× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Spiegelbild

Ganzkörperplastik
Ganzkörperplastik
Büste mit Spiegel
Büste mit Spiegel
(mit Notizen von gestern) Diplom Arbeit Aufbau im Klassenraum Ganzkörperplastik diplomklasse4-5-k.jpg Büste Büste mit Spiegel Spiegelbild diplomklasse4-7-k.jpg weiter an Büste im Klassenraum gearbeitet Sonntag vor 19:00 wieder in Werkstatt bringen für Gespräch am Mittwoch: mein Grund ist [Sperren: Neugier] und [Sperren: Suche] nach einem wie auch immer gearteten Anfang einmal ist es ein einfaches grafisches Element, aus dem ganze Bilder entstehen ein anderes mal das Nichtsehen einer Arbeit dann ist es eine kindlich anmutende Zeichnung hier eine aus einem Tonklumpen modellierte Büste bei Frage, ob Büste und Plastik fertig: noch unzufrieden, werde sie weiter bearbeiten und vor Ende Semester abgießen Einleitung überarbeitet: "Der erste Gedanke, der Ihnen kam, als Sie den Raum betraten, wird wohl jener gewesen sein: Friedrich beschäftigt sich also mit dem Selbstbildnis! Da möchte ich einwenden: Ja, Sie sehen mich - aber keine Selbstbildnisse im Sinne einer Auseinandersetzung mit der eigenen Person! Mein Gesicht ist nicht [Sperren: Thema], sondern [Sperren: Gegenstand] meiner Arbeit. Thema bedeutet, ich stellte mir die Aufgabe Selbstbildnisse zu malen, zu zeichnen, zu modellieren. Fänge danach dann an zu arbeiten und würde mit dem Ergebnis meine Position zum Thema bilden bzw. festigen. Dem ist nicht so. Ich betrachte mein Gesicht als Gegenstand. Es ist ein Gegenstand, an dem ich mich: Abarbeite. Um etwas darstellen zu können, braucht es ein Motiv. Für manch einen Künstler sind es Blumen, nackte Frauen und Stühle, die gemalt werden, um sich darüber zum Beispiel einer Technik oder einem Stil zu nähern. Oder einfach: Um dem Drang nach Tun zu befriedigen! Für mich ist es: Mein Gesicht. Ja! Hinter diesen Arbeiten mit den vielen Strichen, welche aus der Nähe betrachtet nichts als Striche sind, aber von weiter weg zu einem Motiv verschwimmen, verbirgt sich eine konzeptuelle Idee. - Allem Seienden muss ein unteilbares Irgendwas zu Grunde liegen! - Aber diese Idee: Ist, wenn ich heute selbst auf die Arbeiten schaue, eigentlich nicht wichtig! Ja! Bei dieser vereinfachten Ansicht eines Gesichtes verbirgt sich ein radikaler Gedanke. - Zurück zu den Wurzeln! - Aber auch der: Nicht mehr wichtig! Ja! Dieses Porträt hier ist entstanden, weil ich eine Bildidee hatte, für das ich so ein entstelltes Ding meiner Selbst brauchte. Aber auch hier: Der Grund - nicht wichtig! Die seit Grundstudium von Professorenseite gestellte Fragerei, wo alles mit [Sperren: warum, warum, warum] anfängt, hat in mir einen Absturz bewirkt. Ich wusste kurz vor dem Diplom gar nicht mehr, [Sperren: was] ich da eigentlich mache. Was ich eigentlich [Sperren: will]! Jetzt: Weiß ich es. Ich will nicht mehr, als das: Ausprobieren! Ich möchte spielen dürfen! Ich möchte sehen dürfen, was passiert, wenn ich einen Strich zeichne; Noch einen und noch einen. Ich möchte Farbpigmente in Kleister tränken, mit dem Zeigefinger in das kalte Gemisch tunken und auf Papier ein einfaches Gesicht malen! Ich möchte mich zurückziehen dürfen! Ich möchte diesem ständigen [Sperren: Warum] - wie hier bei dieser Arbeit - eine Sperrholzplatte entgegenhalten! Und wenn das [Sperren: Warum] verschwunden ist, möchte ich schauen, was noch entsteht, wenn ich meinen Kopf ausschalte und zusehe, was meine Hände machen. In den letzten Monaten habe ich bei mir einen Schaffensdrang gespürt, der entstand, als ich anfing, meine Arbeit nicht einem Thema zu unterwerfen und danach zu hinterfragen, sondern: [Sperren: anzusehen]. Die Oberfläche mit den Augen abzutasten und sie - im Falle dieser hier ausgestellten Büste - mit Händen zu formen. Diese neue Sicht auf die eigene Arbeit und auf die Arbeit der anderen, hat sich hier vollzogen: Im Keller der Hochschule. Da, wo ich viele Monate lang mit meinen Händen Tonklumpen an Tonklumpen pappte. Wo ich Gips mit Wasser mischte. Wo ich mit dem Klüppel Gips von Gips trennte. Wo ich mich im Spiegel selbst sah. Mich sah, wie ich mit einem simplen aber umso schwerer zu beherrschenden Mittel einen Kopf formte - Mit: Dem [Sperren: Sehen]. Ich bin [Sperren: froh], dass mich die Fragerei der letzten Jahre in eine Enge trieb. Nur so konnte ich das für mich Störende erkennen, mich davon losreißen und mich zuletzt - auch wenn es etwas sehr pathetisch klingen mag - dem Sehen zuwenden. Was ich nach über fünf Jahren Studium sagen kann: Ich habe in dieser Zeit so viel über Kunst im Allgemeinen und über meine Arbeit im Speziellen erfahren, wie davor nicht - und vielleicht auch danach nie mehr. Ich hoffe, diese Arbeiten hier sind Zeugnis dafür. Ja, auch die Fragerei gehörte dazu! Nur lassen Sie mich bitte an meinem letzten Tag als Student Kommilitone ein Wort nicht mehr hören müssen: [Sperren: warum]." Einzelgespräch Mark Friedrich Fröhlich, zufrieden (Notizen von übermorgen) Einleitung weiter überarbeitet nur eine Gipsbüste wird neben zwei Tonplastiken gezeigt Raum mit Kommilitone gestrichen, heute gereinigt aktuelle Raumansichten
aktueller Zustand, seitlich
aktueller Zustand, seitlich
Vorderansicht
Vorderansicht
Werkstatt Plastisches Gestalten neuer Zwischenstand aktueller Zustand, seitlich plastik-ton-aktuell1-k.jpg Vorderansicht plastik-ton-aktuell6-k.jpg Standpunkt Werkstatt Plastisches Gestalten Selbst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Selbstgespräch im Bett. Tage zuvor.]
  • Gestern hatte ich das erste Mal …
  • [Klick.]
  • … gespührt, wie sich alles an der Figur [Sperren: fügt].
  • Also wie die Formen miteinander …
  • [Schlucken.]
  • … spielen. Und nicht mehr bloß für sich selbst stehen.
  • [Straßenbahn Eisenbahnstraße fährt vorbei.]
  • [Klick.]
  • Also wie der Kopf, den ich ja ein bisschen größer gemacht habe, modelliert habe, mit dem gesamten Körper eine Einheit bildet. Wo ich den Kopf nicht bloß vergrößert habe. Sondern eben auch … ähm … automatisch … äh … gemerkt habe, … äh … irgendetwas stimmt zum Beispiel mit den Beinen nicht.
  • Von vielen Ansichten funktionierten sie. Vom Profil zum Beispiel sehr gut.
  • Es gab eine einzige Sicht, so leicht schräg, frontal, aber leicht zur Seite, wo sie einfach nicht funktionierten! Und ich konnte mir nicht vorstellen, … ähm … dass so etwas existiert.
  • Also es gibt ein [Sperren: Falsch]. Was wirklich falsch … ähm … ist. An einer Stellung zum Beispiel. An Verhältnissen.
  • Und es gibt ein … Also ich merke inzwischen, was … ähm … was funktioniert. Und es gibt ja viele Körper. Es gibt viele … ähm … viele Formen. Und … ähm … sie funktionieren. Also wenn … wenn … ein … nackter Mensch vor mir steht , dann funktioniert alles miteinander. Es … ähm … Ich glaube, das lernt … das lerne ich gerade.
  • Und es gibt dann wiederum das, wenn ich selbst modelliere. Wo es Bereiche gibt, … ähm …
  • [Schlucken.]
  • Obwohl es unendlich viele Möglichkeiten gibt, wie ein Körper funktioniert, wie er aussieht, wie die Form ist, … ähm … gibt es eben genauso viele unendliche Möglichkeiten, oder sogar noch eine mehr, … ähm … wie er [Sperren: nicht] sein kann.
  • Also wo …
  • [Schlucken.]
  • Wo der Betrachter merkt, … äh … da stimmt etwas nicht. Und das hat auch nichts damit zu tun, dass es leicht überspitzt ist, übertrieben, oder abstrahiert! Es kann immer noch funktionieren!
  • Sondern wo … wo eben … die Körperhaltung, oder irgendein hervorgehobener Muskel, ein Knochen, … äh … nicht sein [Sperren: kann].
  • [Klick.]
  • Das Gefühl hatte ich bei den Beinen. Oder bei der Beinstellung. Und das hat sich binnen weniger Minuten geklärt! Sie waren einfach zu dünn geworden! Im Verhältnis zum … ähm … Kopf.
  • Zum Oberkörper.
  • Sie stimmen jetzt zwar nicht mehr … ähm … Also sie sind jetzt zwar nicht mehr eins zu eins … ähm … mein Körper. Ich denke, sie sind schlanker. Aber da der Kopf größer geworden ist, mussten die Beine eben auch mehr halten.
  • Und was sich auch noch geändert hat, bei den letzten zwei drei Mal in der Werkstatt: …
  • [Schlucken.]
  • Ich habe vor allem den Körper in drei Ansichten … äh … modelliert. Davor. Das war frontal. Also auch Spiegel Spiegelbild . Mit Modell. Mit Foto.
  • Im Profil.
  • Und von hinten.
  • [Schlucken.]
  • Und wie der Werkstattleiter auch einmal angemerkt hatte, … äh … Ich weiß nicht, ob er das so gesagt hatte. Aber es ist halt sehr … ähm … Also er hat gemerkt, dass es mehrere Ansichten sind und dass die … dass die Flächen nicht … ähm …
  • … keine wirkliche Übergänge haben. Es ist eine sehr flache Figur!
  • Gewesen.
  • Und die letzten Male habe ich … ähm … vermehrt die Form … ähm …
  • [Klick.]
  • … über mehrere …
  • [Schlucken.]
  • Na ja. Über mehrere Ansichten gebogen.
  • Das heißt: Die … Die Form, die bewegt sich. Zum Beispiel von der Frontalansicht über das Profil zum Rücken hin. Das merke ich ja vor allem … ähm … an dem …
  • [Schlucken.]
  • … ja … Übergang Bauch, Seitenmuskeln zum Rücken. Das heißt: Es wirkt jetzt nicht mehr flach. Sondern eben als eine [Sperren: Einheit].
  • [Klick.]
  • Und, auch wenn ich da jetzt noch heute schauen möchte, … ähm … bei den Beinen … Das … Äh … Der Übergang …
  • [Schlucken.]
  • … sehr fließend ist. Und bei mir noch etwas … ähm … etwas … ähm … ähm … zweidimensional.
  • Was gestern halt neu war, war wirklich das Gefühl: Die Form fügt sich langsam. Es wird … Es wird [Sperren: eine]. Sie besteht nicht mehr aus mehreren Teilen, die nicht miteinander … ähm … spielen. Die nicht miteinander … äh … in Beziehung stehen.
  • [Schlucken.]
  • Sondern sie bilden … Sondern sie bildeten gestern schon eine [Sperren: Einheit].
  • Ob es heute noch so sein wird, wenn ich in die Werkstatt komme, das ist was anderes. Aber in dem Vergleich zu davor, ist das jetzt [Sperren: ein] Körper.
  • [Klick.]
  • Und das ging sehr schnell, dass sich das so entwickelt hat. Zuerst war es ja ein ständiges Ausprobieren. Auch jetzt mit den … mit den Proportionen.
  • Dann recht flach arbeiten.
  • Was ich ja nicht wirklich gemerkt habe, dass ich das mache. Aber jetzt im Nachhinein … äh .. ähm … habe ich das schon gesehen.
  • Und der letzte Schliff war jetzt wirklich dieses … ähm … ähm … das Gefühl …
  • [Klick.]
  • … der [Sperren: einen Form].
  • [Klick.]
  • [Aufnahme Ende.]
Klasse Bildende Kunst Büste Büste und große Bilder umgestellt, da Kommilitonin Kommilitone für Tests Wände benötigt Diplom Arbeit Werkstatt Holzwerkstatt ab 9:30 Kasten für verhüllte Arbeit gebaut zweite Holzplatte 80 x 100 cm zugesägt Leisten auf 25 mm gehobelt, auf 45-Grad-Gehrung gesägt Holzplatten bei Leistenbreite um 5 mm verdünnt Leisten an Rückplatte geleimt morgen früh Vorderplatte befestigen und Seitenbereiche sauber angleichen Einzelgespräch Schellbach Arbeiten im Klassenraum gezeigt mit aufgestellter Ganzkörper-Plastik Blattarbeiten in rahmenlose Bilderhalter (morgen noch bestellen, direkt in HGB liefern lassen) keine Arbeitsblätter aus Werkstatt zeigen, nur solche, die ich selbst als Arbeit sehe zusätzlich Fotoausdruck Hinterkopf zeigen in Werkstatt mit ihm Büsten angesehen entweder nur Ganzkörperplastik zeigen, oder mit mehreren Ton-/Gipsbüsten in Tagen vor Diplom ausprobieren eventuell zu viel und unfertig naturalistische Büste könnte ständig mit mir verglichen werden, Ablenkung von Ausstellung wenn Ganzkörperplastik als einziges, dann im Raum konzentrierter Einleitungstext ihm in kommenden zwei Wochen vorlesen ca. 20 bis 25 Blattarbeiten nächste Woche rahmen und an Wand lehnen Werkstatt Plastisches Gestalten weiter an Ganzkörperplastik gearbeitet Kopf letztes Mal vergrößert, weiter modelliert Übergang Vorder- zu Rückseite an Taille schmaler Übergang Brust zu Arm überarbeitet, Arme modelliert mit zweitem Spiegel Spiegelbild Rücken bearbeitet morgen Beinstellung festlegen und an mir nachprüfen, ob wirklich stimmig weiterhin Hände modellieren Friedrich Fröhlich, nach 11 Stunden Arbeit müde, aber zufrieden
aktueller Zustand, seitliche Ansicht mit Skelett im Hintergrund
aktueller Zustand, seitliche Ansicht mit Skelett im Hintergrund
Bauchwölbung und Rückenlinie parallel
Bauchwölbung und Rückenlinie parallel
Arm zu kurz
Arm zu kurz
Werkstatt Plastisches Gestalten Anmerkungen von gestern umgesetzt Körper vereinfacht aktueller Zustand, seitliche Ansicht mit Skelett im Hintergrund muskelmann-anatomie2-2-k.jpg Flächen modelliert, versucht mehr Spannung hineinzubringen Vorderansichten Bauchwölbung und Rückenlinie parallel muskelmann-anatomie2-8-k.jpg Arme noch zu kurz, Kopf zu rund Arm zu kurz muskelmann-anatomie2-9-k.jpg Friedrich Fröhlich, zufrieden Standpunkt Büste Büste Selbst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Es ist interessant, an sich selbst zu beobachten, wie die … eigene Wahrnehmung … sich in den … ähm … in der Arbeit, in den Büsten und der Ganzkörperplastik wiederspiegeln. Was mir halt erst im Nachhinein immer bewusst wird.
  • Bei der Büste zum Beispiel. Wie ich anfänglich, beharrlich, … ähm … den … den Stirnbereich … ähm …
  • [Schlucken.]
  • … viel …
  • [Klick.]
  • Nein. Wo der … der Augen … Wo die Augenbrauen sind. Ähm …
  • [Schlucken.]
  • Dass ich den viel weiter … äh … nach vorne geholt habe. Und … ähm … sozusagen ein … ähm … etwas … etwas affigeres Gesicht aus mir gemacht habe. Weil so meine Vorstellung war. Dass ich so aussehe. Immer, wenn ich mich im Spiegel Spiegelbild angesehen habe, so halt seitlich, habe ich das halt extrem wahrgenommen.
  • Und … ähm … Das hat, ja, Monate gedauert, bis … äh … bis … bis … Der Werkstattleiter hat mir das ja auch immer ein bisschen gesagt. Ich hab's nie geklaubt wirklich.
  • [Schlucken.]
  • Dass aber die … ähm … Dass es aber gar nicht so weit hervorsteht. Sondern sehr sehr fließend eigentlich … ähm … ähm … äh … übergeht.
  • Ähm … In die … Also zur Stirn. Und … äh … zu den Schläfen.
  • Und … Dass eigentlich bloß die Augenbrauen, dadurch, dass sie dunkel sind, alles so hervorheben.
  • Diesen Anschein erwecken. Als wäre es viel tiefer!
  • Das Selbe auch beim Mundbereich. Ähm … äh … In meiner Vorstellung ist der viel viel weiter nach vorne … ähm … gesetzt.
  • Was gar nicht der Fall ist!
  • Das Selbe jetzt eben beim Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt , wo ich merke, dass … äh … sogenannte Problemzonen, …
  • [Zieht Rotze hoch.]
  • Dass die in … in meinem Kopf …
  • [Schlucken.]
  • … äh … stark hervorgehoben werden. Also dass ich die Vorstellung habe, … äh … dass es … ähm … ähm … dass zum Beispiel der Becken größer ist, als er eigentlich … äh … äh … in Wirklichkeit ist. Aber wenn ich den Spiegel gucke, sehe ich ihn halt extrem vergrößert. So. Weil halt mein Blick darauf konzentriert ist.
  • Und genauso sah halt die … die Plastik bis gestern aus. War … ähm … extrem hervorgehoben. Also sehr sehr breit. Und … ähm … Jetzt noch einmal beim … Jetzt noch einmal beim Angucken und beim Nachmessen und so, … ähm … relativierte sich das.
  • Ein wenig.
  • Also klar. Es … ähm … Es … ähm … Es ist größer als … ähm … als … ähm … als ich es bei anderen kenne. Aber es ist eben nicht so riesig. Wie ich es in der … in der Plastik gemacht habe. Was dann halt wieder unecht aussieht.
  • [Zieht Rotze hoch.]
  • Übertrieben eben.
  • [Schlucken.]
  • Und … äh … Was bloß kleine Nuancen eigentlich sind, was von der … äh … von der Tonschicht dazukommt, … ähm … Das ist ganz wenig! Macht dann aber am Ende eben eine ganze Menge aus!
  • So. Und … äh … Dieses Wenige … Da neige ich halt dazu, immer zu übertreiben. Also zuviel Ton sozusagen aufzusetzen. Weil in meiner Vorstellung da viel mehr drauf sein müsste.
  • Und … ähm … Das zu wissen … Das weiß ich seit gestern. Zwar wusste ich das natürlich auch schon mit der Stirn davor. Aber ich hab's noch nie so wirklich wahrgenommen, wie bei dem … ähm … Ganzkörperporträt.
  • Und … ähm … Das heißt, während ich mich halt ansehe, muss ich immer wieder … ähm … ähm … mich fragen: Ist es jetzt wirklich so? Oder … Oder sehe ich das bloß so?
  • Weil … ähm … ähm … Also sehe ich das bloß so verstärkt?
  • [Schlucken.]
  • Weil umsetzen möchte ich dann ja das, wie es eigentlich ist. Oder wie es natürlicher ist. Und nicht wie es in meiner Vorstellung ist.
  • Das ist dann der nächste Schritt eigentlich!
  • Ne! Der nächste Schritt ist eigentlich nicht, wie es in der Vorstellung ist, sondern wie ich es … äh … ähm … äh … mit Absicht … ähm … ähm … formen möchte! Gestalten möchte.
  • Also dass ich mich bewusst … ähm … Also dass ich bewusst werde, … ähm … es ist nicht so stark, aber ich möchte es so stark machen. Und jetzt ist es noch so: Ich mache es so stark, weil ich denke, es wäre so stark … ausgeprägt!
  • Das ist ein großer Unterschied.
  • Und den … ähm … habe ich halt gestern … Da hat's Klick gemacht.
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt Diplom Arbeit einleitende Worte überarbeitet: "Der erste Gedanke, der Ihnen kam, als Sie den Raum betraten, wird wohl jener gewesen sein: Friedrich beschäftigt sich also immer noch mit dem Selbstbildnis! Da möchte ich einwenden: Ja, Sie sehen mich - aber keine Selbstbildnisse! Mein Gesicht ist nicht THEMA, sondern GEGENSTAND meiner Arbeit. Das musste ich erst einmal selbst verstehen! Thema bedeutet, ich stellte mir die Aufgabe Selbstbildnisse zu malen, zu zeichnen, zu modellieren. Fänge danach dann an zu arbeiten und würde mit dem Ergebnis meine Position zum Thema festigen. Dem ist nicht so. Ich betrachte mein Gesicht als Gegenstand. Es ist ein Gegenstand, an dem ich mich: Abarbeite. Um etwas Darstellen zu können, braucht es ein Motiv. Für manch einen Künstler sind es Blumen, nackte Frauen und Stühle, die gemalt werden, um sich darüber zum Beispiel einer Technik oder einem Stil zu nähern. Oder einfach: Um dem Drang nach Tun zu befriedigen! Für mich ist es: Mein Gesicht. Ja! Hinter diesen Arbeiten mit den vielen Strichen, welche aus der Nähe betrachtet nichts als Striche sind, aber von weiter weg zu einem Motiv verschwimmen, verbirgt sich eine konzeptuelle Idee. - Allem Seienden muss ein unteilbares Irgendwas zu Grunde liegen! - Aber diese Idee: Ist eigentlich nicht wichtig! Ja! Bei dieser vereinfachten Ansicht eines Gesichtes verbirgt sich ein radikaler Gedanke. - Zurück zu den Wurzeln! - Aber auch der: Nicht so wichtig! Ja! Dieses Porträt hier ist entstanden, weil ich eine Bildidee hatte, für das ich so ein entstelltes Ding meiner Selbst brauchte. Aber auch hier: Nicht wirklich wichtig! Die seit Grundstudium von Professorenseite gestellte Fragerei, wo alles mit WARUM, WARUM, WARUM, anfängt, hat in mir einen Absturz bewirkt. Ich wusste kurz vor dem Diplom gar nicht mehr, WAS ich mache, WAS ich gemacht habe. Was ich WOLLTE! Was ich WILL! Jetzt: Weiß ich es. Ich will nicht mehr, als das: Ausprobieren! Ich möchte spielen dürfen! Ich möchte sehen dürfen, was passiert, wenn ich einen Strich zeichne; Noch einen und noch einen. Ich möchte Farbpigmente in Kleister tränken, mit dem Zeigefinger in das kalte Gemisch tunken und auf Papier ein einfaches Gesicht malen! Ich möchte mich zurückziehen dürfen! Ich möchte diesem ständigen WARUM - wie hier bei dieser Arbeit - eine Sperrholzplatte entgegenhalten! Und wenn das WARUM verschwunden ist, möchte ich schauen, was noch entsteht, wenn ich meinen Kopf ausschalte und sehe, was meine Hände zu formen vermögen. In den letzten Monaten habe ich bei mir einen Schaffensdrang gespürt, der entstand, als ich anfing, meine Arbeit nicht zu hinterfragen, sondern: ANZUSEHEN. Die Oberfläche mit den Augen abzutasten und sie - im Falle dieser hier ausgestellten Büsten - mit Händen zu formen. Diese neue Sicht auf die eigene Arbeit und auf die Arbeit der anderen, hat sich hier vollzogen: Im Keller der Hochschule. Da, wo ich viele Monate lang mit meinen Händen Tonklumpen an Tonklumpen pappte. Wo ich Gips mit Wasser mischte. Wo ich mit dem Klüppel Gips von Gips trennte. Wo ich mich im Spiegel Spiegelbild selbst sah. Mich sah, wie ich mit einem simplen aber umso schwerer zu beherrschenden Mittel einen Kopf formte - Mit: Dem SEHEN. Ich bin FROH, dass mich die Fragerei der letzten Jahre in eine Enge trieb. Nur so konnte ich das Unnötige erkennen, mich davon losreißen und mich zuletzt dem Sehen zuwenden. Was ich nach über fünf Jahren Studium sagen kann: Ich habe in dieser Zeit so viel über Kunst im Allgemeinen und über meine Arbeit im Speziellen erfahren, wie davor nicht - und vielleicht auch danach nie mehr. Ich hoffe, diese Arbeiten hier sind Zeugnis dafür. Ja, auch die Fragerei gehörte dazu! Nur lassen Sie mich bitte an meinem letzten Tag als Student Kommilitone ein Wort nicht mehr hören müssen: WARUM."
Standpunkt Büste Büste Selbst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Im Bett. 3 Uhr frühs.]
  • Ich weiß, dass der … Versuch, abbilden zu wollen, … Also meinen Kopf. Dass das bisher bloß ein … Versuch … Dass ich es bloß als solches werten … sollte.
  • [Schlucken.]
  • Ich habe jetzt halt … anderthalb Jahre … schon daran gearbeitet. Und …
  • [Klick.]
  • … konnte mich …
  • [Schlucken.]
  • … langsam herantasten an … über … die Oberfläche. Wenn ich überlege, wie am Anfang meine … die ersten Versuche … ausschauten. Wo ich immer sofort überzeugt war von … wegen …
  • [Schlucken.]
  • Das [Sperren: bin] ich ja schon!
  • Und dann einen Tag später wieder in die Werkstatt kam und mitbekam, dass ich das eben noch überhaupt nicht bin. Und … Dass ich immer nur ein bisschen an der Oberfläche gekratzt habe.
  • [Zieht Rotze hoch. Schlucken.]
  • Wenn ich eben heute … ähm … die Büste sehe, die entsteht, dann habe ich durchaus das Gefühl, dass … sich meine Wahrnehmung, …
  • [Klick.]
  • … was meinen eigenen Kopf betrifft, … ähm … um einiges …
  • [Schlucken.]
  • Also um einiges ausgeprägter ist.
  • Ich sage aber, dass es dennoch, oder dass ich immer noch im … beim [Sperren: Versuch] bin. Weil … ich das Gefühl …
  • [Katze Ramses schnurrt.]
  • … es noch nicht wirklich verstanden zu haben, immer noch da ist.
  • [Schlucken.]
  • An dem Modell konnte ich jetzt halt … habe ich das erste Mal überhaupt in dieser Zeit … ähm … ja, [Sperren: Sehen] können, wie … wie das Auge … und die Haut Haut drüber und drunter … aussehen.
  • [Schlucken.]
  • Das war ja bisher meine größte … Baustelle. Über den Spiegel Spiegelbild … ähm … habe ich das nicht verstanden. Je näher ich mir da komme, desto flacher wird es irgendwie. Und … Ich begreife es einfach nicht. Und das war jetzt halt etwas ganz Neues. Auch drumherum zu gehen! Und … Ja.
  • Das selbe jetzt auch bei den Ohren.
  • [Schlucken.]
  • Die eine Hälfte habe ich ja jetzt am Modell … ähm … vom Modell übernommen. Und das selbe auch … ähm … beim Rücken. Das ging auch nicht über meinem eigenen Körper.
  • Also auch wenn ich das … Wenn ich denke, dass die … die aktuelle Büste, dass ich mit der schon sehr weit gekommen bin, … bin ich mir aber durchaus bewusst, dass es nicht … dass ich es noch nicht wirklich verstanden habe.
  • Und trotzdem fühle ich mich schon so gefestigt, dass ich sagen würde, dass ich ruhig mal einen Kopf, also nur bis zum Hals, gar nicht weiter, nur ein ganz klein wenig Hals noch dazu, …
  • [Schlucken.]
  • … ähm … modellieren kann. Der … Der … ähm … Ja, wo ich … ähm … Wo ich erst einmal von einer abstrakten Form ausgehe. Und … ähm … versuche dann einzelne Bereiche auszumodellieren. Und es dadurch aber … gleichzeitig … ich aber das Gefühl habe, dass es trotzdem ein Porträt von [Sperren: mir] ist.
  • [Schlucken.]
  • Diesen … ähm … Versuch, den würde ich jetzt einfach mal machen.
  • Und ich traue mir das jetzt auch bloß zu, weil ich jetzt eben … ähm … anderthalb Jahre … äh … in eine Richtung, in die andere Richtung, gegangen bin. Und versucht habe, wirklich das abzubilden, was … ähm … was [Sperren: ist]. Ähm … Mir ist es noch nicht geglückt. Da muss ich realistisch bleiben.
  • Da bin ich noch nicht … ähm … gefestigt.
  • Und trotzdem denke ich halt, dass ich jetzt einfach mal … ja … ähm …
  • [Schlucken.]
  • … in die andere Richtung auch gehen kann. Ohne das Gefühl zu haben … Das hatte ich ja am Anfang … Ähm … Deshalb wollte ich erst einmal das machen. Äh …
  • Dass es beliebig wird.
  • Büsten, die ich jetzt gesehen habe, auch in Potsdam, wirken auf dem ersten Blick … unglaublich [Sperren: einfach]. Als wäre … Pfff … Als könnte man binnen eins zwei Stunden so einen Kopf formen.
  • Und das stimmt überhaupt nicht! Das ist … Selbst wenn … wenn so eine Büste … sehr abstrakt ist. Also die Form … ähm … Oder die Oberfläche …
  • [Schlucken.]
  • Ähm.
  • Nicht nach Haut aussieht. Sondern wirklich nach … ähm … nach … der Arbeit. Also sehr … Überhaupt nicht realistisch. Ist es überhaupt nicht … Ist es … Also auch wenn es so aussieht, überhaupt nicht so einfach!
  • Ähm … Die Plastik in sich stimmig zu machen.
  • Dass ist etwas, was ich die letzten anderthalb Jahre verstanden habe.
  • Das schaut sehr einfach aus. Aber dann wirklich so ein … ähm … eine Büste … ähm …
  • [Schlucken.]
  • … zu machen … Das sind zwei Welten!
  • Wie ich jetzt eben auch beim Ganzkörper mitbekomme. Ähm … Ein Oberschenkel sieht … einfach aus.
  • Aber [Sperren: ist] es dann eigentlich gar nicht.
  • Sobald es ans Modellieren geht. Und ich denke jetzt, beim Kopf, … ähm … ist …
  • [Klick.]
  • … ist es … äh … schwierig, oder eine … eine … eine Hürde, oder eine … oder die Aufgabe … Ist es die Aufgabe, die kleinen … ähm … Bereiche, wie Mund, Auge, Nase, Ohren, … äh … stimmig zueinander zu setzen.
  • Und das ist genauso schwer … äh … eben wie wenn ich … ähm … abstrakter arbeiten würde.
  • [Schlucken.]
  • Denn da sind die Beziehungen zu den einzelnen … äh … Körperteilen und Formen im Gesamten, auch wenn man drumherum läuft, mit Hinterkopf und so, … ähm … Dass ist dann das Entscheidende. Dass das stimmt.
  • Und das geht eben nicht mal so schnell. Auch wenn es einfach ausschaut.
  • Daran habe ich mich ja noch überhaupt nicht … ähm … herangewagt.
  • An diese Aufgabe.
  • Denn jetzt bei der aktuellen Büste ist es ja eher ein … ein Abmessen gewesen. Von meinem Kopf. Und das Übertragen davon. Aber noch gar nicht mal …
  • Das ist es halt eben der nächste Schritt.
  • Ähm … Aber noch gar nicht mal …
  • [Schlucken.]
  • Ich habe noch nicht einmal den [Sperren: Versuch] unternommen, … ähm … die … Ja … Den Kopf … ähm …
  • [Schlucken.]
  • [Klick.]
  • … unabhängig von … ähm … von … von … von …
  • [Klick.]
  • … den … realen Maßen … ähm … als eine Form zu begreifen.
  • Wo die einzelnen Teile [Sperren: miteinander] … agieren.
  • Nicht für sich stehen.
  • Sondern miteinander spielen.
  • [Aufnahme Ende.]
Werkstatt Plastisches Gestalten neuen Kopf angefangen Diplom Arbeit weitere rahmenlose Bilderhalter A4 und A3 gekauft in Klassenraum gelagert umsetzen im AV-Labor A4-Arbeiten scannen wegen Zugangsberechtigung nachfragen
Ganzkörper, Zeichnung
Ganzkörper, Zeichnung
anderes Bild nach Konturzeichnen schwarz ausgemalt
anderes Bild nach Konturzeichnen schwarz ausgemalt
Diplom Arbeit Ganzkörper, Zeichnung gk-zeichnung-m.jpg gestern Papier ausgerollt, draufgelegt und Form gezeichnet danach einzelne Körperteile genau angeschaut und auf Papier übertragen bei Kopf Spiegel Spiegelbild auf Boden gelegt umsetzen noch einmal mit Pergamentpapier ausprobieren, 50 cm Breite anderes Bild nach Konturzeichnen schwarz ausgemalt klassenraum-test7-k.jpg Collage Collage Werkstatt Plastisches Gestalten an Ganzkörper mit zwei Spiegeln weitergearbeitet Büste Büste mit Kopftuch
Arbeit, gerahmt
Arbeit, gerahmt
Hängung große Fotografie
Hängung große Fotografie
kleinere Arbeiten auf Tisch
kleinere Arbeiten auf Tisch
Feldstaffelei mit Spiegel
Feldstaffelei mit Spiegel
Büste seitlich
Büste seitlich
Büste frontal
Büste frontal
Diplom Arbeit Einzelgespräch Mark Arbeit, gerahmt gk-gerahmt-m.jpg große Fotografie wieder ausgerollt und aufgehangen Hängung große Fotografie diplomklassenraum2-k.jpg kleinere Arbeiten auf Tisch diplomklassenraum1-k.jpg Modell Werkstatt Plastisches Gestalten in Werkstatt aktueller Stand Büste Büste vorgestellt würde alle drei Büsten ausstellen eventuell auch Feldstaffelei mit Spiegel Spiegelbild Feldstaffelei mit Spiegel diplomklassenraum4-k.jpg neue Büste in Ton gezeigt Büste seitlich diplomklassenraum5-k.jpg Büste frontal diplomklassenraum7-k.jpg noch nicht abgießen, bis Februar nass halten Bett noch einmal überdenken, da für mich eigentlich keine Arbeit es soll auch keine Performance Performance werden, wird es aber automatisch, wenn ich drinne liege Bett wäre als einziges Objekt nur für Diplom im Klassenraum deshalb doch nicht einplanen A4-Arbeiten mit rahmenlosen Bilderhaltern ausprobieren Werkstatt Metallwerkstatt zweimal Schattenfuge Stahl für 80 x 100 cm verhüllte Arbeiten sind Mitte Januar fertig 500 g Kaffee überreicht
(mit Notizen der letzten Tage) Werkstatt Plastisches Gestalten weiter mit Kommilitone Kommilitone an Plastik und Büste Büste gearbeitet Augen und Oberkörper am Modell besser zu bearbeiten als mit Spiegel Spiegelbild nächste Woche Beine ausarbeiten Kopf im Unterschied zum restlichen Körper streng zentriert Diplom Arbeit schwarze Klammern für Papierarbeiten gekauft Modell im Klassenraum für Montag aufgebaut Montag großes Foto wieder ausrollen weitere Skizzenblätter gesammelt umsetzen später im AV-Labor digitalisieren Standpunkt Geradenbild Geradenbild Kinderzeichnung Kinderzeichnung verhüllt verhüllt Anfänge der Kunst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Im Bett.]
  • Nach Februar werde ich mir … ein Jahr Zeit geben, das Studium zu … verarbeiten.
  • Das klingt jetzt irgendwie ein bisschen komisch.
  • Aber es ist halt doch anders, als … ähm … ein Studium …
  • [Katze Ramses schreit.]
  • … wo es eher darum geht, etwas zu … ler…
  • [Katze schreit.]
  • …nen. Denn hier war ja eher, dass ich überhaupt … äh … mitbekomme, was ich [Sperren: will].
  • So. Und diese …
  • [Katze schreit.]
  • … ganzen … ähm …
  • [Schlucken.]
  • Gedanken, auch Zweifel Zweifel , zu der eigenen Person, zu den Arbeiten, auch zu den Arbeiten der anderen und zum Künstlertum überhaupt, … äh … oder offene Fragen, Bestätigung und so weiter …
  • [Schlucken.]
  • … das muss ich erst einmal sacken lassen.
  • Denke ich mir.
  • Da ist es ganz gut, erst einmal wieder Abstand zum … System zu bekommen.
  • Und auch die … ähm … Ja! … Die ganzen Notizen, die ich gemacht habe, eigentlich noch einmal durchzugehen und das … ähm …
  • Genau.
  • [Schlucken.]
  • Aktuell … ähm …
  • [Kopfkratzgeräusche.]
  • … habe ich so vor, im Februar, dass ich … ähm … neben den Notizen eben noch … ähm … gerne ohne großer … ähm … Gedankenkonstrukte …
  • [Schlucken.]
  • … an den Geradenbilder weiter arbeiten möchte.
  • Dann aber kleiner. Also, dass ich mir einen Plotter Plotter für … 30 mal 20 Zentimeter maximal … ähm … anschaffe. Und … ähm …
  • Das habe ich jetzt mal gesehen bei … bei … Dürer Albrecht Dürer ! Dass viele Arbeiten sehr sehr klein sind. Kupferstich. Stiche. Und sehr sehr detailreich. Und es auf einem sehr kleinen Format … ähm … viel zu entdecken gibt.
  • Und gäbe.
  • Und es gar nicht immer so groß sein muss. Wo ja heute eigentlich vieles, also was ich gesehen habe, auch in der Hochschule, [Sperren: groß] gemacht wird. Ob's jetzt Sinn macht oder nicht. Es ist so ein … Na ja … Es ist so ein Standardging. Irgendwie.
  • Erst einmal groß machen!
  • So. Und dabei müssen viele Arbeiten vielleicht gar nicht groß sein.
  • [Schlucken.]
  • Ich mache jetzt ja auch diese eine verhüllte Arbeit … ähm … viel zu groß. Mit 100 mal 80 Zentimetern.
  • Ist jetzt zwar nicht riesig. Aber … ähm … es könnte bei einem Porträt eigentlich … 30 mal 20 sein.
  • Zum Beispiel.
  • Also viel kleiner!
  • Ich würde dann aber eben nach dem Studium … äh … wieder … ähm … sozusagen zurückfahren. Und … äh … Dann gleichzeitig aber … ähm … sicherlich … äh … neue Felder entdecken. Und zwar: Detailreichtum!
  • Dass ich also auch mit Stiften arbeite, wo ich … ähm … auf 0,3 Millimeter oder 0,5 Millimeter komme. Oder so. Ähm … Wo ich den Radiographen noch einmal ausprobiere.
  • Jetzt.
  • Und dadurch halt, was ich bisher halt bloß in groß machen konnte auch, wegen der Strichstärke, dass ich das jetzt in klein … ähm … probieren kann.
  • [Schlucken.]
  • Und kleine Arbeiten mache.
  • [Klick.]
  • Diese kindlichen Tagebuchzeichnungen fand ich … sehr … Na ja … Während ich gezeichnet habe, halt … Das war sehr gut! Vielleicht mache ich sowas halt noch mit anderen … Nicht so dieses platte Kindliche. Mit großen runden Gesichtern. Oder so. Sondern … Weiß ich nicht … Ähm … Einfach mit den Buntstiften arbeiten!
  • So.
  • Auch wieder auf kleinem Papier.
  • [Klick.]
  • Ich denke, die verhüllten Arbeiten, dieses Motiv, das ist ausgereizt. Solange ich … äh … nicht [Sperren: spüre], etwas verhüllen zu müssen. Das war bisher, ich denke, in zwei so Schüben. Wo ich extreme Zweifel hatte. Halt an den eigenen Arbeiten.
  • Oder überheblich war! Also gedacht habe, … äh … es wären [Sperren: Meisterwerke], die ich tue. Und …
  • [Schreit.]
  • [Sperren: Ramses!]
  • [Aufnahme Abbruch.]
  • [Aufnahme wieder aufgenommen.]
  • Also in meiner Vorstellung ist das ja noch irgendwie meine Zukunft. Die verhüllten Arbeiten. So. Zeigen, gesehen werden, aber nicht … ähm …
  • Ne. Gesehen werden, aber nicht zeigen!
  • Muss ich aber eben nicht, … ähm … solange ich nicht ausstelle, solange ich jetzt meine … ähm … mein Vorgehen nicht ändere und diesen Drang auch nicht habe, … Ähm … Wird da glaube ich nichts neues entstehen.
  • Da werde ich jetzt eher diese kleinen Zeichnungen machen. Äh … Mit der Maschine arbeiten.
  • Auch mit dem Computer arbeiten! Das macht ja auch … ähm … Ja … Da … Das liegt mir auch!
  • Dabei entstehen ganz von selbst diese … ähm … ja … entstellten Porträts. Ob ich jetzt will oder nicht! Das ist … Diese Sammlung geht auch weiter.
  • Dann werde ich vielleicht noch einmal nach Werkzeugausstattung suchen. Neben der … äh … Neben dem Plotter. Was ich da noch brauche. Und bei den Bilderrahmen werde ich mich dann sehr zurückhalten. Da habe ich ja jetzt ziemlich viele angeschafft. Auch für die Prüfung.
  • [Schlucken.]
  • Da bin ich gedeckt.
  • [Schlucken.]
  • Und ich glaube, ich werde auch vieles wegschmeißen.
  • An Entwürfen, die jetzt aber nicht … ähm … Na ja, die jetzt nicht so diesen … Die jetzt nicht für sich selbst stehen können. Sondern wirklich einfach … [Sperren: unfertig] sind. Zum Beispiel. Davon habe ich ja auch viele. So. Die bringen mir, denke ich, auch in 20 Jahren nichts. So wenn ich sie mir angucke.
  • Ich habe ja genug Entwürfe, die halt auch für sich stehen. Also die alleine schon wirken. Die kann ich ja behalten. Aber ich werde auch einiges … eben …
  • [Katze meckert.]
  • … wegschmeißen.
  • [Schlucken.]
  • Ein bisschen Angst habe ich schon davor, nach dem Studium … Nicht in ein Loch zu fallen! … Sondern … ähm … [Sperren: aufzuhören]. Also … Diese …
  • Diese Gespräche. Nachts. Zum Beispiel. Diese Auseinandersetzung. Na mit meinen Themenfeldnern, die ich eben habe. Die hat's ja nur gegeben, [Sperren: weil] ich an der Hochschule war. [Sperren: Weil] ich die Werkstätten nutzen konnte. [Sperren: Weil] … äh … ich … äh …
  • [Katze meckert.]
  • … kommuniziert habe. Mit Kommilitonen. Gespräche mit Professoren hatte. Und das sind alles Sachen, die nach dem Studium, wie davor eben, wieder wegfallen. Ich weiß halt noch, wo ich in meiner Kammer war. Im Kämmerchen. In Berlin. Ähm … ähm … Mir mein Künstlersein sozusagen …
  • [Schlucken.]
  • … ähm … Na das war ein System, was halt für sich selbst existierte. Und wo ich halt immer … äh … mich selbst nach oben brachte. Nicht fallen [Sperren: konnte]. Weil ich … äh … nicht nach draußen ging. Und … äh … Immer Bestätigung durch mich selbst bekam. So. Gibt's dann auch wenig Kritik. Von außen. Was ja … Wo ich die letzten fünf Jahre gemerkt habe, dass es sehr wichtig eigentlich ist. Ähm … So diesen fremden Blick noch einmal darauf zu haben. Jetzt nicht … äh …, um zu sehen, wie kann ich etwas machen, … äh … damit es bei anderen ankommt. Sondern, wie … wie kommt denn das an, was ich … was ich … was ich … selbst darin sehe. Was ich da mache. Oder wie kommuniziere ich das. Ähm … Was ich tue.
  • Oder wie verweigere ich mich dem! Also auch das ist ja eine Art von Kommunikation.
  • [Schlucken.]
  • Und das fällt jetzt, denke ich, danach wieder weg. Ich habe in der Zwischenzeit jetzt nicht … äh …, was so oft … äh … gefordert wird, oder … äh … angestrebt wird …
  • Netzwerk!
  • Ähm … Oder eben Ausstellungen. Irgendwo machen. In kleinen Galerien. Oder … Was weiß ich.
  • Das ist eben nicht mein Ding! Das war's davor nicht. Das ist es nicht während des Studiums gewesen. Und das wird danach jetzt eben auch nicht passieren.
  • So.
  • [Katze meckert.]
  • Was ich gut fand, waren eben die Rundgänge. Da … ähm … konnte ich sozusagen ohne den Verwaltungskram zu machen, ohne groß zu werben, ohne mich zu [Sperren: bewerben] … Das ist das nervige eben daran, finde ich. Ähm … Konnte ich etwas ausstellen. Das hatten automatisch viele gesehen.
  • Ohne, dass … äh … dass es jetzt im Mittelpunkt gestanden hätte.
  • Das fällt ja …
  • [Katze meckert.]
  • … eben auch weg. So.
  • Also es wird … Ich werde Neues machen! Das ist gar keine Frage! Das sehe ich schon!
  • [Nachbarn stehen vor Wohnungstür. Reden laut.]
  • [Schlüssel wird im Schloss gedreht.]
  • Ich weiß jetzt nicht, ob ich, gefühlt, fortschreiten werde.
  • [Tür kracht zu.]
  • Ob ich eher stehen bleibe.
  • Oder ob ich es schaffe, auch in meinem eigenen System, abgekoppelten System, mir einen Arbeitsalltag … ähm …, wo ich sozusagen täglich ein paar Stunden nehme, bewusst nehme … ähm … arbeite.
  • Ohne … Genau. Und dann halt sehe, was … was passiert. Ohne jetzt halt … ähm … das dann auszustellen. Aber halt weiter etwas mache. So. Weiter überlege. Das sind …
  • Gerade auch dieses Überlegen! Dieses … ähm … Dieses Denken! Dieses Transkribieren! Das … Das [Sperren: ist] mein Ding. So. Und Damit das nicht wegfällt, muss ich mir jetzt wieder selbst Zeit vorgeben. Die von der Hochschule, mehr oder weniger, schon vorgegeben waren. Oder wenn man in so ein System eintritt, dann … dann fließt man sozusagen mit.
  • Teilweise.
  • So. Wenn man keinen Einspruch einlegt, dann passiert automatisch etwas. Man wird angesprochen. Oder man … man … Ich nutze die Möglichkeiten.
  • Das muss ich mir dann jetzt selber aufbauen. So.
  • [Aufnahme Ende.]
Ich glaube, ich möchte von Zeitgenossen abgelehnt werden. Ich möchte kämpfen können dürfen!
Ich glaube, ich möchte von Zeitgenossen abgelehnt werden. Ich möchte kämpfen können dürfen!
Spiegelbild, auf Folie
Spiegelbild, auf Folie
Ganzkörper, Collage
Ganzkörper, Collage
Kindliches Selbstporträt
Kindliches Selbstporträt
Technologien des Plastischen Vortrag von Jan Großmann Jan Großmann Werkstatt mit gesäubert, Stühle aufgestellt Friedrich-Büsten haben zugesehen Diplom Arbeit gelieferte Rahmen ausgepackt, Arbeiten gerahmt Ich glaube, ich möchte von Zeitgenossen abgelehnt werden. Ich möchte kämpfen können dürfen! klassediplom10-m.jpg Ansichten Spiegelbild Spiegelbild , auf Folie klassediplom11-k.jpg mit Glas vor und hinter Folie Ganzkörper, Collage Collage klassediplom12-k.jpg Kindliches Selbstporträt Selstbildnis klassediplom13-k.jpg Ganzkörper in Holz geritzt kurzes Gespräch mit Kommilitone Kommilitone über Thema und Gegenstand Standpunkt Gespräch mit mir Diplom Arbeit
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Nachts. Überlegungen zum Bett.]
  • Das Bett.
  • [Schweres Einatmen.]
  • Im Bett ist der Ursprung Ursprung . Aller meiner Arbeiten. Hier habe ich nicht … gezeichnet. Hier habe ich … keine Büsten modelliert. Hier war der [Sperren: Anfang]. Hier war der Gedanke.
  • Der Ursprung sozusagen.
  • Und der Gedanke ist um ein Uhr früh, zwei, drei Uhr nachts, vor allem eines: Radikal radikal .
  • Er ist nicht … weich geklopft. Wie … bei Kommunikation. Wie … bei Sonnenschein. Sondern er ist: Klar.
  • In der Nacht, wenn es dunkel ist um einen herum, ist der Gedanke …
  • [Klick.]
  • … eindeutig. Einstimmig.
  • [Klick.]
  • Einfach ausgesprochen.
  • [Klick.]
  • Grundsätzlich.
  • [Klick.]
  • Der Gedanke wirkt bei Tagesanbruch …
  • [Klick.]
  • [Klick.]
  • … zu [Sperren: stark].
  • [Klick.]
  • Zu gewagt.
  • [Klick.]
  • Weshalb ich froh bin, dass ich nachts den Gedanken festhalte. Tagsüber transkribiere und ihn damit in …
  • [Klick.]
  • [Klick.]
  • … meinen …
  • [Klick.]
  • … Arbeitsraum bringe.
  • [Klick.]
  • Die Bilder hier … sind, betrachte ich sie selbst, nicht etwa radikal! Grundsätzlich! Verstörend!
  • Es sind … Selbstbildnisse. Es ist der Körper. Es ist etwas ganz … mhm … alltägliches.
  • [Schlucken.]
  • Aber die … der Grund, warum ich sie überhaupt gemacht habe, auch wenn er nicht auf den ersten Blick wahrnehmbar ist, oder auffällt, ist eben der Gedanke.
  • Der in der Nacht kam.
  • Die Striche, die Geradenbilder, sind nicht zufällig Geraden. Dieser einfache Kopf ist nicht zufällig so einfach. So primitiv. Die Büste Büste ist nicht einfach bloß eine Büste, sondern …
  • [Straßenbahn Eisenbahnstraße fährt vorbei.]
  • [Klick.]
  • Oder die Holzkästen, die etwas verbergen, …
  • [Klick.]
  • … sind nicht nur Verpackungsmaterial. Sondern hinter all diesen Dingen steht etwas, was ich gar nicht einmal unbedingt … erläutern muss. Aber es ist halt wichtig zu wissen, dass der Gedanke der Ursprung war, für diese … Arbeiten. Die ohne dem nicht entstanden wären.
  • [Klick.]
  • Deshalb: Das Bett.
  • [Aufnahme Ende.]
