× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Anfänge der Kunst

(mit Notizen der letzten Tage) Werkstatt Plastisches Gestalten weiter mit Kommilitone Kommilitone an Plastik und Büste Büste gearbeitet Augen und Oberkörper am Modell besser zu bearbeiten als mit Spiegel Spiegelbild nächste Woche Beine ausarbeiten Kopf im Unterschied zum restlichen Körper streng zentriert Diplom Arbeit schwarze Klammern für Papierarbeiten gekauft Modell im Klassenraum für Montag aufgebaut Montag großes Foto wieder ausrollen weitere Skizzenblätter gesammelt umsetzen später im AV-Labor digitalisieren Standpunkt Geradenbild Geradenbild Kinderzeichnung Kinderzeichnung verhüllt verhüllt Anfänge der Kunst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Im Bett.]
  • Nach Februar werde ich mir … ein Jahr Zeit geben, das Studium zu … verarbeiten.
  • Das klingt jetzt irgendwie ein bisschen komisch.
  • Aber es ist halt doch anders, als … ähm … ein Studium …
  • [Katze Ramses schreit.]
  • … wo es eher darum geht, etwas zu … ler…
  • [Katze schreit.]
  • …nen. Denn hier war ja eher, dass ich überhaupt … äh … mitbekomme, was ich [Sperren: will].
  • So. Und diese …
  • [Katze schreit.]
  • … ganzen … ähm …
  • [Schlucken.]
  • Gedanken, auch Zweifel Zweifel , zu der eigenen Person, zu den Arbeiten, auch zu den Arbeiten der anderen und zum Künstlertum überhaupt, … äh … oder offene Fragen, Bestätigung und so weiter …
  • [Schlucken.]
  • … das muss ich erst einmal sacken lassen.
  • Denke ich mir.
  • Da ist es ganz gut, erst einmal wieder Abstand zum … System zu bekommen.
  • Und auch die … ähm … Ja! … Die ganzen Notizen, die ich gemacht habe, eigentlich noch einmal durchzugehen und das … ähm …
  • Genau.
  • [Schlucken.]
  • Aktuell … ähm …
  • [Kopfkratzgeräusche.]
  • … habe ich so vor, im Februar, dass ich … ähm … neben den Notizen eben noch … ähm … gerne ohne großer … ähm … Gedankenkonstrukte …
  • [Schlucken.]
  • … an den Geradenbilder weiter arbeiten möchte.
  • Dann aber kleiner. Also, dass ich mir einen Plotter Plotter für … 30 mal 20 Zentimeter maximal … ähm … anschaffe. Und … ähm …
  • Das habe ich jetzt mal gesehen bei … bei … Dürer Albrecht Dürer ! Dass viele Arbeiten sehr sehr klein sind. Kupferstich. Stiche. Und sehr sehr detailreich. Und es auf einem sehr kleinen Format … ähm … viel zu entdecken gibt.
  • Und gäbe.
  • Und es gar nicht immer so groß sein muss. Wo ja heute eigentlich vieles, also was ich gesehen habe, auch in der Hochschule, [Sperren: groß] gemacht wird. Ob's jetzt Sinn macht oder nicht. Es ist so ein … Na ja … Es ist so ein Standardging. Irgendwie.
  • Erst einmal groß machen!
  • So. Und dabei müssen viele Arbeiten vielleicht gar nicht groß sein.
  • [Schlucken.]
  • Ich mache jetzt ja auch diese eine verhüllte Arbeit … ähm … viel zu groß. Mit 100 mal 80 Zentimetern.
  • Ist jetzt zwar nicht riesig. Aber … ähm … es könnte bei einem Porträt eigentlich … 30 mal 20 sein.
  • Zum Beispiel.
  • Also viel kleiner!
  • Ich würde dann aber eben nach dem Studium … äh … wieder … ähm … sozusagen zurückfahren. Und … äh … Dann gleichzeitig aber … ähm … sicherlich … äh … neue Felder entdecken. Und zwar: Detailreichtum!
  • Dass ich also auch mit Stiften arbeite, wo ich … ähm … auf 0,3 Millimeter oder 0,5 Millimeter komme. Oder so. Ähm … Wo ich den Radiographen noch einmal ausprobiere.
  • Jetzt.
  • Und dadurch halt, was ich bisher halt bloß in groß machen konnte auch, wegen der Strichstärke, dass ich das jetzt in klein … ähm … probieren kann.
  • [Schlucken.]
  • Und kleine Arbeiten mache.
  • [Klick.]
  • Diese kindlichen Tagebuchzeichnungen fand ich … sehr … Na ja … Während ich gezeichnet habe, halt … Das war sehr gut! Vielleicht mache ich sowas halt noch mit anderen … Nicht so dieses platte Kindliche. Mit großen runden Gesichtern. Oder so. Sondern … Weiß ich nicht … Ähm … Einfach mit den Buntstiften arbeiten!
  • So.
  • Auch wieder auf kleinem Papier.
  • [Klick.]
  • Ich denke, die verhüllten Arbeiten, dieses Motiv, das ist ausgereizt. Solange ich … äh … nicht [Sperren: spüre], etwas verhüllen zu müssen. Das war bisher, ich denke, in zwei so Schüben. Wo ich extreme Zweifel hatte. Halt an den eigenen Arbeiten.
  • Oder überheblich war! Also gedacht habe, … äh … es wären [Sperren: Meisterwerke], die ich tue. Und …
  • [Schreit.]
  • [Sperren: Ramses!]
  • [Aufnahme Abbruch.]
  • [Aufnahme wieder aufgenommen.]
  • Also in meiner Vorstellung ist das ja noch irgendwie meine Zukunft. Die verhüllten Arbeiten. So. Zeigen, gesehen werden, aber nicht … ähm …
  • Ne. Gesehen werden, aber nicht zeigen!
  • Muss ich aber eben nicht, … ähm … solange ich nicht ausstelle, solange ich jetzt meine … ähm … mein Vorgehen nicht ändere und diesen Drang auch nicht habe, … Ähm … Wird da glaube ich nichts neues entstehen.
  • Da werde ich jetzt eher diese kleinen Zeichnungen machen. Äh … Mit der Maschine arbeiten.
  • Auch mit dem Computer arbeiten! Das macht ja auch … ähm … Ja … Da … Das liegt mir auch!
  • Dabei entstehen ganz von selbst diese … ähm … ja … entstellten Porträts. Ob ich jetzt will oder nicht! Das ist … Diese Sammlung geht auch weiter.
  • Dann werde ich vielleicht noch einmal nach Werkzeugausstattung suchen. Neben der … äh … Neben dem Plotter. Was ich da noch brauche. Und bei den Bilderrahmen werde ich mich dann sehr zurückhalten. Da habe ich ja jetzt ziemlich viele angeschafft. Auch für die Prüfung.
  • [Schlucken.]
