt. Zeichnungen, … ähm … Fotografie, … ähm … Also alles Bildnerische. Also weniger Skulpturen.
  • Das ist was ganz anderes!
  • Oder Installation!
  • Ähm … Und … Ja. Da bin ich natürlich zu dem Schluss gekommen: Das ist der [Sperren: Punkt].
  • Das ist das kleinste Element, was man … ähm … Den idealen Punkt, den kann man … Der hat ja keine Ausdehnung. Aber eben das kleinste Element wäre jetzt nen Punkt zu zeichnen. Also mit dem Stift jetzt einmal draufzugehen. Oder mit dem Pinsel … ähm …
  • Das wäre dann nen größerer Punkt.
  • Aber immer noch halt ist es eigentlich nen Punkt!
  • Und … ähm … Bin von dem Punkt dann aber ziemlich schnell wieder abgekommen, weil bei der Überlegung, ich würde jetzt mit dem Punkt nur arbeiten, … ähm … wären die Bilder ziemlich … äh …
  • Nicht statisch!
  • Aber sehr … Mhm. Mir kam's sehr langweilig vor.
  • Ich hab mir dann noch einmal diese Pointilismus-Werke angeschaut. Vor hundert Jahren war das, glaube ich. Oder vor über hundert Jahren. Und … Auch da, selbst wenn da schon mit Farbe gearbeitet wurde und so, … Das dann aber immer nur in Punktform. Das wirkte für mich irgendwie sehr … sehr trocken.
  • So.
  • Und das war der Grund für mich zu sagen: Der Punkt, der kann's nicht gewesen sein!
  • Und hab dann halt zwei Punkte miteinander verbunden.
  • Und … Das war halt der Moment Moment , wo die Gerade zum Vorschein kam.
  • Und die Gerade hatte da schon etwas bei mir bewirkt! Und zwar, dass ich sehen konnte, dass da Bewegung drinne ist.
  • Und zwar indem ich zwei Punkte verbinde, die für sich tot sind, entsteht eine Gerade. Und die Gerade hat halt 'ne Richtung.
  • Selbst wenn … äh … das eine Gerade ist, die … die auf der Grundlinie stattfindet! Also die nicht steigend ist, die nicht … äh … vertikal ist, sondern horizontal!
  • Selbst [Sperren: die] hat eine Bewegung!
  • Das ist halt eine sehr, hab ich dann so für mich … äh … genannt, passive Bewegung. Es ist ein passiver Stillstand Stillstand . Also eine Gerade, die sich nicht nach [Sperren: vorne] bewegt.
  • Eine Gerade, die sich nicht [Sperren: wehrt]!
  • Aber es ist eine Gerade, die ja trotzdem … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … Bewegung hat.
  • Auch wenn sie passiv ist!
  • Auch wenn sie stillsteht!
  • So.
  • Und so hab ich dann halt die vier Grundformen für mich … ähm … erarbeitet.
  • [Pause.]
  • Ich überlege gerade, ob das jetzt noch …
  • Ja, ist eigentlich noch nachvollziehbar.
  • Also ich hab jetzt halt noch nicht so ganz … ähm … den ersten Satz, wie ich zu der … wie ich zu dem Punkt, also zu dem kleinsten … zu der kleinsten Einheit gekommen bin, … Das hab ich jetzt noch nicht ganz überlegt.
  • Nochmal!
  • Ich fange noch einmal an.
  • [Pause.]
  • Egal mit was ich anfange, ob es nun Zeichnung war, ob es nun Installation war, oder Konzeptkunst Konzeptkunst , oder was auch immer, … ähm … hab ich halt ziemlich schnell mitbekommen, dass nicht bloß die Themen, die sind ja nun einmal [Sperren: menschlich] und damit … ähm … schon seit Jahrtausenden gegeben eigentlich, …
  • Also die Hauptthemen.
  • Ähm … Dass aber so die Arbeiten vom Stil her, von der Technik her, … äh … immer schon … oder es sie irgendwann immer schon gegeben hat.
  • Vor allem fiel mir halt auf, dass es in den sechziger Jahren … ähm …
  • Wo es ja drunter und drüber ging!
  • Ähm … Dass da schon vieles gemacht wurde, mit dem ich mich gerade auch beschäftigt hatte.
  • Und das hat mich halt sehr [Sperren: angenervt]!
  • Ähm … Weil ich da immer irgendwie das Gefühl hatte, … ähm … ich schaffe es halt nicht … äh … meinen eigenen Weg zu gehen, sondern baue halt immer auf [Sperren: Altem] auf.
  • Und indem ich darauf aber aufbaue, schaffe ich nie diesen großen Sprung, wo ich dann mir sagen kann und wo ich dann das Gefühl habe und wo ich diesen Antrieb eben dann erst spüre, dass es [Sperren: das] ist, was [Sperren: ich] machen will.
  • Also nicht bloß nachmachen!
  • Auch wenn's unbeabsichtigt ist! Vieles kannte ich ja noch nicht. Erst im Nachhinein wurden mir dann so ein paar Verweise gegeben … Guck dir mal den und den an!
  • Und so weiter.
  • Ähm … Aber eben … ähm … wo ich halt in dem Moment das Gefühl habe, … ähm … das hab ich für mich aufgebaut.
  • Und da ist halt dieser Gedanke da, solange ich Dinge, Materialien, verwende, Techniken verwende, vielleicht auch Themen verwende, …
  • Wobei ich meine … Thema ist … wird menschlich bleiben!
  • War so und wird so sein!
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • Solange ich das halt nicht aufgebe, das was bereits … äh … gemacht wurde.
  • Die Technik!
  • Äh … Solange werde ich halt immer hinterherhinken.
  • [Pause.]
  • Kam mir so vor.
  • Ich hab ja bis dahin schon genug ausprobiert. Und war halt unzufrieden.
  • So.
  • [Pause.]
  • Und deshalb wollte ich halt … äh … vom [Sperren: Anfang] wieder anfangen.
  • Zumindestens vom Anfang, den ich für mich als … äh … Anfang ansehe. Um von dort dann halt etwas Eigenes, Neues, kreieren zu können.
  • Jetzt [Sperren: nicht] um aufzufallen, oder um … äh … Pfff …
  • Um in die Kunstgeschichte einzugehen.
  • Sondern [Sperren: wirklich] nur um selbst das Gefühl zu haben: Das, was ich mache, …
  • Na ja! Diesen Drang halt, etwas zu schaffen!
  • So.
  • Den hab ich halt nicht, wenn ich die ganze Zeit mitbekomme: Gab's schon!
  • Äh … So ungefähr war das auch schon da! Die haben halt 'ne andere Technik verwendet, aber eigentlich ist's das Selbe.
  • Und so weiter und so fort.
  • Ähm … Genau.
  • Und …
  • Jetzt hab ich's wieder nicht in einem Satz …!
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Am Anfang war die Unzufriedenheit. Nämlich das ich, … äh … egal, was ich machte, immer mitbekam, dass das schon mal zum Beispiel in den sechziger Jahren gemacht wurde.
  • [Pause.]
  • Na ja. Ich will die Sechziger jetzt nicht hervorheben.
  • Und will ich das auf Leid jetzt aufbauen, meine Begründung?
  • [Pause.]
  • Das Leid. Es war Leid!
  • Es war zumindestens eine Unzufriedenheit.
  • Na doch. Das muss ich dann ja schon sagen.
  • Nochmal!
  • [Pause.]
  • Egal was ich machte, auf dem künstlerischen Gebiet, …
  • [Pause.]
  • Nochmal!
  • [Pause.]
  • Egal was ich … Egal mit welchem Thema ich mich beschäftigt hatte, …
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Egal mit welchem Thema ich arbeitete, … Und welche Arbeit …
  • [Sperren: Nein]. Noch einmal!
  • [Pause.]
  • Egal welche Arbeit ich schuf, kam ich sehr schnell in eine Sinnfrage.
  • Nein.
  • Aber Sinn ist trotzdem das richtige Wort. Darum ging's mir dann ja. Dass ich das immer sofort hinterfrage, wenn ich etwas gemacht habe.
  • [Sperren: Warum].
  • [Sperren: Was] ist daran jetzt für mich wichtig? Oder ja … Was ist das Bedeutende?
  • Und sowas.
  • Also schon irgendwie mit dem Sinn arbeiten.
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Erst einmal möchte ich sagen, wie ich überhaupt zu der Geraden kam. Es fing an damit, egal was ich machte, ich es immer relativ schnell wieder in Frage stellte.
  • [Sperren: Das] klingt gut!
  • [Pause.]
  • Also noch einmal jetzt.
  • [Pause.]
  • Zum Anfang möchte ich sagen, wie ich überhaupt zu den Geraden kam. Das fing an, indem ich alles, was ich eigentlich kreierte, schuf, relativ schnell in Frage stellte.
  • Das heißt, ich hab's dann vor mir gesehen und … ähm … der Drang war dann weg, es zu machen. Ich hab's dann ja schon fertig gehabt. Und …
  • [Sperren: Nein]. Jetzt nicht schon wieder ausschweifen!
  • [Pause.]
  • Also nu noch einmal von Anfang an.
  • [Pause.]
  • Bevor ich jetzt über die Gerade spreche, möchte ich halt über die Bedingungen …
  • [Sperren: Nein]!
  • [Pause.]
  • Einfach … Ganz einfach anfangen.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mich mit der Geraden beschäftigte, schuf ich immer Arbeiten, mit denen ich aber relativ schnell unzufrieden war. Beziehungsweise die ich sehr schnell wieder in Frage stellte.
  • Also den [Sperren: Sinn]. Warum hab ich sie gemacht.
  • Und diese Hinterfragung, nach der Bedeutung, der Wichtigkeit dieser einen Arbeit, …
  • [Sperren: Nee. Nochmal!]
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen habe, …
  • [Sperren: Nein]. Nochmal.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden anfing, hatte ich halt ziemlich viele Sachen ausprobiert. Und immer war dann, nachdem ich das Ergebnis gesehen hatte, so eine Unzufriedenheit in mir drinne. Das war so 'ne … ähm … Die Sinnfrage kam auf.
  • [Sperren: Warum] bearbeite ich jetzt dieses Thema?
