Friedrich Fröhlich

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(verhüllte Arbeit)
27, Holzkasten, nicht sichtbare Arbeit



Das ist die erste verhüllte Arbeit die ich ausgestellt habe. Undzwar in einem Hinterhof von der Hochschule. Zum Rundgang. Da war ich noch im Grundstudium. Da bin ich davor noch zum Baumarkt gefahren und hab mir zwei Platten zusägen lassen und so ... äh ... Holzleisten geholt. Die hab ich dann abgesägt. Aber mit einer normalen Säge. Also nicht auf Gehrung! Und hab das dann entweder zusammengeklebt oder genagelt. Das weiß ich jetzt nicht mehr. Weil ich diese Arbeit gar nicht mehr habe. Die hab ich jemanden geschenkt! Der die aber nicht aufmachen soll. Da hab ich extra den Hausmeister davor noch gefragt, oder den einen Mitarbeiter, ob ich denn im Hinterhof sowas aufhängen darf. Ich durfte aber keinen Nagel in die Steinwand hauen. Sondern ich durfte nur was rankleben. Da war ich noch ganz aufgeregt, weil ich das erste Mal etwas irgendwo überhaupt hingehangen habe. Und war dann froh, als es hing und nicht runtergefallen ist. Und ich das selbst mir ansehen konnte. Ich glaube die Arbeit hat dann niemand gesehen. Also nicht die eigentliche sondern auch diese ... dieses Objekt. Einfach weil niemand mitbekommen haben wird, dass es eine Arbeit ist. Was mir sehr gefiel. Etwas zu zeigen, was aber nicht gesehen wird. Oder eher ... Gesehen zu werden ohne etwas zu zeigen. Andere meinten, dass das eher Angst sein wird. Also dass ich Angst haben werde, etwas auszustellen! Weil es am Ende eine Reaktion hervorruft und ich damit umgehen muss. Aber ich glaub das nicht. Es gab unterschiedliche Gründe, warum ich Sachen verhüllt habe. Hier war das glaube ich wirklich ... Da war ich gerade im Grundstudium. Und in Berlin hab ich ja in der kleinen Wohnung gewohnt. Und da konnte ich mir meine kleine Welt zusammenbauen. Das heißt, da war ich der Künstler. In der Wohnung. Und alles bezog sich aufeinander und alles hat gut funktioniert. Und die Arbeiten waren alle gut! Und im Grundstudium in Leipzig hab ich das erste Mal erlebt, wie es ist, wenn andere plötzlich die Arbeiten sehen. Und dass die doch vielleicht nicht so stimmig sind, wie ich immer dachte. In meiner kleinen Welt. Und zweitens hab ich da dann auch gesehen, dass es neben mir noch ganz andere Kunststudenten gibt, die Kunst machen. Und dass neben den Kunststudenten noch ganz viele Künstler gibt, die ebenfalls Kunst machen. Und nicht bloß jetzt, sondern auch in der Vergangenheit und in der Zukunft. Und das hat mich richtig runtergeworfen! Diese Masse! Diese Fülle! Und dass eben doch nicht ein Künstler ein guter Künstler ist. Sondern es ganz viel dazwischen gibt. Und alle rumschreien müssen, um gesehen zu werden. Was ich eigentlich gar nicht mag. Also sprach da doch etwas Angst vielleicht aus mir raus. Und ich hab's ... Und ich hab dann eben eine Arbeit verhüllt. Ich weiß sogar noch, was da drinne ist. Davon gibt's sogar nen ... ein ganz ganz kleines Abbild. Aber niemand anderes weiß es. Das ist aber eine typische Medienkunst-Arbeit da drinne. Wo ich damals von überzeugt war. Heute finde ich das eher belustigend. Mehr aber nicht. Aber da die eigentliche Arbeit niemand sehen kann, spielt das ja gar keine Rolle! (4.5.2019)