Friedrich
Fröhlich

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Vergleich Porträtplastiken und Personen

Theodor Heuss, (1) Gerhard Marcks, 1952 (2) Karl Hartung, 1959 (4) Bernhard Heiliger, 1960 portraetplastik-theodor-heuss.jpg Formprinzip der Wölbungen und Wülste bei Gerhard Marcks. Steigert Ausdruck des "Vollen" und "Prallen". Durch wiederkehrende Schwellungen entsteht zwischen verschiedenen Gesichtspartien eine Verwandschaft, die Plastik wirkt in sich ruhend. Bernhard Heiliger arbeitet hingegen mit Konkavformen, die, wo sie zusammenstoßen, Grate und Höcker bilden. Konkavformen vom Schädel von Theodor Heuss hergeleitet. Konkavformen bestimmen Formprinzip und erzeugen ein einheitlich Ganzes. Karl Hartung arbeitet mit konvexen und konkaven Formen. Formverwandschaft aller Partien erzeugt auch hier stimmigen Ordnungszusammenhang. Asymmetrische Formbestände besonders sinnvoll, wenn beim Porträtierten Asymmetrien vorhanden. Bertolt Brecht (1) Fritz Cremer, 1953 portraetplastik-bertolt-brecht.jpg Glatt nach vorne gekämmtes Haar detailreich wiedergegeben. Auffällig glatte Haut, schiefe Nase, in sich gekehrter Blick, Augenhöhle mit starkem Schattenwurf, schmale Lippen. Ernst Reuter, (1) Bernhard Heiliger, 1957 portraetplastik-ernst-reuter.jpg Kräftige Figur und massiver Schädel auf Porträt übertragen, große Augen / Pupillen durch starke Wölbung und Krater wiedergegeben, wulstige Nase und Lippe. Bei Augen dachte ich bis eben, dass Ernst Reuter eine Brille andeuten wollte. Dunkle, große, stark gebogene Augenbrauen durch Licht und Schatten verdeutlicht. Helles unscheinbares Haar durch schattenfreie Schädelmodellierung übertragen. Francisco Franco, (1) Georg Kolbe, 1939 (2) 1964 portraetplastik-francisco-franco.jpg Trotz großem Altersunterschied starke Ähnlichkeiten in Plastik und Fotografie. Friedrich Nietzsche (1) Curt Stoeving, Totenmaske, 1900 (3) Max Klinger, 1902 portraetplastik-friedrich-nietzsche.jpg Totenmaske von Curt Stoeving wurde von Max Klinger in Porträtplastik überarbeitet. Stark übertrieben modellierte Augenbrauen lassen Augenpartien stärker hervortreten, die zusätzlich durch Aushöhlung der Pupillen kräftig und zielsicher wirken. Käthe Kollwitz, (1) Hanns Dietrich, 1945 (3) Selbstbildnis, 1926-36 portraetplastik-kaethe-kollwitz.jpg Lenin (1) Fritz Cremer, 1970 portraetplastik-lenin.jpg Charakteristischer eiförmiger zum Kinn ziehender Kopf. Verstärkt durch Kinnbart und wenn dann nur sacht modellierter Haarkranz. Linienförmige geschwungene Augenbrauen und stechender Blick durch Aushölung der Pupillen. Ludwig Erhard, (1) Bernhard Heiliger, 1962 portraetplastik-ludwig-erhard.jpg Trotz starker Formverfremdung erkennbar. Enden der Lippen stark abfallend, fettige Wangen, große Ohren, Doppelkinn, durch Vermeidung von starkem Schatten helles Haupthaar übertragen. Oskar Kokoschka, (1) Hans Wimmer portraetplastik-oskar-kokoschka.jpg Walter Husemann (1) Fritz Cremer, 1937 portraetplastik-walter-husemann.jpg Form des stark aufgeblähten Haares auf gesamten Kopf übertragen, siehe Formzusammenhang. Alle Formen, wie Ohren, Lippe, Nase, weicher und fülliger wiedergegeben.

Kopf von Oma

Vergleich 2015 und 2021

Oma (1) ca. 2015 (2) 2021 portraetplastik-lebend-tot.jpg Obwohl nur sechs Jahre zwischen Fotografien liegen, erscheint es, als wären es zwei Personen. Durch Schädel, Knochen und Knorpel festgelegte Formen sind gleich, siehe Stirn, Augenhöhlen, Nase. Alle Elemente, die durch Haut und Fleisch geformt werden, unterscheiden sich stark. Weiterhin fällt der bewusst gelenkte Blick auf gemalte Augenbrauen, gewelltes Haar, gefärbte Lippen auf. Dadurch treten andere Formen in den Hintergrund.