Friedrich Fröhlich

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Spiegelzeichnung
32, Mischtechnik
21 × 29.7  cm


Ich schaue mich ja frühs immer im Spiegel an. Im Bad. Schaue wo Pickel sind, die ich ausdrücken muss. Schaue ob ich mich wieder rasieren muss. Wie die Frisur ausschaut. Manchmal nehme ich sogar einen zweiten Spiegel, damit ich mich von hinten sehen kann. Also über das Leben gerechnet verbringe ich so einige Zeit vorm Spiegel. Wie andere vorm Fernseher! Aber jetzt nicht übertrieben, also nicht narzistisch. Glaube ich. Denke ich. Aber das passiert halt, wenn man frühs duscht. Deshalb hab ich einfach mal so Folien, A4, auf den Spiegel draufgelegt und mit Klebeband fixiert und dann mit nem Overheadprojektor-Stift das Gesicht nachgezeichnet. Und das ist sehr klein immer. Was ich gar nicht wusste. Weil wenn ich in den Spiegel gucke, denke ich, dass es genauso groß ist wie ich. Dabei ist es irgendwie die doppelte Entfernung und damit eigentlich schon winzig. Man muss also sehr nah rankommen, um ... um ungefähr ein ... um ungefähr der eigentlichen Größe ... äh ... nah zu kommen. Was ich eigentlich nie gemacht habe. Also es gibt immer einen Abstand. Also sind die recht klein und passen immer auf A4-Blätter. Und ich hab Grimassen gezogen! Und auch mal von ganz komischen Stellen gezeichnet. Also dass ich mich draufgesetzt hab auf den Spiegel und dann gezeichnet hab. Und dann muss immer ein Auge zudrücken. Ansonsten sehe ich nämlich doppelt und es kommt was ganz komisches bei heraus. Deshalb ist hier das eine Auge, das rechte Auge, auch so leicht zugekniffen. Aber noch nicht ganz. Ich hab auch andere Bilder, da ist das ganz zugekniffen. Und deshalb ist der Mund auch so leicht verzogen nach oben. Weil wenn man das Auge richtig zukneift, bewegt sich der Mund auch so nach oben. Und die Nase auch.