× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Studienreise Venedig

Studienreise Venedig Link (zum Venedig-Aufenthalt) 1 Robert Smithson Robert Smithson 2 Fabio Mauri Fabio Mauri 3 Danh Vo Danh Vo 4 Monika Bravo Monika Bravo Link Klasse Bildende Kunst Link Geradenbild Geradenbild Link (Vorbereitung) 4 Holzleisten (h = 90 cm) und Holzbrett 15 x 10 cm kaufen Foto von Statur (von Moos erobert) drauflegen und Gestell neben gefallener Statur aufstellen Link
Palazzo Fortuny
Palazzo Fortuny
Studienreise Venedig Link Ausstellung Proportio Link Palazzo Fortuny Link palazzo-fortuny.jpg Ausstellung Link Peggy Guggenheim Guggenheim Collection Ausstellung Slip of the Tongue Link Punta della Dogana
Arsenale
Arsenale
Eat / Death, 1972, Bruce Nauman
Eat / Death, 1972, Bruce Nauman
Grito((?)), 2015, Graphit auf Papier, Metall
Grito((?)), 2015, Graphit auf Papier, Metall
Erring Hippodamus, 2013, Mariam Suhail
Erring Hippodamus, 2013, Mariam Suhail
Arche-Types, The sound of the word is beyond sense, 2015, Monika Bravo
Arche-Types, The sound of the word is beyond sense, 2015, Monika Bravo
Jaša, Slowenien-Pavilion
Jaša, Slowenien-Pavilion
Armenischer Pavillon, Insel San Lazzaro
Armenischer Pavillon, Insel San Lazzaro
Studienreise Venedig Link Ausstellung Arsenale Link 56. Biennale in Venedig Arsenale Link Link venedig-arsenale-k.jpg Eat / Death, 1972, Bruce Nauman Link nauman-k.jpg Off Minor, 2004 (dalla serie / from the series Black Beethoven Ludwig van Beethoven ), Terry Adkins (1953 - 2014, US-amerikanischer Künstler) Link (Künstler noch nicht recherchiert) Link Link Link Link Link Link Solemnis, 2004, Terry Adkins Link notiert Link Projektion auf Tisch Link Eduardo Basualdo (* 1977 in Argentinien) Grito((?)), 2015, Graphit auf Papier, Metall Link Link grito1-k.jpg Crush Art, 2003 - 2008, Chris Marker (1921 - 2012, französischer Künstler) Link Link Link Pixel Interface II, 2015, Mikhael Subotzky Link Link Link Mariam Suhail (* 1979 in Pakistan, arbeitet in Bangalore) Erring Hippodamus, 2013, Mariam Suhail Link mariam-suhail-k.jpg "Emma Emma traviesa. Homenaje a Spilimbergo", 2015, Juan Carlos Distéfano Link Link Arche-Types, The sound of the word is beyond sense, 2015, Monika Bravo Monika Bravo Link Link Link Link monikabravo2-k.jpg notiert Link große Bilder mit vielen schweren Klammern hängen Link Link Jaša, Slowenien-Pavilion Link Link Link Link Klavier in Installation entdeckt und ein paar Töne gespielt vom Kurator kuratieren gefragt, ob ich einen kleinen vorgegebenen Abschnitt sprechen kann, der aufgenommen wird und später in dem Pavillon zu hören ist (zugesagt) Jaša, Slowenien-Pavilion jasa4.jpg über enge Leiter in oberen Bereich geführt, englischen Abschnitt aufgenommen (erst einmal ein Wort erklären lassen) und deren Büro zeigen lassen deshalb zu spät zu spät zu Klassentreffen erschienen (vorwurfsvolles "Warum hast du kein Handy?" / Mark) Ausstellung Armenischer Pavillon Link Armenischer Pavillon, Insel San Lazzaro Link armenischer-pavillon.jpg
Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective
Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective
Devastatingly direct, Irina Nakhova
Devastatingly direct, Irina Nakhova
Dead Tree, 1969, Robert Smithson
Dead Tree, 1969, Robert Smithson
Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri
Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri
Studienreise Venedig Link Ausstellung Giardini Link 56. Biennale in Venedig Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective Link Link Link Link coronation-park-1-k.jpg 1 Dänischer Pavillion Link Danh Vo Danh Vo (Readymades, Vorgefundenes, Gesammeltes) Link "Do you know what she did, your cunting daughter?" Link Jesus Jesus -Skulptur in Portugal um 1600 hergestellt Skulptur durch Glasscheibe in Natur eingebunden "Your mother sucks cocks in Hell" Link hölzerner Engelskopf, 17. Jahrhundert, der Verpackung angepasst Titel aus William-Friedkin-Film "Der Exorzist" Link (Worte, die der Dämon ausstößt) Äste mit kleinen goldenen Engel-Skulpturen, wirken wie angepflanzt (ebenfalls Danh Vo[?]) Link Link Link 2 Russischer Pavillon schrecklich verschnörkelte und zu "dick aufgetragene" Fassade Rauminstallation mit Beamer-Projektoren Link Fotos/Videos durch Schablonen wie Fensteransichten in realen Raum hinein gebracht Raum bzw. Betrachter dreht sich (je nach Fixpunkt) Devastatingly direct, Irina Nakhova irina-nakhova-k.jpg Irina Nakhova (* 1955 in Moskau) Link Skulptur mit Mapping[?]: übergroßes Gesicht auf 3D-Oberfläche abgebildet (Projektion) schaut beim Herumgehen sehr realistisch aus 3 Korea-Pavillon, u. a. Video mit kleinen Spiegeln, die sich leicht bewegen und dadurch Porträtierten zerstückeln 4 Deutscher Pavillon (mit unsympathischer Fassade) 5 Griechischer Pavillon (neben Toiletten) Link Besucher neben mir: "Absolut grauenhaft!" Dead Tree, 1969, Robert Smithson Robert Smithson Link Link dead-tree-k.jpg Robert Smithson (1938 - 1973, US-amerikanischer Maler und Land-Art LAND ART -Künstler) Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri Fabio Mauri Link fabio-mauri-k.jpg Titel übersetzt? Fabio Mauri (1926 - 2009, italienischer Künstler) Kuppel 1909 von Galileo Chini (1873 - 1956, Florenz, Italien) anlässlich 8. Internationaler Kunstausstellung gestaltet (2013 restauriert)
Klasse Bildende Kunst Link Studienreise Venedig Link (Venedig-Plan) 24.6. Giardini (La Biennale di Venezia) 25.6. Arsenale (La Biennale di Venezia) Pavillons der Innenstadt (La Biennale di Venezia) 26.6. Palazzo Fortuny: Proportio Peggy Guggenheim Guggenheim Collection Punta della Dogana: Slip of the Tongue Studienreise Venedig Link 56. Biennale in Venedig Link Link Link Link Link soll das "komplexe Phänomen der Globalisierung und ihre Bezüge zur Verwurzelung im Lokalen" zeigen (Okwui Enwezor, Kurator kuratieren 56. Biennale) Wie spiegelt sich das Große im Kleinen wider? Deutscher Pavillon (Ebner, Kurator Deutscher Pavillon) = politischer Pavillon Ebner: "[In dem es] um Arbeit und Ökonomie, um die Zirkulation von Waren, von Menschen und vor allen auch um die Zirkulation von Bildern geht." zur politischen Kunst: "Die Merkel", Pullmann & Muse Muse Link "Heute muss Kunst politisch sein, verstehen Sie?" "Wegen des Kunstraums. Die wollen dort keine Wald- und Wiesenbilder mehr." "L'art pour l'art ist out, Frau Muse." Gesellschaftlicher Nutzen / Wirkkraft wichtig? 1 "Die Kunst liegt doch u. a. im Malen selbst!" Standpunkt Link Eine Aussage, die mich sofort beruhigt und wo ich Lust bekomme, wieder etwas zu schaffen. Sobald das Ergebnis aber präsentiert, diskutiert und in der Hochschule hinterfragt wird ('Was möchtest du denn damit sagen?'), falle ich wieder in ein Loch. 2 "Kunst steht in einer […] Beziehung zu allem, was das menschliche Dasein betrifft" Standpunkt Link Deshalb muss Kunst auch nicht extra aufgeladen werden, denn sie muss - dadurch, dass sie von Menschen gemacht ist - so oder so bereits etwas ausdrücken (wäre natürlich wieder eine gute 'Beliebigkeit-Begründung').
