Friedrich Fröhlich

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Kopf von Marios
33, Plastik aus Gips
12 × 22 × 17  cm


Kein Wetter da
Traum vom 6.5.2019


Ich bin auf Wanderschaft — aber ohne Rucksack, ohne Proviant — es scheint weder die Sonne noch ist es bewölkt — es ist kein Wetter da.

Ein Parkplatz in der Ferne — eine kleine Menschentraube macht sich plaudernd mit Picknickkorb und Decke auf den Weg.

Da naht ein Wagen — ein Geländewagen mit geschwärztem Glas — durch das ein Auge blickt — teilnahmslos, starr — die Finger das Lenkrad umklammern.

Der Wagen hält, er steigt aus — aus einem großen Auto ein kleiner Mann — auf einem Parkplatz ohne Wetter.

Du siehst nicht — ich will nicht — als ich mich überwinde, er ist fort.

Die Menschentraube erreicht ein Haus — ein Haus mit gepflegtem Vorgarten, ein niedriger Zaun grenzt ab, die Eingangstür weiß mit kleinen Guckfenstern — ein Einfamilienhaus.

Die Eingangstür steht offen — sie diskutieren rege und laut — sie sehen mich nicht — es hat mich ja niemand erwartet — an einem Tag ohne Wetter.

Bis ich frage, wo er ist — da hebt wer den Arm und zeigt auf eine geschlossene Tür — ich öffne — ein weiß gefliestes Badezimmer.

Links in der Ecke eine Wanne — mit inzwischen erkaltetem Wasser — darauf knisternd der Schaum, der sich vereinzelt lüftet und den Blick auf ein schlaffes Glied offenbart.

Da badet er also.

Der Körper glänzt — er ist benässt — befleckt.

Es fehlen die Beine — es fehlen die Arme — es fehlt der Kopf — er, ein Rumpf aus schwerem Stein, der auf dem Wasser schwimmt — leblos und doch wunderschön.

Ich frage ihn — da greift er nach seinem Gesicht und schaut mich an — durch die Tür hören wir gedämpft das Stimmengewirr — aber er, er versteht nicht.

Wie solltest du auch — es ist kein Wetter da. (6.5.2019)