× Aufzeichnungen eines Kunststudenten. Subjektiv. Unvollständig. Nicht fehlerfrei. Dies ist die Niederschrift zu meinem Kunststudium an der HGB Leipzig.
Folgend einige Hinweise dazu:

(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten. Dabei ist alles von Interesse, was mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner eigenen Arbeit im Speziellen zu tun hat.
(2) Fehlerhafte Informationen sind – ungewollt – Teil der Notizen. Sie sind meinem Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen und schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(3) Zitate sind nur hinterlegt, wenn ich mir sicher bin, dass es so gesagt wurde. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig.
(4) Meine künstlerische Arbeit hat größtenteils die Suche und den Zweifel zum Thema. In Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten nehme ich dessen Ansichten wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

Leipzig, den 13. Dezember 2016
Redigierte Fassung vom 25. Mai 2018


Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

LAND ART

Modell
Modell
Narcissus/ROCI USA 1990, © Robert Rauschenberg Foundation
Narcissus/ROCI USA 1990, © Robert Rauschenberg Foundation
Ohne Titel (Robert Smithson), 2002, Öl auf Leinwand, Wilhelm Sasnal
Ohne Titel (Robert Smithson), 2002, Öl auf Leinwand, Wilhelm Sasnal
umsetzen gesammelte Skizzen- und Notizblätter mit Bezug zum Selbstporträt Selstbildnis in AV-Labor einscannen Werkstatt Plastisches Gestalten (am Donnerstag) weiter mit Modell gearbeitet verhüllt verhüllt verhülltes Selbstporträt für Wandecke in Klassenraum verwahrt Diplom Arbeit Modell modell-klassenraum1-1-m.jpg Ausstellung Von Pablo Picasso Pablo Picasso bis Robert Rauschenberg Robert Rauschenberg Kunstsammlungen Chemnitz Narcissus/ROCI USA 1990, © Robert Rauschenberg Foundation sammlung-chemnitz1-k.jpg aus Serie "Wax Fire Works" experimentierte mit Reproduktions- und Transfertechniken arbeitete mit Siebdruck- und Galvanisiertechniken, mit Säuren und Pigmenten, heißem Wachs Außenwelt spiegelt sich auf glänzendem Edelstahl als Teil des Bildes "5 Socks", John Finneran, 2007, Öl auf Aluminiumblech Ohne Titel (Robert Smithson Robert Smithson ), 2002, Öl auf Leinwand, Wilhelm Sasnal Wilhelm Sasnal sammlung-chemnitz2-k.jpg Robert Smithson (1938 - 1973, US-amerikanischer Maler und Land-Art LAND ART -Künstler)
Vorschau Standpunkt für Klassenraum
Vorschau Standpunkt für Klassenraum
Vorschau Standpunkt, handgeschrieben
Vorschau Standpunkt, handgeschrieben
Diplom Arbeit Vorschau Standpunkt für Klassenraum standpunkte1-k.jpg weitere Beispiele für Ausdrucke mehrere solcher Holzkonstruktionen mit Ausdrucken (A2 oder A1?) gegen eine Wand lehnen eventuell mit mehreren Papieren je Konstruktion übereinander, können durch anheben angesehen werden (sind oben mit Nagel oder so an Platte befestigt) Vorschau Standpunkt, handgeschrieben standpunkte6-k.jpg Skizze links und rechts von Herme Herme /Büste Büste Lautsprecher übereinandergelagerte aufgezeichnete Gedanken werden abgespielt, siehe Beispiel geht über 50 min auf 10 min kürzen, einmal stündlich abspielen bei Diplom-Präsentation: wie lange darf ein Video sein? daran orientieren Idee mit überlangem Ständer (wie in Werkstatt) und Gipsbüste finde ich gerade besser als Herme Gipsbüste mit Silikon Silikon Negativ herstellen, dann mit sehr leichtem Material noch einmal abgießen würde mehr die Idee von Kunststudent Kommilitone wiedergeben (im Lernprozess) umsetzen in Metallwerkstatt[?] nachfragen, ob ich dort Konstruktion bauen kann Skizze Gespräche über Kunst: drei lange Papierbahnen, A4-Papier aneinandergeklebt gut zusammengefasst: "Was würde Oma dazu sagen?" über den Raum verteilen? Diplom Theorie Gesprächsthemen bei Christian Was ist Kunst? Kriterium Besonderheit / muss sich abheben Graffiti Graffiti Es hebt sich ab Wo fängt Ungewöhnliches an? Land Art LAND ART Kunst muss bleibend sein Voyager Golden Record Schönes Objekt ist keine Kunst Toteninsel Toteninsel von Böcklin Arnold Böcklin Besonders = Komposition und gegenständlich Interpretationsmöglichkeiten zu viele Gedankengänge Künstler und Betrachter sollten sich ähneln zu hoher Preis für Kunstwerk Über Kunst laufen Keine Kunst, oder doch? Mit Symbolkraft Nur was Besonderes, da im Kunstraum Mehr Kunst, weniger Kunst, Graubereich Kriterium, überhaupt zu fragen, ob es Kunst ist Definition eindeutig Je nach Galerie ist es Kunst oder Geldkunst Repräsentant des Marktes Rote Punkte furchtbar baumarktmäßig Absichtlich unsauber Kann ich selbst machen! Kunst ist, was der Markt als Kunst definiert Wenn ich das sehe, denke ich an meinen Keller verhüllte Arbeit Sinnloses = Kunst Alles was da hängt wird zur Kunst Kindliche Zeichnung Kinderzeichnung Besonders, da groß Sehr furchtbar, furchtbar und nicht so furchtbar Kindliche Zeichnung Intuitive Entscheidung Kinder würden nicht so groß zeichnen Beziehung Kunstmarkt Kunstmarkt Gesellschaft Baumarktästhetik In Kunst gehen Passt nicht in Wohnung
Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden
Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • Was ist Kunst?
  • [Aufnahme Anfang.]
  • [Lachen.]