  • Da bin ich gedeckt.
  • [Schlucken.]
  • Und ich glaube, ich werde auch vieles wegschmeißen.
  • An Entwürfen, die jetzt aber nicht … ähm … Na ja, die jetzt nicht so diesen … Die jetzt nicht für sich selbst stehen können. Sondern wirklich einfach … [Sperren: unfertig] sind. Zum Beispiel. Davon habe ich ja auch viele. So. Die bringen mir, denke ich, auch in 20 Jahren nichts. So wenn ich sie mir angucke.
  • Ich habe ja genug Entwürfe, die halt auch für sich stehen. Also die alleine schon wirken. Die kann ich ja behalten. Aber ich werde auch einiges … eben …
  • [Katze meckert.]
  • … wegschmeißen.
  • [Schlucken.]
  • Ein bisschen Angst habe ich schon davor, nach dem Studium … Nicht in ein Loch zu fallen! … Sondern … ähm … [Sperren: aufzuhören]. Also … Diese …
  • Diese Gespräche. Nachts. Zum Beispiel. Diese Auseinandersetzung. Na mit meinen Themenfeldnern, die ich eben habe. Die hat's ja nur gegeben, [Sperren: weil] ich an der Hochschule war. [Sperren: Weil] ich die Werkstätten nutzen konnte. [Sperren: Weil] … äh … ich … äh …
  • [Katze meckert.]
  • … kommuniziert habe. Mit Kommilitonen. Gespräche mit Professoren hatte. Und das sind alles Sachen, die nach dem Studium, wie davor eben, wieder wegfallen. Ich weiß halt noch, wo ich in meiner Kammer war. Im Kämmerchen. In Berlin. Ähm … ähm … Mir mein Künstlersein sozusagen …
  • [Schlucken.]
  • … ähm … Na das war ein System, was halt für sich selbst existierte. Und wo ich halt immer … äh … mich selbst nach oben brachte. Nicht fallen [Sperren: konnte]. Weil ich … äh … nicht nach draußen ging. Und … äh … Immer Bestätigung durch mich selbst bekam. So. Gibt's dann auch wenig Kritik. Von außen. Was ja … Wo ich die letzten fünf Jahre gemerkt habe, dass es sehr wichtig eigentlich ist. Ähm … So diesen fremden Blick noch einmal darauf zu haben. Jetzt nicht … äh …, um zu sehen, wie kann ich etwas machen, … äh … damit es bei anderen ankommt. Sondern, wie … wie kommt denn das an, was ich … was ich … was ich … selbst darin sehe. Was ich da mache. Oder wie kommuniziere ich das. Ähm … Was ich tue.
  • Oder wie verweigere ich mich dem! Also auch das ist ja eine Art von Kommunikation.
  • [Schlucken.]
  • Und das fällt jetzt, denke ich, danach wieder weg. Ich habe in der Zwischenzeit jetzt nicht … äh …, was so oft … äh … gefordert wird, oder … äh … angestrebt wird …
  • Netzwerk!
  • Ähm … Oder eben Ausstellungen. Irgendwo machen. In kleinen Galerien. Oder … Was weiß ich.
  • Das ist eben nicht mein Ding! Das war's davor nicht. Das ist es nicht während des Studiums gewesen. Und das wird danach jetzt eben auch nicht passieren.
  • So.
  • [Katze meckert.]
  • Was ich gut fand, waren eben die Rundgänge. Da … ähm … konnte ich sozusagen ohne den Verwaltungskram zu machen, ohne groß zu werben, ohne mich zu [Sperren: bewerben] … Das ist das nervige eben daran, finde ich. Ähm … Konnte ich etwas ausstellen. Das hatten automatisch viele gesehen.
  • Ohne, dass … äh … dass es jetzt im Mittelpunkt gestanden hätte.
  • Das fällt ja …
  • [Katze meckert.]
  • … eben auch weg. So.
  • Also es wird … Ich werde Neues machen! Das ist gar keine Frage! Das sehe ich schon!
  • [Nachbarn stehen vor Wohnungstür. Reden laut.]
  • [Schlüssel wird im Schloss gedreht.]
  • Ich weiß jetzt nicht, ob ich, gefühlt, fortschreiten werde.
  • [Tür kracht zu.]
  • Ob ich eher stehen bleibe.
  • Oder ob ich es schaffe, auch in meinem eigenen System, abgekoppelten System, mir einen Arbeitsalltag … ähm …, wo ich sozusagen täglich ein paar Stunden nehme, bewusst nehme … ähm … arbeite.
  • Ohne … Genau. Und dann halt sehe, was … was passiert. Ohne jetzt halt … ähm … das dann auszustellen. Aber halt weiter etwas mache. So. Weiter überlege. Das sind …
  • Gerade auch dieses Überlegen! Dieses … ähm … Dieses Denken! Dieses Transkribieren! Das … Das [Sperren: ist] mein Ding. So. Und Damit das nicht wegfällt, muss ich mir jetzt wieder selbst Zeit vorgeben. Die von der Hochschule, mehr oder weniger, schon vorgegeben waren. Oder wenn man in so ein System eintritt, dann … dann fließt man sozusagen mit.
  • Teilweise.
  • So. Wenn man keinen Einspruch einlegt, dann passiert automatisch etwas. Man wird angesprochen. Oder man … man … Ich nutze die Möglichkeiten.
  • Das muss ich mir dann jetzt selber aufbauen. So.
  • [Aufnahme Ende.]
Diplom Arbeit Frage nach dem WARUM Standpunkt Kinderzeichnung Kinderzeichnung Psychiatrie und Kunst Anfänge der Kunst Gespräch mit mir
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Mittags, auf dem Bett.]
  • Ja. Es gibt … eine Frage, die mich die letzten Jahre beschäftigt hat.
  • Und zwar die Frage nach dem Ursprung Ursprung !
  • Die sich, wie ich im Nachhinein sehe, sich eben auch in meinen Arbeiten widerspiegelt.
  • [Pause.]
  • Ich habe mir zum Beispiel … ähm … Ich habe mich mit Kinderzeichnungen auseinandergesetzt. Ich habe mit einem Kind gezeichnet. Ich habe das Kind … ein … eine riesen große Papierfläche … ähm … bemalen lassen.
  • Ich habe mir in Ausstellungen … äh … von Künstlern Arbeiten angesehen, die der Stil einer Kinderzeichnung … ähm … innewohnt.
  • Dann …
  • Ein anderer Abschnitt: Ich habe mich mit psychisch Kranken beschäftigt. Ähm … Mit deren Zeichnungen und deren künstlerischer Arbeit.
  • In Wien habe ich … äh … solche Künstler treffen dürfen. Ich durfte mit ihnen sprechen!
  • Ich habe in … Lausanne … Schweiz … eine …
  • [Schlucke.]
  • … eine Sammlung von Art brut Art brut Arbeiten gesehen. Auch in anderen Städten.