Werkstatt Plastisches Gestalten Diplom Arbeit Ausgaben: A bisher 1 Leerrahmen Nielsen mit Museumsglas, zweimal: 94 EUR 2 Museumsglas: 13 EUR 3 Versand: 5 EUR 4 Testdrucke AV-Labor: 58 EUR 5 Ständer: ca. 35 EUR B dazu 1 drei weitere Leerrahmen mit 2fach Museumsglas: 180 EUR 2 Versand: 5 EUR 3 Transport / Hilfe bei Hängung: ca. 50 EUR C insgesamt: 440 EUR D noch einplanen 1 ein großes Stoff-Banner: < 100 EUR 2 weitere AV-Ausdrucke: < 50 E insgesamt: < 590 EUR F maximal 800 EUR heißt: 210 EUR übrig Plan: A November 2017 1 Modell mit stehenden Wänden bauen 2 gefundene andere Selbstporträts Selstbildnis ausdrucken 3 Modelle auch für bisher nicht gebrauchte Arbeiten bauen bei sehr kleinen Arbeiten nur Pappe in selber Größe, nummerieren 4 Stapel mit allen ausgedruckten Arbeiten, die ich verwenden würde 5 drei weitere Bilderrahmen für Spiegelbilder Spiegelbild bestellen 6 nächste Woche: Eckkonstruktion für verhüllte Arbeit in Metallwerkstatt abholen und in Klassenraum testweise installieren B Dezember 2017 1 Bett [?] C Januar 2018 1 alle Arbeiten in Hochschule transportieren, im Büro zwischenlagern 2 E-Mail Mitte Januar und zwei Erinnerungen an Klasse wegen Räumung Klassenraum bis Anfang Februar D Februar 2018 1 2.2. (Fr) Raum wird leergeräumt 2 3.2. (Sa) - 6.2. (Di) weißen und hängen 1 7.2. (Mi) oder 8.2 (Do) Präsentation
Diplom Arbeit Einzelgespräch Mark 1 bedrucktes Papier wellt sich stark, ist durch tagelanges flaches Lagern nicht weggegangen 2 schaut dadurch an Wand scheiße aus 3 Frage, schon am Anfang: WARUM […]? WARUM W-A-R-U-M W.A.R.U.M. 4 5 ich WILL kein Thema damit ausdrücken, jedes Thema wäre falsch 6 es sind Arbeiten, die mit der Zeit, ohne eigener Aufgabenstellung, entstanden sind / sein könnten meinetwegen pure Spielerei LASST MICH MIT DEM W-A-R-U-M IN RUHE! 7 auch wenn Geradenbilder anfänglich einen GRUND hatten, möchte ich ihn nicht mehr sehen 8 visuelle Ergebnisse / Eindruck als einziges entscheidend 9 Selbstbildnis KEIN Thema, auch wenn eigenes Gesicht immer wieder auftaucht statt THEMA als Hauptwort GEGENSTAND möchte gerade Diplom einfach nur schnell abhaken können nach Gespräch fahrig an Büste Büste weitergearbeitet, abgebrochen Vorgehen: 1 erste Sätze für Einleitung formulieren, mit Wort "Gegenstand" oder so arbeiten ihm per E-Mail zuschicken NIE rechtfertigen, dann lieber abblocken auf Begriff Ausprobieren / Studienzeit / Wirkung testen / Drang eingehen 2 eher nur eine Arbeit je Werkgruppe ausstellen, dadurch unnötige Fragen vermeiden dadurch kommt Eindruck, dass nicht Technik, nicht die Linie, nicht Fotografie, nicht Büste, nicht kindliche Zeichnung Kinderzeichnung … wichtig sind, sondern das Machen an sich 3 als Ausprobieren verstehen, Gesicht dabei nur Gegenstand (irgendwas muss ich ja nehmen, also warum nicht so etwas Naheliegendes?) 4 wenn Fotografie mit Klammern: Klammern kleiner und eventuell schwarz (sollte sich abheben) 5 im Modell Arbeiten plazieren, bei Ausdrucken auch unterschiedliche Größen mit einer Arbeit anfangen, danach langsam aufbauen 6 wenn neue Ausdrucke, dann so drucken, dass sich Papier von oben nach unten wellt wenn Welle, dann Papier sollte sich unten nach vorne wellen (Hinweise von ihm, finde ich gut) nächste Woche neues Gespräch vereinbaren dann: Text vorlesen, Modell zeigen mit kleinen ausgedruckten Arbeiten verschiedene Positionen und Größen ausprobieren, abfotografieren, ausdrucken und beilegen Stimmung = miserabel Standpunkt Diplom Arbeit Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Rede. Erste Version. Entstanden im Bett. Bereits dunkel. Bildschirmlicht erhellt den Raum. Zuvor niedergeschriebenen Text laut gelesen.]
  • Der erste Gedanke, der Ihnen kam, als Sie den Raum betraten, wird wohl jener gewesen sein: Ah, Friedrich beschäftigt sich mit dem Selbstbildnis!
  • Da möchte ich einwenden: Ja, Sie sehen mich - aber keine Selbstbildnisse! Mein Gesicht ist nicht [Sperren: Thema], sondern [Sperren: Gegenstand] meiner Arbeit.
  • Thema bedeutet, ich hätte mir eine Frage gestellt, hätte danach angefangen zu arbeiten und am Ende wäre ich der selbst gestellten Fragerei mit dem Ergebnis auf die Spur gekommen. Dem ist nicht so.
  • Ich betrachte mein Gesicht als Gegenstand. Es ist ein Gegenstand, an dem ich mich: Abarbeite.
  • Um etwas Darstellen zu können, braucht es ein Motiv. Für manch einen Künstler waren und sind es Blumen, Frauen und Stühle, die gemalt werden und wurden, um sich darüber einer Technik, einem Stil, einer wagen Vorstellung zu nähern. Für mich ist es: Mein Gesicht.
  • Ja! Hinter dieser Arbeit mit den vielen Strichen, welche aus der Nähe betrachtet nichts als Striche sind, aber von weiter weg zu einem Motiv verschwimmen, verbirgt sich eine "konzeptuelle" Idee. Aber die: Ist eigentlich nicht wichtig!
  • Ja! Bei dieser kindlich vereinfachten Ansicht eines Gesichtes verbirgt sich ein "radikaler" Gedanke. Auch der: Nicht wichtig!
  • Ja! Dieses Porträt hier ist entstanden, weil ich ein Ziel hatte, für das ich so ein entstelltes Bild meiner Selbst brauchte. Aber auch hier: Nicht wichtig!
  • Den ganze [Sperren: Ballast] an Gedanken, was ich [Sperren: wie] und [Sperren: warum] ausdrücken möchte, möchte ich jetzt loswerden.
  • Die seit Grundstudium auf mich einschlagende Fragerei, wo alles mit [Sperren: Warum, Warum, Warum], anfängt, hat in mir einen Absturz bewirkt. Ich wusste kurz vor dem Diplom gar nicht mehr, [Sperren: was] ich mache, [Sperren: was] ich gemacht habe, was ich [Sperren: wollte], was ich [Sperren: will].
  • Jetzt: Weiß ich es.
  • Ich will nicht mehr, als das: Ausprobieren!
  • Ich möchte spielen dürfen!
  • Ich möchte sehen dürfen, was passiert, wenn ich einen Strich zeichne; Noch einen und noch einen.
  • Ich möchte Farbpigmente in Kleister tränken, mit dem Zeigefinger in das kalte Gemisch tunken und auf Papier ein einfaches Gesicht malen!
  • Ich möchte mich zurückziehen dürfen! Ich möchte diesem ständigen [Sperren: Warum] eine Sperrholzplatte entgegenhalten dürfen!
  • Und wenn ich das [Sperren: Warum] damit erschlagen habe, möchte ich schauen, was noch entsteht, wenn ich meinen Kopf ausschalte und sehe, was meine Hände zu formen vermögen.
  • In den letzten Monaten habe ich bei mir einen Schaffensdrang gespürt, der entstand, als ich anfing, meine Arbeit nicht zu hinterfragen, sondern: [Sperren: Anzusehen]. Die Oberfläche mit den Augen abzutasten und sie - im Falle dieser Büste dort - mit Händen zu formen.
  • Diese andere Sicht auf die eigene Arbeit und auf die der anderen, hat sich hier vollzogen: Im Keller der Hochschule. Da, wo ich viele Monate lang mit meinen Händen Tonklumpen an Tonklumpen pappte. Wo ich Gips mit Wasser mischte. Wo ich mit dem Klüppel Gips von Gips trennte.
  • Wo ich mich im Spiegel Spiegelbild selbst sah. Mich sah, wie ich mit einem simplen aber umso schwerer zu beherrschenden Mittel einen Kopf formte - Mit: Dem [Sperren: Sehen].
  • Ich bin [Sperren: froh], dass ich mit Fragen durchlöchert wurde, die mich immer weiter in eine Enge trieben. Nur so konnte ich meinen schon damals ausgeprägten Hang zu unnötigen Gedankenkonstrukten erkennen, mich davon losreißen und mich zuletzt dem Sehen zuwenden.
  • Was ich nach über fünf Jahren Studium sagen kann: Ich habe in dieser Zeit so viel über Kunst im Allgemeinen und meine Arbeit im Speziellen erfahren, wie davor nicht - und vielleicht auch danach nie mehr.
  • Ich hoffe, diese Arbeiten hier sind kleine Zeugen dafür.
  • Ja, auch die Fragerei gehörte dazu! Nur lassen Sie mich bitte an meinem letzten Tag als Student Kommilitone ein Wort nicht mehr hören müssen: [Sperren: Warum].
  • [Aufnahme Ende.]
Stimmung = euphorisch
Werkstatt Plastisches Gestalten weitergearbeitet
Standpunkt Diplom Arbeit Selbst Büste Büste Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Am Morgen.]
  • Wie gestern ein Kommilitone Kommilitone sagte, … äh … ist … sollte ich, da ich immer verneine … ähm … und in so eine Abwehrhaltung gehe, … ähm … dass das Selbstbildnis bei mir kein Thema wäre, sollte ich eher vom Gegenstand reden.
  • Und Gegenstand heißt, … äh … dass es nicht darum geht, … ähm … etwas zu analysieren, … ähm … denke ich jetzt mal. Äh … Eine … Etwas damit ausdrücken zu wollen. Das etwas beim Betrachter dort … ähm … in eine bestimmte Richtung führen sollte. Sondern Gegenstand heißt, … ähm … halt ein Objekt ist. Äh … Welches ich … äh … während meines Kunststudiums sozusagen verwende. Um etwas zu lernen.
  • Das …
  • [Pause.]
  • So.
  • [Aufnahme viel zu laut.]
  • Ah. Irgendwas stimmt hier nicht.
  • [Pause.]
  • [Geräusche.]
  • [Pause.]
  • So.
  • Der Grund, warum … ähm … ich das Selbstbildnis, … äh … den eigenen Kopf, … ähm … den eigenen Körper, als Gegenstand nehme, wäre bei mir jetzt: Für mich bin ich immer verfügbar. Äh … über den Spiegel Spiegelbild kann ich mich erfahren.
  • Allerdings natürlich … ähm … eingeschränkt. Was zu neuen Problemen führt.
  • Beziehungsweise zu neuen Herausforderungen!
  • Einfach den eigenen Körper zu erfahren. An sich selbst. Wie er auch funktioniert.
  • Ähm … Ich lerne dabei, dass … ähm … Loslassen vom … von der subjektiven eigenen Wahrnehmung. Äh … Meinem eigenen Körper gegenüber. Äh … Je nachdem, wie ich mich fühle, sieht mein Gesicht zum Beispiel, denke ich, anders aus.
  • Hatten wir gestern auch besprochen.
  • Ähm … Und davon aber loszulassen. Und wirklich die Form zu … sehen.
  • Das ist … äh … Das lerne ich.
  • Dabei.
  • [Schlucken.]
  • [Klick.]
  • Und der Gegenstand Mensch besteht nun einmal … ähm … von … Wenn man jetzt die Form von Außen … äh … betrachtet, vor allem durch die Knochen. Durch die Muskeln. Und durch die oberste Schicht: Der Haut Haut .
  • Bei der Nase und den Ohren ist das noch einmal etwas anderes.
  • Aber so … Ganz allgemein jetzt gesagt.
  • Und dass ich … äh … dann auch nicht, was ja mein … ein Gedanke war, … äh … ein …
  • [Schlucken.]
  • … Kopf modelliere anzufangen. Äh … Wo ich beim Schädel … äh … bei der Schädelform … anfange und dann halt langsam draufsetze. Ähm … Das wird dann nicht weniger zu einer Maske Maske .
  • Oder kann nicht weniger zu einer Maske werden.
  • Ähm … Sondern es geht wenn dann darum: Du hast eine Oberfläche. Und sollst aber halt verstehen, [Sperren: wie] sie zustande kommt. Und sie dann auch dementsprechend formen.
  • Äh … Und ich denke, [Sperren: dadurch] vermeide ich eine … äh … maskenhafte … äh … Form.
  • [Pause.]
  • Indem ich es [Sperren: verstehe].
  • Und dann natürlich auch … äh … umsetze.
  • [Pause.]
  • Ich könnte zum Beispiel jetzt einmal … Ich habe ja noch eine … eine ganz offen. Äh … Eine Form. Äh … Schon mit Schmetterlingen und so.
  • Dass ich da … [Sperren: meine] Form nehme. Aber sie da etwas übertreibe. So um einfach die … die … ähm … die Muskeln und die Knochen, die halt hervorstechen bei mir, die Merkmale sind, … auch die Form der Nase … und so, dass ich die halt ein bisschen verstärke.
  • Aber nicht [Sperren: zu sehr]. Sondern so, dass ich halt … äh … ähm … äh … [Sperren: sehe], was der … was den eigenen Kopf eigentlich ausmacht.
  • Auch wenn es bloß ganz kleine Schattierungen am Ende sind. In bestimmten Lichtverhältnissen. Aber genau [Sperren: die] machen es dann ja aus.
  • [Klick.]
  • Am Mittwoch, ich denke mal, da sind die Silikon Silikon … äh …augen dann da.
  • [Sperren: Ohren]!
  • Da.
  • Äh … Bachmann meinte jetzt halt noch … gestern …, dass … dass es eigentlich … äh … relativ egal irgendwie ist, welche Ohren man halt da ransetzt. Ähm … Das ist … Die Ohren sind halt nicht das Entscheidende, was Gesicht, einen Kopf ausmacht.
  • Aber natürlich müssen es trotzdem Ohren sein, die dazu passen!
  • Und … äh … Jetzt habe ich dann zwei Silikonohren, … ähm … abgeformt von irgendwelchen anderen Menschen. Die auch noch einmal unterschiedlich … äh … verlaufen. Und probiere da dann erst einmal … äh … etwas aus. Wie es überhaupt allgemein funktioniert.
  • Ein Ohr.
  • Äh … Welche … Welche Formen da drinne stecken.
  • Und dann würde ich das halt … äh … äh … bei der Büste jetzt einmal … ähm … umsetzen.
  • Vielleicht entweder … ähm … extra modellieren. Und [Sperren: dann] drauf setzen.
  • Vielleicht sollte ich das einfach mal machen!
  • Also nicht [Sperren: direkt] an der Büste arbeiten, sondern später draufsetzen.
  • Und die … die Größenverhältnisse kann ich ja von der Nasenlänge wieder abhängig machen. Was ja irgendwie mein … mein Haupt… ähm …
  • [Schlucken.]
  • Mein … [Sperren: Lineal] bisher auch war.
  • Die Nase!
  • [Pause.]
  • Die Nasenlänge!
  • [Klick.]
  • Weitere … äh … dann eben größere Felder sind … ähm … ist der Mund.
  • Da brauche ich noch einmal eine Einführung.
  • Und am Ende dann natürlich die Augen!
  • Das wird das größte … ähm … Feld sein, wo ich mich noch kümmern werde.
  • Dass ich aber nebenbei, neben dieser Büste, eben an der anderen arbeite und … ähm … versuche etwas übertrieben sozusagen die Merkmale meines Kopfes … ähm … meines Gesichtes … ähm … des Kopfes … ähm …
  • [Schlucken.]
  • … zu modellieren.
  • [Klick.]
  • [Pause.]
  • Noch einmal, wie der Kommilitone sagte: Eben [Sperren: nicht] … ähm … immer das Thema in den Vordergrund schieben. Sondern den [Sperren: Gegenstand].
  • [Klick.]
  • Dann tauchen vielleicht so Fragen, wie … äh … Warum hast du … Und wieso diese Größe? Äh … ähm … Was soll das … ähm … darstellen? Was soll beim Betrachter …? Und so weiter … vielleicht dann weniger auf.
  • [Pause.]
  • Sondern dass dann wirklich die Konzentration eher auf der Form, auf den Gegenstand, … ähm … Abbild Kopf … Gesicht, … liegt.
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt Diplom Arbeit Kunstkritik Kunstmarkt Kunstmarkt Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Im Dunkeln. Aufnahme schlecht, zu laut.]
  • Ich merke wie … ich selbst immer wieder in den …
  • [Pause.]
  • … Gedanken … dem Gedanken verfalle, …
  • [Pause.]
  • … als Kunststudent Kommilitone müsse man irgendwie … ähm … einen eigenen Stil, eine eigene Idee …
  • [Schweres Atmen. Schlucken.]
  • … ähm … entwickeln.
  • [Pause.]
  • Und das dann natürlich auch nach außen tragen. Und … als Wiedererkennung.
  • Und … ich merke halt, dass …
  • [Lautes Ausatmen.]
  • das ein fataler Weg ist, überhaupt so ran zu gehen.
  • Ich merke, dass das immer irgendwie so als Thema auf. Mal sehr vordergründig. In einem Kurs. Als Marke sich begreifen.
  • Aber auch unterschwellig! So wenn … es halt darum ging, …
  • [Lautes Einatmen. Schlucken.]
  • [Pause.]
  • Oder wie ich das bei … ähm … Na ja. Wie das bei den Malereistudenten zum Beispiel rüberkommt. Also … von außen. Was ich höre. Das … Das es am Ende halt darum geht, … äh … erkannt zu werden.
  • [Pause.]
  • Und dass man das lernt. Einen eigenen Stil zu entwickeln. In dieser Studienzeit.
  • [Schlucken.]
  • Ob das nun stimmt oder nicht, das … muss mir jetzt eigentlich egal sein. Sondern …
  • [Schlucken.]
  • Ich möchte halt nicht in so eine Schiene geraten, wo ich das Gefühl bekomme, … ähm … ein [Sperren: Produkt] herzustellen.
  • [Pause.]
  • Um, zum Beispiel, am Ende Geld zu verdienen.
  • [Schlucken.]
  • Das war dann auch der Grund, warum ich … äh … letztes Jahr mit den Geradenbildern … pausiert habe.
  • Natürlich ist das … äh … ein gutes Gefühl, … ähm … zu sehen, wie … wie die eigene Arbeit ankommt. Von fremden Menschen, die ich nicht kenne. Die das dann auch kaufen! Für, wie ich finde, nicht wenig.
  • [Schlucken.]
  • Und gleichzeitig … äh … beschleicht mich dann halt immer das Gefühl, irgendwie, dass es … ähm … äh …
  • Ne. Dass ich da in etwas hineinrutsche. Was ich eigentlich gar nicht möchte.
  • [Schlucken.]
  • Und ich denke auch, dass es … also … ich … Optima… Also … Ich …
  • Es könnte ja sein, dass sich etwas eigenes entwickelt. Aber ich sollte das nicht als Ziel irgendwie sehen. Sondern es sollte etwas sein, was [Sperren: vielleicht] passiert. In zehn … zwanzig … dreißig … Jahren. Oder was vielleicht bloß ein Zwischenweg ist. Danach kommt wieder was anderes! Aber das ich mich nicht so darauf fixiere.
  • Ich denke mal zwar, dass das eine Voraussetzung … äh … wäre, … äh … um … äh … mit Kunst gut Geld zu verdienen.
  • [Schlucken.]
  • Aber vielleicht gibt es ja noch … äh … den anderen Weg, … dass es passiert.
  • [Pause.]
  • Ohne dass man darüber nachdenkt.
  • [Pause.]
  • Deshalb bin ich jetzt sehr froh, dass ich … äh … seit eineinhalb Jahren halt … äh … langsam in diese Richtung gehe von: Ich. Fange. Von. Vorne. An.
  • Jetzt nicht wie bei den Geradenbildern! Äh … die Idee … ähm … eines kleinsten … eines kleinsten Elements. Das ist schon wieder so sehr … na ja …
  • [Schlucke.]
  • Das ist wieder ein Konzept halt. Und … äh … in der Hoffnung, dass daraus etwas Neues entsteht.
  • Und jetzt fange ich an …
  • Oder nicht wie bei den kindlichen Zeichnungen! Wo es ja auch darum ging, … äh … andere nachzuäffen. Äh … In der Hoffnung, dass daraus etwas kommt, was ich … äh … ähm … wo ich mich wiedererkenne.
  • So.
  • Und jetzt … äh … beginne ich wieder, ohne es … ähm … gemerkt zu haben, von vorne an.
  • [Schlucken.]
  • Aber [Sperren: nicht] mit Ideen! Und Konzept! Und … äh … äh … mit Technik! Ähm … Sondern …
  • [Pause.]
  • … jetzt …
  • [Pause.]
  • … beginne ich anzufangen, … ähm … etwas erst einmal einfach nur zu … zu [Sperren: Sehen].
  • Was ich ja schon … Wo ich mir ja schon einiges an Gedanken gemacht habe. Zum Sehen.
  • Eben das Verstehen.
  • Nicht bloß das Gucken!
  • [Schlucke.]
  • Und egal, was jetzt dabei herauskommt … Und ob das jetzt … ähm … wirklich … eine Büste Büste ist, … äh … die auch … äh … [Sperren: Gezeigt] werden kann. Also wo ich selbst das Gefühl habe, dass sie gezeigt werden sollte.
  • Oder nicht.
  • Das ist eigentlich total irrelevant! Das ist …
  • [Pause.]
  • Ich merke gerade: Ich [Sperren: lerne].
  • Und das ist für mich jetzt gerade … wieder eine neue Erfahrung. Die ich davor, die letzten … was sind das dann … dreieinhalb Jahre … äh … gar nicht hatte.
  • Also ich habe viel an Theorie … ähm … erfahren. Ich habe … ähm … viel gesehen. Von anderen auch. Habe auch viel gemacht.
  • [Schlucke.]
  • Aber … äh …
  • [Pause.]
  • So …
  • [Pause.]
  • Dass, was ich jetzt mache … dieses … ähm … überhaupt erst einmal Formen zu … Formen zu … zu [Sperren: begreifen].
  • Ich weiß jetzt gar nicht einmal, wie ich das ausdrücken soll. Ich mache es jetzt ja nicht einmal … ähm … bewusst. Wie eben wieder … äh … Bücher durchlesen. Und ich … äh … ich zeichne ja nicht einmal. Also ich … mache jetzt keine … ähm … Ich zeichne jetzt keine … keine Menschen. Oder …
  • [Schlucke.]
  • Das ist jetzt halt so… sozusagen beiläufig. An der Büste. Über Spiegelbild Spiegelbild . Über … na ja … Eigentlich über Spiegelbild. Ähm … Was ja nicht verzerrt.
  • Äh … Dabei die eigene Form begreife. Und mir es jetzt erst einmal bloß darum geht, sie … äh … umzusetzen.
  • So mit etwas, was seit … ich weiß nicht … tausenden von Jahren oder so gemacht wird. Mit Ton. Das … Nicht zu brennen. Das ist jetzt auch total egal. Obs gebrannt wird oder obs dann gegossen wird. Oder wie auch immer!
  • Ersteinmal einfach bloß dieses … bloß diese [Sperren: Form]. [Sperren: Machen].
  • [Pause.]
  • Undzwar ohne bereits daran auch zu denken … ähm …
  • [Schlucken.]
  • Was könnte sie ausdrücken?
  • Das ist totaler Quatsch!
  • Ähm … Wie kommt sie rüber?
  • Das ist totaler Quatsch!
  • Was für ein Material ist das?
  • Das ist totaler Quatsch! Das lenkt alles nur ab!
  • Das ist alles etwas, da bin ich noch gar nicht.
  • [Pause.]
  • Und darüber bin ich gerade [Sperren: froh]. Dass ich an so einem … äh … an … Dass ich es jetzt am Ende des Studiums sozusagen … ähm … selbst … erfahren … [Sperren: darf], …
  • [Pause.]
  • … einen ganz anderen Weg einzuschlagen.
  • Ob das jetzt wirklich … äh … Ob mir das jetzt in zehn Jahren noch … ähm … in zwanzig, dreißig … etwas … ähm … äh … also etwas … Also ich daraus sozusagen … ähm … [Sperren: wachsen] konnte. Das weiß ich jetzt ja noch nicht.
  • Aber jetzt, im Augenblick, … ähm … habe ich eben das Gefühl, dass es … äh … der richtigere Weg ist. Als dieses ganze verkonzeptualisierte … ähm … politische, gesellschaftskritische Bla.
  • Und … ähm … [Sperren: ständig] darüber nachdenken: Was bedeutet das? Äh … Wie kommt das rüber? Und …
  • [Pause.]
  • Natürlich habe ich damit jetzt auch wieder eine Frage mehr. Und zwar: Wie … äh … bestreite ich das Diplom? Wenn ich gar nicht mehr … ähm … Also wie [Sperren: erkläre] ich es, wenn ich …
  • Als Beispiel. Wenn die Büste jetzt wirklich was wird, also ich habe das Gefühl, sie ist gut.
  • [Pause.]
  • Wie …
  • [Pause.]
  • Wie erkläre ich es? Ohne dass es in die Richtung abtriftet … ähm … Nach der Frage: Äh … W… W… W… [Sperren: Was willst du?]
  • Was soll wie … Was soll rüberkommen?
  • Und was ist dein Thema?
  • Diese Fragen möchte ich eigentlich … ähm … vermeiden. Dass sie gestellt werden.
  • [Pause.]
  • Denn um die kümmere ich mich ja jetzt gar nicht! Die blende ich … äh … gerade vollkommen aus!
  • Und das ist wichtig!
  • Nur ich weiß jetzt halt gar nicht, … äh … wie ich dann … ähm … da … da drauf reagiere! Denn es geht ja darum: Es werden Fragen gestellt. Ich … [Sperren: zeige] etwas. Und … ich [Sperren: sage] etwas dazu.
  • [Schlucken.]
  • Und wenn ich aber … ähm … mich eigentlich verweigere und auf dem normalen Weg … ähm … also auf den normalen Fragen, die gelernt sind und … äh … wo auch gelernt … äh … gelehrt wird, wie man als Student darauf antworten soll …
  • [Schlucken.]
  • Äh … Wie ich es halt sonst machen würde. Sollte.
  • Oder was dann überhaupt kommen … kommen soll. Schweigen? Oder was?
  • Also dass eigentlich gar keine Fragen mehr kommen können! Weil ich … äh … gar nicht beantworten möchte. Weil ich nicht weiß, was ich antworten soll.
  • [Pause.]
  • Ich weiß halt nicht, ob es für ein Diplom zu wenig ist, zu sagen: Ich … äh … Ich habe studiert, ich habe gelernt. Und … äh … diesen [Sperren: Prozess], den … den zeige ich jetzt. Ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Eigentlich.
  • Zu einer [Sperren: Aussage]. Gekommen zu sein.
  • [Schlucken.]
  • Wenn das reicht, wäre das gut.
  • [Pause.]
  • Das muss ich noch einmal … Ich muss mir da noch einmal … ähm … diese Gedanken halt … äh … geordnet aufschreiben. Und … ja … mit Mark besprechen. Damit ich nicht in … ähm …
  • [Pause.]
  • Damit dieses … äh … diese Abschluss… äh …präsentation dann auch wirklich etwas ist, womit [Sperren: ich] selbst auch etwas … ähm … anfangen kann. Und das nicht bloß … ähm … Dass ich es nicht nur mache, weil es so gemacht werden sollte.
  • Dann würde es aber auch etwas werden.
  • Denke ich mir.
  • [Aufnahme Ende.]
Klasse Bildende Kunst (aus Erinnerung) Kommilitonen stellen aktuelle Arbeiten vor zu spät zu spät gekommen Ich versuche mich zu erinnern … meine verhüllte Arbeit wird erwähnt bei Arbeit von Kommilitonin, grinse Leinwand mit genauso großem Holzrahmen dahinter, schaut gut aus will glaube ich auch aus mit Gedanken vollgestopften Arbeiten fliehen Ich versuche mich zu erinnern … nächste Arbeit … Ich versuche mich zu erinnern … vergessen Ich versuche mich zu erinnern … nein Ich versuche mich zu erinnern … Video? Kann mich nicht erinnern … fünf Minuten Pause, danach in Werkstatt gegangen davor Bachmann gewarnt, will dann nicht im Raum sein Plastiktüte von Tonkopf und Torso entfernt vier bis fünf Spiegelbildzeichnungen auf Tisch gelegt gehe sofort auf Herme Herme ein, ich möchte konzeptfrei arbeiten Tonkopf ist für mich Tonkopf ich bin Student und lerne seit Monaten das Sehen deshalb keine einzige Frage wie "Warum diese Höhe? Warum dieses Material? Was möchtest du ausdrücken?" auf meine Zweifel Zweifel zum Diplom eingegangen, dass dort genau solche Fragen alles zerstören könnten beruhigt Kommilitonin fragt, warum ich nicht weiter studieren möchte mit Vorstellung sehr zufrieden treffe Bachmann nach Besprechung Kommilitonen stellen weitere Arbeiten vor Ich versuche mich zu erinnern … irgendwas mit Schreibmaschine Ich versuche mich zu erinnern … irgendwas mit Video Ich versuche mich zu erinnern … irgendwas mit Gedichten (klangen gut) muss vorzeitig gehen noch Konsultation am Mittwoch mit Mark ausgemacht scheint auch sehr zufrieden mit meinem Arbeiten zu sein sieht ebenfalls Grundlagen erlernen, ich denke, wie reale Objekte nachzeichnen oder modellieren, als sehr wichtig als Vorarbeit für eigene Arbeiten an (dachte ich nicht) aus Versehen wieder gesiezt Ich versuche mich zu erinnern … Kommilitonin gefällt auch mein Vorgehen, Sehen zu lernen, ohne großer Gedankenkonstrukte zwar ansonsten kein Wort geredet, aber guter Tag Werkstatt Plastisches Gestalten Vergleich von Bachmann per E-Mail
Auge ausgeschnitten
Auge ausgeschnitten
Aktueller Zustand, Profil
Aktueller Zustand, Profil
Standpunkt Diplom Arbeit Selbst Büste Büste Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Nachts, aufgewacht. Mit kratziger Stimme.]
  • Ich weiß …
  • [Pause.]
  • … als Betrachter …
  • [Pause.]
  • … dieser Schau …
  • [Klick.]
  • Nein.
  • [Klick.]
  • Ich weiß, dass … ich selbst, wenn ich in eine Ausstellung gehe … ähm … das Thema jener in den Arbeiten versuche zu …
  • [Pause.]
  • Nein.
  • [Klick.]
  • [Pause.]
  • [Klick.]
  • Ich weiß …
  • [Schlucke.]
  • … dass …
  • [Pause.]
  • Ne.
  • Ich weiß …
  • [Pause.]
  • [Klick.]
  • [Sperren: Worum] geht's mir denn jetzt?
  • [Pause.]
  • Mir gehts darum, dass …
  • [Pause.]
  • Wenn ich … jetzt diese Arbeiten sehe …
  • In dieser Gruppe.
  • [Schlucke.]
  • In dieser Ansammlung.
  • Da sehe ich natürlich eines. Und zwar … äh … Köpfe. Körper. Ähm … Und eventuell noch … äh … Selbstporträts Selstbildnis .
  • Also ich sehe sozusagen … ähm … [Sperren: Ich] oder Selbstbildnisse. So als Überthema.
  • [Schlucke.]
  • Und ich weiß, dass die … äh … die dann da sind … und sich das angucken … das auch als Thema sehen werden. Und ich merke aber, dass … ich gar nicht dieses Thema Selbstbildnis … ähm … selbst …
  • [Sperren: Ach] …
  • Ich merke, dass mich dieses Thema Selbstbildnis … ähm … mich gar nicht …
  • [Klick.]
  • … [Sperren: interessiert].
  • Und zwar in dem Sinne, dass ich [Sperren: über] das Selbstbildnis … Warum ein Künstler das macht … ähm … Wieso [Sperren: ich] das mache … ähm … Nachdenke.
  • Nachdenken [Sperren: möchte].
  • Ich merke, dass diese ganzen Selbstbildnisse … Dass ich mich eigentlich nur [Sperren: benutze].
  • Um, das ist jetzt mein Eindruck selbst, …
  • [Schlucke.]
  • … etwas ausprobieren zu können. Als … genau.
  • Also sei es jetzt … ähm … irgendein Stil, irgendeine … irgendeine Technik.
  • [Sperren: Selbstbildnis] ist irgendwie … steht für mich so am Anfang. Wo ich das selbst noch gar nicht in Frage stelle. [Sperren: Warum] ich das jetzt als Motiv nehme.
  • Ich [Sperren: könnte] also genauso gut ein … ein Stilleben Stillleben machen. Ich könnte jetzt ein Apfel nehmen. Und … äh … eine Vase. Und da irgendwie … dass was ich mache irgendwie … ähm … genauso umsetzen. Nur ich bin halt irgendwie … ähm …
  • … [Sperren: begeistert] …
  • … von … von dem eigenen Porträt. Also damit zu arbeiten. Das zu modellieren.
  • [Schlucke.]
  • Als eben von einem Stilleben. Oder von einer anderen Person. Aber das ist eben so meine Interessenlage.
  • Anscheinend.
  • [Pause.]
  • Aber das Motiv jetzt … Das Motiv spielt bei mir … Also das ist … Das ist natürlich da. Und das sieht man! Das ist das [Sperren: Zentrale] eigentlich. Was rüber kommt.
  • Und das ist auch das Bindeglied …
  • [Gähne Anfang.]
  • … zwischen …
  • [Gähne Mitte.]
  • … den Arbeiten.
  • [Gähne Ende.]
  • [Schlucke.]
  • Aber es ist mir eigentlich gar nicht … ähm … äh … wichtig. Und ich habe jetzt eben die Befürchtung, dass in dieser Schau dann … das Selbstbildnis als Thema ganz groß ist. Und darüber die Fragen gestellt werden.
  • Und ich muss es in den einleitenden Worten …
  • [Schlucke.]
  • … schaffen …
  • [Pause.]
  • Na ja. Dass vielleicht nicht an dieser Oberfläche gekratzt wird. Worüber ich mich eigentlich jetzt auch nicht weiter informieren möchte. So. Was … Was … Wie jetzt Künstler damit umgegangen sind. Ähm … Seit wann … ähm … Und so weiter. Also ich weiß es nicht. Das sind so diese ganzen theoretischen Sachen …
  • [Schlucke.]
  • Die kann ich jetzt auswendig lernen. Kann die dann vortragen. Aber das ist ja nicht Sinn davon.
  • Ähm.
  • [Schlucke.]
  • Ich weiß ja noch nicht mal genau, [Sperren: was ich will].
  • Eigentlich.
  • Habe ich heute in der Werkstatt mitbekommen.
  • Ich möchte aber eben eigentlich nicht an der Oberfläche kratzen.
  • Ich [Sperren: tue] es.
  • Das habe ich jetzt noch einmal an der Büste gemerkt. Ich habe in ganz kurzer … in ganz kurzer Zeit, die Oberfläche, die ganz glatt war, …
  • Ähm …
  • Zerkratzt.
  • Zerfurcht.
  • [Pause.]
  • Es sah … am Ende spannender aus.
  • Nur eben das Wort spannend sagt es eigentlich schon: Es … Das war so eine Oberflächenbearbeitung. Die … ähm … Das hat dann auch der Werkstattleiter da angemerkt. Das fand ich echt … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … für mich eindrucksvoll. Ich habe die Oberfläche bearbeitet, die dann … äh … etwas ausdrückt. Und dieses Ausgedrückte ist aber nur [Sperren: aufgesetzt].
  • [Sperren: Eigentlich] müsste die Oberfläche über [Sperren: Tage], über [Sperren: Wochen] … je nachdem, wie lange ich da jetzt daran arbeite … entstehen. Langsam.
  • [Schlucke.]
  • Durch halt das [Sperren: Modellieren]. Durch Benutzen von Werkzeug und so. Und [Sperren: nicht] innerhalb eines kurzen Augenblicks. Wo ich mir sage: Ich hätte jetzt aber gerne die Oberfläche so und so. Denn damit … äh …
  • Die Oberfläche [Sperren: kann] dann etwas ausdrücken. Okay. Aber sie … vermag eben nicht das auszudrücken, … ähm … was … äh … was [Sperren: in] dieser Büste eigentlich drinne steckt.
  • Also der ganze [Sperren: Arbeitsprozess].
  • [Schlucke.]
  • Den klammere ich sozsagen aus. Den [Sperren: verschleiere] ich sozusagen.
  • Ich [Sperren: übertünche] ihn. Und ich [Sperren: lüge] eigentlich etwas vor!
  • [Pause.]
  • [Schlucke.]
  • Das habe ich bei der jetzt auch gemacht. Das ist gut, dass ich das jetzt gemerkt habe! Ähm … Wie ich da ticke. Und dass das eigentlich nicht mein Ziel ist! Das zu tun.
  • Ich bin jetzt halt wieder drauf reingefallen.
  • [Pause.]
  • Und ich will eben bei dieser Schau dann nicht … ähm … den selben Fehler machen.
  • Dass ich an der Oberfläche … ähm … Ne. Dass ich die Oberfläche … mit dem selben Wort jetzt … [Sperren: spannend] mache.
  • Ausdrucksvoll mache!
  • [Schlucke.]
  • Und … äh … das Auge dann eben daher auch hängen bleibt.
  • Und gar nicht sieht, was ich eigentlich [Sperren: will]. Wo ich jetzt noch nicht einmal weiß, was ich will!
  • [Pause.]
  • Zumindest nicht an der Oberfläche bleiben.
  • [Pause.]
  • So bei dem Gespräch mit dem Professor jetzt … Das Foto von mir, was ich als Vorlage nehme, was ich … äh … hinhängen [Sperren: musste], um halt dann daneben modellieren zu können. Ich hab's zufälliger Weise dann über den Spiegel Spiegelbild gehangen. Ich hab's zufälliger Weise … äh … knicken müssen. Oben. Also das es als Haken fungiert. Das es am Spiegel hält.
  • Was ihn dann so begeistert hat. Oder was ihm gefällt. Dass es angeschnitten ist. Der Kopf. Dadurch, dass ich das Papier knicke! Das war … Auf den Gedanken war ich … Ich [Sperren: finde] es ästhetisch. Auch ansprechend!
  • Danach ist es mir zumindest aufgefallen.
  • Aber …. es hatte überhaupt nichts … so gar nichts … Das ist für mich dieses … Ich hab's zwar nicht … ähm … diese Situation erfunden. Das ist ja passiert! Mit der Zeit. Dass ich das Papier geknickt habe. Aus den und den Gründen.
  • Also es ist etwas natürlich Gewachsenes.
  • Das ist … Das ist also … authentisch. Wenn ich es jetzt so will.
  • Auch wieder ein blödes Wort!
  • [Schlucke.]
  • Ähm … aber es geht … Aber ich merke halt, dass da nichts drinne steckt, was mich … ähm … Na ja. Was ich zum [Sperren: Ausdruck] bringen würde.
  • Das ist halt ein beiläufiges Werk. Wenn ich mal keine Idee habe, kann ich das ja auch so machen. Aber ich sehe da selber [Sperren: überhaupt nichts] drinne.
  • Oder in dieser Konstellation. Oder mit den Versuchen, die auch noch auf den Ständern drauf waren. Oder auf den Tisch standen.
  • Ähm … das als Installation zu begreifen … Das … Ich [Sperren: finde] es ästhetisch ansprechend.
  • Blödes Wort.
  • Aber es ist … Es geht in eine Richtung, in die ich überhaupt nicht will!
  • Oder wenn in einem Papier eben … in einem …. ein Knick ist. Der vielleicht ungewollt ist. Der vielleicht vom Lagern kommt. Oder so. Und … Das [Sperren: kann] natürlich … äh … Spannung erzeugen. Im Bild. Nur ist das … Wenn dieser Knick jetzt … äh … nicht … Also wenn der zufällig entsteht, dann …
  • Es kann ansprechend sein.
  • Aber …
  • Es kann spannend aussehen!
  • Der kann es ausmachen, wie ein Bild wirkt!
  • Er kann verbinden! Oder trennen!
  • [Pause.]
  • Aber es ist … Ich fühle mich dadurch nicht [Sperren: ausgedrückt]. Und am Ende gänge es mir darum … ähm …, dass ich etwas schaffe, wo … Es ist jetzt wieder so ein …
  • [Sperren: Ach]. Ich bekomme die Worte nicht hin.
  • Aber dieses … Von [Sperren: Innen] nach [Sperren: Außen] kehren. Also was … was auch immer in mir ist. Dass ich das halt ausdrücke.
  • Aus mir [Sperren: raus drücke].
  • In [Sperren: Form] bringe.
  • [Schlucke.]
  • Und nicht, dass ich etwas … äh … ähm … zufällig passiert.
  • Womit ich eigentlich auch gerne arbeite.
  • Aber ich merke halt, dass …
  • Mhm.
  • Da stelle ich zu viel in Frage wieder.
  • [Schlucke.]
  • Und …
  • [Pause.]
  • Wenn es dann eben bloß das ist, dann habe ich nicht das … Dann denke ich nicht, dass das meine Arbeit ist.
  • [Klick.]
  • [Aufnahme Ende.]
Werkstatt Plastisches Gestalten Büste Auge ausgeschnitten bueste-aktuell5-k.jpg nach Gespräch mit , Tonreste auf Boden für Präsentation übernehmen (dann nur Gipsstaub) Aktueller Zustand, Profil bueste-aktuell10-k.jpg weitere Ansichten schaut seitlich nicht nach Friedrich aus, Augen falsch mit Kopfhaar schaut Büste realistischer aus, aber sie verliert an Klarheit
Hans Wimmer in seinem Atelier
Hans Wimmer in seinem Atelier
Hans Wimmer über Büsten
Hans Wimmer über Büsten
Büste (Daten noch heraussuchen), Hans Wimmer
Büste (Daten noch heraussuchen), Hans Wimmer
Hans Wimmer Hans Wimmer Aufnahme, München, 1968 Hans Wimmer (1907 - 1992, deutscher Bildhauer Bildhauerei ) Hans Wimmer in seinem Atelier hans-wimmer-k.jpg 1 Zusammenhänge der Fläche nicht glätten, sondern Zusammenhänge der Flächen klären Zusammenhänge der Fläche glaubhaft = Klarheit der Figur Flächen, die getrennt sein müssen, sollten nicht ineinander übergehen 2 Werkzeug der Bildhauer gleiches Werkzeug wie der ägyptischen Bildhauer elektrischer Meißel für Bildhauer schädlich in tagelanger händischer Bearbeitung von Stein wird Beziehung zwischen Künstler und Stein geklärt "In den Stein hineingewachsen." Komponente der Zeit Standpunkt nicht fahrig werden, schnell fertig werden wollen bei aktueller missglückten Büste Büste wurde mir das zum Verhängnis gesamte Arbeit, auch Vorbereitung, als wichtig betrachten, konzentriert arbeiten wirklich [Sperren: sehen], nicht nur gucken Zusammenhänge der Flächen begreifen und bildnerisch verdeutlichen auch Abgrenzungen herausarbeiten 3 Hauptaufgabe der Kunst unabhängig von Entwicklung der Technik Standpunkt Auftrag der Kunst: Gegenstand vergegenwärtigen Gegenstand Dauer verleihen, ihn erhalten Pharaonen einbalsamieren: Ziel, ihn vergegenwärtigen Griechen Griechen halten wichtige Szenen / Menschen / Tiere in Skulpturen fest, um sie für spätere Generationen zu erhalten 4Standpunkt Ohne Tot keine Kunst Tot = Ursache der Kunst Sinn der Darstellung: Gegenstand / Ereignis (dazu noch Gefühl[?]) weitertragen Kunst in Zukunft selber Sinn, Technik egal Kunst wird von Technik wenig beziehen können 5 über Porträt Hans Wimmer über Büsten hans-wimmer2-k.jpg wenn Darstellung vom einzelnen Menschen aufgeben: Mensch wird aufgegeben jeder Mensch ist einmalige Sache, Definition von Person mit technischen Mitteln nicht gänzlich erfassbar Position der Person durch immer wiederholtes Bearbeiten stärken Diplom Arbeit Standpunkt "Hab auch immer die Erfahrung gemacht, dass jemand, wenn er zu gar keiner Sache mehr in der gegenständlichen Kunst ein Verhältnis hat, dann hat er noch zu dem Porträt ein Verhältnis." Bildhauer gibt in Porträt alle Thesen auf und versucht nur noch Wesen von Person darzustellen Porträt gibt nicht nur Person wieder, sondern auch Bildhauer und letztendlich Betrachter 6 Kunsthistoriker interessieren heute mehr, wer Bildhauer war, als wer der Dargestellte ist Büste (Daten noch heraussuchen), Hans Wimmer hans-wimmer3-k.jpg Verhängnis, denn wichtig ist der, der dargestellt wird 7 bestimmte Nase passt nur in ein bestimmtes Gesicht "Es muss doch alles aus einer … aus einem Kern … herauswachsen." nicht nur eine naturwissenschaftliche oder künstlerische, sondern auch religiöse und ethische Frage Werkstatt Plastisches Gestalten Büste Standpunkt nach der Recherche zu Hans Wimmer wird bewusst, wie billig die gerade gegossene Büste ist. Sie [Sperren: kann] nur ein Studienobjekt sein. Sie [Sperren: ist] keine Arbeit. Dafür hat sie den Weg nicht gehen können, der hätte gegangen werden müssen. Nicht das Ergebnis ist entscheidend, sondern der Weg dahin. [Sperren: Wie] habe ich mich auf die Büste eingelassen. [Sperren: Wie] sind die Flächen und deren Beziehungen zueinander entstanden. Das ist bei dieser Büste nicht geschehen. Ich betrachte sie also nur als das, was sie ist: Ein Studienobjekt. Ein Objekt, um zu erlernen, wie ich aus einem Objekt aus Ton ein haltbares Objekt aus Gips herstelle. Diese Erkenntnis stimmt mich gerade froh. Büste aus Verlorener Form geschlagen Standpunkt Kunstbegriff Büste Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Ich bekomme mich gerade irgendwie nicht mehr ein.
  • Ich bin … ähm … hibbelig.
  • [Pause.]
  • Wenn ich …
  • Also nach diesem … nach diesem … ähm … kurzem Ausschnitt über Hans Wimmer.
  • Der so viele Sachen so klar geäußert hat!
  • Über … äh … über … Was … Was Kunst [Sperren: will].
  • Ähm.
  • [Klick.]
  • Und das in Beziehung zu … ähm … zu meiner eigenen, nennen wir es jetzt Arbeit, zu sehen.
  • Ähm. Da fällt mir mehr als deutlich auf, wie [Sperren: billig] das eigentlich ist. Was ich gerade da … ähm …
  • Wenn ich das als Kunst betrachten würde.
  • Ähm. Die Büste, die ich gerade … ähm … abgieße.
  • [Schlucke.]
  • Wie billig die ist. Und wie … äh … billig eigentlich auch die Idee der Herme Herme ist.
  • Ähm. Also wie … Das … Das … Das ist irgendwie so eine Idee der Medienkunst Medienkunst . Oder so.
  • Und da fehlt es total an … ähm … Ich weiß nicht, ob das ein gutes Wort ist: An Tiefe.
  • Also das ich halt selbst spüre, während ich … ähm …
  • Also das es eben nicht bloß ein Auftrag ist: So, jetzt will ich das da … ähm … ein Friedrich von da oben auf die Menschen herunterblickt. Das ist die Idee! Und dann stellt das jemand anderes her.
  • Diese Büste.
  • Oder ich stelle sie halt fahrig her.
  • Ähm. Aber ich … äh … ich [Sperren: lebe] die Büste in dem Moment Moment nicht.
  • Das heißt … äh … Während ich sie erarbeitet habe, … ähm … habe ich nicht … habe ich nicht gemerkt irgendwie, wie … wie ich mich jetzt [Sperren: forme].
  • Wie der Blick … ähm … ähm … sich … sich äußert!
  • [Sperren: Was] … [Sperren: Was] bin ich in dieser Büste!
  • [Pause.]
  • Das habe ich nicht gesehen!
  • [Ziehe Rotze hoch.]
  • Und jetzt fällt mir eben auf, … ähm … dass … ähm … Damit kann ich … äh … sehr gut leben. Ähm. Dass das alles, was ich da gemacht habe, … ähm … auch auf anderen Gebieten eben, … Dass das so [Sperren: Studienobjekte] sind.
  • So. Dass das … Das ich etwas mir angeeignet habe. Eine Technik. Ähm … ähm … Ich habe mir halt … ähm … ein Thema genommen. Äh … Um eine Technik zum Beispiel zu erlernen. Ähm … Jetzt zum Beispiel kann ich eben Verlorene Formen … ähm … herstellen.
  • Wird sich ja heute zeigen! Ob das die Büste, oder was das auch immer ist, … ähm … auch immer noch so … ähm … Also so gut gegossen ist.
  • Oder ob da noch Fehler drinne sind.
  • So.
  • Ich kann also … sozusagen … Dass ich das alles [Sperren: nutze], [Sperren: benutze].
  • [Sperren: Missbrauche]. Um … Im positiven Sinne! Um etwas zu [Sperren: erlernen].
  • [Pause.]
  • Aber das sie eben noch nicht … ähm … äh … etwas [Sperren: darstellen].
  • So.
  • Davon sollte ich einfach nicht ausgehen!
  • Und … ähm … Jetzt merke ich, wie [Sperren: viele] in der Medienkunst … äh … mit denen ich in Berührung komme, … äh … dass zu [Sperren: schnell] tun.
  • Also wie zum Beispiel das eine Beispiel, dass der eine … ähm …, bevor die Arbeit überhaupt entstanden ist, das schon als das [Sperren: Kunstwerk] … ähm … ähm … ähm … erklärt!
  • Oder der andere! Der auch in der Werkstatt war. Wie … mhm … eine Champagner-Flasche. Wo irgendwas raussprudelt. Das als … mhm … Das ist dann ein Gegenstand! So. Und … mhm … Der ist so …
  • Das ist einfach nur oberflächlich!
  • Und das … Jetzt habe ich das Gefühl, dass bei vielen … ähm … ähm … Ergebnissen, die ich sehe in der Medienkunst … Dass die sehr … Dass die sehr materiell eingestellt sind. Sehr oberflächlich. Ähm … ähm …
  • Ich meine aber: Was soll anderes kommen, bei so Fragen … ähm … wie: [Sperren: Was] möchtest du damit darstellen?
  • Ähm. [Sperren: Warum] diese Größe?
  • [Sperren: Warum] … ähm … dieses Holz?
  • [Sperren: Warum] dieses Format?
