Friedrich Fröhlich

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Liegender Akt
31, Plotterzeichnung
220 × 55  cm


Ich hatte ein Film geguckt. Kinofilm. Wo irgendwann eine Nonne gefilmt wurde, wie sie auf der Treppe lag. Und die Kamera zoomte weg oder heran. Und diese Szene fand ich so gut, dass ich das auch machen wollte. Außerdem passte das, weil ich schon davor in einigen der Bilder, die ich gemacht hatte, irgendwie Jesus oder Adam oder wen auch immer gesehen hab. Also irgendwie hatte das immer was Religiöses an sich. Und diese Szene eben auch. Und deshalb hab ich mich fotografiert wie ich nackt auf dem Boden liege und dann das in Geraden umgewandelt. Das Bild das war dann so groß, dass ich es ... ähm ... teilen musste. Was mich später geärgert hat. Ich hab also ein Triptychon drauß gemacht. Was dann wiederum gepasst hat. Überhaupt war das die erste große Arbeit, die ich gemacht hab. Davor hab ich glaube ich immer kleiner gearbeitet. Für mich war das also auch ein Aufwand, weil ich gar nicht ... äh ... gewusst hab, wie es ist, mit so einem großen Bild umzugehen. Und ich hatte immer Angst vor der Hängung. Weil irgendwas ist immer leicht schräg und ich bekomme es nie ganz gerade hin. Die Rahmung war dann auch sehr teuer. Ich glaube um die 400 Euro. Deshalb wollte ich dieses Bild auch unbedingt zeigen zu einer Ausstellung. Aber da hatte ich dann gerade so eine Phase, wo ich nichts zeigen wollte. Also wo ich nur verhüllt habe. Und deshalb wollte ich dieses Triptychon verhüllt zeigen. Und zwar drei Kästen. Nur das hätte wieder eine Menge mehr aufgemacht. Vor allem weil niemand hätte gesehen, was dahinter ist. Was mich dann auch geärgert hätte. Aber warum ich ja eigentlich verhüllen wollte. Ich wollte mich also dazu zwingen mich zurückzuhalten. Gerade WEIL ich von der Arbeit ... äh ... überzeugt war. Also hab ich dann alles fertig gemacht. Hab es auch schon testweise aufgehangen und dann doch wieder abgehangen. Am Ende hat dieses Bild nie irgendwo gehangen. Außer in meiner eigenen Wohnung. Wo es jetzt noch über'm Bett hängt. Kurz darauf hab ich dann auch von Otto Dix das Triptychon "Der Krieg" gesehen. Ich glaube in Dresden. Wo ja auch jemand ... äh ... liegt. Und kurz darauf hab ich dann wieder so einen liegenden Menschen gesehen. Was auch einen religiösen Hintergrund hatte. Also Jesus höchstwahrscheinlich. Also irgendwie ist dieses Liegen auch ein großes Themen der Bildenden Kunst. (4.5.2019)