Schreiben

Dienstag, 6. Juni 2017

Diplom Theorie letztes Kapitel nach Telefonat mit Hans abändern meine Kritik an Arbeiten (von mir und anderen) und Überhöhung durch Wörter wie MALEREI (ohne handwerklicher Fähigkeiten) nicht in Diplom-Arbeit verhandeln im letzten Kapitel nur zusammenfassen, was bei Gesprächen herausgekommen ist jedoch aktuelle Erkenntnisse ausdrucken und Daniels Dieter Daniels bei Einzelgespräch geben, damit er sieht, was Gespräche bei mir bewirkten Schreiben (Notizen von Hans zum besseren Schreiben) 1 Wortwahl: immer besondere Wort, nicht das allgemeine, wählen Schwammworte: Faktor, Element, Moment Moment 2 Wortstellung: Sinnwort verlangt Stelle, die Redeton hat (also Anfang oder Schluß) im Vorfeld wenn es gefühlsbetont oder aufschlußgebend ist im Nachfeld, wenn es vorbereitet oder besonders unterstrichen werden soll Beispiel: "Obgleich er […], so hat er […] gewonnen." besser: "Obgleich er […]: gewonnen hat er […]." 3 in Überschriften zuerst Wesentliche: statt "Die geschichtliche Entwicklung des deutschen Schiffbaus" "Der deutsche Schiffbau und seine Entwicklung" 4 Satzbau Grundregel: Hauptgedanke erfordert Hauptsatz; nicht im Nebensatz einsetzen 5 Dass-Sätze: lassen sich teils durch Hauptsätze, teils durch weniger ungelenke Nebensätze ersetzen statt "Ich habe gestern erklärt, dass ich alle Verantwortung übernehme" "Ich habe gestern erklärt: Ich übernehme alle Verantwortung." 6 bei logischem Zusammenhang zweier Gedanke: statt "weil", "wenn" (Unterordnung) "denn" (Beiordnung) statt "Karl konnte nicht kommen, weil er zu arbeiten hatte." "Karl konnte nicht kommen, denn er hatte zu arbeiten." 7 kurze Sätze 8 logische Bindewörter nur einfügen, wenn für Leser sonst schwer verständlich: denn, zwar, aber, dass, nämlich 9 Doppelpunkt: hilft Bindewörter zu sparen "Würden nur die Juristen schachteln: das wäre zu ertragen." 10 in Verben oder Hauptwörtern schreiben: Charakterfrage Wir hoffen <=> Wir haben die Hoffnung beschließen <=> Beschlüsse fassen widersprechen <=> Widerspruch erheben "Die Hauptwörterei ist eine geistige Ermüdungserscheinung: die Menschen sehen die Welt nicht mehr in Bewegung, sondern in Erstarrung." 11 unnötige Beiwörter vermeiden, keine allgemeinen Hauptworte verwenden, die noch ein Adjektiv benötigen zusammengefrorene Verbindungen (schlecht): "Die brennende Frage", "die dunkle Ahnung", "der bittere Ernst" richtige Hauptwörter wählen unfähiger Arzt => Quacksalber unaufmerksamer Mensch => Schlafmütze weitschweifige Darlegung => Wortschwall unter uns langen endlose Wolken => unter uns lag ein Wolkenmeer 12 Adjektive nur: A wenn unerwartet, da überraschend und doch selbstverständlich wie "grobhaarige Dirne", "kurzgeschorene Sachlichkeit" im Gegensatz: "sanfter Eigensinn", "düsterer Triumph" B wenn sie nicht nur verzieren C sie differenzieren: "Fettes Fleisch dürfen Sie nicht essen" D sie Begriff schärferem Umriss geben: "Die (strenge, spielerische, gotische) Architektur des Schlosses ist erlesen." 13 statt Fürwort (wie derselbe, ersterer, letzterer, welcher) Sache noch einmal nennen, oder mit neuem Wort beschreiben 14 statt sein => sich befinden haben => über etwas verfügen können => sich in der Lage sehen von => seitens wegen => anlässlich einerseits – andererseits und / oder => bzw. 15 lebendiger Stil Fragen einflechten Ausrufe: "Gestern kam ein junger Mann zu mir, und richtig!, mit einem Manuskript." 16 abstrakte Begriffe vermeiden Schicksal => Glück und Unglück Einwohner => Männer und Frauen wuchs nichts => wuchs weder Baum noch Strauch noch Gras 17 Abstrakta auf -ung, -heit, -keit vermeiden 18 Klarheit nicht zwei Gedanken auf einmal denken auswählen: Darstellen heißt weglassen Gliedern: Gliederung am Beginn klar ankündigen am Schluss Aufsatz: Welche Frage hat Autor eigentlich beantworten wollen und wie hat er sie beantwortet? zwischendurch Zusammenfassungen geben kleine Schritte: kein Glied aus Kette der Schlussfolgerung darf fehlen 19 Einwände Leser erraten und rechtzeitig widerlegen 20 Zahlen übersetzen: statt "Indien ist 4684000 km² groß" => "Indien ist zehnmal so groß wie …" Studienreise Athen 2017 Aufzeichnungen aus Athen transkribiert und auf jeweiligen Tag verteilt
Diese Netzpublikation gibt Einblick in mein Kunststudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von 2012 bis 2018. Ich möchte niemandem schaden, sondern meine Studienzeit in all ihrer Komplexität festhalten – in Bezug auf das Studium, die Kunst im Allgemeinen und meine eigene Arbeit. Fehlerhafte Informationen sind ungewollt Teil der Notizen, bedingt durch meinen Wissensstand und teils unleserliche handschriftliche Notizen. Zitate sind nur dann angegeben, wenn ich sicher bin, dass sie korrekt wiedergegeben wurden, auch wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen sind. Meine künstlerische Arbeit thematisiert vor allem Suche und Zweifel. Gespräche mit Professoren und Dozenten fließen in meine Notizen und meine künstlerische Entwicklung ein.

Leipzig, 13. Dezember 2016