  • Ähm … Das sind alles Fragen, die sind oberflächlich.
  • So.
  • Da geht es nicht in die [Sperren: Tiefe]!
  • [Ziehe Rotze hoch.]
  • Und … äh … bei ihm habe ich jetzt halt gemerkt, … äh … eigentlich geht es um ganz andere Fragen. Und über diese anderen Fragen … äh … klären sich dann glaube ich … äh … solche Dinge ganz automatisch.
  • [Sperren: Ohne], dass man sie fragen muss.
  • [Schlucke.]
  • Und das stimmt mich gerade … ähm … irgendwie froh. Dass ich merke: Ähm … Ich [Sperren: bin] noch nicht so weit. Dass ich … äh … ähm … etwas schaffen kann, was … ähm … was [Sperren: wirklich] etwas ist.
  • Das sind jetzt … ähm … Das sind jetzt … ähm … Arbeitsproben!
  • [Ziehe Rotze hoch.]
  • So.
  • Und … Das finde ich gut.
  • Dass ich es mache.
  • Ähm … Dass ich dazulerne.
  • Ähm …
  • Denen fehlt aber eben noch etwas … irgendwie … Ich merke es ja selbst!
  • Ähm … ähm … Auch … auch bei der aktuellen Büste eben.
  • Ich … ähm …
  • [Suche passende Worte.]
  • Ich … ich … Ich habe zwanghaft versucht, die letzten … den letzten Monat, mein … mein Gesicht irgendwie in dieses Ton rein… in diesen Ton reinzubekommen.
  • Äh … Zwanghaft im Profil versucht. Zwanghaft von vorne versucht!
  • Und … äh … ich bin daran gescheitert.
  • Also ich … ich habe einen Wutanfall bekommen. Weil ich … ähm … es nicht hinbekommen habe. Und wenn ich jetzt so überlege: Ich habe [Sperren: immer] nur oberflächlich geschaut. Ich habe immer nur vom Foto, vom Spiegel Spiegelbild auf den Ton geschaut. Und habe versucht, das, was ich da denke zu sehen, halt zu [Sperren: übertragen].
  • Ich habe es aber nicht in dem Moment gespürt. Irgendwie. Wie diese … Wie … Wie sich Wange … äh … formt. Wie … wie der Übergang … äh … von der Stirn ist, … ähm …
  • [Ich schlucke.]
  • Ähm … Zu den Augenknochen. Oder was das ist.
  • Das ist alles … ähm … Das habe ich nicht gemacht!
  • Und das ist jetzt das Ergebnis dafür. Eine zerstörte Büste.
  • Die jetzt total deformiert aussieht. Ähm … Und die, wenn ich davon überzeugt wäre, eben auch etwas bedeuten [Sperren: könnte].
  • Kann man ja eine Menge hineininterpretieren.
  • Aber sie … sie ist mehr nicht. Als … äh … das, was sie jetzt [Sperren: ist]. Irgendein Ergebnis, was zufällig so entstanden ist. [Sperren: ohne], dass ich … äh … mit … mit meinem [Sperren: Wesen] dadrinne stecken würde.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Wesen].
  • Ist jetzt wieder so ein komisches Wort.
  • Was ich … Was ich eigentlich nicht benutzen würden wollen.
  • [Pause.]
  • Also wo … Wo … Wo ich selbst nicht das Gefühl habe: Das ist … Das ist etwas mit Hand und Fuß eben.
  • [Pause.]
  • Es ist jetzt halt [Sperren: da]. Ich habe auch viel daran gelernt. Aber es ist einfach nichts, was … ähm … was ich zum Beispiel ausstellen würde.
  • Und das hat noch nicht einmal etwas mit [Sperren: mir] dann zu tun. Sondern ich merke das bei vielen anderen auch. Wo ich mir dann sagen würde: Aber das würde ich jetzt auch noch nicht ausstellen.
  • Also was heißt denn ausstellen?
  • Ausstellen heißt doch: Man ist überzeugt von etwas. Dass es … Dass es … äh … Dass es andere sehen [Sperren: müssen]. So. Das ist eben nicht … äh … nur eine [Sperren: Spielerei].
  • Oder es sollte nicht [Sperren: nur] eine Spielerei sein.
  • Es sollte nicht bloß [Sperren: schön] sein.
  • Es sollte nicht bloß [Sperren: hässlich] sein!
  • Es sollte nicht bloß irgendwie einen oberflächlichen … ein Thema oberflächlich … ähm … äh … inne haben.
  • Oder eben ein Konzeptblatt daneben. Was es dann auch erklären muss.
  • Es sollte …
  • Es [Sperren: muss] doch irgendwie etwas von sich aus sagen können.
  • So.
  • Und das … Da gebe ich einfach zu: Bei mir tut es das jetzt eben nicht.
  • [Pause.]
  • Und das ist kein Problem. Weil ich bin gerade noch Student Kommilitone . Und ich lerne dazu.
  • Auch in der Werkstatt.
  • Ganz ganz viel.
  • Gestern gerade erst.
  • Und heute werde ich halt mir das Ergebnis noch einmal angucken.
  • [Pause.]
  • Und dann nächstes Mal werde ich halt [Sperren: versuchen] zu … Also wenn ich ein Porträt von mir anfertigen möchte … Dass ich … äh … Dass ich nicht bloß auf die Fotos, auf den Spiegel, gucke. Sondern dass ich auch versuche irgendwie … herauszubekommen: Was …
  • [Pause.]
  • Ich weiß nicht.
  • Wie … drücke ich denn das, was …
  • [Pause.]
  • [Ringe nach Wörtern.]
  • Was ich bin … irgendwie … aus.
  • Ach ich weiß nicht, wie ich es sagen soll!
  • Das ist dann jetzt eben nicht die Form der Nase. Das sie leicht gekrümmt ist.
  • Oder so.
  • Das will ich mit reinbringen. Weil das ein Merkmal ist, finde ich, … äh … das sozusagen mich ausmacht.
  • Oder … oder … ähm … links und rechts vom Mund … äh … diese …
  • [Schlucke.]
  • Diese … diese kleine Wülste. Die da sind.
  • Die so nach unten leicht schon gehen.
  • Äh … Dieses [Sperren: Fett], oder was das ist.
  • Äh … Das will ich da auch reinbringen.
  • So.
  • Das … Das gehört irgendwie zu mir. Aber irgendwie fehlt dann halt noch etwas, … ähm … was so das Äußere noch einmal … ähm … stärker hervortreten lässt.
  • Und das ist dann eben [Sperren: nicht] bloß eine Kopie.
  • Von mir.
  • Sondern das ist eine künstlerische Bearbeitung.
  • So.
  • Die halt weitergeht.
  • Und die aber trotzdem nicht … äh … ähm … wie sagt man … anatomische Kenntnisse, oder so außen vorlässt.
  • So.
  • Also so abstrakt will ich das jetzt nicht machen. Sondern ich möchte ja auch Formen [Sperren: begreifen]. Und das heißt … ähm … äh … eine Form wirklich [Sperren: sehen].
  • Und nicht bloß [Sperren: gucken].
  • Und … äh … Und … äh … Und … Und durch dieses Sehen eben … ähm … sie übertragen.
  • In ein anderes Medium.
  • [Pause.]
  • Also hier in Ton.
  • [Klick.]
  • [Aufnahme Ende.]
  • [Aufnahme Start.]
  • Das zu schnell etwas fertig haben zu wollen, etwas zeigen zu wollen, ausstellen zu wollen, etwas zur Kunst … ähm … erklären zu wollen …
  • Ich denke, das ist nicht mein Problem.
  • Ich sehe es jetzt halt bei mir.
  • Sondern das ist ein Problem der Zeit!
  • [Klick.]
  • [Aufnahme Ende.]
Standpunkt Diplom Arbeit Büste Büste Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Es ist dunkel. Im Bett.]
  • [Sperren: Einmal] will ich vor Studienende …
  • [Pause.]
  • … einen … eine Büste von mir [Sperren: bis] zum Ende … geschafft haben.
  • [Pause.]
  • Die soll [Sperren: wirklich] nach mir aussehen.
  • Und nicht bloß im Profil!
  • [Pause.]
  • Auch von vorne!
  • [Klick.]
  • Ich [Sperren: sehe einfach nicht ein], dass ich es nicht schaffen [Sperren: sollte].
  • [Klick.]
  • Jetzt an der verpfuschten Büste habe ich ja schon eine Menge …
  • [Pause.]
  • Ja.
  • [Pause.]
  • Dazu… äh …gelernt.
  • [Ziehe Rotze hoch.]
  • [Schlucke.]
  • Und ich sollte jetzt bei der nächsten trotzdem viel langsamer … ähm … vorgehen. Und dafür aber … ähm … nicht so schnell ins Detail.
  • Heißt: Die Büste halt Schichtweise … ähm … auftragen. Zuerst denke ich mir mal im Profil anfangen.
  • [Pause.]
  • Ähm.
  • Als Hilfsmittel kann ich mir … Das ist jetzt zwar ein bisschen primitiv, aber … Äh. Vorhin ist mir das eingefallen! Einfach … äh … Fotos von mir auf [Sperren: transparentem] Papier ausdrucken.
  • Und das dann immer zum Abgleich … ähm … kann ich das ja davor halten.
  • [Schlucken.]
  • Einfach … ähm … um da noch einmal eine schnelle Kontrolle irgendwie zu haben.
  • Ich weiß auch nicht, ob das was bringt! Oder ob das bloß verzerrt?
  • Aber … Pfff … kann ich mir irgendwie jetzt ganz gut vorstellen!
  • Dass das … ähm … hilfreich ist.
  • Ich habe ja Glatzenfotos von mir.
  • [Pause.]
  • Und das ich … äh … aber nicht wie bisher, alles immer wiederhole!
  • [Sperren: Ständig!]
  • Äh … so oft habe ich den Mund gemacht!
  • Und … und die Augen probiert!
  • Ähm. Ist ja auch irgendwas bei herausgekommen.
  • Aber, dadurch, dass ich mich so schnell im Detail … äh … äh … verliere, [Sperren: sehe] ich eben den … die gesamte Figur nicht mehr!
  • Und erst später … äh … Ein Tag später oder so, … ähm … nach stundenlanger Arbeit, kriege ich plötzlich mit, dass der … dass das … Pfff … dass der Mund viel zu weit vorne ist!
  • Und dann muss ich den plötzlich abbauen und … in dem Moment Moment verfällt irgendwie die ganze Arbeit, die ich davor gemacht hatte!
  • [Pause.]
  • Das heißt: Wirklich … äh … langsam … ähm … aufbauen und … äh … immer von allen Seiten irgendwie betrachten.
  • Ob das … äh … [Sperren: klappen kann oder nicht].
  • Und nicht sofort im Detail arbeiten.
  • [Pause.]
  • Das [Sperren: bringt] einfach nichts.
  • Das ist zwar ganz … äh … Ich verliere mich halt sehr schnell darin. Ähm … weil es … Irgendwie finde ich das halt am … am [Sperren: spannensten].
  • An so einem Detail zu arbeiten.
  • Ähm. Und ich [Sperren: sehe] dann, ich [Sperren: fixiere] das dann irgendwie nur noch. Und ich [Sperren: sehe], wenn ich die gesamte Büste sehen sollte, nach mehreren Stunden Arbeit, [Sperren: nur] noch dieses eine [Sperren: Detail].
  • Und davon … ähm … Irgendwie habe ich dann den Eindruck, die ganze Figur funktioniert dann.
  • Und erst am nächste Tag, wenn ich mir das dann wieder angucke, und … äh … ich nicht mehr eben im Detail drinne stecke, sehe ich, wie … wie … wie [Sperren: unlogisch] viele Stellen … äh … bei dem Kopf noch sind.
  • Ähm. Das … Das … Da muss ich überhaupt nicht jemand anderen fragen!
  • Den Werkstattleiter oder so. Was daran nicht stimmt.
  • Ich [Sperren: sehe] es!
  • [Pause.]
  • Nur halt eben zu spät zu spät .
  • [Ich schlucke.]
  • Und einige Sachen … [Sperren: sehe] ich, aber kann sie noch nicht einmal [Sperren: erklären].
  • Das ist das nächste! Das war im Profil … ähm … Unterm Auge gibt es so eine … so eine Erhebung. Und ich [Sperren: dachte] immer, dass ist sowas … was … was … Ich weiß nicht … Was richtig [Sperren: raussticht]. Beim Modellieren. Und deshalb habe ich das immer besonders hervor… äh …geholt.
  • Und durch [Sperren: Zufall Zufall ] habe ich dann mitbekommen … ähm …, dass es irgendwie so ein Schattenwurf ist. Der … Das ist eine [Sperren: ganz kleine] Erhebung irgendwie. Aber das eine ganz große [Sperren: Wirkung] hat.
  • Von der Seite. Von dieser Ansicht.
  • [Pause.]
  • Und das Gleiche ist mit der Stirn!
  • Die ist [Sperren: extrem] Flach eigentlich!
  • Bei mir.
  • Sie [Sperren: wirkt] halt … Sie wirkt irgendwie so … affig.
  • Aber sie [Sperren: ist] gar nicht so extrem hervor… ähm …gehoben.
  • Ja?
  • Genauso wie mit der Nase.
  • [Pause.]
  • Da habe ich jetzt ja mitbekommen, dass über … Also dass im oberen … ähm … Also beim Nasenrücken ganz oben. Gibts irgendwie noch einmal so einen Knochen. Der zu allen Seiten … zu beiden Seiten … ähm … so leicht hervorsticht.
  • Und danach [Sperren: wölbt] sich die Nase so nach [Sperren: innen].
  • Und … Das ist so ein Detail. Aber ist extrem … Also das macht irgendwie die Nase dann aus.
  • Dass sie nicht so plump … äh … äh … [Sperren: dick] … äh … starr aussieht. Sondern eben so lebendig. Wie sie ist.
  • [Pause.]
  • So schräg wie sie ist!
  • Die ist ja sehr … ähm … schräg bei mir.
  • Das ist … Das wäre ein Merkmal.
  • [Pause.]
  • Und trotzdem sollte ich solche Details erst einmal … ähm … am Anfang außen vor lassen.
  • Und wirklich so diese … Also diesen Kopf so als …
  • [Ich schlucke.]
  • Ähm. Als … ähm … Als … Pfff … Als [Sperren: Konstrukt] irgendwie verstehen.
  • Was aus vielen, aus mehreren, … äh … gröberen … ähm … [Sperren: Formen] besteht.
  • Und von da an dann, also, nachdem ich immer wieder kontrolliere: Stimmen die Proportionen denn noch, [Sperren: dann] kann ich ins Detail gehen.
  • [Sperren: Langsam].
  • So dass dann [Sperren: ganz am Ende], denke ich, kommen dann erst der Mund, … äh … kommen die Augen.
  • Die kommen ganz ans Ende, denke ich mir.
  • Die Ohren!
  • Und aber sowas wie Stirn und Nase und so … Das sollte ich schon davor halt irgendwie … ausarbeiten.
  • [Pause.]
  • Aber das werde ich halt noch einmal versuchen … äh … im Einzelgespräch mit Bachmann zu … ja, zu schauen, wie ich … wie ich da vorgehen sollte.
  • Dass es dann auch wirklich klappt.
  • Ich bin mir sicher, dass es klappt.
  • So.
  • Äh.
  • [Pause.]
  • Nur das [Sperren: Vorgehen] war halt anscheinend bei mir … ähm … Ist bei mir wieder falsch gewesen.
  • Oder ich … ich [Sperren: weiß] ja schon, während ich arbeite, dass es eigentlich nicht richtig ist, wie ich es mache. Und ich lasse mich dann halt aber dahin verleiten. Weil es einfach … ähm … Es ist dann halt entspannt. Stundenlang … ähm … nur am Mund zu arbeiten.
  • Werkeln.
  • Und mich im Detail zu verlieren.
  • Und … Da muss ich mich dann zu… zusammenreißen. Eigentlich.
  • Und sagen: Ne. Das ist jetzt der falsche Schritt! So komme ich nicht voran!
  • [Ich schlucke.]
  • Und am Ende wird eine Büste von meinem Kopf … äh … stehen.
  • [Pause.]
  • Das ist jetzt das [Sperren: Einzige], was ich noch während des Studiums machen möchte.
  • Bis zum Ende.
  • [Pause.]
  • So diese andere Sache jetzt … Mit der … Also diese komische verboxte … äh … deformierte Gestalt. Die ich mal war. Aus Ton. Die passt ja super eigentlich zu den anderen Arbeiten.
  • Die ich dann auch zeigen möchte.
  • Ähm. Diese digitalen Collagen. Wo ich ja auch meinen … äh … Kopf … äh … [Sperren: zerrissen] habe. Damit sie … Und zwar mit meinem anderen Ziel. Damit die Geradenbilder so aussehen, wie sie aussehen.
  • Ähm. Oder die Masken, die ich jetzt anfertige. Oder … Oder diese Fotocollage.
  • Die jetzt noch im Flur hängt.
  • Sowas sind ja alles irgendwie so Selbstbildnisse, wo ich aber so verzerrt bin. Irgendwie.
  • [Pause.]
  • Eigentlich passt das. Nur das ist halt … [Sperren: Eigentlich] ist mein Ziel, einmal halt etwas zu machen, wo ich es nicht bloß so mache, weil ich es nicht anders kann.
  • So.
  • Und das ist halt … ein sehr gutes, oder eine sehr harte Arbeit. Eigentlich. So eine eigene Büste herzustellen.
  • Einen eigenen Kopf.
  • [Pause.]
  • Wird höchstwahrscheinlich mit das Schwerste sein.
  • Kann ich mir sehr gut vorstellen.
  • Aber es [Sperren: muss doch jetzt] funktionieren.
  • So [Sperren: einmal].
  • [Pause.]
  • So damit ich halt weiß, dass ich … Ich muss nicht bloß … äh … im Abstrakten [Sperren: verharren]. Irgendwie. Oder … Ja.
  • Und das dann nachträglich halt …
  • Oder weil ich mir in dem Moment halt nicht so viel Stress machen will, oder so.
  • [Sperren: Ne]. Ich will das [Sperren: einmal] jetzt so machen, dass ich sagen kann: Ja. Das bin ich.
  • So.
  • Punkt.
  • [Pause.]
  • Und danach kann ich wieder dann … ähm … das abstrahieren. Mehr wie ich denke, dass ich aussehe.
  • Aber einmal so, wie ich wirklich so vom Optischen … Wie ich [Sperren: denke], dass ich … Das ist ja jetzt auch bloß ein Spiegelbild Spiegelbild und nur Fotos.
  • Und so. Das ist ja spiegelverkehrt.
  • [Pause. Erschöpft.]
  • Ah.
  • [Pause.]
  • Ne. Das muss jetzt klappen.
  • [Klick.]
  • [Aufnahme Ende.]
Zustand frontale Ansicht
Zustand frontale Ansicht
mit Säge zerschnitten
mit Säge zerschnitten
neue Position, mit Ausdruck Profilansicht
neue Position, mit Ausdruck Profilansicht
neuer Zustand
neuer Zustand
Büste Büste Werkstatt Plastisches Gestalten (mit Notizen der letzten Tage) Zustand Profil Zustand frontale Ansicht bueste-zustand21-k.jpg mit Hinterkopf seitlich frontal (gewässert) mit Säge zerschnitten bueste-zustand25-k.jpg da unterer Bereich zu weit vorne, abgesägt und neu eingesetzt Mund- und Nasenbereich neu zusammengesetzt neue Position, mit Ausdruck Profilansicht bueste-zustand28-k.jpg abgesägte Teile mit Holz stabilisiert neuer Zustand bueste-zustand30-k.jpg Profil umsetzen heute im Baumarkt Spiegel Spiegelbild Breite 30 cm kaufen statt kleinem Spiegel nutzen
Zustand 3, Neuanfang
Zustand 3, Neuanfang
Zustand 4, Profil
Zustand 4, Profil
Zustand 6, Profil
Zustand 6, Profil
Muskelmann
Muskelmann
Zustand 8
Zustand 8
Büste Büste Werkstatt Plastisches Gestalten (mit Notizen der letzten Wochen) Zustand 1 nach Arbeitstag überzeugt, dass alles richtig ist beim nächsten Mal gemerkt, was alles nicht stimmt Vorderansicht, mit meinem Spiegelbild Spiegelbild Zustand 2, Profil mit Haaren lenken vom Formschaffen ab Vorderansicht Zustand 3, Neuanfang bueste-zustand5-k.jpg Längenverhältnisse neu berechnet, daraufhin neue Tonschichten aufgetragen Zustand 4, Profil bueste-zustand8-k.jpg Hinterkopf noch unbearbeitet, Profil wird besser Zustand 5 Augen zu weit vorne, abgetrennt und neu eingesetzt Zustand 6, Profil bueste-zustand10-k.jpg durch Wangenknochen mehr Schatten, noch mit Augenbrauen Zustand 7 Neuanfang, mit Muskelmann Muskelmann als Vorlage Haut Haut abgetragen versucht, Knochen und Muskeln zu modellieren Muskelmann bueste-zustand12-k.jpg umsetzen Bachmann Anfang Oktober fragen, ob ich Abguss von Muskelmann machen darf Zustand 8 bueste-zustand13-k.jpg Profil (gestern in Werkstatt) Knochen wieder mit Haut überdeckt komplett neu gemessen Ohren nach hinten, Knochen seitlich von Augen weiter nach hinten
Urs Lüthi mit Büste
Urs Lüthi mit Büste
Selbstporträt aus Serie der großen Gefühle (3 Platten), Urs Lüthi, 1985
Selbstporträt aus Serie der großen Gefühle (3 Platten), Urs Lüthi, 1985
Diplom Arbeit Einzelgespräch Mark A2-Grundriss Klassenraum mit Tram in Hochschule transportiert kleine Modelle von Arbeiten mitgebracht, Büste Büste auf Ständer aus Werkstatt hochgetragen nachträglich noch erste ausgetragene Büste (mit Schultern, glatt, mit Haaren) hochgebracht Genre Selbstbildnis u. a. Cindy Sherman Cindy Sherman Urs Lüthi Urs Lüthi Urs Lüthi mit Büste urs-luethi-k.jpg Selbstporträt Selstbildnis aus Serie der großen Gefühle (3 Platten), Urs Lüthi, 1985 urs-luethi2-k.jpg Standpunkt Selbst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Nach Einzelgespräch. Wieder zurück in der Eisenbahnstraße Eisenbahnstraße .]
  • Warum mache ich … äh … so viele Selbstbildnisse?
  • [Pause.]
  • [Klick.]
  • Mhm.
  • [Klick.]
  • Und warum mit so vielen unterschiedlichen … äh … Mitteln. Also … Technik. Oder … ähm …
  • Ja.
  • [Klick.]
  • Warum in Geraden umsetzen! Warum … äh … Fotocollage! Warum im kindlichen Stil?
  • Warum verhüllt verhüllt !
  • [Klick.]
  • Geht es mir denn da wirklich … äh … um das Ich?
  • Also um die Person Friedrich, die … ja … die dazustellen?
  • Die unterschiedlichen Fassetten des …
  • Mhm.
  • [Klick.]
  • Oder [Sperren: benutze] ich nicht eher meinen eigenen Körper, um … [Sperren: Dinge] auszuprobieren!
  • Also … um … um … um …
  • Ja! Um etwas zu [Sperren: machen]!
  • Also ich habe den [Sperren: Drang] … ähm … etwas zu [Sperren: schaffen]. Und der Körper … der eigene Körper … ist irgendwie so das … äh … das … das … [Sperren: Mittel] dafür.
  • [Klick.]
  • [Schluckgeräusch.]
  • Ich [Sperren: benutze] mich sozusagen!
  • Als Objekt.
  • [Sperren: Um] etwas … äh … schaffen zu können.
  • [Pause.]
  • In anderen Themen … so politische … oder gesellschaftskritische … oder was weiß ich! Die interessieren mich einfach gar nicht.
  • Und dieses [Sperren: Selbst], dieser eigene Körper, der ist … äh …
  • Ich meine, ich bin vierundzwanzig Stunden in ihm drinne. Am Tag.
  • Und … ich [Sperren: sehe] mich immer wieder im Spiegel Spiegelbild . Früh, wenn ich mich wasche.
  • Und ich … ich [Sperren: denke] über meinen Kopf.
  • Ähm … Ich spüre meine [gereizte] Haut Haut in der [heißen] Sonne!
  • Ähm … Das ist … Pfff …
  • Ich weiß nicht.
  • Der … der ist da! Und … ähm … [Sperren: Deshalb] nehme ich ihn!
  • Als Thema.
  • Aber nicht, weil ich … äh … unbedingt … ähm … der Welt zeigen möchte … ähm … Pfff … wie … Weiß ich nicht! Wie einzigartig ein Mensch ist. Oder so. Äh.
  • Oder ich möchte nicht in … in [Sperren: Rollen] schlüpfen und … ähm …
  • Ich möchte auch nicht … äh … den ganzen [Sperren: Kult] um Selfies … ähm … ähm … rezipieren!
  • [Sperren: Ne!!] Ich … ähm … Der [Sperren: eigene] Körper … ähm … ist [Sperren: da]. [Sperren: Jedes Mal], wenn ich arbeite!
  • Und [Sperren: deshalb] verwende ich ihn. Höchstwahrscheinlich.
  • [Pause.]
  • Natürlich kommt dann mit der Zeit auch … ähm … Also [Sperren: entdecke] ich eben neue Sachen darin.
  • Eben gerade [Sperren: weil] ich nicht … äh … am Anfang schon mir gesagt habe: Was möchte ich jetzt eigentlich mit dem Selbstbildnis ausdrücken?
  • [Pause.]
  • In dem Ganzkörperporträt Ganzkörperporträt … zum Beispiel … ähm … Diese … diese … diese Linien sind wirklich für mich … äh … entweder ein … äh … [Sperren: Urwald]. Äh … es kann auch die [Sperren: Ursuppe Adam und Eva ] sein.
  • Es kann … ähm … das [Sperren: wallende Meer] sein.
  • Und aus dem ich sozusagen hervortrete!
  • Und genauso gut … äh … schnell wieder eben verschwinden kann.
  • Indem diese [Sperren: Linien] sich wieder [Sperren: neu formieren].
  • Ähm … Das [Sperren: Ich] wieder verschwindet.
  • Es [Sperren: kommt] und es [Sperren: geht].
  • So.
  • Und das ist aber auch erst etwas, was halt … ähm … WÄHREND ich halt … an dem Bild gearbeitet habe … so entstanden ist.
  • Auch dieser Gedanke dazu!
  • [Pause.]
  • Oder bei dem … äh … [Sperren: Flügeltürrahmen].
  • Ähm. Dieser [Sperren: Blick]!
  • Dieser [Sperren: scharfe] Blick!
  • Äh … Nach hinten. Zurück! Ähm … Dem Betrachter entgegen … äh …, der sozusagen … ähm … sich [Sperren: erlaubt], in … ähm … äh … diese … diese … diese Flügeltüren zu öffnen.
  • Diese [Sperren: Verhüllung] … ähm … äh … ähm … W… w… w… w…
  • Diese [Sperren: Verhüllung] zu … zu …
  • [Klick.]
  • Na wie sagt man.
  • Ähm.
  • [Klick.]
  • Diese [Sperren: Hülle] … ähm … zu entfernen. Und … ähm … Und … Und [Sperren: mich] anzustarren.
  • So [Sperren: starre] ich dann eben zurück!
  • [Klick.]
  • [Pause.]
  • Das sind eben Sachen, die [Sperren: dann] erst mit der Zeit entstehen.
  • Aber der [Sperren: Grund], warum ich das Selbstbildnis nehme, ist halt einfach … ähm … w… w… w… w… Es ist [Sperren: da]!
  • Und es … Es fasziniert mich halt irgendwie.
  • Natürlich auch.
  • So.
  • Dieser … Dieser ganze … Dieser ganze … Dieser ganze [Sperren: Gedanken-Kosmos Kosmos ], der in einem drinne steckt!
  • Ähm … äh … Diese ganze … Diese … Diese einzigartige [Sperren: Realität], die da entsteht!
  • Ähm.
  • [Pause.]
  • Die … Puff! … wieder weg ist. Sobald das Leben vorbei ist.
  • [Pause.]
  • Aber ich kann es eben nicht so in [Sperren: Worte] ausdrücken.
  • Das ist jetzt mein Thema und … äh … damit beschäftige ich mich.
  • Das muss die Welt erfahren!
  • [Sperren: Nein!] Das … Das [Sperren: passiert] einfach wie es passiert!
  • [Atme laut Luft ein.]
  • Und ich bin zufrieden damit!
  • [Aufnahme Ende.]
Diplom Theorie weiter Schwerpunkte Gespräche ausgearbeitet aktuell bei Alexander: Frage nach Definition von Kunst Bedeutung Betrachter für Kunstsystem Teilnehmer Kunstbetrieb Kunstbetrieb Meinung vom Ausstellungsbesucher, unverständliche Kunst Hobbykünstler Hobbykünstler voreingenommen, Kunst schon definiert? Kunst und Gesellschaft Bildungsauftrag Museum Öffentliche und private Museum Fürs Ausstellen bezahlen Gerhard Richter Gerhard Richter Künstler gestaltet Ausstellung mit Galerien Künstler bezahlen Ausstellen für die Biografie Geldverdienen mit Kunst Kunst als Geschäftsmodell Kunstmarkt Künstler und Alltagssorgen Beruf Künstler Verkaufskünstler Kritik an meine Interviewführung Sicht aus der Rechtswissenschaft Kunst im Grundgesetz Gesetzgeber kann Kunst nicht definieren Kunstfreiheit Ansichten Gesprächspartner hinterfragen Geschäftsmodell Kunst Handwerk Handwerk und Kunst Begabung und angelerntes Können komische Definition von Künstler Berufsbild Künstler, Eigenschaften Rechtswissenschaftler Ausgangspunkt Begabung oder Handwerk Schreiner, Koch, Künstler Koch wirklich Künstler? Intention Intention eines Kochs Koch und Kreativität Hässlich = Kunst Kunst im weiterem und engeren Sinne Metapher Trichter Kunst als Marke Geldverdienen als Ausgangspunkt Anfang und Ende von Kunst Beuys Joseph Beuys Fettecke Erfolg Erfolg nach Tod Sterben des Künstlers Kunstbegriff abhängig vom gesellschaftlichen Wandel Wann ein Markt vorhanden ist Tisch mit Aggregat (siehe Umzugskarton Freiburg) Kunst im öffentlichen Raum Aufschrei Bevölkerung, Banalität Steuergelder Markt als Spiegel Spiegelbild für Akzeptanz Kunst Kunst ist, wenn jemand sagt, es ist Kunst Kunst im weitesten Sinne Sicht des Künstlers und Betrachters auf ein Objekt Künstler muss überzeugt sein, Kunst zu machen Formen auch von Kindern umsetzbar, ohne Begabung und Handwerk Unterschied zu Kindern: Idee Kritik am Interview Schmähgedicht und Kunstfreiheit Satire / Gratwanderung Schmähgedicht = Kunst, da Gedichtsform? Nicht jeder, der denkt, Kunst zu machen, ist Künstler Unterschied öffentliches und privates Äußern Kunst durch Wiederholung Greifbare Kunst Duchamp Marcel Duchamp Pissoir Überraschungsmomente bei moderner Kunst Porno oder Kunst? Reaktion Besucher Porno = Kunst, da im Museum Pissoir im Kunstraum und in Bahnhofstoilette Wo beginnt und endet Kunst? Kunst braucht Markt, wird ausgestellt, bekommt Wert Markt = Interesse geweckt Gibt es Kunst ohne Markt? Gute Kunst Alltag im Kunstraum Kunst kaufen, da begrenzt, begehrt, teuer Kunst kaufen bei Stiftungen Art Basel Unterschiedliche Interessen von Künstler und Käufer Hohe Verkaufspreise kommen nicht bei Künstler an Ausstellungsvergütung Tee trinken Kunst, da ausgestellt, da öffentliches Interesse Kunst muss berühren Kunst akzeptieren, da ahnungslos Kleiner Kreis bestimmt was ausgestellt wird Und keiner geht hin! Neue Musik Neue Musik Neues (nicht verständlich) = Entwicklung Kunst von Gesellschaft akzeptiert: Stillstand Stillstand Neue Kunst in 100 Jahren anerkannt Gesetzgeber subventioniert neue Kunst Kunst als Kulturgut Gesetzgeber = Vertreter Volk Steuermittel für Kunst und Fußball Anforderungen von Unternehmen an Kunst Schamgefühl Muss Kunst dich berühren? Voraussetzungen, sich auf Kunst einlassen können Verweilen verändert Wahrnehmung Erst Infokärtchen lesen, dann Kunst sehen Alexander als Aufsichtsperson Kriterium Größe und Maltechnik Erster Eindruck, das Wie und Was White Painting Robert Rauschenberg Weiße Leinwand als Dekoration White Painting kaufen = Luxusproblem und Mut Genialität Genie Kunst, da Erster Kopie Hätte ich auch gekonnt! Natur im Kunstraum Kunst, da im Kunstraum Objekt in seiner Normalität = Kunst reale Schäbigkeit gemalt = genial Extrem weiter Kunstbegriff Alexanders Tipps für mich Geldwert Meine Zukunft als Künstler Künstler und Hartz 4 Günther Uecker Günther Uecker Auf den Zug aufspringen Erwartungshaltung bei Kunst (wie Mona Lisa Mona Lisa Hype) Materielle Ebene wichtig Über das Handwerk Zugang finden Tate London Jeff Koons Jeff Koons Erste Frage: Material Alltägliche in Kunst transformiert M. C. Escher M. C. Escher Jeff Koons und der Kunstmarkt Emotionalität kein Grund Große Skulpturen und große Gemälde Kunst = subjektiv Assoziationen aufgrund Größe Jeff Koons = Geschäftsmodell? Der Künstler arbeitet selber nicht mehr Idee ist entscheidend Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten van Gogh Vincent van Gogh Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Großes Bild von Richter Gerdie! Gerdie! Gerdie! Norbert Bisky Norbert Bisky Meisterschüler von Baselitz Georg Baselitz Richter-Fenster am Kölner Dom Materialität Materialität im Vordergrund Rakeltechnik Schaffen für Geschäftsidee Alleinstellungsmerkmal Geradenbilder als Marke Meine Angst vor Bekanntheit Geld verdienen, um sich zu verwirklichen Ideal: Kunst soll Künstler überleben Vergänglichkeit Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten Angst / Zweifel Zweifel als Antrieb Hobbykünstler und deren Potential Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier Künstler kopieren Muße faul Geld verdienen, um überhaupt Kunst schaffen zu können Alexanders Erfolgsmodell Nische suchen Geschäftsmann, kein Künstler Geldkunst Wirklich erst Geschäftsidee und dann Kunst? Alexanders Rat an Kunststudenten Kommilitone Optimal, wenn das, was ich mache, erfolgreich ist Ausdrücken, nicht Geld verdienen wollen Hochschule kann Erfolg garantieren Alexanders Theorie Kunst mißbrauchen Ich rege mich auf Meine Arbeiten Arbeit Herme Herme Alexander über Notizseite Arbeit Geradenbilder Geradenbild Geradenbild Beine und Jesus Jesus Meine neue Sicht auf eigenes Bild Unterschied Schaffender und Künstler Nische Geradenbilder Größe Geradenbild Verhüllen als Reaktion auf Geschäftsgedanken Geld verändert Kunstwerk Selbstverherrlichung und Zweifel bei Herme Kinderzeichnungen Kinderzeichnung Mein Antrieb: Zweifel Alexanders Angst Gesamtwerk Fröhlich Lebendig, da Geschäftsmodell verweigert Ich werde arm sterben Gefühl statt Geschäftsidee Größe und Herme verhüllte Arbeiten Ich bestrafe euch! Kinderzeichnungen Kinderzeichnung = Kunst? Einfachheit, Unbekümmertheit, Leben Im hohen Alter wieder kindlich Zeichnen zerstückelte Collagen = Zweifel Klassenausstellung HGB Rundgang HGB Rundgang mit Geradenporträt Schmach von Leipzig Zug fährt bald nach Leipzig ab
Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten während Arbeit an Büste Büste Whisky Alkohol getrunken Verlaufsprotokoll Standpunkt 13:07: Ankunft in Werkstatt Mitarbeiter verlässt den Raum ich stelle die Whisky-Flasche auf den Arbeitstisch weiterhin Thermoskanne mit Kaffee (wasserverdünnt), Nudelsalat in Kunststoffschale, Gabel, Rekorder 13:09: Ich stehe vor der Holzbüste und vermerkte im Rekorder aktuellen Zustand 13:12: noch nüchtern 13:12: Es ist so weit. Ich öffne die Whiskyflasche und trinke einen Schluck Gemisch aus billigem und teurem Whisky, durch torfige Note nicht so scharf wie erwartet Warte auf Eintreten der Wirkung 13:14: hebe Handfräse, die vor der Büste auf dem Boden liegt, auf und lege sie auf den Arbeitstisch 13:19: Mit Zirkel Abstände Augen zu Nasenmitte, Breite Augen, Länge Nase gemessen reale Maße stimmen überhaupt nicht mit Holzbüste überein 13:20: Warte auf Wirkung vom Alkohol, in 5 Minuten wiederholen 13:25: keine Wirkung spürbar, 2 x Schluck Whisky 13:26: Spiegel Spiegelbild mit Nagel an Büste befestigt Anfang Arbeit 13:29: mir wird warm, leichtes Pochen im Kopf ich werde freier, schlage einfach einen großen Teil der Nase ab, da Breite nicht stimmt ohne Whisky hätte ich das nicht gemacht da Spiegel runterfällt schlage ich eine Schraube in die Büste 13:37: ich schwitze, ziehe den Pullover aus schlage freizügiger ganze Partien heraus hoffe, dass ich Büste nicht zerstöre, jedoch keine Hemmungsgefühle 13:43: Wirkung lässt wieder nach 13:44: 1 x Schluck Whisky plötzlich Hitzewallung 13:51: beim Schlagen Achselschweiß nach anfänglichem Abmessen nun sehr freies Arbeiten zur Abmessung verwende ich lediglich ungenauen Bleistiftstummel arbeite nach meinem Spiegelbild, nicht nach der Gipsbüste 13:52: 1 x kleiner Schluck Whisky, Flasche fast leer 13:59: weitere Schweißausbrüche Nase nun zu großen Teilen entfernt, muss nun insgesamt nach hinten hin arbeiten verlege wiederholt den Knüpfel, gehe suchend durch die Werkstatt 14:00: 1 x Schluck Whisky Lippen tuen leicht weh erneut Schweißausbruch Mitarbeiter kommt kurz in den Raum, stellt Holzleim für Befestigung linkes Ohr bereit verlässt wieder den Raum Augen folgen nicht mehr so schnell meinem Tun starker Schweiß, Geruch wahrnehmbar 14:10: 1 x Schluck Whisky wiederholt Suche nach Knüpfel, immer wieder verlegt 14:22: Bandsäge wird im Nebenraum vom Mitarbeiter gestartet Schweißgeruch Arbeiten empfinde ich als sehr befreiend sehr starke Konzentration auf Holzbüste Augen weiterhin schwerfällig Gedanke, dass ich Holzbüste eventuell bei freierem Arbeiten zerstöre, wird nebensächlich mir ist bewusst, dass expressives Arbeiten auch gutes Handwerk Handwerk vorausetzt, was bei mir noch fehlt 14:24: 1 x Schluck Whisky, in Flasche nur noch ein paar Tropfen Alkohol Augen sehr schwerfällig ruheloses Arbeiten (oder arbeiten?) folgt motiviert, ich will es besser machen sehr optimistisch, gleichzeitig mache ich jedoch jede bisher gelungene Form wieder zunichte sehe nicht das Ganze, nur noch Details dadurch wird Büste als Einheit zerstört 14:42: Wirkung Alkohol lässt nach Mitarbeiter im Raum Optimismus verschwindet langsam wieder 14:44: leicht taubes Gefühl, nicht mehr gut reaktionsfähig versuche angestreng Gesamtbild wiederherzustellen Klöpfel bei erneutem Arbeitsbeginn sofort gefunden, für mich bedeutet das nachlassende Wirkung vom Alkohol 15:03: versuche die letzten 15 Minuten alle intuitiv getroffenen Entscheidungen rückgängig zu machen Büste wird immer kleiner, Gesicht wirkt zerstückelt 15:04: überlege das Experiment abzubrechen Nudelsalat verdrücke ich gierig Mitarbeiter verlässt die Werkstatt teilweise arbeite ich ohne Klöpfel, schlage nur noch mit Beitel in Holz 15:42: interessanterweise wird mit Nachlass der alkoholischen Wirkung der Eindruck von der weiter bearbeiteten Büste besser zumindestens kann ich nicht behaupten, sie sähe schlechter aus als gestern Schweißausbrüche lassen nach kein Pochen in der Stirn mehr, Umgebung wieder vermehrt wahrgenommen 16:07: Abbruch letzter Rest Whisky verbleibt in Flasche warte nun auf Reaktion Werkstattleiter und Mitarbeiter ca. 16:30: mit dem Fahrrad nach Hause, doch etwas über Ergebnis ernüchtert Standpunkt Herme Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Zum aktuellen Zustand der Büste.
  • [Pause.]
  • Gesicht ist zweigeteilt. Die linke Seite ist noch unbearbeitet. Beziehungsweise noch mit sehr groben Schlägen.
  • Rechte Seite … Da habe ich bereits mit der kleinen Fräse Fräse , oder wie man das nennt, gearbeitet.
  • Ebenfalls Tränensäcke eingearbeitet. Allerdings … ähm … negiert.
  • Das muss ich eigentlich nach Außen wölben!
  • Und ich hab's nach innen gemacht.
  • [Pause.]
  • Die Nase ist ein … ein …
  • Länglicher Klumpen!
  • Der Mund sieht noch am Besten aus.
  • Das rechte Auge … ist meiner Meinung nach zu klein geraten. Für die … ähm … Also in Proportion zu dem Kopf gesamt.
  • Die … ähm … Augenhöhlen sind … ähm … zu [Zögernd:] groß.
  • Rechts sind die Augen allerdings zu weit nach vorne. Das heißt, ich werd' den Kopf ein bisschen nach hinten verlagern.
  • Also [Sperren: abtragen].
  • Und … Der Übergang von der Nase zu den … Wangen ist zu …
  • [Pause.]
  • … rechtwinklig.
  • Da muss ein weicher Übergang rein.
  • Der … Oberkopf ist viel zu voluminös.
  • Linkes Ohr ist abgeschlagen, von gestern. Wird heute vielleicht noch mit Mitarbeiter rangeleimt.
  • Das rechte Ohr ist … äh … [Sperren: teilweise] bearbeitet.
  • [Aufnahme Ende.]
Diplom Theorie Transkriptionen vom 3.12.2016, 5.12.2016, 6.12.2016 kategorisiert Bilder bei zweitem Durchgang ergänzen Daniels Dieter Daniels E-Mail geschickt, da Bestätigung der Betreuung noch unterschrieben werden muss Meyer-Krahmer ebenfalls geschrieben, da Modulbestätigung noch nicht eingetroffen
Diplom Theorie Gespräch mit Friseurin
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Nach Gedächtnis aufgeschrieben.]
  • [Jacke abgelegt. Vor Spiegel Spiegelbild hingesetzt.]
  • [Friseurin streift Kittel über mich.]
  • Waschen?
  • Nein nein.
  • Wie möchtest du es haben?
  • Ganz kurz. An den Seiten. Oben etwas länger.
  • Was heißt kurz?
  • Sechs Millimeter?
  • Sechs Millimeter.
  • [Sie fängt an zu schneiden.]
  • Gerade Mittagspause?
  • Nein nein. Ich bin Student Kommilitone .
  • Also immer Pause.
  • [Lächelt.]
  • Was studierst du?
  • Kunst. An der HGB. Kennen Sie die?
  • Nein. Kunst …
  • Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit über Kunst.
  • Darüber kann man viel schreiben?
  • Es gibt ganze Bücher voll!
  • Wirklich? Aha.
  • [Pause.]
  • Kunst … Kunst ist für mich, wenn ein Konditormeister eine Torte herstellt.
  • Das ist schon Kunst? Eher Handwerk Handwerk , oder?
  • Ja. Kunst eben. Das kann ich selber nicht!
  • Oder dieses da! [Zeigt auf Plakat mit frisiertem Frauengesicht.]
  • Das Plakat?
  • Nein. Die Frisur!
  • Das ist schon Kunst? Für mich ist es Handwerk.
  • Nein. Kunst!
  • Bei Kunst müsste noch … irgendwas interpretiert werden können. Irgendeine Frage sein. Ein Gefühl transportiert werden. Oder so. Halt etwas, was mehr als bloßes Handwerk ist.
  • Aha.
  • Nein.
  • Das ist Kunst.
  • [Pause.]
  • Graffiti Graffiti kann schön sein.
  • Außer die Hauswand gehört einem selber.
  • Es gibt richtig schöne Graffiti. Wo ich sagen würde: Das ist Kunst.
  • Kennen Sie Pissoirs? Die Toiletten-Dinger? Das ist große Kunst!
  • Aha. Alles kann Kunst sein?
  • Prinzipiell ja.
  • Aha. Wirklich? Alles?
  • Ja! Es muss nur Menschen geben, die das so bezeichnen.
  • Aha.
  • [Schneidet weiter. Schaut immer wieder über den Spiegel in meine Augen. Zweifelnd.]
  • Dieser Hundertwasser … Den verstehe ich nicht.
  • Wie kommen Sie darauf? Der mit den Häuserfassaden?
  • Ja. Oder die Bilder. Die verstehe ich nicht. Das ist halt … gezeichnet. Wie bei Kindern.
  • Das ist interessant. Bin ich gerade dabei. Ich studiere Kunst im zehnten Semester und versuche wie ein Kind zu zeichnen.
  • Aha. Für mich ist das Gekrakel.
  • Mein Sohn kann nicht zeichnen. Er ist richtig gut im Fußball. Aber er kann nicht zeichnen.
  • Jede Zeichnung von Kindern hat was. Denke ich.
  • Ne. Nicht bei ihm. Er hat eine sechs in Kunst bekommen.
  • Eine sechs? Das geht?
  • Ja!
  • Das ist aber Unterricht. Das gefällt mir auch nicht. Da wird einem gesagt, welchen Stil man nehmen oder welches Motiv man malen soll. Das ist nicht schön. Die müssten freier arbeiten können. Sich ausdrücken können!
  • Na ja. Einige malen aber einfach nicht gut.
  • Oder singen!
  • Die können das halt nicht.
  • Sprachlich äußern ist auch Ausdruck.
  • Na ja.
  • Macht acht Euro neunzig.
  • Zehn.
  • [Aufnahme Ende.]
Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen
Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen
Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch
Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch
Muskelmann, Mitte 19. Jahrhundert, Jacques-Eugène Caudron (1818 - 1865, Bildhauer), Skulpturensammlung Dresden
Muskelmann, Mitte 19. Jahrhundert, Jacques-Eugène Caudron (1818 - 1865, Bildhauer), Skulpturensammlung Dresden
Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jahrhundert, Wachs-Trockenpräparat
Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jahrhundert, Wachs-Trockenpräparat
Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inventar-Nr. ANA2006/511
Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inventar-Nr. ANA2006/511
Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871
Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871
Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide
Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide
Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel
Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel
System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140 x 170 cm, Ricardo Alcaide
System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140 x 170 cm, Ricardo Alcaide
Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide
Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide
Anatomisches Museum (zur Ausstellung von gestern, aus Ausstellungs-Katalog) Kunst- und Wunderkammern Kunstkammer im 16. und 17. Jahrhundert von Adeligen, Kirchenmännern, Kaufleuten, Ärzten, Apothekern Wunderwerk göttlicher Schöpfung sollte gezeigt werden Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen museum-worm-k.jpg Ole Worm (1588 - 1654, Arzt) zeigt aber auch Endlichkeit des Seins Memento mori - Gedenke deines Endes im Barock weit verbreitetes Appell oft Präparate eindrucksvoll präsentiert wie klagende und musizierende Kinderskelette Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch ruysch-k.jpg Anatomisches Theater: römischem Kollosseum nachempfunden Anaton steht in der Mitte, seziert und demonstriert Leichnam den Studenten mit Ziel Körper in all seinen Formen und Funktionen zu ergründen neben Studenten auch Laien, wie Würdenträger und interessierte Bürger Anatom stellt Leib des Menschen als Wunderwerk Gottes vor Muskelmann, Mitte 19. Jahrhundert, Jacques-Eugène Caudron Jacques-Eugène Caudron (1818 - 1865, Bildhauer Bildhauerei ), Skulpturensammlung Dresden muskelmann-k.jpg Muskelmänner beliebte anatomische Studienobjekte in Künstlerstudios in Früher Neuzeit (16. - 17. Jahrhundert) Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jahrhundert, Wachs-Trockenpräparat gesichtsschaedel-k.jpg Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inventar Inventar -Nr. ANA2006/511 unterarm-k.jpg Ziel Pathologen: vom toten Körper auf Krankheitsprozesse im Lebenden zurückschließen Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871 gesichtsurne-k.jpg Rudolf Virchow publizierte über Mützenurnen[?] Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • Schönes Objekt ist keine Kunst
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [In der Galerie.]
  • Wieso hast du gerade gestöhnt, als du das Bild gesehen hast?
  • [Flüsternd:] Das ist keine Kunst. Das ist ein schönes Objekt. Wie … Ein schönes Design-Objekt!
  • [Macht ein Foto von der Arbeit.]
  • [[Sperren: Knips.]]
  • [Betrachten das Bild "Critical", 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide Ricardo Alcaide .] Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide gespraech3-2-k.jpg
  • Kunst ist das nicht.
  • Das hängt jetzt aber in einer Kunstgalerie.
  • Na ja. Aber deswegen ist es ja nicht Kunst.
  • Für mich schon.
  • Was ist für dich daran jetzt so besonders?
  • Warum ist es ein Design-Objekt?
  • Na ja. Weil es schön ist. Also ich würde mir das hinhängen.
  • [Sperren: Echt?]
  • [Kleinlaut:] Vielleicht.
  • [Lachen.]
  • Ich denke … Gerade durch diese Löcher wird es dann wieder zu etwas, was ein Designer sich nicht hängen würde. Weil die ja eher …
  • Nö. Die zeigen ja vielleicht, dass es früher mal was anderes war.
  • Ach so?
  • Und … äh … vorher eine andere Funktion hatte.
  • Die hat er nicht erst nachträglich reingemacht? Das dachte ich gerade.
  • Na ja. Das weiß man jetzt ja nicht.
  • Na du kannst schon recht haben.
  • Na aber … Schau. Das ist einfach ein … Dreieck mit … ähm … ein paar Linien. Gefärbt. Fast wie eine Straßenkarte.
  • [Straßenbahn Eisenbahnstraße fährt vorbei.]
  • Aber nichts besonderes.
  • Na doch. Würdest du denn sowas machen?
  • [Pause.]