  • [Straßengeräusche.]
  • Ach so. Das Aufnahmegerät macht schon. Okay. [Lacht.] Also ich fange jetzt mal so an, wie ich's bei den anderen gemacht habe. Ich wollte dir erst einmal sagen, warum ich das mache. Und zwar möchte ich herausfinden: Was ist eigentlich Kunst für die Leute, die nicht … äh … in … die nicht in … in den Kunstkreisen drinne sind. Also in Museen. In Galerien. Die selbst keine Künstler sind. Sondern die ab und zu mal eine Ausstellung besuchen und sich dann da halt … [Sperren: herablassend] … äh … drüber unterhalten.
  • [Glockengeläut.]
  • Und du bist so einer.
  • Ich bin herablassend willst du damit sagen.
  • [Lacht.] Wenn wir zeitgenössische zeitgenössisch Kunst sehen: ja.
  • Okay.
  • Und deshalb werden wir heute auch in Galerien zeitgenössische Kunst sehen und … äh … Wir werden halt gucken, im Gegenzug zu morgen zum Beispiel … Nee. Morgen auch. Eigentlich wollten wir ja in das Kunstmuseum.
  • Kriterium Besonderheit / muss sich abheben
  • Aber warum sagst du, dass das herablassend ist?
  • Na wenn … Na wenn so ein Spruch kommt wie … [Fährt mit hoher Stimme fort:] Das kann ich ja auch! Oder …
  • Na das ist eben ein Kriterium für mich. Ist das dann schon herablassend?
  • Dass man es selbst auch kann. Und dass …
  • Ja.
  • … das von denen ausgestellt wird und von dir aber nicht?
  • Na Kunst sollte ja schon irgendwie was Besonderes sein. Oder?
  • Was heißt "besonders"?
  • Na ja. Was … Was ich eben nicht kann. Was ich nicht mal eben so an meinem Küchentisch produzieren kann.
  • [Auto fährt vorbei.]
  • Dann meinst du handwerklich.
  • Ja.
  • Etwas Besonderes.
  • Es muss schon … Es muss … Es muss sich [Sperren: abheben].
  • Aber du hast doch vorhin noch gesagt … ähm … ähm … Das wäre doch dann nur Handwerk Handwerk .
  • Aber das wurde ja nicht aufgezeichnet!
  • [Sperren: Jetzt] haben wir es aber hier aufgenommen!
  • [Lachen.]
  • Was hab' ich noch einmal gesagt?
  • Irgendwas mit Handwerk!
  • [Sperren: Ah]. Wir wissen es also gar nicht! Das ist gut.
  • [Pause.]
  • Das war wegen dem Mann im Keller.
  • [Pause.]
  • Hä?
  • Na wegen dem Mann im Keller!
  • [Lachen.]
  • In der Uni. Der da der einzige Künstler ist! [Fußnote: Meint einen Mitarbeiter der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig.]
  • Ach so! Okay. [Lacht.]
  • Okay. Aber herablassend … Das ist ja schon wertend.
  • Wir haben jetzt noch keine Kunst gesehen. Deshalb können wir gerade noch nicht so richtig reden. Lass uns doch dann erst einmal in die Galerie gehen …
  • Graffiti Graffiti
  • Na [Sperren: das] da könnte doch vielleicht Kunst sein! [Zeigt auf Graffiti.]
  • [Sperren: Was.]
  • Das ist etwas, das hebt sich ab.
  • [Sperren: Was] denn?
  • Na das Graffiti!
  • Welches Graffiti?!
  • [Lachen.]
  • Na die Schmiererei!
  • [Betrachten das Graffiti an einer Hauswand.] Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden gespraech3-1-k.jpg
  • [Pause.]
  • Einige sehen das ja heutzutage als Kunst an.
  • Na ja. Warum ist das keine Kunst. Das hebt sich ab. Das … Das … Die Fassade wurde dadurch verändert.
  • Aber verstehst du das?
  • Natürlich nicht!
  • Und kannst du das nicht auch?
  • Ich sehe da jetzt auch keinen großen Sinn drinne. Und ich könnte es wahrscheinlich auch. Aber …
  • Also ist es für dich keine Kunst!
  • Da ist schon der Punkt: Würde ich das machen? Wahrscheinlich nicht.
  • Weil du Angst hast.
  • Es hebt sich ab
  • Ja. Aber das ist schon einmal gegen die Konvention. Gegen das Gewöhnliche. Damit …
  • Heute nicht mehr.
  • Damit hebt sich's ab.
  • Heute aber nicht mehr.
  • Aber es hebt sich ab.
  • Ja.
  • Du gehst nicht einfach an eine Wand. Die machen das ja auch nicht tagsüber.
  • 'tschuldigung. Der mit dem Hund geht gerade einfach vorbei. Ohne es zu betrachten. Für den ist das einfach bloß … ähm … Müll.
  • Ja, aber gehen wir von der Perspektive aus …
  • [Sperren: Dieser Mann auch!]
  • Derjenige, der das gemacht hat.
  • Der macht ein Foto davon. Heimlich.
  • Derjenige, der das gemacht hat, für den war das schon … Der hat sich Gedanken gemacht. Okay. Der hat sich ja nicht gedacht, er malt das jetzt da dran.
  • Er hat auch nicht die Höhe berechnet. Und nicht wie das in der Umgebung …
  • Ja!
  • … wirkt. Sondern …
  • Er hat sich Gedanken gemacht. Er hat gedacht: Okay, ich warte bis es dunkel ist und nicht so viele Leute auf den Straßen … Weil das ist ja … Man macht das halt nicht. Ne? Man kann dafür ja auch bestraft werden. Aber … Ich mache da etwas. Und ich verändere etwas Bestehendes. Und jetzt hebt sich das ab. Weil die Fassade ist nicht mehr so normal.
  • Ich glaube sowas nennt man [Kursiv: Street Art Kunst].
  • Ja, aber das ist halt … Das hat etwas … [Sperren: Besonderes].
