• [ Aufnahme Anfang. ]
  • Bei den Linienfeldern spielt nicht nur das Versagen des Materials eine Rolle.
  • Das Versagen der Maschine!
  • Sondern auch das Versagen des Menschen.
  • [ Pause. ]
  • Das Papier verändert durch die Oberfläche, durch das Wellen, ...
  • Je mehr drauf gezeichnet wird ...
  • ... die einzelnen Linien.
  • Es scheinen sogar Muster durch, die nur durch das Papier, durch den Herstellungsprozess des Papieres entstehen KÖNNEN.
  • [ Pause. ]
  • Es ist also nicht so GLATT.
  • So SAUBER.
  • Wie es auf dem ersten Blick scheint.
  • [ Pause. ]
  • Neben dem ist eben auch der Mensch, also in dem Fall ich, ...
  • Bin ICH Teil der Arbeit, weil auch ICH versage.
  • Sobald ich eine Maschine habe, die Arbeit für mich übernimmt, höre ich auf, die ganze Zeit konzentriert daneben zu stehen und Linie für Linie zu kontrollieren.
  • Ich verliere also Konzentration.
  • Werde müde!
  • Lege mich hin!
  • Und das sind die Momente, in denen ...
  • Wenn die Maschine einen Fehler hat ...
  • Wenn das Papier einen Fehler hat ...
  • Wenn der Stift einen Fehler hat ...
  • Da werden dann diese Fehler mit voller Kraft umgesetzt.
  • [ Pause. ]
  • UNKONTROLLIERT.
  • Und erst wenn ich wieder hingucke und diesen Fehler bemerke und eingreife ...
  • Das heißt einen neuen Stift einlege.
  • Wenn der Tuschetank leer ist.
  • Oder wenn die Tusche nicht wirklich flüssig zum ... zur Kugel nach vorne geleitet wird.
  • Oder wenn an der Spitze mit der Zeit immer mehr Franzen vom Papier sich ansammeln.
  • Und so immer dickere Linien hervorbringen.
  • Oder wenn sich das Papier eben immer weiter wellt und so zwischendurch schon immer was gezeichnet wird, obwohl der Stift durch die Maschine recht hoch angehoben wurde.
  • [ Pause. ]
  • Also EIGENTLICH sind in diesen Arbeiten, den Linienfeldern, alle Fehlerquellen, die sein können, sind vorhanden!
  • [ Pause. ]
  • Unbeabsichtigt!
  • Ich versuche ja sogar Fehler zu vermeiden.
  • Aber es PASSIERT.
  • Und ich musste jetzt auch erst wieder lernen ...
  • Bei der ersten, bei der zweiten, bei der dritten Plotterzeichnung ...
  • Dass ich das HINNEHME.
  • Also diese Fehler akzeptiere.
  • Auch akzeptiere, dass ich nicht immer anwesend bin.
  • Und dann, wenn etwas passiert, wenn ich nicht da bin, dass ich das dann als TEIL der Arbeit betrachte.
  • Und nicht in dem Sinne als Fehler, dass die Arbeit fehlerhaft ist, sondern als Fehler, was die Arbeit erst zu der Arbeit MACHT.
  • Anders als bei den Linienbildern, wo ein Motiv gezeichnet wird, ist bei den Linienfeldern der Fehler oder die Anfälligkeit der Maschine, des Materials, des Menschen, ...
  • Das ist sozusagen TEIL der Arbeit.
  • [ Pause. ]
  • Die Arbeit wird GEPRÄGT davon.
  • Und ohne dem würde ich auch gar nicht weiter arbeiten daran wollen.
  • Also GERADE das Fehlerhafte macht diese Arbeiten für mich selbst so interessant!
  • [ Aufnahme Ende. ]