  • Nö. Aber ich [Sperren: könnte].
  • Dann ist es doch aber …
  • [Lachen.]
  • Das Graffiti Graffiti draußen kannst du auch machen.
  • Ja. Das ist ja der Punkt. Aber da hab' ich gesagt: Da ist ja das Besondere, dass man ja schon in die Illegalität geht. Das [Zeigt auf das Bild.] hat für mich nichts besonderes.
  • Dann zeig' mir mal was Besonderes!
  • Na wir müssen gucken.
  • [Pause. Rascheln. Beide gehen durch den Raum.]
  • Das mit den Löchern war aber aus Absicht.
  • [Fremde Person in Galerie hustet.]
  • Sagst [Sperren: du].
  • [Sperren: Weil] hier jetzt auch Löcher drinne sind.
  • Was ist das denn überhaupt.
  • Red' mal lauter! Ich höre dich nicht!
  • [Pause.]
  • Na ja. Es schaut fast aus wie so eine Fließenwand.
  • [Geraschel. Mikrofon reibt an Jacke.]
  • Mit Fugen.
  • Vor allem nicht grundiert! Oder? Sonst würde das nicht hier abplatzen.
  • Na das ist doch gewollt!
  • Also kein Design, sondern Kunst!
  • Mhm. Ich weiß nicht.
  • Und ich sehe mich drinne. Das ist gut.
  • Na ja. Siehst du aber … Das ist so …
  • [Zieht die Nase hoch.]
  • Toteninsel Toteninsel von Böcklin Arnold Böcklin
  • Für mich ist Kunst eher das, was man zu … Die Toteninsel!
  • Warum das?
  • Vom Böcklin. Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel toteninsel-basel-k.jpg
  • Das finde ich besonders.
  • Warum.
  • Besonders = Komposition und gegenständlich
  • Na die Komposition.
  • Hier hast du auch eine!
  • Ja aber da ist es gegenständlich. Was man dort sieht. Und hier nicht.
  • Das ist eine Mauer. Das [Sperren: ist] gegenständlich.
  • Der Böcklin hat sich Gedanken gemacht!
  • [Zeigt auf das Bild.] Der nicht?
  • Nö.
  • Das ist doch auch nicht wahllos.
  • Interpretationsmöglichkeiten zu viele
  • Na ja. Pfff. Das ist ziemlich frei hier … Die Interpretation, die da jeder reinstecken kann. Während die Toteninsel, die hat … die hat schon … gibt eher was vor. Schränkt eher ein. Das hier ist wahllos. Jeder kann da was Eigenes hinein interpretieren.
  • Aber bei der Toteninsel hat die Gesellschaft im Endeffekt jener Zeit vorgegeben, was die Symbole bedeuten. Und das wurde dann in das Bild hineingetan.
  • Ja!
  • Das ist doch eigentlich langweilig! Das ist was Gewöhnliches! Hier [Deutet auf das Bild.] würde ich sagen, ist zum Beispiel eine … eine Sprache, die du nicht sofort verstehst. Also die sozusagen von jemanden gemacht wurde …
  • Es gibt keine. Weil jeder … Derjenige, der das macht versteht was darunter. Vielleicht. Aber jeder, der sich es anguckt, hat ja seine eigene Sicht.
  • Das ist doch super!
  • Ja aber …
  • Bei der Toteninsel wird im Endeffekt alles vorgekaut. Was … Was die Bäume bedeuten. Was dieser … äh … Was dieser … dieser Weg für eine Geschichte hat … Vom Festland zur Insel.
  • Ja!
  • Das ist Geschichte!
  • Es ist gefasst. Eingefasst! Und in der … Ich meine, du weißt es sicherlich … Es gibt ja diese verschiedenen Versionen. Alle sind ein bisschen anders. Weil das Ding an sich gibt es ja nicht.
  • Welches Ding?
  • Diese Insel. Es gibt halt …
  • [Sperren: Doch]. Es gibt ein Vorbild.
  • Na aber das ist da so ein Friedhof. Der hat ja …
  • Wo denn?
  • Na bei Venedig!
  • Ach so. [Lacht.] Das wusste ich gerade nicht.
  • [Lacht ebenfalls.] Der … Der hat … Der hat ja … Der hat ja keinen Berg.
  • Warst du da?
  • Ja, ich war schon da.
  • [Sperren: Auf] der Insel.
  • Ja.
  • Wie kommt man da drauf?
  • Mit dem … Mit diesen Booten.
  • [Lacht.] Das ist ein Touri-Ding. Oder was?
  • Na eben nicht. Aber wir wollten einen Ruhepol, als wir da waren.
  • Und da sind bloß Gräber.
  • Ja.
  • Und das hat auch der als Vorbild …
  • Gedankengänge Künstler und Betrachter sollten sich ähneln
  • Na ja, das war eines der Punkte. Aber warum hat er die anderen Elemente reingemacht … Das weiß ich nicht. Ich will nur damit sagen … ähm … Er hat ja auch was zusammengestellt. Aber etwas Eingeschränktes. Wo die … Wo die Gedanken von allen, die sich das angucken, ja ähnlich sind, in eine ähnliche Richtung gehen. Hier [Zeigt auf Arbeit.] … Das ist … Pfff … Je nachdem, wie meine Gefühlslage ist und mit welchem Hintergrund ich hier her komme, sehe ich da was anderes.
  • Und ist das jetzt komisch? Für dich? Oder was?
  • [Pause.]
  • Ja! Das ist für mich halt … Das ist [Sperren: zu] frei. [Sperren: Zu] offen. Hier brauchst du wieder einen Erklärungstext.
  • Nö. Du siehst doch ein Muster! Das reicht doch als …
  • Das ist die Kom…
  • Komposition!
  • Das ich da eine Komposition habe?
  • Und das ist ein Spiegelbild Spiegelbild . Du siehst dich selbst. Diese Reflexion.
  • Ach. Ist das gewollt?
  • [Sperren: Natürlich] ist das gewollt.
  • Wieso.
  • Na sonst kann der ja … Der hat ja das Material extra ausgesucht.
  • Na ja, aber …
  • Das ist ja Klavierlack. Oder sowas.
  • Warum hat er dann keinen Spiegel drangebaut.
  • Für mich wäre da jetzt ein Spiegel drinne.
  • [Geräusche. Mikrofon reibt an Kleidung.]
  • [Beide gehen weiter.]
  • [[Sperren: Knips.]]
  • [Betrachten das Bild "System", 2016, Ricardo Alcaide.] System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140 x 170 cm, Ricardo Alcaide gespraech3-4-k.jpg
  • [Pause.]
  • [[Sperren: Knips.]]
  • [Sie stehen vor der nächsten Arbeit.]
  • Ich traue mich nicht rüber. Was ist denn das?
  • zu hoher Preis für Kunstwerk
  • [Blättergeraschel.]
  • Das ist der Preis für die Arbeit.
  • [Flüsternd:] [Sperren: Unglaublich!]
  • [Pause.]
  • [Noch leiser, damit die Aufsicht nichts hört.] Achtzehntausendfünfhundert Franken.
  • Die haben hier auch acht Prozent Steuer?
  • Mhm. Für irgendwelchen Mist.
  • [Pause.]
  • Du brauchst noch einen Kaffee! Lass uns das mal durchgehen! [Blättert durch das Werkverzeichnis Werkverzeichnis .]
  • Nimm das mal mit.
  • Ich nehme es nachher mit.
  • Nee. Wir können das gleich durchgehen.
  • Über Kunst laufen
  • Wer geht zuerst rüber? Ich will keine Alarmanlage hören.
  • Hier gibt's doch keine Alarmanlage.
  • Okay. Ich gehe einfach.
  • [Schrittgeräusche über Ziegel.]
  • Jetzt bist du über [Sperren: Kunst] gelaufen.
  • Das hat aber was cooles.
  • Warum?
  • Keine Kunst, oder doch? Mit Symbolkraft
  • Das ist auch keine Kunst. Aber es hat was symbolisches. Du gehst in einen Raum und du siehst das auf dem Boden …
  • Ja, jetzt fühle ich mich irgendwie auf der anderen Seite.
  • Mhm. Das teilt etwas. Aber es hat eher was … Pfff …
  • Na du bist ja nicht drauf geblieben.
  • Na ja … Vielleicht ist das doch Kunst. Es macht … Es ist halt was Besonderes. Es macht was mit dir.
  • Was denn?
  • Es ist wie eine Grenze.
  • [Pause.]
  • Symbolisch.
  • [Geräusche beim Blättern durch die Liste.]
  • [Schaut aus dem Fenster.] Funktioniert die Tankstelle noch?
  • Ja.
  • [Blattgeräusche.]
  • [Lautes Telefonklingeln.]
  • [Aus dem Hintergrund: Hallo!]
  • Das sind fünfzig Steine. Und sie sind … ähm … alle wie unterschrieben.
  • [[Sperren: Knips.]]
  • [Betrachten das Bild "Unsettled", 2017, Ricardo Alcaide.] Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide gespraech3-5-k.jpg
  • Was sind sie?
  • Unterschrieben. Nummeriert und unterschrieben.
  • Dadrunter.
  • Wo das ist …
  • Okay. Na das ist ja dann für den Kunstmarkt Kunstmarkt .
  • Na ich meine … Die Wirkung ist halt cool. Es teilt. Du machst dir Gedanken. Kann ich da jetzt rüber? Oder nicht?
  • Es ist halt was anderes als jetzt ein Bild, was an der Wand hängt. Weil das halt so … so normal ist.
  • Es hebt sich halt damit ab.
  • Meine ich ja.
  • Damit hat es was besonderes.
  • Aber wenn du bloß das jetzt in dem Raum hättest … wäre das vielleicht wieder zu wenig.
  • Nur was besonderes, da im Kunstraum
  • Wenn du vielleicht nicht … Vielleicht wirkt es nur in dem Kontext. Ob es in einer Galerie … oder ob es in einem Museum wäre. Wenn es einfach irgendwo ist …
  • Wenns irgendwo draußen in der Stadt wäre, wäre es vielleicht irgendwie lahm.
  • Du würdest halt nicht automatisch drüber laufen.
  • Es wäre halt einfach ein architektonisches … ähm …
  • Manche würden es einfach nicht sehen. Aber das stimmt. Die Wirkung wäre anders. Aber [Sperren: hier] … in dem Kontext … hat es aber eine bestimmte Wirkung auf dich.
  • Na das ist wieder so ein schwammiges …
  • Du fühlst dich wirklich erst auf der einen, dann auf der anderen Seite. Das hat da ja was trennendes. Eigentlich symbolisiert es mehr oder weniger das, was auch Grenzen sind.
  • Aber diese Gedanken kommen dir dann ja nur, [Sperren: weil] es in einer Kunstgalerie ist. Und nicht, wenn es draußen ist. Da sind wir über die Straße gelaufen, da hast du dir kein Zeichen genau angeguckt. Könnte das irgendwie eine Grenze sein? Oder so.
  • Ja. Außer es stünde ein Schild, was mir sagt: Hier!
  • Wenn du hier jetzt aber in der Galerie nen Zebrastreifen rein machen würdest, dann wäre dieser Zebrastreifen in dem Moment Moment auch etwas, worüber du mehr nachdenken würdest. Über Übergang. Über Grenze. Äh … Vorfahrt. Keine Ahnung was.
  • Bleiben wir mal bei dem Kriterium für [Sperren: mich]. Ne? Hier geht es ja um [Sperren: meine] …
  • [Sperren: Nee]. Das ist ein [Sperren: Gespräch]. Wir diskutieren beide zusammen. Ich will meine Stimme auch hören!
  • Äh … Die ist wieder öfters zu hören als meine.
  • Wir sehen es an den Sprechblasen.
  • Das besondere … Und egal was du jetzt … Das besondere kann natürlich auch in einem bestimmten Kontext erst etwas Besonderes sein. Aber es ist ja trotzdem etwas Besonderes.
  • Auch in der Galerie ist es [Fußnote: Die Ziegel-Arbeit.] was Besonderes.
  • Ja.
  • Anders als das Bild.
  • Mehr Kunst, weniger Kunst, Graubereich
  • [Sperren: Das] ist mehr als Kunst … Als das Bild.
  • Was ist [Sperren: mehr als Kunst]?
  • Na das macht es mehr zur Kunst. Entschuldigung.
  • Wieso. Was ist denn [Sperren: mehr] und was ist [Sperren: weniger] Kunst.
  • [Pause.]
  • Na ja. Vielleicht …
  • Was ist denn Kunst.
  • [Flüstert:] Das weiß ich nicht.
  • Wieso nimmst du dann so ein Wort in den … in den Mund.
  • [Aus dem Hintergrund, die Aufsicht telefoniert: [Sperren: Ich hab' zwar] …]
  • Ich glaube, für mich gibt es schon so eine Abstufung. Wo ich sagen würde … Das ist jetzt nicht schwarz und weiß. Es gibt für mich ja keine klare Definition. Deswegen kann ich nicht sagen: Das ist auf jeden Fall Kunst. Okay. Das kann ich sagen. Dann würde ich sagen: Mhm … Das vielleicht. Wie das Graffiti da! Das ist … Das ist so ein Graubereich. Es gibt Dinge, wo ich eindeutig sagen würde: [Sperren: Nein].
  • Aber will der Graffiti-Typ der Gesellschaft etwas mitteilen? Oder bloß eine Marke hinterlassen. Wie ein Hund.
  • Das wissen wir jetzt ja auch nicht.
  • Na ich weiß es gerade bei Graffiti allgemein nicht. Ob das … Also warum die das machen.
  • Dort war es ja eher ein Text als Geschmiere.
  • Ist … Ist ein [Sperren: Täg]. Das nennt man [Sperren: Täg]. Die hinterlassen ihre Signatur Künstlersignatur .
  • Es gibt … So ein richtiges Graffiti ist ja schon eher ein bildliches Ding.
  • [Pause.]
  • Denke ich.
  • Na ja, aber die Frage ist, warum die das …
  • [Lautest Telefonklingeln.]
  • … machen. Ist es im Endeffekt das selbe, wie wenn ein Künstler in einer Galerie ausstellt? Er dann sozusagen Zeichen hinterlässt? Was aber [Sperren: sehr] temporär ist. Weil es ja auch bloß eins zwei Monate …
  • [lautes Telefonklingeln]
  • … da sein wird. Was [Sperren: du] wieder … Wo du vorhin gesagt hattest … Das sollte beständig sein. Oder so …? Das ist es hier ja aber nicht! Das ist es hier ja aber nicht! Diese einzelnen Dinger sind [Sperren: nur] in [Sperren: diesem] Raum in [Sperren: dieser] Länge genau [Sperren: jetzt] so. Und die werden nie wieder genau so ausgestellt werden. Das heißt, sie sind nicht beständig.
  • Aber sie sind immer fünfzig … Und nicht einfach …
  • Das weißt du nicht. Die sind jetzt hier fünfzig. Weil die vielleicht genau hingepasst haben. Und die Zahl fünfzig …
  • Hier steht aber fünfzig.
  • Ja weil das fünfzig Dinger sind.
  • Fünfzig.
  • Man bezahlt für fünfzig oder für eins?
  • Na für das Ding!
  • Zeig mal. Das glaube ich nicht.
  • [Blätterrascheln]
  • [Sperren: Mensch.]
  • Hier ist es.
  • "Price upon request."
  • [Stimme der Aufsicht ins Telefon: Und dann habe ich noch …]
  • Ich glaube aber nicht, dass die Zahl fünfzig jetzt so wichtig ist.
  • Und es ist ja genau abgemessen.
  • [Sperren: Ja weil] … Die geben [Sperren: immer] die Daten davon an. Ähm … äh … Wie groß ist die eigentliche Arbeit. Das heißt nicht, dass das gewollt ist.
  • Also stellst du das jetzt in Frage oder was? [Lacht.]
  • Weil [Sperren: du] das nicht in Frage stellst!
  • [Lachen.]
  • [Pause.]
  • Kriterium, überhaupt zu fragen, ob es Kunst ist
  • Ist das auch ein Kriterium?
  • Was?
  • Das ich es in Frage stellen kann.
  • Nee. Das du überhaupt auf den Gedanken kommst, es in Frage zu stellen, ist das Kunst oder nicht. Da draußen in der Landschaft bist … Da stellst du [Sperren: nichts] in Frage. Da sagst du nicht: Ist das ein Baum? Ist das kein Baum? Hier fragst du halt …
  • Weil es halt eindeutig definiert ist. Das ist etwas …
  • Definition eindeutig
  • [Sperren: Wer] definiert das eindeutig.
  • Das es ein Baum ist oder nicht.
  • Das es ein Baum ist oder kein Baum.
  • Die Biologen werden dafür schon eine eindeutige Definition gefunden haben.
  • Aber wir selbst haben in unserem Kopf abgelegt, ab wann ist ein Baum ungefähr ein Baum. Ab wann ist es ein Strauch. Ab wann ist es eine … Blume.
  • Ja.
  • [Frau im Hintergrund ins Telefon: Okay.]
  • Da gibt's aber auch Grenzbereiche.
  • Okay. Hier ist es natürlich schwieriger. Weil, wie wir ja alle wissen, … Deswegen bist du ja auch so unsicher und machst überhaupt so eine Befragung, mhm … Es gibt keine eindeutige Definition. Deswegen kannst du nicht einfach sagen, für d
  • Ja das ist … Das ist das jetzt. Das ist jetzt Kunst. Und das ist das nicht.
  • Es ist aber in einer Kunstgalerie. Deshalb ist es für mich automatisch Kunst. Ob das jetzt gute oder schlechte …
  • Für mich nicht.
  • [Sperren: Nein!] Da würde ich zum Beispiel unterscheiden zwischen … Ist das gute …
  • [Frau im Hintergrund: Mache ich.]
  • … oder keine gute Kunst. Aber es [Sperren: ist] Kunst. Weil es in einer Galerie ausgehangen wird. Und so definiert wurde. Von anderen. Dann ist es ja per se … Dann [Sperren: ist] es Kunst. Wenn jemand sagt, es ist Kunst, dann ist es für ihn Kunst. Zumindestens wenn es einer sagt, ist es Kunst.
  • Das [Sperren: könnte] dann Kunst sein.
  • Es geht nur darum, was [Sperren: du] darin siehst. Gute Kunst oder nicht so …
  • Je nach Galerie ist es Kunst oder Geldkunst
  • Nein nein nein. Das entscheidende ist ja, wenn es in einer Galerie ist … [Sperren: Galerie] repräsentiert das … den Kunstmarkt.
  • Das stimmt nicht.
  • Für mich.
  • Es kommt auf die Galerie drauf an.
  • Da sehe ich hier [Fußnote: In der Liste.] [Sperren: Geld].
  • Das stimmt.
  • Also ist das hier eine …
  • Es gibt aber auch Kunstvereine, die haben ihre Räume.
  • Das ist aber was anderes. Das ist dann ein Raum, ein Ausstellungsraum.
  • So wie hier!
  • Hier ist das aber eine Galerie. Hier geht es darum zu verkaufen.
  • Das kaufen Leute?
  • [Pause.]
  • Repräsentant des Marktes
  • Ja. Hier geht es doch um … Und deswegen ist das wie die Art Basel. [Flüsternd:] Das ist eine Repräsentation des Marktes.
  • Aber das ist extrem dort. Finde ich.
  • So. Und für die geht es ja um eine andere Frage. Die können natürlich festlegen: Wir stellen das aus. Und können sagen: Für uns ist das hier Kunst. Und vielleicht auch für Leute, die hier einfach denken: Okay, alles was in der Kunstgalerie ist, muss Kunst sein.
  • Der Raum muss bezahlt werden! Der Strom! Der Künstler muss bezahlt werden! Viele müssen ja denken es ist Kunst und kaufen es für diese tausenden von … von Franken.
  • Ja aber warum … Es muss keine Kunst sein. Es kann ja auch ein Designobjekt sein.
  • Aber niemand gibt für ein Designobjekt soviel Geld aus. Das ist ein [Sperren: Unikat]. Das ist vielleicht noch einmal ein Unterschied zu einem Designobjekt. Wo ich sagen würde, es ist meistens eine Auflage.
  • Das ist ja die nächste Frage. Wir wissen ja überhaupt nicht, ob überhaupt jemand was nimmt. Was passiert denn mit den ganzen Objekten …
Tate Modern
Tate Modern
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994 - 2000
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994 - 2000
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • [Pause.]
  • Allerdings leider erst dann. [Hustet.]
  • Also das heißt, du willst dir davor keine Sachen durchlesen oder … ähm …
  • Nein, so generell würde ich es nicht sagen. Ich würd's nicht ausschließen.
  • Ja klar, aber …
  • Aber …
  • … dich interessiert danach eher, dass … wenn … wenn … wenn du über das Handwerk Handwerk einen Zugang gefunden hast.
  • Tate London
  • Also ich kann dir noch ein zweites Beispiel geben. Ich war mal in Paris. Auch wieder in dem … Oder war das in London? Da war eine Ausstellung …
  • Du brauchst echt eine Jahreskarte!
  • [Lachen.]
  • Ich … Ich glaube, es war in London. Und zwar …
  • [Sperren: Tate]. Meinst du.
  • Äh … Ich weiß nicht, ob es … ähm … in der … [Sperren: Ja], es kann sein, dass ich sogar … dass es in der Tate-Galerie …
  • Da war ich … [Direkt in das Mikrofon:] … dieses Jahr übrigens. Tate Modern tate-k.jpg
  • Pass auf.
  • Ein [Sperren: großer] Streit mit Christian.
  • Jedes Kind … äh … Jedes Kind hat schon einmal ein Luftballon … äh … ähm … zu einem Tier gebastelt bekommen.
  • Okay.
  • Und … äh … Dort war eine Ausstellung …
  • [Sperren: Kenne ich doch].
  • … mit großen …
  • Jeff Koons Jeff Koons
  • Das ist Jeff Koons.
  • Jeff Koons. Ich vermute auch, dass das Jeff Koons ist. Ja.
  • [Tippgeräusche.]
  • Dann war der andere [Fußnote: Der die Pillendöschen-Arbeiten gemacht hat.] aber jemand anderes!
  • [Lachen.]
  • Aber okay. Den kenne … Das ist super. Okay.
  • Das ganze war dann eben halt … äh …
  • Mach auf. Mensch. Ich will das noch einmal sehen!
  • Ja. Ganz kurz. Ähm … Also … Also übergroße Figuren.
  • Ja. Ja. Und ganz grell.
  • Immer glänzend.
  • Ja.
  • Äh … grelle Farben.
  • Ja.
  • Erste Frage: Material
  • Aber die selben Figuren. So und … äh … Es hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil ich hatte … äh … äh … ähm … Also es hat mich in dem Moment Moment erst einmal interessiert, weil ich dachte: Mit welchem Material hat er gearbeitet.
  • Super. Okay.
  • Es war so krass.
  • Was war das denn. Stahl oder so. Ne? Blech oder so? Was …
  • Nee.
  • … aufgeblasen wird? Und dann …
  • Ich kann es dir jetzt gar nicht mal genau sagen. Ähm … Aber es muss leichter sein. Als … ähm … Als …
  • Meine ich ja. Das ist eine ganz dünne Schicht halt. Die dann ausgedehnt …
  • Ja.
  • … wird durch … durch Luft reinpressen. Balloon Dog, Jeff Koons, 1994 - 2000 dog-k.jpg
  • Was interessiert mich ein als Luftballon … äh … geknoteter Hund. Ja?
  • Ja.
  • Das interessiert mich überhaupt nicht. Und würde ich vielleicht auch nicht soviel Künstlerisches darin … äh … erkennen. Ja?
  • Was meinst du mit künstlerisch? Warum ist ein Hund, der größer gemacht ist im Ballon, künstlerischer als ein kleiner?
  • Mhm.
  • Weil es künstlicherer, ungewöhnlicher ausschaut? Weil man es nicht auf der Straße begegnen würde?
  • Alltägliche in Kunst transformiert
  • Vielleicht wieder, weil das eine ist das Alltägliche.
  • Genau. Was manche sich auch auf der Straße … Ja.
  • Ähm … Wie das Urinal alltäglich ist. Oder eben der geknotete Hund auf einer Geburtstagsparty … Wie das alltäglich ist. Und das andere ist wieder dieses bewusste Gestalten. Dieses bewusste Schaffen von etwas Großem. Ähm … Vielleicht mit einem besonderen Material. Ähm … Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube YouTube dog2-k.jpg
  • Okay.
  • Mhm … Der Spiegel Spiegelbild des Alltäglichen. Auf einmal auch wieder in so einen Raum gebracht. Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons kugel1-k.jpg Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons kugel2-k.jpg
  • Ein bisschen widersprechen tust du dich aber trotzdem. Weil du beim Urinal nämlich gesagt hast, da würde es dir sogar gefallen, vielleicht, wenn da der Alltag mit drinne sein würde. Urin. Oder selbst wenn es bloß gemalt ist. Bei dem Luftballon sagst du jetzt, dir reicht die normale Größe nicht aus. Sondern du brauchst ein ganz übergroßes Ding.
  • Nein. Vielleicht auch wenn es kleiner wäre. Nein, nein. Das wollte ich damit nicht sagen. Ich sage nur: Das eine ist das Alltägliche. Und ich sehe in dem Alltäglichen weniger das Künstlerische. Weniger …
  • Ja.
  • … den Aspekt Kunst.
  • Ja.
  • Ähm … Wenn jetzt aber jemand bewusst das Ganze aus dem Alltag herausnimmt, …
  • Ja.
  • M. C. Escher M. C. Escher
  • … in einem anderen Raum zeigt. Vielleicht in einer anderen Größe. Vielleicht in einer anderen Materialität Materialität . Vielleicht in einem anderen Kontext. Dann gewinnt auch [Sperren: das] für mich eine andere Bedeutung. Mhm … Zum Beispiel … ähm … Dieser Wasserhahn gezeichnet. Äh … ähm … Wo Wasser läuft. Aber kein Zugangsrohr vorhanden ist. Jeder kennt ja irgendwie dieses Bild …
  • Von Maigret?
  • Äh … Also es gibt die …
  • Von René Magritte René Magritte ?
  • Es gibt sogar diese Installation dazu.
  • Okay.
  • Und es gibt auch Bilder dazu. Ja?
  • Sind das die grafischen Bilder? Sind das Grafische? Dann ist das von … ähm …
  • Das kann ich nicht … Das weiß ich nicht. Also … Also auf jeden Fall einmal gezeichnet. Der Wasserhahn, wo Wasser läuft, aber kein Zugang ist. Ähm … Und das andere eben die Installation. Wo man sich fragt: Wieso läuft da permanent Wasser, obwohl ich gar nicht sehe, wo das Wasser herkommt. Also die Leitung …
  • Hast du da noch mehr Informationen. Oder gar nicht, jetze?
  • Nee. Das sind einfach nur Dinge, die …
  • … Dir noch einfallen.
  • So. Wen sollte ich jetzt finden?
  • [Sperren: Escher] wäre mir jetzt noch eingefallen. Der doch mit so optischen Täuschungen gearbeitet hat. Und wo dann …
  • Möglich. Ja. Aber wen sollte ich jetzt googeln? Mit den Knot-Tieren?
  • Ähm … Jeff Koons.
  • Jeff … Ich glaube, das war Jeff Koons.
  • Jeff Koons und der Kunstmarkt Kunstmarkt
  • Das ist nämlich der, der im Kunstmarkt … Der hat als Thema glaube ich dieses Geldding. Weißt du?
  • Ja.
  • [Beide, gleichzeitig:]
  • Jeff Koons.
  • Jeff Koons.
  • Koons.
  • Genau.
  • Mit Doppel-O.
  • Genau. [Sperren: Genau]. Das ist der. [Sperren: Genau] das ist der.
  • Aber …
  • Diese Ausstellung …
  • Du siehst doch schon an seinem Grinsen: Das ist … Das ist ein Saleman.
  • Ja.
  • So jemand, der da wirklich … ähm …
  • Und was da wirklich ganz geil ist: [Sperren: Das] habe ich selber gesehen. Hier.
  • Na öffne mal.
  • Michael Jackson mit dem … äh … Komplett in Gold. Mit dem Affen. Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons mjackson-k.jpg
  • Wo hast du das gesehen?
  • Äh … Ich glaube, das war in …
  • [Sieht etwas auf der gerade besuchten Website.] Da war ich. In der Beyeler Foundation.
  • Ähm … Das war …
  • Da hatte ich auch einen Streit mit Christian gehabt.
  • Das war, glaube ich, auch in Paris.
  • [Pause.]
  • Aber weißt du …
  • Aus Keramik.
  • … jetzt noch, was du da … Also du erinnerst dich jetzt daran. Das heißt, es hat schon einmal eine interessante … also für dich eine Materialität oder so gehabt, die das im Gedächtnis liegen blieben ließ. Ne?
  • Also das … Das war einfach so verrückt. Dass man sich [Sperren: immer] wieder daran … äh … erinnert. Dass man das schon einmal gesehen hat. Ja.
  • Emotionalität kein Grund
  • Aber du gehst jetzt wieder halt von dem … äh … Erinnern aufgrund der … des Handwerks, der Materialität, … ähm … aus. Und nicht … ähm … aufgrund etwas, was es in dir bewegt hat. Weißt du? Was … Was es ausgelöst hat.
  • Na ja. Das ich mich überhaupt daran erinnere, dass … dass ist natürlich ein Zusammenspiel aus vielen Dingen.
  • Ja. Ja, ja. Aber das wäre aber trotzdem auch bei den anderen Sachen … Bei Uecker Günther Uecker und so. Gab es etwas, was in dir drinne war? Also was es ausgelöst … Also was … was etwas auslöste bei dir? Hast du Tränen bekommen? Hast du ein …
  • Nein.
  • … Zittern bekommen? Oder so?
  • Gar nicht. Also als ich das Bild gesehen hab', hatte ich null Emotionalität. Null.
  • Okay.
  • Äh … äh … Dass das jetzt aus Keramik ist, das hat mich damals auch wenig interessiert. Weil ich fand's zu kitschig.
  • Okay.
  • Äh … Ich habe jetzt gerade gelesen, dass es Keramik ist.
  • Also. Gefühl … Emotionen … wäre für dich jetzt nicht etwas, was … was ein Faktor wäre für: Das ist gute Kunst. Oder so?
  • Ähm.
  • Weil, dann würdest du ja nicht gute Kunst sehen.
  • In dem Moment ist es nichts, was mich wirklich … ähm … was ich mir noch ein zweites Mal hätte angucken wollen.
  • Aber du hast dich daran erinnert. Das heißt, da … Sein Marketing hat funktioniert. Anscheinend.
  • Ich erinnere mich an vieles in meinem Leben.
  • [Lachen.]
  • Na ja. Aber jetzt im Gespräch … äh … erwähnst du ja …
  • Ja.
  • … ein paar Sachen, die dir einfallen.
  • Also das ist mir gerade eingefallen, weil … weil wir ja Jeff Koons geöffnet haben. Und weil's über Google Google , … äh … über die Bildgalerie, … war ja sofort verknüpft.
  • Ja.
  • Ne?
  • Dann geh' aber noch einmal zu … äh … zu … zu diesem Knotendings.
  • Ach hier. Schau mal.
  • Dem Ballonding.
  • Das ist auch …
  • Ja. Das war der Selbe. Genau.
  • Das hängt zusammen, ja.
  • Aber dann geh' jetzt noch einmal zu diesem Knotending.
  • Ja.
  • Weil das finde ich jetzt halt interessant. Du hast einen [Sperren: so] offenen Kunstbegriff. Den [Sperren: ich] gar nicht habe. Den viele gerne hätten würden wollen. Mach mal groß. Irgendwie.
  • Ah. Es geht leider nicht größer.
  • Ach so. Na doch. Du kannst doch rannzoomen. Es geht nur darum, dass wir ein großes Bild haben. Da haben wir eines. Okay. Ähm … Du hast es gesehen. Ne?
  • Ja.
  • So ungefähr.
  • Live. Genau.
  • Ähm … Du hast gesagt, die Materialität hat dich an… angesprungen. Deshalb …
  • Ja.
  • … fandest du es gut.
  • Also hier … Was hier natürlich auch wieder ist …
  • Spiegelung.
  • Große Skulpturen und große Gemälde
  • Ich glaube, man … ähm … man kann mich scheinbar sehr schnell locken. Alleine mit Größe.
  • Mhm. Und Farbe.
  • Das … Das ist … Farbe weniger. Sondern … Mit [Sperren: Größe] kann man sich … kann man mich locken. [Sperren: Große] Leinwände. Gerhard Richter Gerhard Richter . Bin ich sofort da.
  • Der … Der fährt bestimmt mal …
  • Großes …
  • … ein Audi oder so.
  • [Lacht.] Großes … äh … äh … Hier eben auch [Fußnote: Suchergebnis von Google]. Ähm …
  • Aber ist das [Sperren: wirklich] … Ist das wirklich ein schönes … ähm … ein schöner Zugang zu Kunst? Wenn du sagst, … ähm … die … die Größe kann mich locken? Das Material kann mich locken? Das Handwerk kann mich locken? Kann das das Einzige sein? Was halt gute Kunst für … Also was Kunst machen sollte?
  • Ich habe nie …
  • Also handwerklich kann man ja ganz ganz viel machen.
  • Ich habe nie gesagt, dass … dass … äh … äh … äh … ähm … dass … dass … der Zugang, den ich habe zu diesen Gegenständen, zu diesen Werken, dass ich daraus auch ableite, was gut und was schlecht ist. Also das kleine Gegenstände jetzt [Sperren: nie] gute Kunst sein können. Weil sie einfach diese Größe nicht haben.
  • Mhm.
  • Das … das kann ich nicht … Das stimmt auch nicht.
  • Nee.
  • Kunst = subjektiv
  • Das würde ich [Sperren: nie] ableiten.
  • Das hab' ich jetzt auch gar nicht so extrem gemeint.
  • Ja … Und … ähm … Was ist gute und was ist schlechte Kunst.
  • Ja.
  • Also das liegt ja wirklich … äh … äh …
  • Das ist jetzt subjektiv.
  • … im Auge des Betrachters.
  • Ich meine, schon was …
  • Das ist extrem subjektiv.
  • … [Sperren: Kunst] ist, ist subjektiv. Aber … Aber … Aber …
  • Aber ist es mir gefällig, oder … Was nicht. Ne?
  • Genau. Aber da man das ja nicht klären kann, sagt man …
  • Ja.
  • … äh … fragt man glaube ich eher: Was ist denn gute Kunst. So. Und da kann man dann halt … Nee. Bei guter Kunst, da kannst du wieder objektiver rangehen. Deshalb fragen nämlich Kunsthistoriker und so weiter nach [Sperren: guter] Kunst. Ich habe Bücher davon. Da geht's dann nämlich darum, wie die aufschlüsseln, warum ist das jetzt gute Kunst. Also technisch und so weiter und so fort. Weißt du? Was … Was macht das Bild …
  • Mhm.
  • … besonders gegenüber anderen Sachen. So. Das lese ich mir …
  • Mhm.
  • … auch noch einmal durch. Das ist ja ein gutes Ding. Ähm … Dich würde ich deshalb eher nicht fragen, was gute Kunst ist, sondern was dich halt berührt. Darum geht's ja. Was … [Sperren: Na] … Oder berührt … Dich berührt's halt vom Material her. Das ist doch auch okay. Oder?
  • Mhm. Das Material selber berührt mich nicht.
  • [Sperren: Nee]. Aber die Größe. So.
  • Ähm.
  • Und die Größe ist doch etwas … ist … ist … das Objekt.
  • Assoziationen aufgrund Größe
  • Das … Das … Das ruft bei mir auf jeden Fall genau Assoziationen hervor. Gefühle hervor. Aufgrund der schieren Größe. Genau.
  • Okay.
  • Immer dieses Übermächte. Dieses … äh … nicht Alltägliche. Äh … äh … Dieses … ähm … Ja, wie mit Lupe auf etwas heraufschauen. Ja?
  • Ja.
  • Also normalerweise wären das ja nur ganz kleine … äh … äh … Knotentiere. Und auf einmal sind sie größer als ich selbst. Also auf einmal ändert sich auch der Spiegel. Man stelle sich mal vor, es wird … äh … in der Größe eine Ameise abgebildet.
  • Mhm.
  • Da ist das Größenverhältnis aber umgekehrt. Ich bin geschrumpft. Die Ameise ist … äh … vergrößert.
  • Mhm.
  • Äh … Und auf einmal sehe ich ihre Werkzeuge, dieses Tieres, auf einmal extrem bedrohlich.
  • Mhm.
  • Obwohl ich … Umgekehrt war ich für sie bedrohlich.
  • Mhm.
  • Ähm … Und jetzt ist auf einmal … ähm … verkehrte Welt. Und … äh … Alleine das schon macht mich neugierig. Ähm … Weil es … Weil es in mir Emotionen, Gefühle weckt. Die ich vorher nicht hatte. Ja.
  • Jeff Koons = Geschäftsmodell?
  • Bei dem Jeff Koons, glaube ich, vereinen sich einige Sachen. Die bei dir immer zu Tage kommen. Und zwar einmal: Kunst ist gleich Geschäftsmodell.
  • Mhm.
  • Ist bei dem so.
  • Ja.
  • So wie ich den mitbekommen habe.
  • Ja. Er kleidet sich auch so. Ne?
  • Das meine ich ja. Wie … Wie ein …
  • Er kleidet sich …
  • … Salesman. Und … Und … Und es geht wirklich um Geld.
  • … sehr erfolgreich.
  • Ja.
  • Und … äh … Ja.
  • Ähm … Ausgangspunkt für Künstler hast du Begabung oder … äh … oder Können, Handwerk genannt. Ist bei ihm … Also [Sperren: Handwerk] …
  • [Sperren: Das muss man erst einmal können!]
  • Der Künstler arbeitet selber nicht mehr
  • Nein nein nein. Stopp. Er selber macht das nicht. Das sind alles Auftragsdinger. Der hat glaube ich seine ganze Gilde oder wie das heißt …
  • Das wusste ich gar nicht.
  • … um sich herum.
  • Das wusste ich nicht.
  • Das macht der wirklich nicht selbst.
  • Idee ist entscheidend
  • Aber es reicht ja die Idee. Das reicht ja schon aus.
  • [Sperren: Das] wäre jetzt das Nächste gewesen. Gehört zu dir Handwerk auch …
  • Ja.
  • … die Idee dazu?
  • Natürlich.
  • Oder ne Begabung. Oder …
  • Begabung. Können. Und ich habe nie Handwerk gesagt. Ich habe … Ich hab' gesagt: Begabung und Können. Und das [Sperren: Können] ist ein Handwerk. So. Aber er zum Beispiel [Sperren: kann] gute Ideen entwickeln. Er hat vielleicht etwas gesehen, was sich umsetzen lässt. Vielleicht hat er sogar gegengecheckt, ob das marktfähig ist.
  • Na da kommst du zu: Kunst ist gleich Geschäftsmodell. Das ist dein Ding.
  • [Pause.]
  • Der stört mich übrigens. Ich glaube, den stören aber viele.
  • [Lacht.]
  • Aber … Aber er treibt es auf die Spitze! Das ist wieder cool. Weißt du? Der … Der … Der …
  • Mich hat er begeistert.
  • [Sperren: Ja]. Aber er treibt's auf die Spitze. Deshalb finde ich's wieder gut.
  • Ja.
  • Also er spielt, glaube ich, genau damit sozusagen …
  • Mhm.
  • Wie … Wie macht man ein Image auf.
  • Mhm.
  • Und wie verdient man damit Millionen.
  • Ja.
  • Und … Und … Und am Ende gibt's doch einen Spiegel. Also Leute kaufen sowas für Millionen oder so und … äh … Da kann man sich dann schon fragen: Hallo, was ist das für ein System? Er macht zwar mit. Und er nutzt es aus. Aber gleichzeitig fragt … werden dann solche Fragen da gestellt.
  • Ja.
  • So.
  • Ja.
  • [Pause.]
  • Also er macht's nicht selber. Das weiß ich. Er hat aber die Idee. Okay. Aber das ist übrigens … Übrigens ist das auch bei bei … diesem Pissoir Marcel Duchamp so.
  • Ja.
  • Am Ende hat er es ja nicht selbst gemacht. Er hat lediglich seine … seine Signatur Künstlersignatur gegeben. Und er hatte die Idee dazu, das auszustellen. Oder in einem Salon sozusagen … äh … ähm … einzureichen. Es wurde übrigens abgelehnt. Am Anfang. Von denen. Das war Neunzehnhundertundachtzehn. Oder was da stand. Ne?
  • Mhm.
  • So. Und wurde erst …
  • Neunzehnhundertsiebzehn.
  • Neunzehnhundertsiebzehn. Und wurde erst nachträglich, nachdem er … äh … äh … bekannter wurde … Der hatte mehrere solcher Ready-mades Ready-made gemacht. Also auch so Objekte, die aus dem Alltag sind. Und hat die in den Kunstraum reingestellt.
  • Ja.
  • Ähm … Und wurde erst nachträglich dann, nach dem Krieg eigentlich, … äh … äh … äh … wieder rausgeholt. Weil er bereits viele viele Jahre davor das macht hatte, was die nach dem Krieg gemacht hatten. Und zwar Objekte, die aus dem Alltag kommen, kommen halt in den Kunstraum.
  • Das hatte ich vorhin auch versucht zu erklären. Dass halt der Kunstbegriff dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist.
  • Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten
  • [Sperren: Gleichzeitig] … Jetzt sind wir aber bei einer spannenden Sache! Auch wegen der neuen Musik vorhin. So, … ähm … ähm … wo wir … ich jetzt auch nicht verstehe, warum wird die … äh … gefördert und gespielt, wenn's ganz ganz wenige sich nur angucken. Die Säle manchmal leer sind.
  • Ja.
  • [Sperren: Das] sind doch genau die Sachen, die eigentlich am [Sperren: Ende] … äh … ähm … [Sperren: Inputs] sind für [Sperren: Neues]. Nur [Sperren: dadurch] kann Neues entstehen! Das heißt … ähm … dieses … dieses Zeug hier, … das gab's schon! Aber er hat's noch einmal gemacht. Und er hat wirklich etwas Neues kreiert. Bei dem wurde es jetzt sofort … ähm … akzeptiert. Anscheinend. Aber bei … Aber … Aber … Aber bei diesem Pissoir war's am Anfang abgelehnt worden. Das hat doch … äh … Das hat die Kunstwelt danach verändert.
  • [Pause.]
  • Hat es.
  • Mhm.
  • Van Gogh Vincent van Gogh
  • [Sperren: Und] … Oder nimm … äh … [Sperren: Wähähähä] … [Nicht verständlich.] … Van Gogh nicht. [Sperren: Doch]. Van Gogh. Der wurde abgelehnt mit seinem Zeug, was er damals gemacht hat. Der war arm. Und hat …
  • Ja.
  • … sich zurückgezogen. Und [Sperren: danach] war das erst was.
  • Ja.
  • Das heißt, es wurde Neues geschaffen, was [Sperren: damals] noch abgelehnt wurde, aber später dann halt [Sperren: riesengroße] Kunst war. So.
Topflappen, Anu Tuominen
Topflappen, Anu Tuominen
Hausfrau, Lena Zehringer, 2015
Hausfrau, Lena Zehringer, 2015
Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys
Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh
Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys
Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys
55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam
55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam
Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski
Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski
Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW
Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander weiter transkribiert Gespräch in Sprechblasenform Abbildungen hinzugefügt
  • Jemand, der sich … äh … äh … äh … ausdauernd und wiederholend … äh … mit Rechtswissenschaft beschäftigt.
  • Was ist denn Rechtswissenschaft? Jetzt hast du schon wieder Rechtswissenschaftler mit Rechtswissenschaft …
  • Das ist … Mhm. [Pause.]
  • Ja. Die … Die … Die Definition und die Anwendung von Recht.
  • Okay. Das … Deshalb kommst du sozusagen … äh … Deshalb hast du das erwähnt, Kunst steht bereits im Grundgesetz und so drinne. Aber wird da noch nicht definiert, sondern das ist dann halt das … Das macht ihr dann. Sozusagen. Wenn's nen Fall gibt, ne? So hab' ich's jetzt verstanden.
  • So ganz … Aber nur bezogen auf unser Rechtsgebiet.
  • Ja ja, ich hab' …
  • Man muss Kunst nicht …
  • Okay.
  • … äh … unbedingt aus der rechtlichen … äh … ähm … Also nicht nur … Also nicht nur rechtlich … Also warum sollte ich denn Kunst rechtlich betrachten?
  • Nee, aber … Du bist eher einer, der das könnte. Vom Recht her.
  • Ja.
  • Weil du das gelernt hast.
  • So möchte ich denken.
  • Du redest ja auch darüber. Du hast das ja mit dem Gesetz gesagt. Da steht zwar Kunst drinne, aber es wird nicht gleich definiert. Das liegt ja daran, dass du dich damit beschäftigst.
  • Das ist sozusagen mein Geschäftsmodell Kunstmarkt .
  • Okay. Genau. Okay.
  • [Lacht.]
  • Na ja, das ist ja gut zu wissen.
  • Ja.
  • Ausgangspunkt Begabung oder Handwerk Handwerk
  • Ausgangspunkt … Ich will's gerne mal gerade selbst durchgehen. Ausgangspunkt für den Künstler ist entweder Begabung oder Handwerk.
  • [Stille.]
  • Gut. Ähm … Kann man vielleicht … ähm … Aber allgemein auf alle Sachen irgendwie … ähm …
  • [Stille.]
  • Na ja. Nee. Ich weiß jetzt auch nicht. Be… Begabung. Na was heißt Begabung? Ein Schreiner. Muss der nicht auch eine Begabung dafür haben? Irgendwie?
  • Schreiner, Koch, Künstler
  • Ja. Deshalb …
  • Oder ein Koch.
  • Ist der Koch nicht auch deshalb Künstler?
  • Oder so.
  • [Wiederholt:] Oder ist der Koch deswegen nicht auch Künstler?
  • Na die wollen sich glaube ich als Künstler gerne aufspielen. Ne? Wenn die da ihre kleinen Werke …
  • Nicht aufspielen. Das klingt schon wieder so negativ.
  • [Sperren: Natürlich!] Ich bin da so!
  • Derjenige, der … äh … der ganz zarte Kreationen, neue Dinge schafft …
  • Ja.
  • … und so … Da würde man auch von der Kunstform des Kochens sprechen. Warum denn nicht?
  • Okay. Ähm … Bei dem … Bei dem Koch als Beispiel jetzt. Du würdest aber sagen, dis ist doch nur ein guter Koch, … ähm … äh … wenn es schmeckt und gut aussieht.
  • [Stille.]
  • So. Oder?
  • N… n… nein. Also ich würde den Koch vom Künstler dann abgrenzen, wenn … äh … äh … was Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist. Also wenn er sich selber eher als Koch sieht, dann ist er Koch. Wenn er natürlich … äh … sich stärker als Künstler betrachtet, dann ist er Künstler. Also ich … ich …
  • Koch wirklich Künstler?
  • [Sperren: Ja, aber.] Aber würdest du jetzt einen Koch Künstler nennen, wenn er dir einen Teller präsentiert mit einem schauderhaft ausschauenden … äh … äh … Nudel-Bolognese-Dingsdabumsda? Was auch schrecklich schmeckt! Würdest du ihm dann sagen: Du … Sie sind aber kein Kochkünstler? So? Sondern Sie sind halt jemand, der das nicht hinbekommt …
  • Nein. Das ist eine Frage, wie … wie … wie du … Also die Frage, die du eigentlich stellst, ist, wie definiere ich Kunst. Nämlich gibt es gute und gibt es schlechte Kunst.
  • Intention Intention eines Kochs
  • [Entrüstet:] [Sperren: Nein! Nein nein nein nein!] [Schnell gesprochen:] Nein nein nein nein. [Sperren: Du] hast gerade den Koch mit reingebracht. Oder ich hab' davor was anderes reingebracht. Die Frage ist doch aber beim Koch: Ein Koch gibt es, … äh … weil es Menschen gibt, die halt Hunger haben. Die gerne etwas essen wollen, was vielleicht noch schön aussieht. Je nach Restaurant.
  • Ja, aber es … äh … Kunst beinhaltet doch, was ich gesagt habe. Eine Begabung, oder etwas … etwas besonders gut zu können. So.
  • Ein Koch kann etwas besonders gut. Okay.
  • Wenn ich jetzt einen Teller serviert bekomme, wo einfach alles nur hingepackt ist. Lieblos.
  • Ja?
  • Äh … ähm … Geschmacklich auf keinem Niveau …
  • Ja?
  • Äh … Dann … Dann … Dann fällt das ja schon gar nicht mehr unter den Begriff der Kunst. Wenn allerdings etwas … etwas Neuartiges kommt. Dass er da mit bestimmten Gasen experimentiert hat. Tiefgefrorene Früchte … äh … äh … ähm … Farbig, mit Wildkräutern und … äh … Dann entsprechendes Ambiente und das … äh … ähm … wiederholt macht. Dann würde man ihn wahrscheinlich schon als Künstler bezeichnen.
  • Koch und Kreativität
  • Ich würde ihn dann … Ich würde das Wort Kreativität dann benutzen. Koch und kreativ sein.
  • [Pause.]
  • Es ist die Frage, was …
  • Hässlich = Kunst
  • [Unterbricht:] [Sperren: Kunst]. Ist Kunst nicht kreativ?
  • Du … Na du gehst jetzt ja von deinem Begriff aus … Also was für dich Begabung oder Handwerk … Da hast du recht. Wenn … Wenn du jetzt so argumentierst. Dann ist natürlich der Koch … äh … Der … Der hat ein Handwerk gelernt und gleichzeitig irgendeine Begabung. Etwas schön aufzutellern. Geschmacklich. Und so weiter. Äh … Weißt ja was. Ich hätte jetzt aber eingeworfen … äh … Für mich wäre es einfacher zu sagen: Wenn etwas hässlich schmeckt und etwas hässlich aussieht, dass das Kunst ist. Als wenn etwas schön aussieht. Weil wenn etwas schön aussieht und du kaufst es dann, dann wirkt es … Dann wird es ganz schnell zu einem Produkt. Und ist für mich nicht mehr Kunst. In dem Moment Moment . Sondern es ist ein Kunstprodukt. Was man kaufen kann. Und ich würde eben unterscheiden zwischen Kunst und zwischen … äh … Kunst, die man macht, um um gekauft zu werden. Damit man Geld verdient. Wovon du ja ausgehst. Der Ausgangspunkt … äh … Nicht Ausgangspunkt. Sondern, dass Kunst ein Geschäftsmodell ist.
  • Das ist deine Definition von Kunst. Ja.