  • Es ist aber nicht im Kunstraum.
  • Vielleicht können wir da für mich ein Merkmal von Kunst sehen. Dass es sich … äh … abhebt. Von dem Gewöhnlichen.
  • Ist das nicht langweilig, wenn das ein Kriterium davon ist? Dass es sich abhebt?
  • Nur eins.
  • Meinst du mit Abheben … Abheben von … von … von … der natürlichen … äh … Alltagsumgebung? Also wo Sachen geschaffen werden … Eine Straße, damit man da lang geht. Von Ort A zu B kommt … Sondern dass es etwas ist, was dort halt nicht sein müsste …
  • Ich meine halt eher, dass es halt etwas Ungewöhnliches ist.
  • Was heißt denn "ungewöhnlich".
  • Etwas … [Sperren: Anderes]. Ich meine … Ich meine jetzt ja nicht nur, was ich im Straßenraum sehe. Sondern auch, was irgendwo an einer Wand hängt.
  • Wo fängt Ungewöhnliches an?
  • Der Baum sieht ja aber auch schön anders aus.
  • Ja. Vielleicht ist der ja auch Kunst.
  • Und diese … Diese Architektur ja eigentlich auch.
  • Na Architektur kann ja auch Kunst sein.
  • Ja aber dann ist das jetzt ein Kriterium, was nichts mit Kunst zu tun hat.
  • [Pause.]
  • Das es anders ist. Was normalerweise nicht da ist.
  • Sagt [Sperren: wer]. Aber ging es nicht um die Frage, was für [Sperren: mich] Kunst ist?
  • Ja aber doch nicht bloß. Oder? Es muss ja noch was anderes sein.
  • Ähm … Muss ich jetzt auch … äh .. aus der Sicht der Anderen denken?
  • [Autogeräusche.]
  • Land Art LAND ART
  • Es gibt doch aber glaube ich Künstler, die machen etwas, was sich eben … äh … äh … einschmiegt in die Landschaft. Was eben [Sperren: nicht] auffällt. Also zum Beispiel bei [Kursiv: Land Art] oder so. Die … Die arbeiten mit dem Sand. Das dann wieder später von irgendeiner Flut oder so überflutet wird. Das ist ja sozusagen nichts, was jetzt etwas … ähm … auffälliges wäre.
  • Ja das ist für mich auch keine Kunst. Das bleibt ja nicht. Also Kunst sollte auch schon etwas sein, was einen gewissen bleibenden Charakter hat.
  • Kunst muss bleibend sein
  • Jetzt sind wir beim Bleibenden. Wie lange soll denn das bleiben, damit es bei dir Kunst ist?
  • Na das weiß ich nicht. Aber so … Was ich in den Sand male und was sofort wieder weg ist … Das ist so … Okay. Ich habe was in den Sand gemalt. Macht der dann noch ein Foto?
  • Am Ende malt der [Fußnote: Graffiti-Künstler] aber auch bloß was in den Sand. Und das hält halt ein paar Jahre. Dann wird's aber überstrichen.
  • [Zustimmend.] Ja.
  • Und was in der Galerie hängt ist nach fünfzig Jahren vielleicht überhaupt nicht mehr … äh … bekannt. Weil der tot ist und die Galerie auch weg.
  • Ja.
  • [Autogeräusche.]
  • Und was ist dann daran bleibend?
  • Na eben nicht.
  • Na ja!
  • Aber bleibend im Sinne von … Es soll jetzt nicht bloß zehn Sekunden da sein.
  • Na [Sperren: das] ist wieder so eine … eine … so 'ne freie … ähm … Wahl an … an Zeiteinheit.
  • Ja.
  • Was ist bleibend und was ist kurzfristig da.
  • Ja.
  • Für mich wäre bleibend, wenn es … wenn es tausende von Jahren bestehen bleibt. Zum Beispiel. [Sperren: Für mich] ist es eigentlich bleibend, wenn … äh … wenn es über die Erd… Erdendauer existiert. Also noch ein paar Milliarden Jahre.
  • Geht das?
  • Voyager Golden Record
  • Geht. Na wenn du irgendwas in den Kosmos Kosmos reinschießt.
  • Okay.
  • Das war ja mal meine Idee!
  • [Autogeräusche.]
  • Na haben die nicht sowieso irgendeine Kiste in den Weltall geschickt?
  • Na das war diese Voyager. Das war keine Kiste. Das war eine Schallplatte. Mit Stimmen drauf, von Menschen. Mit Natur … ähm … Mit Zeichnungen. Damit irgendwelche Aliens dann irgendwann mal wissen, dass wir hier auf der Erde Leben haben. Und uns überfallen können!
  • Aber das bleibt dann auch für immer.
  • Aber das sieht ja jetzt niemand. Wir gehen mal davon aus, dass es keine anderen gibt, die das jemals sehen werden. Das heißt, es ist auch bloß etwas, was für die Menschheit gemacht wurde. Damit wir das [Sperren: Gefühl] haben, wir hätten etwas getan.
  • Mhm.
  • Für … Für die Ewigkeit.
  • [Pause.]
  • Gehen wir jetzt in die Galerie?
  • Genau.
  • [Straßenbahngeräusche.]
  • [Aufnahme Ende.]
Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective
Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective
Devastatingly direct, Irina Nakhova
Devastatingly direct, Irina Nakhova
Dead Tree, 1969, Robert Smithson
Dead Tree, 1969, Robert Smithson
Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri
Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri
Studienreise Venedig Ausstellung Giardini 56. Biennale in Venedig Coronation Park (mehrere Skulpturen), 2015, Raqs Media Collective coronation-park-1-k.jpg 1 Dänischer Pavillion Danh Vo Danh Vo (Readymades, Vorgefundenes, Gesammeltes) "Do you know what she did, your cunting daughter?" Jesus Jesus -Skulptur in Portugal um 1600 hergestellt Skulptur durch Glasscheibe in Natur eingebunden "Your mother sucks cocks in Hell" hölzerner Engelskopf, 17. Jahrhundert, der Verpackung angepasst Titel aus William-Friedkin-Film "Der Exorzist" (Worte, die der Dämon ausstößt) Äste mit kleinen goldenen Engel-Skulpturen, wirken wie angepflanzt (ebenfalls Danh Vo[?]) 2 Russischer Pavillon schrecklich verschnörkelte und zu "dick aufgetragene" Fassade Rauminstallation mit Beamer-Projektoren Fotos/Videos durch Schablonen wie Fensteransichten in realen Raum hinein gebracht Raum bzw. Betrachter dreht sich (je nach Fixpunkt) Devastatingly direct, Irina Nakhova irina-nakhova-k.jpg Irina Nakhova (* 1955 in Moskau) Skulptur mit Mapping[?]: übergroßes Gesicht auf 3D-Oberfläche abgebildet (Projektion) schaut beim Herumgehen sehr realistisch aus 3 Korea-Pavillon, u. a. Video mit kleinen Spiegeln, die sich leicht bewegen und dadurch Porträtierten zerstückeln 4 Deutscher Pavillon (mit unsympathischer Fassade) 5 Griechischer Pavillon (neben Toiletten) Besucher neben mir: "Absolut grauenhaft!" Dead Tree, 1969, Robert Smithson Robert Smithson dead-tree-k.jpg Robert Smithson (1938 - 1973, US-amerikanischer Maler und Land-Art LAND ART -Künstler) Macchina per fissare acquerelli, 2007, Fabio Mauri Fabio Mauri fabio-mauri-k.jpg Titel übersetzt? Fabio Mauri (1926 - 2009, italienischer Künstler) Kuppel 1909 von Galileo Chini (1873 - 1956, Florenz, Italien) anlässlich 8. Internationaler Kunstausstellung gestaltet (2013 restauriert)
Studienreise Athen 2015 Kunstbegriff Standpunkt In Griechenland Griechen fragten wir uns, als wir die Arbeiten zeitgenössischer Künstler in der Kommunalen Galerie Athen betrachteten, ob es überhaupt einen Unterschied zwischen griechischer Kunst und Kunst anderer europäischer Länder gibt. Die Arbeiten hätten - so unser erster Eindruck - genauso gut in Leipzig entstehen können. Ist das nun gut? Oder schlecht? Wird Kunst - örtlich betrachtet - beliebig? Gibt es keine Techniken, die in einigen Regionen vermehrt genutzt werden? Themen, die nur hier funktionieren? Symbole, die hier Bedeutung bekommen und woanders deplaziert wirken würden? Wenn sich ein griechischer Künstler - vorausgesetzt, er hat keinen persönlichen Bezug zu Afrika - um afrikanische Gesundheitsthemen bemüht: Ist das glaubwürdig? Verliert die Kunst nicht an Reiz, wenn alle überall alles machen und regionale Besonderheiten außer Acht gelassen werden? Wäre es auf der anderen Seite aber nicht auch zu einfach, wenn wir bei den Arbeiten griechischer Künstler ständig antike Antike Säulen entdecken würden? Vielleicht ist in heutiger Zeit nicht mehr das Thema entscheidend (denn das scheint global zu sein), sondern die Art, wie es bearbeitet wird. Mit welchen Formen gespielt und welche Farben eingesetzt werden. Oder wäre auch das noch zu plump? Globalisierte Kunst "Globalisierung: Das Ende der Modernen Kunst?", Peter Weibel Peter Weibel im Katalog zur Ausstellung "German Art of the 20th Century", 1957, MoMA wurde formuliert, dass nur im Westen die Kunst als Ausdruck von Freiheit und Individualität Individualität existiere (Hintergrund Hitler Adolf Hitler und "Entartete Kunst Anti-Moderne ") Abstrakten Expressionismus Expressionismus bei Darmstädter Gesprächen als einziges Ausdrucksmittel von Demokratie und Freiheit angesehen Realismus in der Kunst wurden totalitaristischen Systemen zugeschrieben während Kaltem Krieg moderne Kunst durch "ideologische Blase" geschützt, die jede Kritik verhinderte seit 1989 Öffnung / u. a. asiatische und arabische Welt nehmen Einfluss auf die Kunst festgesetzte Ordnung moderner Kunst (mit europäisch-nordamerikanischer Achse des Westens verbunden) beginnt sich aufzulösen "Vielleicht müssen wir uns an der Schwelle des 21. Jahrhunderts von der Epoche der Kunst der Moderne verabschieden […]" Folge der Globalisierung: in globaler Kunstwelt wird nicht länger von "modern" sondern von "zeitgenössisch zeitgenössisch "/"Gegenwart" geredet Kunst, auch in Asien oder Afrika produziert ist nicht in unserem Sinne modern, aber zeitgenössisch Globalisierung fing 1492 mit Entdeckung der Neuen Welt an 1. Manifest Manifest gegen Globalisierung von Marx und Engels (1848): "Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muß sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen." Kolonisation führte zur Entdeckung ethnischer Kunst (insbesondere im 19. Jahrhundert) Interesse an visueller Formsprache von afrikanischer Stammeskunst Bücher wie "Negerplastik", Carl Einstein (1885 - 1940, deutscher Kunsthistoriker und Schriftsteller) zeigen, wie Interesse an afrikanischer Kunst u. a. Kubismus Kubismus , Expressionismus, Surrealismus Surrealismus mit ermöglichten um 1913 Ablösung klassisches Programm der Kunst (von da Vinci als "Sichtbarmachung des universalen Wesens der Dinge" mit den Mitteln der Wissenschaft der Malerei unter Verwendung von Linie, Fläche, Volumen, Schatten und Licht definiert) 2 gegensätzliche Darstellungsstrategien: Darstellung der künstlerischen Mittel und Darstellung von Dingen Denkrichtung 1 Verbannung des realen Objekts von Leinwand, Beschränkung auf formale Elemente (wie Linie, Punkt, Fläche) = abstrakte Kunst Denkrichtung 2 tatsächlichen Gegenstand in Welt der Kunst einführen (siehe Duchamp Marcel Duchamp ) alles was zuvor Darstellung war wurde durch Realität ersetzt gemalte Landschaften => Land Art LAND ART gemalte Stillleben Stillleben => Collagen, Assemblagen, Installationen, Environments von realen Dingen gemalte Porträts => Body Art Genremalerei (gemalte Abbildung einer Alltagsszene) => Performances, Ereignissen, Happenings gemalte Wasserfälle => durch "echte", künstliche Wasserfälle ersetzt / gemaltes Feuer => echtes Feuer / gemalte Luft => echte Luft / gemalte Tiere => echte Tiere Denkrichtung 3 Einführung der "Medienrealität" widersprach Doktrin moderne Kunst (Fotografie, Film und Video waren weiterhin darstellende Medien) Techniken konnten mit echten Dingen und Menschen in Installationen verbunden werden Kluft zwischen Darstellung künstlerischer Mittel und Darstellung von Objekten mit Medienkunst Medienkunst überbrückt [?] Fotografie = "stille Vorherrschaft" in Kunst des 20. Jahrhunderts beispielsweise Francis Bacon, Gerhard Richter Gerhard Richter und Andy Warhol Andy Warhol malten Fotografien oder leiteten ihre Bilder aus Fotografien ab Constantin Brancusi, Man Ray Man Ray und Erwin Wurm Erwin Wurm als Bildhauer Bildhauerei durch Fotografie beeinflusst Fotografische Dokumente = Überbleibsel von u. a. Land Art und Performancekunst neues Paradigma der Kunst des 21. Jahrhunderts: "das globale Netz" "Anybody anything anytime anywhere" Medienerleben wird universal "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien." (Niklas Luhmann, "Die Realität der Massenmedien") Einzug der neuen Medien, neuer Materialien und neuer Technologien hat zeitgenössische Kunstproduktion enormen beeinflusst zeitgenössische Künstler haben Ausdrucksmittel in alle Richtungen und auf alle Medien erweitert Gleichwertigkeit von allen Materialien und Medien = künstlerische Gleichung unserer Zeit Phase 1 fast abgeschlossen: jedes Medium hat sein eigenes, intrinsisches Material sowie konzeptuelle Merkmale und Möglichkeiten entwickelt Beispiel A Malerei mit Fließ- und Dripping-Techniken den ihr inhärenten Wert von Farbe gezeigt Beispiel B Fotografie Fähigkeit, Objektwelt auf realistische Weise abzubilden, unter Beweis gestellt Beispiel C Film hat seine narrativen Möglichkeiten offenbart Beispiel D digitale Kunst hat ihr Vorstellungsvermögen im Hinblick auf virtuelle Welten bewiesen Phase 2 Mixen und Kreuzen von Medien Beispiel A Videokunst bedient sich narrativer Kraft des Films durch Mehrfachprojektionen Beispiel B Sprache auf LED-Bildschirmen kann ein Bild, ein Buch und eine Skulptur sein Beispiel C Malerei verweist auf Fotografie oder digitale Grafikprogramme Beispiel D Netz kann sich selbst generierende Bilder und Wörter produzieren Vermischung heißt: kein einzelnes Medium hat noch die Vorherrschaft alle Medien beeinflussen und bestimmen einander = universales Medium entsteht Bezugnahmen (Medien beziehen sich auf andere Medien) sind anstelle von Realität getreten Heißt das, dass sich zeitgenössische Kunst nur noch mit sich selbst beschäftigt? Kann denn diese Art von Kunst Menschen ohne Kunstbezug erreichen? Gleichung für Kunst des 20. Jahrhunderts / moderne Ästhetik der industriellen Gesellschaft: "Maschinen, Materialien, Menschen" (Frank Lloyd Wright, Architekt, 1930) Gleichung für Kunst des 21. Jahrhunderts: "Medien, Daten, Menschen" (P. Weibel) [?] moderne Kunst und moderne Welt und kapitalistische Welt-Ökonomie stehen zu einander in logischer Verbindung
Einleitung Gerry Schum, IDENTIFICATIONS
Einleitung Gerry Schum, IDENTIFICATIONS
TV Fernsehen Interventionen Filmaufnahmen IDENTIFICATIONS Einleitung Gerry Schum Gerry Schum , IDENTIFICATIONS schum-identifications.jpg (ab 00:00) Einleitung / Überführung von Ausstellung LAND ART LAND ART zu IDENTIFICATIONS (ab 05:49, Zitat Richard Long Richard Long ) "Wenn […], dann sind es schlechte Objekte." (ab 06:03) Aufgabe der Fernsehgalerie, u. a. wertfreie Präsentation von Kunstobjekten (ab 07:10) Joseph Beuys Joseph Beuys 1. Einstellung: Ton vom "Mittagsmagazin" zu hören, Fernsehsprecher über aktuelle Milch- und Fleischpreise gestörtes Schwarzweißfernsehbild hinter Filz kurz erkennbar schlägt sich mit Boxhandschuhen ins eigene Gesicht 2. Einstellung mit Blutwurst (und Unterhaltungsmusik) ohne Erklärung nicht erkennbar: Samurai-Schwert weitere Arbeit mit diesem Motiv: Samurai-Schwert, Joseph Beuys, 1983 Multiple Multiples , Stahlklinge (handgeschmiedet und abgebrochen) in Filz eingerollt 3. Einstellung Fernsehgerät wird Filzplatte gegenübergestellt, "Filzbild gegen Filzschirm" Beitrag Reiner Ruthenbeck Reiner Ruthenbeck (Gerry Schums Idee einer "Aktionsvideo-Version" zu "Schwarzer Papierhaufen", 1970) Beitrag Daniel Buren Daniel Buren Original-Störungszeichen Südwestfunk (mit vorgeschaltetem 5 Sekunden Weißbild) im Interview: "Faktisch war es eine Möglichkeit den Eindruck zu vermitteln, die ganze Ausstellung sei 'live' und nicht aufgezeichnet." "Es wäre für mich ein großer Widerspruch gewesen, diese Sache als etwas Öffentliches zu machen und sie danach wie ein Kunstwerk zu behandeln." (ab 18:57) Gilbert & George Gilbert & George "lebende Skulpturen", "Stillstand Stillstand des Lebens in filmischer Inszenierung Inszenierung " Ger van Elk, Filmbeitrag basiert auf 1969 in London durchgeführter Aktion
