Thema Langsam beginne ich den Druck, die eigene künstlerische Arbeit einem Thema unterzuordnen, abzustreifen. Wie schon bei der Diplomverteidigung geäußert, ging es mir bei den Selbstbildnissen nicht um die Bearbeitung der Themenfelder Selbstbildnis, Künstler, Gesellschaft. Um Ausprobieren zu können, braucht es ein Motiv. Und gerade beim Modellieren braucht es eines, welches stundenlang, tagelang, wochenlang anwesend ist. Da liegt es nahe, den eigenen Körper zu nehmen. Wenn mich das Verlangen packt, zu modellieren, ist das Motiv da. Es muss nicht erst bestellt werden! Bei der Verteidigung waren es nur Worte, ein Wunsch, mehr nicht. Ich fühlte mich noch in das System Kunsthochschule gedrückt, in dem — zumindest in der Medienkunst — die eigene Arbeit immer irgendwie einem Thema untergeordnet werden soll. Ausprobieren ist gar unmöglich! Denn beim Ausprobieren möchte ich mich der Erklärung verweigern können, warum genau dieses Material, warum genau diese Pose, warum genau diese Größe, warum genau zur heutigen Zeit. Warum! Spieluhr Die letzten Tage ließ mich eine gekaufte Lochband-Spieluhr nicht mehr los, wo eigene Melodien in das Lochband gestanzt werden können. Spielerisch — und zwar nicht erzwungen sondern tatsächlich frei von jeglichem Druck! — nahm ich als Zutat den Sternenhimmel, wanderte in mein Geburtsjahr 1985 zurück, übertrug die damalige Konstellation der hellsten Sterne in ein Notensystem, stanzte die Noten in das Lochband und ließ die Spieluhr erklingen. Kein Warum störte mich bei der Arbeit. Nun möchte ich die Melodie mit der Büste vereinen. Musik mit Bildender Kunst! Eine Konstruktion bauen, bei der die Büste oder ein Ganzkörperporträt auf einer Drehscheibe steht und sobald sie in Bewegung gesetzt ist, die Melodie erklingt. Die Plastik wird so vollumfänglich erkundschaftet und die Melodie schafft die Erzählung dazu. Ganz frei von begleitendem der Sache nicht zuträglichen Textmaterial! Warum ich das machen will, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich den Drang habe, es zu tun. Was gibt es besseres? Sterne Nachricht von Hans: Zu den Sternen: Genaue Angaben habe ich hier nicht parat. Norden ist die Mitte. Der helle Stern daneben ist der Polarstern. Die Sterne um den Himmelsnordpol wurden früher zur Eichung von Helligkeitsmessungen herangezogen. Deshalb sind sie sehr gut vermessen worden. Und es gibt genaue Tabellen.