  • [Sperren: Ja]. Aber das ist jetzt mein Problem. Eben. Ich … äh … ähm … Ich versuche dich zu verstehen. Und ich verstehe dich auch. Weil du es davor gesagt hast mit Können und mit Handwerk oder Begabung. Und das du jetzt eben sagst, ein Koch ist für dich dann sozusagen … äh … Künstler. So. Wo ich halt anderer Meinung bin. Weil das ist für mich halt … ähm … äh … das Geschäftsding. Dieses Modell. Geld zu verdienen. Mit Kunst. Gehört bei mir in Kunst gar nicht rein. Eigentlich. Aber wie lösen wir das? Ich will's ja gar nicht lösen! Ich will es ja eigentlich verstehen.
  • Kunst im weiterem und engeren Sinne
  • Ja. Ja. Die Wissenschaft in der ich arbeite, … die … ähm … arbeitet dann zum Beispiel auch mit Begriffen wie Kunst im weiteren Sinne. Kunst im engeren Sinne. Äh … Kunst auf bestimmte … ähm … bestimmte … Bereiche beschränkt.
  • Kannst du das mal erläutern. Was du damit …
  • Na ja. Zum Beispiel … ähm … Kunst im weiteren Sinne ist … äh … vielleicht alles das, … äh … was ein Mensch … ähm … schafft. Ähm … Mit … ähm … entweder einer gewissen [Sperren: Begabung] oder mit einem gewissen [Sperren: Können]. Und … äh … Aber das macht ihn vielleicht … ähm … im weiteren Sinne zu einen Künstler.
  • Was heißt [Sperren: weiter]? Also wo die Definition noch ganz offen ist?
  • [Sperren: Genau.] Wie so einen Trichter muss man sich das …
  • Metapher Trichter
  • Okay.
  • … vorstellen. Ja? Oben fällt erst einmal alles rein. Also auch die Hausfrau, die zu Hause hundert Topflappen … äh … äh … knüpft … Topflappen, Anu Tuominen topflappen-k.jpg
  • Okay.
  • … und auf dem Markt verkauft. Würde sich vielleicht als Künstlerin bezeichnen. Weil sie macht Kleinkunst. Ja? Oder die Töpferin macht … äh … und … und ganz mies aussehende Tassen herstellt. Ähm … Und auch schlecht glasiert. Ähm … Würde sich vielleicht als Künstlerin bezeichnen. Weil sie etwas mit ihren eigenen Händen schafft.
  • Mhm.
  • Mit ihrer eigenen Kreativität.
  • Mhm.
  • Aber beides hat halt bei ihr … mhm … mhm … ihre Grenzen. Ja?
  • Mhm.
  • Merkt sie vielleicht auch daran, dass sie … ähm … dass keiner Interesse an ihrer Kunst …
  • Ja.
  • … Kunst findet. Ähm …
  • Also dass es niemand kaufen will.
  • Äh … Dass es … Ja. Und keiner geschenkt haben will. Wie auch immer. Also man interessiert sich einfach nicht für das, was sie tut. Und wenn sie … Und wenn ich jetzt den Trichter immer enger fasse. Immer enger fasse. Und sage … äh … Was ist denn, was bleibt am Ende als Kunst im [Sperren: engeren] Sinne übrig … äh … Da komm… Da nähere ich mich vielleicht eher deinem Begriff. Ähm … äh … Da ist dann wirklich derjenige, … äh … äh … wo der Künstler im Vordergrund steht. Wo sein … Wo … ähm … sein Schaffen im Vordergrund steht. Wo … ähm … seine Wiedererkennbarkeit im Vordergrund steht. Äh …
  • Kunst als Marke
  • Das ist [Sperren: Marke] für mich. Das hat für mich dann wieder nichts mit Kunst direkt zu tun.
  • Das weiß ich nicht. Also ich glaube, … äh … äh … selbst wenn …
  • [Unterbricht:] Wenn du jetzt so …
  • Ja aber ich glaube, dass jeder … äh … ähm … jeder Museumsbesucher, also der irgendwie zweimal im Jahr ein Museum besucht, der erkennt bestimmte Pinselstriche oder Führung wieder. Und ich würde auch immer wieder einen Richter erkennen. Einfach in seiner Arbeit. Ähm … Also warum soll ich das denn so als negatives abgrenzen …
  • [Unterbricht:] [Sperren: Ich habs doch gar nicht neg… Aber … Aber …] Aber da fiel mir der Begriff Marke ein!
  • Ja!
  • Weil es da genau darum geht, etwas zu schaffen, was man wiedererkennt. Wie beim HGB Rundgang HGB Rundgang , wo die Leute, die unten im Flur waren, ein Geradenbild Geradenbild gesehen haben. Im Klassenraum: "Das hab' ich doch schon gesehen!". Das ist eine Marke. Am Ende. Hat aber nichts direkt mit Kunst zu tun. Sondern das ist halt eine Möglichkeit sozusagen sich selbst zu definieren in einem riesengroßen Gebiet, wo tausend Leute unterwegs sind. Aber ganz kurz noch einmal. Bevor du auf den inneren Kreis eingehst. Hausfrau, Lena Zehringer, 2015 hausfrau-k.jpg
  • Geldverdienen als Ausgangspunkt
  • [Pause.]
  • So. Du hast angefangen mit dem Trichter. Ganz oben. Äh. Wo auch jede Hausfrau und so weiter reingehört. Und du hast aber gleich irgendwie das mit dem Verkaufen im Hintergrund gehabt. Ähm … Also es gehört sozusagen ganz ganz als Basis irgendwie … Dieses Verkaufen. hab' ich dich richtig verstanden? Also ich will es jetzt nicht vorwerfen. Ich will jetzt erst einmal wissen, ob du das meintest. [Sperren: Warte mal.] Weil, [Sperren: wenn] du das meinst, dass dieses Geldverdienen, also die Geschäftsidee … Ne?… Äh … Wenn das mit Ausgangspunkt ist … Was siehst du denn dann bei all den Künstlern, die Kunst machen, die … die vielleicht ausgestellt werden in irgendwelchen Offspaces, aber die nie gekauft werden. Oder das sind Arbeiten, die gar nicht gekauft werden können. Weil sie so abstrakt sind, so … so … ähm … so leicht. So luftig. Sozusagen nur in dem Moment existieren. Und wo die trotzdem noch sagen würden: Ich bin Künstler!
  • Anfang und Ende von Kunst
  • Das Problem ist halt … Es ist schwierig halt zu … zu … Der Begriff ist so schwer zu fassen. Wo beginnt Kunst und wo endet Kunst.
  • [Sperren: Aber] du hast einen Trichter gemacht!
  • Äh … Genau. Dieser Trichter ist halt … ähm … Weil er sehr bildhaft ist. Das ist halt eine sehr schön … schön … schöne Metapher. Ja? Äh … äh …
  • Du hast aber bereits angefangen mit …
  • Beuys Joseph Beuys Fettecke
  • Zum Beispiel Beuys. Diese Fettecke. Ja? Fettecke, 1982 / 1989, Joseph Beuys fettecke-k.jpg
  • Ja.
  • Also. Ähm … Da würde man vielleicht auch sagen: Das ist etwas, … äh … Das hast du zwar selbst geschaffen und … ähm … äh … vielleicht erkennt man dich auch wieder, weil du hast auch andere Dinge geschaffen, die irgendwie mit Fett zu tun haben.
  • Na hat er ja auch gemacht.
  • Ja. Ähm … Äh … Äh … Aber … äh … äh … Es gibt vielleicht kein Interesse. Oder es gibt vielleicht keinen Markt. So. Und das ist halt ganz interessant …
  • Den gab's aber.
  • Erfolg Erfolg nach Tod Sterben des Künstlers
  • Äh … Später ist der erst dazugekommen. Also es gibt ja auch viele Künstler, … äh … die zeitlebens … äh … eben nicht … ähm … äh … äh … Wo ihre Fähigkeiten nicht gesehen worden sind. Sondern erst nach ihrem Tod. Posthum. Haben sie halt … äh … äh … ähm … Haben sie halt Erfolg erlangt.
  • Weil sie gesehen wurden, aber abgelehnt wurden?
  • Zum Beispiel.
  • Also wie van Gogh Vincent van Gogh als Klassiker-Beispiel. Selbstporträt Selstbildnis mit verbundenem Ohr und Pfeife, 1889, Vincent van Gogh gogh-k.jpg
  • Kunstbegriff abhängig vom gesellschaftlichen Wandel
  • Das zeigt zum Beispiel ganz klassisch, dass der Kunstbegriff dem … dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist. Also …
  • Genau.
  • Es gibt Zeiten, in denen …. äh …, wo man das nicht als Kunst verstehen würde.
  • Ja.
  • Und es mag andere Jahrhunderte geben, wo man das wiederum ganz anders sieht.
  • Genau. Und jetzt … Jetzt sind wir aber im Hier und Jetzt. Und jetzt redest [Sperren: du].
  • Wann ein Markt vorhanden ist
  • Genau. Und … äh … Ich sage, dass zum Beispiel die … äh … Wiederverkaufbarkeit oder das Materielle … der materielle Wert eines Kunstwerkes … eines Kunststücks … äh … sich eben auch messen lassen kann in Geld. Also wenn … Wenn ein Markt da ist. Für diese Kunst. Dann wird auch … Dann … äh … sieht man in dem Stück schneller Kunst … ähm … Und ist vielleicht auch … Und der Wert steigt auch schneller, …
  • Mhm.
  • … als wenn dieser Markt nicht da wäre. Und deswegen ist eben … äh … äh … Keiner würde sich … ähm … eine Fettecke in seine Wohnung [Sperren: wünschen].
  • Ja.
  • Gleichwohl … ähm … hat man es in Museen … äh … zeigen [Sperren: wollen]. Diese Art von Kunst. Äh … Und … äh … Der Bundestag war ja bereit, für öffentliche Kunst ja sehr viel Geld auszugeben. Ich erinnere mich an diesen Tisch. Mit diesen zwei Stahlkugeln. Tisch mit Aggregat, Joseph Beuys aggregat-k.jpg
  • Mhm.
  • Tisch mit Aggregat (siehe Umzugskarton Freiburg)
  • Also wo jeder denkt: Ähm … Hat man das dort stehen gelassen? Beim Umzug? Welche Bedeutung hat das ganze? Ja? Äh …
  • Wo war das? Im Bundes…
  • Im Bundestag.
  • Steht das immer noch da?
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Äh … Also ich kann mich erinnern, dass, als Frau Merkel damals glaube ich Bundeskanzlerin geworden ist, hatte man überlegt … Oder Woltar Ries … Rita Süß … Rita Süssmuth war das glaube ich. Die damalige Bundestagspräsidentin. Dass man Geld ausgegeben hat für öffentliche Kunst. Oder für Kunst im öffentlichen Raum. Soviel mehr …
  • Mhm.
  • Ähm … Und damals hatte man dann eben diesen Tisch mit den zwei Stahlkugeln gekauft. Äh … ob's den heute dort noch gibt, das weiß ich nicht.
  • Wir können noch einmal recherchieren.
  • Aufschrei Bevölkerung, Banalität
  • Ja. Aber für mich … Damals habe ich schon in der Zeitung gelesen … Dieser Aufschrei, warum gibt man soviel Geld für etwas aus, für sowas Banales aus. Ja? Und so. Äh … Natürlich wird jetzt die eine Seite sagen: Ja, der Künstler hat sich dabei was gedacht! Und da kann man ganz viel hineininterpretieren und so! Und die andere Seite sagt: Ja [Sperren: toll]. Das ist halt Holz und Stahl. Ähm …
  • Genau um diese Seite geht's mir. Jetzt übrigens. Jetzt verstehst du das.
  • Und … ähm …
  • Steuergelder
  • Und zwar das ist die Seite, die … die das Volk repräsentiert. In den Pressemitteilungen. Wo dann halt hinterfragt wird, warum wird dafür so viel Geld … Steuergeld … ausgegeben. Weißt du?
  • Markt als Spiegel Spiegelbild für Akzeptanz Kunst
  • Ich … Als … Um das noch einmal zu sagen: Ich glaube halt, dass der Markt ein sehr guter Spiegel dessen sein kann … äh … was gesellschaftlich als Kunst akzeptiert wird.
  • [Unterbricht:] Er ist aber noch nicht im Trichter automatisch oben. Sondern er könnte sozusagen ein … ein … nicht Indiz … sondern ein … ein … doch, ein Indiz dafür sein, dass es sich um Kunst handelt.
  • Kunst ist, wenn jemand sagt, es ist Kunst
  • Erst einmal ist es oben drinne. Weil jeder der sagt: Das ist Kunst, … Das kann ich ihm ja erst einmal nicht absprechen. Also wenn er das mit einer gewissen … ähm … Ja doch! Vielleicht will ich … will ich oben den Trichter gar nicht so eng machen. Ähm. Und gar nicht davon sprechen, er braucht eine bestimmte Begabung und ein bestimmtes Können. Vielleicht [Sperren: glaubt] er ja diese Begabung oder das Können zu haben. Äh … äh …
  • Ja.
  • Es entspricht aber nicht meinem … äh … Kunstverständnis. Oder meiner Ästhetik. So. Und … Aber nur weil er der Meinung ist, … äh … das wäre schon Kunst, gehört er erst einmal oben in den Trichter mit rein.
  • Also machst du es dann ganz offen. Sozusagen.
  • Genau. Kunst im weiteren …
  • Das finde ich gut.
  • … äh … Kunst im weiteren Sinne.
  • Kunst im weitesten Sinne
  • Im [Sperren: weitesten] Sinne. Sozusagen.
  • Sogar im [Sperren: weitesten].
  • Sobald eine Person sagt, … äh … das ist Kunst, dann ist es eigentlich Kunst. Egal ob man es jetzt begründen kann oder nicht. Aber er hat halt das Wort mit dem Objekt verbunden.
  • Na ja. Moment. Nein nein. Ich nehme da schon eine Einschränkung vor. Und zwar nicht nur deswegen, weil er sagt, er behauptet, es sei Kunst. Das reicht mir nicht aus. Sondern ich … Er glaubt, dass er eine gewisse Begabung und Können hat. Das ist für mich schon [Sperren: rudimentär]. Diese Begabung oder das Können. Denn … äh … Es kann nicht sein … Ich halte jetzt hier eine Cola-Flasche hoch. Ich mache das jetzt gerade mal! [Hebt eine Cola-Flasche hoch.] Und sage: Genau diese Cola-Dose und genau dass die Cola jetzt zu einem drittel nur noch gefüllt ist, dass macht's jetzt zu einem … zu Kunst. Ja?
  • Ja.
  • Leider vergängliche Kunst. Aber vielleicht ist das … ähm … Genau. Es ist ein Moment. Eine Momentaufnahme.
  • [Sperren: Warte mal.] Das sagst du jetzt als jemand, der Künstler ist oder als jemand, der …
  • Nein. Ich will nur gerade sagen: Äh … Das reicht für mich nicht aus. Ja? Nur weil ich das jetzt als Kunst bezeichne. Diesen Moment. Ähm … Macht's das nicht zur Kunst. Und gehört auch nicht in diesen Trichter rein.
  • Sicht des Künstlers und Betrachters auf ein Objekt
  • Darf ich dich da ganz ganz kurz unterbrechen? Bitte.
  • Okay. Mach's.
  • Redest du jetzt als Alexander, oder redest du als jemand, der Künstler ist. Und diese Flasche hoch hält. Und … Also normalerweise Kunst macht und jetze … … Weil das ist ein [Sperren: ganz] großer Unterschied.
  • Nein nein nein nein. Also im … Ich rede jetzt als Privatperson.
  • Als Alexander.
  • Genau. Weil ich will abgrenzen. Nicht, weil jemand - egal was er ist - sagt, das ist Kunst, wird es zu Kunst.
  • [Sperren: Auch …] Auch wenn ein Künstler das sagt?
  • Auch wenn ein Künstler das sagt.
  • Auch wenn du das zwanzigmal wiederholst. Ist es dann nicht eine Kunst-Performance Performance ?
  • Künstler muss überzeugt sein, Kunst zu machen
  • Nein. Da muss man sich wieder überlegen, … äh … äh … ob in dem, was er macht, nicht doch ein Stück … [Sperren: Nein nein.] Halt. Die Abgrenzung, die ich vornehmen wollte, war eine andere. Und zwar habe ich gesagt: Der Künstler, oder derjenige der das hoch hält, muss auch selber davon überzeugt sein, dass er das mit einer gewissen Begabung oder einem gewissen Können macht. So. Und wenn du mir sagst, ein Künstler macht zwanzigmal einen … schwarzen Strich … 55/005, 1955, Kohle, Norbert Kricke, gezeigt im Kunstverein Potsdam strich-k.jpg
  • Ja.
  • … aufs Blatt Papier. Und stellt das dann in einer Sammlung aus.
  • Ja.
  • Reicht es mir nicht, dass er sagt: "Das ist Kunst". Dann landet er noch nicht in dem Trichter. Sondern er landet nur dann drinne, wenn er auch [Sperren: glaubt], dass er das mit einer gewissen Begabung oder einem gewissen Können gemacht hat.
  • Formen auch von Kindern umsetzbar, ohne Begabung und Handwerk
  • Aber ein Strich kann schon ein Baby machen. Da brauche ich keine Begabung und kein Können.
  • [Pause.]
  • Ein [Sperren: Können]. Er braucht eine Hand. Er braucht … Er muss einen Stift halten können. Ist das für dich schon ein Handwerk?
  • Also ich gebe zu … Ich gebe zu, diesen Aspekt, den ich da mit reinnehme … in diesen weiten Trichter, ja? Äh … Ist etwas, was man objektiv nicht wahrnehmen kann. Sondern was nur derjenige, in seiner subjektiven Wahrnehmung selbst entscheiden kann. Nämlich … Mache ich das, weil ich mir darüber Gedanken gemacht habe?
  • Mhm.
  • Mache ich das, weil ich mich vielleicht sogar abgrenze von anderen? Weil die … ähm … nicht auf die Idee gekommen sind. Das ist einfach [Sperren: genial]. Zum Beispiel sich auf den Moskauer … Moskauer Platz stellen und nackt auszuziehen. Oder wie es andere machen halt: Ich stelle mich auf einen großen Platz und lass hundert andere Menschen nackt ausziehen. Und mache ein Foto davon, ja? Fixierung, Performance, Roter Platz, Moskau, 2013, Pjotr Pavlenski fixierung-k.jpg
  • [Pause.]
  • Unterschied zu Kindern: Idee
  • Äh … Also die Idee, die dahinter steckt, macht's dann wieder zu dem Begriff. Er sagt, es [Sperren: ist] Kunst. Er hat sich auch … Er glaubt auch, dass es selbst Kunst ist. Weil er das mit einer gewissen Nachhaltigkeit macht. Weil er sich Gedanken …
  • Mhm.
  • … darüber gemacht hat. Weil er glaubt, andere wären nicht auf diese Idee gekommen. Damit landet er erst einmal per se in diesen weiten Trichter. Ob er dann am [Sperren: Ende] immer noch als Kunst definiert wird … das ist dann … ist dann ein Prozess. Das ist ja ganz schwierig, was am Ende übrig bleibt.
  • Okay. Ganz ganz kurz noch.
  • Ganz ganz kurz. Schmähgedicht.
  • Kritik am Interview
  • Du redest die ganze Zeit!
  • Ja deswegen werde ja auch [Sperren: ich] interviewt!
  • [Ganz laut:] [Sperren: Ja aber ich will ja Zwischenfragen stellen!] Ansonsten vergesse ich das nämlich.
  • Schmähgedicht und Kunstfreiheit
  • Deswegen … Zum Beispiel auch dieses Schmähgedicht. Schmähgedicht, Jan Böhmermann (Schwärzungen von WELT), © DW schmaehgedicht-k.jpg
  • Äh … äh … Derjenige, der das geschrieben hat, hat … war der Meinung, … äh … er … äh … dieses Schmähgedicht, das was er gemacht hat, untersteht dem Kunstbegriff. Und der Kunstfreiheit. Ja?
  • Ja.
  • Ähm … Und … äh … Rechtsanwälte mussten sich … Und Richter mussten sich dann damit beschäftigen, ob er unten am Ende, wo der Trichter am Ende rauskommt, oder wo das Gesetz ansetzt vielmehr, ob es denn auch wirklich dem … äh … äh … Kunstbegriff im Sinne des Gesetzes unterstellt.
  • Mhm.
  • Äh. Und nur weil jemand ein Gedicht schreibt und da irgendwie … äh … frech jemand … ähm … vorwirft, mit Ziegen zu ficken … äh … äh … Das reicht für mich nicht aus! Also das ist ja …
  • Was ist dabei rausgekommen?
  • Ähm. Also …
  • Ich hab's nicht mitbekommen.
  • Ich … Ich hab's auch nicht bis zum Ende verfolgt. Aber zumindestens wurde er glaube ich freigesprochen. Ähm …
  • Aus einem anderen Grund. Weil …
  • Nein. Die Gerichte haben es unter der Kunstfreiheit …
  • Okay.
  • … der noch zulässigen Form … Also … Es war eine Gratwanderung. Aber sie haben es noch darunter …
  • Satire / Gratwanderung
  • Gut. Aber eine Gratwanderung ist ja schon einmal was, was die … Na, wie heißen die, die das machen? … Ähm … Na wie … Was ist der denn? Nen … ähm … Der die Leute auf die Schippe nimmt. Und so. Das ist doch eine Gratwanderung. Zwischen … Ach Mensch, wie heißen die denn? Weißt … Weißt du …
  • Satire?
  • [Sperren: Satire!]
  • Ja.
  • Das ist doch eine Gratwanderung. Also das ist doch klar. Da wird dann die große Frage gestellt: Ist es noch Kunst oder eben nicht. Aber das ist doch dann gut! Also … Ich meine, er wandert dann ja genau dort, wo solche Fragen eben aufkommen. Die jetzt bei dem Leinwand-Bild …
  • Ja.
  • … nicht aufkommen.
  • Genau. Und jetzt muss er sich abgrenzen. Der nächste stellt sich hin und schreibt auch ein freches Gedicht. An die Bundeskanzlerin.
  • Mhm.
  • Ja? Und ist jetzt …
  • Passiert bestimmt oft.
  • … der Meinung, … ähm … auch [Sperren: ich] falle jetzt unter diesen Kunstbegriff. Das [Sperren: muss] aber nicht so sein. Weil …
  • Schmähgedicht = Kunst, da Gedichtsform?
  • [Unterbricht:] Obwohl es in Gedichtform ist? Also sozusagen Handwerk ist?
  • Ja, aber ich glaube, in dem Moment hat auch mehr eine Rolle gespielt … Und zwar, dass er eine Person im … äh … im … in der öffentlichen Wahrnehmung ist. Er ist Moderator. Er ist im Fernsehen Fernsehen aktiv. Äh … Das ist was ganz anderes, als wenn's eben … äh … der … der Bauarbeiter zu Hause verfasst und an die Bundesregierung ein Gedicht schickt … äh … Wo er halt die Bundeskanzlerin beschimpft. Ja? Also das kann sehr wohl …
  • [Unterbricht:] Aber ein Gedicht ist es.
  • Nicht jeder, der denkt, Kunst zu machen, ist Künstler
  • Aber ein Gedicht. Aber da kann man sehr wohl dazu kommen, dass das eben einfach nur noch den Tatbestand der Beleidigung erfüllt. Äh … Aber nicht mehr unter dem Begriff der Kunstfreiheit fällt. Also diese … Diese … Diese Differenzierungen … Die sind so … so … so klein. Also so … Ja wie soll ich sagen? Ähm … Man muss halt gucken. Nicht … Nicht jeder, der von sich behauptet, Kunst zu machen, oder Künstler zu sein, fällt für mich in diesen Trichter rein.
  • Okay. Darf ich ganz ganz kurz da jetzt erst einmal fragen. Bevor ich zu meiner eigentlichen Frage komme.
Diplom Theorie in Einleitung Daniels Dieter Daniels mit reinbringen (E-Mail vom 15.11.) Kunstbegriff "Ich würde nur vor der Frage der Definition von Kunst warnen - das ist ein komplexes und widersprüchliches Gebiet, für ein HGB Diplom nicht geeignet!" "Am Anfang der Recherche ploppt im E-Mail-Postfach eine Warnung auf. Der Professor schreibt. … Seine E-Mail endet immerhin mit 'bin gespannt!'." "Vor dem Kunststudium an der Hochschule war klar: Natürlich, ich bin Künstler! Ein verkanntes Genie Genie ! Ein Unentdeckter! Die Sorte von Künstler, die im Kämmerlein tüftelt, nie gesehen wird, sterben Sterben muss, bevor sie entdeckt wird. Im Studium fiel ich tief. Verdammt tief. Ich war nicht nur kein verkanntes Genie, ich war einer von vielen. Eine riesige Masse an Studenten mit unendlich vielen Ansichten. Erst mit Ende des Grundstudiums begann ich mich zu fangen. Jetzt war ich halt nur noch eins: ein Kunststudent Kommilitone mit vielen Fragen." "Doch schauen wir nun, was …" "Oma ist aufgeregt. Immerhin geht es hier um ihr Kunstverständnis. Kenner oder Kunstbanause! Ich beruhige und schiebe den Kecksteller in ihre Richtung." "Ich mache mich auf den Weg zu Alexander. Vor Jahren als Steuerberater unterwegs, heute irgendwas mit Krankenkasse. Sein Motto: Mach doch mal sowas wie der [Gerhard] Richter! Mir schien es bei bisherigen Gesprächen so, als wäre für ihn Kunst nur das, was Geld bringt. Schließlich muss die Wohnungsmiete bezahlt werden. Kunst ist sowas wie Handwerk Handwerk . Mit einem kreativen i-Pünktchen. Mehr nicht. Ich drücke auf die Klingel. Es summt, ich drücke. An der Wohnungstür erwartet mich Alexander." weitere Zitate "Der Künstler lebt vom Einfall, die Ratte vom Abfall und der Schlüsseldienst vom Zufall Zufall ." Erhard Horst Bellermann (* 1937, deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker) [Z2] [Bellermann, Dümmer for One, BoD 2003] "Kunst ist oftmals nur kodierte und zur Schau gestellte Frustration" Gerald Dunkl (* 1959, österreichischer Psychologe und Aphoristiker) [Z2] "Staphi über Newcomer: 'Sein künstlerisches Schaffen sprudelt nur so aus den finanziellen Quellen seines Vaters …'" Elmar Kupke (* 1942, deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph) [Z2] [Kupke, Der Stadtphilosoph 1, 1985] "L'art pour l'art ist längst abgelöst durch la science pour la science." Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer (* 1940, Professor für Interkulturelle Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) [Z2] [Kohlmayer, Die Schnake, Ausgaben 15+16] "Modern Art ist, so zu handeln, daß man hoch gehandelt wird." "In jedem Menschen steckt ein Künstler - aber wehe, wenn er rauskommt." Klaus Klages (* 1938, deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger) [Z2] "Irgendwann im Leben hat jeder Mensch die Vorstellung Künstler zu sein. Ein Glück, daß die meisten ihre 'Werke' gut versteckt halten." K. Michael Mühlfeld, Bonn [Z2] "An meinen Bildern müßt ihr nicht schnüffeln, die Farben sind giftig." Rembrandt Rembrandt van Rijn [Z2] "Sobald Kunst bloß gefällt wird es Zeit, daß sie fällt." Peter Rudl (* 1966, deutscher Aphoristiker) [Z2] "Die meisten Gemälde verdienen es nicht, aufgehängt zu werden, wohl aber ihre Maler." Unbekannt [Z2] "Gemalte Blumen duften nicht." Deutsches Sprichwort [Z2] "Was wäre denn der Künstler, wenn ihn gleich jeder Narr verstünde?" Adalbert Stifter (1805 - 1868, österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler) [Z2] "Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht und einer, der sie braucht." Ernst Barlach (1870 - 1938, deutscher expressionistischer Maler, Graphiker, Dichter und Dramatiker) [Z2] "Es gibt keine 'Gegenstände' und keine 'Farbe' in der Kunst, sondern nur 'Ausdruck'." Franz Marc Franz Marc "Politische Kunst vergewaltigt den Betrachter." Alfred Selacher (* 1945, schweizerischer Lebenskünstler) [Z2] "Dem Kunstbanausen bleibt doch immer noch der Teufel an der Wand." Peter E. Schumacher (1941 - 2013, Aphorismensammler und Publizist) [Z2] "Schöne Rahmen haben manch unbedeutendes Bild gerettet." Pavel Kosorin (* 1964, tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker) [Z2] "Der wahre Künstler stellt sich die Frage gar nicht, ob sein Werk verstanden werden wird oder nicht." Adalbert Stifter (1805 - 1868, österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler) [Z2] [Stifter, Der Nachsommer. Eine Erzählung, 1857] "Kunst ist Plagiat oder revolutionär." Paul Gauguin Paul Gauguin [Z2] "Ich wollte die Natur kopieren, aber ich konnte es nicht. Ich war jedoch mit mir zufrieden, als ich entdeckte, daß man die Sonne nicht wiedergeben kann, sondern daß man sie mit etwas anderem darstellen muß … mit der Farbe." Claude Monet Claude Monet [Z2] "Hätte Gott Gott keine Frauenbrüste gemacht, wäre ich vielleicht nie Maler geworden." Auguste Renoir [Z2] "Schlechte Maler beklagen den Mangel an guten Modellen." Pavel Kosorin (* 1964, tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker) [Z2] "Abstrakte Kunst wird immer beliebter, weil sie der inneren Wirklichkeit des Betrachters nahe kommt." Erhard Blanck (* 1942, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler) [Z2] "Gehn wir in die Galerie, Bilderrätsel lösen!" Manfred Hinrich (1926 - 2015, deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller) [Z2] "Es muß an der Unsterblichkeit der Künstler liegen, weshalb man sie zu Lebzeiten so schlecht bezahlt." Martin Gerhard Reisenberg (* 1949, Diplom-Bibliothekar und Autor) [Z2] "Die wahre Erkenntnis mancher moderner Kunst ist diese, daß man nicht erkennen kann, welche Erkenntnisse der Künstler kannte." Willy Meurer (* 1934, deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist) [Z2] "Ich bin immer noch der Meinung, daß Kunst von Können herkommt; käme es von Wollen, hieße sie Wulst." Max Liebermann Max Liebermann [Z2] "Kunst ist ziemlich nutzlos. Ein exaktes Spiegelbild Spiegelbild des Lebens." Wolfgang Mocker (1954 - 2009, deutscher Journalist und Autor) [Z2] "Nicht die Dadaisten Dadaismus , Nonkonformisten etc. gefährden die Kunst, die größte Auszehrung bereiten ihr die Realisten." Martin Gerhard Reisenberg (* 1949, Diplom-Bibliothekar und Autor) [Z2] "Kunst ist der jämmerliche Versuch, die Schönheit der Natur nachzuahmen." Benjamin Stramke (* 1984) [Z2] "Der Sinn der Kunst ist nicht, Übereinstimmung hervorzurufen, sondern zu erschüttern." Walter Hasenclever (1890 - 1940, deutscher expressionistischer Lyriker und Dramatiker) [Z2] "Kunst fängt nie bei Null an." Uli Löchner deutscher Aphoristiker [Z2] "Künstler ist einer, der aus einer Lösung ein Rätsel machen kann." Karl Kraus (1874 - 1936, österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker) [Z2] [Kraus, Nachts, 1924] "Schlechte Kunst ist immer autobiographisch." Peter Rudl (* 1966, deutscher Aphoristiker) [Z2] "Kunst ist ein Kräutlein, nicht für alle Leutlein." Deutsches Sprichwort [Z2]
Diplom Theorie Zitate in Erzählung einpflegen aktuell aus [Z1] und [Z2] später sortieren nach Themengebiet danach Quellen ansehen "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Paul Klee Paul Klee [Z1] [1972: Paul Klee und das Bauhaus Bauhaus , S. 26, Verlag DuMont] "Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen." Johann Wolfgang von Goethe Johann Wolfgang von Goethe [Z1] [1837: Poetische und prosaische Werke: In zwei Bänden, Band 2, S. 631, Verlag Cotta] "Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten." Pablo Picasso Pablo Picasso [Z1] [1999: Transformationen des Stillebens in der nachkubistischen Malerei Pablo Picassos, ISBN 9783825837686, S. 235, LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster] "Ich male die Nasen absichtlich schief, damit die Leute gezwungen sind, sie anzusehen." Pablo Picasso [Z1] [Quelle?] "Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können." Pablo Picasso [Z1] [1993: Das große Handbuch der Zitate, ISBN 9783570016091, S. 543, Verlag Bertelsmann Lexikon Inst.] "Wenn etwas Abstoßendes modern wird, ist es sofort anziehend." Pablo Picasso [Z1] [1974: Die Treffende Pointe, ISBN 9783722561127, S. 8, Ott Verlag] "Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben." Pablo Picasso [Z1] [2005: Erfolg Erfolg : Zitate, ISBN 9783833421761, S. 67, Verlag BoD] "Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe." Vincent van Gogh Vincent van Gogh [Z1] [2003: Vincent van Gogh - Das Verhältnis zwischen künstlerischer Qualität und wirtschaftlichem Erfolg, ISBN 9783638225632, GRIN Verlag] "Ich mache mir immer wieder Vorwürfe, dass meine Malerei nicht wert ist, was sie kostet." Vincent van Gogh [Z1] [Quelle?] "Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun." Max Ernst Max Ernst [Z1] [1979: Max Ernst, seltene frühe Graphik: Ausstellung Leopold-Hoesch-Museum Düren 4. Februar - 4. März 1979, S. 9, Verlag Leopold-Hoesch-Museum] "Wenn ein Film Erfolg hat, ist er ein Geschäft Kunstmarkt . Wenn er keinen Erfolg hat, ist er Kunst." Carlo Ponti [Z1] [2003: Teste deine Allgemeinbildung, ISBN 9783899949797, S. 31, Verlag Schlütersche 1974: Die treffende Pointe, ISBN 9783722561127, S. 79, Ott Verlag] "Aus dem Leide schöpft die Kunst die erhabensten Eingebungen." Michelangelo Buonarroti Michelangelo Buonarroti [Z1] [2008: Die schönsten Lebensweisheiten, ISBN 9783938264188, S. 128, Garant Verlag] "An den modernen Gemälden ist nur noch eins verständlich: die Signatur Künstlersignatur ." Ephraim Kishon [Z1] [1997: Harenberg Lexikon der Sprichwörter & Zitate, ISBN 9783611006111, S. 430, Verlag Harenberg 1974: Die treffende Pointe, ISBN 9783722561127, S. 114, Ott Verlag] "Ein Künstler, der seine rebellische Haltung und Spontanität verliert, ist tot." Madonna [Z1] [2005: Lebensweisheiten berühmter Popmusiker, ISBN 3899940512, S. 131, Humboldt Verlag 1996: Februar-Ausgabe der Cosmopolitan] "Geniale Menschen beginnen große Werke, fleißige Menschen vollenden sie." Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci [Z1] [2008: Zitate im Management, ISBN 9783709302101, S. 48, Linde Verlag Wien 2005: Zehnkampf-Power für Manager, ISBN 9783409142670, S. 151, Gabler Verlag] "Ziel der Kunst ist, einfach eine Stimmung zu erzeugen." Oscar Wilde Oscar Wilde [Z2] "Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität." Peter Rudl (* 1966, deutscher Aphoristiker) [Z2] "Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr. Wer dem Symbol nachgeht, tut es auf eigene Gefahr. In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter und nicht das Leben." Oscar Wilde [Z2] [Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray), 1890. Übersetzt von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer] "Kunst: Verzierung dieser Welt." Unbekannt, oft Wilhelm Busch Wilhelm Busch zugeschrieben [Z2] "Oft trifft man wen, der Bilder malt, viel seltener wen, der sie bezahlt." Wilhelm Busch [Z2] [Aphorismen, Reime und Sinnsprüche. Sprikker] "Der Künstler soll nicht ein Gelehrter, wohl aber ein Gebildeter sein. Durch mangelhafte Bildung der Künstler leidet die Kunst mehr, als durch irgend etwas anderes. Sie wird dadurch aus der höheren Sphäre der Einsicht zurückgedrängt und handwerksmäßig." Heinrich Wilhelm Josias Thiersch [Z2] "Jede Kunst schließt ein Handwerk Handwerk in sich ein; das Handwerk der Kunst nenne ich den Teil derselben, der gelehrt und gelernt werden kann; wo das Handwerk aufhört, da beginnt erst die eigentliche Kunst." Otto Ludwig (1813 - 1865, deutscher Erzähler und Dramatiker) [Z2] "Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, die Natur zu kopieren, sondern sie auszudrücken!" Honoré de Balzac [Z2] [Balzac, Das unbekannte Meisterwerk (Le chef-d’oeuvre inconnu), 1831] "Die Mutter der nützlichen Künste ist die Not, die der schönen der Überfluss." Arthur Schopenhauer Arthur Schopenhauer [Z2] [Quelle: Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum dritten Buch. Kapitel 34. Über das innere Wesen der Kunst] "Die Kunst verhält sich zur Natur, wie der Wein zur Traube." Franz Grillparzer (1791 - 1872, Wiener Hofkonzipist und Burgtheaterdichter) [Z2] "Je weiter die Menschheit kommen würde, desto wissenschaftlicher die Kunst wird." Gustave Flaubert (1821 - 1880, französischer Erzähler und Novellist) [Z2] "Armut ist aller Künste Stiefmutter." Deutsches Sprichwort [Z2] "Zwei Personen stecken in einem Maler - der Poet und der Handwerker." Émile Zola (1840 - 1902, französischer Romanschriftsteller des Naturalismus) [Z2] "Der Endzweck der Wissenschaft ist die Wahrheit, der Endzweck der Künste ist Vergnügen." Gotthold Ephraim Lessing [Z2] ["Laokoon Laokoongruppe oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie", 1766] "Die Kunst geht nach Brot." Gotthold Ephraim Lessing "Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet, ist ein Maler." Gotthold Ephraim Lessing "Die Leute lieben an der Kunst am meisten das Banale und längst Bekannte, das, woran sie gewöhnt sind." Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 - 1904, russischer Meister der impressionistischen Erzählung und Dramatiker) [Z2] "Die Kunst ist keine Dienerin der Menge." August Graf von Platen Hallermund (1796 - 1835, deutscher Dramatiker, Theaterschriftsteller und Lyriker) [Z2] "Niemand auf der Welt bekommt soviel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einem Museum." Jules und Edmond Huot de Goncourt (französischer Sozialromanciers, Kunstsammler, Kunst- und Kulturhistoriker) "Die Kunst gehört dem Volk." Wladimir Iljitsch Lenin "Diese unglückselige Meinung, daß die Kunst sich erfülle in der Nachbildung, sei es nun der idealisierten oder möglichst getreuen Wiederholung, der Außenwelt, wird immer wieder wach." Rainer Maria Rilke [Z2] "Ich spiele jetzt die Rolle eine Kunstmäzens und lasse mir vom lieben Gott Gott täglich schöne Werke vormalen." Ludwig Thoma (1867 - 1921, deutscher Erzähler, Dramatiker und Lyriker) [Z2] "Kunst: nicht ein Spiegel Spiegelbild , den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet." Karl Marx "Wer Kühe schlecht malen kann, sollte sie melken." Wilhelm Leibl (1813 - 1900, deutscher Maler des Realismus) [Z2] "Nur was aus dem Leben kommt, ist Kunst, die wieder aufs Leben wirkt." Stefan George (1868 - 1933, deutscher Dichter) [Z2] "In einem religiösen Volk erzeugt die Kunst Heiligtümer, in einem militärischen Trophäen, in einem kaufmännischen Handelsobjekte." Johann Heinrich Füssli (1741 - 1825, schweizerischer Maler und Dichter) [Z2] "Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht. Sonst werden seine Bilder den Spanischen Wänden gleichen, hinter denen man nur Kranke und Tote erwartet." Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich [Z2] "Die Formen der Natur sind nur ein Wörterbuch, in dem der Künstler nachschlägt, um seine eigenen Vorstellungen zu verstärken." Ferdinand Victor Eugène Delacroix (1798 - 1863, französischer Maler der Romantik und Grafiker) [Z2] "Manche Muse Muse kommt mit Küssen, manche Muse kommt mit Nüssen." Manfred Hinrich (1926 - 2015, deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller) [Z2] "So manches Bildwerk heutzutage ist nichts, als eine offene Frage." Erich Limpach (1899 - 1965, deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker) [Z2]
bei der Arbeit an der Friedrich-Herme
bei der Arbeit an der Friedrich-Herme
aktueller Zustand
aktueller Zustand
Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten da kommenden Mittwoch nicht in Leipzig heute ohne Dozent Dozent an Porträt weitergearbeitet bei der Arbeit an der Friedrich-Herme tonich5-m.jpg umsetzen Selbstporträt Selstbildnis (Fotoabzug) an Wand hängen, davor Spiegel Spiegelbild zum Foto hin installieren mit kleinem Abstand, Betrachter sieht Spiegelung, frontal nur Rückseite Spiegel (eventuell komplett mit Aufkleber vom Baumarkt) am Brustbereich mit Spiegel gearbeitet aktueller Zustand tonich4-k.jpg für weitere Bearbeitung erst Meinung Dozent abwarten
Aktueller Zustand
Aktueller Zustand
Fotos Oberkörper
Fotos Oberkörper
Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Fotos von meinem Kopf ausgedruckt mitgebracht Aktueller Zustand tonportraet1_markiert-k.jpg Fotos Oberkörper tonkopf-gif.gif Übergang zu Sockel entfernt, reale Körperform umsetzen Selbstwahrnehmung über Spiegel Spiegelbild ganz anders als Dozent Dozent mich sieht viel schmaleres Gesicht, ohne starken Gesichtszügen lediglich Nase speziell (leicht gekrümmt, Huckel) am Ende Nase, Wangen, Kinn und Ohren etwas übertreiben Zwischenzustand näher an meinem Gesicht als heutiger Endzustand letztendlich für heute aufgegeben, da immer nur weiter verschlimmbessere weitere Fotos von Vorder- und Rückansicht ausdrucken (mit Glatze, für Fotocollagen gedacht) und nächsten Mittwoch mitbringen verhüllte Skulptur in Werkstatt Diplom Theorie Zweifel Zweifel "Bedenken, schwankende Ungewissheit, ob jemandem, jemandes Äußerung zu glauben ist, ob ein Vorgehen, eine Handlung richtig und gut ist, ob etwas gelingen kann o. Ä." u. a. quälender Zweifel, begründete Zweifel, unbegründete Zweifel, bei jemandem regt sich der Zweifel Wort Skepsis: "[durch] kritische Zweifel, Bedenken, Misstrauen [bestimmtes Verhalten]; Zurückhaltung" weitere Begriffe: Bedenken, Einwand, Misstrauen, Reserve, Skrupel, Vorbehalt, Zurückhaltung, Hin-und-her-Schwanken, innerer Widerstreit, Unentschiedenheit, Ungewissheit, Unklarheit Unsicherheit, Zerrissenheit, Zögern, Fragezeichen, Aber, Bedenken, Befürchtung, Unglaube, Argwohn "Die Zweifel des Malers", Michael Krebber "Genie Genie voller Selbstzweifel", Michelangelo Michelangelo Buonarroti "Der Begriff Dada Dadaismus (ismus) steht im Sinne der Künstler für totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen." statt es philosophisch komplex durchzukauen (was ich nicht kann), nur wenige Seiten für Begriff, Geschichte, Kunst und Leben, Philosophen verwenden danach auf Künstler eingehen, Kunstrichtung (wie Dadaismus), auf künstlerische Arbeiten, auf eigene Texte (vielleicht als Zitate einfügen) Julia Benz (Berliner Künstlerin) wegen Dokumentarfilm zum Thema Künstler und Zweifel E-Mail geschrieben Antwort: "Hallo, vielleicht meinen Sie dies: https://vimeo.com/87268755 Viele Grüße, Julia Benz"
Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels Diplom Theorie wenn mit 10. Semester abschließen spätestens am 30.4.2017 Theorie-Arbeit anmelden entweder Theorie und Praxis gleichzeitig oder nacheinander bearbeiten Relation Praxis <-> Theorie / unterschiedliche Themen empfohlen: jetzt anfangen, egal wann ich Diplom letztendlich mache mögliche Themen für Theorie-Arbeit skizzieren und ihm per E-Mail zuschicken am Beispiel von "Art brut Art brut ": Normalität / Differenz / Übergang besprechen, danach künstlerische Arbeiten zeigen oder einzelne Künstler (wie Duchamp Marcel Duchamp ) als Thema, mit Arbeiten vorstellen Theorie-Arbeiten in Bibliothek durchsehen: 1 "Archiv-Essenzen", Kai Hendrik Windeler (nicht gefunden) 2 "Erinnerung mit Familienfotos", Irma Blumstock (nicht gefunden) 3 "Mutter-Kind -Performances bei Courtney Kessel, Maria Adela Diaz und Else Twin Gabriel", Beatrice Förster (nicht so gut, aber passt zu Kinderzeichnungen Kinderzeichnung ) 4 "Das Zickzack Phantom - Wiederholung in der Zeichnung", Benjamin Kunath 1. Schritt: andere Diplom-Arbeiten durchsehen (Bibliothek), Aufbau analysieren, Übersicht über Qualität und Umfang 2. Schritt: eigene Themen finden, möglichen Aufbau skizzieren, danach Daniels zuschicken und besprechen bis 15.11. (1 Monat Zeit) beide Schritte machen Narzissmus Narzissmus und Kunst Hausarbeit durchgegangen Anamorphose ("die Umformung" und "Die Gestalt, Form", seit 1657 Bilder bezeichnet, die u. a. nur unter bestimmten Blickwinkel bzw. mittels speziellem Spiegel Spiegelbild erkennbar sind) Bezieht sich Dalí direkt auf Ovids Metamorphosen? Metamorphose: Wandlung von etwas Mythos Mythos Linie auf Linie, Wettstreit zwischen Malern (bisher nichts gefunden, Daniels möchte selber noch einmal nachschauen) gesammelte Narzissmus-Bilder ihm zuschicken Hausarbeit-Ausdruck wieder in sein Fach legen Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Hermen-Kopf abgedeckt / verhüllt verhüllt zu spät zu spät bei Alberti, morgen vormittags vorbeigehen
Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol
Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol
Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol
Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol
Herme Herme Einzelgespräch Bachmann umsetzen Friedrich-Nietzsche Friedrich Nietzsche -Gedenkstätte, Röcken Vorgehen Herme: 1 Kopf inklusive Schulterbereich aus Ton in Werkstatt immer mittwochs ab 10:00 Gestell, Werkzeug, Spiegel Spiegelbild von erstem Versuch mitbringen zuvor Fotos von Kopf und Schulterbereich ausdrucken, Notizen zu Maße 2 Tonkopf scannen, danach in Holz fräsen (mit Ohme) Kopf eventuell vergrößert fräsen, Tonform auch für spätere Abgüsse verwendbar 3 Pfeiler entweder aus Holzstamm, wie Kopf selbes Material, Pfeiler-Teilungen allerdings sichtbar, sehr schwer oder aus Sperrholzplatten, Verbindungsbereich mit Gips füllen und glatt streichen, danach weißen Teilhöhe jeweils 2 m, insgesamt 4 m + Kopf Stephan Balkenhol Stephan Balkenhol Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol balkenhol3-k.jpg Kleine Kopfsäule, Stephan Balkenhol balkenhol2-k.jpg Fingerprint, Stephan Balkenhol in Holz reingeritzter Fingerabdruck, für Geradenbilder in Holz E-Mail von Mark: "wie gestern beim klassentreffen besprochen, werden wir vermutlich auch den mittwoch (19.10) fuer die praesentationen der studierenden nutzen. ich kann dir also den 20.10 um 13.00 als termin anbieten."
Ballett der unausgeschlüpften Küken, Kostümentwurf, 1871, Viktor Hartmann
Ballett der unausgeschlüpften Küken, Kostümentwurf, 1871, Viktor Hartmann
Entwurf für Kiewer Stadttor mit Glockenturm und kleiner Kirche im Innern, 1869, Viktor Hartmann
Entwurf für Kiewer Stadttor mit Glockenturm und kleiner Kirche im Innern, 1869, Viktor Hartmann
runder Spiegel mit Holzverkleidung
runder Spiegel mit Holzverkleidung
Dekoration in Bäckerei mit einfachen Motiven, wirkt teilweise kindlich
Dekoration in Bäckerei mit einfachen Motiven, wirkt teilweise kindlich
Kurs Bildmusik (Vorbereitung) "Das Klassik-Beispiel für Malerei+Musik sind ja die 'Bilder einer Ausstellung' oder in neuerer Zeit 'Photoptosis' von Zimmermann, 'Die Zwitchermaschine' von Klebe oder diese Oper 'Am Anfang' von Anselm Kiefer/Jörg Widmann, etc." (E-Mail von Julian, von gestern) "Bilder einer Ausstellung", Modest Mussorgsky Modest Mussorgsky Viktor Hartmann (1834 - 1873, Architekt) schuf ab 1864 viele Aquarelle und Genreskizzen Wladimir Wassiljewitsch Stassow (1824 - 1906, russischer Kunstkritiker Mussorgsky lernte Hartmann durch Stassow kennen Stassow veranstaltete Ausstellung mit Hartmanns Arbeiten zum Gedenken ca. vierhundert Werke, u. a. Buchillustrationen, Reiseskizzen, Architektur- und Kostümentwürfe Ausstellung regte Mussorgsky an ein musikalisches Denkmal zu setzen Ballett der unausgeschlüpften Küken, Kostümentwurf, 1871, Viktor Hartmann viktorhartmann-k.jpg Kostümentwurf für 5. Satz ("Ballett der unausgeschlüpften Küken") Entwurf für Kiewer Stadttor mit Glockenturm und kleiner Kirche im Innern, 1869, Viktor Hartmann torkiew-k.jpg Entwurf Kiewer Stadttor für 10. Satz ("Das Heldentor") vollgriffig gestaltetes Thema: majestätische Größe des Tores zwischen Sätzen immer eine Promenade, leicht verändert Promenade als Überleitung zwischen den Stücken Promenade soll Mussorgsky selbst darstellen, wie er zwischen Ausstellungsstücken umherwandert und betrachtet nicht zu allen Sätzen Vorlagen gefunden "Bilder einer Ausstellung" 1874 vollendet Geradenbild Geradenbild probiert einfache Formen wie Raben händisch in Geraden umzuwandeln gerade Linien wirken händisch gezeichnet unnatürlich, eher mit leichtem Schwung umsetzen Geraden zu geordnet gezeichnet, ohne Spannung umsetzen Raben-Formen aus Pappe ausschneiden und mit Geraden füllen mit geschlossenen Augen Geraden setzen analysieren, warum maschinenerzeugte Geraden mit etwas Zufall Zufall besser wirken statt wahllos eher zeilenhaft bewusst unbewusst ausschauende Geraden ziehen umsetzen runder Spiegel Spiegelbild mit Holzverkleidung spiegelrundholz-k.jpg Alberti fragen, wie Holz rund krümmen für runden Bilderrahmen Spiegelfläche eventuell dick mit Glasfarben bestreichen, Betrachter scheint nur noch leicht durch Kinderzeichnung Kinderzeichnung Dekoration in Bäckerei mit einfachen Motiven, wirkt teilweise kindlich kz_unternehmen-k.jpg
Friedrich Fröhlich, Dr.