  • [Sperren: W… Was] bringt das mir?
  • Ähm … Das wird … Pfff … Das ist eben nicht weiter wichtig.
  • [Pause.]
  • Klingt wieder scheiße!
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Bevor ich mit den Geraden anfing zu arbeiten, hab ich halt auf unterschiedlichen Gebieten Dinge geschaffen, ob das jetzt Zeichnungen sind, Fotografien, … äh … kleine Skulpturen oder so, … ähm … hab ich die halt ziemlich schnell immer in Frage gestellt. Also ich hab den Sinn dahinter bezweifelt.
  • [Sperren: Warum] zeichne ich jetzt einen Baum?
  • [Sperren: Warum] … äh … tue ich ein Licht in Beton … Also gieß ich da rein?
  • Pfff.
  • [Sperren: Nee]. Noch einmal von Anfang.
  • [Pause.]
  • Bevor …
  • Bevor ist ein gutes Wort.
  • So.
  • Damit fange ich ja an.
  • Bevor ich …
  • Nee. Noch einmal.
  • Bevor ich …
  • Nee.
  • Oder ich fang einfach gleich damit an, … ähm … zu sagen, dass ich … dass ich die … ähm … Gerade benutze, am Anfang benutzen wollte, um …
  • [Sperren: Nein].
  • Ich sollte so anfangen, dass ich … ähm … den Gedanken hatte, dass ich nur etwas schaffen kann, was mir selber wichtig ist, … äh … Etwas, wo ich nicht sofort wieder bezweifel, … Dass mir wichtig ist, für mich, indem ich alles, was ich bis dato gelernt hatte, …
  • Nicht gelernt, aber das, was ich bisher gemacht hatte, …
  • … dass ich so nicht weitermachen darf.
  • Also dass ich nicht …
  • Nee. Noch einmal.
  • [Pause.]
  • Mit den Geraden fing ich an.
  • [Sperren: Nein]. Noch einmal.
  • [Pause.]
  • Die Geraden waren für mich ein …
  • Nee.
  • Der erste Gedanke, den ich hatte, war …
  • Nein.
  • Ich ging mit der Idee, dass ich nur etwas schaffen kann, was ich nicht mehr in Zweifel Zweifel
  • Nein.
  • Nochmal.
  • Bevor ich mit den Geraden angefangen hab zu arbeiten, hatte ich halt sehr viele Themen bearbeitet. Sehr viele Techniken benutzt. Und durch diese Vielfalt höchstwahrscheinlich hab ich … äh … ziemlich schnell alles immer wieder in Frage gestellt.
  • Also [Sperren: warum] ist es jetzt wichtig, dass ich ausgerechnet das mache?
  • Warum ist es wichtig, dass ich … äh … dass ich die Katze Ramses zeichne?
  • Oder dass ich nen Selbstbildnis von mir mache?
  • Ähm … Warum verwende ich überhaupt … äh … Stifte?
  • Oder Motive?
  • Ähm … Nee.
  • Scheiße.
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Eigentlich] möchte ich ja nur sagen, wie es dazu kam, dass ich die Gerade reinbrachte. In meine Arbeit. Warum diese das Hauptmotiv wurde meiner Arbeit.
  • Dass ich das Gefühl hatte, solange ich Motive verwende, solange ich Techniken verwende, solange ich …
  • Na ja. Technik, bei der Gerade … Is jetzt auch nicht die Technik … Das ist jetzt das [Sperren: Motiv] zum einen.
  • Doch. Das ist [Sperren: Gegenstand] der Arbeit.
  • Also das ist das Motiv. Und gleichzeitig ist es …
  • Ist das die Technik?
  • Nee. Das ist das Motiv.
  • Und das Material?
  • Das Motiv und Thema?
  • Das Thema ist das Motiv!
  • [Pause.]
  • Das Motiv ist das Thema.
  • Also das Motiv der Geraden ist das Thema. Und das Motiv, das man dann von weiter weg sieht, wenn's nen Porträt ist, …
  • Was ist das dann?
  • Mhm.
  • [Pause.]
  • Nochmal.
  • [Pause.]
  • Also am Anfang war 'ne Krise.
  • So kann ich anfangen!
  • Am Anfang war eine Krise. Und die kam daher, dass, egal was ich machte, ich es immer relativ schnell in Frage stellte.
  • [Sperren: Warum] ist es wichtig, dass ich ausgerechnet das mache?
  • Genau.
  • Ohne "ähm" und ohne "genau".
  • Nochmal, deshalb.
  • [Pause.]
  • Am Anfang war eine Krise. Nämlich die Sinnkrise.
  • Immer wenn ich 'ne Arbeit vollendet hatte, hab ich sie dann gleich wieder in Frage gestellt.
  • [Sperren: Warum] nehme ich diese Technik?
  • [Sperren: Warum] hab ich dieses Thema?
  • Ähm … Was hat das für eine Bedeutung?
  • Warum sollte das wichtig sein?
  • Und so weiter und so fort.
  • Also ganz große Fragen sozusagen, auf die ich dann auch keine richtige Antwort hatte.
  • Und um endlich damit Schluss zu machen, mit dem ganzen Hinterfragen, hatte ich mir halt gesagt: Es muss doch möglich sein, … Oder ich [Sperren: muss] von ganz von vorne anfangen, damit ich nicht mehr etwas hinterfragen kann.
  • Weil wenn ich von ganz von vorne anfange und davor gibt es nichts, …
  • Also … Ne? Was es auch immer davor geben könnte. Oder eigentlich gibt.
  • So. Davor gibt es aber nichts, was ich noch wirklich hinterfragen kann, weil ich's vom Kleinsten auf sozusagen aufgebaut habe. Ähm …
  • [Sperren: Kann] es zu so einer Sinnkrise nicht mehr kommen.
  • Damit hab ich angefangen, darüber nachzudenken, was ist denn jetzt das kleinste Element.
  • So.
  • Damit ich jetzt nicht gleich wieder irgendwas in Frage stellen kann.
  • Wenn ich jetzt mit nem … mit ner Kugel gearbeitet hätte, dann hätte ich mich halt … 'Ne Kugel [Sperren: ist] nicht das kleinste Element. Das ist schon nen richtiges Objekt. Oder gezeichnet hat's bereits eine Oberfläche. Es hat bereits Glanz und so weiter und so fort.
  • Also es musste etwas sein, das so klein ist, dass es nicht mehr kleiner geht.
  • So.
  • Und das ist der [Sperren: Punkt].
  • [Pause.]
  • Es gibt nicht den perfekten Punkt. Also den ich jetzt … Also den [Sperren: gedanklich] perfekten Punkt. Das wäre der, der keine Ausdehnung hat. Und keine Ausdehnung heißt aber, wir könnten den bei uns gar nicht sehen, wenn er keine … keine zweidimensionale …
  • Ja.
  • Nicht zweidimensional wäre. Sondern eindimensional.
  • Das heißt, es geht nicht um den gedanklich ideelen Punkt, sondern es geht um den in der [Sperren: Kunst]. Und in der Kunst heißt es halt: Mit einer Oberfläche arbeiten, auf die man etwas drauf tut.
  • Also … Es gibt ja nun auch sicherlich andere Arbeiten, die man nicht mehr sieht. Die nur noch im Gedanken existieren. Oder oder oder …
  • Aber im [Sperren: Normalfall].
  • So.
  • Ich hab mir halt die Malerei, die Fotografie, die Zeichnung und so weiter angeguckt. Jetzt nicht Skulpturen und so. Installationen auch nicht. Sondern das ist halt eher auf dem Papierbereich.
  • Also Bildende Kunst.
  • So.
  • Was das … Ich weiß jetzt nicht, ob man das so genau ab…
  • So.
  • Und da war's eben der Punkt.
  • Und ob ich jetzt in der Malerei mit dem Pinsel einen Punkt mache, der halt ein bisschen größer ist, aber eigentlich ist es ein Punkt, oder halt mit dem Stift einen kleinen Punkt, der auch nicht … äh … ohne Ausdehnung ist, aber der halt schonmal kleiner ist, …
  • Das ist alles die kleinste Einheit in dem jeweiligen … äh … in der jeweiligen Technik.
  • Mit dem jeweiligen Material.
  • Hilfsmittel.
  • Also wie Pinsel, Bleistiftmine, oder oder oder.
  • [Schlucke.]
  • Und wenn ich mir aber überlegt habe, dass ich jetzt nur noch mit dem Punkt arbeiten soll, wäre ich halt schon ziemlich schnell an meine Grenze gekommen.
  • Beziehungsweise ich hatte das Gefühl, … Ich hatte mir dann auch mal diese … äh … Pointilismus-Arbeiten, pointilistischen Arbeiten, angeschaut. Ähm … Von vor über hundert Jahren.
  • Und die, fand ich, waren immer sehr sehr statisch.
  • Ähm … Das heißt, der Punkt, den hab ich dann eigentlich sehr schnell als tot … Für tot empfunden.
  • [Sperren: Zufälligerweise] hab ich dann auch später …
  • Das war Kandinsky Wassily Kandinsky .
  • Äh … Teile aus einem Buch bei ihm gelesen, … ähm … wo er auch darüber redete, …
  • Glaube ich jetzt zumindestens.
  • … dass der Punkt tot ist.
  • So.
  • Er war bestimmt dann auch nicht der Einzige, aber ich fand's dann halt lustig, dass genau dieser Gedanke …
  • Der Punkt, eigentlich das kleinste Element, der ist von sich aus erst einmal tot.
  • So.
  • Und … ähm … Deshalb … äh … musste ich sozusagen … Damit's nicht tot bleibt, muss Bewegung rein.
  • Und Bewegung heißt, … ähm … wenn ich nur Punkte zur Verfügung habe, ich muss zum Beispiel zwei Punkte, das ist die kleinste Möglichkeit davon, nehmen und sie verbinden.
  • So.
  • Ob sie jetzt nur gedanklich verbunden wurde, oder durch einen Strich, sie müssen verbunden werden.
  • Und sie werden sogar schon [Sperren: gedanklich] verbunden, wenn ich bloß zwei Punkte auf einer Fläche habe.
  • Im Kopf, in unserem Gehirn Gehirn , werden sie verbunden.
