• [ Aufnahme Anfang. ]
  • Ich bin sehr ungeduldig.
  • Also so eine größere ... so ein großes Blatt Papier ...
  • Wenn ich das über mehrere Tage bearbeiten würde ...
  • Das würde nie zum Ende kommen!
  • [ Pause. ]
  • Einfach weil ich schon weiß, was ich will und ... ähm ... dann zu viel Zeit brauche, das umzusetzen.
  • Ich find's ja komisch, dass ich die Linienbilder überhaupt ... ähm ... über so viele Tage bearbeiten kann!
  • Aber da liegt's glaube ich daran, dass ich jeden Zwischenschritt ...
  • Dass jeder Zwischenschritt schon eine fertige Arbeit sein KÖNNTE.
  • Und ich sozusagen mich langsam rantaste.
  • Langsam die Linien wieder verändere.
  • Und sich das Bild damit langsam verändert.
  • Dass das Bild aber am Anfang eigentlichs schon ein Bild darstellt.
  • [ Pause. ]
  • Und wenn ich was mit dem Stift zeichne, dann ist am Anfang nun einmal gar nichts da.
  • Deshalb finde ich das gerade gut, dass ich ... ähm ... auf A4-Blättern zeichne.
  • Das ist ja ein kleines Format!
  • Da hab ich den Überblick!
  • Da weiß ich ... ähm ...
  • Das A4-Blatt bekomme ich fertig.
  • Und am Ende kann ich dann ja mehrere, die dann fertig sind, aneinander bringen.
  • [ Pause. ]
  • Einmal hab ich mal eine Arbeit gesehen von einem psychisch Kranken.
  • Der hat auch viele kleine Arbeiten aneinandergefügt.
  • Und das schaute aber nicht gut aus.
  • Also das waren irgendwie immer eine Kuh.
  • Und die war immer aneinander gereiht.
  • Und von weitem sah ich halt nicht, dass das ganz viele kleine Blätter waren.
  • Da sah das gut aus!
  • Als ich dann aber nah dran war und ich sah, dass das viele kleine Papiere waren, die einfach nebeneinander angeheftet waren, ...
  • Das war dann nicht mehr so schön.
  • Das war so symmetrisch!
  • So ordentlich!
  • [ Pause. ]
  • Also wenn ich schon viele kleine Blätter aneinander hefte, dann sollten die auch ...
  • Die sollten halt nicht in Reihe und Glied sein.
  • Dann wirkt das zu ...
  • Zu sehr nach Raster.
  • Das wäre langweilig!
  • [ Pause. ]
  • Leicht verschieben!
  • Ich kann sie auch anschneiden, wenn ich sehe, dass eine Stelle nicht dran sein muss.
  • [ Pause. ]
  • Zum Beispiel bei dem Spiegelbild, was ich jetze gemacht habe.
  • Da sind auf zwei Blättern die Brüste noch dargestellt.
  • Bei dem ersten sieht man die Brust noch, bei dem zweiten Bild endet sie.
  • Und wenn ich die leicht übereinander lege, dann wirken die Blätter nicht mehr so starr aneinandergefügt.
  • [ Pause. ]
  • Also noch mehr nach Collage!
  • Da sollte ich mir einfach diesen ... ähm ... Freiraum lassen, sowas zu machen.
  • Und nicht immer alles so streng untereinander heften.
  • [ Pause. ]
  • Ich weiß nicht, ob das bei dem Papier jetze so gut funktioniert, aber ich mag ja, wenn man so Nähte sieht.
  • Also wenn so mehrere Stoffe aneinander genäht sind oder so mit dickem Seil.
  • So wie so ein Tierfell.
  • [ Pause. ]
  • Da könnte ich halt auch Papier nicht aneinander kleben sondern binden!
  • [ Pause. ]
  • Vielleicht aneinander nähen!
  • Es ist also ein kleines Blatt da, aber das kann immer größer werden, indem ich immer wieder was dran nähe.
  • [ Aufnahme Ende. ]