Friedrich Fröhlich, Dr.
(Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget
(Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget
Friedrich Fröhlich, Dr. dr-friedrich-froehlich.jpg Tonio Kröger Tonio Kröger Kunstbegriff "Tonio Kröger", Thomas Mann "[Tonio Kröger] arbeitet nicht wie jemand, der arbeitet, um zu leben, sondern wie einer, der nichts will als arbeiten, weil er […] nur als Schaffender in Betracht zu kommen wünscht und […] unauffällig umhergeht, wie ein abgeschminkter Schauspieler, der nichts ist, solange er nichts darzustellen hat." "[…] [sind die von ihm Verachteten] unwissend darüber, daß gute Werke nur unter dem Druck eines schlimmen Lebens entstehen, daß, wer lebt, nicht arbeitet, und daß man gestorben sein muß, um ganz ein Schaffender zu sein." "Kunst und - ja, was ist das andere? Sagen Sie nicht, 'Natur', Lisaweta, 'Natur' ist nicht erschöpfend." Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit Kunstlehre Fotografie als Extrembeispiel für Verdrängung von Kultwert durch Ausstellungswert letzter Kultwert in Fotografie: Menschenantlitz Porträt steht im Mittelpunkt früher Fotografie letzter Zuflucht des Kultwerts: Kult der Erinnerung an ferne oder verstorbene Personen wenn Mensch aus Fotografie verschwindet: Ausstellungswert überwiegt (Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget atget-k.jpg Eugène Atget (1857 - 1927, französischer Fotograf) hielt Pariser Straßen um 1900 in menschenleeren Aspekten fest werden zu Beweisstücken im historischen Prozess Streit zwischen Malerei und Fotografie im 19. Jahrhundert um Kunstwert ihrer Produkte Kunst wurde von kultischen Fundament gelöst Schein ihrer Autonomie erlosch Vergleich Film mit Hieroglyphen, Abel Gance: "[…] wieder auf die Ausdrucksebene der Ägypter angelangt … Die Bildsprache ist noch nicht zur Reife gediehen, weil unsere Augen ihr noch nicht gewachsen sind." Theoretiker wollten kultische Elemente im Film sehen (damit es Kunst wird) durfte nicht verloren gehen (u. a. auch Alexandre Arnoux "Sollten nicht all die gewagten Beschreibungen, deren wir uns hiermit bedient haben, auf die Definition des Gebets hinauslaufen?") auch heute wird noch von reaktionären Autoren (halten an nicht mehr zeitgemäße Verhältnisse fest) versucht Sakrales oder Übernatürliches im Film zu sehen über Stummfilm, Luigi Pirandello (1867 - 1936, italienischer Schriftsteller): "Der Filmdarsteller fühlt sich wie im Exil. Exiliert nicht nur von der Bühne, sondern von seiner eigenen Person. Mit einem dunklen Unbehagen spürt er die unerklärliche Leere, die dadurch entsteht, daß sein Körper zur Ausfallserscheinung wird, daß er sich verflüchtigt und seiner Realität […] beraubt wird, um sich in ein stummes Bild zu verwandeln, das einen Augenblick auf der Leinwand zittert und sodann in der Stille verschwindet […]" mit Film kommt Mensch in Lage, seine gesamte Person zu zeigen, unter Verzicht auf deren Aura (an Hier und Jetzt gebunden) Aura kennt kein Abbild Schauspieler versetzt sich in eine Rolle Filmdarsteller ist das oft versagt, da Leistung nicht einheitlich ist, besteht aus vielen einzelnen Leistungen Befremden des Darstellers vor Apparatur = Befremden des Menschen vor Erscheinung im Spiegel Spiegelbild Spiegelbild wird ablösbar, transportabel wird vor Publikum transportiert fehlende Aura bei Filmdarstellern wird durch künstlichen Aufbau der personality ersetzt Starkultus konserviert Zauber der Persönlichkeit besteht nur noch aus "fauligen Zauber ihres Warencharakters"
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey
Narziß und Goldmund Relevanz der Kunst was Kunst Goldmund gebracht und bedeutet hat: "Es war die Überwindung der Vergänglichkeit Vergänglichkeit . Ich sah, daß aus dem Narrenspiel und Totentanz Sterben des Menschenlebens etwas übrigblieb und überdauerte: die Kunstwerke. Auch sie vergehen ja wohl irgendeinmal […]. Aber immerhin überdauern sie manches Menschenleben und bilden jenseits des Augenblicks ein stilles Reich der Bilder und Heiligtümer. Daran mitzuarbeiten scheint mir gut und tröstlich, denn es ist beinahe ein Verewigen des Vergänglichen." Narziß: "Ich glaube, die Kunst besteht nicht bloß darin, daß durch Stein, Holz und Farben etwas Vorhandenes, aber Sterbliches dem Tod entrissen […] wird." Goldmund: "Das Urbild eines guten Kunstwerks ist nicht eine wirkliche, lebende Gestalt, obwohl sie der Anlaß dazu sein kann. Das Urbild ist nicht Fleisch und Blut, es ist geistig. Es ist ein Bild, das in der Seele des Künstlers seine Heimat hat." Urbilder (nicht wie Goethes Urpflanze): nirgends vorhanden als im schöpferischen Geist Kunstgestalt lange vor Verwirklichung als Bild in Seele des Künstlers vorhanden Urbild = Idee Fotocollage notiert 230 EUR für Toner (CMYK) 3.800 Seiten je Toner = 15.200 Seiten bei normalem Text = etwa 1.000 Seiten[?] Foto A4 ca. 30 x 20 cm => 100 x 70 cm 2 * 5 = 10 A4-Blätter * 10 (Collage Collage ) = 100 Blätter 10 x Fotodruck AV-Labor Format 100 x 70 cm Preis im AV-Labor für "normales" Papier anfragen danach entscheiden, wo drucken aber: ich kann schon so Toner (nur CMY) kaufen aktuelle fast leer, plane ja weiterhin auch einzelne Fotos zu drucken kleinere bzw. "sensible" (Akt Akt ) Collagen weiterhin mit eigenem Drucker machen FdK-Konto noch gut gefüllt Aufnahmen Kopf bis Rumpf, mit Hemd, zugeknöpft 5 von 6 Ausdrucken, Hintergrund bereits herausgerissen fotocollage1-k.jpg Hände aufgehalten, später Geraden frei ritzen sechs unterschiedliche Stellungen auf jeweils drei A4-Blätter gedruckt Endformat: A3, auf Spiegel Spiegelbild befestigt Schritt 1: Hintergrundfläche / Leuchten erzeugen, oberer Bereich dunkler Hintergrund, Übergang zu hell Schritt 2: Figur Schritt 3: Geraden morgen weiter bearbeiten Geradenbild Geradenbild Keilschrift Keilschrift Keilschrift-Inschrift am Tor der Völker, Persepolis, © Nickmard Khoey keilschrift-k.jpg von Sumerern aus Buchhaltungssystemen entwickelt Vorläufer Zählsteine mit Darstellung von Nutztieren und Waren Keilschrift: Bilder in abstrakte Zeichen aufgelöst aus keilförmigen Einzelelementen zusammengesetzt Zeichen aus Kombination von Grundelement gebildet im 1. Jahrtausend v. Ch. durch Buchstabenschrift abgelöst Schreibmaterial: handgroße Tontafeln, nach Beendigung gebrannt
Selbstanschauung Ich, 1886, Ernst Mach
Selbstanschauung Ich, 1886, Ernst Mach
Hausarbeit "Nur weil ein Künstler sich selber über einen Spiegel Spiegelbild erfährt und das bildnerisch festhält, heißt das noch lange nicht, dass er damit narzisstische Motive verfolgen würde. Denn: […]" "Selbstbild ohne Selbst Dekonstruktionen eines Genres in der zeitgenössischen Kunst", Kapitel "Der Spiegel als Instrument der Selbstdarstellung" Wilhelm Waetzold: "Woher stammt dem Künstler das Wissen um seine Außenseite?" über Selbstbeobachtung im Spiegel und aus sprachlichen oder bildnerischen Mitteilungen anderer (später auch über Fotografie, Videokamera, Webcam, …) Mensch ist auf Hilfe von Außen angewiesen, um seinen Körper vollständig betrachten zu können Thomas Kempas (1982): "Ein Selbstporträt Selstbildnis ist ein Spiegelbild" weitere mögliche Beobachtung ohne Technik in der Natur: Wasseroberfläche, Spiegelung in Augen Selbstanschauung Ich, 1886, Ernst Mach Ernst Mach mach-k.jpg "Es geht also zu allererst um das Begreifen der eigenen Form im Raum"
Stehender Mädchenakt, 1963, Öl auf Hartfaser / Mädchenakt vor dem Spiegel, 1964, Öl auf Holz / Damenporträt (Porträt Maria), 1967 / Die Neugierigen, 1962, Öl auf Hartfaser auf Holz, Albert Ebert
Stehender Mädchenakt, 1963, Öl auf Hartfaser / Mädchenakt vor dem Spiegel, 1964, Öl auf Holz / Damenporträt (Porträt Maria), 1967 / Die Neugierigen, 1962, Öl auf Hartfaser auf Holz, Albert Ebert
Am Schaltpult (nach Willi Sitte), 2002, Öl auf Leinwand, Moritz Götze
Am Schaltpult (nach Willi Sitte), 2002, Öl auf Leinwand, Moritz Götze
Roter Turm I, Öl auf Leinwand, Lyonel Feininger
Roter Turm I, Öl auf Leinwand, Lyonel Feininger
Am Trödel (III), Bleistift und Farbstift, 1929, Lyonel Feininger
Am Trödel (III), Bleistift und Farbstift, 1929, Lyonel Feininger
Klosterruine Oybin, um 1810, Aquarell und Deckfarben, teilweise mit Transparentpapier hinterklebt, Caspar David Friedrich (zugeschrieben)
Klosterruine Oybin, um 1810, Aquarell und Deckfarben, teilweise mit Transparentpapier hinterklebt, Caspar David Friedrich (zugeschrieben)
Ausstellung Dauerausstellung Kunstmuseum Moritzburg, Halle Albert Ebert (1906 - 1976, naiver deutscher Maler und Grafiker) "Junge Frauen", 1959, Öl auf Holz und "Liebespaar", 1961, Öl auf Holz, Albert Ebert Stehender Mädchenakt, 1963, Öl auf Hartfaser / Mädchenakt vor dem Spiegel Spiegelbild , 1964, Öl auf Holz / Damenporträt (Porträt Maria), 1967 / Die Neugierigen, 1962, Öl auf Hartfaser auf Holz, Albert Ebert halle2-k.jpg Einzelansicht "Stehender Mädchenakt", 1963, Öl auf Hartfaser, Albert Ebert "Abgerissener Drache", 1976, Öl auf Hartfaser, Uwe Pfeifer (* 1947 in Halle) "Ideale Landschaft", 1973, Öl auf Hartfaser, Uwe Pfeifer Am Schaltpult (nach Willi Sitte Willi Sitte ), 2002, Öl auf Leinwand, Moritz Götze halle6-k.jpg "Chemiearbeiter am Schaltpult", 1968, Öl auf Hartfaser, Willi Sitte (1921 - 2013) Roter Turm I, Öl auf Leinwand, Lyonel Feininger Lyonel Feininger halle8-k.jpg Am Trödel (III), Bleistift und Farbstift, 1929, Lyonel Feininger halle9-k.jpg "Am Trödel (II)", 1929, Bleistift, Lyonel Feininger "Häuser am Trödel", Kohlezeichnung, 1929, Lyonel Feininger Klosterruine Oybin, um 1810, Aquarell und Deckfarben, teilweise mit Transparentpapier hinterklebt, Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich (zugeschrieben) halle13-k.jpg
Zeichnung auf Papier, 30
Zeichnung auf Papier, 30
Archäologisches Nationalmuseum
Archäologisches Nationalmuseum
Ceramic footed cup
Ceramic footed cup
Neolithic Pottery from Thessaly, 6500 - 3300 BC
Neolithic Pottery from Thessaly, 6500 - 3300 BC
Statuette of a discus-thrower, 1st c. BC.
Statuette of a discus-thrower, 1st c. BC.
Statuette of Herakles in Epitrapezios type, 2nd c. AD.
Statuette of Herakles in Epitrapezios type, 2nd c. AD.
Inscribed sheets of metal, 4th c. BC.
Inscribed sheets of metal, 4th c. BC.
Zeichnung auf Papier, 30 kz2prae.jpg Studienreise Athen 2016 (gestern: Besuch Klasse von Nikos Navridis, Athens School of Fine Arts) Ausstellung Sammlung Archäologisches Nationalmuseum athendo1-k.jpg Ceramic footed cup athendo2-k.jpg with three spouts Neolithic Pottery from Thessaly, 6500 - 3300 BC athendo3-k.jpg various centres of production of decorated pottery in Thessaly Black polished "Larissa ware" from the north, probably Balkans Larisa style, Late Neolithic I (5300 - 4800 BC) Statuette of a discus-thrower, 1st c. BC. athendo5-k.jpg minitature of the bronze Discusthrower (Diskobolos) statue, made by the 5th-c. BC sculptor Myron hier der Zustand sehr interessant aufgequollen? mit Rissen, Form natürlich "ummantelt" Statuette of Herakles in Epitrapezios type, 2nd c. AD. athendo6-k.jpg attributed to Lysippos, sculptor of the 4th-c. BC. Zustand hier ebenfalls interessant Bein aufgequollen, breite Risse, löst sich auf Inscribed sheets of metal, 4th c. BC. athendo8-k.jpg bearing decrees granting exemption from taxes and tariffs, public friendship and political rights respectively Objekt mit Spiegel Spiegelbild , für sichtbare Vorderseite für eigene Arbeit merken
Gerüst für Tonobjekt
Gerüst für Tonobjekt
Werkstatt Plastisches Gestalten umsetzen kleinen Spiegel Spiegelbild mitnehmen nur das im Tonobjekt umsetzen, was ich auch sehen kann Gerüst für Tonobjekt geruest-k.jpg 1 Riffelrohr 8 mm auf 30 cm gesägt (Metallwerkstatt) 2 Rohr auf Platte geschweißt 3 Holz-"Schmetterlinge Schmetterling " hergestellt 2 Holzscheiben gekreuzt, mit Stahldraht festgebunden Schmetterlinge am Riffelrohr befestigt: A Augenhöhe B Mund C Hinterkopf D Hals E zweimal Ohren, zwischen A und B umsetzen abends Grundgerüst in Eisenbahnstraße Eisenbahnstraße bringen Bachmann würde zu Besprechungen auch zu mir fahren Notizen von morgen: Geradenbild Geradenbild HPL Platte weiß, 6 mm, RAL 9016, 46.46 EUR / m² Ohme neue Daten zum Fräsen geschickt (für Motiv 17 x 7 cm und 25 x 10 cm)
Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London)
Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London)
Narziss (Selbstporträt), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud
Narziss (Selbstporträt), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud
1 x Wort "(utopisches) Moment Moment " Hausarbeit (wird noch geschickt) Narzissmus Narzissmus und Kunst 1 Salvador Dalí und Sigmund Freud Sigmund Freud Metamorphose des Narziss, Öl auf Leinwand, 1937, 58,8 x 76,2 cm, Salvador Dalí (The Tate Gallery, London) metamorphosenarziss-k.jpg 1938 zeigte Dalí es dem damals 82-jährigen Sigmund Freud Dalí folgte schon seit Studientagen dessen Lehren hoffte auf psychische Analyse Freud über das Bild: "In klassischer Malerei suche ich nach dem Unbewußten - in einem surrealistischen Gemälde nach dem Bewußten." seine Meinung über Surrealisten Surrealismus bis dato: Narren geänderte Meinung: "daß es in der Tat sehr interessant wäre, die Entstehung eines solchen Bildes analytisch zu erforschen." Begriff Narzissmus in unsere heutige Sprache nicht durch Ovid gelangt, sondern durch Freud popularisierte Begriff im Aufsatz "Zur Einführung des Narzissmus", 1914 Narzissmusbegriff im Zusammenhang mit der Libido (Triebenergie-Theorie) entwickelt Definition: "Die der Außenwelt entzogene Libido ist dem Ich zugeführt worden, so daß ein Verhalten entstand, welches wir Narzissmus heißen können" in früher Kindheit befindet sich Mensch in "narzistischem Stadium" Mensch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Lage Beziehung zur Außenwelt aufzubauen = alle vorhandene Libido wird dem eigenen Ich zugewandt Später lernt Kind, libidonöse Beziehungen zur Außenwelt aufzunehmen (beispielsweise Eltern) überwindet damit "primären" Narzissmus Sekundärer Narzissmus = unter ungünstigen Bedingungen kann es geschehen, dass Mensch Libido wieder von Objekten abzieht und erneut dem eigenen ich zuwendet = wird als krankhafte Entwicklung aufgefaßt Freud Meinung, dass jeder (auch gesunde Mensch) zeitlebens in bestimmtem Maß narzisstisch bleibt definiert weiter: Narzissmus sei "libidinöse Ergänzung zum Egoismus des Selbsterhaltungstriebes" starker Egoismus schützt vor Erkrankung "[…] aber endlich muß man beginnen zu lieben, um nicht krank zu werden, und muß erkranken, wenn man infolge von Versagung nicht lieben kann." Dalí: mußte lernen gesamten Ängste (vor allem auch sexuelle Ängste) in Bezug auf Beziehung zu überwinden "Deshalb 'heilte' ihn Gala, da er lernte zu lieben" Zustand der Verliebtheit ist laut Freud gleichzusetzen mit Aufgabe eigener Persönlichkeit Aufgabe der Ichlibido oder schlicht dem Egoismus bzw. dem Narzissmus notiert Bei Dalí scheint mir das Bild autobiografisch zu sein. Er versucht sich jedoch nicht als der sich selbst liebende Schönling darzustellen, sondern versucht zu verstehen, wie es um ihn im Sinne Freuds bestellt ist. Stellt dabei auch Verbindung zu Gala her, die ihm helfen könnte, aus dem Narzisstischem Stadium zu entkommen. 2 Dalí und Lacan Jacques Lacan (1901 - 1981, französischer Psychiater und Psychoanalytiker) bekannt durch Neuinterpretation der Schriften Sigmund Freuds "Theorie der Ichidentitätsbildung per 'Spiegelstadium'" laß von Dalí Schrift über paranoisch[geistesgestört]-kritische Methode Lacan besuchte daraufhin Dalí "seine Sicht der Paranoia wurde durch diese Treffen beeinflußt, 'selbst wenn er es nie zugestand'" beschreibt Spiegelstadium: "Das ist das ursprüngliche Abenteuer, in dem der Mensch zum erstenmal die Erfahrung macht, daß er sich sieht, sich reflektiert und sich als anders begreift, als er ist - die wesentliche Dimension des menschlichen, die sein ganzes Phantasieleben strukturiert." Der Mensch sieht sich selbst und reflektiert sich indem er über sich selbst nachdenkt, findet keine Einheit statt, sondern Spaltung (Ich im Sinne eines "Ich ist ein anderer") Lacan behauptete: "Das Ich (je=das wahre Subjekt des Menschen) ist nicht das ich (moi=Ort des imaginären Erkennens)" durch Spiegelstadium wird sich das Ich seiner selbst bewußt, daß es existiert schon Kleinkind winkt sich im Spiegel Spiegelbild zu und erkennt sich Jedoch Mensch macht von sich selber ein imaginäres Bild, der Illusion Illusionsmalerei des Eins-Sein-wollens und wird im Spiegel mit einem anderen gespaltenem Bild konfrontiert Wechselspiel von Sich-Erkennen und Verkennen, von spiegelverhafteter Faszination und Aggression = zentrale Thema des Mythos Mythos des Narziss Narziss versucht mit Spiegelbild eins zu werden, als "Liebender und Geliebter oder als Ersehnter und Sehnender" "[…] er sieht sich da, wo er selbst nicht ist, im Spiegel des Teiches." "[…] obwohl er weiß, daß diese auch den Tod Sterben des anderen fordert: doch jetzt sterben wir beide, vereinigt in einem einzigen Hauche." 3 Lucian Freud (1922 - 2011, britischer Maler) Enkel von Sigmund Freud Narziss (Selbstporträt Selstbildnis ), Zeichnung 1947/48, Lucian Freud lucian-k.jpg in Frontalansicht, eigenen Kopf auf Hände aufstützt, spiegelnd Spiegelbild in Augenhöhe abgeschnitten man erkennt nicht, in was er sich spiegelt Blick starrt auf Spiegelbild, sieht Betrachter nicht an Interpretation: stellt sich in diesem Selbstporträt nicht im klassischen Sinne des Sujets dar Er zeigt sich reflektierend über sich selbst Lucian Freud setzt sich durch Betitelung mit Narziss gleich und offenbart so seine Gespaltenheit
Metamorphosis of Narcissus, Dali
Metamorphosis of Narcissus, Dali
Narziss #1, 2016, Installation, Thomas Neumann
"Narziss #1", 2016, Installation, Thomas Neumann
A Portrait of the Artist as a Weeping Narcissus, 2000, Olaf Nicolais
A Portrait of the Artist as a Weeping Narcissus, 2000, Olaf Nicolais
Standpunkt Kinderzeichnung Kinderzeichnung Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • Wie komme ich auf Kinderzeichnungen?
  • [Pause.]
  • Ähm … Seit gestern eben die Idee …
  • [Pause.]
  • Kinderzeichnungen von [Sperren: mir], die ich gemacht hab, …
  • [Gähne.]
  • … noch einmal nachzuzeichnen.
  • Vielleicht nicht in Originalgröße. Sondern in richtig groß.
  • Also so 'ne A4-Rolle nehmen. Und dann auf … Weiß nicht … eins fünfzig mal zwei, drei Meter …
  • Die halt nachzuzeichnen. Oder …
  • Eine groß machen.
  • Ein Motiv. Und viele kleine … andere drumherum …
  • [Gähne.]
  • [Pause.]
  • Äh … Wie komme ich auf Kinderzeichnung?
  • Was ist das jetzt?
  • [Pause.]
  • Mhm … Jetzt hab ich ja mit den Collagen gearbeitet.
  • Also Fotocollagen machen. Erinnert mich auch schon wieder an die … Weiß nicht … An die Schulzeit.
  • Na ja … Nicht … An so'n Kunstkurs für Kinder.
  • Vielleicht.
  • [Gähne.]
  • Und macht ja auch …
  • [Gähne.]
  • Macht ja auch … ähm …
  • [Schlucke.]
  • [Ziehe Rotze hoch.]
  • Nein. Einfaches Wort …
  • [Sperren: Spaß].
  • [Pause.]
  • Und … Bei den Kinderzeichnungen, glaub ich, dass ich in dem Moment Moment , wo ich sie gemacht hatte, bin ich mir eigentlich sehr sicher, nicht jetze … anderen etwas darstellen wollte. Etwas zeigen wollte.
  • Also jetzt nicht … ähm … so wie ein Künstler das jetzt machen würde.
  • So.
  • Ähm … Was will ich? Wie kommt's am besten rüber? Und … ähm … Welche Form nehme ich dafür? Welche Farben?
  • [Gähne.]
  • Sondern das war alles nen bisschen …
  • [Schlucke.]
  • … einfacher.
  • Intuitiver.
  • Aber nich, weil ich's wollte. Sondern weil es halt so [Sperren: war]!
  • Weil ich mir über sehr vieles keine Gedanken gemacht hatte.
  • Und was halt da war, war da.
  • Und hab ich dann halt benutzt.
  • [Schlucke.]
  • Mhm … Jetzt komm ich wieder zu so ner … ähm … Parallele. Vielleicht. Zu … Ich denke, ich denke so Zeichnungen haben schon viele Künstler mit gearbeitet … Hab mich damit noch gar nicht auseinander gesetzt.
  • Aber …
  • [Gähne.]
  • Nehmen wir die …
  • [Gähne.]
  • … Künstler …
  • Ich glaube Ende … neunzehntes, Anfang zwanzigstes Jahrhundert. Wie die sich da für die afrikanische Kunst … Für die sogenannte …
  • Wie hieß die?
  • Primitive Kunst Primitive Kunst . Hatten die die glaube ich bezeichnet.
  • Was ja keine ist. Aber was so rüberkam.
  • … Interessiert hatten. Und … ähm … Wo ja dann sozusagen die Moderne Kunst … sich anscheinend viel abgeschaut hat.
  • In Berlin, in Dahlem, in dieser Afrika-Ausstellung.
  • Ähm … Wo auch gleich so 'ne Infotafeln waren. Eben … ähm … Dass halt zur Kolonialzeit Kolonialzeit
  • [Gähne.]
  • … Das als primitiv angesehen wurde. Und Künstler das auch gerne so sahen. Weil die halt irgendwas ursprüngliches drinne sehen wollten. Oder …
  • Was es ja sicherlich auch ist.
  • Eher zumindestens als die … ähm … die Kunst … äh … die europäische damalige Kunst.
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • [Pause.]
  • Und hab halt da neue Formen gesucht.
  • Gefunden!
  • [Aufnahme bricht unerwartet ab.]
Kinderzeichnung Buch "Kinderzeichnung und die Kunst des 20. Jahrhunderts" ausgeliehen umsetzen heute für Kopfobjekt aus Ton: Nahaufnahmen von Nase, Ohren, Mund und Augen sowie Kopfform ausdrucken und wichtige Formen mit dickem Stift nachzeichnen Werkstatt Holzwerkstatt Abstandsleisten zurecht gesägt Rückkarton gesägt Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels wegen Hausarbeit "Narzissmus Narzissmus in der Kunst" 1 möchte bei Mythos Mythos Narziss und Echo anfangen inklusive Vorstellung Darstellungen Mythos in Malerei (o. a.) 2 Narzissmus Konzepte u. a. Freuds Narzissmusbegriff 3 Narzissmus und Kunst unterschiedliche Techniken beleuchten was ist medienspezifisch bei / was kann: Video (Krauss!) / Netzkunst net.art (JenniCam?) / Malerei / Installation / Fotografie (über Spiegel Spiegelbild ) / … mit Beispielen (inklusive eigener Beispiele!) 4 Hermine Freed Hermine Freed Zitat und meine Meinung dazu Ist nicht doch auch etwas Freude/Selbstverliebtheit beim eigene Betrachten dabei, selbst wenn der Körper vorrangig für ein anderes Thema benutzt wird? Wo ist da der narzisstische Moment? 5 Unterschied Narzissmus-Mythos (sieht sich nur selbst) und Kunst-Medien (Weiterverbreitung und eigenes späteres Betrachten) Was hat der externe Betrachter für eine Rolle? alte Hausarbeit Constant Dullaart Constant Dullaart besprochen umsetzen Hausarbeit Daniels zuschicken "Selbstdarstellung in der Videokunst" ab S. 36 scannen und ihm zuschicken Narzissmus und Kunst 1 Arbeiten Metamorphosis of Narcissus, Dali dali-narzissmus-k.jpg "Liquid Views - der virtuelle Spiegel des Narziss", 1993 / 2008, interaktive Nutzer-Installation, Monika Fleischmann und Wolfgang Strauss Ursula Querner, Narziss Streetart, Narcissus "Narziss #1", 2016, Installation, Thomas Neumann neumann-narzissmus-k.jpg Magritte René Magritte "Le Faux Miroir", 1928 2 Ausstellungen A Portrait of the Artist as a Weeping Narcissus, 2000, Olaf Nicolais Olaf Nicolais nicolais-narzissmus-k.jpg "Der moderne Narziss- Spiegelungen eines Mythos", Edin Bajric, GALERIA LUNAR "Zum Mythos der Selbstverliebtheit: Die Galerie im Taxispalais versammelt in der Schau 'Der Spiegel des Narziss' künstlerische Positionen zum übersteigerten Ich: ein Parcours, der nicht ohne Tränen auskommt" Videokunst Narziss 3 Berichte "der schlüssel zum erfolg Erfolg in der kunstwelt lautet: narzissmus!" 4 Narzissmus Narzißtische Störung "Ich kam, ich sah, ich wirkte!"
"danke, dass ihr mich gestern zu dem schönen Spaziergang rausgelockt habt! das Gespräch fand ich sehr anregend - wie von dir gewohnt" (J.) Video Rewind (aktueller Stand Vortrag) "Die Hauptfrage für meinen Vortrag, die wir uns überlegt haben, ist …" Wie viel Narzissmus Narzissmus , wie viel Selbstdarstellung steckt wirklich in den Videos, wo der Künstler selber der Protagonist ist? Narzissmus: Selbstverliebtheit eines Menschen oder Verhalten eines Menschen, der sich selbst für wichtiger und wertvoller einschätzt, als der urteilende Beobachter ihn einschätzt abgeschwächte Form: Selbstdarstellung, Künstler thematisiert sich selber "Es könnte aber eben auch sein, dass …" Künstler = Stellvertreter für Betrachter? Sind einige Videos gar keine Selbstbildnisse? Künstler nur Darsteller/Performer? Es geht vielleicht nicht um sein Selbstbild? 1 These Rosalinde Krauss bezeichnet Narzissmus als das eigentliche Medium der damals noch jungen Videokunst Videotechnik ermöglichte gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder, in deren Zentrum meist der agierende Künstler in einem geschlossenen Kreislauf zwischen Kamera und Monitor stehe Gefahr: völlige Abkapselung des Künstlers bzw. Performers in der eigenen Subjektivität, der „ego-libido“ Blick auf Außenwelt ginge verloren "Dazu möchte ich anmerken …" Videokunst der 1970er Jahre (wie Vito Acconci, Les Levine, Bruce Nauman Bruce Nauman ) prägte tatsächlich starke Tendenz zum künstlerischen Selbstbezug innerhalb Amerika in 1970er Jahren war Narzissmus ein breit diskutiertes gesellschaftliches Phänomen 2 Reaktionen Narzissmus-These in späteren Jahren vor allem kritisch rezipiert, da das Phänomen der künstlerischen Abkapselung in früher Videokunst nicht selten gesellschaftliche Verortung zum Ziel hatte selbst in Video-Selbstdarstellungen hatten viele Arbeiten nicht das Instant Feedback (sofortige Rückmeldung) zur Grundlage A Reaktion Videokünstlerin Hermine Freed Hermine Freed (1940 - 1998, US-amerikanische Malerin und Videokünstlerin) "If many artists use themselves, it is because they have the firmes control over themselves; it is easier to do something the way you want it done than try to explain what you want to someone else. Artists are accustomated to working alone. If the artist uses his or her own image, it is more likely to be because of that need to work alone than because of narcissism." Videoarbeit "Art Herstory" hat Irene Schubiger in ihrem Buch unter "Tradition, Idol, Selbst" eingeordnet Aufnahmen u. a. von Bildern mit religiösen Gestalten oder von Fotografien mit bekannten Personen überlagert u. a. mit Gesicht des Künstlers Auseinandersetzung mit der Identität als Kunstschaffenden und die Geschlechterrollen Freed nutzt die Mittel der Videotechnik, um sich exemplarische Frauengestalten anzueignen übernahm nicht Haltung einer religiösen Figur innerhalb gegebener Bildformel (wie thronende Madonna) agierte unabhängig von motivischer oder ikonografischer Tradition = passive Funktion als weibliches Modell ist aufgehoben sie benutzt eigenen Körper, um ein nicht ich-bezogenes Thema zu bearbeiten wie in anderen technischen Medien (Malerei, Zeichnung, Fotografie) arbeiten Künstler mit entsprechenden Werkzeugen und Apparaten alleine viele weitere Künstler/Kunstkritiker reagieren verhalten auf Krauss-Text statt Narzissmus wird oft Privates zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung und damit zur öffentlichen Angelegenheit B Jean Baudrillard, Soziologe (französischer Medientheoretiker, Philosoph und Soziologe, +2007) "Das hat nichts mit Narzissmus zu tun, und man irrt, wenn man den Terminus zur Beschreibung dieses Effekts missbraucht. Die Video- und Stereokultur erzeugt nämlich kein narzisstisch Imaginäres, sondern ist Effekt äußerster, verzweifelter Selbstreferenz, ein Kurzschluss, mit dem das Gleiche ans Gleiche unvermittelt angeschlossen wird." Da ich es nicht verstehe: Als Frage in Raum stellen? C Maureen Turim, Film- und Medienwissenschaftlerin kritisiert zu ausschließlich definierte Beziehung zwischen Monitor, Spiegel Spiegelbild und Narzissmus Position von Künstler auf der einen und Publikum auf der anderen Seite auseinandergehalten werden nur weil Künstler aufgrund Monitorfeedbacks narzisstisch ausgerichtete Performance Performance durchführt, muss das Publikum diesen Narzissmus nicht teilen (andere Betrachtersicht) allgemein zu Krauss und Reaktionen: Krauss Text (1976 erschienen) sei nur von eingeschränkter historischer (innerhalb Amerika in 1970er Jahren war Narzissmus ein breit diskutiertes gesellschaftliches Phänomen) wie theoretischer Bedeutung Irene Schubiger (in ihrem Buch): statt Werke auf Krauss eingeführter Kriterien zu analysieren, sollte zeitgenössischer Kontext, Kategorien Körper und Geschlecht sowie Apparat und Zeit Zentrum der Aufmerksamkeit sein neben stark narzisstischen Motiven auch: u. a. Künstler versuchen Körper einzusetzen wie ein belebtes Instrument Körperglieder mit Gestik, Haltung, Bewegungsspektrum werden im Verhältnis zu Raum und/oder Objekt erkundet Text wird gesprochen, gesungen, Stimme begleitet modulierend Geschehen Beispile "I am making art", John Baldessari John Baldessari Performance zielt ironisch auf konzeptuelle Performance zeitgenössischer Künstlerkollegen ab Frage in Raum stellen, was das heißen könnte? lustig (optional) Spiegel, Gesicht und Hände (herkömmliche Mittel Selbstporträt Selstbildnis ) werden im Video eingesetzt Beispile "Left side, right side", Joan Jonas Joan Jonas (MORGEN AUSARBEITEN AB SEITE 65] mit Spiegel ab Minute 2 Beispiel, wie das mit dem Spiegel gemeint ist Künstler versuchen sich und Publikum Zugang zu nicht bewussten Anteilen des Inneren zu vermitteln Beispiel "Studies in myself II", Douglas Davis Video (MORGEN AUSARBEITEN AB SEITE 72) seelische Schmerzerfahrungen auf körperliche Ebene übertragen mit (fälschlicherweise?) narzisstischem Motiv: Bill Viola Bill Viola mit "Migration (for Jack Nelson)" (MORGEN AUSARBEITEN AB SEITE 85) dazu Kritik an Auseinandersetzung mit eigenem Körper Kritik Walter Grasskamp (Kunstkritiker und Soziologe): "Die Spannung, die von einer authentischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper ausgeht, überträgt sich kaum auf einen Zuschauer; im Gegenteil, wo der Zuschauer sich nicht auch selbst zu sehen bekommt … stellt sich schnell Langeweile ein. Dies ist für einen großen Teil der Videoproduktion kennzeichnend." hält anscheinend interaktive Videoinstallationen für legitimer "He weeps for you" (Video- und Soundinstallation, 1976), ohne Künstler-Selbstdarstellung > Betrachtersicht rückt ins Zentrum (MORGEN AUSARBEITEN) eventuell noch Peter Campus mit "Three Transitions" Notiz allgemein: Künstler konnten in Video Dinge darstellen / Themen reflektieren, die im Film so nicht gingen Quellen: 1 "Selbstdarstellung in der Videokunst", Irene Schubiger und 2
geöffnet
geöffnet
Flügelrahmen mit Bild, erste Ansicht in Holzwerkstatt
Flügelrahmen mit Bild, erste Ansicht in Holzwerkstatt
Flügelrahmen im Klassenraum installiert
Flügelrahmen im Klassenraum installiert
geöffnet fluegelrahmenw4prae.jpg Friedrich Fröhlich, überzeugt von Synthese Geraden-, Selbstporträt Selstbildnis und Verhüllungsgedanke Friedrich Fröhlich, zweifelnd verhüllt verhüllt Geradenbild Geradenbild Werkstatt Holzwerkstatt Geradenporträt gerahmt Rahmenkonstruktion für Collage Collage hergestellt, inklusive Querstreben Flügelrahmen mit Bild, erste Ansicht in Holzwerkstatt fluegelrahmenw1-k.jpg umsetzen morgen leimen, übermorgen mitnehmen, Collage befestigen und weiter daran arbeiten Flügelrahmen im Klassenraum installiert fluegelrahmenw5-k.jpg Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels Notizen für kurzes Gespräch mit Daniels wegen möglicher Hausarbeit Thema Narzissmus Narzissmus mich interessiert nicht die technisches Details zum Video/Monitor Videokunst nur in Bezug auf Selbstdarstellung Selbstdarstellung weiterhin auch in Malerei, Fotografie, Netzkunst net.art (Webcam!) … vor allem der narzisstische Aspekt 1 wie das Künstler deuten Hermine Freed Hermine Freed (Videokünstlerin): "If many artists use themselves, it is because […]" (siehe 22.4.) 2 wie Psychologen/Psychotherapeuten (u. a. Freud Sigmund Freud ) 3 Werke, die Narziss als Thema haben Narziss und Echo: Ursprung Ursprung mit Darstellungen, Deutungen 4 Werke, die mit Spiegel Spiegelbild arbeiten Parmegianino (italienischer Maler, 1503 - 1540), "Selbstbildnis im Konvexspiegel" Maler, Fotografen im Spiegel 5 eigener Hintergrund meiner vielen Selbstbildnisse vielleicht mit einpflegen: Jack Pierson (Selbstporträt Fotografien, nicht er selber) Kurs Video Rewind Vortrag 1: "Ins Universum der technischen Bilder" Vilem Flusser, Medienphilosoph übersetzt eigene Texte selber in verschiedene Sprachen Entwicklung der Menschlichkeit durch Medien behandelt Technisches Bild = gemacht durch Maschine erste technische Bilder-Erfindung = Fotografie materieller Unterschied, ontologische[?] und philosophische Unterschiede zu traditionellen Bildern traditionelle Bilder = Abstraktion von Volumen technische Bilder = Konkretisierung durch Punkte "Die Punkte in denen alles zerfällt, haben keine Dimension. Die Punkte sind grenzenlos." sind eingebildete Flächen Abstand des Betrachters nötig, ansonsten Punkte erkennbar, Motiv nicht mehr "Ich bilde mir die Festigkeit des Tisches nur ein." Festigkeit, wir können nicht erfahren, dass er aus Molekühlen besteht erst durch Wissenschaft möglich, "Lücken" im Material sichtbar zu machen Nachträglichkeit = bildgebende Verfahren erklären Natur nachträglich Vorträglichkeit = ohne Wissen, wie technische Bilder entstehen, nicht möglich Bilder zu erstellen "Lob der Oberflächlichkeit: Wir interessieren uns nur für Input und Output dieser schwarzen Kisten." Auflösung der Autorschaft durch Akt Akt des Kopierens Original wird überflüssig Vortrag 2: "Video das reflexive Medium", 2005, Spielmann [?] Video: elektronisches Medium Videosignale werden in ständiger Bewegung gehalten Video = erstes audiovisuelles Medium ohne Materialität Materialität wie bei Filmspulen instabile Zustände von Bildlichkeit Bild <> Bildlichkeit Bild = feststehend, Bildlichkeit = für kurzen Augenblick bestehend, danach wandelnd ein Gedanke: in Bildschirm eingebrannt bei Röhrenmonitoren oder Plasmabildschirmen = aus gewollter Bildlichkeit wird wieder Bild Künstler-Beispiel für eingebrannte Bilder bei Bildschirmen, Diplom-Arbeit: Christoph David umsetzen alten Röhrenmonitor (flacher) kaufen und Selbstporträt einbrennen lassen (siehe 23.11.2012, Versuch vom 24.11. - 17.12.2012) umsetzen als nächstes Projekt in Holzwerkstatt: Rahmen für gekreuzte Beine herstellen Papiergröße: 50 x 100 cm (nachschauen) + 2,5 cm je Seite zusätzlicher Rand, schwarzer Rückkarton und Rahmen Bild als raumzeitliche Einheit wie Malerei, Fotografie, analoger Film unabgeschlossener Bildtyp elektronische Bildlichkeit Materialität: Nicht-Fixiertheit Videobild existiert nicht als kohärentes Bild, Refreshin (ohne Elektrizität, kein Video) Flexible inkonsistente Formen transformativer Fluss, Zeilenstruktur "fließende Diskontinuität" korrespondiert medientechnisch mit dem Beschreiben einer Papierseite (unkonzentriert)
(Aushang Klassenraum für nächstes Klassentreffen)
(Aushang Klassenraum für nächstes Klassentreffen)
I am making art, 1971, 19 min, schwarzweiß, Ton, John Baldessari
"I am making art", 1971, 19 min, schwarzweiß, Ton, John Baldessari
Space walk, 1972, 28:25 min, Farbe, Ton
Space walk, 1972, 28:25 min, Farbe, Ton
Left side, right side, 1972, 8:48 min, schwarzweiß, Ton, Joan Jonas
Left side, right side, 1972, 8:48 min, schwarzweiß, Ton, Joan Jonas
(Aushang Klassenraum für nächstes Klassentreffen) aushang-k.jpg Tagesplan 8:00 - 9:00 VIDEO REWIND Text weiterlesen 9:00 - 9:15 Essen 9:15 - 10:00 Text von Daniels Dieter Daniels E-Mail überfliegen, Notizen machen 10:30 zur Postfiliale, Druckereipatrone abholen 10:30 - 11:30 zur HGB, AV-Labor säubern, Arbeit in Klassenraum plan hinlegen 12:30 - 14:00 COLLAGE Collage weitermachen, am Anfang neue Papiere drucken (beide Vorlagen dreimal drucken, 500%) 15:00 - 16:30 OHME Vorlage 10 x 10 cm zuschicken (kleines 5-Minuten-Selbstporträt Selstbildnis , mindestens 1 mm tief!) Kurs Video Rewind (Vorbereitung) Abschnitt 5: "'Videoselbstporträt': literarische oder visuelle Tradition?" Betrachtung Entstehung Selbstporträt innerhalb Malerei und Zeichnung und Entwicklung bis in jüngste Zeit Raymond Bellour erläutert seine Auffassung Begriff Videoselbstporträt (1988) leitet "Autoportrait vidéo" von literarischer Selbstporträt-Tradition ab literarische Selbstporträt-Tradition gründet ihrerseits auf antike Antike Rhetorik Michel Beaujour: definiert Eigenschaften des literarischen Selbstporträts in Abgrenzung von Autobiografie Videoselbstporträt baut für Bellour auf u. a. 1 unverzögerte Rückkoppelung 2 leichtes Einfügen seiner selbst in Aufnahmen 3 Arbeit ohne Kamerapersonal 4 Möglichkeiten der Nachbearbeitung 5 allgemeiner Prozess der Subjektivierung[?] Feststellung: ichbezogene Kunst sei nicht mehr Gegenstand der Erinnerung, sondern fortgesetzte Gegenwart[?] Künstler selber verwendeten Begriff Videoselbstporträt nicht nicht wichtig auf Medium sondern auf Werkgattung zu verweisen Kritik Walter Grasskamp, Kunstkritiker: "Die Spannung, die von einer authentischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper ausgeht, überträgt sich kaum auf einen Zuschauer; im Gegenteil, wo der Zuschauer sich nicht auch selbst zu sehen bekommt … stellt sich schnell Langeweile ein. Dies ist für einen großen Teil der Videoproduktion kennzeichnen." hält anscheinend interaktive Videoinstallationen für legitimer (Text handelt mir viel zu viel von Kunstkritikern, anstatt Meinung von Künstlern dazu zu betrachten) Abschnitt 6: Kategorien der Selbstdarstellung Kategorie 1: Konzept, Körper, Störung Künstler versuchen Körper einzusetzen wie ein belebtes Instrument Körperglieder mit Gestik, Haltung, Bewegungsspektrum werden im Verhältnis zu Raum und/oder Objekt erkundet Text wird gesprochen, gesungen, Stimme begleitet modulierend Geschehen Kontrolle des Bewusstseins unterlaufen Beispiel: John Baldessari John Baldessari "I am making art", 1971, 19 min, schwarzweiß, Ton, John Baldessari iammakingart.jpg nach jeder Körperbewegung (wie Arm, Beugung Rumpf) spricht er in Kamera: "I am making art" Verlust Kontrolle: im Verlauf Video kleinere Pausen, da er neue Körperhaltungen sich erst ausdenken muss = kein "kaltes Kunststück" Kategorie 2: Abstraktion nichtfigurative oder abstrakte Werke der Selbstdarstellung anstelle Kopf und Gesicht: andere Körperteile oder Personen Beispiel: Les Levine "The artist explores his loft as a video performance Performance , moving the camera around on a dolly to explore the particularities of the space and its contents, while discussing the boredom of this kind of television and expressing a shift from estrangement to annoyance to questioning whether he had chosen the space or if it had chosen him." Space walk, 1972, 28:25 min, Farbe, Ton leslevine.jpg spricht u. a.: "I am trying to understand my relationship to this space; how I got to be in this space; why I am in this space!" Kategorie 3: "Apparat. Schwächung und Aufhebung der Autonomie" 1 Spiegel Spiegelbild , Gesicht und Hände (herkömmlichen Mittel des Selbstporträtierens) werden im Video eingesetzt Left side, right side, 1972, 8:48 min, schwarzweiß, Ton, Joan Jonas Joan Jonas joanjonas.jpg 2 Künstler behandeln und verwenden sich innerhalb Schaltkreises und mittels Apparaten als agierenden Knoten im elektronischen Netz Mimik, Gebärdensprache von Gesicht und Körper sind in apparativer Funktion eingesetzt Körperteile gehen in Fläche des Bildschirmes auf (weiter ab S. 69) Kurs Video Rewind "Video - das unspezifische Medium", Dieter Daniels "Die Bedeutung einer Video-Arbeit wird allerdings nicht dadurch erhöht, daß man sie willkürlich mit der Etikette 'Kunst' versieht." "Das Recht, sich als Video-Künstler zu fühlen, kann Ihnen allerdings niemand absprechen - und wenn Ihnen dieses Gefühl Spaß macht, dann lassen Sie es ruhig zu." (aus Begleitbuch zur Fernsehserie "Die Videomacher") Novum: Mischung von Kommerzialisierung und Kreativität von Eigenem und Fremdem Trennung von privaten und öffentlichen Medien aufgelöst Trennung in Fotografie noch erhalten: Familienalbum versus Pressefotografie in Video vermischen sich diese Bildwelten auf VHS TV Fernsehen -Sendungen privat mitgeschnitten und Kinofilme verkauft Zwischenwelt: Montage von persönlichen, künstlerischen Bildern mit öffentlichen Medien Teil vieler künstlerischer Videoarbeiten Videokunst keine Gattung wie Malerei, Zeichnung, Skulptur und Fotografie "nicht im Sinne einer reibungslosen Fortschreibung des kunsthistorischen Evolutionsmodells."[?] 1990er: Begriff "Medienkunst Medienkunst " entsteht vereinigt Kunstformen Video-, Computer-, Netzkunst net.art Video galt als Anti-TV und Strategie der Selbstermächtigung Konzept "Prosumer Konsum "
Hier kommt ein Meisterwerk hin.
"Hier kommt ein Meisterwerk hin."
