Friedrich
Fröhlich

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Zur Ganzkörperplastik mit Unterhose als Zeichen einer zeitgenössischen Plastik (siehe 6.3.): Ist ein Trugschluss. Nur weil ich heute übliche Kleidung in die Plastik integriere, ist sie nicht zeitgenössisch. Oberflächlich gewiss: Was sehe ich. Aber die Oberflächenbehandlung, das Material, die Geste, der Ausdruck: sind davon weiterhin unberührt. Es ist also lediglich ein Indiz. Plastisches Gestalten besteht aus Inhalt und äußerer Formgebung. Was möchte ich mitteilen / festhalten? Nur wild ausprobieren, alles darstellen, aktuelle gesellschaftliche Diskussionen festhalten ist mir zu wenig. Ausprobieren könnte aber am Anfang stehen. Ohne Ausprobieren kein Fortschreiten. Muss die bloße Anschauung der Plastik durch den Betrachter zum Verständnis führen? Ist nicht gerade das Nicht-Sofort-Verstehen-Können Ausdruck einer extrem individualistischen Zeit? Ich bin keine Kirche, die Inhalt über Form vermitteln will. So oder so: Kunst ist nicht von vornherein selbstverständlich, da es keine allgemeinverbindliche Kunstauffassung gibt. Nur dann darf ich auch nicht versuchen meine Arbeit mit Worten zu erklären. Worte vermitteln, es gäbe einen für jeden nachvollziehbaren Grund. Ich kann lediglich aus meinem Leben erzählen. Was in der Plastik dann gesehen wird, bleibt offen. Neue Werkstoffe und neue Arbeitsmethoden fordern Erklärung. Eine Büste — und dazu noch aus herkömmlichem Material wie gebrannter Ton oder Gips — wird nicht hinterfragt. Der Mensch ist Hauptthema der Bildhauerei. Warum im kindlichen Zeichnen, in der Höhlenmalerei, bei psychisch Kranken Material suchen? Ich bin kein Kind mehr! Ich bin kein Höhlenmensch! Ich bin nicht in einer Klinik! Mit dem Imitieren werde ich nicht naiver, ich tue nur so. Sobald ich mich bewusst zu so einem Stil entscheide, kann nur Totes entstehen. Dieses Vorgehen kann also lediglich Anfang sein, eine Lockerungsübung.