Kurs Warum Denken? (nicht anwesend) Immanuel Kant Immanuel Kant (1724 - 1804) a priori = von vornherein a posteriori = im nachhinein "Kritik der reinen Vernunft" 1 Erkenntnis Frage "ob es ein(e) … von der Erfahrung … unabhängige(s) Erkenntnis gebe" Mensch sollte von der Erfahrung unabhängige Erkenntnisfähigkeit verfügen (Vernunft) Empirismus u. a. von David Hume (1711 - 1776) vertreten Erfahrungen sind Sinneseindrücke und ihre Verarbeitung im Denken "Erfahrung lehrt uns […], dass etwas so oder so beschaffen" (empirische Erkenntnis) Gegenteil "reine Vernunfterkenntnisse" oder "reine Erkenntnisse a priori" (Unabhängigkeit von jeglicher Erfahrung) Erkenntnisse nach Quelle A Erfahrung und B reiner Vernunft Mischformen möglich (im Wissen, was passiert, aber nur möglich durch früher erlangte Erkenntnisse) 2 Urteile Urteil (Aussage, Behauptung) = Subjekt mit Prädikat wahr oder falsch Urteil a priori A aus der Notwendigkeit heraus wie arithmetischer Satz: 7 + 5 = 12 B "strenge Allgemeinheit" (Regel ohne Ausnahme) 3 2 Arten von Urteilen A analytische Urteile Sie sind "Erläuterungen desjenigen […], was in unsern Begriffen […] schon gedacht" Körper = räumlich ausgedehnt B synthetische Urteile erweitern Wissen "Wenn ich sage: 'Alle Körper sind schwer’, so ist das Prädikat ['schwer'] etwas ganz anderes, als das, was ich in dem bloßen Begriff eines Körpers überhaupt denke. Die Hinzufügung eines solchen Prädikats [er]gibt also ein synthetisch[es] Urteil" Urteile a posteriori immer synthetische Urteile Kant suchte synthetische Urteile a priori (Urteile, die echte Erkenntnis enthalten, ohne sich auf Erfahrung zu stützen) synthetische Urteile a priori = Erkenntnisse, die allein der Vernunft entstammen TV Interventionen "Ready to Shoot", Abschnitt "Fernsehausstellung II, ARTSCAPES" um Auswahlgremium (5 Leiter öffentlicher Kunstinstitutionen und Kunstkritiker) erweitert vorgestellte Künstler durch Gremium festgelegt beratende und begutachtende Funktion bei Gestaltung der Produktion Zielsetzung Fernsehgalerie: Trennung von Kunstereignis und Medium (TV) aufheben / breites Publikum für bildende Künste erschließen / Sendezeit für Kunst zur Verfügung zu stellen Medium TV bisher als Kunstberichterstattung genutzt Kunst schaffen durch Kommunikationsmedien Druck, Film und Fernsehen Original/Unikat nicht mehr vorhanden Vergleich Rotationspresse und Buchverlage für Literatur / Schallplatte für Musik / Fernsehen für bildende Künste Fernsehgalerie = Gruppenausstellung auf wichtige Tendenzen konzentriert (wie Op Art, Pop-art, Land Art LAND ART ) 1 - 2 Fernsehausstellungen sollten pro Jahr ausgestrahlt werden Information zur Sendung / zum Thema / zu den Künstlern durch Kataloge / Plakate / Postkarten Ablauf Einführung mit grundlegenden Informationen (auch für Nicht-Fachpublikum verständlich) zur gezeigten Kunstrichtung sachliche Angaben und Daten sowie technische Erklärungen (soweit notwendig) Vorstellung Kunstobjekte (auch ältere Arbeiten, Projekte, Skizzen) und Künstler Künstler sollten Statements zur eigenen Arbeit geben dürfen Gegensatz zur LAND-ART-Sendung (Landschaft blieb in ihrer grundsätzlichen Erscheinungsform erhalten / nur Markierungen gesetzt) ARTSCAPES: Arbeiten mit totalem Umformungsprozess (nicht auf Naturlandschaft beschränkt) Grundschema: A Ausgangspunkt Naturlandschaft B Umformung durch technisch-künstlerische Mittel zur reinen Kunstlandschaft durch Überlagerungsprozesse mittels technischen Tricksereien auch größere Landschaften überlagert C auch Resultat vom Prozess zeigen Vorauswahl Künstler: u. a. Christo mit "Emballage Objekt" (Verdeckung kilometerlanger Küstenstreifen) Gotthard Graubner (Professor Kunstakademie Hamburg) mit "Nebelobjekt" arbeitete u. a. mit Kissen und Gazeschleiern [halbdurchsichtiges Gewebe] (überdeckt / lösten sich langsam auf) für Sendung Tal mit farbigem Nebel auffüllen und dadurch diffus / nicht mehr verortbar machen aus Redemanuskript Sendung 30.11.1970, 22:50, 1. Programm Entwicklung Fernseher / Abspielen vom Videoband im Heimbereich Übergang vom 16-mm-Filmsystem zum Videoband (nicht so anfällig) Kunstaktionen in LAND ART gingen bei imposanten Landschaften unter ("So kam es teilweise zur unbeabsichtigten Versöhnung mit der meist radikalen Idee") IDENTIFICATIONS: pure Geste, die Attitüde, das Statement des Künstlers steht im Vordergrund Gestaltung reduziert, zugunsten der Substanz des Objekts / der Idee Kunstwerk verliert Autonomie (nicht mehr vom Künstler zu trennen) Übersetzung Titel: u. a. "Identifikationen" (soll auf angestrebte Einheit zwischen Kunstobjekt und Künstler im Kunstprozess hinweisen) Richard Long Richard Long als Zitat zum Verzicht auf Kommentare: "[…] Wenn eine zusätzliche Information oder ein Kommentar notwendig sind, dann sind es schlechte Objekte."