Flügeltürrahmung
Flügeltürrahmung
"Hier kommt ein Meisterwerk hin." meisterwerk-k.jpg Friedrich Fröhlich, überzeugt verhüllt verhüllt Werkstatt Holzwerkstatt Holzplatte auf Rückseite festgeschraubt Platte an Rahmung getackert (am Montag wieder entfernen) in Werkstatt aufgehangen, danach geschliffen, bis Unebenheiten entfernt schaut zwar nicht mehr exakt gerade aus, dafür sind die Flügeltüren optisch korrekt Flügeltürrahmung fluegelrahmung1-k.jpg Standpunkt Alberti sieht Vorschau Selbstporträt Selstbildnis für Flügeltürrahmen ist Meinung, dass Kunststudenten Kommilitone viel zu wenig Selbstbildnisse anfertigen in Malereiklassen anscheinend gar kein festes Thema mehr sich selbst erforschen, Selbstbild vermitteln, Fremdbild verarbeiten gerade das ist es, was nur über Kunst möglich ist für gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche Themen Kunst nicht unbedingt notwendig zeigt mir Arbeit mit Selbstbildnis von ehemaligem Studenten, für ihn angefertigt als Reaktion auf seine Forderung mehr Selbstporträt zu machen Erkenntnis: eigenes Leben bearbeiten = gute Kunst Kurs Video Rewind (Vorbereitung) "Selbstdarstellung in der Videokunst", Irene Schubiger Videoselbstdarstellung in 1970er und 1980er Jahren Themen, Motive und Verfahren der Selbstporträttradition mit videospezifischen Mitteln umgesetzt zuerst meist nur einfache Aufnahmen gemacht, in 1980er Jahren dann mehr nachbearbeitet Abschnitt 1: Unterschied Medium Video zu anderen künstlerischen Medien 1 zeitliche Kondition und Ton 2 deren Folgen für Beschreibung Videotechnik 1970er und 1980er Jahre: bildet zusammen mit Faktoren der räumlichen Installation Grundlage ursprünglich zu militärischen und kommerziellen Zwecken entwickelt, wie Überwachung mit selbstdarstellerischer Thematik von Künstlern reflektiert Abschnitt 2: Technik 1 Videokamera (damaliger technischer Stand) im Atelier und Außenraum verwendet Closed Circuit: geschlossene Schaltkreis von Videokamera und Monitor durch Kabel unmittelbare Rückkoppelung via Monitor kurze Verzögerung der Bildübertragung durch menschliche Auge nicht wahrnehmbar Bild erscheint seitenrichtig auf Monitor Closed Circuit als künstlerisches Instrument im Entstehungsprozess eingesetzt oder als Bestandteil innerhalb Videoinstallation Kamera setzt optische Information (25 Bilder pro Sekunde) in elektrische Signale um elektrische Ladungsbild wird auf Monitor übertragen, indem dieser elektrische Signale in Lichtimpulse zurückverwandelt oder Aufzeichnung auf Magnetband des Videorecorders umsetzen eigenen Camcorder für Herantasten an Closed Circuit verwenden 2 Monitor über Monitor Videobänder dem Publikum präsentiert Proportionen Kopf / Monitor (4 : 3, altes Format!) gewähren gewisse Nähe zu natürlichen Proportionen und Volumen Monitor: spezifische materielle und räumliche Beschaffenheit Bildschirm am Rand Gesichtsfeld einer Person: störendes Flimmern aufgrund Helligkeitsschwankungen wahrnehmbar Rezeptionssituation: Gegenüberstellung Künstler - Betrachter durch auf selber räumlicher Ebene befindlichen Monitor und Augen des Betrachters 3 Magnetband-Aufzeichnung und -Wiedergabe geht historisch gesehen auf Audiotechnologie zurück auf physikalischem Gesetz der Induktion[?] beruhend codierte elektrische Signale via Kabel oder Wellen übermitteln Induktion bei Telegrafen und Telefon genutzt erste tragbare Videorecorder 1965 von Sony verkauft ist für weitere Entwicklung Videokunst von Bedeutung Töne = Schwingungen der Luft oder eines Körpers gehen von Schallquelle aus, breiten sich als Welle nach allen Richtungen aus Anzahl Schwingungen pro Sekunde (Hz) = Tonhöhe Wahrnehmung Abschnitt 3: Wahrnehmung 1 Zeit in Unterscheidung zwischen imaginierter und erlebter Zeit[?] Reflexion, Körper, Erinnerung 2 Ton [?] Abschnitt 4: Selbstdarstellung mit Video innerhalb Geschichte und Theorie der Videokunst 1 Rosalind Krauss verwendet psychoanalytischen Begriff des Narzissmus Narzissmus Text untersucht Verhältnis zwischen Künstlern und Apparat in seiner psychologischen Bedeutung (Narzissmus) und anhand psychoanalytisch festgelegter Kategorien innerhalb Amerika in 1970er Jahren war Narzissmus ein breit diskutiertes gesellschaftliches Phänomen Hauptthese: "In that image of self-regard is configured a narcissism so endemic to works of video that I find myself wanting to generalize it as the condition of the entire genre. Yet, what would it mean to say, 'The medium of video is narcissism?'" Feststellung: normalerweise physisch-materielle und nicht psychologische Faktoren machen ein Medium aus Unterschied zum Video und anderen visuellen Künsten Behauptung: Künstler nutzen mediale Möglichkeiten zur Selbsteinkapselung, um nur noch vom eigenen Körper oder eigener Psyche umgeben zu sein Gleichsetzung Monitorwiedergabe mit Spiegelreflexion Narzissmus-Theorie Sigmund Freud Sigmund Freud und Jacques Lacan (lesen!) durch narzisstische Beziehung zu Apparaten werde verhindert, dass Künstler … (nicht verstanden) mediale Grundbedingungen Video: (englisch, nicht verstanden) psychologische Bedingung (Narzissmus) sei das eigentliche Medium von Video (Schubiger kritisiert Krauss Thesen) u. a. nutzen Künstler schon in 1970er Jahren Video für andere Sparten selbst in Video-Selbstdarstellungen hatten viele Arbeiten nicht das Instant Feedback zur Grundlage wenig auf Beziehung zur Body Art und Performance Performance eingegangen Reaktion Videokünstlerin Hermine Freed Hermine Freed (englisch, verstanden!): "If many artists use themselves, it is because they have the firmes control over themselves; it is easier to do something the way you want it done than try to explain what you want to someone else. Artists are accustomated to working alone. If the artist uses his or her own image, it is more likely to be because of that need to work alone than becaus of narcissism." wie in anderen technischen Medien (Malerei, Zeichnung, Fotografie) arbeiten Künstler mit entsprechenden Werkzeugen und Apparaten alleine viele weitere Künstler/Kunstkritiker reagieren verhalten auf Krauss-Text statt Narzissmus wird oft Privates zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung und damit zur öffentlichen Angelegenheit 2 Jean Baudrillar, Soziologe "Das hat nichts mit Narzissmus zu tun, und man irrt, wenn man den Terminus zur Beschreibung dieses Effekts missbraucht. Die Video- und Stereokultur erzeugt nämlich kein narzisstisch Imaginäres, sondern ist Effekt äußerster, verzweifelter Selbstreferenz, ein Kurzschluss, mit dem das Gleiche ans Gleiche unvermittelt angeschlossen wird." 3 Maureen Turim, Film- und Medienwissenschaftlerin kritisiert zu ausschließlich definierte Beziehung zwischen Monitor, Spiegel Spiegelbild und Narzissmus nur weil Künstler aufgrund Monitorfeedbacks narzisstisch ausgerichtete Performance durchführt, muss das Publikum diesen Narzissmus nicht teilen (andere Betrachtersicht) allgemein zu Krauss und Reaktionen: Krauss Text sei nur von eingeschränkter historischer wie theoretischer Bedeutung videotheoretische Auseinandersetzung fehlt auf breiter historischer und theoretischer Grundlage statt Werke auf Krauss eingeführter Kriterien zu analysieren, sollte zeitgenössischer Kontext, Kategorien Körper und Geschlecht sowie Apparat und Zeit Zentrum der Aufmerksamkeit sein (weiter ab S. 30) Geradenbild Geradenbild Werkstatt AV-Labor Porträt 60 x 80 cm für Flügelrahmen geplottet Friedrich Fröhlich, zum zweiten Mal überzeugt Probleme bei Papierzuschnitt, Kati fragen, was tun (deshalb heute ein Knick im Papier) Vorgehen für Befestigung Arbeit im Rahmen 1 Platte bei Alberti zuschneiden, etwas kleiner als 60 x 80 cm 2 etwa 9 Löcherpaare in Platte bohren 3 an selber Position im Rückkarton Löcher bohren 4 Rückseite von Arbeit: an mehreren Stellen Klebeband befestigen (unter an Arbeit befestigem Klebeband ein Klebeband befestigen, wo klebende Seite oben ist) 5 Arbeit an Platte befestigen, davor Schnüre durch Löcher führen 6 Platte an Rückwand befestigen durch Festziehen von Schnüren am Montag mit Alberti besprechen
Standpunkt "Ich hoffe mein Leben lang von meiner Kunst zu leben, ohne mich je um einen Strich von meinen Grundsätzen zu entfernen, ohne einen einzigen Augenblick gegen mein Gewissen zu handeln, und auch nur eine Handbreit zu malen, um irgendjemandem zu gefallen oder um besser zu verkaufen." (Gustave Courbet Gustave Courbet , 19. Jahrhundert) Standpunkt Nur Kunst, die mich versucht zu erklären, ist gute Kunst. Was ist das für eine Kunst, die gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Themen aufgreift, der Künstler selber aber nicht mehr drinnen auftaucht? Kritik und Fragen allgemein am System können doch bestens mit anderen Mitteln ausgedrückt werden (wie Vortrag oder Diskussion). Der Künstler nimmt einen Farbeimer, hält einen Pinsel in der Hand, zerreißt Papier, klebt, pustet, verwischt, zieht Linien mit dem Stift: er arbeitet mit seinem Körper, seinem Wissen, dem Erlebten, seinen Gedanken und Gefühlen. Und genau das sollte doch Teil seiner Arbeit sein. Das macht sie einmalig. Weil er Mensch ist und sich damit einzigartig verhält. Er ist Mittelpunkt seines Lebens, seiner Stadt, der Erde, des Sonnensystems, des Kosmos Kosmos . Wenn dann ist doch SEIN Blick interessant, nicht der der Gesellschaft und der Wissenschaft. (noch unkorrigiert, morgen in Klassenraum aufhängen!) verhüllt verhüllt Einzelgespräch Alberti Holzwerkstatt Bilderrahmen 64 x 84 cm mit Flügeltüren hergestellt Bilderrahmen-Leisten aus Ahornholz viermal jeweils eine Seite von Holzleiste mit 45 Grad Schleifen an Hobelbank Rahmenspanner vorbereitet (lose um Rahmung gelegt) Stellen geleimt, vorher leicht nass gemacht danach Rahmenspanner angelegt und festgedreht Flügeltüren aus unbearbeiteten Holzleisten hergestellt zwei Seiten geradegesägt, danach hat Alberti restliche Schritte übernommen (genaue Höhe und Breite) zweimal Holzplatten 10 mm zurechtgesägt, Kanten 45° testweise angelegt, am Mittwoch alles zusammenfügen inklusive Scharniere Kurs Video Rewind Einführungsveranstaltung Standpunkt Zuerst dachte ich, dass ich erst kommendes Semester einen großen Schein machen kann, weil mich keine Vorlesung wirklich interessierte. Hier geht es aber u. a. um Narzissmus Narzissmus [!] im Video. Für eine Hausarbeit kann ich mir Narzissmus in der Kunst allgemein vorstellen. Beim kommenden Termin besprechen! 2 x von Professor öffentlich erwähnt (wohl wegen meiner "Friedrich Fröhlich Promo Chris Burden ") Themengruppen 1 Videotheorie Vilém Flusser : "Ins Universum der technischen Bilder" Yvonne Spielmann: "Video. Das Reflexive Medium" Wolfgang Ernst: "Gibt es eine spezifische Videozität?" 2 Video Narziss / Video Closed Circuit Basistext: Rosalind Krauss: "Video: The Aesthetics of Narcissism" Selbstbezüglichkeit im Video Video = narzisstisches Medium Video fungiert als Spiegel Spiegelbild Künstlerpositionen u. a. Vito Acconci, Friederike Pezold ("Die neue leibhaftige Zeichensprache"), Ulrike Rosenbach ("Tanz für eine Frau"), Pipilotti Rist, Ryan Trecartin eventuell hier Vortrag oder Protokoll machen, später für großen Schein Hausarbeit über Narzissmus in der Kunst (beim kommenden Treff mit Daniels Dieter Daniels besprechen!) 3 Video Mass Media / Video Politics Basistext: McLihan und elektronische Medien 4 Videoüberwachung / Videokontrolle Künstlerpositionen: u. a. Bruce Nauman Bruce Nauman ("Video Surveillance Piece", 1969 - 1970), Dan Graham Dan Graham ("Present Continuous Past(s)", 1974), Michael Klier ("Der Riese", 1983), Harun Farocki 5 Audiovision im Video Künstlerpositionen: u. a. Nam June Paik Nam June Paik ("Exposition of Musik", "Electronic Television", 1963), Edith Decker, Steina Vasulka ("Violin Power", 1969 - 1978) 6 Videosynthesizer und Prozessoren 7 Musikvideo 8 Online Video / Viral Video
erste Spiegelzeichnungen
erste Spiegelzeichnungen
o. T. (mit Notizen von gestern) Standpunkt Ich musste mich nach einigen ersten Ergebnissen direkt zwingen mit dem Zeichnen aufzuhören. Wie schon gedacht, ist bei dieser Art des Zeichnens, wo ich - auch wenn es nur indirekt über einen Spiegel Spiegelbild stattfindet - die Nase, die Augen, den Mund und die Brust ansehen muss anstatt nur abzupausen, der Entstehungsakt für mich als Zeichnenden selber sehr einnehmend. Es tritt keine Langweile ein, weil ich konzentriert meinen Körper betrachten muss. Jede kleinste Bewegung hat Auswirkung auf das Ergebnis. Klarsichtfolie auf Spiegel geklebt, mit Stift Gesicht/Oberkörper nachgezeichnet ein Auge meist zugekniffen, damit Linienführung überhaupt möglich (Erkennungsmerkmal Spiegelzeichnungen?) erste Spiegelzeichnungen spiegelzeichnung1-k.jpg Ergebnis umgedreht und auf Rückpapier getackert umsetzen zukünftig Glasscheibe vor Spiegel stellen und mit Glasfarben Porträt zeichnen Ergebnis ebenfalls umdrehen und anstelle von normaler Glasscheibe im Bilderrahmen einsetzen (mit kleiner Abstandsleiste zur freien Rückwand) Einzelgespräch Alberti Gespräch wegen Umsetzung Flügelaltar für Geradenbilder erster Versuch für Geradenbild Geradenbild im Format 60 x 80 cm (+ 1 cm Abstand je Seite zum Bilderrahmenrand/Abstandsleiste) Narcissus und Echo (3,339 - 510) Publius Ovidius Naso
Werkstatt AV-Labor Geradenbild Geradenbild Hockender Akt Akt (WV 1-4) noch einmal geplottet Papiergröße: 120 x 120 cm Motivgröße: durch Plotter Plotter bestimmt (wie gestern festgelegt) Standpunkt Notizen (noch unkorrigiert) Bei der Vorstellung, dass ich für die Fingerzeichnungen das Motiv durch das Papier hab durchscheinen lassen und so immer wusste, wo ungefähr welcher Strich zu ziehen sei, komme ich mir wie ein Betrüger vor. Obwohl ich inzwischen mitbekommen habe, dass auch Maler teilweise einen Tageslichtprojektor verwenden, um das zu malende Motiv auf Leinwand vorzuskizzieren. Vor allem aber bemerke ich beim Zeichnen, dass ich ohne prüfendem Blick (der ja sein müsste, würde ich ein Selbstporträt Selstbildnis ohne Vorlage erstellen) arbeite. Ich bin also im Moment Moment des Zeichnens nicht wirklich am Motiv. Ich sehe nicht wirklich die Nase vor mir, die noch zu zeichnen ist. Ich pause sie bzw. einige Umrisslinien halt lediglich ab. Das lässt mir den zeichnerischen Augenblick fast komplett unwichtig erscheinen. So habe ich nach Vollendung auch nicht das Gefühl, wirklich gezeichnet zu haben. Zwar zeichne ich am Ende ja auch nicht Linie für Linie nach, sondern verwende das Foto hinter dem Papier nur als Anhaltspunkt für die Fingerzeichnung. Aber es ist eben doch nicht das selbe, wie wenn ich konzentriert mit wachem Auge ein Selbstporträt zeichnen würde (wie über einen Spiegel Spiegelbild ). Mein Problem ist nur: ich kann gar nicht freihändig zeichnen! Vor einigen Jahren hatte ich mal probiert bei Aktzeichenkursen Menschen zu zeichnen. Diese Stunden empfand ich jedoch als quälend langweilig (davon abgesehen, dass das Ergebnis nie stimmte). Auch fehlte mir die Motivation für mich fremde Personen zu zeichnen. Nicht der menschliche Körper im allgemeinen sondern mein eigener Körper interessiert mich. Aber selbst vorm Spiegel war mir nach einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr nach Zeichnen zu Mute. Was heißt das nun aber? 1 Ich möchte nicht nach Vorlage zeichnen, weil ich so das Motiv nicht wirklich beobachte sondern lediglich halb im schlafenden Zustand kopiere. 2 Mir wird beim Zeichnen ohne zweidimensionaler Vorlage schnell langweilig bzw. ich merke schnell, dass das Ergebnis nicht meinen Erwartungen entspricht. Gleichzeitig verspüre ich nicht den Drang Wochen lang zu üben. Das wird wohl auch der Grund sein, warum ich gerne am Computer ein Motiv entwerfe, viele Stunden herumprobiere, Ergebnisse ausdrucke, überarbeite und schließlich zu einem Ergebnis komme. Die künstlerische Arbeit liegt im ständigen Entwickeln und Verwerfen. Ein Vorgehen, was bei Freihandzeichnung zu unendlich vielen radierten Stellen führen würde (hätte vielleicht auch was?). Beim maschinellen Zeichnen liegt der künstlerische Moment (wie immer ein schönes Wort und hoch begehrt in der Hochschule) im Vorfeld der zu machenden Arbeit. Der Plottvorgang selber ist dann extrem langweilig (vor allem bei sehr großen Arbeiten). Eine Lösung wäre das Schaffen von Selbstporträts (mit Stift oder Pinsel), wo ich mir das Recht nehme ständige - und damit meine ich ständige - Korrekturen vorzunehmen. Bei Malerei würde ich ganze Bereiche wieder weiß übertünchen, bei Stiften versuchen mit dem Radierer oder einem weißen Lack die Stellen zu löschen, die mir nicht mehr gefallen. Die Korrigiermethode müsste so sein, dass ich relativ schnell, am besten wenige Momente später, die Stelle wieder neu bespielen könnte. Das Ergebnis dürfte dann wirr, unfertig und sogar teilweise zerrissen sein. Ich glaube, dass mir der Schaffensprozess dann aber Spaß machen würde. Und solange das Ergebnis nicht so ausschaut, als müsste es in den Papierkorb wandern, wäre das doch eine Überlegung, oder? 12:00 - 12:30 Vorbereitung zwei starke Pappleisten als Erweiterung der Hände benutzt, um Papier in Maschine zu rollen Papier von hinten eingezogen (mehr Platz, da Rollen nach vorne hin näher an Auflagefläche) dadurch: keine Knicke! 1. Ebene: 12:30 - 14:30 2. Ebene: 14:30 - (vergessen) 3. Ebene: (vergessen) - 18:00 Gesamtzeit: 6 1/2 Stunden (inklusive Blattzuschnitt) Standpunkt umsetzen bei Verkauf: Arbeitszeit (40 EUR / Stunde) zum eigentlichen Preis dazurechnen = 240 EUR Hintergrund: Plotterzeit ist für mich nur noch Abarbeiten, ohne künstlerischem Wert wie Rahmung von Arbeit wäre diese Tätigkeit eigentlich an andere Person abzugeben umsetzen erste fehlerfreie Plotterzeichnung "Hockender Akt" rahmen (hinter Abstandsleiste einklemmen) 1 cm um Bildbereich abschneiden (ergibt rund 122 x 122 cm) heutiges Ergebnis für möglichen Verkauf einlagern umsetzen Meerbild in 150 x 100 cm umsetzen mögliche Kurse für SS 16 benötige noch einen großen Schein (Vortrag und Hausarbeit) 1 Video Rewind Videokunst, Anfänge, Erbe und Aktualisierung in zeitgenössischen Formaten Analyse exemplarischer Beispiele (u. a. Nam June Paik Nam June Paik , Bruce Nauman Bruce Nauman , Vito Acconci, Woody und Steina Vasulka, Dara Birnbaum, Hito Steyerl, Pipilotti Rist …) theoretische Texte (Marshall McLuhan Marshall McLuhan , Rosalind Krauss, Yvonne Spielmann, Vilém Flusser …) 2 Grundlagen philosophischer Kunsttheorie Theoriebildung in "Kritik der Urteilskraft" (Immanuel Kant Immanuel Kant , 1790) bei Kunst und Ästhetik geprägt Kant Begriffe "Schöne" und "Erhabene" Martin Heidegger "Der Ursprung Ursprung des Kunstwerkes" und Walter Benjamin Walter Benjamin "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" in Gegenüberstellung zu Arbeiten von Jacques Rancière, Georges Didi-Huberman
Standpunkt verhüllt verhüllt "Den Optimismus, das Kunst etwas kann, was allen anderen Gebieten versagt bleibt, möchte ich mein Eigen nennen. Die Energie, die Kunst inne hat und die unbedingt hinausgetragen werden will, möchte ich finden. Der Weg dorthin wird die Verhüllung sein." (mit Notizen von gestern) HGB Rundgang HGB Rundgang 2016 Alberti wegen Zuschnitt verhülltes Kreuz aufgesucht bei Ohme Fräsarbeit abgeholt und gesäubert umsetzen sollten Holzleisten auf Glas doch nicht halten (recht schwer) bei Spiegel Spiegelbild - und Glasschleiferei wegen Bohrung von Löchern anfragen Klasse Bildende Kunst Vorbereitung Rundgang Fräsarbeit schwarz getüncht, danach mit Walze weiß übermalt Rückseite mit Waschbenzin gereinigt Ergebnis überraschend gut morgen lackieren, danach Ohme und Bachmann zeigen umsetzen statt schwarz tünchen: durch Rauch bzw. oberflächliches leichtes Verbrennen dunkle Flächen erzeugen Einzelgespräch Alberti Außenmaße Holzplatten für verhülltes Kreuz skizziert bei Alberti gesägt, auch für Klassenarbeit (45°-Schnitte) Holzbearbeitung sehr präzise ausführbar, da gute Werkstattausstattung
Arbeit verhüllt
Arbeit verhüllt
(mit Notizen der letzten fünf Tage) o. T. Geradenbild Geradenbild verhülltes Foto und f-s-v-v lackiert Schlauchbilder mit "420-534-564" bezeichnen (Absorptionsmaximum in nm von L-S- und M-Zapfen) Konstellation f-s-v-v mit Video Standpunkt verhüllt verhüllt Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Katze Ramses schnurrt ununterbrochen.]
  • Immer, wenn ich in einer Sinnkrise bin, wie jetzt, mit den Arbeiten, … In einer [Sperren: künstlerischen] Sinnkrise …
  • Dann bin ich wieder dabei, gedanklich, Arbeiten zu [Sperren: verhüllen]!
  • Sie sind zwar da, sie haben mir ja was bedeutet. Sie sind entstanden, weil ich etwas ausdrücken [Sperren: wollte]. Und wenn ich … äh … jetzt aber den [Sperren: Sinn] dahinter nicht mehr sehe, also nicht mehr verstehe, warum habe ich das gemacht, warum [Sperren: dachte] ich, dass das wichtig sei. Das darzustellen. Das zu äußern. Auf Papier zu bringen. Dann … Ja … Dann möchte ich das am liebsten verhüllen.
  • [Pause.]
  • Und Verhüllen, eben nicht verbrennen, zerstören, wegschmeißen. [Sperren: Weil] ich ja doch …
  • … zufrieden war. Und zufrieden bin. Mit den Ergebnissen. Die zum Teil entstanden sind.
  • [Pause.]
  • Nur, es überhöht habe.
  • [Schlucke.]
  • Also sie für [Sperren: zu] gut, für zu [Sperren: wichtig] empfunden habe. Was sie, glaube ich, in Realität gar nicht sind. Ich meine, das spukt nur in meinem Kopf herum.
  • [Pause.]
  • Und eigentlich sind das halt, weiß ich nicht, ein paar Arbeiten unter [Sperren: Milliarden] von Arbeiten, die Künstler je geschaffen haben.
  • [Pause.]
  • Und dadurch … Durch die Verhüllung schaffe ich es halt, die Arbeiten beizubehalten. Also warum ich sie ja auch erstellt habe. Und gleichzeitig aber … ähm …
  • [Sperren: Demut]!
  • Ist ein blödes Wort jetze. Aber halt … ähm … Gleichzeitig …
  • [Schlucke.]
  • … zu zeigen, … ähm … ich sollte wieder vom hohen Ross runterkommen.
  • [Schlucke.]
  • Sie als das betrachten, … äh … was sie [Sperren: sind].
  • Sein können!
  • Und zwar irgendwelche … äh … Farbpigmente auf Papier.
  • Oder Bleistiftzeichnungen!
  • Oder was auch immer!
  • Fotos!
  • Aber eben nicht [Sperren: mehr], was … ähm … was … Ja … Was mehr Bedeutung hätte.
  • Was das auch immer sein könnte.
  • Was auch immer Bedeutung ist!
  • Gerade im Kunstbereich!
  • [Pause.]
  • So kann ich sie … äh … zeigen. Die verhüllten Arbeiten.
  • Also [Sperren: verhüllt].
  • Ich werde [Sperren: gesehen]!
  • Aber ich nehme mich gleichzeitig zurück.
  • Denn das, was ich zeige, ist nicht sichtbar. Wurde verhüllt durch eine [Sperren: Form].
  • Die für [Sperren: mich] erst einmal nicht das Kunstwerk ist. Sondern das Kunstwerk verhüllt.
  • Was ich als Kunstwerk gesehen habe.
  • Als [Sperren: gutes] … Als [Sperren: sehr] gutes.
  • [Pause.]
  • Das hab ich ja überlegt … Oder jetzt überlege ich mir …
  • [Schlucke.]
  • … ähm … Na ja … Verschiedene Formen des Verhüllens anzueignen. Auszuprobieren. Denn ich glaub, dieses Thema, das kommt [Sperren: immer] wieder!
  • Jetzt war ich von Geraden überzeugt. Von den Konstellationen! Das war [Sperren: radikal radikal grundsätzlich]!
  • [Pause.]
  • Jetzt sind wieder Zweifel Zweifel gekommen. Was die Bedeutung anbelangt.
  • Ich werde jetze … ähm … im Februar zwar auch etwas zeigen. Aber ich möchte halt … Ich hab den [Sperren: Drang], und das ist ja erst einmal gut, …
  • Das ist ja das, was ich mag! Einen Drang zu verspüren! Und dann auch etwas … ähm … umzusetzen.
  • Mit den Händen!
  • Oder in Gedanken. Das ist egal. Das löst beides Gutes in mir aus.
  • [Pause.]
  • Eben diese zu verhüllen.
  • [Schlucke.]
  • So Verhüllung gibt es ja viele unterschiedliche Formen. Ähm … Hier hab ich ja eine verhüllte Arbeit … Ich weiß gar nicht, was da drinne ist!
  • Das weiß ich jetzt selber nicht mehr!
  • Es gibt halt Formate, … ähm … da weiß ich noch, … äh … was ich hineingetan hab. Weil die Formate einfach ziemlich speziell sind.
  • Aber hier hab ich ja eine verhüllte Arbeit, … ähm … gerahmt, die halt … Ja … Wird ein A4-Format sein. Wird Papier sein. Äh … Wo ich etwas gezeichnet habe.
  • Gemalt habe!
  • Skizziert habe!
  • Oder es wird 'ne Fotografie in diesem Format sein.
  • Ähm …
  • [Kratze mich.]
  • Ja. Zumindestens … Also diese Verhüllung … Diese Form, das ist … das sind ja Spanplatten. Sehr sehr dünne. Auf beiden Seiten. Und an den … ähm … Also Vorder- und Rückseite. Äh … Und seitlich sind dann halt vier … äh … Holz … na … Holzleisten angebracht. Es ist also ein Hohlkörper, in den ich dann etwas hineingetan habe. Hier hab ich jetze noch festgetackert.
  • Ich weiß nicht, eins, zwei, drei, sechs, neun, zwölf … ähm … ähm … Klammern je Seite hineingewuchtet.
  • Somit ist es sozusagen zu.
  • Meine Gedanken zur Verhüllung, oder wie sie halt gestaltet sein sollte. Ich hab jetzt das Material noch nicht … ähm … Und …
  • [Pause.]
  • Aber ich weiß halt schon, was es ausdrücken sollte.
  • [Sperren: Können].
  • Diese Verhüllung. Und zwar, dass es eine Verhüllung ist. Also dass ich als Betrachter auch sehe, da [Sperren: ist] noch etwas dahinter!
  • Was ich jetzt bloß nicht wahrnehmen kann.
  • Weil etwas darüber gelegt wurde.
  • [Pause.]
  • Dann sollte es halt eine Verhüllung sein, die … ähm … die prinzipiell … ähm … abgelegt werden …
  • [Sperren: Könnte].
  • Das heißt, es soll … der Betrachter sollte halt die Möglichkeit sehen, sie zu öffnen. Die Verpackung.
  • Wäre jetzt ja wie bei den … wie bei ner Dose. Man könnte prinzipiell … äh … oben … ähm …
  • [Schlucke.]
  • … die Dose halt öffnen. Ähm … Du kannst etwas drehen. Dann öffnet sich es.
  • Du kannst etwas schrauben. Hinausdrehen!
  • Dann kannst du eine Platte entnehmen.
  • [Sperren: Gleichzeitig] möchte ich aber, … Und zwar prinzipiell. Dass sie geöffnet werden kann. In Gedanken auch.
  • [Sperren: Aber] es soll halt so schwer sein, dass es nicht … ähm … dass man es nicht mal eben so macht. Also zum Beispiel mit der Hand jetzt einfach eine Dose öffnen.
  • Oder mit einem Schraubenzieher eben mal die Schrauben … äh … lockern.
  • [Sperren: So] soll es nicht sein!
  • Sondern es sollte dann schon so sein, dass einem bewusst ist, wenn man das jetzt öffnet, dann ist es geöffnet.
  • Und kann nicht mehr geschlossen werden. Also [Sperren: nicht] mit den Mitteln, mit denen es verschlossen war, davor. Was ich gemacht habe.
  • Ähm … Und dass es halt eine gewisse Anstrengung bedarf. Und die Arbeit eigentlich [Sperren: zerstört].
  • Durch die Anstrengung, die man sich machen muss.
  • Das heißt, besser als Schrauben, wären Nägel. Die sind dann ja reingehauen. Die müsste man dann … äh … Ja, man müsste halt kleine Rillen an den Nagelseiten reinmachen. Um überhaupt das raus … rausklemmen zu können. Raus zu …
  • [Schlucke.]
  • Na. Mit nem … Mit nem … Mit ner Zange rauszuholen.
  • Aber was ja schwerer ist. Was ja mehr Gewalt bedeutet, als halt einen Schraubenzieher in eine Schraube hineinzudrehen und sie dann langsam rausbohren zu lassen.
  • [Pause.]
  • Das ist jetzt aber nur halt eine Möglichkeit. Also mit … Mit dem Nagel. Finde ich jetzt auch gar nicht mal so gut.
  • Aber jetzt mal so als Vergleich. Warum … Was ich halt eher nehmen würde.
  • Was nicht so gut ist, wäre vielleicht wieder Kleber zu nehmen. Holzleim. Oder so. Der dann wirklich fest ist. Also damit [Sperren: sperre] ich es einfach ein.
  • Und … ähm … Ich weiß es nicht. Ob es jetze vom Gedanken her besser ist oder nicht. Das müsste ich halt herausfinden. Also einfach ein paar Tests machen. Hatte ich ja schon einmal angefangen. Und jetzt halt noch einmal.
  • Also Spanplatten nehmen. Ich hab ja noch Holz. Holzleisten hab ich auch.
  • Ich hab alle möglichen Befestigungs… ähm … Materialien.
  • Ach so. Und dann würd ich das gerne noch einmal ausprobieren, dass die Oberfläche, die Oberseite, … äh … ein [Sperren: Spiegel Spiegelbild ] ist.
  • Ähm … Kanten nicht weiter bearbeitet. Sondern wirklich … äh … Spiegel… ähm … Nicht in seiner Urform. Sondern halt dass die Ränder halt scharf sind.
  • Das heißt, dass es nicht um einen Spiegel geht. Nicht um etwas, was man sich irgendwo hinhängen würde. Weil die Kanten halt unbearbeitet sind.
  • Noch nicht geschliffen.
  • Sondern dass man halt mitbekommt, es geht halt [Sperren: nur] um die … äh … um das … äh … [Sperren: Verbergen]. Dass dahinter etwas ist. Und das Licht, das wird aber, hundert Prozent weiß ich jetzt nicht, aber zu einem großen Teil reflektiert. Und man sieht sich dann halt wieder. Und man kann überhaupt nicht einmal wahrnehmen, was dahinter ist. Also noch nicht einmal die Verhüllung kann man nicht sehen.
  • Das finde ich sehr sehr spannend. Dass selbst die Verhüllung verhüllt ist. Durch die … Durch die Spiegelung.
  • Das heißt, ich sollte … Das könnte ich heute machen … ähm … Ja. Normales Format nehmen. A4 wird's höchstwahrscheinlich sein. Zum Testen. Und die Spiegelgröße abmessen. Die muss ja auch nochmal etwas größer sein. Wegen dem Rand.
  • Das ist jetzt die Frage.
  • Sollte der Spiegel dann etwas größer oder kleiner sein?
  • Das weiß ich jetzt noch nicht.
  • Also sollte man die Holzleisten auch gut sehen können? Sollten sie also bis zum Spiegelrand gehen oder sollten sie bereits davor aufhören und leicht verdeckt werden?
  • Und man würde sie erst sehen, wenn man sich als Betrachter die Arbeit von der Seite ansieht?
  • Das weiß ich jetzt aber noch nicht.
  • Das muss ich jetzt einfach gucken, … äh … wie die Wirkung ist.
  • [Pause.]
  • Also Spiegel finde ich gut.
  • Was ich ja noch überlegt hatte, waren … ähm … Na ja … Ganz einfach wäre einen [Sperren: Brief] zu nehmen. Briefumschlag. Und zuzukleben.
  • So einfach jetzt nicht, dass die Endfassung ist, davon. Was mir halt vorschwebt. Was … So.
  • Aber einfach alle Möglichkeiten, die mir einfallen, zur Verhüllung … Ob sie halt jetzt im künstlerischen Bereich stattfinden …
  • Das heißt, dass ich noch extra Arbeit aufwende. Also wie die Holzkästen extra machen.
  • Oder ob es dafür bereits vorgefertigte Formen gibt. Wie zum Beispiel Brief … äh … Briefumschläge.
  • Pakete!
  • Ähm …
  • [Pause.]
  • Schubladen!
  • Mhm …
  • Kleine Holzkästen zum zuschließen.
  • So. Dass ich mir da einfach mal … Weiß ich nicht … So zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig … ähm … Sachen auch … äh … besorge. Muss jetzt ja nicht neu sein. Sondern kann auch … ähm … ähm …
  • … im Gebrauchtladen …
  • [Pause.]
  • Wie die auch immer heißen. Dahergeholt werden.
  • Da geht's jetzt ja nicht um die … Wenn da Schrammen drinne sind. Es geht … Ja … Es geht …
  • Tresor!
  • Fällt mir jetzt wieder ein.
  • Einfach darum halt, diese [Sperren: Form] zu haben. Etwas hineinzutun. Und zu [Sperren: gucken], was das … äh … bewirkt.
  • Also wie es [Sperren: rüberkommt].
  • Wie es auch vor mir selber rüberkommt.
  • Und am [Sperren: Geilsten] wäre es natürlich, … ähm …
  • [Schlucke.]
  • Das ist jetzt die Präsentationsform. Darauf hätte ich jetzt tatsächlich auch Lust. Ich weiß jetzt nicht, wie es rüberkommt. Wie ich das auch … ähm … äußere … äußern tue. Warum ich etwas verhülle. Das … ähm … Ich hab zwar meine Begründung ja jetzt schon wieder hier festge… ähm …
  • … gesagt.
  • Und das ist ja auch der Grund dafür, jetzt die Frage: Muss ich das … ähm … so auch äußern?
  • Is jetzt was anderes. Aber … Was halt geil wäre, ist, … ähm … Ja … Dass dann auch zu … äh …
  • [Pause.]
  • Das ist wieder so ein [Sperren: lebenslanges] Projekt. Irgendwie. Was ich mir bei den Geraden ja auch wieder vorgestellt hatte.
  • So radikal. Grundsätzlich!
  • Nur noch Geraden verwenden. Ähm …
  • [Pause.]
  • Das wäre wieder so ein … Halt ein Lebensprojekt. [Sperren: Alles] zu [Sperren: verhüllen]. Was außerhalb dieses Raumes hier, also außerhalb des Ateliers, … ähm … seines Weges geht.
  • Also [Sperren: sobald] hier etwas das Atelier verlässt, wird es [Sperren: verhüllt].
  • Und is … ähm … im freien Raum, im [Sperren: Nicht-Kunst-Raum], … Ne? Ist im Nicht-Atelier-Raum.
  • Im Kunstraum soll es ja auch verhüllt sein.
  • Ist dann dort verhüllt. Und kann nicht mehr betrachtet werden. Und dass eigentlich nur [Sperren: ich], der ja hier arbeitet, der seine kleinen … ähm … Ideen hat, der … äh … radikal sein will und dann halt Monate später oder Wochen später schon … ähm … wieder 'ne Krise bekommt. Weil er merkt: Es geht eigentlich gar nicht!
  • Das ist in der Kunst gar nicht mehr möglich!
  • Ähm … Zumindestens in der … Also in der heutigen Zeit nicht.
  • [Sperren: Würde] ich … Ist meine Meinung … Hab ich jetzt so miterlebt.
  • Also in der Postmoderne Postmoderne ist das nicht mehr möglich.
  • [Schlucke.]
  • [Pause.]
  • Ja. Dass bloß ich hier halt … ähm … sehe, was ich mache. Und nach außen kommt nur noch die Verhüllung.
  • [Pause.]
  • Dann natürlich mit der [Sperren: Hoffnung], dass ich selber immer noch richtig animiert bin. So wie bisher.
  • Bei so Projekten, die ich bereits gemacht habe. Wo schon was entstanden ist. Hier. Da ist ja schon einiges entstanden. Dass ich weiterhin den [Sperren: Drang] habe, es zu machen. Aber halt … ähm … [Sperren: befreit] von der Idee, dass es gezeigt werden [Sperren: muss].
  • [Pause.]
  • Was ja für mich nen Ideal wäre.
  • Wo ich mir halt sage, … ähm … Das Beste ist doch, wenn du etwas kreierst, … ähm … nicht um gesehen zu werden, sondern weil du einfach in dem Moment Moment den Drang hattest, es zu tun.
  • Und bei vielen kommt's mir nun einmal so rüber, ob's stimmt, weiß ich nicht, … ähm … Ist mein Eindruck wieder … Dass halt etwas geschaffen wird, [Sperren: immer] mit dem Hintergedanken, es wird dann [Sperren: gezeigt]. Es wird [Sperren: gesehen].
  • Es wird … ähm … [Sperren: applaudiert]!
  • Ähm … Ich kann … ähm … ähm … wieder 'ne Referenz … ähm … vermelden. Und so weiter und so fort.
  • [Schlucke.]
  • Also dass das … Wenn ich es halt schaffe … Ich glaub, ich hab den eh nicht so groß, diesen Drang. Hatte ich ja jetzt schon wieder überlegt, aber …
  • [Schlucke.]
  • Ähm … Dass ich halt weiterhin Sachen kreiere.
  • Für [Sperren: mich] dann eben.
  • Und nach Außen … Also sie werden dann ja auch überall gezeigt werden. Aber eben: Sie werden nicht [Sperren: gesehen] werden.
  • Sie werden [Sperren: verhüllt].
  • [Pause.]
  • In dem Moment wird natürlich, das ist dann auch wieder 'ne Überlegung, die …
  • Die hatte ich jetzt ja schon, vor eins, zwei Jahren, als ich mir nen Interview ausgedacht hatte, dazu.
  • friedrichfroehlich.com. Der berühmte Künstler. Der nur verhüllt.
  • Hatte ich mir auch bereits Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, … äh … wenn nur noch die Verhüllung sichtbar is.
  • Dass also die Verhüllung in dem Moment zum [Sperren: Kunstwerk] wird.
  • Zur [Sperren: Kunst] wird.
  • Und das da drinne ist eigentlich überhaupt nicht mehr …
  • [Sperren: Relevant].
  • So. Weil diese Kunst sieht ja niemand.
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • [Pause.]
  • Da ist dann eben auch die Frage, taucht automatisch da auf, wie ist es mit … [Sperren: Signierung]?
  • Signiere ich [Sperren: nur] das [Sperren: innere] Werk?
  • Also die Arbeit, die mich selbst überzeugt hat?
  • Die mich [Sperren: zu] sehr überzeugt hat. Weshalb ich sie ja verhülle. Weil ich gemerkt hab, sie [Sperren: ist] nicht weiter … ähm … wichtig.
  • Im [Sperren: großen Kosmos Kosmos ].
  • In dem wir nun einmal existieren. Auf dieser kleinen Erde.
  • Auf diesem kleinen [Sperren: Punkt]!
  • [Schlucke.]
  • Der von oben betrachtet bestimmt … äh … irrelevant ist. Übersehen werden würde.
  • [Pause.]
  • Vor allem was jetzt die Zeitspanne angeht. In der diese Erde existiert und noch existieren wird, höchstwahrscheinlich.
  • [Pause.]
  • Nun gut. Darauf … Darüber will ich jetzt nicht nachdenken. Hab schon zu [Sperren: viel] darüber nachgedacht.
  • Aber das is ja trotzdem ein [Sperren: Grundgedanke] dahinter. Ähm … Den ich … Ja … Der mir auch sehr gefällt. Ähm … Dass ich das … diese Nichtwichtigkeit … ähm … äußern kann.
  • Dadurch.
  • Und gleichzeitig aber eben dieses [Sperren: Verlangen] … ähm … zeige, etwas zu [Sperren: zeigen]!
  • Also dass es auch in mir drinne steckt. Selbst wenn ich weiß, das es [Sperren: nichts] ist, was … was eigentlich … was der Sinn ist. So. Sondern es kann maximal ein Sinn sein. Der auf irgendetwas, auf einer Idee beruht …
  • Die [Sperren: Idee] ist aber nur [Sperren: selbst ausgedacht]. Und wird … Ja … Wenn der Mensch halt noch nen paar Millionen Jahre oder so … Wenn's überhaupt so hochkommt, … äh … lebt … Solange noch getragen werden können. Und mehr nicht.
  • Also. Es. Ist. Nichtig. Eigentlich.
  • Nun gut.
  • [Pause.]
  • Wieder zurück zur Verhüllung. Und zur Signatur Künstlersignatur .
  • [Pause.]
  • Die innere Arbeit, die kann ich höchstwahr… oder werde ich höchstwahrscheinlich signieren. Dass ist ja für mich die eigentliche Arbeit.
  • Jetzt die Frage: Äh … Signiere ich auch die Verhüllungen?
  • In dem Moment wird natürlich von mir offiziell die Verhüllung auch zur Kunst erklärt!
  • Auch zur [Sperren: Arbeit]!
  • Oder zum [Sperren: Teil] der Arbeit!
  • So.
  • [Pause.]
  • Wenn man den inneren … ähm … Part halt auch noch betrachtet. Beachtet.
  • [Schlucke.]
  • Mhm.
  • [Lange Pause.]
  • Radikal würd ich sagen: [Sperren: nein].
  • [Pause.]
  • Die Verhüllung soll eine Verhüllung sein, die das Individuelle …
  • … [Sperren: ausklammert].
  • Beziehungsweise eben verhüllt.
  • Komplett!
  • [Pause.]
  • Das heißt: Signatur müsste fehlen.
  • Es müsste … ähm … die persönliche Note am Material fehlen.
  • Das heißt: Ähm … Es müssten wirklich, ja, industrielle vorgefertigte Prod… Produkte sein. Oder eben, wenn's jetzt Spanplatten sind, die ich halt noch zugesägt hab lassen, oder die ich selber zusäge, aber halt so gerade und so passgenau und so … äh … ja … Nicht normgerecht. Aber halt so …
  • So [Sperren: einfach].
  • So … Wo man … Wo man … Wo die persönliche Note eben nicht mehr erkennbar ist. Was ja bei einigen abstrakten, sehr abstrakten Werken auch … äh … so ist. Wäre die Signatur nicht …
  • Das fiel mir ja hier bei … ähm … Wie hieß denn das … Bei den Kubisten glaube ich … Bei ner Ausstellung auf, … ähm … Hätte ich … Hätte da nicht der Name gestanden, … äh … Da waren zwei, drei, vier, die … Das hätte von jedem von denen sein können. Das war schon so … so abstrakt.
  • Na ja. War's Kubismus Kubismus ?
  • Aber es war schon wieder so abstrakt! Solche Grundformen, Kreise oder so, wurden da genommen. Das war fast nicht mehr unterscheidbar. So.
  • So.
  • Gut.
  • Also das Material. Die … Das Verhüllmaterial muss halt so sein, dass es keine individuelle … ähm … Handschrift trägt.
  • Keine Signatur.
  • Nicht das Material so zubereitet, dass es … ähm … wieder auf [Sperren: mich] … ähm … zurückbezogen werden kann.
  • Was bedeutet, es sollte … ähm … [Sperren: kopiert] werden können!
  • Prinzipiell.
  • Von anderen.
  • Und kopieren von Anderen ganz einfach, … ähm … um eben zu zeigen: Das ist nicht … ähm … Das ist nichts [Sperren: Schweres].
  • Die Verhüllung.
  • Die soll wirklich eigentlich bloß verhüllen.
  • [Pause.]
  • Genau.
  • Dann gibt's jetzt ja noch den … den … den … ähm … den Bereich des … äh … der … der Aufhängung.
  • [Sperren: Wie] aufhängen!
  • Ob ich das ganz frei lasse?
  • Auch für mich selber jetze?
  • Weil ja die … ähm … Die Verhüllung halt … Ja … Nicht mehr die eigentliche Arbeit ist. Die jetzt aufgehangen wird.
  • Aufgehangen werden sollte.
  • Wird sie … also in … äh … Augenhöhe aufgehangen?
  • Wie nen normales Bild in nem Bilderrahmen?
  • Wird sie einfach an die Wand gestellt?
  • Die Verhüllung.
  • Ähm … So wie … ähm … beim Ausstellungsaufbau?
  • Oder … ähm … im Atelier? Wo dann die ganzen … äh … Bilder auch auf dem Fußboden unter anderem aneinander gereiht sind.
  • [Pause.]
  • [Schlucke.]
  • Einfach auf den Boden legen!
  • An die Wand … äh … befestigen!
  • An die Decke!
  • Ähm …
  • [Schlucke.]
  • Ich weiß es nicht.
  • [Sperren: Umdrehen!]
  • Dass man gar nicht mal den Spiegel mehr sieht. Sondern nur noch die Rückseite.
  • Ganz beiläufig oder überhaupt beiläufig platzieren lassen! Also selbst keinen Einfluss darauf nehmen.
  • Wäre auch 'ne spannende Frage. Also jemand anderen damit beauftragen, sie im Raum zu … also zu zeigen. So.
  • Ohne selbst noch … noch … äh … da … da mit zu reden.
  • [Sperren: Weil] ja bloß … ähm … derjenige auf jeden Fall nicht mehr wissen kann, was drinne ist. Ob's jetzt nen … äh … ähm … nen Leinwandbild ist, ob's nen Papier ist, ob's 'ne Skulptur ist und so.
  • Ich würde ja immer vielleicht so … ähm … un… unbewusst, oder unterbewusst, … Ich weiß gar nicht mal, wie man das noch einmal unter… oder unbewusst … ähm …
  • Was da jetzt der Unterschied ist.
  • [Pause.]
  • Nur ich wüsste halt noch, was da eventuell drinne sein könnte. Und würde das dann auch dementsprechend vielleicht unterbewusst … ähm … platzieren.
  • Was ja gar nicht mal eigentlich gut ist!
  • [Sperren: Da] taucht auch wieder 'ne … noch 'ne weitere Frage auf. Mit der [Sperren: Schwere]!
  • Mit dem Gewicht!
  • Ähm … Platt?
  • So leicht, dass es eigentlich nur noch der … die Verhüllung, die … äh … ein Gewicht hat?
  • Skulptur, Stein, … So schwer. Jeder weiß in dem Moment höchstwahrscheinlich schon: Da [Sperren: muss] irgendwas schweres, großes drinne sein.
  • [Sperren: Klar]. Wenn jetze auch … auch mal die Verhüllung groß ist, dann ist auch das … äh … Objekt drinne groß. Kann ich ja nicht ändern!
  • So.
  • [Pause.]
  • Ähm …
  • Jetzt fiel mir noch was … Genau. Titel.
  • Oder Maßangabe!
  • Beschreibung. Titel.
  • Ähm … Was kann der Betrachter … Was kann der Außen, jetzt nicht bloß der Betrachter, sondern auch der, der es jetzt in der Hand hält, … Was kann der eigentlich alles …
  • [Sperren: Wahrnehmen].
  • Nicht bloß mit seinen Sinnesorganen. Sondern auch mit irgendwelchen Messinstrumenten.
  • Damit meine ich jetzt nicht nen Röntgengerät. Oder was auch immer. Womit man meinetwegen reingucken könnte. Sondern so … Auch ganz einfache Sachen. Wie … ähm … Wie 'ne Waage.
  • So. Womit die Grammzahl ermittelt werden kann.
  • Dann könntest du jetze … ähm … schauen, wie … wie viel Holz ist das. Wie schwer ist das Holz. Und abmessen. Und dann kannst du prinzipiell herausbekommen, wenn du auch die Leistenbreite und so weißt, was …
  • Bei der einen verhüllten Arbeit, die hier oben hängt … Was du noch mitbekommst. Weil ja die Leistenbreite immer noch … ähm … am Rand … äh … sichtbar ist. Von einer anderen Leiste. Die dann genau dort endet.
  • [Pause.]
  • Also das kannst du mitbekommen.
  • Oh ja. Und dann kannste ausrechnen, wie viel kann maximal die Arbeit wiegen, die drinne ist da. Da kannste dann drauf schließen, ob's nen Papier ist. Ob's nen … ähm … Ob's 'ne Leinwand ist.
  • Du kannst auch schütteln!
  • Wenn da jetzt Zwischenraum ist. Wenn ich das jetzt nicht noch irgendwie … ähm … mit irgend nem Stoff oder so umdeckt habe. Damit es nicht ständig an den Rand kracht. Äh … Könnte ich auch rausbekommen, ob's nen Papier ist, was ganz leicht … ähm … nach unten fällt. Oder … Oder so glatt … Oder ob's 'ne Leinwand ist, auf Holz. Was so …
  • … [Sperren: Wums] …
  • … macht.
  • Oder Metall … Oder 'ne Metallplatte, auf der was eingraviert ist.
  • [Pause.]
  • Ähm …
  • [Pause.]
  • Was kann der noch mitbekommen?
  • [Pause.]
  • Die maximale Größe von der Arbeit. Auch wenn ich die natürlich … äh … knicken könnte. Prinzipiell. Ne?
  • Das ist auch noch möglich.
  • [Pause.]
  • Wobei. Würd ich eigentlich noch nicht einmal machen. Also das sollte ja schon so, wie die Arbeit eigentlich ist, sollte sie auch da drinne … ähm … aufgebaut sein. Also in dieser verhüllten Form.
  • Das heißt: Nen Papier, was ich jetze normalerweise halt vollständig … äh … zeigen würde, würde … sollte ich jetzt nicht knicken oder so. Das ist ja dann keine Verhüllung mehr. Sondern das ist ja schon 'ne … Na ja … 'Ne Zerstörung von der eigentlichen Arbeit.
  • Zum Teil zumindestens.
  • Diese ganzen Knicke, Risse, oder was dann da drinne ist, gehört ja eigentlich nicht mit dazu. Außer es ist halt [Sperren: gewollt].
  • So.
  • Okay.
  • Also die Größe würde halt eben doch schon etwas aussagen können. Ich würd's jetzt auch nicht überdimensioniert machen, wenn ich weiß, … ähm … da ist bloß nen A4-Blatt. Wieso sollte ich jetzt nen … zwei mal drei Meter große Umhüllung machen?
  • Kann ich natürlich machen!
  • Kann ich mir auch noch einmal überlegen!
  • Macht bestimmt auch mal … ähm … Sinn, darüber nachzudenken. Was das bedeutet.
  • Wenn so viel Freiraum drinne ist. Wenn ich sozusagen die Verhüllung viel viel größer mache, als die eigentliche … das eigentliche Verhüllte.
  • [Pause.]
  • [Schlucke.]
  • Ähm …
  • Was den Betrachter vielleicht dann [Sperren: noch] mehr … ähm … ratlos da stehen lässt, wenn ich jetzt nen … nur … ähm … zwei mal drei Meter große Verhüllungen … ähm … äh … zeige. Und … ähm … äh … Aber klar ist, … ähm … nicht alles ist genau so groß, wie diese Verhüllung. Sondern es [Sperren: könnte] auch 'ne mini kleine Arbeit sein. Von einem Zentimeter.
  • Ähm … Im Quadrat.
  • So.
  • [Lange Pause.]
  • Aber ich denke, dass jetze mit dem … äh … mit den Größen, wie viel Raum drinne lassen, das sind noch Sachen, … Ich weiß nicht. Damit kann ich immer noch arbeiten. Ich glaube, das ist wirklich die [Sperren: Verhüllung] … Ist ein Projekt, was halt sehr …
  • [Schlucke.]