FLUXUS-1, 1963, George Maciunas, Buch (mit Schrauben als Bindung) in Holzkasten, © Museum am Ostwall
FLUXUS-1, 1963, George Maciunas, Buch (mit Schrauben als Bindung) in Holzkasten, © Museum am Ostwall
Fluxmedicine, ca. 1966, Shigeko Kubota  (Foto von George Maciunas für ein Fluxus-Etikett)
Fluxmedicine, ca. 1966, Shigeko Kubota (Foto von George Maciunas für ein Fluxus-Etikett)
Klasse Bildende Kunst Link E-Mail "Herzliche Einladung zum Semesterauftakt mit gemeinsamen Frühstück am 14.04.2015 um 11 Uhr. Bringt bitte alle wieder eine Kleinigkeit mit." über Whisky Alkohol uns aktuelles Wetter geredet Studienreise Venedig Link Besprechung Biennale Venedig Link eventuell vom 23.6. bis zum 27.6. ca. 120 EUR Flug Hin- und Rückfahrt + Fahrt Leipzig <=> Berlin + ca. 60 EUR Verkehrsmittel Venedig + ca. 110 EUR Übernachtung Besprechung Vorschlag Semesterthema / Ausstellung Bowlingtreff Bowlingtreff / Wilhelm-Leuschner-Platz Platz als Spielfläche nutzen formale / strukturelle / politische Bearbeitung nächster Klassentreff im ehemaligen Bowling-Center FLUXUS-1, 1963, George Maciunas George Maciunas , Buch (mit Schrauben als Bindung) in Holzkasten, © Museum am Ostwall Link Link fluxus-1-k.jpg Bibliothek Link (in der Eisenbahnstraße Eisenbahnstraße bearbeitet) Kunstgeschichte Link "Fluxus", Thomas Kellein "Seltsamerweise werden die Details der Anfänge von Fluxus einigen Historikern immer klarer, je länger sie vorbei sind. Mein eigenes Gedächtnis wird dunkler und dunkler, falls das von ihnen Erinnerte überhaupt wahr ist." (Emmett Williams 1991) Fluxus-Multiples Multiples in 1970er zwischen $2,50 und $150 angeboten, enorme Wertsteigerung Bedingungen für Entstehung: Zeit in der Bundesrepublik Deutschland mit "Wirtschaftswunderjahre", in den USA mit "Überflussgesellschaft" belegt Blütezeit in den westlich kapitalistischen Industrienationen Glaube an Totalversorgung des Planeten mit Konsumgütern Glaube an unendlichem Wachstum Jahrzehnt durch nukleares "Gleichgewicht des Schreckens" geprägt Pop Art Pop Art reflektierte erfolgreich Warenästhetik / Glücksversprechen Fluxus-Produkte erschienen zu ärmlich, um in der Wohlstandsgesellschaft für Eindruck zu sorgen Fluxus-Performances in Presse als ärgerlich und renitent (widerspenstig / unangepasst) dargestellt rund 20 international verstreute Künstler traten unter Namen "Fluxus" in Verbindung bis in 1970er skandalumwitterte Medienaufmerksamkeit als Avantgardisten Arbeiten bis in 1980er zum größten Teil nicht in Kunstgalerien / Ausstellungshäuser vertreten Anfänge vom Fluxus: 1960/61 begegnet Maciunas (damals Designstudent, angehender Kunsthistoriker und erfolgloser Händler mit antiken Musikinstrumenten) junge Künstler und Komponisten aus Umkreis von Cage John Cage (wollte deren Arbeit in Zeitschrift "Fluxus" publizieren) Idee von Maciunas: System der hohen Künste und der "barocke" Tendenzen (Verstuckung) bekämpfen und abschaffen Fluxus Plakat-Manifest Manifest (NY, 1965) Link unter Maciunas Regie ab 1962 Fluxus-Konzerte in Europa gab sich als "Chairman" von Fluxus aus, später verteilte er Hoheitsgebiete ("Fluxus-Nord", "Fluxus-Süd", "Fluxus-Ost", "Fluxus-West") Headquarter in SoHo, NY Link Künstlerlisten erstellt, Briefe geschrieben, Pamphlete ("engagiert, überspitzt und polemisch zu wissenschaftlichen, religiösen oder politischen Themen äußern") verschickt, Druckaufträge erteilt und Distribution der Werke organisiert war mit vielen Künstlerkollegen in ständigem Kontakt in einem Manifest Rückbezug auf den Dadaismus Dadaismus gefordert ab 1963 lieferten Brecht, Vautier Ben Vautier , Watts Ideen für Fluxus-Multiples (meist als 3 x 12 x 9 cm Plastikschachteln verlegt) Werke waren simpel, klein und billig Mystery Box (Ben Vautiers) mit Staub gefüllt, Luxusausgabe mit Eierschalen, als würfelförmiges Objekt Abfall (Hinweis auf Überflussgesellschaft?) Fluxuskünstler-Lofts in SoHo sollten u. a. durch Verkauf von Stickern, Servietten, Tischtücher und T-Shirts finanziert werden Interview (1978) auf Frage, ob er Fluxus nicht doch als Kunst begreife: "Nein. Ich glaube, es sind gute, einfallsreiche Gags." Fluxmedicine, ca. 1966, Shigeko Kubota Link (Foto von George Maciunas für ein Fluxus-Etikett) Link fluxmedicine-k.jpg Bibliothek Link "1962 WiesbadenFLUXUS 1982" / Katalog von Ausstellung in Wiesbaden (1982), Kassel (1982 / 1983), Berlin (1983) Fluxus = Geisteshaltung, kein Stil FLUXUSEditionen (Produkte in Schachteln oder Koffern) waren unsigniert und undatiert / Massenauflage Antihaltung gegenüber Kunstmarkt Kunstmarkt Bezeichnung FLUXUS wählte Maciunas 1960 für Titel einer Zeitschrift, die Künstler vorstellen sollte, die sich herkömmlichen Kunstformen und Stilen (wie Cage) entzogen (nie erschienen) was Fluxus-Künstler eint: "[…] hart zu kämpfen gegen die immense Einfalt, Traurigkeit und den Mangel an Einsicht für das, was unserem Leben abgeht, eine Welt zu begründen, in welcher die Spontaneität, die Freude, der Humor […] selbstverständlich werden […]" (Brecht, 1964) Bibliothek Link "Dieter Roth Dieter Roth / Originale", Text von Laszlo Glozer zum Zusammenhang Roth und Fluxus recherchiert "Nomaden-Biografie": äußerte sich nicht nur im ständigen räumlichen Unterwegssein, sondern auch in der Kunst Sommer 1966: Besuch bei "Fluxus"-Archivar Hanns Sohm Link von Beuys Joseph Beuys an Düsseldorfer Akademie "gelotst" Vanitas-Gedanke: plastisch-objekthafte Arbeiten = "Zeitstücke" ab Mitte 1960er: die Natur der Dinge, ihren prozessualen Zerfall, gezielt eingesetzt (Lebensmittelarbeiten) Schokoladenbüsten im Schimmelmuseum: unlimitiert (solange Turm hält) 1968 Urform der Büste Büste brachte er als Multiple in Umlauf "Von den 'Fluxus'-Künstlern - für ihn ein faules Pack - setzte er sich stöhnend ab." 1 x Daumennagellänge Whiskey