Was macht eigentlich unsere Zuhause heute so anders, so anziehend?, 1956, Collage auf Papier, Richard Hamilton
Was macht eigentlich unsere Zuhause heute so anders, so anziehend?, 1956, Collage auf Papier, Richard Hamilton
Still Life #28, 1963, Tom Wesselmann
Still Life #28, 1963, Tom Wesselmann
Exposition of Music - Electronic Television, 1963, Nam June Paik (Rekonstruktion 1989), © Dieter Daniels
Exposition of Music - Electronic Television, 1963, Nam June Paik (Rekonstruktion 1989), © Dieter Daniels
Installation, 1963, Wolf Vostell
Installation, 1963, Wolf Vostell
(Notizen der letzten Tage) TV Fernsehen Interventionen Katalog LAND ART LAND ART Anfänge Verweis Fernsehen in der Kunst Was macht eigentlich unsere Zuhause heute so anders, so anziehend?, 1956, Collage Collage auf Papier, Richard Hamilton Richard Hamilton richardhamilton.jpg Richard Hamilton (1922 - 2011, britischer Maler und Grafiker) Still Life #28, 1963, Tom Wesselmann Tom Wesselmann tom-wesselmann.jpg Tom Wesselmann (1931 - 2004, US-amerikanischer Maler, Grafiker und Objektkünstler) Exposition of Music - Electronic Television, 1963, Nam June Paik (Rekonstruktion 1989), © Dieter Daniels Dieter Daniels paik-1963.jpg Modifikationen, die Bild des laufenden Fernsehprogramms verzerren Installation, 1963, Wolf Vostell Wolf Vostell wolf-vostell-1963.jpg Wolf Vostell (1932 - 1998, deutscher Maler, Bildhauer Bildhauerei und Happening Happening -Künstler) Einführender Text zur Fernsehausstellung LAND ART 1 Künstler beziehen immer mehr die Medien Film, Fernsehen und Fotografie in eigenes Werk ein Ausnutzung der Kommunikationsmöglichkeiten von Massenmedien dabei nicht Hauptgrund Künstler möchten die Medien und deren Eigenschaften (großer Teil unserer visueller Erfahrung basiert auf jenen) hinterfragen (für Vortrag Beispiele Hamilton, Wesselmann, Paik, Vostell erwähnen) 2 Beispiel Jan Dibbets mit "Korrektion der Perspektive" Arbeit nur durch Reproduktion (Fotografie) verständlich fotografische Perspektive zeigt Quadrat in Natur Kunstwerk nicht im realen Raum, nur als fotografische Wiedergabe erlebbar 3 LAND ART und Motive der Künstler nicht nur auf Leinwand gemalte Landschaft sondern Landschaft selber wird zum Kunstobjekt (für Vortrag Hintergründe LAND ART) 4 Welt aus neuen Perspektiven erlebbar (Satellitenbilder) dadurch neue Formen erkennbar (Autobahn nicht mehr funktional wahrnehmbar, nur noch als "künstliche Markierung in der Landschaft" gesehen) Aufruf: "Es wird Zeit, dass wir jeden Graben, den wir ziehen, jede Strasse, die wir bauen, jedes Feld, das gepflügt wird, als Gestaltungsprozesse unserer Umwelt begreifen, - Gestaltungsprozesse, die über die rein praktischen und funktionalen Anlässe dieser Vorgänge hinausgehen." 5 Beispiel zu "künstliche Markierung in Landschaft", Arbeit Dennis Oppenheim "Timetrack" "Das Dreieck - Atelier, Galerie, Sammler -, in dem sich Kunst bisher abgespielt hat, wird gesprengt." 6 Konseqzenzen der Umstrukturierung im Kunstschaffen Kritik an Nicht-Honorierung bei Ausstellungsbeteiligung von Künstlern (Gegenbeispiele Schriftsteller, Schauspieler, Komponisten) 7 Hintergrund Idee Fernsehgalerie breites Publikum mit aktuellen Tendenzen des internationalen Kunstgeschehens direkt konfrontieren 8 Vorteile Fernsehen gegenüber Galerien und Museen (Besucherzahlen / potentielles Publikum wird nicht erreicht) Vergleich Situation Bildende Kunst mit Situation Literatur vor Gutenberg "Die meisten Kunstpublikationen sind heute im Augenblick ihres Erscheines nichts anderes als ein Nachruf auf vergangene Kunstrichtungen." 9 Ablauf Fernsehgalerie auf "Dramatisierung durch Kameraeinstellungen und Filmmontagen wurde verzichtet"
TV Fernsehen Interventionen Bibliothek Katalog zur Ausstellung LAND ART LAND ART (nicht hinterlegt) Ausstellung Szenario (what is the) Mark Hamilton, Kunstverein Leipzig Kunstverein Leipzig Mark Hamilton (* 1968, britischer Künstler) Auseinandersetzung mit materiellen und ideologischen Veränderungen bearbeitet kunstgeschichtliche und soziopolitische Phänomene übernimmt existierende Artefakte, dekonstruiert und analysiert sie und führt sie in einen neuen Kontext ein (Arbeiten ohne Erklärung ohne erkennbarer Bedeutung)
Eröffnung LAND ART, Studio C des SFB
Eröffnung LAND ART, Studio C des SFB
Edinson's Telephonoscope (transmits light as well as sound)
Edinson's Telephonoscope (transmits light as well as sound)