  • [Pause.]
  • … total vielfältig ist.
  • Sein kann.
  • Was damit nicht so schnell enden tut. Denke ich mir. Also was wirklich nen Leben lang halten könnte. Wenn ich das jetzt durchhalte. Wenn ich jetzt nicht plötzlich denke: Ui, hier ist etwas, was … äh … [Sperren: so] sinnstiftend ist, das muss [Sperren: so] gezeigt werden.
  • Das kann natürlich auch sein. So. Will ich jetzt nicht ausschließen.
  • Aber es gibt halt [Sperren: so viele] Formen der Verhüllung, so viele Möglichkeiten, … So viele [Sperren: Ideen] dazu. Ähm … Dass ich das auf jeden Fall ausprobieren möchte. Jetzt noch.
  • [Sperren: Weiter] ausprobieren möchte. Hab jetzt ja schon vor zwei Jahren oder so mit der Verhüllung … Muss ich noch einmal in meinen Notizen nachgucken. Und … Ich find's jetzt überhaupt nicht dramatisch, schlimm, wenn ich nach eins, zwei, drei Monaten die Verhüllform ändere.
  • Das Material ändere.
  • Ähm … Solange immer vielleicht so 'ne kleine Serie sozusagen entsteht, von zehn, zwanzig Verhüllungen oder so. Die im selben … ähm … Mit dem selben Material hergestellt wird. Der Inhalt kann ja immer ganz unterschiedlich sein. Aber dass die Verhüllung … Dass da sozusagen nen … ähm … Ja … Nen [Sperren: Verlauf] gibt.
  • Also … Ne? Dass … Dass man da 'ne Serie noch erkennen kann. Dass ich … Dass ich mit etwas gearbeitet habe halt. Mit einer Möglichkeit.
  • Wenn's mir dann zuviel wird, wenn's mir zu langweilig wird, oder mir etwas Neues einfällt, dann nehme ich halt 'ne [Sperren: neue] Form der Verhüllung.
  • Wie mit dem Spiegel jetzt. Was ich [Sperren: unbedingt] ausprobieren will!
  • Ähm … Da gibt's ja auch wieder [Sperren: unendlich] viele Möglichkeiten, wie der … wie der hintere Bereich von der … von der Verspiegelung aussieht. Ne?
  • Ist das jetzt Holz?
  • Irgend nen anderes Material?
  • Soll da noch nen Abstand zum Spiegel sein?
  • Ähm … Soll das vielleicht 'ne Holzbox sein und dann noch einmal mit so kleinen Nippeln an den Rändern, die dann den Spiegel so leicht abheben lassen? Und von der Seite sieht man dann, dass der Spiegel gar nicht zur Verhüllung gehört. Sondern selbst die Verhüllung verhüllen soll.
  • [Pause.]
  • Es … Keine Ahnung.
  • Da kommt mir ja in dem Moment jetzt schon wieder viel an Gedanken hoch.
  • Ähm …
  • [Pause.]
  • Nächster Schritt, was ich jetzt machen werde, …
  • [Pause.]
  • Spiegel nach Maß bestellen.
  • Sagen wir eins, zwei Stück.
  • Oder bloß ein Stück.
  • Und mit dem kann ich ja unterschiedliche Formen ausprobieren.
  • Holz is … ähm … günstig. Und … ähm … Das kann ich immer selbst hier zusägen. Das heißt, ich kann mehrere Holzformen, die im Hintergrund sind, … ähm … vorbereiten.
  • Und dann einfach zum Testen jetze den Spiegel halt immer in dieser einen Größe … äh … droben halt draufhalten.
  • Oder drauf befestigen.
  • [Pause.]
  • Ja. Das mache ich jetzt.
  • [Aufnahme Ende.]
o. T. Geradenbild Konstellationen auf Folie ausgedruckt, über Fotoabzüge (10 x 15 cm) mit Geradenmotiven gelegt umsetzen Notizen nach Studium auf Papierrolle drucken und mit zwei Kurbeln zum Durchlesen ausstatten verhüllt Arbeit verhüllt verhuelltrahmen-m.jpg Holzkasten in weißem Bilderrahmen ragt heraus, nach hinten hin ebenfalls Deckel mit acht kleinen Nägel am Kasten befestigt (zuvor immer mit Klammern) Nägel statt Klammern: wirkt weniger nach Transportbox (auch wenn dort ebenfalls Nägel Verwendung finden) Schrauben: Öffnen würde gedanklich zu schnell gehen, Nägel müssten erst mit Gewalt entfernt werden umsetzen Stempel für Rückseite gestalten ("Friedrich Fröhlich" im Kreis, Nummer oder Jahreszahl dann händisch ergänzen) Befestigungsschiene für Nagel eventuell an allen vier Seiten anbringen (bisher nur "oben") Holzkasten gibt immer ungefähre Größe der drinnen liegenden Arbeit wieder
mit weißer Rahmung und ohne Randbereich
mit weißer Rahmung und ohne Randbereich
Ba-O-Ba II, 1969, Ba-O-Ba Series
Ba-O-Ba II, 1969, Ba-O-Ba Series
Geradenbild Geradenbild Skizze "Liegender Akt Akt ", 240 x 80 cm Rahmung Alu 8 mm, Distanzleiste 10 mm, Schwarz matt oder Weiß matt, Optiwhite Floatglas, 160 EUR * 3 = 480 EUR mit weißer Rahmung und ohne Randbereich t2-k.png noch offen: mit oder ohne Abstandsleiste morgen im Gespräch mit Mark besprechen Klasse Bildende Kunst Organisation Exkursion nach Athen neuer Termin: 5.6. bis 12.6. Rundgangsbesprechung 12.1. Konzept für Rundgangs-Arbeit vorstellen Vorschlag Kommilitone Kommilitone : LED-Konstellatation mit Batterien und Funksteuerung ausstatten (Ohme nach kleinster Variante mit möglichst langer Batterielaufzeit fragen) Spanplatte 60 x 60 cm mit schwarzer Oberfläche kaufen (wie Kommilitone für Holzschnitt-Arbeit verwendet hat) eventuell Bachmann vorlegen zum Frästest "Das ist was ganz grundsätzliches." (Dozent Dozent zu Kommilitone) "Visiting Artist": Eiko Grimberg Lichtkunst 6 Keith Sonnier Keith Sonnier (* 1941, amerikanischer Maler und Bildhauer Bildhauerei , für Lichtinstallationen bekannt geworden) Begriff der Plastik auf Raum-, Licht- und Bewegungsphänomene ausgeweitet Vertreter der "New Sculpture" (fordern ganzheitliche Wahrnehmung, auch haptische Erfahrung) anfangs große Vielfalt eingesetzter Materialien (wie Draht, Stoff, Filz, Wachs, Blei, Glas) ab 1968: zusätzlich Licht (Neonleuchten und Glühlampen) oft kühles Licht mit fließenden Werkstoffen kombiniert experimentiert mit Stroboskop- und Schwarzlicht Ba-O-Ba II, 1969, Ba-O-Ba Series sonnier-k.jpg seit 1969: Ba-O-Ba-Stücke (= haitianisch für Licht- oder Farbbad) meist rechtwinklige Wandarbeiten aus Glas- und Spiegelscheiben mit farbigen Neonröhren aktuell kräftige Farben früher Neons durch pastellene Töne ersetzt Installationen ziehen Betrachter als Agens (aus dem Lateinischen: "Handelnder") durch integrierte Spiegel Spiegelbild ein "Bewegt sich der Betrachter durch diese Arbeiten hindurch oder nimmt er sie aus unterschiedlichen Perspektiven wahr, dann verändert das seine Sehweise, was auf die eigene Person abfärbt." (Keith Sonnier) versucht neues Rollenverhältnis zwischen Künstler und Betrachter zu definieren
Composition A XI, 1923, Öl auf Leinwand, László Moholy-Nagy, © Hattula Moholy-Nagy / VEGAP
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Licht-Raum-Modulator, 1922 - 1930, Replik 1970, László Moholy-Nagy, Bauhaus-Archiv Berlin
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Green Light Corridor, 1970, Bruce Nauman, © Guggenheim Museum, New York / Wilfried Petzi
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Projections, New York, 2004, Jenny Holzer
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Fachwerk, 2009, Lichtinstallation mit LED-hinterleuchteten Profilstangen, Daniel Hausig,
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Joannesschüssel, um 1500/10, Öl auf Eichenholz, Aelbert Bouts (15./16. Jahrhundert)
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1976, Corten-Stahl, Peter Bonnen
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Aufgestützter Kopf mit Zopf, 1986, Jossi Ben Jehoschua Blumenberg
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Schmaler Kopf, um 1970, Kalkstein mit Zwirnfäden, Michael Croissant
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Die Ziege, um 1895, Fritz Mackensen
Die Ziege, um 1895, Fritz Mackensen
Ausstellung Sammlung Galerie Alte Meister, Prinzenpalais, Oldenburg Prinzenpalais, Oldenburg prinzenpalais.jpg "Antikisierendes Porträt eines Mannes", 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Bronze auf Marmorsockel fliegende Vögel und anderes Getier Joannesschüssel, um 1500/10, Öl auf Eichenholz, Aelbert Bouts (15./16. Jahrhundert) johannesschuessel-k.jpg notiert Was muss (neben Johannes oder Essen) zwingend auf einen Teller? draufmalen mit Porzellan-Malfarben oder Rotring-Stift für feine Linien "Kriechtiere und Insekten", um 1730[?], Karl Wilhelm de Hamilton (17./18. Jahrhundert) notiert Stilleben Stillleben aus Geraden als Serie / Geradenkompositionen mit Schatten auf Papier? auf Leinwand (Geraden mit Klebestreifen abkleben) Schwarz auf Schwarz / Weiß auf Weiß / Schwarz auf Weiß / Weiß auf Schwarz mit "erhabenen" Geraden (draufgezeichnet) und "ausgelassenen" Geraden (durch Klebestreifen abgedeckter Bereich) bewusst[?] unvollendet unvollendet gelassen: "Die Volskerberge von Civitelle aus", 1837, Ernst Wilhelm Dietrich Willers (19. Jahrhundert) Ausstellung Sammlung Galerie Neue Meister, Prinzenpalais, Oldenburg deutscher Impressionismus Impressionismus und Expressionismus Expressionismus der Brücke-Maler (arbeiteten u. a. in Dangast am Jadebusen) Franz Radziwill (1895 - 1983, Dangaster Maler) ("Neue Sachlichkeit" / "Magischer Realismus") "Das Fest", 1957, Fritz Winter (20. Jahrhundert) 1976, Corten-Stahl, Peter Bonnen quadratlinien-k.jpg notiert Kubus mit reingeritzte Geraden Kubus ("Welt-System") mit Geraden "durchlöchert" "Flügelskulptur I, 1964, Bronze, E. R. (Eva Renée) Nele (Ausschnitt) Aufgestützter Kopf mit Zopf, 1986, Jossi Ben Jehoschua Blumenberg aufgestuetzer-kopf-k.jpg notiert Kopf, aufgestützt, aus kleinen Holzstangen (verspiegelt) bilden notiert Geraden durch Linse / gekrümten Spiegel Spiegelbild fotografieren = gekrümmte gerade Gerade Schmaler Kopf, um 1970, Kalkstein mit Zwirnfäden, Michael Croissant Michael Croissant schmaler-kopf-k.jpg notiert mit Styroporkopf (weiß) ausprobieren mit u. a. wilden Garnlinien "Wiesen-Fuchsschwanz / Alopecurus pratensis", 2013/2015, Cornelia Genschow Die Ziege, um 1895, Fritz Mackensen fritz-mackensen-k.jpg notiert mit Processing ausprobieren: Bild wie "Die Ziege" mit Geraden zeichnen 1) Bild mit in eine Richtung verlaufenden Geraden gefüllt 2) durch Mausklicks wird Geradenwinkel im Bereich um Maus leicht verändert, dadurch langsam Motive sichtbar 3) mit Plotter Plotter und mehreren Durchläufen auch mit farbigen / hervorstechenden Linien möglich "Jüngling I", 1901, Bronze, George Minne notiert "Jüngling I" mit Geraden umsetzen (aber meinen Körper als Vorlage!) Kunstgeschichte Impressionismus Ende des 19. Jahrhundert zunächst in Frankreich durchsetzende Reaktion auf herkömmliche Akademie- und Ateliermalerei Ateliermalerei Ateliermalerei: unnatürlicher Beleuchtung, daher dunkle Palette in Historien und Genrebilder / Überbetonung des Inhaltlichen Impressionisten nahmen Natur als farbige Erscheinung wahr, versuchten fortlaufendes sinnliches Ereignis festzuhalten Gegenstände nicht nah Beschaffenheit nach gemalt, sondern wie im Augenblick erlebt wurde bevorzugten Malerei vor dem Motiv helle Sonnenlicht führte zu starker Aufhellung der Palette und zu farbigen Auflösung der Schatten 30 Jahre später etablierte sich Impressionismus auch im Deutschen Kaiserreich Brücke-Expressionismus 1907 bis 1912 hielten sich in Sommermonaten Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff Karl Schmidt-Rottluff , Erich Heckel Erich Heckel , Max Pechstein in Dangast auf Hinwendung zur Landschaftsmalerei: Studienbesuche an der Nordsee 1. Ausstellung 1908 im Oldenburger Augusteum traf überwiegend auf Unverständnis beim Publikum Primärfarben Rot, Gelb und Blau in Verwendung sowie Farben 2. Ordnung (Grün, Orange, Violett) in reiner Beschaffenheit ohne Aufhellung oder Abdunklung nutzten Komplementärkontraste Rot-Grün, Blau-Orange, Gelb-Violett, um Wirkung der Farben zu steigern [?] Loslösung von Lokalfarbe Holzstock für Plakate KG. Brücke, Weißtanne, 1908/09 Holzstock-Rückseite zur Stabilisierung mit 2 Querstreben versehen notiert Informationstäfelchen erstellen und ausstellen mit Text a la: "Informationstäfelchen, Friedrich Fröhlich, 30, 15 x 10 cm, Druck auf Papier" Ausstellung Robert Elfgen Oldenburger Kunstverein
Verfremdung #3, Bowling-Treff Leipzig
Verfremdung #3, Bowling-Treff Leipzig
3-8Eck, 1989, Max Bill (Acrylglas)
3-8Eck, 1989, Max Bill (Acrylglas)
(mit Notizen der letzten Tage) o. T. Fotocollage Treibgut Fotocollage Hochwasser Stempeltests folgend Annäherungen an Ausstellung zum ehemaligen Bowling-Treff Leipzig Geradenbild Geradenbild Collage Collage aus ausgeschnittenen eckigen Formen, die Gebäude prägen (Verfremdung #1) Verfremdung #3, Bowling-Treff Leipzig verfremdung-2-k.jpg gerade Bereiche herausgearbeitet (Verfremdung #2) (Verfremdung #3) (Verfremdung #4) mit zwei transparenten Folien / drei Ausdrucken Geradenmotiv Text aus "Verfremdung #4" 3-8Eck, 1989, Max Bill Max Bill (Acrylglas) max-bill-8eck.jpg kaufbare 8-eckige Objekte: u. a. Kastenfalle / Tierfalle (vier Abteile, 97 x 84 x 32 cm, ca. 100 EUR) Freigehege (inklusive Häuschen und Trinkflasche, 135 x 135 x 56 cm, ca. 45 EUR) 8-Eck-Spiegel Spiegelbild (mit Facettenschliff, 12 Stück, ca. 20 EUR) , kl. Spiegel Holzschale (22,5 x 25,5 x 4 cm, ca. 5 EUR) Backring (Edelstahl, d = 15 cm, ca. 7 EUR) , Backring (10 Stück, ca. 60 EUR) Speiseteller (6 Stück, ca. 30 EUR) , Kaffeetassen mit Untersetzer (6 Stück, ca. 25 EUR) , Espresso-Tassen mit Untersetzer (6 Stück, ca. 25 EUR) Webteppich (d = 200 cm, ca. 100 EUR) Lego-Baustein (2 Stück, ca. 3 EUR) Wasserglas (12 Stück, ca. 20 EUR)
notiert für Zürich-Besuch: "ARMLEDER John Michael Armleder , CONDO, DOKOUPIL, KROPF, MOSSET, PANCRAZZI", Galerie Andrea Caratsch (bis Mitte Mai) "VERA MOLNAR Vera Molnar - (UN)ORDNUNG. (DÉS)ORDRE.", haus konstruktiv (bis 10.5.) "QUANTUM OF DISORDER", haus konstruktiv (bis 10.5.) "ROTH Dieter Roth BAR & STUDIO", HAUSER&WIRTH artspaceguide Kurs Warum Denken? Wittgenstein Ludwig Wittgenstein (siehe auch 22.1.) 1 Sprachphilosophie: erforscht Entstehung, Entwicklung, Bedeutung (Sinn, Wichtigkeit) und Funktion (Aufgabe) der Sprache untersucht Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit, sowie von Sprache und Denken bzw. Bewusstsein Teilbereich der Linguistik, Philologie, Semantik und Semiotik logische Analyse der Struktur der Sprache "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." (Wittgenstein) "Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache." (Wittgenstein) 2 Logik: Lehre vom ordnungsgemäßen Denken, vom richtigen Schlussfolgern untersucht Geltung von Aussagen und Aussageketten betreffs ihrer Struktur Beispiel: Wenn A = B und B = C, dann ist auch A = C "Die Logik ist keine Lehre, sondern ein Spiegelbild Spiegelbild der Welt." (Wittgenstein)
Furniture Sculpture/Untitled painting, 1988 - 2000, 231 x 231 x 125 cm, Stühle aus Bali
Furniture Sculpture/Untitled painting, 1988 - 2000, 231 x 231 x 125 cm, Stühle aus Bali
Installationsansicht, John Armleder, © Tate Liverpool, 2006
Installationsansicht, John Armleder, © Tate Liverpool, 2006
Kurs Praktiken des schon Fertigen in der zeitgenössischen Kunst (Vorbereitung für Referat, siehe auch Besuch Galerie Karin Sutter , Basel, 27.2. mit kreisförmigem Spiegelabdruck und schwarz gepunkteten Flächen) notiert Galeristin E-Mail geschrieben mit Frage nach Titel und Jahresangaben der gezeigten Arbeiten aktuell Arbeiten in Zürich und Basel John Michael Armleder John Michael Armleder (* 1948, schweizerischer Konzeptkünstler, Performance Performance - und Objektkünstler, Maler, Bildhauer Bildhauerei und Kunstkritiker) entwickelt minimale Eingriffe und raumfüllende Installationen Auftritte als Musiker und mit Happenings in den 1960er (von John Cages beeinflusst) an Fluxus Fluxus -Aktionen beteiligt 1969 Gründung der Fluxus-Bewegung nahestehenden Künstlergruppe Ecart mit Patrick Lucchini und Claude Rychner produzierten u. a. Super-8 Filme Furniture Sculpture/Untitled painting, 1988 - 2000, 231 x 231 x 125 cm, Stühle aus Bali furniture-sculpture-k.jpg "Wenn die Künstler verschwänden, würde die Kunst von anderen gemacht, mit einem anderen Bewusstsein, anderen Mitteln und anderen Materialien. Der Künstler als Individuum erfüllt lediglich eine Funktion. Er dient als Werkzeug […]" (Interview mit Christian Bernard und Françoise Ninghetto) "Möbel-Skulpturen": malte Gouache auf Stuhl (unter Namen "Furniture Sculpture" zu Markenzeichen geworden) aus "Groupe Ecart" ging "Galerie Ecart" hervor (1973 - 1980) Galerie Ecart veranstaltete Ausstellungen und Performances von u. a. Beuys Joseph Beuys , Cage John Cage und Warhol Andy Warhol in Genf Ende 1970er entfernte er sich von Fluxus-Bewegung begann reduzierte, flächige, am Minimalismus Minimalismus orientierte Bilder zu malen neben Leinwand Lochplatten und alte Möbelstücke als Malgrund Rauminstallationen: abstrakte Bilder in Verbindung mit gebrauchten Wohnungseinrichtungen entwickelt in den 1980er die "Furniture Sculptures" (greift Fragen des Ready-made Ready-made auf) A 1987 kaufte er gebrauchtes Wandregal, auf dem mehr als 25 gebrauchte Stühle ausgestellt waren ("FS 172") B 1990 3 Teppichrollen aus Restposten aufrecht hingestellt ("FS 234") "[Nahm] Sylvie Fleury beim Wort, als sie ihn darauf hinwies, dass die Teppichzylinder wie Objekte für eine Ausstellung aussahen. Nach Aussage des Künstlers sein erstes Werk, das er weder produziert noch dazu die Idee hatte." diese und weitere Arbeiten: beständiges Wechselspiel zwischen Kunst und Leben, zwischen High und Low, zwischen Ironie und Pathos Spiel mit Assoziationen und Kunstgeschichte Nähe zur Ästhetik von Dada Dadaismus und Fluxus Installationsansicht, John Armleder John Armleder , © Tate Liverpool, 2006 tate-liverpool-armleder-k.jpg 2005 arrangierte er ausgestopfte Waldtiere, laufende Fernsehgeräte, Spiegel Spiegelbild , Blumensträuße, Weihnachtsbäume, Holzscheide, blinkende LCD-Lampen und Tierfelle gruppierte sie zu irritierenden Rauminstallationen (Tate Gallery, Liverpool ) "abstrakt, reine Form und sonst nichts", Ausstellung "I’m Late, I’m Late, I’m Running For A Date", Galerie Andrea Caratsch, Zürich Grundprinzip des Surrealismus Surrealismus (Magritte René Magritte ) Ausstellungsansichten Galerie Mehdi Chouakri, 2015 Kunstverein Hannover, 2006 - 2007
3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP
3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle
Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die Folgen Zufall Zufall bei Duchamp (siehe auch 29.10.2012) ohne kausaler Erklärung, Verzicht auf Erklärung "Was nicht produziert wird, ist immer besser als das, was produziert wird" Kunst ist nicht das, was man sieht "Ich will voller Gedanken und zugleich gedankenlos sein.", Max Stirner These, man sei alleine auf der Welt, alles andere nur Vorstellung das Rationale lässt nichts Unvorhergesehenes zu Natur und Zufall / Wechselwirkung "Das Wort Gesetz ist gegen meine Prinzipien und daher mußte ich den Dingen eine andere Erklärung geben, eine Art Pseudoerklärung." Duchamp'scher Zufall: etwas passiert, was nicht planbar ist Zufall = gültiger Wert zieht diese Form der Wissenschaft vor "fröhliche Physik": Entwurf der Realität, die möglich wird, sobald physikalische und chemische Gesetze gelockert werden "Die Akademie des Flaneurs" sich durch den Raum bewegen für Inspiration Schönheit der Indifferenz Werke mit Bezug zum Zufall 3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp / ADAGP stoppagen.jpg Glasscheiben (Träger) mit draufgeklebten Streifen Leinwand (Träger der Malerei), darauf Faden hat 1 Meter Fäden von 1 Meter Höhe auf Leinwand fallen lassen, danach fixiert Lineale aus Holz modifiziert mit neuer Linienform der Fäden (Schablonen) gewelltes Lineal (weiterhin 1 Meter) als neue Maßeinheit Netzwerk der Stoppagen, 1914 fixer Punkt, gewellte Lineale angesetzt, Linie gezeichnet, neunmal nummerierte Punkte zwei Aktfiguren von älterer (kubistischer) Arbeit ("young man und girl in spring", 1911 ) als Träger verwendet Verbindung vom männlichen und weiblichen Wesen Stoppagen verbunden, verwissenschaftlicht Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp draftpistons.jpg Stoff mit gepunktetem Muster vor geöffnetem Dachausstieg (Luftzug erzeugt neue Form, fotografisch fixiert) geplanter Zufall "Das große Glas" u. a. 1 drei mögliche durch Wind veränderte "Blicke" in Wolke integriert 2 neunmal mit Spielzeugpistole gegen Glas geschossen, zufällige Positionen markiert und gebohrt Verbindung Junggesellen mit Produktionsstätte Köpfe der neun Junggesellen durch schräg fotografiertes Stoppagen-Netzwerk positioniert (Tiefenstaffelung) Musik Komposition "Erratum Musical", 1913 Noten zufällig aus Hut gezogen Nachbau Cage John Cage über Duchamp: "Für mich war Schach ein Vorwand, um in seiner Nähe zu sein." 15. Jahrhundert: Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci : Traktat der Malerei (in Stein und Mauern schon Figuren in sich) 17. Jahrhundert: Florentiner Mosaik (vorgefundene Struktur geordnet zu Motiven) 18. Jahrhundert: Alexander Cozens, Publikation über Landschaftskompositionen, Tintenfleck als AUsgangspunkt 19. Jahrhundert: Aufkommen Klecksografie u. a. Victor Hugo, Justus Kerner durch avantgardistische Künstlergruppen wie Dadaisten Dadaismus oder Surrealisten Surrealismus wird Zufall als Methode schnell wichtiger Bestandteil in Kunst Max Ernst Max Ernst durch Zufall zum Bild gefunden, Entwicklung Kompositionen John Cage notiert Orgelprojekt Halberstadt Halberstadt aufsuchen akzeptiert nicht präexistenten Zufall stellt "Fragen", die Prozess mit unklarem Ausgang auslösen "I Ching" ("Buch der Wandlungen", chinesische Orakelsammlung) Ursprung Ursprung : durch Zufallsoperationen wie Münzwürfe bestimmte Orakeltexte und Handlungsmöglichkeiten ermittelt Point-Drawing-Method (Unebenheiten im Notenpapier eingefärbt, in Noten umgewandelt) "Drip Paintings", Jackson Pollock Jackson Pollock Farbe wird auf Leinwand geschleudert körperliche Bewegung erzeugt "kontrollierten Zufall" (Unschärfe) Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle, © The estate of Niki de Saint Phalle shootingpaintings.jpg Niki de Saint Phalle (1930 - 2002, Malerin und Bildhauerin) "Shooting Paintings" bewusste Farbwahl, nur Schießen (und damit Menge Farbe) zufällig Gerhard Richter Gerhard Richter übermalte Fotografien benutzte Privatfotos, wegen u. a. Unschärfe aussortiert Mischung Ölfarbe und Fotopapier einziges Auswahlkriterium = Auswahl Foto Farbtafeln Geradenbild Geradenbild Papier für Pen-Plotter Plotter Aquarellpapier (mit glatten und abgerissenen Rändern), 48 x 62,5 cm für 1,30 EUR Glitzerpapier (Fotopapier), gold / silber, 50 x 70 für 6 EUR unterschiedliche Farbpapier, u. a. gepunktet / sichtbaren Fasern, 50 x 70 für 6 EUR gold / silber Glanzpapier matt/glänzend (Spiegel Spiegelbild ) 4,50 EUR / 6 EUR 3D-Folie (glatt, kleine runde Verzerrungen), 50 x 70 cm für 3,50 EUR Blümchen-/ Punktepapier A4 Farbpapier mit sichtbarer Struktur, 0,20 EUR farbliche Filzplatten 30 x 45 cm für 2,50 EUR Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp und die Folgen Vortrag Quantenphysik Kosmos / Determinismus Kausalitätstheorie Demokrit: beschreibt Gesamtnatur als riesige Maschine, lückenlos erklärbar / voraussagbar Kant Immanuel Kant : "Alle Veränderungen geschehen nach dem Gesetz der Verknüpfung von Ursache und Wirkung" Determinismus: "keine Freiheit" impliziert, dass sich Welt nur auf eine Weise weiter entwickelt kann weicher Determinismus: ohne Handlungsalternativen (am Ende nur eine möglich), aber Wahl der Handlung frei Zusammenfall freier Wille und Notwendigkeit Libet-Experiment Benjamin Libet (Physiologe), Versuchsreihen 1979 Messung zeitlicher Abstand zwischen Nervenaktivität im Gehirn Gehirn (geht Handbewegung voraus) und erst danach erfolgenden Bewusstwerden Quantentheorie Doppelspaltexperiment / Verschränkung Quanten = natürliches Phänomen (u. a. Verantwortlich für zufälligen Verfall von Atomen) können mehrere Zustände gleichzeitig haben Eigenschaften von Wellen (wie Ausbreitung von Licht) und Teilchen im unscharfen Zustand (Ort und Zustand nicht messbar) Wahrscheinlichkeit Zufall in der Kunst Versuch menschlichen Handlungs- und Bewusstseinsspektrum um einen Faktor zu erweitern außerhalb des menschlichen Vermögens menschlicher Zufall: Überschneidung von Kausalketten Vortrag Marcel Duchamp und die (Para-)Wissenschaft TOM TIT, La Science Amusante Wissenschaft Duchamps: Willkühr und Laune Grundstock pseudo-wissenschaftlicher Aufbau "Das Rad" damals in physikalischen Versuchsanordnungen verwendet (Fliehkräfte demonstriert, mit gerader Gabel) (gedanklich abwesend) Abhängigkeit der Wissenschaft von der Gesellschaftsform Darstellung einer vermeintlich chaotischen Wirklichkeit mit Hilfe mathematischer Modelle auf philosophischer Ebene: Entmystifizierung durch Wissenszuwachs Tom Sachs (* 1966, US-amerikanischer Künstler) Christoph Keller (* 1967, deutscher Künstler) Kurs Warum Denken? Charles Sanders Peirce (1839 - 1914, US-amerikanischer Mathematiker, Philosoph, Logiker) "Exhibiting Reasoning - Zur graphischen Praxis Charles Sanders Peirce", Meyer-Krahmer Zeichnung als Darstellungsmethode im philosophischen Bereich Bedeutung Schriftbild auf Bedeutung von Inhalt Beispiel: ein Gedicht in sechs unterschiedliche Handschriften geschrieben, um Wirkung herauszubekommen Vortrag Zeichenbegriff bei Charles Sanders Peirce Pragmatizismus Erkenntnistheorie Pragma = Handlung Gedanken zu Grundsetzen des Erkennenkönnens Semiotik: Wissenschaft von Zeichensystemen Semiotisches Dreieck: 1 (materielles) Zeichen <=> 2 Objekt, auf das sich Zeichen bezieht <=> 3 Interpretant <=> 1 Zeichen es gibt kein Wissen ohne Repräsentation (Darstellung) "Die Kunst des Räsonierens", aus "Semiotische Schriften" drei verschiedene Geisteszustände 1 Zustand Gefühl (im träumerischen Zustand) 2 Sinn für Reaktion (entsteht durch Unterbrechung von Gefühl durch ein anderes) 3 Geisteszustand Denken drei Weisen, in denen "wir an einem Ding interessiert sein können" 1 primäres Interesse 2 sekundäres Interesse (wegen seiner Reaktion auf andere Dinge) 3 vermitteltes Interesse (insofern es dem Verstand Idee von einem Ding vermittelt) drei Arten von Zeichen 1 Similes oder Ikons dargestellte Dinge werden nachgeahmt (Fotografie) 2 Indikatoren oder Indizes zeigen etwas über Dinge, weil physisch mit ihnen verbunden (wie Wegweiser) 3 Symbole oder allgemeine Zeichen mit ihrer Bedeutung durch ihre Verwendung verknüpft (überfordert) alles ist zeichenhaft abhängig davon, wie es wahrgenommen wird (gedanklich abwesend)
Filz-TV, 1970, Joseph Beuys
Filz-TV, 1970, Joseph Beuys
Schwarzer Papierhaufen, 1970, Reiner Ruthenbeck
Schwarzer Papierhaufen, 1970, Reiner Ruthenbeck
Die platonische Höhle, Jan Saenredam (Kupferstich nach Ölgemälde von Cornelis van Haarlem)
Die platonische Höhle, Jan Saenredam (Kupferstich nach Ölgemälde von Cornelis van Haarlem)
Auch ein Höhlengleichnis (II), 1984 / 1989, Timm Ulrichs
Auch ein Höhlengleichnis (II), 1984 / 1989, Timm Ulrichs
TV Fernsehen Interventionen Kurs Televisionen in der Kunst (Vorbereitung) "Identifications", vormals "Artscapes", Fernsehausstellung II, 1970 20 Kurzbeiträge über internationale Künstler Beiträgen 35 Sekunden bis 5 Minuten lang eigene Werke und Aktionen vor Filmkamera präsentiert 30.11.1970 vom Südwestfunk Baden-Baden fast ohne erläuternden Kommentar ausgestrahlt Reihenfolge Ausstrahlung nach Herkunftsland (Deutschland, Frankreich, England, Niederlande, Italien, USA) vor Fernsehausstrahlung Premiere im Kunstverein Hannover am 20.11.1970 Beginn mit 6-minütiger Ansprache Schum "Das Kunstobjekt verliert seine Autonomie, ist nicht mehr vom Produzenten, also vom Künstler zu trennen. […] Im Fernsehobjekt kann der Künstler sein Objekt reduzieren auf die Attitüde, auf die bloße Geste als Hinweis auf seine Konzeption. Das Kunstobjekt stellt sich dar als die Einheit von Idee, Visualisierung und dem Künstler als Demonstranten." Filz-TV, 1970, Joseph Beuys beuys.jpg Beuys Soziale Plastik schließt menschliches Handeln mit ein, das auf Strukturierung und Formung der Gesellschaft ausgerichtet ist Politik und Wirtschaft sozial und kreativ von jedem gestaltbar notwendige Fähigkeiten: 1 Spiritualität 2 Offenheit 3 Kreativität 4 Fantasie Gesellschaft als Kunstwerk betrachtet Kunstbegriff nicht mehr nur auf materiell fassbare Artefakt beschränkt "Jeder Mensch ist ein Künstler" Beitrag "Filz-TV": kritische Auseinandersetzung der Wirkung TV auf Individuum Reiner Ruthenbeck Reiner Ruthenbeck (* 1937, deutscher Bildhauer Bildhauerei und Konzeptkünstler) Schwarzer Papierhaufen, 1970, Reiner Ruthenbeck schwarzerpapierhaufen.jpg füllte Bildraum mit wachsenden Haufen aus zerknülltem schwarzen Papier Klaus Rinke (* 1939, deutscher Künstler) ließ gefüllte Wassertonne in Richtung des Betrachters umfallen Rinke: "natürlich banal, aber vom plastischen Prozeß aus gesehen ganz neu für die Kunst - nicht etwa als symbolische Handlung, sondern als Plastik, fast schon als traditionelle Plastik" Ulrich Rückriehm (* 1938, Bildhauer) Steinskulptur "Dolomitstein gespalten (Hammer und Eisenkeile)", 1968 Stück für Stück abgehoben und auf Boden geworfen (zuvor geschlossene, aber geteilte Form => Ansammlung von Bruchstücken) Daniel Buren Daniel Buren (* 1938, französischer Maler und Bildhauer) weitere Künstler: Gilbert & George Gilbert & George , Ger van Elk, Giovanni Anselmo, Alighiero Boetti , Pier Paolo Calzolari, Gino de Dominicis, Mario Merz Mario Merz , Gilberto Zorio, Garry Kuehn , Keith Sonnier Keith Sonnier , Richard Serra Richard Serra , Franz Erhard Walther, Lawrence Weiner Kurs Warum denken? Grundlagen und Konzeptionen des Denkens mit Platon Platon Sonnen-, Linien-, Höhlengleichnis Höhlengleichnis (Auszüge aus: "Der Staat") Sonnengleichnis: (platonische) Sokrates Sokrates versucht das Gute zu veranschaulichen Sonne = Quelle des Lichts (in geistiger Welt) das Gute = Quelle von Wahrheit und Wissen Liniengleichnis hierarchische Unterteilung des Erkenntnisweges 1 Meinen mit A Vermuten (Schatten / Spiegelbilder Spiegelbild ) B Fürwahrhalten (reale Dinge) 2 Erkennen mit A Verstand / Nachdenken (mathematische Formen) B Vernunft / Denken (Ideen) Die platonische Höhle, Jan Saenredam (Kupferstich nach Ölgemälde von Cornelis van Haarlem) hoehlengleichnis.jpg Auch ein Höhlengleichnis (II), 1984 / 1989, Timm Ulrichs hoehlengleichnis2.jpg Höhlengleichnis Personen sind so befestigt, dass sie nur gegen eine Wand schauen können auf Wand sind Schattenspiele sichtbar, die für sie die Realität darstellen hinter befestigten Personen gehen Menschen mit Bildwerken entlang Schatten wird durch Feuer hinter ihnen erzeugt Echo von Geräuschen an Rückwand Leben Gebildeter versus Leben Ungebildeter Beschreibung beschwerlicher Weg zum wahrhaften Sein
Foto J. M. Pietsch
Foto J. M. Pietsch
Geist des Lykabettos, Herbert List (Hintergrund skulpturale Verhüllung / Spiegel?)
"Geist des Lykabettos", Herbert List (Hintergrund skulpturale Verhüllung / Spiegel?)
Klinger Max Klinger Briefe "Will jemand billig ein Museum gründen, so folge er dem Wiener Beispiel: Man mache eine international Specialausstellung, man vertheile einige 20 Medaillen um zu interessieren und dann läßt man sich alles ausgestellte schenken […]" zu Christus Jesus im Olymp: "Aber der Christus war in der Version wie ich ihn fertig nach Deutschland brachte völlig nackt. So wurde er 3 Tage privatim in München ausgestellt, dann kam die liebe Polizei und ich mußte das untere rechte Viertel zuhängen." (Oskar?) "Kokoschka: † † †. Mit Entsetzen war ich heut in unserm Kunstverein. […] vom gleichen Fieber besessen. […] vom identisch gleichen farben-, formen- und Lichtwahnsinn. Gott Gott sei Dank, daß ich diese Sorte Welt nie erleben werde! Denn unsere bisherige hält bis zu meinem seligen Ende noch sicher so aus, wie sie heute ist. Das spätere kann mir ja egal sein." LJA (Verein Leipziger Jahresausstellung) Hermann Prell Hermann Prell (u. a. Bildhauer Bildhauerei ), Klinger und Böcklin Arnold Böcklin Vorbilder (siehe Briefe) "Endlich kann man doch mal Geld, simples Geld neben der berühmten Ehre beanspruchen. Besonders wo nur das Leben so viel kostet!" Kunstgeschichte Ausstellung Lindenau-Museum Altenburg Foto J. M. Pietsch altenburg-museum.jpg Abguss Laokoon Laokoongruppe -Gruppe (sauberer als Weimarer Version, aber: Marmorkopie von Original in Vatikanische Museen aufsuchen) "Paradiestür" (Lorenzo Ghiberti Lorenzo Ghiberti , italienischer Bildhauer), komplett vergoldet, 1452 vollendet Original in Florenz (Kathedrale Kathedrale Santa Maria) zehn Bilder, u. a. 1 Erschaffung Adam und Eva Adam und Eva , Sündenfall, Vertreibung 2 Erschlagung Abel 3 u. a. Geschichte Noah, Rückkehr Arche 4 u. a. Opfer Isaak 5 Moses empfängt Gesetztafel (Gesicht Gott erkennbar) "Borghesischer Fechter" (siehe Louvre, Kopie ca. 100 v. Chr. von Original 3. v. Chr.) Augenblick festgehalten, extrem "freischwebend" Vase (lateinisch "Gefäß"), Grabfunde, die Verstorbene im Jenseits versorgen sollten Formen der Vase: u. a. Alabastron, Pelike, Skyphos Satyren = Mischwesen Mensch/Pferd Kentaur ebenfalls[?] "Das andere Griechenland Griechen " Fotografien Herbert List Herbert List (1903 - 1975) / Walter Hege (1893 - 1955) Aufnahmen 1930er und 1950er Walter Hege: systematische Fototouren durch antike Antike Ruinenstätte (u. a. Delphi, Korinth, Olympia, Akropolis Akropolis ) studierte Aufnahmewinkel und Entfernung anhand Gipsabgüsse in Berlin Herbert List: Stillleben Stillleben , Surreales, inszeniertes Phänomen griechisches Licht Korenhalle des Erechtheion mit Karyatiden (6 überlebensgroße Mädchenfiguren) "Geist des Lykabettos", Herbert List (Hintergrund skulpturale Verhüllung verhüllt / Spiegel Spiegelbild ?) herbert-list.jpg "Das eherne Zeitalter", Rodin Auguste Rodin 1 verwundeter Krieger, der auf (imaginären) Speer ruht; rechte Hand an Kopf-Wunde 2 soll auch Erwachen der Menschheit darstellen[?] Conrad Felixmüller (1897 - 1977, deutscher Maler Expressionismus Expressionismus und Neue Sachlichkeit) viele unterschiedliche Malstile (grell, detailreich, plastisch, überzogen, unecht, kantig, großer Pinselstrich etc.) Walter Jacob (1893 - 1964) grober Pinselduktus, kindlich einfach, bei ernster Thematik (wie "Grablegung") mitten im Museum: Bilder mit Preisangabe und roten Punkten ("Pro Lindenau, eine mäzenatische Aktion") Erich Dietz (stachelige Zeichnungen)
relativ, Jürgen Gansweid
relativ, Jürgen Gansweid
Nietzsche-Archiv
Nietzsche-Archiv
Nietzsche-Herme, Marmor, Klinger
Nietzsche-Herme, Marmor, Klinger
Bauhaus-Museum Weimar
Bauhaus-Museum Weimar
Form- und Farborgel mit bewegten Farbklängen, Holzrelief, 1923, Kurt Schmidt
"Form- und Farborgel mit bewegten Farbklängen", Holzrelief, 1923, Kurt Schmidt
Geradenbild Geradenbild formel farbe form geometrische Formen in Menschheitsgeschichte Grundstock regelmäßige Strich- und Punktmuster, Wellenlinien, konzentrische Kreise und Spiralen flächige, räumliche und farbige geometrische Formen in Naturdingen, an Bauwerken, Geräten, Schmuck, Kleidung Geometrisches = fundamentales Repertoire der optischen Zeichenwelt Konstruktivismus Konstruktivismus und konkrete Kunst Konkrete Kunst Wissenschaft Ästhetik ("aistetike episteme", "Die die Sinne betreffende Wissenschaft") ästhetische Einkleidung von Formeln = zentrales Problem (Anliegen konkrete Kunst) Bild = Farbe und Form Linie = Reihung von Pixeln/Punkten Kunst und Mathematik in Geschichte verflochten (Ornamente, Perspektive, Erforschung Farbe) Kubismus Kubismus und abstrakte Malerei abstrakte Malerei : Auseinandersetzung mit geometrischen Gebilden (Rechteck bei Mondrian Piet Mondrian , verwickeltes Gebilde bei Kandinsky Wassily Kandinsky ) "Computergestützter Geometrismus" Spiegel Spiegelbild - und Schiebesymmetrie "Haut Haut zu Skelett" > "Ästhetik zu Geometrie" in Kunst Mathematik oft verhüllt verhüllt oder verfremdet (nicht sofort ersichtlich) Interpretationen syntaktischer Bildformel (< 01 > - - < 10 >) Sequenz Potenzen Zahl 2 in "Bauhaus Bauhaus -Vorlesungen", Klee Paul Klee : 1 2 4 8 16 32 64 Spirale mit wachsenden Radienlängen aus Sequenz Zeichenbereich Bild = analog / Text = digital (Ziffern, Buchstaben, Sonderzeichen) relativ, Jürgen Gansweid Jürgen Gansweid relativ.jpg Überlappung Zeichenbereiche (wie konkrete Poesie ) konkrete Poesie = Sprache dient nicht mehr Beschreibung Sachverhalt / Gedanken / Stimmung, sondern wird zum Zweck und Gegenstand des Gedichts Ausstellung Nietzsche Friedrich Nietzsche Nietzsche-Archiv Weimar Nietzsche-Archiv nietzsche-archiv.jpg Nietzsche-Herme, Marmor, Klinger Max Klinger nietzsche-herme-k.jpg Herme (griechisch Griechen "hermes Hermes ") in antiker Kunst Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf und Schultern ursprünglich schlichter Steinhaufen zur Markierung von Wegen u. a. mit Phallus Phallus und Armansätzen in griechischer Mythologie Hermes = Schutzgott Verkehr, der Reisenden, Kaufleute und Hirten, auch Gott Gott der Diebe, Kunsthändler, Redekunst, Gymnastik Hermes = Götterbote, der Beschlüsse des Zeus verkündet führte Seelen Verstorbener in Hades Nietzsche-Herme: einem Gott gleichgesetzt offene Frage: gewollt überspitzt von Klinger oder tatsächlich ernst gemeint? "[…] wie sehr der Philosoph um 1900 zum Propheten einer neuen Zeit stilisiert wurde - mit dem Archiv als Wallfahrtsstätte für seine Jünger." Bibliothek von Henry van de Velde gestaltet Elisabeth Förster-Nietzsche Mitbegründerin Nueva Germania in Paraguay mit Antisemit Bernhard Förster verheiratet Nueva Germania sollte Zufluchtsort für "arische Rasse" sein Kunstlehre Ausstellung Bauhaus Bauhaus-Museum Weimar Bauhaus-Museum Weimar bauhaus-weimar.jpg "Form- und Farborgel mit bewegten Farbklängen", Holzrelief, 1923, Kurt Schmidt Kurt Schmidt form-farborgel-k.jpg Farbklänge: warme rot-gelbe Farbtöne wandeln sich zu kalten (Blau, Grün, Violett) Flächen in Schwarz, Weiß und Grau: vermitteln zwischen Farbpolen europäische Avantgarde Avantgarde -Strömungen: u. a. Futurismus Futurismus , Kubismus, Konstruktivismus, Dadaismus Dadaismus , Expressionismus Expressionismus , Minimal Art Minimal Art , Pop Art Pop Art , Konzeptkunst Konzeptkunst in vielen Avantgardebewegungen der Moderne: Bestreben "Aufhebung der Kunst in Lebenspraxis" Professor, Schüler = Meister, Geselle, Lehrling Abschluss Meisterbrief Vorkurs (1 Semester): Kern der Lehre inhaltliche Konzeption: Johannes Itten Johannes Itten Georg Muche (1895 - 1987, deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer)
Das Verlöbnis der Arnolfini, 1434, Jan van Eyck , © National Gallery, London
Das Verlöbnis der Arnolfini, 1434, Jan van Eyck , © National Gallery, London
Kunstkritik "Die Beschwerde" (20/30), Pullmann & Muse Muse "Eine Schaffenskrise, Herr Pullmann?" - "Eine Kunstkrise, Frau Muse." Kunstgeschichte Die Geschichte der Kunst Ernst H. Gombrich Ernst H. Gombrich Frührenaissance (15. Jahrhundert) / Wiedergeburt / Wiederbelebung gotisch Gotik = barbarisch = Schimpfwort der Italiener Italiener gaben den Goten Schuld am Sturz Römisches Reich Stimmung vom Zukunftsglaube und Selbstbewusstsein in Handelsstadt Florenz am größten führendes Mitglied Florenzer Künstlergruppe: Filippo Brunelleschi (1377 - 1446) studierte wahrscheinlich Tempel und Paläste in Rom Römer Wunsch auf neue Architektur, die Elemente der klassischen Baukunst frei nutzt mit Säulen, Pilastern und Bögen gearbeitet Unterschied gotische Kunst: keine hohen Fenster oder schlanke Pfeiler antike Antike Säulenordnung verwendet, jedoch ohne statischer Bedeutung Brunelleschi: Erfinder der Perspektive Masaccio, italienischer Maler (1401 - 1428) für Renaissance-Meister neue Techniken und Entdeckungen niemals Selbstzweck eingesetzt, um Bedeutung ihrer Themen besser verstehen zu können Donatello, italienischer Bildhauer Bildhauerei (um 1386 - 1466) menschlichen Körper am lebenden Modell studiert Modelle: meist Werkstattgenossen auch nördlich der Alpen schwappte Wunsch Wiedergeburt Antike über Claus Sluter Claus Sluter , niederländischer Bildhauer Gotik (um 1350 - 1405) Jan van Eyck Jan van Eyck , flämischer Maler (1390 - 1441) Merkmale: Wiedergabe Raum mit Konstruktion perspektivischem Liniengerüst, Kenntnisse in Anatomie, Gesetze der Verkürzung Das Verlöbnis der Arnolfini, 1434, Jan van Eyck , © National Gallery, London janvaneyck.jpg Signatur Künstlersignatur im Bild mit "Johannes de Eyck fuit hic" ("Jan van Eyck war hier") "Natur einen Spiegel Spiegelbild vorhalten" Erfinder der Ölmalerei Bindemittel Tempera = Ei Öl: genauer arbeiten, da längere Trocknungszeit, durchsichtige Farben, Schichten übereinander Konrad Witz, schweizerischer Maler (um 1400 - 1446) Arbeit mit wirklicher Landschaft (Genfer See) in Verbindung mit christlicher Geschichte erschöpft Buch zur Seite gelegt
Himmelsscheibe von Nebra, vor ca. 4.000 v. Fr.
Himmelsscheibe von Nebra, vor ca. 4.000 v. Fr.
Kunstgeschichte Kurs video! Vorläufer Mediengeschichte Chauvet Höhlenmalerei -Höhle vor ca. 32.000 v. Fr. Höhle von Lascaux vor ca. 19.000 v. Fr. 1 : 1 nachgebaut für alles anfassende Touristen Leben in der Bewegung festhalten (keine starren Tierkörper) Stonehenge vor ca. 5.000 v. Fr. Ist das Konzeptkunst Konzeptkunst ? Informationen / Skizzen sind wichtiger Bestandteil, um Stonehenge verstehen zu können Mondkalender Überbleibsel: Ostern (Sonntag nach Vollmond) Himmelsscheibe von Nebra Himmelsscheibe von Nebra , vor ca. 4.000 v. Fr. b_hgbleipzig-6-m.jpg interessant für mein Münzen-Projekt im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle besichtigen Goldblechkegel von Ezelsdorf-Buch Ezelsdorf-Buch Camera Obscura Camera Obscura als Raum gestalten, Wirklichkeit von draußen wird um 180 Grad gedreht an der Wand wiedergegeben hellsichtig: großes Loch (unscharf), scharfsichtig: kleines Loch (scharf) im 16. Jahrhundert Lust an der Oberfläche (Malerei mit Glas und Spiegel Spiegelbild ) Illusionsmalerei Illusionsmalerei der erste Beamer im 17. Jahrhundert: Laterna magica Laterna magica Guckkasten Guckkasten Thaumatrop, Vogel in Käfig (selber für eigene Projekte verwenden!) Daumenkino Daumenkino Mediengeschichte: Fotografie (vermutlich) erste Fotografie 1828, Belichtungszeit 8 Stunden Belichtung auf versilberter Metallplatte Sterblichkeit der Fotografen wegen Verwendung von Quecksilber gestiegen! Filmtipp: "Die Vermessung der Welt" Negativ-Positiv-Verfahren (Nassverfahren) erfunden von William Henry Fox Talbot 1861 erste Farbfotografie Sofortbildfotografie: Polaroid ab 1947 1975 erste Digitalkamera (23 Sek/Bild, 0,01 MP Auflösung) "Elektrischer Schnellseher": Münze einwerfen, Kurbel betätigen, Loop ansehen (für meinen "Synonymautomat" interessant)