• [ Aufnahme Anfang. ]
  • Der modellierte Kopf von mir hatte eine sehr längliche Form angenommen.
  • Aber das hab ich bewusst weitergeführt!
  • Bis ich ihn mir heute früh noch einmal angeschaut hab.
  • Und da kam die Frage nach dem Warum.
  • [ Pause. ]
  • WARUM muss der so länglich sein?
  • WAS soll das ausdrücken?
  • Und WAS hat das mit mir zu tun?
  • WARUM hab ich die Oberfläche so glatt gemacht?
  • [ Pause. ]
  • Sobald solche Fragen kommen, hab ich gar keine Lust mehr, das ... ähm ... in Gips zu gießen und weiter zu bearbeiten.
  • Dann ist das HOHL!
  • [ Pause. ]
  • Das war mir ja schon häufiger passiert.
  • Solange ich ... ähm ... versuche die Realität abzubilden, also einen Kopf abzubilden, mit Ton oder Wachs ...
  • Solange kann ich lange dran arbeiten.
  • Ich VERSUCHE es zu kopieren.
  • Es klappt nicht, aber ich versuche es.
  • [ Pause. ]
  • Und sobald ich dann eben abweiche und eigene Formen hineinbringe, dann schaffe ich es nicht einmal eine Stunde oder zwei Stunden dran zu arbeiten.
  • Schon werfe ich wieder die großen Fragen auf!
  • [ Pause. ]
  • Der Kopf war jetzt ja sehr lang.
  • Ich hab ihn so gestutzt, dass er wieder ungefähr die realen Proportionen hat.
  • In der Hoffnung, dass ich ... ähm ... damit wenigstens weiter modelliere.
  • Aber das hat dann ...
  • Ein Gebäude ist in sich zusammengestürzt!
  • Ich wurde dann wieder so Fahrig beim Modellieren.
  • [ Pause. ]
  • Ich hab gar nicht mehr auf die Form geguckt, auf die einzelnen Formen.
  • Ich hab nicht mehr versucht zu verstehen, warum das so ist.
  • [ Pause. ]
  • Jetzt hab ich halt abgebrochen.
  • [ Pause. ]
  • Es ist glaube ich viel einfacher, zu arbeiten, wenn man einen AUFTRAG hat.
  • Also von anderen Menschen.
  • Weil man dann diese Frage nach dem Sinn gar nicht stellt.
  • Jemand anderes WILL das, also MACHT man es.
  • Jemand anderes WILL eine Arbeit von einem, also macht man das ohne zu hinterfragen.
  • Ich kann ja noch was dazulernen und etwas für mich dabei entdecken!
  • In der Arbeit.
  • Und einen Ausdruck finde.
  • Aber solange von Anfang an NUR im Fokus steht, dass man SELBST sich die Aufgabe gibt, ist das wie eine LÄHMUNG bei mir.
  • [ Pause. ]
  • Heute hab ich mir wieder einige Kunstbücher angesehen.
  • Von tausenden Jahre alten Plastiken.
  • Das wirkte alles genau RICHTIG, wie sie da gezeigt wurden.
  • Aus der Zeit!
  • Wie sie da so entstanden!
  • Und einige wirkten unglaublich primitiv.
  • Ich könnte sie sofort kopieren!
  • Höchstwahrscheinlich.
  • Aber dieses bloße Kopieren von irgendwelchen Plastiken, die damals erschaffen wurden, die damals einen bestimmten ZWECK erfüllten, einen SINN hatten, ...
  • Dieser Sinn geht halt abhanden, indem ich nur noch kopiere.
  • Wo es ja nichts mehr mit mir zu tun hat!
  • Und gleichzeitig sehe ich keinen Sinn darin, ... ähm ... wenn etwas nur mit mir zu tun hat, es auszudrücken.
  • [ Pause. ]
  • Beziehungsweise ich SEHE noch nicht einmal etwas, was ausgedrückt werden MÜSSTE.
  • [ Pause. ]
  • Bei den Linienbildern ist das ja eher ein ...
  • Ich finde es selbst spannend, wie aus Linien langsam eine Figur entsteht.
  • Also da ist der PROZESS für mich eher spannend.
  • Warum ich daran tagelang arbeiten kann.
  • Beim Modellieren geht es um etwas anderes.
  • Da geht es darum, dass am Ende etwas beendet wird.
  • Ich arbeite zu dem Ende hin.
  • [ Pause. ]
  • Das Ende bedeutet auch viel Nacharbeit.
  • Nicht nur in Gips gießen.
  • Sondern dann auch weiter zu bearbeiten.
  • Nach einem Sockel gucken.
  • Eventuell in ein anderes Material zu gießen.
  • Eine Silikonform zu bauen.
  • [ Pause. ]
  • Es zieht also extrem viel nach sich.
  • Und das viele, was es nach sich zieht, ... ähm ... das kann ich halt nur machen, wenn ich in dem Ergebnis etwas RICHTIGES sehe.
  • [ Pause. ]
  • Aber ich SEHE nichts!
  • [ Aufnahme Ende. ]