  • So.
  • Und diese Verbindung: Das ist die Bewegung.
  • Und um die ging's mir dann eigentlich. Hab ich dann gemerkt. Denn …
  • Es ist dann … Es ist … Es ist sozusagen die kleinste Einheit, … äh … die nicht tot ist.
  • Tot ist der Punkt!
  • Aber die Gerade, die Linie, die Verbindung zwischen zwei Punkten: Das ist die [Sperren: Bewegung].
  • So.
  • Und damit hab ich eben die Gerade, als kleinstmögliche Einheit, … äh … angesehen. Für mich. Die halt in der Kunst … ähm … benutzt werden kann. Um halt alles zu schaffen, was darauf basieren tut.
  • So.
  • [Pause.]
  • Für mich.
  • Ich hätte ja auch beim Punkt stehen bleiben können. Aber ich … ähm … Mir fehlte halt noch diese Bewegung! Dieser … Dieser … ähm … Diese Stimmung von … Da passiert etwas!
  • So.
  • Und das hab ich halt beim Punkt nicht gespürt. Deshalb bin ich zur Linie weitergegangen.
  • Zur [Sperren: Geraden].
  • Zur speziellen Form der Linie, also der Geraden.
  • Und die Gerade hab ich halt auch wieder verwendet … Ich hab jetzt keine krummen Linien oder so gezeichnet, weil ich mir halt zuerst gesagt hab: Es geht mir um den kleinstmöglichen Nenner.
  • Oder wie das heißt.
  • Und das ist halt in dem Moment die Gerade!
  • Wenn ich gerade von einem Punkt zum anderen Punkt zeichne.
  • So.
  • [Sperren: Ohne] gleich wieder was in Frage stellen zu müssen.
  • Das ist [Sperren: ganz ganz] einfach.
  • [Pause.]
  • Jetzt hab ich das hier schon wieder so in tausend Sätzen gesagt.
  • Nochmal …
  • Ach …
  • Überlege, wie ich das ganz kurz fassen kann!
  • [Pause.]
  • Ich kann's nicht kurz fassen. Mir fällt das gar nicht auf … ein, wie ich damit anfangen kann.
  • Ich könnt's nicht in drei, vier, fünf Sätzen sagen. Das ist fiel zu … Das könnte ich selber … Das wäre so ein Hingehopser von einem zum anderen.
  • Ganz schnell. Ohne …
  • Das geht gar nicht!
  • Nee!
  • Also okay. Ich glaub ich bin jetzt dahinter gekommen: Ich kann nicht sagen, wie ich zur Geraden gekommen bin in eins, zwei Sätzen. Das ist ein krasser Prozess. Also das sind viele Gedanken! Und die kann ich nicht so einfach zusammenbinden.
  • Und sie werden dadurch nicht logischer eben.
  • Oder nachvollziehbarer.
  • Ich weiß noch nicht einmal, ob das jetzt nachvollziehbar ist, was ich im Langen sage. Aber es ist für [Sperren: mich] nachvollziehbar.
  • So.
  • Aber [Sperren: kurz] krieg ich's nicht hin. Da ist es für mich nicht mehr … ähm … Da baut das eine auf dem anderen nicht mehr wirklich auf. Da kann ich wieder zuviel selber in Frage stellen.
  • Oder tauchen zu viele Fragen wieder auf.
  • [Sperren: Warum] bleibe ich nicht beim Punkt?
  • Und so weiter und so fort. Das muss ich dann ja alles erklären.
  • So.
  • Das gehört halt dazu.
  • Okay. Dann sag ich jetzt halt nicht mehr, wie ich zu der Geraden kam. Da komme ich nicht weiter.
  • [Pause.]
  • So. Jetzt geht's nur darum: Warum verwendest du die Gerade als [Sperren: Motiv].
  • Zum Beispiel. Das kann ich ja … Auch wenn da schon wieder Hintergrundwissen sein müsste, … Aber ich versuch's mal.
  • So.
  • [Pause.]
  • Ich hab für mich die Gerade als kleinstmögliche Einheit ausgemacht, die halt … ne? … mit der man halt [Sperren: alles], was in der Kunst dargestellt wird, prinzipiell darstellen könnte.
  • Und ich hab die Gerade genommen und nicht den Punkt, …
  • Eigentlich ist ja der Punkt die kleinste Einheit, nicht die Gerade.
  • Weil die Gerade eine Bewegung in sich hat. Und der Punkt eben nicht.
  • Und die Bewegung ist aber, finde ich, sehr sehr wichtig! Nicht bloß in der Kunst, sondern auch eben in unserer realen Welt. Ohne Bewegung gäbe es [Sperren: nichts].
  • Selbst in einem … äh … Tisch ist Bewegung!
  • Selbst in einem Stein ist Bewegung!
  • Auch wenn es nach Außen sehr sehr … ähm … fest wirkt.
  • [Pause.]
  • Jetzt hab ich ja wieder was zum Hintergrund gesagt.
  • [Pause.]
  • Also die Gerade ist das kleinste Element, was ich selber nicht mehr in Frage … in Frage stellen würde.
  • Was ich sehr gerne tue!
  • Ähm … Davor war der Punkt. Aber der Punkt hat für mich keine Bewegung. Und Bewegung ist aber wichtig. In der Kunst und in unserer realen Welt natürlich auch.
  • [Sperren: Alles] um uns herum ist eigentlich in Bewegung.
  • Selbst der Stein! In ihm drinne ist [Sperren: alles] in Bewegung.
  • Auch wenn wir es nicht sehen.
  • [Pause.]
  • Also [Sperren: Bewegung] ist … [Sperren: Bewegung] ist zentrales Thema.
  • Eigentlich.
  • Also wie ich dazu kam, dass ich die Gerade verwendet habe.
  • Verwenden wollte.
  • [Sperren: Und] die Idee, dass ich … ähm … es nur mit der Gerade schaffe, durch Verbindung … Also mehrere Geraden verbinden … Dass ich es dadurch schaffe, [Sperren: alles], was es gibt, darzustellen.
  • [Pause.]
  • Und so kam es halt …
  • Na ja. Jetzt labere ich wieder rum über die … ähm …
  • Na doch! Aber das ist wichtig! Das würde ich gerne noch sagen eben!
  • Die [Sperren: Eigenschaften] einer Geraden. Was sie sein kann, auf einer Ebene. Nämlich dass sie … äh … meiner Meinung nach drei, vier unterschiedliche … ähm … ähm … vier unterschiedliche … ähm … Richtungen eingehen kann. Sie kann horizontal, vertikal, steigend, fallend sein.
  • Höchstwahrscheinlich je nachdem, in welchem Kulturkreis man sich befindet.
  • Was es für mich bedeutet …
  • Die horizontale ist für mich der … ähm … passive Stillstand.
  • Die vertikale Gerade ist der aktive Stillstand.
  • Und steigend ist eben steigend. Und fallend eben fallend.
  • [Pause.]
  • Und dass das die vier … äh … vier Grundpfeiler sind, aus … die eine Gerade einnehmen kann.
  • [Schlucke.]
  • Nee. Grund… Grundpositionen, die die Gerade einnehmen kann.
  • Und dann geht es natürlich noch um die Länge!
  • Und ganz wichtig dann: Dass sie nicht bloß alleine dasteht, sondern dass sie eben immer in Verbindung erst mit anderen Geraden …
  • [Sperren: Nicht] bloß Bewegung! Das kann schon eine einzelne!
  • Sondern dass sie in Verbindung mit anderen Geraden [Sperren: alles] was es gibt, … äh … eigentlich darstellen kann. Produzieren kann. Auf ganz ganz viele unterschiedliche Arten und Weisen.
  • Und dass es möglich ist, nur indem man die Geraden vielleicht ein bissel verschiebt, oder den Winkel ein bisschen ändert, aus einer fallenden eine steigende macht, oder so … Sich das Motiv gleich ändert.
  • [Pause.]
  • Jetze … Jetze geht's zu tief rein.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Warum] hab ich die Gerade genommen. Und das …
  • Pfff.
  • Ich weiß gar nicht einmal, ob das dann so wichtig ist, wenn ich mich selber frage, … ähm … das aufzuschlüsseln in …
  • Was es für unterschiedliche Geradenformen gibt. Was die Eigenschaften einer Geraden auf einer Fläche sein können. Und so. Das ist … Es ist zwar [Sperren: wichtig], weil es ist der Hintergrund. Da hab ich's ja sozusagen auf den kleinstmöglichen Nenner gebracht.
  • Also ich hab sozusagen aufgeschlüsselt, was es … äh … alles sein [Sperren: kann].
  • Äh … Was das Grundelement ist. Das ist ganz wichtig. Dann kann ich es selber nicht mehr in Frage stellen.
  • Aber jetzt ist halt die Frage: Ist es das, was ich als Betrachter … äh … so einer Arbeit, wissen muss?
  • So.
  • [Schlucke.]
  • Also fange ich eigentlich eher mit der Frage an, … ähm …
  • Warum verwende ich Geraden für so ein Selbstbildnis?
  • Für ein Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt ?
  • Für ein … äh … Für eine Körperstudie?
  • [Pause.]
  • Da müsste ich jetzt aber wieder die Parallele zum Realen … äh … ziehen. Dass alles in Bewegung ist und … ähm … und … ähm … und wir halt aus ganz vielen kleinen Teilchen bestehen. Und das … ähm … [Sperren: verdeutlicht] das halt. Und … ähm … Ach.
  • Wäre ich eine Sekunde später auf die Erde gekommen, oder was auch immer, …
  • Wäre jetzt dies und jenes passiert.
  • Also ziemlich viel mit … Zufall Zufall spielt ja wieder 'ne Rolle.
  • Dann sehe ich wieder anders aus.
  • Oder ich würde anders denken!
  • Oder ich würde anders handeln.
  • Ich hätte nen anderes Leben geführt. [Sperren: Nur] weil ich einmal die Tür 'ne Minute später aufgemacht hätte. Oder so.
  • [Sperren: Alles] was darauf folgt, ist sozusagen ganz neu und … ähm … ist … Es können [Sperren: unendlich] viele [Sperren: unterschiedliche] Möglichkeiten im Zukünftigen passieren. [Sperren: Nur] weil ich eine einzige Sache … äh … jetzt gemacht habe.