  • In Paris eine … eine Art Höhle! Als Kunstwerk.
  • Was mich auch wieder zu etwas Anderem … ähm … führt: Und zwar zu … Höhlenmalereien!
  • In China habe ich Felszeichnungen Felszeichnung gesehen. Gesehen heißt nicht bloß … äh … eben mal betrachtet. Sondern dann wirklich … äh … versucht zu verstehen.
  • Ähm … Den … Den … Den Stil wahrnehmen!
  • Das, was es ausdrücken … äh … tut, … ähm … er… erleben.
  • [Pause.]
  • Das sind drei Gebiete, die in den letzten Jahren bei mir … ähm … viel bewirkt haben.
  • Und die sind … diese Bewegungen … Das sind drei, die … wo ich behaupte, dass die Frage [Sperren: Warum]? auf keinen Fall im Vordergrund steht.
  • Die die etwas machen … in dem Moment Moment … egal ob … Ich denke … Höhlenmenschen, bei Kindern, bei psychisch Kranken: Sie machen es aus bestimmt irgendwelchen Gründen. [Sperren: Aber] vielleicht … ähm … ist es gar nicht mal so [Sperren: gut], … äh … zu … zu [Sperren: wissen], was jetzt der Grund ist.
  • Alleine am Ende zählt das, was man [Sperren: sehen] kann.
  • Und das ist … war für mich … ähm … beeindruckend.
  • Auf allen drei Gebieten.
  • [Pause.]
  • Ich musste halt … [Sperren: lernen], dass, da ich auf der Suche nach etwas Ähnlichem für mich … ähm … war, … ähm … dass das gar nicht … ähm … [Sperren: möglich] ist!
  • Sich [Sperren: bewusst] anzueignen.
  • Also wie ein Kind zu zeichnen, heißt eben … äh … nicht, man [Sperren: ist] ein Kind. Und … äh … zeichnet … äh … wie ein Kind.
  • Wie ein psychisch Kranker … äh … sich zu benehmen, heißt nicht, dass man … äh … dieselbe Qualität von Arbeit am Ende schafft.
  • Ähm … Seine Hand in Farbpigmente zu tauchen und … ähm … einen Abdruck auf einer Leinwand zu hinterlassen, ist nicht das selbe, wie … ähm … Handabdrücke Handabdruck … [Sperren: tausend] Jahre alte … Handabdrücke zu sehen … äh … an … an … an Felsen!
  • [Pause.]
  • Ich [Sperren: durfte] also in diesem … äh … Verlauf der Zeit erfahren, dass das, was ich suche, nicht … ähm … [Sperren: bewusst] passieren kann. Und ich denke, dass das auch der Hintergrund ist, warum so eine Frage … [Sperren: Warum?] … ähm … mich extrem … annervt!
  • Unglaublich annervt!
  • Inzwischen.
  • Weil [Sperren: das] ist dieses mit dem [Sperren: Warum]. Das ist der fatale Fehler, den ich … äh … gemacht habe. Und den ich bestimmt immer noch mache. Ähm … Und den Menschen … ähm … allgemein machen werden.
  • Ähm … Anstatt einfach … ähm … etwas … ähm … zu akzeptieren!
  • Hinzunehmen!
  • Etwas … Und damit etwas zu schaffen, etwas zu machen, etwas zu modellieren, … äh … [Sperren: ohne] … ähm … es gleich wieder zu hinterfragen.
  • Oder bereits davor eine Art Konzept gemacht zu haben.
  • [Pause.]
  • Ich denke, dass Arbeiten erst dann, … ähm … für mich zumindestens …, etwas gewinnen. Und zwar … blödes Wort schon wieder, was ich schon einmal …
  • [Sperren: Authentizität].
  • [Pause.]
  • Also etwas, wo … wo man … wo ich spüre: [Sperren: Das] ist … Das [Sperren: kommt] wirklich aus jemandem heraus.
  • Und ist nicht bloß, … äh … weil ein Gedanke dahinter … äh … steht … Weil ein Text dazu steht … ähm … Kommt es. Sondern es [Sperren: kommt] aus dem [Sperren: Bild] heraus.
  • Und das suche ich.
  • [Pause.]
  • Ich habe mir auf drei Gebieten … ähm … von anderen, von Kindern, von psychisch Kranken, … äh … von den Höhlenmenschen, … äh … vieles angeguckt.
  • Und merke, mich … mich drängt es in … in so eine Richtung.
  • Nur ich kann es halt natürlich nicht … ähm … äh … bewusst steuern.
  • Habe ich mitbekommen.
  • Ich muss es auf mich zukommen lassen.
  • Aber zukommen lassen heißt eben, dass ich auf jeden Fall mit einer Frage aufhören tue.
  • [Pause.]
  • [Sperren: Warum].
  • [Aufnahme Ende.]
