Friedrich Fröhlich

V O R S C H A U

notiert,
S/w, gebunden, mit offenem Buchrücken, im Schuber, zahlreiche Abbildungen.
Inklusive fotografischem Arbeitsmaterial und aller seit Februar 2018 geführten Zwiegespräche.
In Vorbereitung. Erscheint voraussichtlich Sommer 2019 im Eigenverlag.


B E R E I T S   E R S C H I E N E N

Gespräch über Kunst.
Band 1: "Zwischen einem Kunststudenten und seiner Großmutter.", 188 Seiten s/w, gebunden, Hardcover.
Band 2: "Zwischen einem Kunststudenten und einem Flugbegleiter.", 164 Seiten s/w, gebunden, Hardcover.
Band 3: "Zwischen einem Kunststudenten und einem Rechtswissenschaftler.", 340 Seiten s/w, gebunden, Hardcover.
Erstausgaben. Jeweils erschienen 2018 im Eigenverlag.

Selbstgespräche.
1.024 Seiten s/w, gebunden, mit offenem Buchrücken, im Schuber.
Erstausgabe. Erschienen 2018 im Eigenverlag.

Aufzeichnungen eines Kunststudenten.
1.024 Seiten s/w, gebunden, mit offenem Buchrücken, im Schuber, zahlreiche Abbildungen.
Erstausgabe. Erschienen 2018 im Eigenverlag.


Vorwort zu allen das Kunststudium betreffenden Publikationen

Seit Beginn des Kunststudiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig habe ich mir - zunächst nur für mich - Notizen zum dortigen Geschehen gemacht. Mit der Zeit entstand eine beachtliche Sammlung. Die drohte im Chaos zu versinken, würde ich mich dem nicht entgegenstemmen. Über die Jahre hinweg entwickelte ich ein Internetformat, wo auch ein Fremder sowohl das Notierte einsehen als auch nach Kursen, Werkstätten, Klassentreffen, Konsultationen, Studienreisen und Ausstellungen suchen konnte.

Für mich waren vor Beginn des Studiums "Kunst", "Künstler" und "Kunststudent" von Mythen umrankte Begriffe. Als Außenstehender erhält man nur spärlich Einblick in dieses Territorium "nur für Eingeweihte". Sicherlich, der jährliche Rundgang lädt zur Besichtigung der Kunsthochschule ein, die Ausstellung vermittelt Besuchern Kunst und Künstler, es gibt das Offene Atelier und das Künstler-Gespräch. Aber einen umfassenden, sich nicht nur selbst bespiegelnden Einblick, der bleibt einem verwehrt. Freilich, mein Notiertes ist subjektiv, auf mein künstlerisches Interesse nur gemünzt, von daher thematisch beschränkt. Und doch ist es mehr als ein "Tag der offenen Tür", wo sich Kunst und Künstler von ihrer besten Seite nur zeigen wollen.

Das Offenlegen studienrelevanter Inhalte traf nicht nur auf Zustimmung. Es gab auch jene, die dies Tun kritisch beäugten. Streit, monatelanger Zwist war die Folge. Ich halte es mit Herrn Daniel Paul Schreber, der in seiner 1903 erschinenen Schrift "Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken", sich wie folgt rechtfertigte: "Jedenfalls liegt mir die Absicht eines Angriffs auf Ihre Ehre durchaus fern, wie ich denn überhaupt gegen keinen Menschen irgendeinen persönlichen Groll hege, sondern mit meiner Arbeit nur den Zweck verfolge, die Erkenntnis der Wahrheit auf einem hochwichtigen, dem religiösen Gebiete, zu fördern." Unnötig zu betonen, dass es in meinem Fall nicht um Religion, vielmehr um Kunst geht.

Nun, nach fünfeinhalb Jahren und dem Abschluss als Diplom-Künstler (allerdings nur als durchschnittlicher, also als Durchschnittsdiplomkünstler) beende ich die Aufzeichnung und übergebe sie dem Medium Buch. Als letzten Akt sozusagen. Meine Notizen waren mir viele Jahre lang ein Ort, an dem ich oft und gerne verweilte, den ich selbst gerne zum Recherchieren nutzte, und ein Hort, wo ich meine Gespräche über Kunst sammelte und dem ich meine Standpunkte zur Kunst im Allgemeinen, zum Kunststudium und zur eigenen künstlerischen Arbeit im Speziellen anvertraute.

Hier liegt nun das Ergebnis meiner Sammelleidenschaft vor: insgesamt fünf Bücher, Tausende von Seiten, zahlreiche Abbildungen. Das Konvolut enthält Selbstgespräche, Bemerkungen zu Ausstellungen sowie Notizen zu kunstgeschichtlichen und philosophischen Kursen, zur Werkstattarbeit, zu Klassentreffen, zu Konsultationen. Streckenweise dürfte Ihnen das Notierte ermüdend langweilig, oberflächlich, wiedergekaut, kopiert vorkommen. Aber auch das gehört zu einem Kunststudium. Demgegenüber steht Geschriebenes, das den Nerv treffen und Zweifel schüren möchte. Auch an Ermutigungen, fort zu fahren, soll es nicht fehlen. Und brächte die eine oder andere Bemerkung den Leser zum Schmunzeln, würde mich dies freuen.

Friedrich Fröhlich
Leipzig, im Oktober 2018