  • Oder eben nicht gemacht habe.
  • Die ich sonst gemacht hätte.
  • Oder eben nicht gemacht hätte!
  • So.
  • Und das ist … Das ist … Das es total schwammig ist, oder sehr sehr unsicher, … äh … überhaupt nicht … kein stabiles Verhältnis sozusagen da ist. [Sperren: Nichts] sozusagen … äh … automatisch folgt.
  • Sondern dass [Sperren: alles] auf unendlich vielen [Sperren: kleinsten] Entscheidungen … ähm … basiert.
  • Und ich finde, das zeigen eben auch die Ganzkörperporträts.
  • Also die Körperstudien.
  • Ähm …
  • Ich kann eine Gerade ein bisschen anders setzen. Das [Sperren: Gesamtbild] wird sich nicht ändern.
  • Mach ich es aber mit ein paar Geraden, is irgendwann das Bild gar nicht mehr erkennbar. Also es … Ist der Körper nicht mehr erkennbar. Oder ganz anders … äh … erfahrbar.
  • Plötzlich wird er plastischer!
  • Äh … Einmal hat er eher eine … eine … eine sehr schlanke Form. Eine sehr dicke Form. Er wirkt kleiner, schmaler. Keine Ahnung was. Ähm …
  • Oder man erkennt eben nichts mehr, weil die Geraden … ähm … die Winkel sich so dermaßen geändert haben, dass … dass das Ich, als das, was ich als Ich bezeichne, nicht mehr …
  • [Schlucke.]
  • … nicht mehr erkennbar ist.
  • So.
  • Und …
  • Ich kann das aber eben nicht die ganze Zeit immer so aus… äh … so ausführlich machen! Das geht doch nicht.
  • [Pause.]
  • Vielleicht kann ich das gar nicht so. Es geht nicht auf einen Punkt zu bringen. Es ist zwar das kleinste, für mich das kleinste Element, zum nutzen. Aber … Das dann, die ganzen Gedanken, die dahinter sind, auf einen Punkt zu bringen … Das geht gar nicht.
  • [Pause.]
  • Da spielt so krass viel mit rein. Und ich interpretiere da ja auch selbst dann so viel zusätzlich hinein. Was ich … Wenn ich sowas sehe. Wie den liegenden Akt Akt jetzt oder so. Ähm …
  • Zwischen [Sperren: Tod Sterben ] und [Sperren: Leben] diese kleinsten Unterschiede.
  • [Schlucke.]
  • Was es dann aber eben doch aus macht! Dass es [Sperren: große] Unterschiede sind. Aber die bloß ganz ganz kleine Änderungen bloß … äh … inne haben.
  • Nee. Ich kann das nicht auf den Punkt bringen. Tut mir leid!
  • [Pause.]
  • Ich krieg das jetzt auch nicht hin mit den Verhülltarbeiten. Auf einen Punkt zu kriegen. Ich müsste jetzt halt wieder anfangen, wie das anfingt.
  • Mit ner Krise!
  • Okay. Die steht anscheinend immer ganz am Anfang.
  • [Pause.]
  • Aber was die verhüllte Arbeit, wenn ich jetzt davor stehe, für mich aussagt. Was … ähm … Was mein Thema damit ist. Was ich damit zeigen …
  • [Sperren: Mensch]. Das könnte jetzt wieder [Sperren: alles] sein. Das ist für mich auch irgendwie 'ne Kritik an der … äh … äh … Gegenwartskunst Gegenwartskunst . Also an der Postmoderne Postmoderne , in der wir glaube ich noch stecken.
  • Wo die ja eigentlich immer die Moderne kritisiert hat! Aber anscheinend, so wie ich's gelesen hab, auch wenn ich's nicht mitbekomme, … Kein Student Kommilitone kritisiert jetzt irgendwie aus der Vergangenheit jetzt wirklich. Sondern jeder macht jetzt das, was er halt machen will.
  • Das kritisiere ich ja!
  • Irgendwie.
  • Aber gleichzeitig ist es ja gut, diese Freiheit zu haben.
  • Aber …
  • [Schlucke.]
  • Ich kann doch jetzt nicht wieder dieses ganze …
  • Also es gibt [Sperren: unendlich] viele Möglichkeiten wieder, wie ich das selber sehe. Und das ist alles … äh … Das ist alles wahr! Also …
  • Das sind jetzt keine Begründungen, die mir jetzt mal eben so auffall… einfallen. Und dann verwende ich das halt. Weil ich sonst nicht wüsste, wie ich das sagen soll. Sondern das sind halt alles Begründungen, die ich mir … äh … schon lange … äh … die mir schon lange im Kopf herumschwirren. Und die ich auch sehr sehr … Die ich in der Arbeit auch wiederfinde. Die ich damit ja auch transportieren will. Aber es gibt halt so [Sperren: viele] Möglichkeiten. Und diese vielen Möglichkeiten, die sehe ich auch immer wieder.
  • Ich hab's nicht auf einen Punkt gekriegt.
  • Obwohl es 'ne sehr sehr minimalistische, nach außen hin zumindestens, Arbeit ist. Drinnen ist sie ja nicht minimalistisch.
  • Da gibt's ja noch 'ne eigene Arbeit.
  • [Pause.]
  • Also ich weiß nicht, ob ich außerhalb der Klasse, oder … ähm … außer bei den Einzelgesprächen mit dem Professor oder so, jemals auf den Punkt kriegen kann. Das … Das kann ich mir gerade gar nicht vorstellen.
  • Das macht's jetzt nicht schlimm! Das ist … Das ist in Ordnung. Nur gleichzeitig frag ich mich halt, … ähm …
  • [Sperren: Ich], der ja immer die anderen Arbeiten … ähm … in Frage stellt, wenn ich es … ähm … wenn es mir so beliebig vorkommt, irgendwie.
  • Warum gerade [Sperren: dieses] Material verwendet wurde?
  • Und so weiter und so fort.
  • Wie beim letzten … äh … Rundgang. Bei der Klassenausstellung.
  • [Sperren: Genau so] kann ich … müsste ich jetzt damit leben, dass andere bei meiner Arbeit eben tun. Weil ich es eben auch nicht … Ich könnte alles irgendwie …
  • Ich [Sperren: kann] alles irgendwie begründen. Ich hab das ja für mich aufgebaut. Aber das heißt nicht, dass das erstens auch immer logisch ist. Ich meine, ich bin jetzt ein Mensch. Ich bin auf dem Kunstgebiet unterwegs. Warum muss da alles logisch sein.
  • Das wäre dann ja auch langweilig!
  • Warum muss es 'ne Wissenschaft sein?
  • Das ist ja der [Sperren: Unterschied] dazu eigentlich. Hier hat man [Sperren: Freiheit]. Hier kann man … ähm … etwas intuitiver machen. Trotzdem natürlich wäre es ganz gut, … ähm … gerade bei sowas sehr sehr abstrakten, den Betrachter nicht so einfach im Nirgendwo zu lassen.
  • Wenn er halt selber nichts mehr erkennt.
  • Das ist ja das [Sperren: Gute] bei den Geraden!
  • Eigentlich.
  • Bei den Ganzkörperporträts sehe ich ja jetzt … Man [Sperren: erkennt] etwas. Man kann etwas studieren. Als Betrachter.
  • Man kann nah rangehen.
  • Man kann weit weggehen!
  • Man sieht das … äh … Man sieht das Motiv.
  • Man kann nah rangehen: Man sieht das einzelne Element.
  • Nämlich die Gerade.
  • So.
  • Und damit kann man dann selber arbeiten. Man kann die Technik … ähm … ergründen. Also man kann … ähm … die Ritze im Papier ergründen. Da gibt's so viel zu sehen!
  • Und bei den Verhülltarbeiten gibt's ja nun fast gar nischt mehr zu sehen. Außer den Holzkasten. Den ich so oder so bearbeitet habe.
  • [Schlucke.]
  • Aber er … Aber klar. Er soll sich ja dem Außen entziehen.
  • Das war ja die Idee dahinter. Dass die eigentliche Arbeit verhüllt ist. Sie nicht mehr sichtbar ist. Deshalb ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht, dass … dass der Betrachter da ein bissel zweifelnd davor steht.
  • Oder so.
  • Also wie ich es ja auch tun würde, höchstwahrscheinlich.
  • [Pause.]
  • Eigentlich ist die Verhülltarbeit eine Kritik an der Gegenwartskunst. Für mich.
  • Diese Beliebigkeit!
  • Alles kann gemacht werden!
  • Alles wird gemacht!
  • Alles wird begründet!
  • Irgendwie geht es ja immer!
  • Jeder macht so sein Senf. Aber es ist …
  • Alle … Alle Techniken, die möglich sind, werden …
  • [Sperren: Alles] wird verwendet.
  • So.
  • Und da ist dann aber die Frage: Wo kann man überhaupt noch Kunst … ähm … Kunst … ähm … Also wo gibt es einen Stand, wo es heißt: Ähm … ähm … Das kann man jetzt der Kunst zuordnen. Und ist jetzt nicht schon irgendwie Alltag.
  • Oder 'ne Wissenschaft.
  • Oder so.
  • Also [Sperren: was ist kunstspezifisch]?
  • [Pause.]
  • Das … Das sehe ich halt nicht mehr wirklich.
  • [Schlucke.]
  • Bei vielen.
  • Ich weiß nicht. Bei [Sperren: allen].
  • Auch bei mir eben.
  • So.
  • [Pause.]
  • Na ja. Jetzt wollte ich mit eins, zwei Sätzen alles erklären und jetzt bin ich hier schon wieder so ausgeartet.
  • Und hab kein Ergebnis gefunden!
  • Okay. Dann muss ich mal den Professor fragen, im nächsten Einzelgespräch, wie ich es schaffe, alle meine Gedanken auf den Punkt zu bringen.
  • Dass sie verständlich … Selbst wenn da noch Fragen offen sind … Aber verständlich erst einmal rüberkommen könnten.
  • [Pause.]
  • Ne?
  • Vielleicht ist das meine nächste Aufgabe dafür.
  • [Pause.]