(folgende Notizen von gestern) Modell 30 : 1 7 cm = 210 cm 3,33 % von Originalgröße Umrechnung 180 dpi auf 300 dpi 180 = 100 %, 1 = 0,56 %, 300 = 166 % 1. Setzung
Werkstatt Plastisches Gestalten weitergearbeitet
Museum Barberini, Potsdam
Museum Barberini, Potsdam
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923 - 1994)
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923 - 1994)
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Ausstellung Museum Barberini Museum Barberini, Potsdam barberini-k.jpg über Munch Edvard Munch : mit expressiven, unwirklichen Farbigkeit beeindruckte er Malerkollegen der Brücke "Sie boten ihm 1906 […] die Mitgliedschaft an. Diese lehnte er jedoch ab, da er sich in seinem Individualismus beeinträchtigt fühlte." "Mein Muschel-Engel", Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis Sam Francis (1923 - 1994) weiß grundierte Leinwand Teil der Arbeit Zentrum, traditionell Ort der Bedeutung und Raumtiefe, ungestaltet soll sich auf Seerosenbilder von Claude Monet Claude Monet beziehen Anfänge der Kunst Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck Handabdruck ), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923 - 1994) francis2-k.jpg mehrere Handabdrücke auf Bild entdeckt Abdrücke außerhalb Höhlenmalerei Höhlenmalerei / Felsbilder (eingraviert) wirken immer stark kindlich (durch Farbigkeit?) bei Höhlenbildern überhaupt nicht (eventuell durch Untergrund Stein / Natur?) gravierte Handabdrücke meiner Erinnerung nach auch etwas länglicher, nicht so fleischig Diplom Theorie gesammelte Gesprächsfetzen: "Diese Pointilismus-Bilder erinnern mich an Malen-nach-Zahlen. Werde ich mal ausprobieren!" "Ist das genial!" ("Mein Muschel-Engel", Sam Francis) "Schau, das mag Hasso Plattner sehr!" -> "Sage mal, betreibst du hier Personenkult?" -> "Ja?" zu Bild von Richter: "In den neueren Bildern ist der Rand beschmiert!" (im Gegensatz zu Arbeiten aus den 1980er) Besucherin: "Kann ja jeder!" ("Abstraktes Bild", Gerhard Richter Gerhard Richter , 1984) wenig später: "Das finde ich dann besser!" ("Erstes Sprießen", 1960/61, Öl auf Leinwand) "Dieses Hingeschmiere!" (Alexander zum selben Bild) Besucher im Ausstellungsraum: (mit Audioguide beschäftigt) (mit Fotografieren beschäftigt) (Massage) Vergleich Gemälde ("L'Inondation", 1873, Alfred Sisley) <-> realer Ort und Gemälde ("Le Havre", 1885, Eugène Boudin) <-> realer Ort Anfänge der Kunst Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo Rufino Tamayo hoehlenmalerei-neu-k.jpg malt in Fläche, nicht in illusionistischem Tiefenraum Sand lässt Farbe matt und stumpf wirken, erinnert so an Höhlenmalerei Herme Herme Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin rodin-skulptur-k.jpg übergroße Hände und Füße Gipsausfertigungen dienten Bronzegießern als Vorlage Gesicht extrem fleischig, übertriebene Knochen, Augenhölen "Die Welle", Marmor, Auguste Rodin häufig in Marmorskulpturen Figuren nur unvollständig aus Stein herausgearbeitet betont auch Schöpferische des Bildhauers "Hier kämpfen sich die Figuren kräftezehrend aus dem Stein frei." Diplom Theorie (zum Gespräch mit Oma) Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet getreideschober-k.jpg bis ins 20. Jahrhundert schichteten Bauern abgeerntetes Getreide, für Winterzeit Monet bearbeitet Motiv Getreideschober in über 25 Gemälden weniger Motiv als Erfassung wechselnder Lichtverhältnisse stand im Vordergrund im Audioguide: "Das Sujet ist für mich von untergeordneter Bedeutung; ich will darstellen, was zwischen mir und dem Objekt lebt." "[Der Maler] musste sich […] von seinen Kollegen den Vorwurf anhören, er male nur Serien, um den Kunstmarkt Kunstmarkt zu bedienen. Tatsächlich verkauften sich die Serien auch sehr gut." "Aber nicht nur Monet und seine Galeristen verdienten an den Gemälden der Getreideschober, sondern auch so mancher cleverer Bauer: Denn mitunter kam es vor, dass die Getreideschober abgetragen werden sollten, während Monet sie noch malen wollte. Es kostete den Maler daher einiges, seine Motive zu erhalten." passend zu Gespräch mit Alexander: Hitlergruß beim "Jahrhundertschritt" Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer Wolfgang Mattheuer jahrhundertschritt-k.jpg geschichtlicher Hintergrund: rechte Hand mit Hitlergruß, linke Hand zur Faust geballt (mit rotem Band als Zeichen für Arbeiterklasse) zwei Zeichen für zwei totalitäre Weltanschauungen (Faschismus Anti-Moderne und Kommunismus) "Zwei Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts, die mit ihrem totalen Anspruch auf den Menschen scheiterten, treffen aufeinander. Beide in einem Körper gefangen, woran dieser, durch den Riss in der Brust verdeutlicht, zu zerbersten droht. Dies versinnbildlicht den Kampf der Weltanschauungen in ihrer Gegensätzlichkeit und ihrer totalitären Parallele mit den körperlichen und seelischen Konsequenzen für den Menschen dieses Jahrhunderts."
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Anfänge der Kunst aus "Höhlenmalerei Höhlenmalerei ", Emmanuel Anati vergleicht Höhlenmalerei mit Kathedralen Kathedrale , "Kathedralen der Wüste" früheste Orte geistiger Sammlung Erinnerung und Identität wurden zelebriert heilige Orte entstanden an abgelegenen Stellen Verbindung von Mensch und Raum persönlich, ohne Öffentlichkeit, vollzogen häufig verborgen in Wüsten, auf Bergketten, in schwer zugänglichen Gebieten Mensch versucht mittels Formen, Zeichen und Farben mit Natur in Dialog einzutreten um Botschaften der ihn umgebenen Welt (Formen, Zeichen und Farben) zu verstehen Felsbilder (steht auch für Höhlenmalereien) sichtbarer Ausdruck Explosion künstlerischer Kreativität Felsbilder sind unbeweglich, bleibt dort, wo sie geschaffen wurden, finden damit meist keinen Eingang in Museen werden durch äußere Einflüsse unaufhaltsam abblättern und zerstört Zweifel Zweifel Eugene (anscheinend Künstler, verbrachte mit Author Zeit): "Es gibt überhaupt nichts mehr zu entdecken. Alles, was ich malen wollte, ist schon vor Tausenden von Jahren entstanden. Was also bleibt uns Künstlern heute noch zu schaffen übrig?" Jean (ebenfalls Künstler), Tage später zum Author: "Jetzt habe ich verstanden, was ich tun werde. Noch nie im Leben hatte ich so viele Ideen. Ich habe vieles gesehen, wiedergefunden, entdeckt. Ich kann mich an die Arbeit machen. Ich habe etwas zu sagen. Und mein Publikum ist mir sicher, denn es trägt das, was ich sagen werde, bereits in sich." bevor Mensch Schrift erfand, war bildende Kunst Methode etwas im Gedächtnis zu behalten, Kenntnisse und Botschaften zu übermitteln Höhlenmalerei und Felskunst ist umfassendste Archiv der Menschheitsgeschichte vor der Schrift Abschnitt "Abstraktion, Synthese und Realisation" Fähigkeit menschlicher Spezies: Fähigkeit zur Abstraktion, zur Synthese und Idealisierung oder Mythologisierung kann in Form künstlerischen Schaffens Ausdruck finden zwingendes Bedürfnis Kunst zu schaffen seit direktem Vorfahren Homo sapiens sapiens Kunst: graphische Botschaften