Friedrich Fröhlich

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Ganzkörperporträt
11, Collage auf Papier
21 × 29.7  cm


Obwohl das ja nur ein kleiner Ausdruck ist und obwohl ich da schon digital zum Beispiel die Beine verstellt habe, oder den Fuß dran gemacht habe, habe ich irgendwie so nen Schamgefühl oder so gehabt, das Geschlechtsteil zu zeigen. Also alleine der Gedanke, dass ich das zeige und ... ähm ... man sieht das. Da hab ich mich nicht wohl gefühlt. Das nennt man dann wohl Scham! Also so wie Adam und Eva. Deshalb hab ich da nen kleinen Zettel ... Das war noch aus nem Kalender. ... rausgerissen und da draufgeklebt. Also mit einem Klebeband. Und man kann ... äh ... den Zettel auch anheben! Prinzipiell. Aber der Normale eben eigentlich nicht, weil's ja hinter Glas ist. Dieses Schamgefühl hatte ich aber zum Beispiel nicht bei dem Ganzkörperporträt, was ich in Geraden umgewandelt hatte. Zwar ist da ja auch ein ... Ich bin ja das Motiv dahinter. Und das Geschlechtsteil ist gut sichtbar, erkennbar. Von Weitem wirkt es sehr plastisch. Aber sobald ich eben nah rangehe, merke ich, dass das ganz viele kleine Geraden sind. Da hab ich dann das Schamgefühl zum Beispiel nicht! Das sind für mich Geraden, die so und so positioniert sind und dann halt zufälligerweise ein Geschlechtsteil zeigen. Das komische ist aber, da bleibe ich hängen. Also bei der Linie ... Also wenn das viele Linien sind, die was bilden, da hab ich kein Schamgefühl. Wenn ich aber ein Foto zeige, was ja eigentlich auch aus Punkten besteht, da muss ich auch bloß näher dran gehen. Da sind das viele kleine Punkte und ... äh ... Und nur von weiter weg ergeben sie ein Abbild. Ein Bild. Komischerweise ... ähm ... Obwohl ich das weiß, dass alles aus so kleinen Punkten besteht, komme ich da zum Beispiel nicht damit klar. Und muss das mit Klebeband und einem kleinen Zettel verhüllen. Das hab ich noch nicht verstanden. (7.5.2019)