  • Denn würde ich jetzt gefragt werden, oder beim Rundgang, ich würde wieder ausschweifen.
  • Soviel will der Betrachter bestimmt gar nicht hören. Oder [Sperren: kann] gar nicht soviel hören.
  • [Sperren: Will] er gar nicht.
  • [Schlucke.]
  • Die Zeit hat er vielleicht gar nicht.
  • Nur weil [Sperren: ich] so begeistert davon bin, heißt es nicht, dass es andere auch sein müssen.
  • [Pause.]
  • Oder [Sperren: muss] man das überhaupt begründen?
  • Kann man nicht sagen: Dazu äußere ich mich nicht so allgemein. Dann lass uns mal treffen! Im Atelier. Und das besprechen.
  • Darüber [Sperren: reden]. Nicht besprechen.
  • Darüber [Sperren: diskutieren].
  • So!
  • So eher.
  • [Aufnahme Ende.]
The weather project, 2003, Olafur Eliasson, Tate Modern, London
The weather project, 2003, Olafur Eliasson, Tate Modern, London
The New York City Waterfalls, 2008, Olafur Eliasson
The New York City Waterfalls, 2008, Olafur Eliasson
Kurs Mensch-Maschinen-Verhältnisse Treff mit Kommilitone Kommilitone C. (Vortrag) Videoausschnitte markiert, Zitate aus Buch herausgesucht Künstler Lichtkunst zu Künstlern mit Lichtbezug, für kommendes Einzelgespräch mit Mark 1 Olafur Eliasson Olafur Eliasson riesiges Gedankenkonstrukt hinter den Arbeiten Arbeiten für Eliasson = Experimente "Ich sage etwas. Und Ihre Augen und Gehirn Gehirn sagen etwas zurück." Herstellen von Realität durch Überlappen vom dem, was der Künstler sagt und dem, was der Betrachter sagt The weather project, 2003, Olafur Eliasson, Tate Modern, London eliasson.jpg möchte Grenze zwischen Künstler (Erzähler) und Empfänger verschieben "Wer ist der Konsument Konsum ?" und "Wer hat die Verantwortung für das Gezeigte?" "Wer entscheidet, was Realität ist?" Gestaltung der Beziehung zwischen eigenem Körper und Raum unterscheiden zwischen Denken und Handeln zwischen Denken und Handeln = Erfahrung = Verantwortung = bedeutet an Welt teilzunehmen "Und das Wasser fließt durch die Stadt mit Zeit.", Fähigkeit von Wasser, Stadt verhandelbar, greifbar zu machen sobald man sich selber bewegt: bewegt sich Umgebung (Vordergrund schneller, hintere Elemente langsamer) The New York City Waterfalls, 2008, Olafur Eliasson wasserfall.jpg naher Wasserfall: Wasser fließt subjektiv schneller als ferner Wasserfall (obwohl Geschwindigkeit identisch) "Ein Wasserfall ist eine Art, Raum zu messen" (je langsamere Bewegung, desto weiter weg) mit Wasserfall Städten ein Gefühl von Dimension zurückgeben (Entfernung in Städten nicht gut abschätzbar) 2 Mario Merz Mario Merz (1925 - 2003, italienischer Künstler, Hauptvertreter Arte Povera) Arte Povera: italienisch für "Arme Kunst", Bewegung in 1960er-1970er räumliche Installationen aus "armen" (gewöhnlichen und alltäglichen Materialien wie Erde, Glassplitter, Holz, Bindfaden) Fibonacci-Reihe, 2000, Mario Merz fibonacci.jpg verkörpert 2 gegensätzliche philosophische Gedanken: A Natur und B menschliche Streben nach Ordnung, nach Begrenzung und Vollkommenheit Fibonacci-Folge: mathematische Zahlenfolge, vorausgehende Zahl wird immer mit darauffolgender addiert soll "Wachstumsmuster in der Natur" sein, kommt häufig in Natur vor [?] Division zweier Zahlen: nähert sich mit größer werdenden Zahlen dem Goldenen Schnitt (1,618033…) Annäherung = symmetrisch (einmal über und einmal unterhalb 1,618033 … spiralförmige Anordnung Blätter um Sprossachse: Pflanze erzielt beste Lichtausbeute, Fibonacci-Spiralen [?] Geradenbild Geradenbild Bildgenerator in Processing mit Tastatureingabe steuern (anstatt immer Programm neu zu starten) l1 = minimale Länge, l2 = maximale Länge (Beispiel "l180[ENTER]") w1 = Winkel minimum, w2 = Winkel maximum (Beispiel "w290[ENTER]") wa und la (Winkel- und Längenabweichung) ga = Geraden je Farbwert (Beispiel "ga3[ENTER]"), Beispiel siehe Porträt Rückansicht mit drei Geraden je Farbwert wenn wa und la gesetzt, dann Zufallswert in Variable speichern (damit beim ständigen Durchlauf nicht immer neue Werte erstellt werden)
"Leider muss ich Ihnen im Namen des Freundeskreises mitteilen, dass Sie von der Jury für den diesjährigen Studienpreis Studienpreis nicht nominiert worden sind." Kurs Mensch-Maschinen-Verhältnisse Treff mit Christian Vortrag strukturiert 1 Biografie, Übersicht SF, Bezug zur SU darin einpflegen: "Solaris" und "Die Verhandlung" (Film "Testflug zum Saturn") Text "Mensch und Maschine" strukturiert: 1 Eigenschaften Lebewesen (Unterschied Mensch / Tier) 2 Unterschied Mensch - Maschine 3 Maschine = geschickter Betrüger 4 rätselhaftes Gehirn Gehirn 5 Hinterfragung Turing-Test und wie die eigentliche Frage lauten sollte 6 Schlaf 7 größte Enttäuschungen 8 Lems "Zwischenwesen" 9 Mikroleben > Makroleben > Technobionte
Arbeit aus schwarzen Serie, Pierre Soulages
Arbeit aus schwarzen Serie, Pierre Soulages
Schwarzraum - Weißraum, 1972/1975, Günther Uecker
Schwarzraum - Weißraum, 1972/1975, Günther Uecker
Konstellation f-s-h-v, 50 x 50 x 0,6 cm, Tempera auf Sperrholz, 30
Konstellation f-s-h-v, 50 x 50 x 0,6 cm, Tempera auf Sperrholz, 30
Kurs Jahrhundert des Readymade Ready-made (Hausarbeit weiter bearbeitet, animiert durch Treff mit Daniels Dieter Daniels ) 1 x Daumennagellänge Alkohol Whisky Kurs Farbe Weiss Film "Alles kommt aus dem Schwarz und verliert sich im Weiß", ARTE, 2012 Pierre Soulages Pierre Soulages (* 1919, französischer Maler und Grafiker) Arbeit aus schwarzen Serie, Pierre Soulages pierre-soulages.jpg neben Hans Hartung Hauptvertreter abstrakt-ungegenständlichen Richtung französischer Gegenwartsmalerei Kompositionen mit breiten schwarzen Balkenformen vor hellem Grund arbeitet mit Licht, was reflektiert wird Fred Kelemen Schwarzraum - Weißraum, 1972/1975, Günther Uecker Günther Uecker schwarzraum-k.jpg nicht angressive Farben: Schwarz und Weiß (Lagerfeld) Ad Reinhardt Ad Reinhardt (1913 - 1967, US-amerikanischer Farbfeldmaler, Karikaturist und Kunsttheoretiker) "Grau ist offen" umsetzen Leuchtkasten, sehr grelles Licht durch Gegenlicht werden davor montierte Geraden komplett schwarz Film "Freistil oder Was die Waschmaschine träumt", ARTE Schneekristalle entstehen in Wolke (Kügelchen aus Staub und Wasser formt sich immer wieder um, bis Urkristall mit sechseckigen Grundfläche entsteht) Forscher unterscheiden zwischen 80 verschiedene Kristallformen Mensch und Maschine, Lem aus "Die Technologiefalle", Essays versucht durch Beweisführung den Unterschied zwischen Mensch und Maschine offenzulegen 1 "Der Mensch als Maschine", Lamettrie (18. Jahrhundert, französischer Philosoph und Materialist) Was heißt dem Menschen "gleichwertig"? Eigenschaften Mensch und andere Lebewesen: lebendgebärdender Säuger, ausgestattet mit Organen Unterschied: Geist / Gehirn Gehirn 2 Alan Turing Alan Turing : Ist es möglich, einen "endlichen Automaten" zu konstruieren, der im Gespräch nicht von Menschen unterscheidbar ist? Lem hat viel darüber mit anderen diskutiert überlegt, dass Maschine immer aufgedeckt würde, wenn verlangt wird, dass eine Geschichte, ein Witz oder ähnliches mit eigenen Worten wiedergegeben werden soll Maschine wiederholt alles am ehesten wortwörtlich Mensch: erinnert sich nicht an den genauen Wortlaut, sondern an den Sinn (versteht den Text) Dilemma: Wie können wir uns davon überzeugen, ob die Maschine "Computer" überhaupt etwas versteht? "etwas verstehen": besitzt mehrere Ebenen und Arten Computer fehlt Selbsterhaltungstrieb "nur wer erfolgreich frißt oder erfolgreich ausweicht, ist am Leben geblieben" 3 Selbsterhaltungstrieb ließe sich in gewisser Form den Computer "beibringen" Douglas R. Hofstadter beschreibt, wie er in einem Versuch Mensch von Maschine unterscheiden sollte Studenten antworteten ihm so, dass er glaubte, mit einem Computer zu reden Computer können immer bessere Simultanten sein 4 Maschine kann ein geschickter "Betrüger" sein erkennt an Häufigkeit bestimmter Worte, was für ein Thema besprochen wird und reagiert darauf dementsprechend (ohne es jedoch zu verstehen) 5 nicht nur Maschine ist entscheidend, sondern auch der Gesprächspartner Mensch (Dummkopf oder Genie Genie ) 6 Mensch beschäftigt sich zu viel mit Möglichkeiten des Computers als mit Funktionsweise des Gehirns Lem schreibt über Versuch sich als alternder Mensch an Namen zu erinnern wie gesuchter Ausdruck dann doch "auftaucht", ist ihm nicht verständlich Unzuverlässigkeit bei Beherrschung des gespeicherten Informationsvorrats im Gehirn sinnvoll können auch unbewusste Handlungen sein (zwar nicht bewusst abgespeichert, aber dennoch vollführt) offene Frage: zweigeteiltes Gehirn (medizinisch trennbar in zwei "Geiste") 7 hält Turing-Test nicht mehr für geeignet Frage für Philosophen: "Wozu zum Teufel brauchen wir eigentlich eine Maschine die den Menschen so hervorragend simuliert, dass sie in ihrem sprachlichen Verhalten nicht mehr vom Menschen unterscheidbar ist?" Vorteile Mensch und Vorteile Computer hervorheben, Nachahmung nicht sinnvoll 8 Einfluss der Menschen auf Tumore (je nach Zustand des Geistes anders) 1/3 des Lebens verbringt Mensch im Schlaf Computer schlafen nicht, Menschen würden ohne Schlaf nicht länger als eine Woche überleben Warum Träume wichtig, bisher nicht geklärt 9 Turing-Test wird nicht klären können, ob Computer ein Bewusstsein haben oder nicht bedeutet von Maschine besiegt zu werden Demütigung? 