weiterzugeben bzw. zu empfangen zwei Etappen: 1 Übergang von Kenntnis eines Zeichens hin zur Absicht selbst Botschaft auszusenden 2 Übergang von Zeichen, deren Formen Natur nachahmen, zu von Menschen geschaffenen Zeichen können Natur nachahmen oder erfunden sein vermutlich hat Abstrakte für prähistorischen Menschen nicht existiert Kunst immer abstrakt, auch naturalistischste Abbildung Verwandlung eines Teils der Realität in bildliche Darstellung Abschnitt "Dynamik der Evolution und Bildkunst" Jäger und Sammler heute nur 1% Weltbevölkerung Ende 15. Jahrhundert 25 % Weltbevölkerung vor 12.000 Jahren: 100 % Jagdvölker Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich hoehlenmalerei1-k.jpg Wahl der Orte und Technik der Bebilderung durch natürliche Formen vorgegeben visuelle Kunstwerke wie Felsbilder, Gravierungen und Plastiken wichtigste Zeugnis über Entwicklung menschlicher Denkweise in letzten 40.000 Jahren insgesamt wenige Individuen schufen viele Zeichnungen Produktion ist Anstrengung vieler Generationen Felskunst von nicht zivilisierten Völkern geschaffen endet normalerweise bei Aufkommen von Kommunikationsmittel Schrift vier Kategorien von Felskunst: 1 Primitive Jäger Gebrauch von Pfeil und Bogen nicht bekannt 2 Höhere Jäger Kenntnis von Pfeil und Bogen 3 Hirten und Viehzüchter Völker, deren wichtigste Ökonomie Viehzucht ist 4 Komplexe Ökonomie Völker mit verschiedenen Wirtschaftssystemen (auch Ackerbau) Kriterien (basieren auf Thematik und Typologie): 1 Szenen figurativer Stil (schematisch oder abstrakt) 2 Bedeutung die wilden und domestizierten Tieren beigemessen wird 3 Symbole vorhanden oder nicht vorhanden Hypothese: Lebensweise hat universelle Auswirkungen auf Verhaltens- und Denkweisen, künstlerische Ausdrucksformen Felskunst ist globales Phänomen Typen wichtiger Darstellungen: 1 anthropomorph (menschengestaltig) 2 zoomorph (Gestalt von Tieren) 3 topographisch 4 Gebrauchsgegenstände und Waffen 5 Symbole und Ideogramme Landschaften und Darstellungen von Pflanzen sehr selten Thematik sehr begrenzt und repetitiv (sich wiederholend) Oberflächen: Höhlen, Felsüberhänge, freie Felswände Darstellung kann horizontal, vertikal, schräg, auf Boden oder auf Decke gezogen sein Dimensionen: große Tierdarstellungen (1,5 - 2 m) fast ausschließlich bei Jägern zu finden bei großen Tierdarstellungen Menschendarstellung sehr selten Tierfiguren klein: Prozentsatz anthropomorpher Figuren höher alleinstehende Tierfiguren selten fast immer begleitet von Symbolen oder Ideogrammen (extrem abstrahiert) isolierte Figur hätte ohne Symbole keinen Sinn[?] in europäischen Palöolithikums stehen sich oft zwei Tierarten gegenüber Bison und Pferd André Leroi-Gourhan (1911 - 1986, französischer Archäologe, Paläontologe, Paläoanthropologe und Anthropologe) mit Hypothese: Pferd ist männliches Symbol, Bison weiblich Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien hoehlenmalerei2-k.jpg Gegenüberstellung Pferd - Bison könnte Metapher sein in Tansania spielen Elefant und Giraffe ähnliche Rolle erscheinen oft zusammen, häufig dargestellte Tierformen Komposition und Szene enthüllen Denkweise geben keine naturalistische Wirklichkeit wider Komposition: in Gesasmtheit bekommt sie Sinn (weiter ab S. 31)
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W 10-1
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W 10-1
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, © Christian Zimmermann
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, © Christian Zimmermann
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, © Raimond Spekking
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, © Raimond Spekking
LUX Spachtel rostfrei, 5,79 EUR, Obi
LUX Spachtel rostfrei, 5,79 EUR, Obi
Kunstbegriff Anfänge der Kunst bei Höhlenmalereien aus ausklingender Altsteinzeit findet Trennung statt (zwischen magischer und mitteilender Kunstrichtung) in Südfrankreich und Nordspanien mit religiös-zauberischem Gehalt haben optisch-ästhetische Seite betont an ostspanischen Felswänden wollten eher etwas mitteilen zeigt zwei Möglichkeiten der Kunstbetätigung, mit Eigenarten bestimmter Völker weniger ein Fortschritt zu erkennen, als ein nebeneinander starker Kunstreiz geht von Behandlung Toter aus in mexikanischer Kultur wurde Asche des Toten oder Gebeine mit verarbeitet daraus sind Kunstgebilde, Figuren, Statuen entstanden Unzahl an Ritualen entstanden in Mexiko u. a. kleine Holzstatuen von Totem geschnitzt, verbrannt und beerdigt Schnitzwerk und Puppen u. a. als Ornamente verwendet Figuren sind oft Mischwesen behandeln Vorstellung von Mythen oder Auffassungen von Beziehung Mensch zu Tier weiterhin soziologische Anlässe als Auslöser für Kunstbetätigung wie Erntefeste, Siegesfeiern, Huldigungen von Häuptlingen, Fürsten und Königen Verehrung persönlicher Macht und Einfluss lebender und toter Herscher gehört zu stärksten Anreizen für Schaffen von Kunst soziologische Faktoren in höheren Gesellschaften mehr entwickelt als bei niedrigeren Gesellschaften, wo Zauberische größerer Einfluss hat daran knüpft Ästhetisierung des Schaffens an hat erst in Hochkulturen zur Verselbstständigung der Kunst als Leistung geführt nicht bewusst dazu entschlossen, eher durch Reize geweckt, ausgebildet, befördert Frage, ob das, was wir Kunst nennen, für Naturvölker auch Kunst ist frühere Ansicht, Kunst wäre aus dem Spiel hervorgegangen heute eher Zauberei als Auslöser für Kunst angesehen für Naturvölker war Kunst kein Spiel oder Zauberei Zauberei wird etwas bezeichnet, was im nachhinein als nicht logisch[?] bezeichnet wird im Moment Moment des Schaffens ist es etwas Verständliches Begriffe wie Familie, Geld, Religion, Staat etc. müssen immer im Verhältnis zum Kultur- und Wirtschaftsleben einer Personengruppe gesehen werden Begriff Kunsthorizont und Kunstspähre Kunstspähre Kunsthorizont: Ergebnis aus Zusammenwirken technischer Bedingtheit als Ergebnis aus Möglichkeiten der Kunstgestaltung in einer technischen Fortschrittsstufe zu betrachten Kunstspähre: konkrete Kunstgestaltung tritt als Ergebnis von Wechselbeziehungen in Erscheinung entscheidend bei Kunstspähre ist historisch einmalige individuelle Gestaltung traditionelle Techniken immer von geographischen Umweltbedingungen abhängig (weiter ab S. 259) Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Kann sein. Ja. Ist so. Ja.
  • Und er hatte dann aber bestimmt eben [Sperren: kein] Geschäftsmodell Kunstmarkt dahinter. Und er hatte … Weißt du, was du da so gesagt hattest …
  • Wovon hat er denn gelebt?
  • Ähm … Der hat von seinem Bruder, glaube ich, gelebt, der ihm immer wieder Geld gegeben hatte. Theo van Gogh Vincent van Gogh , Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh theovangogh-k.jpg
  • Und das ist das, was ich gesagt hatte. Wenn …
  • Und er hat zurückgezogen dann gelebt. Das ist aber kein Geschäftsmodell. Da kann ich Hartz 4 auch als Geschäftsmodell …
  • Ja, wenn jemand keine … Wenn jemand keine anderen Geldquellen hat …
  • Ja.
