Heute die Alte Nationalgalerie in Berlin mit Hans und Gisela besucht. Grenze Auf Bordsteinkante balanciert. Das reizt mich, weil in der Breite wenig Bewegungsfreiheit. Das Spielen darauf fordert von mir das Gleichgewicht zu halten. Ein Kunstraum ohne Grenzen produziert müde, verkopfte Kunst. Da der Künstler selbst bereits alle Grenzen gesprengt, muss ich mir Regeln machen, die eingrenzen und zugleich fordern. Siehe Arnold Schönbergs Zwölftontechnik. Oder die Bordsteinkante. Ausdruck Beim Modellieren merke ich, wie ich jedwede Form mit individuellem Ausdruck scheue, da mir diese selbst modellierten Formen noch nichts mitzuteilen haben. Da Verharren auf das bloße Kopieren der Natur keine Lösung ist, muss ich ausprobieren! Aber ohne zu hinterfragen. Ohne einer Idee von Ausdruck haben zu wollen. Ein nicht hinterfragbares Ganzkörperporträt ist eines mit Unterhose. Statt Baum oder Stein als Stütze: Stuhl oder Hocker. Keine zu emotionale Geste. Eher verhalten, unaufdringlich. Aber ein schöner Körper. Kniende Brunnenfigur, 1898, George Minne minne.jpg Ich weiß nicht, was ich will. Nur was ich nicht will. Eine Form modellieren, wo der Betrachter Vertrautes findet, nicht verzweifelt sucht. Ein Titel, der die Arbeit nur beschreibt. Die Arbeit muss wortlos funktionieren. umsetzen Verschiedenste Körperhaltungen fotografisch festhalten und als Vorlage für Plastik verwenden. Auge Arnold Böckling (Ausschnitt), 1897, Adolf von Hildebrand auge.jpg Iris von Adolf von Hildebrand hervorgeholt, Pupille ausgelassen, kleines dunkles Loch. Zu Das eherne Zeitalter, 1875/76, Auguste Rodin: Schon damals aufgrund detailgetreuer Wiedergabe des menschlichen Körpers eines simplen Abgusses seines Modells bezichtigt.