10 berichtet über erten von Computer geschriebenen "Liebesroman" viele Menschen wollen Romane kaufen, wo Autor = Maschine Computer werden im Porno-Bereich eingesetzt für Lem eine "der größten Entäuschungen" Kluges muss und wird anscheinend immer Dummes / Primitives mitschleppen (weiter bei Abschnitt 11) Einzelgespräch Ohme sein Programmabschnitt zur Abfrage und Neuberechnung von Geraden in bestimmtem Bereich eingefügt o. T. Geradenbild Geradenbild gepunktete Konstellation fertig gestellt Konstellation f-s-h-v, 50 x 50 x 0,6 cm, Tempera auf Sperrholz, 30 konstellation5-k.jpg Punkt, die über den Rand hinausgehen, ließen sich einfach teilen neue Konstellation angefangen (herausragende Geraden, komplett weiß, nur Schatten sichtbar)
grauer Balken erscheint trotz gleichem Grauwert links heller
grauer Balken erscheint trotz gleichem Grauwert links heller
Kurs Farbe Weiss "Weiß sehen, Weiß darstellen" von biologischen und maschinellen Sehsystemen notiert G-Code für zwei Motive in einem Bild umsetzen und heute noch Ohme schicken! 1 biologisches / menschliches Sehsystem 2 Farbwahrnehmung 3 menschliches Sehsystem 4 maschinelle Verarbeitung von Farbe Weiß 5 praktische Übungen zu 1 optische Täuschungen Adaption / Farbkonstanz je nach Kontext andere Farbwahrnehmung grauer Balken erscheint trotz gleichem Grauwert links heller balken-k.jpg Sehsystem je nach Beleuchtungsumständen / Schattierung unterschiedlicher Sehwahrnehmung Nachbild: Zellen, die photorezeptorisch arbeiten Zäpfchen ermüden, wenn man lange auf ein Motiv schaut, Negativ ist auf weißer Fläche noch sichtbar zu 3 lichtsensitive Zellen auf Netzhaut chemischer Prozess, wenn Licht drauf fällt vier Zellarten: Stäbchen ("nachtaktive Zellen") Zäpfchen (drei Varianten): reagieren auf unterschiedliche Wellenlängen (zwischen 400 und 700 nm) drei Reizzonen: bläulicher, grünlicher und rötlicher Bereich evolutionär von Umwelt geprägt (deshalb dominiert Grün/Rot) Rot-Grün hat sich erst mit der Zeit getrennt (davor 1 Reizzone) Farbpsychologie Bildinformationen im Auge: nur 1,5 Millionen (weniger als moderne Kameras) Augen stehen jedoch nie still, sehr viele Einzelbilder erzeugen "pixelfreies" Abbild im Kopf im Gehirn Gehirn werden 60 bis 100 Herz (Schwingungen pro Sekunde) verarbeitet Metamerie (griechisch Griechen "aus mehreren Teilen bestehend") Lichtwellen = [?] weißes Licht existiert eigentlich nur in unserem Gehirn / in unserer Wahrnehmung weißes Licht = Bündelung von vielen Wellenlängen zwischen 400 und 700nm Sonifikation (lateinisch "sonus": "Schall"; "ficare": "machen") Transformation Licht zu Akustik immer von Menschen gemacht, nicht natürlich, da zwei unterschiedliche Systeme zu Farbkonstanz: Licht auf Netzhaut = Produkt von Beleuchtung und Reklektanz [?] Weißabgleich notiert heute noch: vier bis fünf Plottarbeiten im Klassenraum aufhängen (vier Linienbündel-Bilder und ein Geradenbild Geradenbild ), für morgige Präsentation!
VVZ WS2015/16 erschienen eventuell 1 Seminar "Weiß" Montag, 10:00 - 16:00, wöchentlich "Der erstere [objektive Vorgang der Lichtwahrnehmung] bezieht sich auf diejenigen Vorgänge, welche außerhalb und unabhängig von dem empfindlichen Organ, dem sehenden Auge, verlaufen - diese, die sogenannten Lichtstrahlen, sind es, welche die Domäne der physikalischen Forschung bilden -, der zweite Teil umfaßt die inneren Vorgänge, vom Auge bis zum Gehirn Gehirn , deren Untersuchung auch in die Physiologie und sogar in die Psychologie hineinführt." (Max Planck) Seminar hinterleuchtet Phänomen Farbe Weiß, Plattform zur Übung, Diskussion, Experiment Aneignen Grundwissen über menschlichen und technischen Seh- und Hörapparat / Handwerklichkeiten, die bewussten Umgang mit Licht und Farbe Kati fragen, auch wegen Vortrag 2 Grafikseminar, Christiane Baumgartner Montag, 13:00 - 16:00, 14-täglich, Beginn 19.10. "Grafik ist Linie, ein Übersetzen von Fläche in Linie und Struktur, von Farbe in Graustufen oder gar nur in Schwarz und Weiß." Form von Abstraktion Überlegungen zu Bildreproduktion, zu Original und Abbild, Übersetzung und Lesbarkeit, zur Bildwahrnehmung Analyse und Diskussion von Arbeiten E-Mail wegen Anmeldung geschrieben 3 "Mensch-Maschinen-Verhältnisse" Donnerstag, 12:00 - 15:00, 14-täglich, Beginn 15.10. Technisierung des Menschen, Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine Human Enhancement (Verbesserung des Menschen durch Technik) Robotik, KI-Forschung, Interface Design, "Gamification", "Internet der Dinge" historische Rekonstruktion Mensch-Maschinen-Verhältnis (u. a. Descartes und Nietzsche Friedrich Nietzsche ) Entstehung kybernetischer Mensch-Maschinen-Konzeptionen Anfang 20. Jahrhundert Umsetzung in Literatur, Film und Philosophie eventuell Vortrag 4 Vortragsreihe "MATERIAL PLOTS" 14.10., 11.11., 9.12., 13.1.2016 Verhältnis von Materialität Materialität , Medialität und Methoden in Medienkunst Medienkunst "Was eigentlich ist das Material der Medienkunst und wie kommt sie zu ihren Formen?" Planung: 3. Semester mit 1 Vortrag und 2 Readymade Ready-made -Hausarbeit (Daniels Dieter Daniels ) 4. Semester: Hausarbeit (inklusive Vortrag) Geradenbild Geradenbild Werkstatt AV-Labor Blatt Nr. 2 mit Speed 30 cm / s und Force 350 gf nach 82/4 = 20,5 cm Stift austauschen oder nach 16,4 cm (5 Stifte je Blatt) erster Wechsel nach 25 cm (wenige "schwarze" Flächen) zweiter Wechsel nach 49 cm dritter Wechsel nach 63 cm vierter Wechsel nach 78 cm dauert rund vier Stunden Produkt, um Tusche vom Blatt zu entfernen kaufen (Linien, entstanden durch Schleifen am Papier)
3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP
3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle
Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die Folgen Zufall Zufall bei Duchamp (siehe auch 29.10.2012) ohne kausaler Erklärung, Verzicht auf Erklärung "Was nicht produziert wird, ist immer besser als das, was produziert wird" Kunst ist nicht das, was man sieht "Ich will voller Gedanken und zugleich gedankenlos sein.", Max Stirner These, man sei alleine auf der Welt, alles andere nur Vorstellung das Rationale lässt nichts Unvorhergesehenes zu Natur und Zufall / Wechselwirkung "Das Wort Gesetz ist gegen meine Prinzipien und daher mußte ich den Dingen eine andere Erklärung geben, eine Art Pseudoerklärung." Duchamp'scher Zufall: etwas passiert, was nicht planbar ist Zufall = gültiger Wert zieht diese Form der Wissenschaft vor "fröhliche Physik": Entwurf der Realität, die möglich wird, sobald physikalische und chemische Gesetze gelockert werden "Die Akademie des Flaneurs" sich durch den Raum bewegen für Inspiration Schönheit der Indifferenz Werke mit Bezug zum Zufall 3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP stoppagen.jpg Glasscheiben (Träger) mit draufgeklebten Streifen Leinwand (Träger der Malerei), darauf Faden hat 1 Meter Fäden von 1 Meter Höhe auf Leinwand fallen lassen, danach fixiert Lineale aus Holz modifiziert mit neuer Linienform der Fäden (Schablonen) gewelltes Lineal (weiterhin 1 Meter) als neue Maßeinheit Netzwerk der Stoppagen, 1914 fixer Punkt, gewellte Lineale angesetzt, Linie gezeichnet, neunmal nummerierte Punkte zwei Aktfiguren von älterer (kubistischer) Arbeit ("young man und girl in spring", 1911 ) als Träger verwendet Verbindung vom männlichen und weiblichen Wesen Stoppagen verbunden, verwissenschaftlicht Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp draftpistons.jpg Stoff mit gepunktetem Muster vor geöffnetem Dachausstieg (Luftzug erzeugt neue Form, fotografisch fixiert) geplanter Zufall "Das große Glas" u. a. 1 drei mögliche durch Wind veränderte "Blicke" in