  • Ja? Dann ist er gezwungen mit dem was er schafft, mit seinen Händen schafft, …
  • Mhm.
  • … auch Geld zu verdienen. Seinen Unterhalt zu verdienen.
  • Dann kommt er aber in eine Zwickmühle. Dann will er zum einen hochwertig … also Kunst schaffen, die sozusagen …
  • Der muss das in Einklang bringen. Ja. Genau.
  • Das kann man gar nicht, glaube ich. Du bist dann da immer im… im… im…
  • Ich glaube, man kann es wohl. Er konnte es.
  • Ich kann es nicht.
  • Aber Jeff Koons Jeff Koons konnte es.
  • Der hat aber das als Thema, glaube ich, genommen.
  • Das mag ja sein. Aber …
  • Und wenn du das als Thema nimmst, dann verarbeitest du das so.
  • Er hat … Das passt in unsere Zeit rein.
  • Ich meine, Richter hat das am Ende ja auch gemacht.
  • [Lacht.] Weil er eben … Weil es vielleicht doch ein Stück weit Berechnung ist. Also … Auch der Markt ist berechenbar. Kunst = Kapital Kapital , Joseph Beuys Joseph Beuys , 1979 kunstkapital-k.jpg
  • [Pause.]
  • Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg
  • Wollen wir kurz Gerhard Richter Gerhard Richter noch nehmen?
  • Ähm … Wir können über [Sperren: mein] Bild sprechen.
  • Na das meine ich. Genau das … White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung wohnungbild3-k.jpg
  • Du möchtest ja da auch ein Foto von machen.
  • Du hast ja hier zwei … zwei Sachen. Du hast ein White Painting von …
  • Ja. Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung wohnungbild1-k.jpg
  • … von … von … von [Versucht den Namen vom Künstler Englisch auszusprechen.] Rouschenbörg. Und du hast ein … ein … ein … Wie heißen die Bilder von dem? Äh … Diese großen … Haben die irgendeinen Übertitel? Rakelbilder oder so?
  • Nein, es ist auf jeden Fall eine Rakeltechnik.
  • Rakeltechnik von Gerhard Richter. YouTube YouTube -Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus rakeltechnik-k.jpg
  • Genau.
  • Zwei Originale hast du hier. Aber … Na ja, man sieht ja den Unterschied …
  • [Lacht.]
  • … anscheinend nicht. Außer das jetzt die Größe ein bisschen unterschiedlich ist. Vielleicht.
  • Vielleicht.
  • Du hast ja mal Gerhard Richter gesehen.
  • Ja.
  • So. Da war so ein großes Bild. Oder?
  • Ja.
  • Was … Was … So in deiner Erinnerung … Was hat das bei dir so ausgelöst. Oder … Oder warum … Oder was steckte dahinter. Was war dein Zugang.
  • Das Kuriose war, das war auch in einer … einer … äh … äh … in der Tate Gallery in … in London …
  • Mhm.
  • War das. Ähm …
  • Großer Streit mit Christian. Christian zusammengesetzt, Collage Collage auf Papier, W 10-1 christiancollage-k.jpg
  • [Sperren: Und] … äh … Auch wieder die [Sperren: schiere] Größe. Also anders. Ich muss sagen, ich kannte Gerhard Richter vorher gar nicht. Ich wollte in dieses Museum. Dieses Museum hat halt eine Dauerausstellung und … äh … eine … äh … Ausstellung … ähm … für bestimmte … Also …
  • Ja.
  • … Themenausstellungen.
  • Ja.
  • So. Und … ähm … Ich bin mit meiner Karte … äh … für die Dauerausstellung [Sperren: nicht] in seine Ausstellung reingekommen. [Sperren: obwohl] es im selben Haus war.
  • Mhm.
  • Großes Bild von Richter
  • Sondern ich bin nur … äh … in den Vorraum gekommen, wo … äh … seine Kunst auf Postkarten und Plakaten und … äh … seine gedruckten Bücher … äh … ähm … Und im Foyer hing [Sperren: ein] einziges Bild.
  • Mhm.
  • Von ihm. Abgesperrt.
  • Mhm.
  • Äh … äh … ähm … Mit einer Kordel.
  • Mhm.
  • Und die Leute haben gekauft [Sperren: wie verrückt]! Und die Plakate, die waren auch relativ teuer, glaube ich. Zwanzig, dreißig Euro. Eins. Und das war mäßig klein, muss ich mal sagen. Ähm … Also … äh … äh … Diese Farbdrucke, … äh … die haben überhaupt nicht so gewirkt wie das Original. Und ich hab' mich gefragt: Mensch Leute, warum gebt ihr soviel Geld für etwas aus, was gar nicht wirkt?
  • Mhm.
  • Und ich stand vor diesem [Sperren: riesigen] Bild. Äh … An dem übrigens viele vorbei gelaufen sind. Ich konnte es nicht verstehen. Weil es war wie so ein Kassenbereich … äh … gestaltet. Und ich war so beeindruckt. Von der [Sperren: Größe]. Und dass man Farbe über die Leinwand geschoben hat. Und das war … äh … Wie Drei-De hat sich das angefühlt. Weil diese vielen vielen Farbschichten haben halt … äh … so Höhen und Tiefen abgebildet. Ähm … Dass man das so [Sperren: sehen] konnte. Das war [Sperren: fassbar]. Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011 rakeltechnik2-k.jpg
  • Mhm.
  • Ähm … äh … Und … Und diese Kombination … Diese Farbigkeit … Diese Größe … äh … Dann noch, dass es Öl ist. Also ich mag einfach Öl unheimlich gerne. Ich würde Ölfarbe [Sperren: immer] Acrylfarbe vorziehen. Äh … ähm. Oder auch … ähm … Buntstiften. Oder was auch immer. Ähm … äh … Und ich war so begeistert, dass ich, als ich nach Hause, ich hab' mir seinen Namen gemerkt. Als ich nach Hause bin, dass ich mehr über ihn erfahren wollte.
  • Gerdie! Gerdie! Gerdie!
  • [Laut:] [Sperren: Gerdi! Gerdi! Gerdi!] Autogrammkarte Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich autogrammkarte_508-k.jpg
  • Und ich bin in die … äh … Bibliothek gegangen, um mir dort eine DVD über ihn auszuleihen.
  • Da gab's … Also da … Du meinst aber nicht die letzte Dokumentation. Die hatte ich dann nämlich auch gesehen. Wo er in seinem Atelier ist, in dem neuen großen schönen …
  • [Sperren: Nee]. Nee nee.
  • Wo er dann geplant hat, die Ausstellung.