TV Fernsehen Interventionen (Recherche) "Ready to Shoot - Fernsehgalerie Gerry Schum Gerry Schum " Insellage Berlin: Kritiker und Ausstellungsbesucher konnten nur in Ausnahmefällen aus Westdeutschland anreisen Eberhard Roters (Kunstverein Berlin) mit Gutachten zur Fernsehgalerie: "Dies ist besonders für die Berliner Situation von nicht zu unterschätzender Bedeutung, weil dadurch ein interessiertes Publikum erreicht werden kann, das von sich aus nicht die Möglichkeit hat, die kulturellen Ereignisse in der Bundesrepublik und im Ausland zu verfolgen." Eröffnung Fernsehausstellung in der Akademie der Künste, Berlin (oder im Studio des SFB?) Monitore, Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte, Mischpult für Bildregie, Arbeitsplatz Fernsehansager in Live-Übertragung sichtbar technischer Aufzeichnungs- und Reproduktionsapparat ist sichtbarer Bestandteil Fernsehausstellung ohne Bühne / Podest einbezogen nur Künstler, die zur "progessiven Veränderung des kulturellen und sozialen Lebens" beitragen Objekte und Tendenzen mit vorwiegend ästhetischem Gehalt: entsprachen nicht Konzeption der Fernsehgalerie Kunst als lebendiger Prozess verstanden Film zeigt keine Endprodukte, sondern Entstehungsprozesse mit Rückkopplung zum Kunstkonsumenten Eröffnung LAND ART LAND ART , Studio C des SFB fernsehgalerie-eroeffnung.jpg notiert 2 Lautsprecherpaare auf Gang aufstellen, Besucher geht in eine Richtung und hört "ich" - "bin" läuft er zurück: "bin" - "ich" Kurs Televisionen in Kunst, Technik und Ökonomie Technikgeschichte 3-fache-Erfindung der Television A Prähistorie seit Mitte 19. Jahrhundert (ohne Resultate, nur als Patente und Science Fiction) B Fernsehen, Film, Radio 1920 - 1930er C [?] Phonograph (Schall-, Klangschreiber) Gerät zur akustisch-mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Schall 21.11.1877 von Thomas Alva Edison angekündigt, 8 Tage später vorgeführt 1880er: Televisionsidee (Bild aufzeichnen, per Draht übermitteln, wieder abspielen) Diorama (Durchscheinbild) Übergang von Fotografie zu Film "Medienmalerei", Tag/Nachtbilder point-to-point: Information/Bild/Ton an eine andere Stelle übertragen one-to-many: ein Sender, viele Empfänger George du Maurier (1834 - 1896, britischer Autor und Zeichner) Edinson's Telephonoscope (transmits light as well as sound) telephonoscope.jpg "Elektrisches Teleskop", Paul Niphow, 1884 Nipkow-Scheibe Ideengeschichte versus Technikrealität
Roden Crater, Arizona, James Turrell
Roden Crater, Arizona, James Turrell
Star Axis, New Mexico, seit 1971, Charles Ross
Star Axis, New Mexico, seit 1971, Charles Ross
Land Art LAND ART Ende 1960er in USA entstanden Kunstströmung 1968 bei Ausstellung als "Earth Works" bezeichnet deutsche Bezeichnung "Land Art" 1969 von Gerry Schum Gerry Schum geprägt Umwandlung von geografischen Strukturen in Kunstwerk vom kleinsten Maßstab bis zu ganzen Landstrichen Roden Crater, Arizona, James Turrell James Turrell roden-crater.jpg mit vorgefundenen Naturmaterialien oder Eingriffen mit Baugerät und Beton Minimalismus Minimalismus (um Objektivität bemüht) versus Land Art (romantische, gesellschaftskritische Komponente) Kunstwerke teilweise als Spekulationsobjekte betrachtete Land Art ist kein neues Konsumgut, nicht ausstellbar in Galerien / Museen zu Beginn keine Foto- oder Filmaufnahmen gestattet (Vergänglichkeit Vergänglichkeit ) Star Axis, New Mexico, seit 1971, Charles Ross star-axis.jpg Projekte beziehen Landschaft, künstliche Bauwerke und Sonne in Werk ein Land Art ("Es geht um Kunst, nicht um Landschaft") versus Natur Kunst (in Ökologiebewegung entstanden) TV Fernsehen Interventionen Bibliothek "Ready to Shoot - Fernsehgalerie Gerry Schum" Ausgangspunkt: Fernsehen mit breiter öffentlicher Wirkung für Kunst nutzen Rezeption von Kunst stärker demokratisieren entstanden im institutionskritischen Geist der 1960er nicht nur Dokumentation von Kunst, sondern Kunst selber Scheitern Erfolg des Projekts durch Absprung des öffentlich rechtlichen Fernsehsenders nach der 2. Sendung Schum und Wevers Übergang zur Videokunst: galerie schum, Düsseldorf (1971 - 1973) notiert Videoaufzeichnung: schlaffer Luftballon wird durch Aufblasgerät mit Luft gefüllt Schriftzug "Friedrich Fröhlich" immer besser sichtbar Luftballon platzt notiert Glasvitrine auf Sockel mit aufgeblasenem Luftballon (Schriftzug "Friedrich Fröhlich") und daneben gelegter spitzer Nadel Voraussetzungen für Projektentstehung: 1960er Jahre Kulturredaktionen hatten Raum für Experimente Generationswechsel in Redaktionen Abwesenheit von Erfolgskontrolle (Einschaltquoten bei dritten Programmen nicht erfasst, oder nur annähernd ermittelt) Einführung der dritten Programme als "Bildungs- und Minderheitenprogramme" ab 1973 Einschaltquoten erfasst und Desinteresse beim Publikum in Sachen Kunstsendungen erkannt Mischung aus Bekanntem, Erkennbarem und Neuem musste ab da angeboten werden Willi Bongard (Kunst- und Wirtschaftsjournalist): "Die Galerie [ist] ein Sanktuarium, in das nur wenige sich überhaupt hineingetrauen." Dokumentation Vorbereitung / Dreharbeiten Richard Long Richard Long , Jan Dibbets, Marinus Boezem Geradenbild Geradenbild Einzelgespräch Ohme Programmcode für Geradenbilder optimiert