Wolke integriert 2 neunmal mit Spielzeugpistole gegen Glas geschossen, zufällige Positionen markiert und gebohrt Verbindung Junggesellen mit Produktionsstätte Köpfe der neun Junggesellen durch schräg fotografiertes Stoppagen-Netzwerk positioniert (Tiefenstaffelung) Musik Komposition "Erratum Musical", 1913 Noten zufällig aus Hut gezogen Nachbau Cage John Cage über Duchamp: "Für mich war Schach ein Vorwand, um in seiner Nähe zu sein." 15. Jahrhundert: Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci : Traktat der Malerei (in Stein und Mauern schon Figuren in sich) 17. Jahrhundert: Florentiner Mosaik (vorgefundene Struktur geordnet zu Motiven) 18. Jahrhundert: Alexander Cozens, Publikation über Landschaftskompositionen, Tintenfleck als AUsgangspunkt 19. Jahrhundert: Aufkommen Klecksografie u. a. Victor Hugo, Justus Kerner durch avantgardistische Künstlergruppen wie Dadaisten Dadaismus oder Surrealisten Surrealismus wird Zufall als Methode schnell wichtiger Bestandteil in Kunst Max Ernst Max Ernst durch Zufall zum Bild gefunden, Entwicklung Kompositionen John Cage notiert Orgelprojekt Halberstadt Halberstadt aufsuchen akzeptiert nicht präexistenten Zufall stellt "Fragen", die Prozess mit unklarem Ausgang auslösen "I Ching" ("Buch der Wandlungen", chinesische Orakelsammlung) Ursprung Ursprung : durch Zufallsoperationen wie Münzwürfe bestimmte Orakeltexte und Handlungsmöglichkeiten ermittelt Point-Drawing-Method (Unebenheiten im Notenpapier eingefärbt, in Noten umgewandelt) "Drip Paintings", Jackson Pollock Jackson Pollock Farbe wird auf Leinwand geschleudert körperliche Bewegung erzeugt "kontrollierten Zufall" (Unschärfe) Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle shootingpaintings.jpg Niki de Saint Phalle (1930 - 2002, Malerin und Bildhauerin) "Shooting Paintings" bewusste Farbwahl, nur Schießen (und damit Menge Farbe) zufällig Gerhard Richter Gerhard Richter übermalte Fotografien benutzte Privatfotos, wegen u. a. Unschärfe aussortiert Mischung Ölfarbe und Fotopapier einziges Auswahlkriterium = Auswahl Foto Farbtafeln Geradenbild Geradenbild Papier für Pen-Plotter Plotter Aquarellpapier (mit glatten und abgerissenen Rändern), 48 x 62,5 cm für 1,30 EUR Glitzerpapier (Fotopapier), gold / silber, 50 x 70 für 6 EUR unterschiedliche Farbpapier, u. a. gepunktet / sichtbaren Fasern, 50 x 70 für 6 EUR gold / silber Glanzpapier matt/glänzend (Spiegel Spiegelbild ) 4,50 EUR / 6 EUR 3D-Folie (glatt, kleine runde Verzerrungen), 50 x 70 cm für 3,50 EUR Blümchen-/ Punktepapier A4 Farbpapier mit sichtbarer Struktur, 0,20 EUR farbliche Filzplatten 30 x 45 cm für 2,50 EUR Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp und die Folgen Vortrag Quantenphysik Kosmos / Determinismus Kausalitätstheorie Demokrit: beschreibt Gesamtnatur als riesige Maschine, lückenlos erklärbar / voraussagbar Kant Immanuel Kant : "Alle Veränderungen geschehen nach dem Gesetz der Verknüpfung von Ursache und Wirkung" Determinismus: "keine Freiheit" impliziert, dass sich Welt nur auf eine Weise weiter entwickelt kann weicher Determinismus: ohne Handlungsalternativen (am Ende nur eine möglich), aber Wahl der Handlung frei Zusammenfall freier Wille und Notwendigkeit Libet-Experiment Benjamin Libet (Physiologe), Versuchsreihen 1979 Messung zeitlicher Abstand zwischen Nervenaktivität im Gehirn Gehirn (geht Handbewegung voraus) und erst danach erfolgenden Bewusstwerden Quantentheorie Doppelspaltexperiment / Verschränkung Quanten = natürliches Phänomen (u. a. Verantwortlich für zufälligen Verfall von Atomen) können mehrere Zustände gleichzeitig haben Eigenschaften von Wellen (wie Ausbreitung von Licht) und Teilchen im unscharfen Zustand (Ort und Zustand nicht messbar) Wahrscheinlichkeit Zufall in der Kunst Versuch menschlichen Handlungs- und Bewusstseinsspektrum um einen Faktor zu erweitern außerhalb des menschlichen Vermögens menschlicher Zufall: Überschneidung von Kausalketten Vortrag Marcel Duchamp und die (Para-)Wissenschaft TOM TIT, La Science Amusante Wissenschaft Duchamps: Willkühr und Laune Grundstock pseudo-wissenschaftlicher Aufbau "Das Rad" damals in physikalischen Versuchsanordnungen verwendet (Fliehkräfte demonstriert, mit gerader Gabel) (gedanklich abwesend) Abhängigkeit der Wissenschaft von der Gesellschaftsform Darstellung einer vermeintlich chaotischen Wirklichkeit mit Hilfe mathematischer Modelle auf philosophischer Ebene: Entmystifizierung durch Wissenszuwachs Tom Sachs (* 1966, US-amerikanischer Künstler) Christoph Keller (* 1967, deutscher Künstler) Kurs Warum Denken? Charles Sanders Peirce (1839 - 1914, US-amerikanischer Mathematiker, Philosoph, Logiker) "Exhibiting Reasoning - Zur graphischen Praxis Charles Sanders Peirce", Meyer-Krahmer Zeichnung als Darstellungsmethode im philosophischen Bereich Bedeutung Schriftbild auf Bedeutung von Inhalt Beispiel: ein Gedicht in sechs unterschiedliche Handschriften geschrieben, um Wirkung herauszubekommen Vortrag Zeichenbegriff bei Charles Sanders Peirce Pragmatizismus Erkenntnistheorie Pragma = Handlung Gedanken zu Grundsetzen des Erkennenkönnens Semiotik: Wissenschaft von Zeichensystemen Semiotisches Dreieck: 1 (materielles) Zeichen <=> 2 Objekt, auf das sich Zeichen bezieht <=> 3 Interpretant <=> 1 Zeichen es gibt kein Wissen ohne Repräsentation (Darstellung) "Die Kunst des Räsonierens", aus "Semiotische Schriften" drei verschiedene Geisteszustände 1 Zustand Gefühl (im träumerischen Zustand) 2 Sinn für Reaktion (entsteht durch Unterbrechung von Gefühl durch ein anderes) 3 Geisteszustand Denken drei Weisen, in denen "wir an einem Ding interessiert sein können" 1 primäres Interesse 2 sekundäres Interesse (wegen seiner Reaktion auf andere Dinge) 3 vermitteltes Interesse (insofern es dem Verstand Idee von einem Ding vermittelt) drei Arten von Zeichen 1 Similes oder Ikons dargestellte Dinge werden nachgeahmt (Fotografie) 2 Indikatoren oder Indizes zeigen etwas über Dinge, weil physisch mit ihnen verbunden (wie Wegweiser) 3 Symbole oder allgemeine Zeichen mit ihrer Bedeutung durch ihre Verwendung verknüpft (überfordert) alles ist zeichenhaft abhängig davon, wie es wahrgenommen wird (gedanklich abwesend)
Bildnis der Mutter, Albrecht Dürer, 1514
"Bildnis der Mutter", Albrecht Dürer, 1514
Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490
Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490
Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael
Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael
Kunstgeschichte Die Geschichte der Kunst Ernst H. Gombrich Ernst H. Gombrich es gibt "die Kunst" nicht, es gibt nur Künstler Bedeutung je Zeit und Ort andere Nachdenken und Reden über "Wesen der Kunst" hat Künstler mehr geschadet als genutzt Ablehnung Kunst aus persönlicher Erinnerung (falscher Grund) Vorliebe für Hübsches und Gefälliges; Ablehnen von weniger Anziehendem vermeiden "Bildnis der Mutter", Albrecht Dürer Albrecht Dürer , 1514 bildnis-mutter.jpg großes Kunstwerk durch unbedingte Ehrlichkeit Begriff "Schönheit" was schön ist, ändert sich so oft wie Geschmack und jeweils geltende Maßstäbe Engel (Ausschnitt eines ALtars), Öl auf Holz, Hans Memling, um 1490 hans-memling.jpg Begriff "Ausdruck" Ausdruck leicht verständlich: schnell tief berührt und erschüttert (Beispiel: Leiden und Triumph der Passion) "Es ist nicht nur bei den Menschen so, dass uns die Zurückhaltenden und Verschlossenen häufig am liebsten sind" Geheimnis nicht auf den ersten Blick preisgeben Verzerrung der Natur: bestimmte Wirkung erzielen "Wie immer wir über moderne Künstler denken, eines können wir ihnen ruhig zutrauen: die Fähigkeit 'richtig' zu zeichnen" Neigung der Menschen, konventionelle Formen und Farben als einzig richtig zu halten (Trägheit und Widerwille) Sterne in Kinderzeichnungen Kinderzeichnung = gelbe sternförmige Formen Künstler: Welt mit neuen Augen sehen und mit hergebrachten Vorstellungen und Vorurteilen aufräumen Kunstwerk <> Ergebnis mysteriöser Tätigkeit Kunstwerk = Gegenstand vom Menschen für Menschen Bilder und Statuen in Museen häufig nicht als Kunst entstanden (sondern für bestimmte Gelegenheit und Zweck gefertigt) Künstler meist zurückhaltende Leute Aussprache über Kunst oft schwierig, da weniger leicht in Worte fassbar / eher ein Gefühl 'richtige' Gleichgewicht Madonna im Grünen, 1505 - 1506, Öl auf Holz, Raffael raffael.jpg (zuvor einige Studien für die "Madonna im Grünen" mit unterschiedlichen Beziehungen