  • Ja. Nee nee. Ähm … Spannend war, das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her, … äh … ich hab' geguckt, wer sind seine … äh … äh … Kunstschüler. Weil … äh … er ist ja auch [Sperren: Meister]. Und hat, ich weiß nicht, wie man das nennt, glaube Meisterschüler oder sowas …
  • Könnt' icke och noch werden!
  • Und ich hab' sofort … ähm … im Internet nach den ihren Arbeiten gesucht. Weil ich wollte schauen, …
  • Ja.
  • … inwiefern [Sperren: seine] Technik sich in [Sperren: ihrer] Kunst wiederspiegelt.
  • Gab's da was?
  • Norbert Bisky Norbert Bisky
  • Ähm … äh … Nicht wirklich. Aber wo ich es gefunden habe, war … äh … äh … von … ähm … von Norbert Bisky. Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, © Christian Zimmermann norbertbisky-k.jpg
  • Mhm.
  • Er war ja auch … äh … Meisterschüler von Baselitz Georg Baselitz , glaube ich. Und der hat …
  • [Sperren: HGB Leipzig].
  • Und der hat … äh … Auch Japaner sind dabei. Und da gibt's welche, die eigenartiger Weise ähnliches machen wie … äh … Norbert Bisky.
  • Du kannst jetzt aber nicht sagen, ob das … Sondern es kann ja sein, dass sie gleichzeitig damit angefangen haben. Das passiert in der Kunstgeschichte auch manchmal, dass sie …
  • Sie waren zur selben Zeit …
  • … gleichzeitig …
  • … glaube ich sogar Meisterschüler bei … bei Baselitz waren.
  • Okay.
  • Meisterschüler von Baselitz
  • Äh … Und … äh … Dann hab' ich geschaut, ob Baselitz diese spezielle Technik hat. Und habe sie auch nicht wiedergefunden. Und war aber trotzdem beeindruckt, dass scheinbar zwei Musterschüler … äh …
  • Meisterschüler.
  • … so … oder Meisterschüler … äh … in die ähnliche Richtung gegangen sind. Das hat mich total fasziniert. Ähm … Und das hab' ich bei Gerhard Richter auch gesucht. Ähm … Und ich muss auch sagen, dass ich dann auch … äh … gesehen … äh … geguckt habe, was Gerhard Richter aktuell macht. Äh … Zum Beispiel diese kleinen … äh … farbigen Quadrate, die da aneinandergesetzt sind und sowas … Und ich …
  • Richter-Fenster am Kölner Dom
  • Pixel.
  • … muss sagen … Mhm?
  • Pixel. Die in dem Dom … Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, © Raimond Spekking richterpixel-k.jpg
  • Pixel. Ja genau.
  • … auch sind.
  • Und ich muss sagen, dass mir … dass mich das weniger berührt hat. Dass … äh … Dass … Dass ich dachte: Okay. Mach was du willst. Aber wenn du mir einen Gefallen tun willst, mach' weiterhin die Rakeltechnik. Bis an dein Lebensende. Mehr musst du nicht mehr machen. Damit begeisterst du mich.
  • [Pause.]
  • Okay. Ganz kurz. Wieder Technik, das Material, die Größe war wieder irgendwie ein … Das finde ich schön! Dass wir sozusagen …
  • Das ist mein Zugang, ja.
  • Materialität Materialität im Vordergrund
  • Na, das ist doch schön! Wir haben jetzt … [Nicht verständlich, 2:22:05.] … Jetzt frage ich dich, … äh … dass hat jetzt zwar nichts mehr mit dir zu tun, aber, was denkst du darüber? Ähm … Denkst du, dass der Künstler, der das schafft, wie Richter auch, die [Sperren: Materialität] im Vordergrund sieht? So wie du das jetzt als Besucher siehst? Oder … Oder kannst du dir vorstellen, der Katalog ist so dick, weil da noch irgendwie tausend andere … äh … Gedankengänge drinne stehen. Die du als Besucher aber nie mitbekommst. Außer du ließt dir das extra durch. Und denkst du, dass das wichtig ist, das zu wissen, wenn du einen ganz anderen Zugang zu seiner Kunst gefunden hast?
  • Was war jetzt … Was ist jetzt die Frage?
  • [Sperren: Das klang so schön!] Mit Kommas und so!
  • [Lacht.]
  • Die [Sperren: Frage] war: Denkst du, dass der Künstler, wie jetzt Gerhard Richter, … ähm … diese Rakelbilder auch [Sperren: nur] macht - jetzt nicht negativ gesehen - nur macht, weil sie so groß, so schön …
  • Um damit Geld zu verdienen?
  • Nein nein! Weil sie so groß, so schön aussehen. Und mehrere Schichten haben. Und das ist ja spannend so mit dem Material zu arbeiten. Oder kannst du dir vorstellen, wie bei dem Uecker Günther Uecker … Da kannst du mir gleich noch einmal sagen, was du gehört hast … äh … ähm … Ob es da noch eine andere Intention Intention gab. Also eine etwas … äh … etwas … etwas [Sperren: ausdrücken]. Weil bei Uecker weiß ich, das war irgendwie nach dem Krieg oder so. Der hatte irgendwas erlebt und … Oder sowas. Und … Und … Oder bei Beuys. Das mit dem Fett und … und … äh … mit dem … äh … äh … und mit dem Filz. Wo er da mal selbst irgendwie Soldat war und es kalt war und er musste sich … Weißt du? Da gibt's ja so Geschichten darüber.
  • Ja.
  • Denkst du, das gibt es bei solchen Bildern auch? Interessiert dich das überhaupt? Oder … Oder reicht dir dein eigener Zugang?
  • Rakeltechnik
  • Also ich … Aus den Videos von … von Gerhard Richter weiß ich, dass er lange gesucht hat. Äh … Nach einer Technik, … äh … die … mit der er sich anfreunden kann. Und, dass er sich immer noch auf der Suche befindet. Also er experimentiert viel.
  • Ja. Aber … Aber was sucht der da.
  • Äh.
  • Was!
  • Ähm.
  • Das weiß ich jetzt nicht.
  • Genau … ähm … Ich weiß, dass er … ähm … - gerade bei den Rakelbildern - … dass er sie auch als sehr körperlich empfindet. Er muss da auf eine Leiter steigen.
  • Mhm.
  • Er … äh … zieht, was sehr profan aussieht, zieht Farbe über die Leinwand. Äh … Man muss erst einmal darauf kommen, nicht mehr traditionell den Pinsel zu nehmen, sondern auf einmal … ähm … eine Schiene zu nehmen, die man bestreicht und ganz glatt über … über eine Leinwand zieht. Das ist etwas Untypisches. Ja? Also … ähm … Also ich weiß, dass es Spachteltechnik gibt.
  • Mhm.
