Friedrich Fröhlich

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Kopf
33, Plastik aus Gips
16 × 27 × 20  cm


Ich bin eigentlich ein sehr strenger Mensch. Glaube ich. Also ich versuche immer etwas umzusetzen mit einem Gedanken dahinter. Und das dann auch richtig umzusetzen. Und nicht nur so halb. Und eigentlich mag ich es auf der anderen Seite aber zu spielen. Also einfach auszuprobieren! Und schauen, was passiert. Aber das schaffe ich meistens nicht so richtig. Auch Alkohol hat nichts gebracht. Da schlafe ich dann eher ganz schnell ein. Anderen bringt das ja anscheinend was. Also bei Künstlern. Und bei Köpfen, wenn ich die modelliere, da komme ich ganz schnell dazu, dass ich immer detailierter werde. Und immer genauer arbeite. Und dann aber die Gesamtform gar nicht mehr sehe. Und so schleppe ich Kopf für Kopf Wochen und Monate hinter mir her. Und komme halt nie zu einem Ergebnis. Also was mir dann gefällt. Deshalb hab ich mir einmal gesagt, dass ich ... ähm ... Oder ich hab mich gefragt, wie ich einen Kopf machen kann, wo ich ... den ich einfach mal mache, ohne viel drüber nachzudenken. Und das ging ... Das geht eigentlich bloß, wenn ich den Kopf modelliere und entweder nicht hingucke ... Also die Augen zumache. Und bloß die ... ähm ... Hände was machen lasse. Oder, hab ich mir dann gesagt, indem ich vielleicht einen Kopf negativ modelliere! Also ich hab eine Tonmasse genommen und hab den Kopf hineingedrückt. Also die Nase, die ganz weit rausragt, die hab ich sozusagen ganz weit, ganz tief, reingedrückt. Und so hab ich immer umdenken müssen. Im Kopf. Wie tief ... Wie tief muss ich jetzt was machen, damit der Mund sichtbar ist. Wo die Augen sind. Wo die Stirn ist! Wo die Ohren sind! Und deshalb kam ich gar nicht mehr dazu, zu überlegen, ob das denn richtig aussieht. Da war schon alleine das Arbeiten sehr schön. Und dann hab ich diese Hohlform, die ... ähm ... Also diese Tonform ... Da hab ich dann Gips reingegossen. Und das hab ich dann ... ähm ... noch angemalt. Und dadurch entstehen Köpfe, die ich zwar gemacht hab, aber die ich wiederum nicht gemacht habe. Weil ich mich nicht daran erinnert hab. Und auch nicht bewusst die Nase so geformt habe, wie das dann am Ende aussieht. Da war ich dann überrascht, was ich ... ähm ... machen kann, wenn ich etwas ausschalte. Also wenn ich meinen ... meinen Kopf, meinen Willen, ausschalte. (3.5.2019)