und Ausdrücken der Dargestellten) Frage des Geschmacks - Geschmack kann man bilden an Kunstwerke mit unvoreingenommenen Geist und offenen Sinn herantreten Gehirn Gehirn sollte nicht mit großen Worten und imposanten Fachausdrücken "voll gestopft" sein besser: über Kunst gar nichts zu wissen Menschen mit Wissen tun Dinge, die schön, ausdrucksvoll oder richtig gezeichnet sind, häufig als Kitsch Kitsch ab leerer Streit um Worte (Was ist Kunst? Was ist Kitsch?) Gefahr bei Wissen: Kunstwerk wird nicht mehr angesehen, sondern sofort mit Etikett versehen Kunstkritik Pullmann & Muse Muse Kunst sollte etwas alltägliches sein, nichts besonderes (Erfurcht entbehrlich) Übereinkunft über Sonderstellung Kunstraum Kunstraum = Kirche Banales wird zum Wunder erklärt Zelebrierung der sakralen Abgehobenheit Kunstakademien werden zu Universitäten (mehr Theorie als Praxis) Erklärungsbedarf Kunst = unerschöpflich "Theoriekünstler" selbsterhaltendes System ("Künstler-Professoren") "Die Malerei ist nur noch ein Zitat der Malerei" These: "Werke müssen sich in Theorie auflösen lassen, sonst sind sie nichts weiter als ästhetischer Firlefanz." berühmt werden wollen = albern Umstände wichtig, Verweise auf eigene Person, Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) der Name, nicht die Kunst zählt Kunst ist nicht messbar, deshalb Klammern an Kuratoren Musensohn = Dichter "An den Haaren herbeigezogene Kunst ist noch schlimmer als Kitsch"
Kurs Standby Einführung in Präsentationstechniken an der HGB 25 Bilder pro Sekunde: europäisch; 30 Bilder pro Sekunde: amerikanisch PAL (4 : 3); alte Bildschirme (drei Stück vorhanden) 720 x 576 px; SD (Standard Definition) 640 x 480 px (amerikanisch) ab 18 Bilder pro Sekunde: Gehirn Gehirn nimmt Bilder als Film wahr Kinofilm: 24 Bilder pro Sekunde (flimmert nicht mehr; mehr Frames wäre auch teurer) Full HD: 1920 x 1080 px (bei NTSC ebenfalls) HD ready (englisch "bereit für HD"): 1280 x 720 px Zeichensprung-Verfahren: früher einfach 50 halbe Bilder (bei 25 f/s; 50 mal in der Sekunde eine Bildänderung) zuerst 1., 3., 5., 7. usw. Zeile, danach 2., 4., 6., 8. usw. bei digitalen Formaten fängt es bei der zweiten Zeile an Interlaced-Problem (Streifen): lieber gleich progressiv [pro Bild doppelt so viele Informationen vorhanden] drehen, danach tritt Problem nicht auf bei Final Cut Pro (kommerzielles Video- und Filmschnittprogramm): "Zeilensprung aufheben" Abspielmöglichkeiten: A MacMinis: Computerdatei kopieren und abspielen B Adtec-Player: Videoplayer von "Museumsklasse"; Full-HD abspielbar; Monitor Synchronisieren möglich (Multi Screen) Software "Multi Screen": ein Server und mehrere Clients (Videos müssen exakt die selbe Länge haben) notiert über mehrere Monitore agieren (Zwischenbereiche erlebt Besucher nur durch den Klang von Schritten) "Letter Box": mit schwarzen Balken Rückpro: Projizieren von hinten notiert Hinter Tür eine Rückpro installieren; Besucher öffnet die Tür von der anderen Seite und sieht: sich selber von hinten in voller Größe (hinter ihm versteckt eine Webcam) C Digitaler Bilderrahmen Beispiel für Abspiel-Codecs: "Apple ProRes Codecs" (Codec-Familie von Apple angeboten); H264; notiert jeweils ein Lautsprecher je Raum; über jeden Lautsprecher wird jeweils nur einige Millisekunden von einem Sprechstück (Geschichte, Gedicht, …) hörbar; würde man alle Lautsprecher in einem Raum haben, könnte man das vollständige Stück hören; so nur einzelne Silben notiert versteckt in Gegenständen, wie Thermoskanne, Buch oder Tisch, jeweils den Gegenstand über mp3-Player ausgesprochen ("Thermoskanne", "Buch", "Tisch"); Besucher gehen durch den abgedunkelten Raum und hören nur die Gegenstände
Kurs Standby 13 Minuten zu spät zu spät 2-Minuten-Vorstellung von Dingen, die einen aktuell beschäftigen notiert ein Augenzwinkern in Zeitlupe aufnehmen und wiedergeben; mit Musik hinterlegen: Sonnenunter- und Sonnenaufgang; im "schwarzen" Moment Moment : Stille notiert Briefe an fremde Personen verschicken mit kleinen Aufgaben; Ergebnisse dürfen zurückgeschickt werden; Sammlung im Netz Dieter Roth Dieter Roth Bibliothek "art.net" weitergelesen notiert Interaktion zwischen mehreren Browserfenstern auf dem Bildschirm eines Besuchers; Besucher agiert in verschiedenen Fenstern gleichzeitig; oder: mehrere Browser (Firefox, IE, Opera, …) ergeben eine Arbeit notiert erst wenn mehrere Personen (speziell nach Ländern, Zeiten) auf eine bestimmte Seite zugreifen, wird eine (was für eine auch immer) Arbeit kreiert notiert Animation oder Text über mehrere Browserfenster, die nebeneinander auf dem Desktop plaziert werden müssen Digital Landfill von Mark Napier notiert Verwesung von digitalen Daten: von Texten verschwindet täglich ein Buchstabe, von Bildern ein Pixel (Halbwertszeit?) notiert Links im Web automatisch ausfindig machen, die auf 404-Fehlerseiten führen Kunstkritik Napier: "Jahrhundertelang haben Künstler statische Kunstobjekte geschaffen, wie wir sie kennen: Gemälde und Skulpturen, die der Betrachter ansehen, aber nicht berühren darf. Jetzt haben wir die Möglichkeit, Kunst zu machen, an der der Betrachter teilhaben kann." notiert Spam ein neues Wort geben: Spam-Nachrichten sammeln und das Wort, welches am häufigsten vorkommt, als neues Spam-Hauptwort verwenden Napier: Arbeit, wo Bewegung von Leuten im Raum auf dem Bildschirm durch eine wandernde Computermaus dargestellt wird notiert Bewegung in Töne umwandeln: Webcam erfasst Körperteile und je nach Bewegung ergeben sich andere Klänge Kunstlehre Kurzvortrag: Motion Tracking Kinect: Bewegung von Menschen digital nutzen Kinect Hard Detection Chris Vik und Brad Hammond lösen mit Kamera Ereignisse live aus TechEd: Microsoft, Klänge erzeugen 555 Kubik: Projection Mapping SYDNEY OPERA Omicron Große Frage: technische Spielerei anstatt Kunst? Steht der Effekt im Vordergrund? a dandypunk: virtuelle Realitäten RESONANZEN LEIPZIG: Sounding Object - Singing Space (mit Max Schneider, künstlerischer Mitarbeiter für Audio) notiert Räume in Klang verwandeln Katrin: Rombergland Struktur zum Intervall-Projekt mit Katrin erstellt 1 Biologie (Wahrnehmung, Auge, Gehirn Gehirn , Nachbildeffekt) 2 Technik (Film analog) 3 Physik (Zeit, Augenblick, "gibt es eine kleinste Einheit von Zeit?") 4 Philosophie (Was ist Realität?)
Soundmodul mit Aufnahmefunktion auf der Stirn (nahe dem Gehirn) befestigen
Soundmodul mit Aufnahmefunktion auf der Stirn (nahe dem Gehirn) befestigen
Kurs Standby 1 Minute zu spät zu spät Postkarte mit Hinweis zum Musik- und Kunstprojekt Cage100 John Cage Auswertung "Von Vertov Dziga Vertov zu Mindfuck" Ted Rossack[?] und das "sallyrand" Kunstlehre Nachbildeffekt Schwarzbild zwischen den Bildern, Gehirn Gehirn füllt die Lücke mit Bewegungseindruck Vertov über das Intervall (zwischenbildliche Verschiebungen), 1922 1 Korrelation der Einstellungsgrößen 2 Korrelation der Perspektiven 3 Korrelation der innerbildlichen Bewegungen 4 Korrelation der Helldunkelwerte und 5 Korrelation der Aufnahmegeschwindigkeit notiert Soundmodul mit Aufnahmefunktion auf der Stirn (nahe dem Gehirn) befestigen b_hgbleipzig-23-m.jpg zum Thema Zwang Zwang passend: "Guten Morgen" auf Tonbandgerät sprechen und immer wenn es bei Begegnung gefordert wird, abspielen anstatt sagen bis Ende 1. Semesters soll mit Übungen die Wahrnehmung geschärft und festgehalten werden Notationsübungen Kommunikationsübungen notiert Zwischen den Intervallen: Eine Kaffeetasse wird gefilmt; Zwischendurch wird eine schwarze Fläche vorgeschoben und die Zwischentöne eines Intervalls erklingen (schrill); Anzahl der Zwischentöne zeigt die Anzahl der Aktionen an, die in diesem Moment Moment mit der Kaffeetasse vollführt werden; im Kopf des Betrachters entstehen Ideen Flicker-Effekt Mindfuck: umgangssprachlicher Ausdruck; Filme verweisen darauf, dass es vlt. keine Realität gibt, nur Träume; im Thrillerformat Film "Elefant" Bibliothek Buch net.art net.art weitergelesen backspace.org jodi.org jodi.org : Joan Heemskerk und Dirk Paesmans Paesmans: "[Kunst ist] vor allem eine aufgeblasene Angelegenheit, die uns den ganzen Spaß an der Arbeit mit dem Netz verdirbt und uns ihre Standards aufzwingen will" Kurs Standby Vorstellung von vier Videos zum Thema "Das Innere eines Intervalls": sphärische Klänge lullen ein, Bildwahl beliebig, Verbindung von Musik zu Bild fehlt notiert mit Christian ausprobieren: jeder ein GPS-Gerät; 1 Startpunkt, 2 Wege, 1 Endpunkt; in Klänge umwandeln