  • Aber Rakeltechnik ist für mich mehr als einfach nur Spachteltechnik. Ähm …
  • Es gibt aber auch andere Beispiele, wo Künstler anders … nicht mit dem Pinsel, sondern dass die dann die Farbe geschmissen haben. Oder es gibt …
  • Ja. Aber er hat das eben … Also ich … Also gerade Spachtel. Spachtel sind für mich immer ein bisschen kleiner. Ja?
  • Mhm.
  • Also maximal so dreißig Zentimeter.
  • Aus dem Baumarkt meinst du jetzt. LUX Spachtel rostfrei, 5,79 EUR, Obi spachtel-k.jpg
  • Ja so Baumarktspachtel sind mir bekannt. Aber er schafft ja … hat ja ein neues Werkzeug geschaffen, was so groß wie seine Leinwand ist. Also teilweise über drei Meter.
  • Das ist doch bloß eine Leiste. Oder nicht?
  • Ja, aber das muss man erst einmal schaffen! Diesen Sprung vom Pinsel hin zum Spachtel. Die Spachteltechnik gab's ja schon.
  • Ja.
  • Aber von der Spachteltas… äh … Spachteltechnik [Sperren: weg], hin zu dieser drei Meter langen Schiene, die dann auch mit Öl zu bestreichen. Öl hat ja … Öl ist ja ein ganz fantastisches Werkstoff an dieser Stelle. Weil es sich so leicht verarbeiten lässt. Und … Und so langsam trocknet. Ja?
  • Mhm.
  • Also nicht jedes Material ist geeignet für diese Technik.
  • Acrylfarbe würde zu schnell trocknen drauf.
  • Ja. Und natürlich auch, man muss gucken, wie schnell die Farben durchtrocknen. Ja? Also damit man dann das selbe Ergebnis produziert. Und da hat er auch, glaube ich, ganz lange experimentiert. Das heißt, er hat eigentlich auch für mich vielleicht ein neues Handwerkszeug in dem Moment gefunden. Und … äh … hat dann gemerkt: Das passt zu mir. Dann … In dem Video konnte ich beobachten, dass er nicht jeden Tag das selbe macht. Sondern es kommt auf seine Verfassung an. Und … äh … Wenn er da jetzt eine Farbe drübergezogen hat, nimmt er sich die Zeit. Er nimmt sich die Ruhe. Er sucht den Abstand. Und überlegt: Gefällt ihm das. Passt das zu ihm. So. Und da gab's dann auch Sachen, wo ich dachte: Ja, jetzt ist das Bild fertig. Und er hat aber für sich festgehalten: Das ist nicht fertig. Und am Ende sah das Bild ganz anders aus.
HGB Rundgang HGB Rundgang 2017 verhüllt verhüllt Arbeit verhüllt mit vier Nägeln Holzplatte biegt sich dazwischen umsetzen morgen Kleber und Schraubzwingen (oder einfach Holzwerkstatt ausleihen) mitnehmen, kleben, danach wieder Nägel reinschlagen Herme Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Büste Büste weiter mit Ohme und Bachmann bearbeitet Kunstbegriff Anfänge der Kunst aus "Anfänge der Kunst" (Konferenzbeitrag) von Richard Thurnwald, 1928 A Leitsätze 1 Kunst unterliegt Möglichkeiten Materialbewältigung hängt vom Stand der Technik ab 2 Kunst ist an soziale Bedingungen geknüpft Vertiefung und Spezialisierung hat Muße faul zur Voraussetzung Menschen müssen Kunst wünschen und schätzen Menschen, die nach Ansehen durch Prunk streben, kommen Kunst zugute 3 + 4 Ausgangspunkt (nicht verstanden) 5 u. a. in handwerkliche Erzeugnisse wird auch Gedanke künstlerischer Betätigung getragen künstlerischer Gehalt wird von sozialer Lebenslage und Geistesverfassung getragen 6 bei Kunst muss immer Kultursystem des jeweiligen Volkes berücksichtigt werden B Aufmerksamkeit auf primitive Kunst Primitive Kunst gerichtet expressionistische Kunst hat primitive Kunstmotive aufgenommen Psychoanalyse Sigmund Freud untersucht u. a. Sagen und Mythen moderne Tänze wie Gesellschaftstänze knüpfen u. a. an Negertänze, an ägyptische oder indische Motive an primitive Kunst im soziologischen Bereich untersucht heißt nicht sie ästhetisch zu betrachten untersucht wird soziologische Bedingtheit der Kunst Frage: Was sind überhaupt Anfänge? Anfangen setzt gewisses Fortschreiten voraus Frage, ob Kunst nicht selbst fortschreitet, sondern nur durch etwas anderes Technischer Fortschritt: wie bei Wissen wird Altem Neues hinzugefügt es entstehen Veränderungen, es wächst, vermehrt sich Beispiel primitiver Technik: Pflug anfangs Hacke vor Tier gespannt Abfolge des Fortschritts: Grabstock > Hacke > Pflug Pflug setzt auch Zähmung von Tier voraus Beispiel Flugzeug: Fahrrad > Konstruktion für Automobil > Benzinmotor > Flugzeug Fortschritt = irreversibel, unumkehrbarer Prozeß Kunst ist (vor allem) von Technik abhängig Malereien: Felswände müssen geglättet werden (wie in Höhlen in Nordspanien und Südfrankreich) heute notwendig Farben herstellen zu können bei primitiven Malereien meistens blaue Farbe nicht vertreten andere Frage bei primitiver Kunst: Woher kommt Andersartigkeit jener? Nur auf technische Unzulänglichkeit zurückzuführen? dazu kommt Betrachtung seelische und gesellige Formen des Lebens voneinander abhängig: gesellige Formen und Geistesleben auch erheblich von Technik abhängig Autor versucht Anlässe und Reize, die zu Formgebung und zu Kunststil führen, anzudeuten Gegenstand selbst betrachtet: das Materielle Gegenstände mit bestimmten Zwecken: mit funktioneller Überbetätigung sozialer Prozess immer im Hintergrund führende Einzelpersonen (wie bei Naturvölkern) schlägt neues Verfahren ein, findet Anklang, wird nachgemacht heutiges Beispiel: irgendein hervorragender Maler tritt mit etwas Neuem auf, wird bewundert, findet Anklang, wird nachgeahmt daraus ensteht Kunststil Entstehung sind soziale Prozesse, diesen gehen psychische Anlässe voraus Beispiel bei primitiver Kunst: Behandlung Leichen, Zauberei, totemische Vorstellungen über Abstammung vom Tier, über Verhältnisse zum Tier, … Mitteilungscharakter der Kunst ist nicht zu unterschätzen Mitteilungen können sich auf Hervorrufen von Gefühlen und Stimmungen beziehen oder über Umwege mit Beschreibung von Szenen erwecken Wirkungen von Mensch zu Mensch, von Gruppe zu Gruppe Zweiteilung: magische und mitteilende Kunstrichtung nur bei primitiver Kunst gehen sie vielfach ineinander über (weiter S. 254)